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Faszikel IIa-06-1784
 

Transkription und digitale Edition von Jean Pauls Exzerptheften

Vorgelegt von: Sabine Straub, Monika Vince und Michael Will, unter Mitarbeit von Christian Ammon, Kai Büch und Barbara Krieger. Universität Würzburg. Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition (Leitung: Helmut Pfotenhauer)

Förderung: Fritz Thyssen Stiftung (11/1998-12/2000) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (01/2001-12/2005)
Projektleitung: Michael Will
Gesamtleitung: Helmut Pfotenhauer

Transkriptionsgrundlage: Nachlass Jean Paul. Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Fasz. IIa, Reihe "Geschichte", Bd. 6

Bearbeitungsschritte:
00.08.2000 MIWI Abschluss der Transkription
00.09.2000 MIWI Autopsie Berlin
09.03.2003 MIWI Konvertierung von WORD in XML/TEIXLITE
09.03.2004 MV Nachbearbeitung XML und Korrektur ab
09.03.2004 MIWI/ST Korrekturen eingegeben (bis 27.03.2004)
30.03.2004 ST 2. Autopsie Berlin
15.05.2004 MIWI Durchgesehen / Vorabveröffentlichung aufbereitet
27.09.2004 MIWI Korrektur griechische Zeichen, neue Absatz-Ids
01.11.2005 MIWI Revision und Vorbereitung Online-Update
21.04.2010 CMC Zweites Online-Update

 

[Titelblatt]

Geschichte.

Sechster Band.

1784.

 

[IIa-06-1784-0001]
Iupiter hieng die Iuno in die Luft, mit 2 Ambossen an den Füssen.

 

[IIa-06-1784-0002]
Die Lazedämonier pflegten in ihren Schauspielen die Stühle für die Fremden in den Schatten zu stellen; und sie nahmen mit iedem Plaze, wo er auch war vorlieb. Antonin. B. 11.

 

[IIa-06-1784-0003]
Wasserorgeln waren früher als pnevmatische.

 

[IIa-06-1784-0004]
In Paris hat man die Äolsharfe erfunden, die sich selbst spielet; od. vielmehr man sezet sie an ein dem Winde geöfnetes Fenster, der ihre Saiten spielet.

 

[IIa-06-1784-0005]
Soldat darf nur Geselle, ab. kein Meister werden. Gesezbuch für die kayserliche Armee S. 20.

 

[IIa-06-1784-0006]
Wenn der Hund traurig wird, die Menschen flieht, nur murret, das Wasser verabscheuet, so ist er wüthig; noch mehr, wenn er seinen Hern nicht mehr kent und von Hunden geflohen wird.

 

[IIa-06-1784-0007]
Herodot: die Perser glauben, noch kein Mensch habe seinen Vater umgebracht; es wär nur alzeit ein unächter, untergeschobner od. im Ehebruch erzeugter Sohn.

 

[IIa-06-1784-0008]
Ein arabisches Mährgen: ein Arzt heilte einen König, indem er ihn die hole Balkugel und den holen Grif des Balbrets, in welche er Spezereien gethan, die daraus transpiriren solten, so lange zu bewegen befahl, bis er schwizte.

 

[IIa-06-1784-0009]
Plato: die Sele des Thersites fuhr in einen Affen.

 

[IIa-06-1784-0010]
Die Affen bringen 2 Iunge zur die Welt und hass. das eine und lieben das andre. Aber das Verachtete nur komt nicht durch sie ums Leben.

 

[IIa-06-1784-0011]
Die Anabaptisten in der Schweiz sezten sich nakt auf Stekkenpferdgen, und auf die Weiber, damit sie wie die Kinder würden. Zimerman von der Einsamkeit Th. II. S. 63.

 

[IIa-06-1784-0012]
In einem Nonnenkloster in Frankr. fieng eine Nonne wie eine Kaze zu mauen an und in kurzem mauten alle Nonnen gemeinschaftlich zu bestimten Stunden. S. 77-78.

 

[IIa-06-1784-0013]
Im 15 Iahrhundert in einem deutsch. Klost. eine, dan durch Deutschl., Holland und Rom war es eine Epidemie unter den Nonnen daß sie sich alle einander bissen. S. 80.

 

[IIa-06-1784-0014]
Der Abt Arsenius unterhielt einen beständigen Gestank durch faule Palmblätter in seiner Zelle, um dem Gestank der Hölle zu entgehen. S. 95.

 

 

[Manuskriptseite 2]

[IIa-06-1784-0015]
Kein Pas darf korrigirt od. radirt sein. Die Karten stempeln.

 

[IIa-06-1784-0016]
Die heilige Paula gab in ihren Klöstern das Gesez: die Nonnen sollen nicht nur alle Männer, auch alle Kastraten fliehen. Zimmerman S. 311.

 

[IIa-06-1784-0017]
In der Kapelle des Voltaire hat der h. Geist die Taube nur 1. Flügel. S. 330.

 

[IIa-06-1784-0018]
Anthropomorphiten: Got habe einen Leib.

 

[IIa-06-1784-0019]
Mönche: man sol Bilder zu Gevatter nehmen; das neugeborne Kind den Statuen der Heiligen in die Arme legen, damit sie den Duft ihrer Heiligkeit einhauchen; die von h. Gemälden abgekrazte Farbe mit Abendmalwein vermischen und das Abendmalbrod nur aus der Hand einer h. Statue geniessen. Seit. 449.

 

[IIa-06-1784-0020]
Der Streit: ob der Körper Christi verweslich od. unverweslich sei.

 

[IIa-06-1784-0021]
Man verbrante wegen eines Liebeshandels mit dem Teufel zu Sevilla ein Mädgen 1781; die Inquisizion lies ihr vor der Exekuzion, damit ihre Schönheit niemand zum Mitleiden bewöge, die Nase abschneiden.

 

[IIa-06-1784-0022]
Die Einwohner der salomonischen und Mendozischen Inseln färben die Hare weis und die Zähne schwarz.

 

[IIa-06-1784-0023]
Der götliche Stier der Ägypter hat nach Iablonski seine Gotheit zufälligen Ähnlichkeiten mit dem Monde, dess. Stellungen und Veränderungen zu danken gehabt. Meiners Th. 1. Seit. 248.

 

[IIa-06-1784-0024]
Die Ägypter beteten anfangs nur Thiere, hernach ab. auch Feld und Gartenfrüchte an.

 

[IIa-06-1784-0025]
Plato lässet die Selen solange in weiblichen und thierischen Körpern herumwandeln bis sie sich genug gereiniget, um einer Wiedereinsezung in ihre verlorne Seligkeit würdig zu sein.

 

[IIa-06-1784-0026]
Plato im Timäus: Got gab den Menschen eine unsterbliche Sele, und ihrem Leibe Eine Klasse sterblicher Selen, deren Siz in der Brust ist und den Hals zur Gränzscheide hat (Traurigkeit, Zorn) und eine zwote Klasse, die nach körperlichen Wollüsten geizen und um

 

 

[Manuskriptseite 3]

die Gegend zwischen der Brust und dem Nabel festgebunden sind. Seit. 30-31.

 

[IIa-06-1784-0027]
Nach einigen Auslegern lies Plato die ewige Materie von einer gleich ewigen unvernünftigen Sele bewegen, die der Weltschöpfer nicht ganz bändigen können; und dah. das Übel in der Welt. Seit. 39 pp.

 

[IIa-06-1784-0028]
Plato nahm gewisse periodische Entfernungen der Gotheit von der Regierung der Welt an.

 

[IIa-06-1784-0029]
Bei den Griechen wurde der ältere Liebhaber für die von ihm zu verhütenden Vergehungen seines Geliebten gestrafet. Seit. 79.

 

[IIa-06-1784-0030]
Die Ägypter beteten sogar einige Fischarten an. Her. II. 65-75 p.

 

[IIa-06-1784-0031]
Wenn bei einem Ägypter ein Hund od. eine Kaze starb, waren alle es= und trinkbare Sachen, Korn= und Weinvorrath unrein und zum Gebrauch untüchtig erkläret. Meiners. S. 210.

 

[IIa-06-1784-0032]
Die Iavanesen: ihre Weiber würden oft zugleich mit den Kindern auch von iungen Krokodilen entbunden; eine an einen Krokodilszwilling glaubende Familie wirft immer Lebensmittel für dies. Verwandten in den Flus, weil die Vernachlässigung das Lesten Leben kostete.

 

[IIa-06-1784-0033]
Diodor: die Ägypter sagten, sie hätten die Thiere geheiliget, weil sie, da sie aus Mangel ordentliche Stellungen oft überwunden worden, die Abbildungen von ienen zu Kriegs= und Feldzeichen genommen und dad. gesieget hätten. S. 228.

 

[IIa-06-1784-0034]
Ein and. Grund der Verehrung: weil man durch die Heiligung gewisse nüzliche und Ungeziefer ausrottende Thiere erhalten wolte.

 

[IIa-06-1784-0035]
Plutarch: weil alle thierische Wesen gleicher Natur mit dem Typhon seien und man schone sie, um dies. mächtigen Got nicht rege zu machen. Machet ers dah. tol, so führet man diese Thiere an einen dunkelen Ort, drohet ihnen und tödtet sie zur Strafe. Seit. 231-232.

 

[IIa-06-1784-0036]
Mosheim muthmasset: die Schädlichkeit des Fleisches gewisser Thiere war vielleicht die Ursache, warum man sie heiligte und dadurch dem Pöbel entzog.

 

[IIa-06-1784-0037]
Die Römer legten ihren Knaben am 9ten Tage, den Mädgen am 8. Tage einen Namen bei. Plut. problem. * 102.

 

[IIa-06-1784-0038]
Der Stern der 3. Weisen aus Morgenland leuchtete auch am Tage.

 

 

[Manuskriptseite 4]

[IIa-06-1784-0039]
Die Ammen bestreichen die Saugwarzen mit et. bitterem, wenn sie das Kind entwöhnen wollen. Die Kinder gehen im Pantoffel des Vaters.

 

[IIa-06-1784-0040]
Die welche ein gutes und ein böses Urwesen behaupten sagen: die Himmelslichter ziehen, um an dem Bösen in der Welt keinen Theil zu nehmen, gewisse Vorhänge vor; eine Sonnenfinsternis ist das Verbergen der Sonne hinter ihrem Vorhange. Simplizius Epiktet. 34. Abschnit.

 

[IIa-06-1784-0041]
Eben diese verehren nur Mond und Sonne als die Erbtheile des guten Urwesens; die Sterne sind dem bösen angehörig. Eb.

 

[IIa-06-1784-0042]
Eb. die Manichäer Epiphan. l. 2. tom. 2. haeres. 66. Das Licht des Mondes komt nicht von der Sonne, sond. bestehet aus den Selen, die er zur Zeit des Neumonds bis zum Volmond zu sich hinaufziehet und dan zur Zeit des Volmond bis zum Neumonde zur Sonne hinüberschikt. Eb. Edelman schreibt seinen Namen lateinisch.

 

[IIa-06-1784-0043]
Milton lässet die Teufel im höllischen Pallaste sich zusammenziehen - doch behielten die vom ersten Range ihre natürliche Grösse.

 

[IIa-06-1784-0044]
Homer führet auf dem Kampfplaz zugleich Menschen, Helden und Götter.

 

[IIa-06-1784-0045]
Da Adam in den Schlaf fiel, glaubte er seine Existenz zu verlieren. Milton.

 

[IIa-06-1784-0046]
Nosikruzius stelte eine eherne Statue neben die ewig brennende Lampe, die sie zerschmis, da man in das Gewölbe hineingieng. Gewisse Heiligen wohnten in einem Grabe.

 

[IIa-06-1784-0047]
Milton: Adam sah im Traume, wie die Eva gebildet worden.

 

[IIa-06-1784-0048]
Man fand auf der Haut des todten Epimenides Buchstaben.

 

[IIa-06-1784-0049]
Zaleukus sezte den Verlust der Augen auf den Ehebruch; und da sein Sohn, lies er sich das eine, und ihm das andere ausstechen.

 

[IIa-06-1784-0050]
Eb. verbot den Kranken den Wein bei Todesstrafe.

 

[IIa-06-1784-0051]
Die Maler bilden alzeit einen der 3. Könige aus Morgenland als einen Moren ab.

 

[IIa-06-1784-0052]
Plato: die Selen der Todten erschienen auf Kirchhöfen und auf den Gräbern ihrer Körper, weil sie schmachtend nach ihren alten Vergnügungen, den Körper wieder zu beziehen wünschen, der sie sonst ihnen gewährte.

 

[IIa-06-1784-0053]
Herodotus von den Persern: sie lehrten ihre Söhne nur 3erlei: Regie

 

 

[Manuskriptseite 5]

rung eines Pferdes, des Bogens und Vermeidung der Lügen.

 

[IIa-06-1784-0054]
Die Lämmer stossen schon mit ihrem Kopfe eh' ihnen die Hörner gewachsen.

 

[IIa-06-1784-0055]
Man nährte die römischen Fechter mit Mehlspeisen, um sie volblütiger und ihr Blut langsamer fliessend und das Schauspiel ihres Todes länger zu machen. - Mord auf der Landstrasse.

 

[IIa-06-1784-0056]
Tazitus: Moses sei in der Wüste in der Verlegenheit um Wasser, zu einem Bache durch eine Herde wilder Esel geführet worden und habe dah. zum Andenken das Bild eines Esels in das Heiligthum sezen lassen.

 

[IIa-06-1784-0057]
Ierusalem: den alten Ägyptern schienen Thiere schiklichere Bilder ihrer Gotheiten als die Menschen zu sein, deren Schwachheiten sie immer vor Augen hatten. Der Esel ein grösseres Gehirn als das Pferd.

 

[IIa-06-1784-0058]
In den ersten Anfängen der griechischen Kunst konte man noch nicht den Got von der Göttin unterscheiden.

 

[IIa-06-1784-0059]
In der Kirche die angeführten Sprüche des Pfarrers griechisch p. nachlesen. Karneval vor der Fastenzeit.

 

[IIa-06-1784-0060]
Die Indier glauben die Sonne der Erde näher als den Mond, und die Erde auf einem goldnen Berge.

 

[IIa-06-1784-0061]
Alle indischen Gözenbilder haben viele Hände und Arme.

 

[IIa-06-1784-0062]
Der Einbruch bei Nacht wird schärfer bestrafet als der bei Tage.

 

[IIa-06-1784-0063]
Es zeiget eine Ehrerbietung für den Todten, ihn nicht bald zu begraben.

 

[IIa-06-1784-0064]
An allen Gr Orten sind die Grade der Wärme des Sommers, nur nicht die Dauer desselben gleich. Memoir. de l'Acad. des sciences 1765. p. 210.

 

[IIa-06-1784-0065]
Wir würden vor Kälte sterben, wenn uns im Sommer blos die Sonne und nicht das Zentralfeuer der Erde erwärmte.

 

[IIa-06-1784-0066]
Deskartes: die Erde und Planeten sind kleine Sonnen mit einer Rinde überzogen. Affen ahmen mer die Menschen als Thiere nach.

 

[IIa-06-1784-0067]
Kästner: unsre Erde hat zur astronomischen Übersicht des Ganzen vor a. Planeten eine bequeme Stelle.

 

[IIa-06-1784-0068]
Das kirgisische Schaf hat am Vorge einen gross. Schwanz; das isländische 5. Hörner.

 

[IIa-06-1784-0069]
Löwe kan den Glanz der Sonne, wie des Feuers, nicht ertragen.

 

 

[Manuskriptseite 6]

[IIa-06-1784-0070]
Hinten auf dem Wagen des Triumphators standen Leute, die ihn erinnerten daß er ein Mensch sei.

 

[IIa-06-1784-0071]
Die Heiligen behängen sich mit Ketten.

 

[IIa-06-1784-0072]
Sie tödtet sich indem sie nur die Leibesfrucht abtreiben wil.

 

[IIa-06-1784-0073]
Gewisse indianische Mönche, nent man Ianguis, flechten die langen Nägel ihrer Finger in Zöpfe.

 

[IIa-06-1784-0074]
Die Santons in Pegu verlangen nie ein Almosen; ab. man komt ihnen auch zuvor.

 

[IIa-06-1784-0075]
Einige Essäer umarmten ihre Weiber nur so oft als nöthig war, Kinder zu zeugen.

 

[IIa-06-1784-0076]
Der Pabst Leo der Grosse empfand beim Handkus von einer Frau Lüste; dah. wurde den nachfolgenden Päbsten nur der Pantoffel geküsset.

 

[IIa-06-1784-0077]
Die Menschen wohnten zu erst auf Bergen. Herder.

 

[IIa-06-1784-0078]
Nur das Eisen ab. kein a. Metal findet sich überal, in Gewächse, Thiere, Menschen zerstreuet.

 

[IIa-06-1784-0079]
Die Werkzeuge der Fortpflanzung hat die Natur bei den Gewächs. offen dargeleget. Die Pflanzen saugen die Mondstralen ein.

 

[IIa-06-1784-0080]
So lange die Gewächse noch nicht geblühet, so lange ist ihr Untergang hinauszuverschieben; die Musa hat oft 100 Iahr erlebet, allein sobald sie einmal blühet, stirbt sie im folgenden.

 

[IIa-06-1784-0081]
In der künstlichen Wärme des Treibhauses hält iede ausländische Pflanze noch die Zeit ihres Vaterlandes, sie mag noch so lange in Europa sein. Die Pflanzen vom Kap blühen im Winter, weil alsdan in ihrem Vaterland Sommer ist. - Die Wunderblume zu Nachts, weil da in Amerika Tag ist.

 

[IIa-06-1784-0082]
Verschiedne Thiere, die uns von auss. unähnlich sind, ähnlichen uns von innen im Knochenbau u. *...*w.

 

[IIa-06-1784-0083]
Die Gewächse schlafen abend. ab. schliessen sich, nur um die Samen zu

 

 

[Manuskriptseite 7]

beschirmen. Dah. schlafen sie nach der Befruchtung nicht mehr.

 

[IIa-06-1784-0084]
Martinet: der menschliche Körper wächset minder in den obern als untern Theilen.

 

[IIa-06-1784-0085]
Der abgerissene Kopf einer Natter bis noch nach 12 Tagen tödlich.

 

[IIa-06-1784-0086]
Der Mensch und der Elephant bleiben am längsten im Mutterleibe.

 

[IIa-06-1784-0087]
Nach einigen baute sich die menschliche Sele in der Mutter sich ihren Körper.

 

[IIa-06-1784-0088]
Monboddo: in der Kindheit sehen wir die Dinge doppelt und umgekehrt.

 

[IIa-06-1784-0089]
Lampridius: der Kaiser Heliogabalus habe in Rom 10,000 Pfund Spinneweben samlen lassen. in huius vita C. 26.

 

[IIa-06-1784-0090]
Sonst wurden in Rom an den Speisezimmern durch Triebwerke die Wände und Oberdekke und also die Aussicht verändert, sowie neue Gerichte aufgetragen wurden. Zwei Geschlechter baden sich in Rom in Einem Behältnis.

 

[IIa-06-1784-0091]
Herkules änderte die Gewohnheit, iärlich 30 Menschen in dem Tiber zu ersäufen, zum Opfer des Pluto, in die ab, stat ihrer aus Binsenpuppen menschlich gekleidet. Macrob. Satur. L. I. C. 7.

 

[IIa-06-1784-0092]
Dem Mars wurde im Oktober ein Pferd geschlachtet, dess. Schwanz noch blutend (ins h. Opferfeuer) zum Oberpriester kommen muste und um dess. Kopf die Einwohner zwoer Strass. kämpften.

 

[IIa-06-1784-0093]
Das Wasser steigt nie völlig so hoch als es gefallen war deswegen.

 

[IIa-06-1784-0094]
Im Bade salbte man sich nicht blos wie die Atlethen Athleten zur Geschmeidigkeit, auch zum Wolgeruch.

 

[IIa-06-1784-0095]
In Rom musten die Sklaven beim Verkauf, um sich beschauen zu lass., auf einen erhabnen Stein sich stellen. Plaut. Bach. Act. 4. Sc. 7. V. 16. 17.
Plaut. Bach. Act. 4. Sc. 7. V. 16. 17.] vgl. Titan, XII. Jobelperiode, 58. Zykel!

 

[IIa-06-1784-0096]
Die Vestalinnen begruben bei dem Einfal der Gallier ihre in Fässer verborgnen Heiligthümer in die Erde. Liv. l. 5. C. 40.

 

[IIa-06-1784-0097]
In den Tempel des Herkules kam kein Hund und keine Fliege; ienen vertrieb der Geruch der Keule, diese der Got der Fliegen. Plin. l. 10. C. 29.

 

[IIa-06-1784-0098]
Stat der Köpfe der Knaben, die iährlich der Mania, Mutter der Hausgötter,

 

 

[Manuskriptseite 8]

geopfert werden musten, führte Iunius Brutus Mohnköpfe ein. Macrob. Saturn. L. I. 7.

 

[IIa-06-1784-0099]
Paskal trug einen eisernen Gürtel mit Stacheln um den Leib; stieg ihm ein eitler Gedanke auf od. zu grosse Fröhlichkeit, schlug er daran.

 

[IIa-06-1784-0100]
Paskal wolte zu einem armen Kranken getragen zu sein und in ihrer Geselschaft sterben selbst der Unheilbaren.

 

[IIa-06-1784-0101]
In der dresdenschen Kunstkammer ist ein Kirschkern, der 118 Gesichter eingeschnitten enthält. Der Schauspieler mus oft schon od. noch hinter der Szene reden.

 

[IIa-06-1784-0102]
Die Athener stelten eine Statue des Merkurs vor ihre Thüre, gegen die Diebe. Aristophanes.

 

[IIa-06-1784-0103]
Die Zunge wurde bei den Griechen zulezt geopfert und ins Feuer geworfen.

 

[IIa-06-1784-0104]
Die Stiche der Bremen sind in einigen Gegenden des russisch. Reichs sonderlich wenn sie auf As gesess. haben, giftig und entzündend. Neue nordische Beiträge zur physikalischen Erd. und geographischen - B. 1. S. 118.

 

[IIa-06-1784-0105]
In London sol man den Orang-utang zum Beischlaf durch eine Hure zu reizen gesucht haben. Zimmermans geogr. Geschichte des Menschen. 1. Th. S. 118. Pennant widerspricht diesem. Nordische p. S. 156.

 

[IIa-06-1784-0106]
Die Goldkörner auf den tokayer Weintrauben sind nichts als die goldgelben Eier einer Wanze. S. 158.

 

[IIa-06-1784-0107]
Der Dalai Lama und der Bogdo Lama nehmen so wenig Speise und Trank zu sich, daß man mit dem heiligen Abgang von beiden lezteren (der Harn wird als Arznei genommen) nicht sparsam genug verfahren kan. S. 212.

 

[IIa-06-1784-0108]
Die Amerikaner: iedes Ding hat seine Sele; wenn eines verdorben od. verloren wird, gehet sie in die andere Welt über - Dah. legen sie Bogen u. s. w. zu einem Leichnam, damit des leztern die Sele die Sele des ersteren im and. Leben gebrauche.

 

[IIa-06-1784-0109]
Thryphiodorus: machte eine Odyssee von 24 Büchern; und in iedem mied er den Buchstaben, nach dem er es benante.

 

 

[Manuskriptseite 9]

[IIa-06-1784-0110]
Monboddo kante einen Man, der mit grossem Vergnügen ganze Tage musikalische Stükke ohne Stimme od. Instrument. Sein Werk vom Ursprunge der Sprache 1. Th. 1784. S. 94. Papagai ahmt den Menschen nicht die Vögel nach.

 

[IIa-06-1784-0111]
Porphyr: die Papagaien, Elstern p. seiner Zeit hätte man gelehret, die, welche im Hause et. verübet gehabt, anzuklagen.

 

[IIa-06-1784-0112]
Da Bougainville auf den unbewohnten Falkland Inseln landete, sezten sich die Vögel auf die Köpfe seiner Leute, die z vierfüssigen Thiere liefen zwischen die Beine. Dah. ist der Mensch kein Raubthier.

 

[IIa-06-1784-0113]
Diodor: in Äthiopien gewisse Menschen, die wenn sie keine Früchte der Bäume hatten, zarte Spröslinge iunge Zweige frassen.

 

[IIa-06-1784-0114]
Linnäus: gewisse Nachtmenschen mit Schwänzen.

 

[IIa-06-1784-0115]
Dr. Blacklock: die erste Sprache unter den Menschen war Musik und Töne vor artikulirten Schällen.

 

[IIa-06-1784-0116]
Die Portugies. blenden ihre Kinder in der Iugend zur Untüchtigkeit zum verhasten Soldatenstand. Abt.

 

[IIa-06-1784-0117]
Auf der Bühne den Geist od. eine Statue vorstellen.

 

[IIa-06-1784-0118]
Ein Glökgen zeigt es an, wenn man der Müllerischen Rechnungsmaschine et. Falsches und Unmögliches zu muthen wil. Merkur.

 

[IIa-06-1784-0119]
Wenn der Thäter zuviele sind, werden nur die Anführer gestraft.

 

[IIa-06-1784-0120]
Der Zeuge bekomt Reise= und Zehrungskosten.

 

[IIa-06-1784-0121]
Niebuhr sah in Basra Betteliungen {Derwische} den Leuten mit grossen Ochsenhörnern ins Haus blasen, sie zu erinnern, daß sie einmal am iüngsten Tage durch Posaunen zum iüngsten Gericht geruffen werden würden. Museum 1784. April. S. 296. Bekommen dafür Almosen.

 

[IIa-06-1784-0122]
Eltern schikken die Kinder in die Schule, damit sie stille sein lernen.

 

[IIa-06-1784-0123]
Der leblosen Geschöpfe sind überwiegend wenigere als der lebendigen. Zimmerman.

 

[IIa-06-1784-0124]
Embryonen werden in Ansehung der zu ihrem Vortheil eingeführten Rechte für geboren angesehen, nicht ab. zum Vortheil eines Dritten.

 

[IIa-06-1784-0125]
Eine Schwangere ist wegen derselben von Leibs= und Lebensstrafen, Tortur, Terrizion, Fasten befreiet.

 

 

[Manuskriptseite 10]

[IIa-06-1784-0126]
Wildvogel: ieder Eigenthümer sei verbunden, einer Schwangern was sie gelüstete zu verkaufen und es stehe ihr in iedem Fal ein Losungs= und Vorkaufsrecht zu. Embryon kan enterbet werden.

 

[IIa-06-1784-0127]
Camper: da unmöglich für beide Füsse der nämliche Schuh passen kan, so mus man für ieden einen besond. zuschneiden.

 

[IIa-06-1784-0128]
Das iunge Mädgen übt sich vor dem Spiegel und bei einer Art von Manequin od. Gliederman im Händeküssenlassen.

 

[IIa-06-1784-0129]
Den Satyrn wurden die Erstlinge der Äpfel und Trauben geopfert. Leonidas

 

[IIa-06-1784-0130]
Dagon der Nekromante sezte sich bei der unwissenden Nephelim in den Ruf eines Zauberers, indem heimlich vor ihr Gesicht, das mit teleskopischen Gläsern vorher verfälschet hatte, Spinnen und Milben p. warf, die dan Gorgonen und Chimären schienen. Noah. 3. Gesang. Vers 270 p.

 

[IIa-06-1784-0131]
Wenn in Tyburne ein Missethäter gehangen wird, dess. Anverwandten nicht weit von London wohnen, so lässet man zwei bei ihnen wohnende Tauben fliegen, die ihnen anzeigen, daß er keine Gnade erhalten. Neue Reis. eines Deutschen nach und in Engl. im Iah. 1783. Ein Pendant zu H. P. Moriz Reisen Berlin 1784. Mauerer S. 60.

 

[IIa-06-1784-0132]
In London giebt es eine Strasse, in der alle gestohlne Sachen verkauft werden können und dürfen. S. 72

 

[IIa-06-1784-0133]
Der Gläubiger kan den Körper seines Schuldners gleich nach dess. Hinrichtung mit eben den Formalitäten als ob er noch lebte in Verhaft nehmen: die Freunde lösen ihn dan zu einem anständigen Begräbnis aus S. 77.

 

[IIa-06-1784-0134]
Der Verurtheilte zu Newgate verhandelt dem Wundarzt seinen Körper und schmauset die Bezahlung dafür. Eb.

 

[IIa-06-1784-0135]
Bei der Vermählung, Krönung, Geburt eines Königs werden Gefangne losgelassen. Aus Elephantenzähnen falsche Zähne zubereiten.

 

[IIa-06-1784-0136]
Wenn Leute, die nicht bezahlen wollen, so et. vermuthen, gehen sie in die Könn Kingsbench, um sie bald schuldenfrei wieder verlass. zu können. S. 82.

 

 

[Manuskriptseite 11]

[IIa-06-1784-0137]
Der, so die Fremden in der Westminsterabtey herumführet, samlet in die Müze des Generals Monk ihre freiwilligen Gaben ein. S. 102.

 

[IIa-06-1784-0138]
In London dürfen die Manspersonen nur Damen, nicht einander küssen. 230.

 

[IIa-06-1784-0139]
Bosmann: wer bei dem König der Völker an der Goldküste von Afrika nur das blosse Wort Tod ausspricht, bekomt ihn zur Strafe.

 

[IIa-06-1784-0140]
Büffon: Kassiodor: wenn man dem Elephanten et. verächtlich abschlägt od. mit Worten od. Handlungen schlecht begegnet, so lasse er eine Menge stinkenden Harn von sich.

 

[IIa-06-1784-0141]
Die Alten: Der Elephant betet täglich Sonne und Mond {(Hund)} an; wäschet sich vor dem Anbeten; kan weissagen; beweinen und begraben ihre Todten. Man bändigt sie durch die ihnen fürchterlichen Kunstfeuer.

 

[IIa-06-1784-0142]
Der Elephant starb oft aus Betrübnis üb. den Mond Mord seines Wärters.

 

[IIa-06-1784-0143]
Büffon: ie kürzer das Leben eines Thieres ist, desto mehr Iunge bringt es zur Welt.

 

[IIa-06-1784-0144]
Elephanten fürchten Hühner, Schweine und Mäusse.

 

[IIa-06-1784-0145]
Die Griechen und Römer gewöhnten die Elephanten im Streite, öfneten ihnen die Glieder und verwundeten nur die Führer derselben. Büffon.

 

[IIa-06-1784-0146]
In Indien halten vornehme Hern mit einand. Zweikämpfe auf Elephanten, die während dess. auch streiten. Schreber.

 

[IIa-06-1784-0147]
Ie wüster und unbewohnter ein Land ist, desto mehr wilde Thiere da.

 

[IIa-06-1784-0148]
Der Elephant machte aus dem Stroh, nachdem er dess. Korn gefressen, Büsche zur Veriagung der Fliegen. Büffon.

 

[IIa-06-1784-0149]
Er wischet die Augen mit den Ohren aus und sichert sie vor Fliegen und Staub. eb. Der Elephant saugt, riecht, tastet mit dem Rüssel. eb.

 

[IIa-06-1784-0150]
Er liebt den Wolgeruch und machet Blumensträusse, die er, nach der Anriechung in den Mund stekt. - Er frist vom Pomeranzenbaum Blüthe, Früchte, Blätter und selbst iunges Holz. eb.

 

[IIa-06-1784-0151]
Er tödtet die Fliegen mit seinem Schwanze, Rüssel, Haut und Ohren.

 

[IIa-06-1784-0152]
Verpanzert sich gegen sie mit angewälztem Staub.

 

 

[Manuskriptseite 12]

[IIa-06-1784-0153]
Die Fliegen fliehen vor nichts mehr als anwehendem Staub.

 

[IIa-06-1784-0154]
Der Schwanz des Elephanten ist so lang wie sein Ohr.

 

[IIa-06-1784-0155]
Der Sarige oder Opossum hat einen Beutel, worin die gebornen Iungen schlafen, entfliehen und saugen - so gros nur als Fliegen und verlass. ihn bei der Grösse einer Maus. Büffon.

 

[IIa-06-1784-0156]
Von gewiss. starken Thieren kan man nur die Iungen fangen.

 

[IIa-06-1784-0157]
Wir bemerken an unserer Erde den Glanz nicht, den die Mondbewohner an ihr entdekken - Meerkaze windet den Schwanz um den Ast bis zum Verwesen

 

[IIa-06-1784-0158]
Von Kondamine und Bouguer, als sie sich in Peru aufhielten, machten die Affen ihnen ihre astronomischen Beschäftigungen nach, sahen mit Brillen nach den Sternen, liefen nach 9 Uhr, schrieben.

 

[IIa-06-1784-0159]
Die Negers richten ihre Pfeile alzeit auf das Gesicht der Affen, weil diese dan die Wunde sogleich mit der Pfote zuhalten und folglich fallen.

 

[IIa-06-1784-0160]
Der Affenstein od. Affenbezoar, der gegen Gift und Tod hilft, ist in der Gallenblase, Magen od. nach einigen im Kopfe der Bavianen.

 

[IIa-06-1784-0161]
In Syrien und Afrika leget man die Neugebornen einer Äspingschlange vor; lässet beschädigt sie sie: so Bastarte; nicht: keine.

 

[IIa-06-1784-0162]
Vom Bisse der Aspis stirbt ein Mensch im Schlafe; der Blutschlange, rint Blut aus allen Poren; der Durstschlange, stirbt man am Durste, der gehörnten Schlange, wird man steif; der Brandschlange, den kalten Brand; der Heritinandel, fält das Fleisch von den Knochen herab. Linnäus.

 

[IIa-06-1784-0163]
Die Karthäusernonnen siebten die Erde, die in den Katakomben in und auss. Rom ausgegraben wird, durch, damit nichts von den Überbleibseln h. Leiber in derselben verloren gehen. D. M. 1776. Seit. 172. Febr.

 

[IIa-06-1784-0164]
Das 4te Buch Esra und noch im 4. 5. Iahrhundert Kirchväter: daß alle Bücher des A. T. nach der babylonischen Gefangenschaft verloren gewesen und durch Esra noch einmal, aus götlicher Eingebung, wiederhergestellet, nicht blos zusammengebracht worden.

 

 

[Manuskriptseite 13]

[IIa-06-1784-0165]
Die Christen vom 1. bis zum 5. Iahrhundert zogen die griechische Übersezung der 70 dem hebräischen Texte vor und hielten sie für götlich. Semler.

 

[IIa-06-1784-0166]
Im 12 Iahrhundert thaten selbst Kinder mit ihren Schulmeistern Kreuzzüge und verliess. ihre Eltern. Essai sur les moeurs et l'esprit des nations. Chap. LVII.

 

[IIa-06-1784-0167]
Der Kaiser von Marokko ist alzeit des Verurtheilten Henker selbst.

 

[IIa-06-1784-0168]
Zu den Zeiten des Karls des Gross. gab es keine Thurmuhren; dah. komt es daß die Nachtwächter zu Nachts die Stunden abruffen. Ch. XIX.

 

[IIa-06-1784-0169]
Dazumal war es erlaubt, bei einem Laien ia auch bei einem Weibe zu beichten. Ch. XXI. Enthauptete Vögel stellen sich noch zum Fluge an.

 

[IIa-06-1784-0170]
Das troianische Pferd war ein Sturmbok mit einem metallenen Pferdekopf so wie nachher ein Widderköpfe eingeführt wurden, nach dem Pausanias. Ch. XXV. Mäuerer müss. ihr Bauen halbiährlich aussezen.

 

[IIa-06-1784-0171]
Im 12. Iahrh. wurde der Pabst so gekrönet; erstlich wurde er gesezet auf une chaise percée, Stercorarium genant, dan auf un siége de porphire, sur lequel on lui donnait deux clefs; de là sur un troisiéme siége, où il recevait douze pierres de couleurs. Ch. XLVIII.

 

[IIa-06-1784-0172]
Herr von Haller konte gewisse Bücher nicht lesen, weil sie in eine Käsekiste eingepakt gewesen.

 

[IIa-06-1784-0173]
Ie gesünder der Mensch, desto weniger Träume.

 

[IIa-06-1784-0174]
In der Enzyklopädie wird von einem Nachtwandler erzählet, dem man nur eine Feder üb. seine Lippen hinstreichen lass. durfte, um ihn auf et. entgegengeseztes zu bringen.

 

[IIa-06-1784-0175]
Der Esel, den Silen in Beistande des Iupiters gegen die Giganten gebrauchte, wurde von dem leztern unter die Sterne versezet. Aratus.

 

[IIa-06-1784-0176]
Faunus, Vater der Faunen, hatte einen Sohn Sterkulius, der wegen der Erfindung der Düngung der Felder unter die Götter versezet worden.

 

[IIa-06-1784-0177]
Die Athener bedienten sich der Satyrn und Faunen zur Aufhebung der Spezereien.

 

 

[Manuskriptseite 14]

[IIa-06-1784-0178]
Hippokrates: die Weiber bekommen das Podagra nicht. Kind hält an die Finger sich.

 

[IIa-06-1784-0179]
Die Dänischen Könige werden in ihrer Rüstung begraben.

 

[IIa-06-1784-0180]
Sonne im Winter näher. Heuschrekken springen vor einem auf.

 

[IIa-06-1784-0181]
Wenn es aufgehört zu regnen, tropfen die Bäume, die vorher beschüzten, am meisten.

 

[IIa-06-1784-0182]
Winslow: man kan den Menschen nicht eher für tod halten als bei eingetretener Fäulnis.

 

[IIa-06-1784-0183]
Hyde: die Guebern in Indien: daß nach der algemeinen Auferstehung Got auch den Bösen vergeben und diese in der gehörigen Entfernung Got anschauen werden, doch ab. von den Gerechten durch ein schwarzes Zeichen auf der Stirne unterschieden.

 

[IIa-06-1784-0184]
Die Pythagoräer schrieben ihre Regeln nie auf, sond. lehrten sie die, die sie deren würdigten, mündlich. Plut. im Leben des Numa.

 

[IIa-06-1784-0185]
Diese betrachteten die Musik als ein Heilmittel aller geistigen und körperlichen Krankheit; hatten für iede zu vertreibende und zu erwekkende Leidenschaft eigne Stükke; brauchten nur die Leier. Bonamy über das Leben des Empedokles.

 

[IIa-06-1784-0186]
Die Bilder der Katholiken liegen ausser der Prozession, wo sie herlich bekleidet werden und von einem darunter verstekten Man getragen werden, in einer schlechten Kammer unt. dem * übrigen Plunder.

 

[IIa-06-1784-0187]
Hesychasten od. Quietisten: wenn sie ihre Augen steif auf ihren Bauch richteten, sähen sie ein himlisches Licht.

 

[IIa-06-1784-0188]
Die Nikolaiten hielten die Hurerei für erlaubt.

 

[IIa-06-1784-0189]
Da eine alte Iungfer weniger gesucht wird als eine eben so alte Witwe zieht eine an einen unbekanten Ort, giebt sich durch Ring und Trauer für eine Witwe aus und wird geheirathet. Zuschauer Wo. 614.

 

[IIa-06-1784-0190]
Richard Mead: die Klapperschlange warnet nicht durch ihr Klappern, sond. wekt dadurch die Vögel auf, erschrekt sie und macht sie dadurch zu ihrer Beute.

 

[IIa-06-1784-0191]
Der Doktor Rezzio lies dem Stadthalter Sancho durch Berührung mit einem fischbeinernen Stäbgen alle Schüsseln wegnehmen.

 

 

[Manuskriptseite 15]

[IIa-06-1784-0192]
Man strit sonst in Griechenland sich üb. den Besiz der Wiege und Asche des Iupiters. Kinder von Ammen erdrükt.

 

[IIa-06-1784-0193]
Klemens von Alexandrien erwies: daß die Tempel der Gözendiener ursprünglich blosse Gräber der Ve vergötterten Verstorbenen waren.

 

[IIa-06-1784-0194]
Die Götter Griechenlands konten verwundet und geboren werden ab. nicht sterben *.

 

[IIa-06-1784-0195]
Bei Höfen eingeführt daß der Überbringer der Nachricht eines Sieges eine Beföderung erhält; der General trägt dah. iene alzeit seinem Günstling auf.

 

[IIa-06-1784-0196]
Einige amerikanische Völker pressen die Köpfe ihrer Kinder zwischen Brettern vierekkig und machen sie dadurch dum.

 

[IIa-06-1784-0197]
Franziskus Vallesius: in den bürgerlichen Gesezen: wenn 2 Menschen in den Verdacht kommen, wird der zuerst gefoltert, der am häslichsten aussiehet.

 

[IIa-06-1784-0198]
Als der Poet Eupolis im Schifbruch streitend gegen die Sparter umkam, verboten die Athener durch ein Gesez den kostbaren Poeten die Waffenführung.

 

[IIa-06-1784-0199]
Das gefrorne Seewasser giebt bei dem Aufthauen süsses Wasser.

 

[IIa-06-1784-0200]
In Otahiti ist der Wuchs der adelichen Weiber höher als der andern.

 

[IIa-06-1784-0201]
Ein Pfarrer beschwerte sich beim Polizeilieutenant üb. die Menge der Huren in seinem Kirchspiele: mein H. Pfarrer, es fehlen mir ihrer noch 3000. Mercier Schilderung von Paris.

 

[IIa-06-1784-0202]
Ein Gastwirth verkaufte Esels= für Kalbfleisch; a. Pferde= für Rindfleisch. eb.

 

[IIa-06-1784-0203]
Die Schauspielerinnen und Tänzerinnen dürfen nie da ohne Unterhosen erscheinen. eb.

 

[IIa-06-1784-0204]
In Paris erwarb ein Krambudenbursche 12. Millionen, ein Kommis 25, ein Exlakai 18 Millionen. eb.

 

[IIa-06-1784-0205]
Die iungen Leute bilden sich nach den Schauspielern, die sich wieder nach Vornehmen Personen gebildet hatten.

 

[IIa-06-1784-0206]
In den Kirchen sind keine Bänke für das Volk; wer sizend zuhören wil, mus es bezahlen. eb.

 

[IIa-06-1784-0207]
Die Handwerksleute, die man mitnimt, wenn et. an dem Leichenwagen eines Prinzen brechen solte, sizen während dem langsamen Zuge unter der Dekke von Leinwand und spielen Karte, od. würfeln auf dem Sarge. eb.

 

[IIa-06-1784-0208]
Die Büste Voltaires wurde in seinem Angesichte mit Lorbern gekrönet, bei seiner Apotheose. eb.

 

 

[Manuskriptseite 16]

[IIa-06-1784-0209]

Homer ein Gebrauch der griechischen Witwen: sie konten nicht eher den 2ten Man nehmen als bis sie für den ersten od. seine Anverwandten einen Todtenkittel (Leichentuch) gewebet hatten.

 

[IIa-06-1784-0210]
In Otahiti *...* Auf den Geselschaftsinseln ist dieselbe Wurzel, die berauscht, auch ein Sinbild des Friedens. Forster.

 

[IIa-06-1784-0211]
Das weibliche Geschlecht entschliest sich schwerer zum Gelübde des Stilschweigens als unsers und unter 173 Karthausen sind nur 5 von Nonnen bewohnete. Namen im Kürbis.

 

[IIa-06-1784-0212]
Die Brüder des h. Pauls od. Väter des Todes, schlafen in Särgen, tragen einen Todtenkopf auf dem Skapulier, "Gedenke des Todes" ist ihr Grus.

 

[IIa-06-1784-0213]
Der russische Soldat glaubt in den Himmel zu kommen, wenn er für seine Kaiserin stirbt.

 

[IIa-06-1784-0214]
Einer bezahlte den Stab des Peregrinus mit einem Talent; viel Wesens machten Thea die Tegeater aus der Haut des kaledonyschen Ebers Kalydon, die Thebaner aus den Knochen des Geryon, die Bewohner von Memphis aus den Haren der Isis. Luzian wider einen Ungelehrten.

 

[IIa-06-1784-0215]
Die Korallenfelsen, auf denen Menschen wohnen {die Inseln abgeben}, entstehen von einem kleinen Thiergen, die Koralle, das aus der Tiefe des Tief Meres bis an seine Oberfläche bauet ein Felsenwerk.

 

[IIa-06-1784-0216]
Forster: Der Gebrauch, Menschen zu fressen, verwandelte sich bei mehrerer Verfeinerung in den, sie zu opfern.

 

[IIa-06-1784-0217]
Die Pastetenbäkker dürfen auch am Sontage arbeiten, weil da am meisten abgeht. Tableau de Paris. Bücherverleiher theilt da den Band in 3 Theile.

 

[IIa-06-1784-0218]
Zu den Briefen an den Minister darf z weder Streusand noch metallischer Feilstaub genommen werden, sond. Sägespäne. eb.

 

[IIa-06-1784-0219]

Der Kerl, der das Pferd bei dem Rennen reitet, mus sich Leichtigkeit erfasten. eb.

 

[IIa-06-1784-0220]

In der Oper machen die Schuhpuzer die Ungeheuer und die vom Olymp herabkommenden Götter, weil man den Schauspieler der Gefahr des Halsbrechens nicht Preis geben wil. eb.

 

[IIa-06-1784-0221]
Damit man die Festigkeit des neuen Opernhauses prüfte, lud man die Schuhpuzer und Savojarden dazu ein. Als es hielt, zog den a. Tag die schöne Welt da ein. eb.

 

 

[Manuskriptseite 17]

[IIa-06-1784-0222]
Die Morgenbillets werden am Puztische geschrieben und sind schöner als die, die die Schönen Abends schreiben. eb.

 

[IIa-06-1784-0223]
Drei Leute machten nach das Gesumse einer Fliege, das Getöse einer zugehenden Thüre, eines fallenden Schlüssels, zerbrechenden Topfes p. eb.

 

[IIa-06-1784-0224]
Wenn Bacchus auf einem Schiffe fuhr, entstanden darauf Weinstökke, und hederae und a. ihm geweihte Gewächse.
hederae] = Efeu, recherchiert, ok so

 

[IIa-06-1784-0225]
Bacchus führte am ersten den Götterdienst ein. Op. lib. 3. Fastorum.

 

[IIa-06-1784-0226]
H. Patton hielt durch ein vorgehaltnes Zanstocher=Etui die Wilden von sich ab. Forster. 3

 

[IIa-06-1784-0227]
Nur die mänlichen Einwohner von Mallikollo puzen sich, die weiblichen nicht. eb. Wenn in einem Schif Feuer auskomt.

 

[IIa-06-1784-0228]
Die Seefahrer geben dem entdekten Lande einen a. Namen, als den ihm seine Bewohner beilegen.

 

[IIa-06-1784-0229]
Die Einwohner auf der Insel Barbados binden die amerikanische Fakkelfliege zu Nachts zum Leuchten an Hände und Füsse.

 

[IIa-06-1784-0230]
Nach Borelli's Versuchen sieht das linke Auge alzeit die Dinge klärer und grösser als das rechte. Unter dem Perlenfischen von einem Hayfisch verschlungen werden.

 

[IIa-06-1784-0231]
Betrunkne, Zornige, Fieberhafte konten oft zu Nachts lesen einen Brief p.

 

[IIa-06-1784-0232]
Clerk hält die Fühlhörner aller Insekten für Nasen.

 

[IIa-06-1784-0233]
Auf den azorischen Inseln sind in den Kirchen einiger Klöstern 2 entgegenstehende Kanzeln; auf der einen darf der Teufel sich zuweilen vertheidigen, ein Mönch verdamt ihn auf der anderen. Forster

 

[IIa-06-1784-0234]
Die Blumen auf Bergen sind die schönsten.

 

[IIa-06-1784-0235]
In Frankr. rathen die Buchhändler, wenn sie Bücher nach Amerika versenden, wo die Würmer noch gemeiner sind als bei uns, den Buchbindern, Koloquinten unter den Leim zu mischen und durch seine Bitterkeit die Würmer zu veriagen.

 

[IIa-06-1784-0236]
Wenn eine neue Scheune am Orte, wo viel Regenwürmer sind, gebauet wird, zerwühlen sie zu Nachts die Tenne, sie mag auch am Tage noch so fest zusammengeschlagen worden sein

 

[IIa-06-1784-0237]
Daß die ersten Arbeiten der Presse bestimt waren, für Handschriften gehalten zu werden, erhellet, aus der Ähnlichkeit der gedrukten Buchstaben mit den geschriebnen, aus der Weglassung der bemalten Buchstaben, die erst zur Beförderung des Betrugs durch die Feder hinzugesezet wurden.

 

[IIa-06-1784-0238]
Sonst beim Anfange der Drukkerei stelte der Drukker seine Arbeit dem Vorbeigehenden zur Zensur dar; und die Obrigkeit drohte Geldbusse, wenn die Schriften nicht korrekt gedrukt werden.

 

 

[Manuskriptseite 18]

[IIa-06-1784-0239]
Poupart von der gross. sogenanten Kammuschel, daß sie aus stehenden Seen oft üb. das Wasser gesprungen. Unzer's Samlung kleiner Schriften Th. I. 1768. S. 224.

 

[IIa-06-1784-0240]
Wenn man in ein halbes Mas Essig 4 Tropfen Wein fallen lässet, sterben die Essigälchen darinnen 227. Die reifsten Pflaumen haben die meisten Maden.

 

[IIa-06-1784-0241]
Der Rosmarienstengel, den man der Gewonheit nach einem Todten in die Hand gegeben, ist so zu allen Seiten ausgewachsen, daß man nach einigen Iahren das ganze Gesicht des Todten mit Blättern bedekt gefunden. Schriften der kaiserlichen Akad. der Naturforsch. Unz. *…*

 

[IIa-06-1784-0242]
Quettard: die tägliche Ausdünstung der Gewächse ist so schwer wie sie selbst. 112.

 

[IIa-06-1784-0243]
Abbe Nazari: eine Henne gebar 5 lebendige Küchlein, starb daran. 201.

 

[IIa-06-1784-0244]
Den Pfeffer, den der Vogel Rhinozeros (od. Taupan, auch Pfefferfresser genant) vorher gefressen und unverdauet von sich gegeben, halten die Amerikaner für besser, hiziger und schärfer. S. 206.

 

[IIa-06-1784-0245]
Fürsten schenken unangebaute Länder Unterthanen unter der Bedingung, sie anzubauen. Zuweilen wird dem Missethäter der geistliche Zuspruch versagt.

 

[IIa-06-1784-0246]
Die Katholiken stellen Prozessionen zur Änderung des Wetters an.

 

[IIa-06-1784-0247]
Ein Löffel starker Wein berauschet auch nur lange im Munde beweget und hernach wieder herausgespien. Kranke am Bord haben.

 

[IIa-06-1784-0248]
Bei grosser Wärme und Kälte begeben sich die Fische in den Schlam.

 

[IIa-06-1784-0249]
Die Sensitiva die sich vom Berühren zusammenzieht, verwelkt von seiner öfteren Wiederholung. Die Kazen fress. nur den Kopf der Razen.

 

[IIa-06-1784-0250]
Olaus Worm: der Same der Mäuse steige in die Wolken, sie werden da geboren, wachsen gros und werden scharenweis herabgeregnet. Seite 279.

 

[IIa-06-1784-0251]
Frisch: durch Beschneidung des überflüssigen Holzes veriagt man von einem schwachen Bäumen das Ungeziefer, das nur sie gewöhnlich wählet. Bissen sie Blätter od. Blüthen an, so käme der Saft ihnen ins Maul und sie flöhen. S. 350.

 

[IIa-06-1784-0252]
Wenn d man den Fliegen den Kopf abgeschnitten, machen sie mit den Füssen noch die Bewegungen als ob sie die Augen puzen wolten.

 

[IIa-06-1784-0253]
Die Bauern hängen an einigen Orten ihre Sensen im Winter in den Schornstein; die Durchräucherung erhält sie blank und unberostet. 388.

 

[IIa-06-1784-0254]
Czaar Peters Abschaffung der Bärte der Russen.

 

[IIa-06-1784-0255]
Die Ehre, einen König aus, und ankleiden zu dürfen.

 

[IIa-06-1784-0256]
Montesquieu: in der Turkei finde man ganze Familien, wo die vom Vater zum Sohne seit der Monarchie nicht gelacht hätten.

 

 

[Manuskriptseite 19]

[IIa-06-1784-0257]
Die englischen Prediger wenden sich im Anfang der Predigt an den Verstand, am Ende derselben an die Leidenschaften. Die linke Hand kan schreiben und hat es nicht gelernet.

 

[IIa-06-1784-0258]
Die Amerikaner bauen der Erdbeben wegen ihre Häuser nicht aus Steinen - weil sie durch deren Einsturz umkommen würden - sond. aus p. Die Spanier wurden in Peru das Opfer der Vernachlässigung dieser Vorsicht.

 

[IIa-06-1784-0259]
Zulezt wurde in Athen ein Gesez gegeben, das die Eröfnung einer neuen Schule ohne Bewilligung des Volks den Philosophen bei Lebensstrafe verbot; wurde im 3. Iahr der 118ten Olympiade bekant gemacht. Athenaeus. Lib. XIII.

 

[IIa-06-1784-0260]
Die Athener verboten unter einer harten Strafe, einem Irrenden den Weg nicht zu zeigen.

 

[IIa-06-1784-0261]
Origenes: unsre Schuzengel werden für die gute od. schlechte Verwaltung ihres Amts belohnt od. bestraft.

 

[IIa-06-1784-0262]
Vor einigen 100 Iahren wurden die Maltheser Ritter auf der Insel Rhodus sehr von einem Drachen beunruhigt, dem wegen seiner Schuppen des Rükkens nur am nakten Bauche beizukommen war. Ein französischer Ritter, Dudon sah dies und machte Drachen von Papier, in deren Bauch er Rindfleisch p. legte. Er gewöhnte 2 Hunde, den Bauch aufzureissen. Besiegte den Drachen. Idler. 8. St.

 

[IIa-06-1784-0263]
In Italien wird man von Betlern unter dem Vorwand angefallen: sie müsten in die Oper und hätten kein Geld: denn die Musik wäre von Sachini, Piccini p.

 

[IIa-06-1784-0264]
Wer an einem Schalttage geboren ist kan sein Geburtsfest nur alle 4 Iahre einmal feiern.

 

[IIa-06-1784-0265]
Die Kranken fürchten sich vor der lezten Öhlung und halten sie für ihr Todesurtheil; auch glaubt man, wer die lezte Öhlung etlichemal bekommen habe und wieder genesen sei, werde gegen alle Krankheiten und den Tod selbst fest. Briefe üb. das Mönchswesen III. B. S. 285.

 

[IIa-06-1784-0266]
Auf einem gewiss. Altarblat in Baiern ist die Mutter gemalet tragend ihre Tochter die Iungfrau Maria als ein 7 iähriges Kind, dieses Kind tragend seinen Sohn, den Erlöser, als ein 1= 2 iähriges Kind auf dem Arm. S. 287.

 

[IIa-06-1784-0267]
Es wird oft für eine kranke Kuh, ein verlornes Halstuch, Bauchschmerzen , Kinderblattern (für 20 Kreuzer) Messe gelesen.

 

[IIa-06-1784-0268]
In einigen Kirchen werden die Ordenskleider der aus den Klöstern entsprungenen Nonnen aufbehalten

 

[IIa-06-1784-0269]
Demokrit: die Kometen seien Selen grosser Männer, die uns zuweilen durch ihre Erscheinung grosse Begebenheiten vorhersagen sollen.

 

 

[Manuskriptseite 20]

[IIa-06-1784-0270]
Die alten Toskaner: der Donner Iupiters bestehe aus 3. Pfeilen, einem weissen, rothen, und schwarzen; der erste berühre ohne Verwundung und Tod; der a. verwunde ohne Tod; der lezte tödte.

 

[IIa-06-1784-0271]
Plinius von einer schwangern Frau Marcia, deren Kind im Mutterleibe ohne ihren Schaden der Donner tödtete, schwärzte und anbrante.

 

[IIa-06-1784-0272]
Plinius: die Hyperboreer säen des Morgens, ernten zu Mittag und samlen Abends Herbstfrüchte

 

[IIa-06-1784-0273]
Ebenda: in Szythien eine Nazion Hermaphroditen, die nicht wie die unsrigen zur Zeugung untüchtig, sond. doppelt tüchtig sind und deren linke Brust mänlich, rechte weiblich ist, wie schon Aristoteles gesagt.

 

[IIa-06-1784-0274]
L'Aujardiere: die Kaffern glauben: sie stürben nie natürlich od. an Krankheiten und würden ewig leben, kämen sie nicht durch einen gewaltsamen Tod od. durch Vergiftung ums Leben. Litteratur und Völkerkunde Vierter Band. N. V. Mai. 1784. S. 968-969.

 

[IIa-06-1784-0275]
Ie grösser bei ihnen die Versuchung, desto milder die Strafe und wer das theure Eisen stiehlet wird weniger gezüchtigt als wer den wolfeilen Ochsen. Seit. 970.

 

[IIa-06-1784-0276]
Huygens: es kan Sterne geben, deren Licht von der Schöpfung an noch nicht zu uns gekommen.

 

[IIa-06-1784-0277]
Die Schotten trugen keine Hosen, um besser auf die Berge zu klettern. Trugen sie nachher, bei Befehlen, nur auf Stangen.

 

[IIa-06-1784-0278]
Sie warfen dem Feinde die Pistolen, wenn sie sie abgefeuert hatten, an den Kopf. Datrymple's Nachrichten von Grosbritt. und Irland.

 

[IIa-06-1784-0279]
Wer bei den Amerikanern im Kriege iemand verloren hat dem bietet man zum Ersaz einen Gefangnen an, der hernach an die Stelle des Verlornen gänzlich treten kan.

 

[IIa-06-1784-0280]
Zeigt man den Braminen durchs Mikroskop Thiere auf ihren vegetabilischen Speisen, glauben sie's nicht: sagen , die Dinge stäken im Glase, nicht im Blatte. Nur die Soldaten dürfen bei ihnen Fleisch essen.

 

[IIa-06-1784-0281]
Olearius: die Grönländerinnen haben keine monathliche Reinigung.

 

[IIa-06-1784-0282]
In einem kalten Klima nagen die Würmer nicht.

 

[IIa-06-1784-0283]
Die Grönländer züchtigen ihre Kinder nie, die doch nicht ungehorsam davon werden.

 

 

[Manuskriptseite 21]

[IIa-06-1784-0284]
Die Samoieden haben, da ihre Weiber sonst ohne Schmerzen gebären, den Verdacht eines Ehebruchs mit einem Ausländer auf sie, wenn sie mit Schmerzen gebären.

 

[IIa-06-1784-0285]
Bruyn: die Samojeden sind sehr häslich, ab. ihre Kinder doch schön.

 

[IIa-06-1784-0286]
Parazelsus suchte die Lebenskraft in der Niesewurzel, die alle bösen Säfte aus dem Körper vertreiben solte und die er dah. danram nante.

 

[IIa-06-1784-0287]
Sanktorius: im W Schlafe ist die Ausdünstung noch einmal so stark als im Wachen.

 

[IIa-06-1784-0288]
Die Kranken belügen oft ihren Arzt; die Iungfer giebt sich für iung, der Säufer für mässig aus; der, so Pfuscher gebraucht, verschweigts; der mehrere Ärzte auf einmal braucht, ohne daß sie es selbst wissen.

 

[IIa-06-1784-0289]
Vandermonde: se man solle die Kinder von Thieren säugen lassen.

 

[IIa-06-1784-0290]
Die Frau lässet ihre überflüssige Milch von Hunden od. alten Weibern aussaugen. Grosse Waden und kleine Füsse; die geschwolnen mit Gefahr verkleinern.

 

[IIa-06-1784-0291]
Heliodorus: die indischen und äthiopischen Amethiste erhalten, bei sich getragen, an Gastmählern, nüchtern.

 

[IIa-06-1784-0292]
Die Hunde merken durch den Geruch den künftigen Tod einer Person im Hause.

 

[IIa-06-1784-0293]
Alle die Gestirne verlieren sich einen Monath aus uns. Augen, die die Sonne auf ihrer iährlichen Bahn antrift.

 

[IIa-06-1784-0294]
Das Dekret des Konziliums zu Mazon: daß die Weiber Menschen sind.

 

[IIa-06-1784-0295]
Die Frauen suchen durch enges Schnüren ihre Schwangerschaft und Unähnlichkeit mit den Iungfern, zu verbergen.

 

[IIa-06-1784-0296]
In den ältesten Zeiten nahm man die Arzneien beinah blos aus dem Gewächsreiche. Parazelus führte chymische ein. Arzte. 23. Stük. 1 B. S.

 

[IIa-06-1784-0297]
Ein Hund, eine Kaze, die bei einem Kranken gelegen, pflanzen das Gift auf Gesunde fort, die sich mit ihnen abgeben.

 

[IIa-06-1784-0298]
In manchen Küchen lässet man das Fleisch bis zum Faulen aufbewahren in der Meinung, es verdaulicher zu machen.

 

[IIa-06-1784-0299]
Plinius: Apion erzählt von einem Maler, der die Leute so gut traf, daß die Physiognomisten aus ihrem Bilde das Iahr des Alters errathen konten, worin sie starben od. sterben werden.

 

[IIa-06-1784-0300]
Die Äthiopier überzogen ihre Todten mit Gyps, die Perser (nach Zizero) und die Szythen nach Herodot mit Wachs, des Gestanks wegen.

 

 

[Manuskriptseite 22]

[IIa-06-1784-0301]
Doläus: die Sele beherscht durch gewisse Geister die Glieder, durch einen den Magen, a. die Leber; ein a. Geist bewacht das Herz p.

 

[IIa-06-1784-0302]
Papier schüze besser vor Kälte als Pelze.

 

[IIa-06-1784-0303]
Der Brandtewein dienet innerlich und äusserlich gegen Frost.

 

[IIa-06-1784-0304]
Man merkt die Erfrierung eines Glieds nur bei seinem Aufthauen; vor dem Erfrieren gehet Einschlafen vorher.

 

[IIa-06-1784-0305]
Man vergräbt die Erfrornen in aufthauendem Mist.

 

[IIa-06-1784-0306]
Heinrich VIII in Engl. gab allen mänlichen Personen, die Lakaien ausgenommen, Erlaubnis zum Bibellesen.

 

[IIa-06-1784-0307]
Muhammed gab seine fallende Sucht für den Zustand seiner Unterredung mit dem Engel Gabriel aus.

 

[IIa-06-1784-0308]
Die Wolle wird durch das Melken der Schafe schlechter; dah. milkt man nur die Schafe, wo der Wolle wenig ist.

 

[IIa-06-1784-0309]
Gewisse Altäre und a. Alterthümer werden zerstöhret, weil man ihren Steinen wunderbare Kräfte zutrauet und dah. sie ihnen nimt.

 

[IIa-06-1784-0310]
Die unterrichteten Taubstumme können an den Lippen sehen, was man redet. Das Schif wird mit Pferden gegen den Strom gezogen.

 

[IIa-06-1784-0311]
Von den Alten haben wir wenige Gemälde, ab. viele Bildsäulen.

 

[IIa-06-1784-0312]
Die den iüngsten Tag erleben, sterben nicht: ihre Körp. werden so gleich verwandelt

 

[IIa-06-1784-0313]
Moser wurde von einem hizigen Fieber (vom Tode) durch die Furcht daran zu sterben, die einen starken Schweis hervorbrachte, gerettet. Seine Lebensgeschichte Dritte Auflage 1. Th. 1777 S. 11-12.

 

[IIa-06-1784-0314]
Eine Magd sang das Register eines Gesangbuchs. S. 63.

 

[IIa-06-1784-0315]
Dem Merkur, der mit seinem Stabe die Träume aus der Hölle holte, wurden die lezten Gebete beim Schlafengehen entrichtet und die lezten Becher bei den Gelagen ausgeleret mit der Bitte: gute Träume zu senden. Sein und des Bildnis hieng an den Betgestellen und zu früh erzälte man sie der Vesta od. den Hausgöttern od. dem averunkischen Apol, der das Böse abzuwenden bestimt war.

 

[IIa-06-1784-0316]
Die Bürger musten dem Rathe ihre der Republ. drohenden od. *u versprechenden Träume anzeigen.

 

[IIa-06-1784-0317]
Die Kasanischen Tatarn beten das als eine Gotheit zu früh an, wovon sie des Nachts geträumt.

 

 

[Manuskriptseite 23]

[IIa-06-1784-0318]
Die Einwohner der marianischen Inseln sahen anfangs das Feuer für ein Thier an, das sich ans Holz hänge und davon nähre; sein Brennen für Beissen.

 

[IIa-06-1784-0319]
Die Geten opferten alle 5. Iahre einen Menschen, den sie als einen Boten an ihren Got Zamolxis sandten, um ihn von ihren Mängeln und Bedürfniss. zu benachrichtigen. Herod. B. 4.

 

[IIa-06-1784-0320]
Die Baraten stekken iährlich einige Bökke und Schafe an einen Spies, als ihre Götter und aus Ehrerbietung, stellen sich um sie herum und machen ihnen so lange ehrerbietige Beugungen bis sie tod sind.

 

[IIa-06-1784-0321]
Die Kalifornier prügeln den Pazienten, um den Tod aus ihm herauszutreiben, oft tod; od. wollen ihn aus dem Hals ziehen.

 

[IIa-06-1784-0322]
In Ägypt., wo ieder Vorbeigehende dem Kranken guten Rath geben muste p. legte man eine Nachricht von den Mitteln bei, wodurch er stets genesen, in den Tempeln. Augensalbe vom Vipernfet.

 

[IIa-06-1784-0323]
Zur Erfindung der Purpurfarbe gab ein Hund Anlas, der am Ufer des Mers in eine Pupurschnekke bis und sich den Bart damit färbte.

 

[IIa-06-1784-0324]
Strabo: die Gallier hatten ein Gesez, kraft dess. niemand einen dikkeren Bauch haben durfte als das Mas eines gewiss. Gürtels war. dess. Geographia l. IV.

 

[IIa-06-1784-0325]
In Paris gieng während dem Missisippihandel ein buklichter Kerl alle Tage nach der ruë de Quinquempoix, wo sich die Aktienhändler in gross. Menge versammelten, und verdiente sich viel Geld, indem er ihnen erlaubte sich seines Bukkels als eines Schreibepults zu bedienen, worauf sie ihre Kontrakte unterzeichnen konten. Hume verm. Schrif. II. T.

 

[IIa-06-1784-0326]
Bei den alten Persern dankten die, die der König öffentlich peitschen lies, dafür ihm, daß er sie gewürdigt, seine Aufmerksamkeit zu ihnen zu erniedrigen.

 

[IIa-06-1784-0327]
Die Gross. streuen gepulverten Koth des Dalai Lama auf ihre Gerichte, a. seinen Urin.

 

[IIa-06-1784-0328]
Die Mutter des Königs Franz I. und ihre Tochter, die Königin von Navarra, verboten ihren Predigern, den Tod zu erwähnen.

 

[IIa-06-1784-0329]
Unzer: die schlechtesten Arten von Biere (zum täglichen Gebrauch) wären womit man nd Krankheiten kuriren und machen kan. Arzt. 5. B. Stük 106. Nichts mus man zur Speise machen, was Arznei sein kan oft.

 

 

[Manuskriptseite 24]

[IIa-06-1784-0330]
Hildanus: vom Zorne sind oft die Narben ehmaliger Wunden aufgesprengt worden. Stük 107. Leute mit beweglichen Ohren.

 

[IIa-06-1784-0331]
Valeriola: daß der Zorn eine Verstopfung kurirt. - Valerius Maximus Beispiele, daß er Stumheit - Pechlin, Horst, Bartholin, daß er Lahmheit und Gicht - a., daß er drei= und viertägige Fieber geheilet. Sanktorius, daß er die Ausdünstung vermehre. St. 107.

 

[IIa-06-1784-0332]
Die Banianen bedekten stets den Mund mit einem Stükgen Leinwand, damit kein Thier hinein komme und da umkomme; tragen immer einen Besen bei sich, um ihren Siz abzukehren, damit sie keines erdrükken.

 

[IIa-06-1784-0333]
Sie geben den Fliegen iährlich einen Schmaus, indem sie ihnen Schüsseln mit Milch und Zukker vorsezen; einige gehen mit einem Sak Reis herum und vertheilen ihn unter die Ameisenhaufen.

 

[IIa-06-1784-0334]
Die Bramanen waschen sich nie, damit sie nicht dadurch ein Thier etwa tödten; brennen eben darum kein Holz.

 

[IIa-06-1784-0335]
Sanktorius: einer, der 20 Iahre in einem übeln Gefängnis gelebt, sei kränklich geworden, sobald er in gesunde Luft wieder kam und es geblieben, bis er wieder, aus durch ein Vergehen, in dass. kam. Stük 114.

 

[IIa-06-1784-0336]
Tulpius erzählet von einer Frau in England, die mit der Zunge eine Nadel einfädeln, Knoten machen und schreiben konte. St. 114.

 

[IIa-06-1784-0337]
Herr von Holberg kante einen Offizier, der an seinem hölzernen Bein bei bevorstehendem schlechten Wetter denselben ** Leichdorn fühlte, den er sonst am wahren Fusse hatte. St. 117.

 

[IIa-06-1784-0338]
Zu Brühen, die einen hohen Geschmak haben sollen, nimt man ungeborne Thiere

 

[IIa-06-1784-0339]
Der pulverisirte Pfeffer erhizet mehr (kühlet gar nach einigen) als der ganze.

 

[IIa-06-1784-0340]
Man heilet gelähmte Glieder {Kolik und Krämpfe auch} durch Stekkung in ein lebendig aufgeschnittenes Thier; und Wahnsinnigen leget man leb. aufgeschnittene Thiere auf den Kopf.

 

[IIa-06-1784-0341]
Helmont: die Selen der Thiere und Pflanzen wären Lichter. St. 126.

 

[IIa-06-1784-0342]
Thomas Campanella: ein venusinischer Prinz muste alzeit mit Drohungen und Schlägen in Furcht gesezet werden, damit seine Verstopfung nachliesse; man hielt ihm dah. einen besond. Bedienten, der ihn schlug und beschimpfte. B. 6. St. 131

 

 

[Manuskriptseite 25]

[IIa-06-1784-0343]
Die Furcht erregt Durchlauf, Lähmung und - heilte oft Podagra und Lähmung und verursacht Anstekkung. St. 13 131.

 

[IIa-06-1784-0344]
In der Mausezeit isset man den Krebs am liebsten; seine Schale ist da noch weich.

 

[IIa-06-1784-0345]
Wenn der Krebs seine Beine zwischen seine Scheren bringt, so weis ers nicht, daß er selbst sich das Bein zerbrecht: sond. er sprenget es ab, wie wenn es ein a. dazwischen hätte.

 

[IIa-06-1784-0346]
Huxham: die grassirenden Krankh. greifen die Thiere eher als die Menschen an.

 

[IIa-06-1784-0347]
Herr Genneté hat einen Reitstuhl (Tabouret d'équitation) erfunden, auf dem kan man alle Bewegungen eines Pferdes nachmachen, Galop, Trab, p. durch Ziehung eines gewiss. Strangs; für Hypochondrische, Frauenzimmer u. s. w. St. 133. ist bess. als das berühmte Tremussoir des Abts von Saint Pierre.

 

[IIa-06-1784-0348]
Man lässet einen Al, Laubfrosch, Eidexe in Wein od. Brantewein sterben und suchet durch geheime Einmischung des Getränks in das eines Säufers ihm einen Ekel daf. beizubringen. Die Ärzte haben ihnen dem Trunkenbold sein Getränke durch Brauchung deselben zu einem Vehiculum für ihre verhaste Arzneien verleiden wollen.

 

[IIa-06-1784-0349]
Diodor: die Ägypter verboten den Manspersonen die Musik, damit sie nicht weibisch werden. Durch Kräutermüzen das Gedächtnis stärken.

 

[IIa-06-1784-0350]
Athenäus meldet aus einem verlornen Buche Theophrasts: daß man durch die phrygische Harmonie die Hüftgicht gehoben. St. 141.

 

[IIa-06-1784-0351]
Xenokrates spielte oft seinen Kranken Stükke auf Instrumenten vor; und der Araber Rhazes glaubte, daß die Mütter sich und ihre ungebornen Kinder durch Musik stärken und erheitern solten. Ebenda.

 

[IIa-06-1784-0352]
Bocconi: kein Franziskaner=Minorite sei iemals von der Tarantelspinne gestochen worden, ab. wol viele Kapuziner: und diese helfen sich durch Anlegung einer Franziskanerkleidung. St. 146.

 

[IIa-06-1784-0353]
Der Schrekken und die Furcht hat verschiedenen auf einmal das Gedächtnis genommen. St. 147. ein Fal aufs Haupt; nach einer Schlafsucht.

 

[IIa-06-1784-0354]
Dodart: ein Knabe vergas in den warmen Hundstagen, was er in den kühlen Monaten alzeit gelernt hatte. St. 147. und in 3. Tagen bei kühler Witterung erhielt er sein Gedächtnis wieder.

 

 

[Manuskriptseite 26]

[IIa-06-1784-0355]
Plinius: die Gallier vergiften mit dem Safte der weiss. Nieswurz ihre Pfeile. Das Fleisch der F* Vipern unschädlich, nur der Saft ihrer Bläsgen im Munde nicht. Die Fische gehen dem Licht nach, die * Raubth. fliehen es.

 

[IIa-06-1784-0356]
Wenn ein gewisses Insekt in Südamerika, Coya oder Coyba, einen Reisenden beisset, mus er es von einem Indianer wegblas. lass. Die geringste Berührung würde es zerplazen machen und er damit vergiftet werden Th. 156.

 

[IIa-06-1784-0357]
Kaiser Karl der V. feierte das Andenken des Beukels, indem er einmal auf dem Grabe dess. einen Hering verzehrte.

 

[IIa-06-1784-0358]
Ein gewiss. Gesez der Holländer bestimmet für die Maschen der Heringsneze eine gewisse Weite, damit nur gross. und nicht kleine zur Fortpflanzung dienliche Heringe gefangen werden.

 

[IIa-06-1784-0359]
Abt Moisi erzählt im Leben des Salomons folgende iüdische Tradizion: die Königin von Saba prüfte seine Weisheit mit dem Verlangen, eine natürliche Blume von einer künstlichen zu unterscheiden; er lies es durch eine Biene thun. Der weisse Saft der Purpurschnekke wird erst durch die Sonne roth, vorh. gelb, dan grün und zulezt blau.

 

[IIa-06-1784-0360]
Bei den Iuden war die Darbringung des Honigs bei den Opfern verboten.

 

[IIa-06-1784-0361]
Eudoxius Cuidius: in Lybien gab es eine ganze Nazion, die aus Blumen Honig ziehen konte; dasselbe hat iezt der Prinz Sanseyero entdekt. Die Perser bedienten der Bienen sich zu Todesstrafen.

 

[IIa-06-1784-0362]
Bei gewissen Blumengewächsen, deren frühe und erste Blüthen nur einfach waren, werden die späten und lezten gefült: vielleicht weil die 2 besten Säfte, die zum Samen gehören, schon beim erstenmal erschöpft wurden, so daß sich nun nur Blätter stat des Samens erzeugten. Allerneuest. Mannigfalt. des 2. Iahrg. 2. Quart. S. 216.

 

[IIa-06-1784-0363]
Die Fakkeldistel und die indianische Feige scheinen die ihre Stacheln und Dornen zu Saugeröhren zu brauchen und sich damit zu ernähren. S. 216-218.

 

[IIa-06-1784-0364]
In Spanien sind in den Wirthshäusern die Ställe für die Maulthiere vortreflich; ab. Zimmer und Tisch für die Reisenden erbärmlich. Büschings Magazin für die neue Historie und Geogr. 2. Th.

 

[IIa-06-1784-0365]
Im Schachspiel hat kein Überfal stat; der König wird von der Gefahr benachrichtigt.

 

 

[Manuskriptseite 27]

[IIa-06-1784-0366]
Ein Bauer, der darin die feindlichen Haufen durchdrungen und bis an die äusserste Reihe des Schachbrets gekommen, darf wied. umkehren und hat Vorrechte und Gang der Königin. In einer Oblate einnehmen Arznei.

 

[IIa-06-1784-0367]
Die Eingeweidewürmer werden im Magen nicht verdauet; wenn sie nicht in ungewöhnlicher Zahl im Menschen sind, schaden sie ihm nichts.

 

[IIa-06-1784-0368]
Die mit Purpurschnekkenblut gefärbte Baumwolle hat zu verschiedenen Stunden des Tages ein verschiednes Gewicht; die in Nicoya sezen dah. Käufer und Verk. die Stunde fest, wenn die Fäden gewogen werden sollen.

 

[IIa-06-1784-0369]
Der Käufer des ungestempelten Kalenders reisset das Titelblat davon hinweg. Von der Pest werden iunge Leute mehr als alte befallen.

 

[IIa-06-1784-0370]
Das Kameleon ist auch in der grösten Hize äusserst kalt anzufühlen

 

[IIa-06-1784-0371]
Die sich einstellende Kälte und der Winter macht den grassirenden Krankh. ein Ende.

 

[IIa-06-1784-0372]
Plinius : die Leinwand aus Asbest habe man, wenn sie bei Gastereien schmuzig geworden, ins Feuer geworfen und dad. gereinigt. L. XIX. C. I.

 

[IIa-06-1784-0373]
Ie mehr der Mond von der Sonne entfernt ist, desto gröss. und sicht. ist er uns.

 

[IIa-06-1784-0374]
Aus der Entfernung. in der das Krokod. seine Eier vom Nil legt, schliest man auf den G* Weg der Überschwemmung dess. künftigen Austrit desselben.

 

[IIa-06-1784-0375]
Auf Schiefersteinen wil man gefunden haben das mansfeldische Wappen, die Maria, D. Luther, Engelfiguren, die Geschichte des Leidens Christi.

 

[IIa-06-1784-0376]
In Friedenszeiten nur 15 Weiber für Eine Kompagnie. S. 535. Gesezbuch der kaiserlich königlichen Armee.

 

[IIa-06-1784-0377]
In England erbt der älteste Sohn den Adel und die Güter des Vaters; der a. die Titel und Güter der Mutter; die übrigen sind blos bürgerlich - die Töchter ab. alle behalten ihren Adel, auch bei Heirathen unter ihrem Stand. Fabricii Briefe aus London vermischten Inhalts, 1784. S. 288.

 

[IIa-06-1784-0378]
Dr. Ingenhouß: die Ausdünstungen der Gewächse thun, besonders zu Nachts, die Luft vergiften. S. 304.

 

[IIa-06-1784-0379]
An den Häusern in England ein Klopfer an der Thür und eine Klokke, die in die Küche geht. Ein Bedienter giebt nur Einen Schlag, bringt er et. für die Küche, klingelt er ohne Klopfen; ein Postkerl zwei; einer von Stande 3; ein Frauenz. 6; die Frau vom Hause klopft und schelt auf einmal. S. 339-40.

 

[IIa-06-1784-0380]
In England ist der Sontag der Tag des Wollebens= und kleidens bei den Gemeinen, der des Gegentheils bei dem vornehmen Man. 272.

 

[Manuskriptseite 28]

[IIa-06-1784-0381]
Die englischen Räuber zu Pferde, high waymen rauben bei gutem, die zu Fus Footpads, bei schlechtem Wetter. S. 136.

 

[IIa-06-1784-0382]
Wer oft sein Geld pp. verspielt p. hatte, gab sich für beraubt aus und verwundete sich, zur Beschönigung selber. S. 136.

 

[IIa-06-1784-0383]
Die Feuersbrunst im Schlosse Esterhazy in Ungarn wurde durch den Ofenheizer verursacht, der von den 2. Öfen, die im Redoutensale standen, den porzelanen und den hölzernen, alle beide heizte.

 

[IIa-06-1784-0384]
Die Kirchenordung: der Prediger sol den Hochzeiten, Kindtaufen und Begräbniss. seiner Gemeinde beiwohnen.

 

[IIa-06-1784-0385]
Manche Prediger wiederholen die Anrede an die Zuhörer zu oft.

 

[IIa-06-1784-0386]
Einige verrichten auf der Kanzeltreppe ein kurzes Gebet.

 

[IIa-06-1784-0387]
Einige predigen mit zugedrukten Augen.

 

[IIa-06-1784-0388]
Die Kirchenpatrone lass. aus Eitelkeit oft etliche 30 Kandidaten Gastpredigten halten. Der Predig. singt das Kanzellied nicht selbst mit, sond. sieht sich in der Kirche um.

 

[IIa-06-1784-0389]
Der Prediger stekt nach der Predigt unter dem Vaterunser die Uhr mit Geräusch der Kette ein.

 

[IIa-06-1784-0390]
Einige kauen auf der Kanzel Gewürznelken gegen den Halsgeruch, a. Kubeben gegen die Vergeslichkeit.

 

[IIa-06-1784-0391]
Was man an den Indiern für Schwänze hielt, war nur der Schwanz ihrer Thierhäute.Thorheit der sogenanten Iahrgänge: z. B. Iesus der Gekreuzigte.

 

[IIa-06-1784-0392]
Die Prediger ahmten Gellert den hypochondris. klagenden Ton der Stimme nach; a. liess. die Beine auf dem Pferde so hängen wie er.

 

[IIa-06-1784-0393]
Die Montanisten und Marzioniten hielten alle Flucht der Christen für sündlich.

 

[IIa-06-1784-0394]
Bei den Vakanzpredigten in der Stadt, wo sich die Landgeistlichen hervorthun wollen, halten sie aufgewärmte Leichenpredigten.

 

[IIa-06-1784-0395]
Der Knabe wird durch den bedekkenden Schulmantel an ein schlechtes Kleid gewöhnt.

 

[IIa-06-1784-0396]
Einige suchen auf der Kanzel den Bauern Akkerbaukentnisse beizubringen.

 

[IIa-06-1784-0397]
Wenn der Prediger taube Personen im Beichtstuhl vor sich hat: so verrichtet er stat der Absoluz. ein Gebet.

 

[IIa-06-1784-0398]
Der Beichtvater kan bei Berichtungen aus dem Kelch sehen, ob die Person stirbt.

 

[Manuskriptseite 29]

[IIa-06-1784-0399]
Elektrisirte Blumen riechen stärker; elektrisirte Pflanzen wachsen schneller und grösser, und elekt. Same keimt geschwinder.

 

[IIa-06-1784-0400]
Auf die Arznei et. Süsses nachtrinken gegen die Bitterkeit.

 

[IIa-06-1784-0401]
David as von den Schaubrodten. Alle Metalle wandeln sich durch Feuer in Glas zulezt.

 

[IIa-06-1784-0402]
Der Fuchs fängt an zu bellen und täuschet die Hunde durch die Stimme.

 

[IIa-06-1784-0403]
Der König in Preuss. beschreibt nur Eine Seite; auf 1. mus alles Plaz haben, was vor ihn gebracht wird. - Staub auf dem Resonanzboden.

 

[IIa-06-1784-0404]
Storr: auf den Alpen wendet der Hirt wenig an seine Kleidung ab. oft 70 Reichsttaler an ein Halsband für die Kuh, die die Königin der Herde ist.

 

[IIa-06-1784-0405]
Eb. Im 60 Iahr hat d ist der Schweizer von den Kriegsdiensten frei und zum Zeichen darf er sich einen Bart wachsen lass. Vor dem Schlusse des Stüks einen Triller

 

[IIa-06-1784-0406]
Der Rauch des Schwefels färbt die Wolle weis.

 

[IIa-06-1784-0407]
Das beste, schwerste Gold ist das Berg= od. Iungferngold, das man in Gestalt kleiner Körner, die sich durch blosse Wäsche scheiden, findet; und ist schöner als das, so durchs Feuer gegangen und das in den Steinen gefunden wird.

 

[IIa-06-1784-0408]
Die königliche Forstverordnung verbietet, die iungen Gehölze vor 9. Iahren auszuhauen. Beim Aushauen müss. auch die Ekstämme (die an den Ekken der Gehölze stehen) verschont bleiben.

 

[IIa-06-1784-0409]
Das Mehl von frischgedroschenem Korn giebt nicht soviel Brod, als lange gelegenes und getroknetes.

 

[IIa-06-1784-0410]
Die Türken säuern ihr Brod niemals ein und haben dah. schlechtes und müssen alle Tage frisch bakken.

 

[IIa-06-1784-0411]
Die Warnglokke im Schu klingelt, sobald ihm sein Korn fehlt, weil sonst die Steine Feuer schlagen würden.

 

[IIa-06-1784-0412]
Den Hintergrund des Bakofens besezt man mit den d grösten Brodten, die Mitte mit den kleinsten. Das Glas blasen.

 

[IIa-06-1784-0413]
Man probiert, daß ob das Brod ausgebakken sei, wenn es beim Anklopfen hol klingt. Mauer unter der Erde mus eben so gut sein.

 

[IIa-06-1784-0414]
Ie mehr man Wasser aus einem Brunnen pumpt, desto leichter und dah. desto besser wird es. Das Giessen eherner Bildsäulen zu Pferde und a. metallenen.

 

[IIa-06-1784-0415]
Das Trenzeichen ist in wie das Bindezeichen (Hyphen) gebildet: nämlich ein Strich.

 

[Manuskriptseite 30]

[IIa-06-1784-0416]
Erisichthon hatte eine Tochter, Mestra, die sich in allerlei Thiergestalten verwandelte und die er unter denselben immer verkaufte, die er ab. alzeit in ihrer eignen wieder zu ihm zurükkam und ihm seinen Hunger erleichterte.

 

[IIa-06-1784-0417]
Der Mohn war der Zeres heilig.

 

[IIa-06-1784-0418]
Bei den Arkadiern wurde s* ihr so geopfert, nicht daß man ihr ein Thier abschlachtete, sondern daß ieder von demselben das erste beste Glied abschnit und es ihr darbrachte. Pausanias. Die Uhr steht unter dem Aufziehen stil.

 

[IIa-06-1784-0419]
Thebani colebant ovem; Lycopolitani lupum; Mendesii capram et hircum; Athriditae murem et castram. Priapus Got der Gärten.

 

[IIa-06-1784-0420]
Iupiter hatte zu Ammen Ziegen, Bienen, Bären

 

[IIa-06-1784-0421]
Die Tempel des Mars, Iupiters, Herkules gemeiniglich nach der dorischen Ordnung; Bacchus, Apollos, Diana, ionischen; Vesta korinthischen.

 

[IIa-06-1784-0422]
Den obern Göttern wurde beim Aufgange, den untern, tödtlichen bei dem Untergange der Sonne geopfert.

 

[IIa-06-1784-0423]
Das Opfer, der Altar und der Opferer waren bekränzet, bei verschiednen Göttern mit verschiedenen Kränzen.

 

[IIa-06-1784-0424]
Bei den Spartern wurden die Kinder nicht von den Eltern, sond. von der Republ. erzogen

 

[IIa-06-1784-0425]
Thausäen: wenn man die Körner 1. Nacht unter dem freien Himmel liegen lässet und sie zu früh, damit der Thau sie einweiche, erst unteregget.

 

[IIa-06-1784-0426]
Priapus wurde wegen der Gunst, in der er bei den Weibern zu Lampsakus stand, daraus verwiesen.

 

[IIa-06-1784-0427]
Priapus weteiferte mit einem von den Eseln Bacchus, welche wegen der Grösse ihres - unter die Sterne versezt wurden und deren einer eben dafür die Sprache bekam, und tödtete seinen Sieger. Euseb. de falsa Religione.

 

[IIa-06-1784-0428]
Nach einigen tauchte sich die Sonne nicht in den Ozean, sond. sie schifte darauf in einem Becher; nach a.: Vulkan hätte ihr ein so tiefes Bet gemacht, daß sie auf demselben schlafend zum Aufgang wieder schifte.

 

[IIa-06-1784-0429]
Kränklichkeit derer, die sich mit der Vergoldung der Metalle beschäftigen; iedes Handwerk erzeugt eine besondre Krankheit.

 

[IIa-06-1784-0430]
Die Türken halten die Tulpe für die vorzüglichste Blume und schäzbarer als ein Pferd - feiern im April das Tulpenfest.

 

[Manuskriptseite 31]

[IIa-06-1784-0431]
Wenn sich ein Kind an et. gestossen, schlagen das leztere die Eltern, um ienes vom Weinen abzuhalten.

 

[IIa-06-1784-0432]
In den Lehn= und Hofrechten waren sonst die Übergaben gewöhnlich; (und nicht das Testamentiren auf dem Siechbette) in ienen, so lange der Lehnman sich in voller Rüstung in einer ellenhohen Stufe auf das Pferd schwingen und solches vor den Lehnhern tummeln konte; in diesen, vor gehegten Hofe, und so lange der Hofesman im Stande war, einen daumendikken Spahn aus einer Eiche zu hauen. Eltern zanken sich in Gegenwart der Kinder.

 

[IIa-06-1784-0433]
Die Kalmukken schneiden geschlagnen Feinden Fet und Galle als Arzneimittel aus und den Pferden die Ohren als Siegeszeichen ab.

 

[IIa-06-1784-0434]
Ie kälter und reiner die Luft im Winter ist, desto heller und kleiner der Mond. Das Korn wächst im Felde aus in aufgestelten Haufen bei regenhaft. Witterung.

 

[IIa-06-1784-0435]
Barelli: wenn in Spanien der Mönch z. B. üb. die Höllenstrafen geredet, läst er den Aufwärter ein Gemälde herbeibringen, das den Teufel und gequälte Selen pp. Der Prediger fährt mit einer angezündeten Fakel vor dem Gemälde her und redet p.

 

[IIa-06-1784-0436]
Man rükt den Zahn, um ihn von der Empfindung abzureissen.

 

[IIa-06-1784-0437]
Die Wundärzte quetschen die Glieder, an denen sie eine Operazion vornehmen wollen, zusammen, um sie unempfindlich zu machen.

 

[IIa-06-1784-0438]
Schlafmachende Mittel geben, um den Schmerz zu vertreiben.

 

[IIa-06-1784-0439]
Hesiodus rechnet es unter die Vorzüge des goldnen Zeitalters, daß die Leute im Schlafe starben.

 

[IIa-06-1784-0440]
Sanktorius erfand einen mathematischen Stuhl, der so künstlich auf Federn hieng, daß er seine Ausdünstung, Abgang p. abwägen konte.

 

[IIa-06-1784-0441]
Das Kind verträgt lachend im Spiele härtere Stösse als üb. die es von seiner Mutter weint.

 

[IIa-06-1784-0442]
Eine Dame erschrak üb. einen rothen Flek auf der Stirne eines Blatterkranken Kindes und kam mit Zwillingen nieder, die ihn beide von einerlei Umfang und Farbe hatten. Unzer. Arzt St. 181. S. 399.

 

[IIa-06-1784-0443]
Man lässet alte Ammen das Gemüse der Kinder käuen.

 

[IIa-06-1784-0444]
Die Unempfindlichkeit der Nerven der Verrükten gegen Schmerzen.

 

[Manuskriptseite 32]

[IIa-06-1784-0445]
Damokles Hippokratikus glaubte im Unsinne, daß er stokblind wäre Arzt. 8 B. St. 190. S. 116.

 

[IIa-06-1784-0446]
Die Vorhersehungen der Kranken, besonders in hizigen Phantasien, üb. ihr den Ausgang ihrer Krankh. und ihren Tod, geben den Ärzten viel Licht und sind immer zuverlässig.

 

[IIa-06-1784-0447]
Die Kinderwärterinnen machen im Munde das Wasser lau, womit sie die Kinder waschen.

 

[IIa-06-1784-0448]
Brühier: ein Müller in der Gegend von Abbeville brachte einen gehangenen Dieb wieder zum Leben. Der Dieb bestahl ihn selbst. Er bekam ihn wieder und hieng ihn mit Hülfe seines Sohns wieder auf. Wurde begnadigt. St. 207.

 

[IIa-06-1784-0449]
Man mus die Landkarten alzeit gegen Norden legen.

 

[IIa-06-1784-0450]
Tycho de Brahe verlies wegen seiner ihm im Duel abgehauenen Nase den Kriegsstand und wurde Astronom.

 

[IIa-06-1784-0451]
Geßner sticht die Kupfer zu seinen eigenen Werken.

 

[IIa-06-1784-0452]
Die Griechen verboten es Sklaven, ihre geschäztesten Oden im Munde zu haben und zu singen.

 

[IIa-06-1784-0453]
Ein einziges Theilgen Zin macht mehr als 1000 Theile des weichsten und geschmeidigsten Goldes so spröde, daß es wie Glas springt und sich nicht hämmern läst; die Schmelzer nennen es dah. den Teufel der Metalle. Queksilber heist der metallische Proteus.

 

[IIa-06-1784-0454]
Ie reiner das Queksilber ist, desto leichter zertheilt es sich; ie unreiner, desto langsamer.

 

[IIa-06-1784-0455]
Von dem Prinzen Robert, Pfalzgraf am Rhein, Enkel Iakobs I. in England schreibt sich das Prinzmetal, das von Kupfer und Zink gemacht wird und dem Golde nachäffet.

 

[IIa-06-1784-0456]
Zin mit Spiesglaskönig vermischt giebt das Metal zu den Brechbechern, die dem hineingeschenkten Wein ohne Änderung des Geschmaks und der Farbe eine Erbrechen machende Kraft beibringen.

 

[IIa-06-1784-0457]
Der Sand sieht durch ein Vergrösserungsglas wie durchsichtige bunte Edelgesteine aus.

 

[IIa-06-1784-0458]
Nach Beicher ist aller Sand goldhaltig.

 

[Manuskriptseite 33]

[IIa-06-1784-0459]
Die Schenkel einer vornehmen Dame leuchteten. Aranchements des eaux d'Aix la Chapelle p. m. 659. Die Destillirkunst von Burghart mit Zusäzen vermehrt von Wiegleb. 1781. 2 B. S. 84.

 

[IIa-06-1784-0460]
Der "faule Heinz" ein Ofen thut beim Destilliren gute Dienste, indem er das Feuer wol 12 bis 24 Stunden ohne Nachschüren erhält.

 

[IIa-06-1784-0461]
In der im alten Zeughaus zu Braunschweig befindlichen Rüstkammer findet man alle Arten von Pistolen, wie sie nach und nach erfunden worden.

 

[IIa-06-1784-0462]
Die Griechen bedienten sich kupferner Waffen, weil sie minder schmerzende und minder unheilbare Wunden machen , als die eisernen.

 

[IIa-06-1784-0463]
Oft schiest man mit gehaktem Blei, Glas p. nach dem Feind.

 

[IIa-06-1784-0464]
Es ist vortheilhafter für den Feind, wenn er mehrere Todte als Verwundete hat: iene diese mus er noch erhalten und doch auch ersezen; dah. taugen vergiftete Waffen nichts und helfen nur diesem. Neue Kriegsbibl. 6 Stük Breslau, Koren 1777 S. 21.

 

[IIa-06-1784-0465]
Das Gewehr der Infanterie schiest meist in die Füsse.

 

[IIa-06-1784-0466]
Die römischen Bürger musten ihre eignen Waffen mit bringen.

 

[IIa-06-1784-0467]
Schiesgewehr he versagt im Regenwetter seinen Dienst.

 

[IIa-06-1784-0468]
Wenn die deutschen Völker einen König einsezten, hoben sie ihn auf einem Schild empor.

 

[IIa-06-1784-0469]
In ihrem Schilde führten die Gothen das Zeichen des Blizes, die Sparter das griechisch. ?, die Messenier das ?, die Sizyonier das ?, die Alanen eine Kaze, Domizian die Medusa. Augustus die Sphinx, Darius 3 Falken, Alzibiades Kupido mit Donnerkeilen; Athener eine Eule.
?] griechisches ? evtl. nochmals checken; MW 24.5.04

 

[IIa-06-1784-0470]
Die römischen Fahnenträger hatten Löwenhäute. S. 71.

 

[IIa-06-1784-0471]
Die Helme sollen von den Köpfen der Thiere herkommen deren Häute man trug.

 

[IIa-06-1784-0472]
In der Schlacht bei Tagliacozzo drehte sich dem Grafen von Montfort der Helm um und er focht wie ein Blinder. S. 75.

 

[IIa-06-1784-0473]
Das Kaskett der Uhlanen von des Grafen von Sachsen Regiment ist mit einem Pferdeschweif geziert.

 

[IIa-06-1784-0474]
Alle Grenadiere, die sonst Handgraneten warfen, führen heute zutage nichts mehr von ihnen als das Bild auf der Tasche und Müze.

 

[Manuskriptseite 34]

[IIa-06-1784-0475]
Ein Iägerkorps aufrichten und sie stat des Wilds Feinde nehmen lassen.

 

[IIa-06-1784-0476]
Pulvermühlen mahlen mit Marmorsteinen.

 

[IIa-06-1784-0477]
Iulius Afrikanus: ein Parthe schos mit dem Bogen seine Pfeile so richtig auf einen Schild, daß als man diese herauszog, sich das Bild des Mannes, dem der Schild gehörte, durch die Löcher der Spizen abzeichnete. S. 188.

 

[IIa-06-1784-0478]
Auf den Landkarten sehen die Berge wie Heuschober und die Dörfer wie Taubenhäuser aus.

 

[IIa-06-1784-0479]
Die Soldaten des Kais. Maximilian hatten Fuchsschwänze an ihren Lanzenspizen und ihre Pferde abgestuzte Schwänze, wie es bei den Deutschen und Niederländ. längst Mode war: man glaubte, die Pferde würden dav. fetter und das Rükgrad stärker. S. 409.

 

[IIa-06-1784-0480]
Die Nadelhölzer sind vor dem Erdrükken unter dem Schnee durch die schmalen spizigen Blätter gesichert.

 

[IIa-06-1784-0481]
Wenn man im Herbst Schwämme auf den Feldern erblikket: so sind Frostnächte vor der Thür.

 

[IIa-06-1784-0482]
Man glaubt, daß die Witterung alle 18 Iahre die nämliche ist.

 

[IIa-06-1784-0483]
Wenn die Erdkrebse (Acrydium Gryllo-talpa) ihre Nester im Frühiahr höher als sonst anlegen, wirds ein nasser Sommer.

 

[IIa-06-1784-0484]
Die gemeinen Leute die richtige Regel: man mus mehrere Arten von Thiere auf dieselbe Wiese treiben, um alle Gewächse anzuwenden.

 

[IIa-06-1784-0485]
Wenn man die Gewächse höherer Gegenden (z. b. die Rosenwurzel, Rhodiola rosea) in * einen niedrigen Boden verpflanzet: verlieren sie ihren aromatischen und starken Geruch.

 

[IIa-06-1784-0486]
Unter der Oberfläche des Akkers liegt gemeiniglich eine weit unfruchtbarere Erde: Sand, fester Leimen p.

 

[IIa-06-1784-0487]
Die Wasserpflanzen können ihre Wurzel vor der Kälte in der Tiefe des Wassers beschüzen; dah. haben wir sind sie die einzigen, die wir mit den heiss. Gegenden gemein haben.

 

[Manuskriptseite 35]

[IIa-06-1784-0488]
Fische in stehendem moorichtem Wasser nehmen einen moderichten Geschmak an und man mus sie dah. vorher in reiners Wasser laufen lassen.

 

[IIa-06-1784-0489]
Die Felder sind an den Hekken und Zäunen am fruchtbarsten; weil sich da der Schnee anhäuft, die vom Winde fortgetriebne feine Erde wieder niederfält und da die Sonne am stärksten brent.

 

[IIa-06-1784-0490]
Die Landleute schinden ein ansehnliches Feld, um ein kleines Stük mit Erdwällen einzuhegen und machen es unfruchtbar.

 

[IIa-06-1784-0491]
Die Bäume und Sträuche der lebendigen Hekken breiten oft ihre Wurzeln üb. der Oberfläche der Erde aus und rauben den übrigen Gewächs. die Nahrung; sie müss. sie in die Tiefe schlagen, wohin die Gräser nicht langen; sie erstikken durch ihr Laub fallendes Laub die Gewächse.

 

[IIa-06-1784-0492]
Iunge Obstbäume, in zu fette Erde gepflanzt, bringen starke Blätter und Zweige, ab. wenige Früchte; man verbessert ihre Unfruchtbarkeit, wenn man ihnen die grosse Herzwurzel abstöst und die Wurzel mit sandiger Erde belegt. Es giebt Pflüge mit und ohne Räder

 

[IIa-06-1784-0493]
Die Stellen, wo im Felde die Misthaufen gelegen, unterscheiden sich die darauf wachsende Gewächse mit stärkerem Wuchs und lebhafterem Grün.

 

[IIa-06-1784-0494]
Die Gewächse auf Kirchhöfen sind gros und stark.

 

[IIa-06-1784-0495]
Sprüchwort: soviele Furchen beim Pflügen mehr, so viele Garben bei der Ernte mehr; dah. schmale Furchen.

 

[IIa-06-1784-0496]
In den nördlichen Gegenden, wo alles geschwinder reift, giebts Gewächse, die viviparae werden d. h. deren Samen schon in der Ähre auf dem Halme auswachsen; hier fallen die Körner nicht mehr als Samen sond. als kleine Pflanzen aus.

 

[IIa-06-1784-0497]
Man hat eine gewisse Sämaschine, vorne mit einem Pfluge und hinten mit einer Egge, die also zugleich pflügt säet und egget.

 

[IIa-06-1784-0498]
Unkraut macht das Brod schwarz und unschmakhaft.

 

[IIa-06-1784-0499]
Die Landleute rechnen mit Recht die Haber od. Gerstenhalme auf ihrem Roggenakker für Unkraut.

 

[IIa-06-1784-0500]
Manche sehen die Unkräuter in ihrem Getraide gern, weil sie das Stroh zu einem besseren Viehfutter machen und die Stoppeln

 

[Manuskriptseite 36]

[IIa-06-1784-0501]
Wenn das Getraide noch iung ist, leidet es das Niedertreten des darauf weidenden Viehes. Mit geschlossenen Augen wol fahren ab. nicht gehen.

 

[IIa-06-1784-0502]
Die Flügel des Distelsamens bringen dies. Unkraut auf die Felder.

 

[IIa-06-1784-0503]
Ie weiter die Körner fliegen, desto besser und mehlreicher sind sie: denn desto schwerer sind sie; ab. die Samen gewiss. Unkräuter sind oft eben so gros und fliegen dah. auch eben so weit, der Trespe z. B.

 

[IIa-06-1784-0504]
Die dikken, starken Holzzweige blühen niemals und bringen keine Früchte; sond. nur die kleinen und dünnen; wir schneiden dah. iene weg, die überdies den eigentlichen Früchten die Sonne durch die vielen Blätter rauben.

 

[IIa-06-1784-0505]
Wunden mit stumpfem rostigem Gewehr sind schmerzhafter und unheilbarer als mit anderem. Man kan nicht Steinobst auf Kernobst propfen.

 

[IIa-06-1784-0506]
Propfet man das Reis eines Borsdorferapfels auf einen wilden Apfelbaum, so bringt er nicht mehr Holzäpfel sond. Borsdorfer.

 

[IIa-06-1784-0507]
Man kan stat des Auges eine Blumenknospe inokuliren und von ihr noch in demselben Iahr Früchte erhalten, allein wenn die Knospe geblühet und ihre Frucht gereifet ist, so verdorret sie wieder. Bei einigen wenigen Bäumen, die die Blätter= und Blumenknospen nahe beisammen führen, kan man auf einem Stük Rinde eine Blumen= und eine Blätterknospe inokuliren und alsdan verschaft auch die Blumenknospe Frucht und die Fl* Blätterknospe sezt den Wachsthum nach dem Abfallen der Frucht fort.

 

[IIa-06-1784-0508]
Man führt es mit unter den Beweisen des Ebenbildes Gottes an, daß Adam den Thieren sogleich schikliche Namen geben können; und daß er seine Frau sogleich aus seiner Rippe genommen wuste; aus dem lezten schliest Luther, daß auch die Seligen im Himmel einander kennen werden.

 

[IIa-06-1784-0509]
Weigel und die Parazelsisten: daß den ersten Eltern die Geschlechtsglieder erst nach dem Fal gewachsen.

 

[IIa-06-1784-0510]
Die ersten Eltern arbeiteten nur zum Vergnügen.

 

[Manuskriptseite 37]

[IIa-06-1784-0511]
Nach einigen hatte nur Adam, nicht Eva das Ebenbild Gottes.

 

[IIa-06-1784-0512]
Einige: das Weib sei kein wahrer Mensch, weil es nicht aus Erde gemacht worden und weil ihm Got keinen lebendigen Geist in seine Nase geblasen.

 

[IIa-06-1784-0513]
Gewisse Katholiken: das Paradies stehe * noch und sei unverdorben durch die Sündfluth; in ihm seien Henoch und Elias bis zur Ankunft des Antichrists.

 

[IIa-06-1784-0514]
Kandaules hielt seine Gemahlin für sehr schön und lies seinen Trabanten Gyges sie nakt sehen. Sie merkte es und lies dies. die Wahl zwischen dem Tode des Gemahls od. seinem eigenen: er wählte den ersteren und das Königreich und sie. Herodot 1. B.

 

[IIa-06-1784-0515]
Alyattes raubte den Milesiern alzeit nur die Feld und Baumfrüchte; ab. die Landhäuser lies er unzerstört, damit sie wieder et. für ihn zu rauben bestellen möchten. eb.

 

[IIa-06-1784-0516]
Nürnberg, Worms und Bamberg haben zur Herbstmesse in Frankfurt am Main die Zolfreiheit; dagegen mus iede bei dem Prätor durch e abgesandte Pfeifer darum ansuchen, die einen weiss. hölzernen Becher mit 1. Pf. Pfeffer, einem Kastorhut, einem Paar weisse Handschuhe und einem weiss. Stok dem Prätor überbringen man nent es das Pfeifergericht S. 13/20

 

[IIa-06-1784-0517]
In Wilma in Litauen sind die Schaubühnen, wegen Mangel eines Komödienhauses, in den Klöstern, wo heilige Bilder oft mit zur Dekorazion kommen. Das Läuten im Gewitter.

 

[IIa-06-1784-0518]
Die exorzisirten Kinder wurden sonst mit einer Krone zum Zeichen der Überwindung beehrt und mit einem weiss. Kleid.

 

[IIa-06-1784-0519]
Postmeister streichen das Franko aus.

 

[IIa-06-1784-0520]
Im Gewitter vor hohen Orten hüten; darinnen viele Personen in 1. Zimmer gefährlich; Man mus die Thiere von sich entfernen: denn sie dünsten stark aus

 

[IIa-06-1784-0521]
Das Singen verursacht oft vielmehr, daß man vom Bliz getroffen wird.

 

[IIa-06-1784-0522]
Man mus Licht bei den Gewittern anzünden um nicht geblendet zu werden.

 

[Manuskriptseite 38]

 

[IIa-06-1784-0523]
Wo einem ängstlich wird, da mus man fliehen, weils gewöhnlich da einschlagen wird. Einem in einem Thier einen Brief schikken.

 

[IIa-06-1784-0524]
Bei den Reichen der Mauren weinen nur die Manspersonen.

 

[IIa-06-1784-0525]
Kein Schiespulver auf die Post.

 

[IIa-06-1784-0526]
Zu den Zeiten des Karls des Gross. zwang man die Bewohner des Harzes zum Christenthum; entschädigten zu Nachts die Götter für den Abfal durch Opferfeuer. Um ihre Kinder davon abzubringen gab man vor, der Teufel werde da von Hexen bedient.

 

[IIa-06-1784-0527]
Vor Erfindung des Postwesens übergab man den Reisenden nach den Messen, die Zeitungen, die man sonach des Iahrs 2mal bekam. - Sonst waren Mezger stat den Posten.

 

[IIa-06-1784-0528]
In Zürch empfangen die Weiber das Abendmal zuerst, weil sie die Stadt einmal erretteten.

 

[IIa-06-1784-0529]
Die Lydier bedienen sich des Spiels gegen den Hunger so, daß sie einen Tag ohne zu essen spielen und den a. ohne zu spielen essen. Herodot. 1. B. Wo die Übersezung gegenüber stehet.

 

[IIa-06-1784-0530]
Die ägyptischen Priester hielten es für unheilig, auss. den Opfern ein Thier umzubringen.

 

[IIa-06-1784-0531]
Bei den Lyziern nent man die Kinder nicht nach den Vätern, sond. nach den Müttern. eb.

 

[IIa-06-1784-0532]
Wenn bei den Massageten einer nicht alt wird, sond. an einer Krankheit stirbt und dah. begraben werden mus, halten sie es für einen Verlust, weil sie ihn nicht schlachten haben können. eb.

 

[IIa-06-1784-0533]
Die Ägypter haben für den Phallus (mänliches Glied) gewiss. Statuen mit einem eben so grossen Phallus erfunden , die (durch einen Drath) nichts als nur dasselbe regen. Herod. 2. B.

 

[IIa-06-1784-0534]
Sie suchen nicht das brennende Haus, sond. die Kazen zu retten. eb.

 

[IIa-06-1784-0535]
Sie schliessen den auf die kostbarste und 1ste Art Einbalsamirten in ein hölzernes Bild von menschlicher Gestalt und stellen ihn an die Wand. eb.

 

[IIa-06-1784-0536]
Die Einbalsamirer lass. unter 3. Arten von Modellen d. h. von

 

[Manuskriptseite 39]

hölzernen bemalten Todtenbildern wählen. eb.

 

[IIa-06-1784-0537]
Bei der 2ten Art des Einbalsamirens wird dem Todten Zedernöhl in den Hintern gesprüzt, das das Eingeweide aufbläst und Salpeter verzehret das Fleisch, daß nur Haut und Knochen übrig bleibt. Bei der dritten Art wird er nur eingesalzen. eb.

 

[IIa-06-1784-0538]
Mycerinus lies seine Tochter in eine übergoldete Kuh von Holz begraben und diese aufstellen. eb. Der Sonne ein menschliches Angesicht anmalen.

 

[IIa-06-1784-0539]
Die Iuden p. fiengen den Tag von Sonnenuntergang; von Sonnenaufgang die Perser; vom Mittage die Umbrier und Astronomen; von Mitternacht wir. Das Zeichen des Fabrikanten im Papier.

 

[IIa-06-1784-0540]
Die Mondmonate von 29 Tagen feiert man hole (cavi) und die von 30 volle (pleni). 3 Ahnen vorausbekommen.

 

[IIa-06-1784-0541]
Die Erde geht im Sommer langsamer um die Sonne als im Winter wegen ihrer elyptischen Bahn.

 

[IIa-06-1784-0542]
Newton fand als die Mittelszahl für die iede Regierungszeit 22 Iahre.

 

[IIa-06-1784-0543]
Einige sezen das Geburtsiahr Christi später 9 Iahr später, a. 22 Iahr früher als Beda; Magnan 8 Iahr früher.

 

[IIa-06-1784-0544]
Von der Tinktur der Figuren ist die Hauptregel: man sol nicht Metal auf Metal und nicht Farbe auf Farbe, sond. Metal auf Farbe od. Farbe auf Metal sezen.

 

[IIa-06-1784-0545]
Sonst waren die Münzen nicht vermischt, iezt ab. mit Kupfer, weil, giebt man vor, Gold und Kupfer schon aus der Erde, Kupfer mitbringen und zuviel Kosten aufgewendet werden müsten, es affinirt zu od. fein zu machen; weil sie durch einen Zusaz von Kupfer härter gemacht werden müss., damit sie nicht durch den Gebrauch am Gewichte verlieren.

 

[IIa-06-1784-0546]
In Fez und Tunis darf iede Privatperson Geld prägen.

 

[IIa-06-1784-0547]
Rabenfedern werden meist zu Zier= und Anfangsbuchstaben gebraucht.

 

[IIa-06-1784-0548]
Der bleiernen Siegel w bediente sich fast ausschliessend die römische Kanzlei der goldnen nur unumschränkte Herren.

 

[Manuskriptseite 40]

[IIa-06-1784-0549]
In den ältern Zeiten schrieb man das Griechisch blos mit gröss. Schrift, (Unzialbuchstaben), die Kursivbuchstaben entstanden erst im mitlern Zeitalter. ein Orgelspielendes Weib.

 

[IIa-06-1784-0550]
Die Unterscheidungszeichen (Interpunktion) wurden im 2. Iahrh. von dem griechis. Sprachmeister Aristophanes von Byzanz erfunden.

 

[IIa-06-1784-0551]
In den mitlern Zeiten war in den Klöstern ein besonderes Zimmer für das Abschreiben der Handschriften, Skriptorium.

 

[IIa-06-1784-0552]
Der Sperber, die Habichtsbinde (accipiter Menecratis, l'epervier) ist eine Binde zu den Nasenwunden, wird mit 5 bis 8. Köpfen gemacht.

 

[IIa-06-1784-0553]
Das Schreien der Kinder, während man ihnen das Zungenband löset, erleichtert die Operazion sehr.

 

[IIa-06-1784-0554]
Die Kommandowörter zu lang machen.

 

[IIa-06-1784-0555]
Die Zigäuner in Ungarn graben ihr Getränk in die Erde, machen Feuer darauf, und wenn das Holz zu Asche gebrant, graben sie das Getränk wieder auf aus und finden es abgekühlet.

 

[IIa-06-1784-0556]
In den Smaragd wurde häufig sonst geschnitten, weil seine grüne Farbe den Augen der Künstler sh sehr vortheilhaft war.

 

[IIa-06-1784-0557]
Die Priester der Feroma, der Göttin der Baumfrüchte, konten unversehrt üb. glühende Kohle gehen.

 

[IIa-06-1784-0558]
Die Griechen gaben den Namen der Gotheit, der man den Tempel erbauet hatte, in einer kurzen Aufschrift üb. dem Eingang an. Ihre Tempel auf dem Marktplaz gewöhnlich. Zu Tische liegen.

 

[IIa-06-1784-0559]
Der innere Theil der ersten griechis. Tempel, wie der ägyptischen, war leer und selbst ohne das Bildnis der Gotheit, so der der Vesta.

 

[IIa-06-1784-0560]
Waffen und Schilde und Beute gaben sie in die Tempel.

 

[IIa-06-1784-0561]
Die Bäume des dem Iupiter h. Eichenwalds zu Dodona konten sprechen und weissagen. Auch war dort eine gewisse Quelle, die auch Fakkeln anzündete.

 

[IIa-06-1784-0562]
Das Orakel zu Delphi wurde von einer Ziegenherde entdekt, die sich bei der Annäherung zu einer Höle am Berge Parnas von einem ungewöhnlichen Schauer

 

[Manuskriptseite 41]

u. Triebe zu hüpfenden Bewegungen ergriffen fühlte.

 

[IIa-06-1784-0563]
Das Orakel sprach gewöhnlich in Hexametern.

 

[IIa-06-1784-0564]
Beim Anfangen eines Seetreffens suchte man zuerst die Schiffe von allem Überflüss. u. Unnüzen zu entledigen und Segel und Masten einzuziehen und in Sicherheit zu bringen.

 

[IIa-06-1784-0565]
Bei den Lazedämoniern wurde der ehlose Stand derienigen, die schon ein gewiss. Alter erreicht hatten, bestraft.

 

[IIa-06-1784-0566]
Bei der Hinführung zum Altar nahm man die Folgsamkeit der Thiere für eine günstige, und ihren Widerstand für eine schlimme Vorbedeutung.

 

[IIa-06-1784-0567]
Evokazion der Götter nante man bei den Römern die Aufforderung des Schuzgottes einer belagerten Stadt, sich in römischen Schuz zu begeben, wobei auch Opfer u. Extispizien angestellet wurden.

 

[IIa-06-1784-0568]
Eines der vornehmsten Unterscheidungsmerkmale des edeln Römers war die Aufstellung der aus Wachs bossirten Brustbilder seiner Vorfahren im Vorderhause, jus imaginum.

 

[IIa-06-1784-0569]
Die Stäbe der Liktoren waren für Freigeborne u. die Peitschen od. Ruthen für Sklaven.

 

[IIa-06-1784-0570]
Es stand in der Wilkühr des römischen Vaters, sein neugebornes Kind, das die Wehmutter in dieser Absicht auf die Erde hinlegte, aufzuheben od. wegsezen zu lass.; ienes tollere infantem, dies. exponere.

 

[IIa-06-1784-0571]
Bei den Römern wurden Kinder und Iünglinge in der Nacht, Erwachsene am Tage begraben. Schorsteinfegerkrebs, wie Pot das Carminariorum nent.

 

[IIa-06-1784-0572]
Man legte der Urne noch eine Flasche mit gesammelten Thränen bei.

 

[IIa-06-1784-0573]
Die Redner vor Gericht musten (in Griechenland) sich nach einer Wasseruhr richten und ihre Reden mit dem Ablauf des Wassers beschliessen. Die Uhr wurde aufgehalten wenn man dem Redner eine Pause verstattete.

 

[IIa-06-1784-0574]
Hippias kam nach Olymp und sagte, daß er alles, was er auf seinem Leibe trüge, mit seiner Hand gemacht.

 

[IIa-06-1784-0575]
Aristides sagte, daß er von Sokrates gelernet, auch wenn er nur mit ihm in Einem Hause und Gemache lebte, am meisten, wenn er ihn berührte. Plato. Theages.

 

[IIa-06-1784-0576]
Sonst lies man Kröten am Krebsgeschwür saugen; iezt Blutigel, weil diese besser ansaugen.

 

[Manuskriptseite 42]

[IIa-06-1784-0577]
Die Operazion mit dem Stechen des grauen Staars wird wegen der gemässigten Witterung vornämlich gern im Frühling u. Herbst vorgenommen.

 

[IIa-06-1784-0578]
Bei derselben wird auch das gesunde Auge zugebunden.

 

[IIa-06-1784-0579]
Während derselben und so oft das Verband erneuert u. die Binde abgenommen wird, werden die Vorhänge niedergelass. und das Zimmer verdunkelt.

 

[IIa-06-1784-0580]
Holz, das zu lange im Wasser liegt (auch ein Schwam) schwilt und sinkt zulezt. Der einfache Stern (Sternbinde) bei Verlezung der Schulterblätter; doppelter Stern.

 

[IIa-06-1784-0581]
Die Diebe werfen dem Hund einen tödlichen Bissen vor u. in 8. Tagen bestehlen sie den Bauern.

 

[IIa-06-1784-0582]
Der Bauer geht in die Ernte und lässet nur seine kleinsten Kinder im Hause zurük. Verwikkelung der Gedärme.

 

[IIa-06-1784-0583]
Wüthiger Hund lauft in gerader Linie.

 

[IIa-06-1784-0584]
Ohne einen Schein von der Obrigkeit kein Gift kaufen dürfen.

 

[IIa-06-1784-0585]
Barbiers, Operateurs p. dürfen nicht innerlich kuriren.

 

[IIa-06-1784-0586]
Man sieht beim Schulmeister nur auf guten Bas und Orgelspiel

 

[IIa-06-1784-0587]
Der H. Gen. Chir. Theden hat Maschinen verfertigt, womit man sich selbst ein Klystier beibringen kan.

 

[IIa-06-1784-0588]
Trokne Schröpfköpfe, wo blos die Haut aufgezogen wird, verdorbnes Blut ab= od. gutes zuzuleiten; blutige od. nasse, wenn die aufgetriebene Stelle mit dem Schröpfschnepper skarifizirt wird.

 

[IIa-06-1784-0589]
Bei Schwangern sind Sommer= od. Leberflekken meistens gewöhnlich.

 

[IIa-06-1784-0590]
Forceps deceptoria, ein verborgenes Messer, dess. spizige Schneide verborgen ist bis sie auf den Druk einer Feder hervorspringt; wird bei furchtsamen Kranken gebraucht.

 

[IIa-06-1784-0591]
Das Taggesichte (Hemeratopia, od. Amblyopia crepuscularis), wenn der Kranke bei Tage gut, und zu Nachts, der Lichter ungeachtet, nichts siehet, entsteht von Verlezungen des Kopfs und ist bei alten Leuten unheilbar.

 

[Manuskriptseite 43]

[IIa-06-1784-0592]
Die Griechen krönten die Thür bei Geburt eines Knaben mit Öhlzweigen, eines Mädgen mit Wolle.

 

[IIa-06-1784-0593]
Die Milesier u. Massilier (griechische Kolonien) verboten Weibern u. Iünglingen, die noch nicht üb. das 30. Iahr waren, den Wein.

 

[IIa-06-1784-0594]
Der gewöhnliche Trank der römischen Soldaten war Essig.

 

[IIa-06-1784-0595]
In Andro findet man eine Quelle, woraus am 7ten Tage Wein fliest. Plin. L. XXXI. c. 2.

 

[IIa-06-1784-0596]
Pittakus belegte die in der Trunkenheit begangnen Fehler mit einer doppelten Strafe. Laerz.

 

[IIa-06-1784-0597]
Die griechischen Soldaten trugen keinen Bart, damit der Feind sie nicht daran fassen könte.

 

[IIa-06-1784-0598]
Den Gehenden wurden bei den Griechen Kleider in den Weg, zur Ehre gestreuet. Plut. u. Äschyl.

 

[IIa-06-1784-0599]
Sokrat. sagte: es seien 3. Übel, ein Grammatiker, Armuth und ein böses Weib.

 

[IIa-06-1784-0600]
Nach den attischen Gesezen musten die Huren bunte und gefärbte Kleider tragen. Suidas.

 

[IIa-06-1784-0601]
Bei den Griechen waren auf dem Wege Steine errichtet, von denen man aufs Pferd steigen konte. Manche Pferde waren abgerichtet, sich den Ha Rükken niederzulass. um den Reiter aufzunehmen.

 

[IIa-06-1784-0602]
Die Sparter liess. in der Schlacht sanfte Flöten blasen, um die Wuth zur Tapferkeit herabzustimmen.

 

[IIa-06-1784-0603]
Lykurg verbot die Entkleidung des getödteten Feindes. Älian. l. VI. c. VI.

 

[IIa-06-1784-0604]
Einige Theologen: Der Teufel zeigte Christum alle Reiche der Welt auf einer Landkarte. Bei den Griechen wurde der König durch Loos erwählt.

 

[IIa-06-1784-0605]
Die Äthioper wählten alzeit den Schönsten zum König.

 

[IIa-06-1784-0606]
Solon legte dem Diebe die Verdoppelung des Ersazes auf.

 

[IIa-06-1784-0607]
Quintilian: der Areopagus strafte einen Knaben, der einem coturnico die Augen ausgestochen hatte.

 

[IIa-06-1784-0608]
Bei den Israeliten wurde der falsche Zeuge mit der Strafe sein* des gelognen Verbrechens belegt. 5. B. M. XIX. 18. 19.

 

[Manuskriptseite 44]

[IIa-06-1784-0609]
Zuweilen musten die Verbrecher sich selbst eine Strafe bestimmen: Sokrates sich freie Kost im Prytaneum.

 

[IIa-06-1784-0610]
Athenäus: die schlechten Poeten bewarf man mit Steinen, die guten mit Blumen.

 

[IIa-06-1784-0611]
Die Szythen widmeten dem nur dem Mars Tempel u. Verehrung.

 

[IIa-06-1784-0612]
Almeloveenius Amoenit. p. 184. hat bemerkt, die eisernen Stacheln sind (wie ein Heiligenschein) den Statuen (Suidialibus) zur Vertreibung der Vögel gegeben gewesen.

 

[IIa-06-1784-0613]
Gewisse götliche Statuen redeten durch heimliche Einblasung der Priester. Bei dem Triumph wurden die Bildnisse der eroberten Städte p. getragen.

 

[IIa-06-1784-0614]
Die Athener schnitten dem Got des Siegs die Flügel ab, damit er nicht von ihnen flöge.

 

[IIa-06-1784-0615]
Die Griechen befestigten an die Tempelthüren einen gekrönten Ochsenkopf. Theophrast. C. XXII.

 

[IIa-06-1784-0616]
Die Philister schloss. den Got Dagon u. den wahren in einen Tempel ein.

 

[IIa-06-1784-0617]
Iuden rechnen es zu den Wundern ihres Tempels daß kein Thier unwillig zum Opferaltar gieng.

 

[IIa-06-1784-0618]
Ferner daß im ersten Tempel keine Fliegen das Opferfleisch berührten.

 

[IIa-06-1784-0619]
Die Vögel verkündigten das Zukünftige, weil sie dem Himmel und den Göttern näher wären. Ov. Fastor. I. v. 447.

 

[IIa-06-1784-0620]
Im ersten Tempel stieg auch der Rauch alzeit gerade in die Höhe. Iuda Leo de templo.

 

[IIa-06-1784-0621]
Bei den Römern konte man nicht für in die Flucht Schlagung, Zerstreuung u. zum Theil geschehene Tödtung der Feinde triumphiren, sond. für ihre gänzliche Niederlage u. Unterwerfung. Auch konte keiner triumphiren, der den Feind in einem fremden Land überwand. Liv. L. 28. c. 9.

 

[IIa-06-1784-0622]
Der Imperator schikte vor dem Triumph mit Lorbern umwundene Briefe an den Senat

 

[Manuskriptseite 45]

[IIa-06-1784-0623]
Die Priester der Zeres zogen ihre larvam an. Pausan. in Arcadicis c. XV.

 

[IIa-06-1784-0624]
Die spartischen Mädgen übertrafen im Diskus Spiel die Stärke u. Kunst der Männer. Alex. ab. Alex. dierum genialium L. II. c. XXV.

 

[IIa-06-1784-0625]
Die Sparter banden den in die Schlacht gehenden tesseras an die Arme, damit man ieden nach seinem Tode erkennen könte und ihm ein Denkmal sezen.

 

[IIa-06-1784-0626]
Lykurg verbot die Namen der Verstorbnen auf die Gäber zu sezen, ausgenommen bei den in einer Schlacht od. der Geburt gestorbnen.

 

[IIa-06-1784-0627]
Dardanenses Illyrii wuschen sich 3mal, bei ihrem Todte, Geburt u. Hochzeit. Älian. L. IV. c. I.

 

[IIa-06-1784-0628]
Die Lampen in den Gräbern branten Iahrhunderte lang.

 

[IIa-06-1784-0629]
Weil die Parforcehunde gern Luder fress., läst man sie vom Scharfrichter aufziehen.

 

[IIa-06-1784-0630]
Gesez der Baiern bestraft mit 12 Gülden die Verlezung eines Todten, woraus bei einem lebenden Blut flösse. Klopst. Gelehrten Rep. S. 294.

 

[IIa-06-1784-0631]
Bei den Deutschen ein Gesez: Wer dem Meister auf der Harfe die Händ verlezt, deß Busse sol 4mal grösser sein als die für die Hand des Lehrlings. S. 303.

 

[IIa-06-1784-0632]
Die Iüdinnen haben die Erlaubnis herausgebracht, mit entblöstem Haupte gehen zu dürfen, so wie die Iünglinge, ihr Haar in einem Haarbeutel od. Zopf zu bringen.

 

[IIa-06-1784-0633]
Die Iuden schworen einmal in Berlin lauter Meineide; da fand man, daß sie die Finger, die sie auf der bekanten Stelle beim Eide in die Thora legten, mit einem dikken Schmuze überzogen hatten, damit ihr Fleisch nicht unmittelbar das h. Gesezbuch berührte. Iezt mus sich ied. vorher die Hände waschen. - Nachher wurde es wied. so u. man fand die Stelle in der Thora ganz mit Schmuz überdekt u. viele Worte ausgekrazt.

 

[IIa-06-1784-0634]
Die Frauenz. in Basel sind schön bis mit der Heirath der unförmliche Auswuchs des Halses sie entstellet.

 

[Manuskriptseite 46]

[IIa-06-1784-0635]
Bordelhuren sind oft gute Mütter noch geworden.

 

[IIa-06-1784-0636]
In Berlin waren oft in der Kirche 2. Partheien, deren eine die Lieder des alten u. die a. die des neuen Gesangbuchs sang.

 

[IIa-06-1784-0637]
In Baiern wird die Kirchenmusik meist vom Theater entlehnet.

 

[IIa-06-1784-0638]
Zeichen der Hundswuth bei dem Menschen, wenn er seinen Speichel nicht verschlukken kan und kein Licht u. keine glänzende Gegenstände en* ertragen.

 

[IIa-06-1784-0639]
Die Türken: daß weder Himmel noch Hölle bisher existire, sond. erst am iüngsten Tag erschaffen werde.

 

[IIa-06-1784-0640]
Die Muhammed. daß ihre Bärte im Paradies werden grün werden, weil die grüne Farbe die Leibfarbe Muhammeds ist.

 

[IIa-06-1784-0641]
Got befahl dem Muhammed, daß ied. 300mal des Tags beten solle; brachte es durch Moses Verwenden auf 100; Iesus auf 50; Moses und Iesus auf 5.

 

[IIa-06-1784-0642]
Über das freie Reichsstift Elten übt der König in Preuss. 13 Tage im Iahre völlige Landeshoheit aus.

 

[IIa-06-1784-0643]
Wachskügelgen im Munde haben damit die Wangen nicht einfallen.

 

[IIa-06-1784-0644]
Der Höllenstein (lapis infernalis) ist eines das stärkste Äzmittel in der Wundarzneikunst; durch seine Berührung wird das verlangte sogleich weggeäzet.

 

[IIa-06-1784-0645]
Manche legen, ab. zum grösten Nachtheil, Pflaster auf Beinbrüche und Verrenkungen, sie zu heilen.

 

[IIa-06-1784-0646]
Wundpinsel (Penicillus) womit man die Wunde reinigt.

 

[IIa-06-1784-0647]
64 Windstriche auf der Windrose; alle auf beiden Seiten zwischen den acht Hauptwinden befindliche Winde heissen halbe Winde, Quartierwinde.

 

[IIa-06-1784-0648]
Mit der Windrose ist zugleich der Kompas verbunden.

 

[IIa-06-1784-0649]
Wo wegen der Tiefe das Senkblei nicht zulangt, nimt man das Wurfblei, das eine bleierne in der Mitte durchbohrte Kugel ist, in deren Loch man einen Stab von sprödem od. brüchigem Sto Holz stekt, an das man eine aufgeblasene Ochsenblase befestigt. Der Stab zerbricht durch den Fal und aus der Länge des Heraufsteigens der Blasen eräth man die Tiefe.

 

[IIa-06-1784-0650]
Der Sturm ist näher am Lande gefährlicher als in der hohen See.

 

[IIa-06-1784-0651]
Nebensonnen, Wolken vorm Aufgange der Sonne

 

[Manuskriptseite 47]

bedeuten Sturm.

 

[IIa-06-1784-0652]
Ie grösser ein Schif, desto minder leicht wird es im Sturm verschlungen.

 

[IIa-06-1784-0653]
Das hanseatische Bündnis entstand um die Mitte des 13. Iahrhunderts, eine Handelsgeselschaft, die 80 Städte vom finnischen Meerbusen an bis nach Köln am Rhein zur Handlung vereinigte.

 

[IIa-06-1784-0654]
Iedes Balhaus wird inwendig *s* schwarz angestrichen.

 

[IIa-06-1784-0655]
Der Marqueur zeigt im Bal= und Billardspiel Gewinst und Verlust mit lauter Stimme an.

 

[IIa-06-1784-0656]
Den Bal des Gegners schneiden, sprengen, vol nehmen, verläuft sich.

 

[IIa-06-1784-0657]
Das Voltigiren an einem hölzernen Pferde lernen.

 

[IIa-06-1784-0658]
De la Chapelle hat ein Schwimkleid von Kork erfunden, das er einen Skaphander nent und wodurch der Mensch seine natürliche Stellung im Wasser nicht verändert.

 

[IIa-06-1784-0659]
Sonst nante man die Werdung eines Mönchs Wiedergeburt u. Taufe. Nach einem Ring stechen od. hauen.

 

[IIa-06-1784-0660]
Italiäner verdienen mit einer Laterna magika und einem Murmelthiere ihr Brod bei uns.

 

[IIa-06-1784-0661]
König in Portugal führt den Beinamen res fidelissimus (allergläubigste, ab. noch bess. allertreueste.) - in Frankr. der allerchristlichste -

 

[IIa-06-1784-0662]
Armbrust nur noch beim Lustschiess. üblich.

 

[IIa-06-1784-0663]
Nicht blos der Ritter, auch sein Pferd war zum Theil gehanischt.

 

[IIa-06-1784-0664]
Die Figur im Schachbret, die bei den Morgenländern einen Läufer Elephanten abgab, machten die Franzosen zum Narren (Fol) und die Deutschen zum Läufer.

 

[IIa-06-1784-0665]
Der Roch im Schachspiel bedeutet nach Hyde bei den Morgenländern ein Kameel; ab. die Europ. haben bald einen Elephanten, bald einen Thurm, bald eine Krähe wie die Engländ., bald einen Kahn wie die Russ. daraus gemacht.

 

[IIa-06-1784-0666]
An der Spize der 4. Farben im französ. Kartenspiel sind David, Alexander, Zäsar u. Karl der Grosse.

 

[Manuskriptseite 48]

[IIa-06-1784-0667]
Glossarium, wenn in einem Wörterbuche nur alte Wörter u. Bedeutungen gesamlet werden. Funke in einer Pulvermühle.

 

[IIa-06-1784-0668]
Die Viola di Gamba od. Kniegeige, die man zwischen den Füssen hält.

 

[IIa-06-1784-0669]
Das Gehirn des W. Cachelots (eines gewiss. Walfisches) zu Arzenei, Pomade, Schminke u. Lichtern für reiche Herren.

 

[IIa-06-1784-0670]
Die Himmelhaut heist der äussere lederne Überzug des Himmels ** der Kutsche; messingenen Himmelknöpfe.

 

[IIa-06-1784-0671]
Das Schielen wird geheilet, wenn man in den Spiegel sieht und das rechte Auge mit dem rechten betrachtet und das linke mit dem linken.

 

[IIa-06-1784-0672]
Man peitscht die gelähmten Glieder des Körp. mit frischen Brennesseln, um sie zu beleben.

 

[IIa-06-1784-0673]
Kunstfeuer ausspeien.

 

[IIa-06-1784-0674]
Damit die Frösche aufhören zu quakken, stelt man an ihren Aufenthalt ein brennendes Licht.

 

[IIa-06-1784-0675]
Platner: bei der Kräze und dem Friesel bleibt alzeit das Gesicht frei. Ars medendi

 

[IIa-06-1784-0676]
Möchte nicht der Bandwurm für die Schlange zu halten sein, die die Eva durch verkehrte Eslust, womit Personen, die Bandwürmer haben, fast wie Schwangere geplagt sind, zur verbotnen Frucht reizte. Pallas neue nordisch. Beiträge. B. 2. S. 82.

 

[IIa-06-1784-0677]
Die Glossatoren des römischen fälschlich Rechts: eine Hure ist nur die, die mit 23000 Manspersonen zu gehalten.

 

[IIa-06-1784-0678]
Kinder werden von den alten Leuten, wenn sie bei ihnen schlafen, ausgezehret.

 

[IIa-06-1784-0679]
Bildschnizer schnizet Figuren aus Holz, die Bildstökke heissen.

 

[IIa-06-1784-0680]
Bildhauer, die blos Modelle machen, heiss. Modellirer od. auch Poussirer.

 

[IIa-06-1784-0681]
Zahlung in barem Geld heist kontente Zahlung - Mortifikationsschein wird in Ermangelung der Zurückgebung der Schuldverschreibung gegeben. - Die Gläubiger akkordiren mit dem Banqueroutier. Konkursprozes wenn die Gläubiger zusammentreten und um den Vorzug ihrer Befriedigung streiten.

 

[IIa-06-1784-0682]
Tauschhandel, Ware gegen Ware - Kaufhandel Geld gegen Ware.

 

[Manuskriptseite 49]

[IIa-06-1784-0683]
Der Rabatt od. Diskonto ist ein Abzug, den der Verkäufer dem Käufer für bare Bezahlung einer Kaufsumme, die erst in einiger Zeit zahlbar wäre, zu Gute gehen lässet. Gewisse Waren werden alzeit auf gewisse Zeit kreditirt und heiss. Rabattwaren.

 

[IIa-06-1784-0684]
Die Thara ist der Abzug, der bei dem Verkaufe mancher Waren für das Pakwerk von dem gesamten Gewichte abgezogen wird; die Ware mit ihrem Pakwerk heist Sporko od. Brutto; das Gewicht der Ware allein nach abgezogenem Pakwerk wird netto genant.

 

[IIa-06-1784-0685]
Einige Alte glaubten: zu früh thäten sich einige Flammen zusammen, die bis zu Abends dauerten u. hernach verlöschten; dies wäre die Sonne. Natalis Comit. Myth. L. V. S. 538.

 

[IIa-06-1784-0686]
Fassettenschneider, die auf dem Glasse Fassetten schneiden.

 

[IIa-06-1784-0687]
Das Diamantenschneiden und hernach =schleifen geschieht gemeiniglich von Iuden.

 

[IIa-06-1784-0688]
Assekuranzhandel ist die Übernahme der Gefahr, der ein Schif p. ausgesezt ist gegen ein gewisses bedungenes Geld. Reassekuranz, wenn sich der Assekurierer die übernommene Gefahr wieder von einem a. assekuriren lässet. - Die Summe Geldes, die für die Assekuranz gegeben wird, heist die Assekuranzprämie od. Prämie.

 

[IIa-06-1784-0689]
Grosavanturhandlung, da man sein Kapital od. seine Ware unt. der Bedingung auf ein fremdes Schif giebt, daß beides mit einem ansehnlichen Gewin nach glücklicher Zurükkunft wiedergegeben werde, bei einem unglüklichen Vorfal ab. nicht wiedergefordert werden kan.

 

[IIa-06-1784-0690]
Al pari wechseln heist wenn die Geldsorten von beiden Theilen ohne weitern Überschus Zug um Zug umgesezet werden; g gegen Agio wechseln, wenn das Fehlende der geringern Sorte ersezt wird.

 

[IIa-06-1784-0691]
Eigene Wechsel, die mit dem Worte Wechsel versehene Schuldscheine sind; trassierte Wechsel (Tratten) sind Anweisungen, wo das Wort Wechsel steht.

 

[IIa-06-1784-0692]
Auf nahe Orte wird üb. Eine Summe nur Ein Wechsel gegeben, der Solawechs. heist; an entfernte sind der Sicherheit wegen mehrere üblich, der erste heist Primawechsel, Sekunda Terzi= und Quartawechs. heisen: ist einer bezahlt, sind die übrigen auch erloschen.

 

[Manuskriptseite 50]

[IIa-06-1784-0693]
Meswechsel, die auf der nächsten Messe zahlbar sind, und Nichtmeswechsel.

 

[IIa-06-1784-0694]
Wechsel a uso, die die an iedem Wechselplaze gewöhnliche Frist zur Bezahlung zu geniess. haben; Wechsel auf Sicht (a vista) die entwed. bei der Präsentazion od. in einer bestimten Zeit nach ihr bezahlt werden müssen.

 

[IIa-06-1784-0695]
Die Gebühr für die Kommissionshandlung heist die Provision; die Volmacht, die ein Kaufman dem a. giebt die Prokura.

 

[IIa-06-1784-0696]
Viele Kaufleute fangen mit Kommissionshandel an.

 

[IIa-06-1784-0697]
Die Spedizionshandlung verschikt an sie addressirte Waren weiter, und begleitet sie mit Spedizionsbriefen, worin die Ware, Namen des Fuhrmans beschrieben steht.

 

[IIa-06-1784-0698]
Buchhalter, der alle Geschäfte in die Handlungsbücher trägt, Kassirer, der die Aufsicht üb. die Geldkasse hat; der Kontorist führt auf dem Kontoir die Korrespondenz; ein Reisediener auf langen Reisen.

 

[IIa-06-1784-0699]
Beim iezigen italienischen Buchhalten wird alzeit die Rechnung in 2 Posten nach dem Debet (alle Einnahme, e. ied. Nehmer, od Leiher, Borger, einem ied. den ich bezahle, u. endlich aller Verlust) und dem Kredit (Ausgaben, ied. Geber, Lieferer, Bezahler und aller Gewin) geführt.

 

[IIa-06-1784-0700]
Kommen Waren in Menge aus fremden Orten zum Verkaufe in einer Stadt an, heist sie Stapelstadt; wenn sie das Recht hat, daß alle durchgehende Waren eine bestimte Zeit da zum Verkaufe ausgesezet werden müss. eh' sie weiter gehen, heists das Stapelrecht.

 

[IIa-06-1784-0701]
Den Anfang u. das Ende der Mesfreiheiten durch Ein= und Ausläuten anzeigen.

 

[IIa-06-1784-0702]
Mesfreiheit die Befreiung von den gewöhnlichsten Zöllen und Abgaben, Sicherheit vor Arrest, Freiheit für alle Ankommende.

 

[IIa-06-1784-0703]
Die Kaufleute hatten Mes= od. Marktbücher, um eingenommene und ausgegebne Partheien einzuschreiben u. bei der Rükkunft in die Handelsbücher einzutragen.

 

[IIa-06-1784-0704]
Ausser den Handelsgerichten lass. die Kaufleute ihre Streitigkeiten durch selbst erwählte Schiedsrichter entscheiden, die gute Männer heissen.

 

[Manuskriptseite 51]

[IIa-06-1784-0705]
Girobank (od. auch banco di depositi): ied. Handelsman legt sein Geld in sie nieder, da er denn für soviel als er niedergelegt hat, in allen Handelsgeschäften in der Bank Kredit hat. Wer ein Kapital hineinsezt, bekomt im Bankobuch ein eignes Folio und kan nunmehr durch Ab= u. Zuschreiben üb. sein Kapital disponiren, die Anweisung eines Gläubigers an die Bank heist ein Bancobillet= od. zettel.

 

[IIa-06-1784-0706]
Zettelbank: sie nimt bares Geld von iedem an, der es ihr giebt und giebt dem Eigenthümer dagegen Zettel od. Banknoten, die im Handel u. Wandel wie bares Geld koursiren. Wenn das Schif nicht die völlige Ladung hat, so Ballast d. h. Sand u. Steine.

 

[IIa-06-1784-0707]
Eine Kauffahrteiflotte bekomt in Kriegszeiten eine Konvoy od. Bedekkung von Kriegsschiffen. Auch die Pantomimenspieler hatten eine Larve vorm Gesicht bei den Römern

 

[IIa-06-1784-0708]
Wer es im theatralischen Tanzen nicht weiter bringt als daß er nur in Chören figuriren kan, heist ein Figurant od. Figurantin.

 

[IIa-06-1784-0709]
Regiomontan auss. dem Adler auch eine eiserne Fliege

 

[IIa-06-1784-0710]
Turrian von Kremona (1557) unterhielt den Kaiser Karl V. mit hölzernen fliegenden Sperlingen.

 

[IIa-06-1784-0711]
Wenn eine W nordamerikanische Wildin schwer gebiert: lässet man iunge Leute ein Geschrei vor der Thür machen und ihre Entbindung durch den Schrekken befödern.

 

[IIa-06-1784-0712]
Wenn eine Frau in Iocotora niederkomt, zündet der Man vor seiner Hütte ein Feuer an und nent den Namen dess., den er sein Kind K adoptiren lässet; er giebt eigne weg und adoptirt fremde.

 

[IIa-06-1784-0713]
Bei den Sinesern ändert man seinen Namen 5 mal. Zuerst fürts Kind den Namen der Familie; nach einem Monat ein Diminutivum noch; wenn der Knabe in die Schule geht; wenn er manbar wird; wenn er ein Amt bekomt.

 

[IIa-06-1784-0714]
Kaiser Karl V. trug einen mit Sammet überzognen Hut, den er als er 1547 seine Armee musterte, u. es regnete, übernahm, damit er nicht nas würde

 

[IIa-06-1784-0715]
H. Michel zu Paris hat eine Maschine erfunden, womit man den Donner nachahmt.

 

[IIa-06-1784-0716]
H. von Moncheaux hat eine Maschine verfertigt, die das Umschmeissen eines Fuhrwerks verhindert, wenn eine Achse zerbricht.

 

[IIa-06-1784-0717]
H. Nivel zu Paris hat eine tragbare Küche erfunden.

 

[IIa-06-1784-0718]
Die Vögel bedienen sich ihres Schwanzes stat eines Ruders und beim Niedersinken stat eines Ankers.

 

[Manuskriptseite 52]

[IIa-06-1784-0719]
In den Soldaten zieht oft eine Kugel, die man ihnen nicht ausnehmen können, im ganzen Körper.

 

[IIa-06-1784-0720]
Einige Leute blasen die Kinder zu Ungeheuern auf, um sie für Geld sehen zu lassen.

 

[IIa-06-1784-0721]
Weisheitsgürtel besteht aus einer baumwollenen Binde, die in einen aus Queksilber und Eiweis zusammengerührten Schaum eingetaucht und, troken, üb. die Lenden getragen wird, Ausschlag u. Kräze zu vertreiben. Arzt. B. 9. St. 233. S. 397.

 

[IIa-06-1784-0722]
Vor dem Asklepiades, glaubte man von gewiss. Kräutern, daß die Flüsse, worein man sie würfe, davon vertrokneten; a., die in die Feinde geworfen, sie erschrekten u. in die Flucht iagten; a., die die persischen Könige ihren Gesandten mitgaben, damit sie überal Überflus anträffen.

 

[IIa-06-1784-0723]
Parazelsus, daß er durch Umschläge von nahrhaften Brühen Leute viele Tage ernähret.

 

[IIa-06-1784-0724]
Valisnieri warf ein, wie der Magen nicht durch das Zerreiben sich selbst zerriebe, und Pitkarn, durch das Auflösen nicht sich auflöse.

 

[IIa-06-1784-0725]
Robinson Krusoe machte sich alles selber.

 

[IIa-06-1784-0726]
Die Stükke in der Uhr, die sich am schnelsten bewegen, müss. aus der härtesten Materie bestehen, gegen das Abreiben.

 

[IIa-06-1784-0727]
Der Leipziger od. 18 Gulden (Münz=) Fus vom I. 1690 ist, wo das feine Mark Silber zu 12 Reichstaler od. 18 Gulden ausgemünzt wurde; dieser wurde 1738 zum Reichsfus angenommen. Im Konvenzions= od. 20 Guldenfus von 1753 wird die feine Mark Silber zu 20 Gulden ausgebracht.

 

[IIa-06-1784-0728]
Sonst vereinigte der Bader den Barbier Friseur und Perükkenmacher in sich.

 

[IIa-06-1784-0729]
Die Barbierer wollen den Badern ausser dem Baden u. Schröpfen nur das Barbieren in ihren Häusern nicht ab. üb. die Gasse verstatten.

 

[IIa-06-1784-0730]
Unter Heinrich dem 4. trug man die Bärte in kleinen Beuteln.

 

[IIa-06-1784-0731]
Das Drechseln war schon von alten Zeiten eine Beschäftigung gross. Herren. Besonders sind die Fürsten und Kaiser aus dem Hause Österreich von Rudolphs I. Zeiten wegen ihrer Geschiklichkeit im Drechs. bekant u. Leopold 1. bracht' es am weitesten.

 

[Manuskriptseite 53]

[IIa-06-1784-0732]
I. G. Windisch zu Altenburg drehte aus einem einzigen Pfefferkorn 200 Becher. Die Hare aus dem Schwanze der Eichhörngen zu feinen Pinseln.

 

[IIa-06-1784-0733]
Die Schallöcher auf der Dekke der Violine, wodurch der Schal seinen Ausgang nimt, heiss. Eflöcher.

 

[IIa-06-1784-0734]
Die Schmidte dürfen die Pferde blos beschlagen, nicht auch heilen.

 

[IIa-06-1784-0735]
In verschiednen Ländern macht man Salpeterwände aus Gassenkoth, die an denen der Salpeter ausschlägt. Messingene pfe eiserner Nägel.

 

[IIa-06-1784-0736]
Die spanischen Klingen können zum Hieb u. Stos zugleich gebraucht werden.

 

[IIa-06-1784-0737]
Wolfsklingen haben den Namen von einem daraufgeäzten Wolfe.

 

[IIa-06-1784-0738]
Der Schwertfeger schlif sonst sonst blind gewordene Degen; iezt versieht er blos die vom Klingenschmidt gemachten Klingen mit Kli Scheide u. Gefäs.

 

[IIa-06-1784-0739]
Die Zimmerleute schrauben mit einer gewiss. Winde ganze Gebäude bei ihrer Ausbesserung in die Höhe.

 

[IIa-06-1784-0740]
Der Quasichristus am Charfreitage bei den Katholiken.

 

[IIa-06-1784-0741]
Die schachspielende Figur des H. von Kempele thut allen den ersten Zug.

 

[IIa-06-1784-0742]
Diese Maschine giebt auch Antwort auf Fragen, indem sie mit der Hand auf die Buchstaben zeigte, die auf den Feldern des Schachbrets sind.

 

[IIa-06-1784-0743]
Ein Bürger zeigte der Obrigkeit den Fund eines Ermordeten an und wurde selbst unschuldig für denrder gehalten und bestraft; ein anderer hieng seine Frau selbst auf und bekam für die Bemühung um ihre Belebung eine Prämie von 30 Reichstalern Schlözers Staatsanzeiger. XI. 23. S. 31. S. 298.

 

[IIa-06-1784-0744]
Zur Verstärkung der Strafe wird der Schuldige durch die Gassen geführet, darf nicht laufen.

 

[IIa-06-1784-0745]
Der wegen falscher Wechsel in Verhaft genommene Hofrath Ernst Friedrich Wussov hatte nur 10. Bücher und darunter dieses: Beantwortung der von der Akademie aufgeworfenen Frage: kan ihr irgend eine Art von Täuschung dem Volke zuträglich sein? Berlinische Monatsschrift 1784, 11 St. Nov. S. 430.

 

[IIa-06-1784-0746]
Ein gewisser Bauer im Meklenburgischen sagte eine in der Iugend gelernte griechische Stelle auf dem Krankenbet im Delirium her, die er lang vergessen hatte. S. 434 p

 

[Manuskriptseite 54]

[IIa-06-1784-0747]
Der neue Messias in Berlin, Pf. I. Bekker wil nicht aderlassen, weil sein Blut zu kostbar wäre, so vergossen zu werden, da Ein Tropfen davon Millionen Welten helfen könne. S. 441.

 

[IIa-06-1784-0748]
Sonst zogen die Katholiken am Himmelfarthstage eine Statue von Christo in die Kirche hinauf an Seilen.

 

[IIa-06-1784-0749]
Einige daß der Sabbath nicht erst schon nach der Erschaffung, sond. erst nach dem Ausgange der Israeliten aus Ägypten eingesezt worden.

 

[IIa-06-1784-0750]
P. Attikus konte nicht einmal eine Lüge hören.

 

[IIa-06-1784-0751]
Die Katholiken tragen die Hostie herum stat sie zu essen.

 

[IIa-06-1784-0752]
In maioribus Basilicis wird eine Hostie zur Löschung der Feuersbrunst vorgezeigt.

 

[IIa-06-1784-0753]
Die Katholiken: im Abendmahl ist die Vermischung mit Wasser dem Wein nothwendig.

 

[IIa-06-1784-0754]
Ein Lehrbursche bauete mit Hülfe des Teufels die Regenspurgerbrükke und versprach ihm die 2. ersten darüber gehenden. Er iagte 2 Hahnen dafür darüber.

 

[IIa-06-1784-0755]
Ein Kruzifix ohne Schamtuch in Landshut. Reise durch den Baierischen Krais. Salzburg u. Leipzig 1784. S. 67.

 

[IIa-06-1784-0756]
Die Iuden mishandeln Hostien, daß sie ordentlich Blut schwizen.

 

[IIa-06-1784-0757]
In Ettal eine Maria aus Alabaster, die an Festtagen von iedem in die Hände genommen wird: wer eine Todsünde auf dem Gewiss. hat, dem wird sie zentnerschwer, nichts, federleicht. Seit. 142.

 

[IIa-06-1784-0758]
In Baiern hiengen alle Galgen, die an der Landstrass. zu Scheu der Diebe standen, vol Kadaver, die den Reisenden durch Gestank beleidigten. S. 174.

 

[IIa-06-1784-0759]
In die kath. Kirchen hängt der Lahme zum Lohne seiner wunderthätigen Heilung die Krüken, hölzerne Beine p. auf.

 

[IIa-06-1784-0760]
Ein gewiss. Spiel in Baiern, das Hosenlaufen, wenn zween in Einerlei Paar Hosen stehen. S. 224.

 

[IIa-06-1784-0761]
Memnons Bildsäule gab beim Aufgang der Sonne einen frölichen, beim Untergange einen traurigen Ton. Kornel. Taz.

 

[IIa-06-1784-0762]
Dier moabitischen Weiber verführten durch Leibkosungen zu andern Göttern die Israeliten.

 

[Manuskriptseite 55]

[IIa-06-1784-0763]
Dem Baal=Peor wurden die Exkremente zum Opfer gebracht nach den Rabbinen.

 

[IIa-06-1784-0764]
Bei dem Dienste dieses Gottes dekte man sich auf. Daher wurde den Priestern des wahren Gottes befolen, sich Hosen machen zu lass., und dah. durften sie nicht auf den Altar auf Stufen steigen, der Aufdekkung wegen.

 

[IIa-06-1784-0765]
Fabel der Rabbinen: Baal=Zephon ein von Pharaons Zauberern gemachtes Gözenbild, am arabischen Meerbusen stehend, hielt alle aus Ägypten fliehen wollende auf und Pharao wolte die Israeliten damit aufhalten.

 

[IIa-06-1784-0766]
Nach einigen solte der babylonische Thurm bei einer neuen Sündfluth zur Sicherheit dienen Ioseph. Ant. Iud. I. 4.

 

[IIa-06-1784-0767]
Sergius Orata bauete Bäder in der Luft schwebend. Val. Max. IX. 1. Macrob. III. 15.

 

[IIa-06-1784-0768]
Ie älter das Schaf desto schlechter die Wolle, u. desto schlechter Futter nimt es an.

 

[IIa-06-1784-0769]
In den alten Schlössern eine Tafelstube, worin eine Thüre in den Keller geht. Die Flekken schaden der Sonne mehr als ihre Verfinsterung.

 

[IIa-06-1784-0770]
Wenn ein Iude am Sabbath stirbt, wird er verdamt: sie peitschen dan den Leichnam. Ein Stern verschwindet.

 

[IIa-06-1784-0771]
In Italien hat man der Hize wegen wenig Fenster.

 

[IIa-06-1784-0772]
Sannazaro bekam für ieden Vers des 6zeiligen Lobgedichts auf Venedig 100 Fünfthalerstük. Dem Geistlichen in der Kirche laut nachbeten.

 

[IIa-06-1784-0773]
Die Heiden: die Christen ässen Kinder und söffen ihr Blut.

 

[IIa-06-1784-0774]
Schwedenborg: auf schwedischen Bergen zertrümmerte Schiffe.

 

[IIa-06-1784-0775]
Die durch Gährung aufgetriebenen Todten kommen hernach von selbst im Wasser in die Höhe.

 

[IIa-06-1784-0776]
Iakobus I. konte keinen bloss. Degen sehen.

 

[IIa-06-1784-0777]
Die Iesuiten zu Löwen lass. eine Erzählung von Luthers schreklichem Ende drukken. Er übersezte sie ins Deutsche und schrieb dazu: Ich D. M. Luther habe diese Nachricht selbst geles. und verdolmetscht.

 

[Manuskriptseite 56]

[IIa-06-1784-0778]
Der Karmeliterorden sucht, um desto älter zu sein, seinen Ursprung von Elias herzuleiten u. hält diesen für den ersten Karmeliter.

 

[IIa-06-1784-0779]
Thomas von Aquino, die Ursache, warum Elisa Kahlkopf gescholten wurde, war seine Tonsura monachalis: denn er war ein Karmeliter. Pragmatische Geschichte der Mönchsorden. 1. B. Leipzig 1774. S. 42.

 

[IIa-06-1784-0780]
Die Karmeliter * und a. müss. alle Tage ein Herzensgebet verrichten (oratio mentalis)

 

[IIa-06-1784-0781]
Das Demuthskleid od. der Habit des h. Alexis, das aus lauter Lumpen und Flekken besteht, wird von einem Karmeliter mit vielen Flehungen des Iahrs einmal vom Superior zum Anzuge ausgewirkt. S. 197 p.

 

[IIa-06-1784-0782]
Ihr Stilschweigen ist so stark, daß einer verklagt wurde, da er die Blätter des Buchs zu laut umschlug - Einige fielen herab und wolten lieber die Nacht beschädigt auf dem Boden liegen als schreien. S. 200.

 

[IIa-06-1784-0783]
Wenn die heil. Obedienz (die Obern) ihnen befahl, krank zu sein, so waren sie es: wenn gesund, auch. S. 203.

 

[IIa-06-1784-0784]
Wenn ein Novize bei ihnen nur ein Wort Latein od. Gelehrsamkeit fallen lies, machte man ihm zur Strafe ein Paar Eselsohren mit den Zipfel seines Skapuliers. S. 230.

 

[IIa-06-1784-0785]
Sie nanten das Wort Weib nie und übergiengen od. umschrieben es, wenn es in der Bibel vorkam. eb.

 

[IIa-06-1784-0786]
Da der arabische Fürst Homar die Karmeliter zwang, ihre weissen Mäntel fahren zu lass.: entschuldigten sie die Annahme der schwarzen damit, daß der herabfallende Mantel Elias schwarz gesenget worden. S. 178.

 

[IIa-06-1784-0787]
Es wird schon für einen Bruch des Stilschweigens gehalten, wenn man nur ins Sprachzimmer, auch ohne zu reden, geht. S. 243.

 

[IIa-06-1784-0788]
Zur Erinnerung an den Tod hat die h. Brigitte verordnet, daß beim Eingang der Kirche beständig ein Sarg bereit steht und daß stets ein Grab offen ist, wohin die Äbtissin mit den Schwestern alle Tage geht und erstere ein wenig Erde hinein wirft. B. II. S. 31.

 

[IIa-06-1784-0789]
Das Grab des Heiligen Iohan de la Puebla sol 60 Iahr nach seinem Tode einen angenehmen Geruch bei seiner Öfnung gegeben haben. S. 341

 

[Manuskriptseite 57]

[IIa-06-1784-0790]
Da die Kapuziner das erstemal mit der erlaubten pyramydenförmigen Kapuze üb. die Gasse giengen, schrieen die Kinder: Kapuziner; welchen Namen sie stat des "mindere Einsiedlerbrüder" nahmen. S. 365.

 

[IIa-06-1784-0791]
Das Geiseln für einen andern übernehmen.

 

[IIa-06-1784-0792]
Die Kamaldunenser versamlen sich auf den Glokkenschlag bei dem Brodbakken und das Brod wird während einer geistlichen Vorlesung geknetet u. in den Ofen geschoben. III. B. S. 151.

 

[IIa-06-1784-0793]
So lange die Selen beflügelt sind, fahren sie im Himmel herum: verlieren sie die Flügel, so fahren sie so lang herunter bis sie auf einen festen Körper (Leib) stossen, wo sie dan wohnen. Phädrus von Thönen.

 

[IIa-06-1784-0794]
Stesichorus aus Syrien wurde für eine Satyre auf die Helena mit Blindheit geschlagen. Er machte dah. ein Lobgedicht auf sie u. wurde wieder sehend. Paus. Lacon. Von Bären isset man nur Kopf u. Tazen.

 

[IIa-06-1784-0795]
Die Flügel der Sele brauchen 10000 Iahre zum Wachsen und dan gelangt sie an ihren Geburtsort. Phädrus.

 

[IIa-06-1784-0796]
Evenus aus Paros drükte allezeit in seinen gerichtlichen Reden den Tadel durch Verse aus, damit man sie leichter behielte. Phädr. von Th.

 

[IIa-06-1784-0797]
Damit die gross. Menschen den Himmel nicht stürmten, halbirte sie Iupiter.

 

[IIa-06-1784-0798]
Titus lies, zur schleunigern Ausrottung, eine Zahl gefangner Iuden mit a. ihres Gleichen fechten. Iosephs Hist. der Iuden.

 

[IIa-06-1784-0799]
Plinius vom Esel: selten Zwillinge; zeugt durchs ganze Leben; grosse Liebe den Iungen. c. 43. L. 8.

 

[IIa-06-1784-0800]
Equarum libido extinguitur iuba tansa. Pl. L. 8. c. 42.

 

[IIa-06-1784-0801]
Die Vögel halten nur die Trauben, nicht den Knaben für wirklich und ungemalt.

 

[IIa-06-1784-0802]
Im Winter kan man fruchtbare Bäume von unfruchtbaren nicht unterscheiden.

 

[IIa-06-1784-0803]
Bei den Heiden musten die Leute sich nach dem Beischlaf baden. Salmas. in Lamrid. Commod. 2.; die, die im Kriege Blut vergoss. hatten Turneb. Adv.. XXII. 7. Die Sophisten sezten einem, der bei ihnen sein Studieren vollendet hatte, im Bade einen Hut auf - Die Sparter Feinde des Badens. - Ehe der Hohepriester am gross. Versöhnungstag ins Allerheiligste gieng, muste er sich in einer dazu angelegten Badekammer am Tempel baden und nach der Versöhnung wieder.

 

[Manuskriptseite 58]

[IIa-06-1784-0804]
Das Amt eines Boten von Pommern besteht noch auf der Universität Paris; vormals gieng er iährlich nach Pommern u. a. Länd. um die Briefe mitzunehmen von den Eltern an ihre da studierende Kinder. Bielfelds Lehrbegrif der Statskunst. V. Haupt. S. 141. 3te Auflage.

 

[IIa-06-1784-0805]
Der Ballast darf bei schwerer Strafe nicht im Hafen ausgeworfen werden, sond. in dazu angewiesenen Orten.

 

[IIa-06-1784-0806]
Die Ritter de la Banda od. von der rothen Binde, ein von Alphons. XI. König Kastiliens 1332 gestifteter ehemaliger spanischer Orden, durften für iede Lüge 1. Monath lang keinen Degen tragen, nicht trinken ohne Aussprechung des Namens Iesu; durften keine and. Dienste als gegen die Mohren thun.

 

[IIa-06-1784-0807]
Dem and. nach dem Tode zu erscheinen versprechen.

 

[IIa-06-1784-0808]
In der Barbarei wird der Kopf ganz beschoren auss. einer Lokke auf dem Scheitel, woran Muhammed sie gen Himmel führen sol.

 

[IIa-06-1784-0809]
Die Iuden giengen bei ihren Bustagen und am gross. Versöhnungsfeste.

 

[IIa-06-1784-0810]
Leute die bald grau werden sind sehr verständig; Numa beides Virg. Aen. VI. 809. In Dintenfäss. aus Blei die Dinte schwärzer

 

[IIa-06-1784-0811]
Basislides, Kezer im 2. Iahrh., glaubte 365 Himmel.

 

[IIa-06-1784-0812]
Ebenda: Christus sei nicht selbst gekreuzigt worden, sond. er habe seine Gestalt unter dem Thor zu Ierusalem dem Simon von Zyrene eingedrükt.

 

[IIa-06-1784-0813]
Der König der Kröten speiet den Krötenstein aus, wenn er auf ein rothes Tuch gesezet wird.

 

[IIa-06-1784-0814]
Wenn man ein Stük Blei auf der Brust trägt, eine starke helle Stimme. Plin. XXXIV. 18. Nero hatt' es Sueton. Ner. 20.

 

[IIa-06-1784-0815]
Blinde Granade feuert und wirket nicht eher als bis sie die Erde od. einen a. harten Körper berührt.

 

[IIa-06-1784-0816]
Der Bliz verzehrt den Wein ohne Schaden des Fasses.

 

[IIa-06-1784-0817]
An vom Bliz getöteten Menschen findet man oft nicht die geringste Beschädigung.

 

[IIa-06-1784-0818]
Die Römer bestreuten mit Blumen Gräber, Särge, Bildnisse der Verstorbenen.

 

[IIa-06-1784-0819]
Man brachte Erde vom Blutakker nach Europa und streuete sie auf Gräber, weil dan die Todten seliger lägen.

 

[Manuskriptseite 59]

[IIa-06-1784-0820]
Die armenischen Priester: wer im Blutakker begraben läge, dürfe Got am iüngsten Tage keine Rechenschaft geben und könne so im Himmel eingehen. Dapper in Palaest.

 

[IIa-06-1784-0821]
Blutlampe od. Lebenskerze (Biolychium) ist durch Chymische Kunst aus Menschenblut verfertigte Lampe, die nicht nur des Menschen Lebenszeit über brent, sond. auch durch ihren lichten od. dunkeln Schein von des Menschen Gemüths= od. Geblütsänderungen Anzeige thut. Olivarius Arto, ein Engländ., Hieronymus Reuter, ein Bürgermeister in Leipzig hatten welche, die bei ihrem Tode erloschen.

 

[IIa-06-1784-0822]
Adgnati, die mit uns aus einer mänlichen Linie entspringen; cognati, aus einer weiblichen; die erstern heist das sächsische Recht Schwerdtmagen, die leztern Spilmagen.

 

[IIa-06-1784-0823]
Als L. Postumius mit 28000 Man durch das Land der boiorum zog, hatten sie einen Wald Bäume so durchsägt, daß er noch stand. Da ab. ein Baum umfiel, schlug er die and. alle u. die Römer nieder. Liv. XXIII. 24.

 

[IIa-06-1784-0824]
Torannius verkaufte zwei schöne Knaben, davon den einen in Asien, der and. transalpes geboren war wegen ihrer Ähnlichkeit für Zwillinge: die Unähnlichkeit ihrer Sprache verrieth sie: da man ihm ihren Preis vorwarf: sagte er; eben wegen ihrer Ähnlichkeit, die nur bei Zwillingen sonst nicht wunderbar wäre, hab' er sie so theuer verkauft. Pl. L. VI. c. XII.

 

[IIa-06-1784-0825]
Tode sind schwerer als Lebendige und Schlafende als Wachende.

 

[IIa-06-1784-0826]
Die mänlichen todten Körper schwimmen rüklings, die weiblichen umgekehrt, als wenn die Natur noch deren Scham schonen wolte. L. VI. c. 17.

 

[IIa-06-1784-0827]
Wenn eine Bombe zerspringen wil, legt man sich auf die Erde nieder

 

[IIa-06-1784-0828]
Die Megapolitaner verehrten den Nordwind am meisten, weil er eine lazedämonische Kriegsmaschine umwarf und die Belagerung vereitelte Paus. VIII. 27. 36.

 

[IIa-06-1784-0829]
Der Alchymist im vergangenen Iahrh., Borri od. Burrhus daß er durch einen Stern an alles Unglük erinnert würde den er sähe wenn er die Augen zuschlösse.

 

[IIa-06-1784-0830]
Die Blech= od. Holmünzen (Bracteati nummi) alle silberne Münzen die nur von Einer Seite geprägt sind und wo die Fugen Eines Stempels auf der einen Seite ein= auf der a. ausgebogen sind.

 

[Manuskriptseite 60]

[IIa-06-1784-0831]
Bisweilen waren auf der Stirne bestrafter Sklaven ganze Verse u. Epigrammen eingebrandmalet bei den Römern.

 

[IIa-06-1784-0832]
Auch neu angehenden Soldaten brante man Buchstaben zur Erinnerung seiner Pflicht in die Hände.

 

[IIa-06-1784-0833]
Brandpfahl der eingegrabene Pfahl an einem Orte , wo ein Missethäter verbrant worden.

 

[IIa-06-1784-0834]
Der Marder fält den schlafenden Adler an, lässet sich in die Luft tragen u. beist ihn so lange, bis er tod niederfält, er selbst aber et. bricht.

 

[IIa-06-1784-0835]
Der Thurm der Kirche S. Maria de Ratclief in Bristol sondert sich bei iedem Schlage der geläuteten Glokke ab und schliest sich ohne Schaden an. S. 1415. Universallexikon 4. B. 1735.

 

[IIa-06-1784-0836]
Die Kranken verlieren den Apetit zum Brod am lezten und bekommen ihn am ersten.

 

[IIa-06-1784-0837]
Venette: ein gewiss. Katalonier wohnte seiner Frau iede Nacht 10mal bei; er wurde daher vom König bei Lebensstrafe nur auf 6mal eingeschränkt.

 

[IIa-06-1784-0838]
Thomas Bartholinus: die schwarzen Haren würden oft nach dem Tode im Grabe weis.

 

[IIa-06-1784-0839]
In Grenoble eine todte Misgeburt, deren Herz ausserhalb wie ein Schaustük an der Brust hieng. Histoire de l'Acat. 1712. p. 39.

 

[IIa-06-1784-0840]
Eine vornehme Frau verlor durch einen Schlagflus die Sprache, daß sie nichts mehr sagen konte, ausgenommen das Vater Unser, Ave Maria und den Glauben. Wepfer hist. apoplect. p. 468.

 

[IIa-06-1784-0841]
Cardanus: er zöge die Krankheit der Gesundheit vor, wegen seiner ungestümmen Gemüthsart mach' er sich dah. oft Schmerzen freiwillig.

 

[IIa-06-1784-0842]
Fabricius Hildanus: ein Frauenz. starb an den Franzosen, weil sie sich in die Kleider eines Iünglings, der sie hatte, verlarvt hatte. Obs. cent. I. obs. 100.

 

[Manuskriptseite 61]

[IIa-06-1784-0843]
Venette: Manspersonen von 10 Iahren sind schon Väter und Mädgen von 8. Mütter geworden.

 

[IIa-06-1784-0844]
Bourdon: ein Mädgen gab aus Blattern am linken Schenkel am Hüftbein Milch. Iourn. des Scav. den 5 Iun. 1684.

 

[IIa-06-1784-0845]
Das Blut der Thiere in die Adern des Menschen gelass. machte wieder munter u. gesund. Die Missethäter, an denen die Ärzte Proben gemacht, begnadigen.

 

[IIa-06-1784-0846]
Dü Breuil Givron: in einer Frau (Daniel) schrie das Kind im Mutterleibe vernehmlich. Repub. des lettres. 1686. August. tom. VII. p. 947.

 

[IIa-06-1784-0847]
Einen gewiss. Menschen in Wittenberg machte das 3tägige Fieber so stum, daß er am Tage nur von 12. bis 1. reden konte. Misc. curios. rep. des lett. Octobr. 1685 tom. 9. p. 1091.

 

[IIa-06-1784-0848]
Die Anzahl der Zähne, die einer Frau fehlen, zeigt, wie viele Kinder sie gehabt.

 

[IIa-06-1784-0849]
Bonnet: eine gewiss. Frau bekam bei der Geburt 3er ihrer Kinder iedesmal einen Zahn, der, durch Wakkeln od. Ausfallen, den Tod derselben richtig weissagte.

 

[IIa-06-1784-0850]
Wren erfand zuerst die Eingiessung der Medikamente in die Gefässe des menschlichen Körpers stat der Einnehmung, die weniger wirkt.

 

[IIa-06-1784-0851]
Die Ärzte haben die Theile, die sie entdekket, mit ihrem Namen benant; nur einer hat seinen von einem Wundarzt, Cowper. LXXIX Medizinische Anekdoten.

 

[IIa-06-1784-0852]
Augustin: ein Priester, Restitutus, konte sich wenn er wolte in den Stand eines todten, unempfindlichen und unathmenden Menschen sezen. de civ. dei.

 

[IIa-06-1784-0853]
In einer Frau fand man 28 Iahre nach ihrer Schwangerschaft eine in eine gipserne Kugel eingewikkelte Leibesfrucht. Mezeray Hist. de France F. 3. p. 28

 

[IIa-06-1784-0854]
Die philos. Transactions: ein gewiss. Capellan bei einem Herzoge von Bolston empfand am Kopfe und Herzen eine grosse Kälte bei Lesung des 53. Kapitels aus dem Proph. Iesaias und einiger Verse aus dem Buch der Könige.

 

[IIa-06-1784-0855]
Fabricius Campani: einem Ritter von Alcantara wurde übel wenn er das Wort lana aussprechen hörte, ob er gleich wollene Kleider trug.

 

[Manuskriptseite 62]

[IIa-06-1784-0856]
Im 16. Iahrhundert gebar eine Frau, 4 Stunden nachdem sie gehangen, zwei Kinder. Mediz. Anekd. CLXXVII. T. II.

 

[IIa-06-1784-0857]
Einige Haberkörner keimten und wuchsen im Magen auf.

 

[IIa-06-1784-0858]
Alexander lies zur Wisbegierde des Aristoteles etliche Tausend Menschen aufbieten. fremde Vögel, Fische u. s. w. zusammenzubringen. Pl. L. VIII. c. 16.

 

[IIa-06-1784-0859]
Aristoteles: Die Löwin gebiert iedes das 1. Iahr 5 Iungen und iedes folgende ins weniger. Plinius: nur eines in allen, weil seine Klauen die Mutter zerrissen L.VIII c.16.

 

[IIa-06-1784-0860]
Der Löwe geht auf Männer eher als Weiber los und schont diese eher als iene. eb.

 

[IIa-06-1784-0861]
Man fragte in Wien den marokanischen Gesandten, welcher Theil der Musik in den Opern ihm am besten gefallen. "Der Anfang, wo man die Instrumenten stimte."

 

[IIa-06-1784-0862]
In einigen Orten ist die Gewohnheit, die lezten Zükkungen eines Sterbenden durch Glokkenschal zu verkündigen.

 

[IIa-06-1784-0863]
Protagoras schlug seinen Zuhörern vor, ent. ihm soviel als wolle zu zahlen od. im Tempel zu beschwören, wie hoch sie ihn das Gelernte schäzten und zu bezahlen gedächten.

 

[IIa-06-1784-0864]
Ludwig XI gab die Grafschaft Boulogne mit Feierlichkeit der Iungf. Maria, um ihre Liebe zu gewinnen.

 

[IIa-06-1784-0865]
Home: eine alte Frau suchte allemal, wenn sie mit a. zu einem Sakramente gieng, den schlimsten Weg aus u. sagte: Ich kan um Iesu willen niemals genug thun.

 

[IIa-06-1784-0866]
In Paris hat der das Bürgerrecht, der Iahr u. Tag darin gewohnt.

 

[IIa-06-1784-0867]
Den Donnerkeil od. Wetterstein tragen einige im Degenknopf zum Siege üb. den Feind u. zum Schlafe.

 

[IIa-06-1784-0868]
Wer durch den Flus watet, darf kein Brükkengeld geben.

 

[IIa-06-1784-0869]
Brunus: die Sele könne 2. Körper auf einmal beselen.

 

[IIa-06-1784-0870]
Buzephalus lies sich wenn es weder Sattel {Zaum} noch Dekke hatte von iedem regieren; im Zeuge ab. nur von Alexander

 

[Manuskriptseite 63]

[IIa-06-1784-0871]
Metellus: bei den Indianern wurden die aus königlichem Geblüte, die Christen geworden, an Stirn u. Armen mit einem C. bezeichnet.

 

[IIa-06-1784-0872]
Cabala symbolica, (aus Buchstaben, Gleichnissen p.) und realis, die wieder bald theoretica ist - begreifend die Lehre von den götlichen Eigenschaften von den 4fachen kabalistischen Welten, von den 32 Fusstapfen, von den 50 Eingängen der Klugheit - bald practica d. i. durch den Gebrauch der götlichen Namen, gewisser Karaktere kan man Geister zitiren, heilen, löschen p.

 

[IIa-06-1784-0873]
Eine gewisse Sekte von muhammedanischen Mönchen. Kadris, von ihrem Stifter Abdul-Kadri, ist so mässig, daß einem in den Orden tretenden ein kleines Stük grünes Holz an den Gürtel gehangen wird, nach dess. Gewicht man ihnen ihr Brod zumist und mithin weniger giebt, wenn es dürrer u. leichter wird. Ricaut de l'émp. ottom. P. II. 6.

 

[IIa-06-1784-0874]
Die Zentauren konten den Cänäus mit Bäumen nicht niederschlagen sond. er wurde nur stehend in die Erde gedrukt. Orpheus Argonaut 168

 

[IIa-06-1784-0875]
Einige, das Zeichen Kains war ein Horn auf der Stirn; a. der Name Iehova auf der Stirn eingedrukt; a. ein bellender Hund sei ihm zugegeben worden; a. sein ganzer Leib habe gezittert.

 

[IIa-06-1784-0876]
Kainiten, eine Art Gnostiker im 2. Sek.,: Kain sei durch eine almächtige, Abel durch eine schwächere Kraft gemacht worden; gaben den Engeln barbarische Namen und eigneten iedem eine gewisse Sünde zu; ehrten sehr die Sodomiter, Core Datham und Abiram u. besonders den Iudas, weil er Christi Tod veranlaste; sie hatten auch ein Evangelium von ihm. Tertull. de praesc. XXXIII. 47. August. de Haeres. XVIII.

 

[IIa-06-1784-0877]
In Madrit klopften die Schulknaben einem Iuden der verbrent werden solte, aus Furcht er möchte ihnen durch einen Widerruf die Kurzweil verderben auf die Achsel und sagten: Sta firme Moyise.

 

[IIa-06-1784-0878]
Ein morgenländischer König {Kambyses persischer} lies die Haut eines ungerechten Richters üb. den Polster des Richterstuhls ziehen, damit der Sohn daran erinnert würde.

 

[Manuskriptseite 64]

[IIa-06-1784-0879]
Durch weisse Steine sprachen die Griechen los, durch schwarze verdamten iene ganz, diese durchlöchert; iene in einem ehernen, diese in einem hölzernen Gefäs.

 

[IIa-06-1784-0880]
Kaligula lies, da er keine Deutsche überwand, seine Soldaten in Deutsche verkleiden und dan hielt er einen Triumph üb. sie. Dio LIX. Tacit.

 

[IIa-06-1784-0881]
Er lies des Kastors und Pollux Tempel so einrichten, daß ihre Bilder an die Thür kamen: er trat dan zwischen sie und lies sich von den hineingehenden mit anbeten.

 

[IIa-06-1784-0882]
Zuweilen trug er sich wie ein Got, mit einem güldnen Barte und Strahl wie Iupiter, mit Schild u. Spies wie Mars, Leier wie Apollo p.

 

[IIa-06-1784-0883]
Die h. Kalliopa, eine griechische Märtyrin unter dem Kaiser Dezius, bekam ihre Brüste ab wieder von einem Engel, die ihr abgeschnitten waren. 5. güldne Ärse u. Mäuse.

 

[IIa-06-1784-0884]
Ie finsterer die Kamera obskura ist, desto besser präsentiren sich darin die äussern Obiekte.

 

[IIa-06-1784-0885]
Die Hure Rahal hieng ein rothes Seil zum Fenster heraus u. wurde so von den Israeliten verschont. Simson trug die ganzen Thore fort.

 

[IIa-06-1784-0886]
Simson durfte keine starken Getränke trinken und keinen Wein.

 

[IIa-06-1784-0887]
Da Gideon gegen die Midianiter strit, hatte er die Fakkeln in Krügen, die er hernach zerbrach.

 

[IIa-06-1784-0888]
Samuel verwechselte die götliche Stimme mit Eli's seiner.

 

[IIa-06-1784-0889]
Die Philister machten 2 iunge Kühe zu Wegweisern an den Ort der Bundeslade 1 B. Sam. K. 6. v. 11 p. Opferten hernach die Kühe.

 

[IIa-06-1784-0890]
Saul schonte wider den götlichen Befehl das beste Vieh der unverschonten Amalektiker u. wand vor, es zu Opfern aufgehoben zu haben.

 

[IIa-06-1784-0891]
Die Michal legte Davids Bild ins Bet u. gab ihn bei den Boten Sauls für krank aus.

 

[IIa-06-1784-0892]
Aus der Geschichte des Antäus wird einer an einen gewiss. Flus geführet, üb. den er nakt hinüberschwimt und in die Wüste geht;

 

[Manuskriptseite 65]

wird in einen Wolf verwandelt und part sich 9 Iahre mit Wölfen. Dar nach schwimt der wieder herüber und * wird in einen Menschen verwandelt und bekomt sogar das alte Kleid wieder. Pl. L. VIII. c. 22.

 

[IIa-06-1784-0893]
Zimmer schädlich, wenn in denen Firnis war, wenn man sie bald bezieht.

 

[IIa-06-1784-0894]
Ie mehr man einen Kranken liebt, desto mehr so er essen.

 

[IIa-06-1784-0895]
Einige machen, um sich von der einer schweren Krankheit zu erholen, Verse.

 

[IIa-06-1784-0896]
Manche Kranke gehen nach ihrer Genesung zuerst in die Kirche u. rufen die Krankheit zurük.

 

[IIa-06-1784-0897]
Einige Geldmacher bedienen sich Werkzeuge von Metal od. Holz, die mit einer Soluzion von Gold od. Silber gefüllet sind, od. die eine Höhle haben, worin klein gefeiltes Gold u. Silber ist; sie verstopfen diese Höhle u. schütten durch das Umrühren das Gold darunter. Einige haben Schmelztiegel mit 2. Boden, davon sie den ersten, worunter Gold liegt, während der Arbeit zerstossen. Zuweilen verbergen sie das Gold in der Höhle einer Kohle od. tränken den Kohlenstaub mit einer Soluzion davon.

 

[IIa-06-1784-0898]
Manche lass. Blut; nicht weil sie es brauchen sond. weil die Solstizia sind.

 

[IIa-06-1784-0899]
Man schliest daß die zerschnitten auf kranke Glieder gelegten Hühner, Tauben, Kazen p. den Gift auszogen, aus ihrem Gestank, der von der Fäulnis durch Feuchte u. Wärme herkomt, schädlich sind sie vielmehr.

 

[IIa-06-1784-0900]
D. Glaser in Suhla hat eine Blutwage erfunden, womit man die Menge des Bluts unter dem Wasser abmist.

 

[IIa-06-1784-0901]
Zur abgebrochenen Nase des h. Ianuarius in Puzzolo fand man keine ähnliche; kein Bildhauer konte eine wieder machen: Nach 400 Iahren fand man in einem gross. Fisch eine Nase von Marmor. welche ein kleines Kind für die fehlende erkant. Labats Reisen nach Italien. 5. Th. S. 94 p.

 

[IIa-06-1784-0902]
In Messina sieht man die vielen Flöhe nicht, weil die Leute schwarz gehen. Sie griffen fremde lieber an als Einwohner S. 147.

 

[IIa-06-1784-0903]
Weiber schikken sich besser zu Krankenwärterinnen in Hospitälern als Männer, wie auch in Frankreich.

 

[Manuskriptseite 66]

[IIa-06-1784-0904]
Die Kompensazionsbulle macht, daß kein unrechtmässiges Gut wieder ersezen darf. Die Charybdis und Szylla ist nicht mehr gefährlich.

 

[IIa-06-1784-0905]
In die Schlangengrotte um Civita Vecchia brachte man sonst die gefährlichsten und halbzerfallenen Kranken: gab ihnen Opium und so wurde ihnen schlafend der Eiter von den Schlangen abgelekt. Th. VI. S. 81 p.

 

[IIa-06-1784-0906]
Stat daß 72 Kardinäle sein solten, nach Anzahl der 72 Iünger Christi, lässet man deren niemals üb. 70 sein, um einen Posten immer zu haben, der zur Bekehrung eines ungläubigen od. kezerischen Prinzen tauglich wäre. Kap. 19.

 

[IIa-06-1784-0907]
Wenn ein Heiliger kanonisirt werden sol, wird ein Teufelsadvokat ernent, der alle Fehler des Heil. anzeigt und seine Wunder kritisirt u. ohne dess. Widerlegung die Kanonis. nicht vor sich geht. S. 206 p.

 

[IIa-06-1784-0908]
In der ersten christlichen Gemeinde hatte man keine Kantoren sondern wer konte began. Nachher thatens die Geistlichen Iezt sind sie zugleich die Präzeptoren der untersten Klassen.

 

[IIa-06-1784-0909]
Wer in den Canonem Missae od. Catalogum Sanctorum rubrizirt worden, mus öffentlich dafür deklarirt werden, damit man wisse wen man als seinen Vorbitter anbeten sol, und welche Länder, Städte p. sich dess. zu erfreuen haben. Ihm wird ein neuer Tag im Kalender bestimt, der gefeiert wird. Sonst wurde von dem Bischof kanonisirt: seit dem 11. Iahrh. nur vom Pabst.

 

[IIa-06-1784-0910]
Capsarius bei den Römern der Sklave, der den Kindern in die Schule die Bücher in Kästgen nachtrug; auch der Aufheber der Kleider des Badenden.

 

[IIa-06-1784-0911]
Varro: in Spanien wurde eine Stadt durch caniculos entvölkert; Maulwürfe in Thessalien; in Afrika Heuschrekken; eine gewisse Insel durch Mäuse; in Italien durch Schlangen; Plin. c. 29. L. VIII. Gehirn des Bären ein Gift. c. 36.

 

[IIa-06-1784-0912]
Die Hyäne lernt den Namen eines Menschen und wenn sie ihn aus der

 

[Manuskriptseite 67]

Schafhürde herausgeruffen, zerfleischt sie ihn. id. c. 30.

 

[IIa-06-1784-0913]
Canae rubetae plurimis resertae medicaminibus deponere ea quotidie et resumere in pastu dicuntur: venena tantum sibi reservantes. c. 31. Löwe das stärkste Haupt. Plin.

 

[IIa-06-1784-0914]
Das Chamäleon alle Farben, ausgenommen roth u. weis. c. 33.

 

[IIa-06-1784-0915]
Der Hund verräth den Mörder seines Hern.

 

[IIa-06-1784-0916]
Thier grämt sich üb. den Tod seines Hern zu tode.

 

[IIa-06-1784-0917]
Hunde saufen laufend aus dem Nil.

 

[IIa-06-1784-0918]
Casus pro amico heisset der Fal, w der für beide Partheien ausgelegt werden kan und dess. Entscheidung mithin von der Partheilichkeit des Richters abhängte.

 

[IIa-06-1784-0919]
In Katakomben {Begräbnisörtern} zu Rom hielten die ersten Christen bei den Verfolgungen ihren Gottesdienst, begruben dahin ihre Märtyrer, deren es nach einigen da auf 180000 giebt. Die Katholisch. suchen da den Körpern derselben nach: die sie daraus erkennen wollen, wenn an der Begräbnishöle ein griechisch. X od. P. (Abbreviatur von Christo od. Pro Christo) zu finden, od. wenn die Figur eines Palmzweigs eingehauen od. wenn ein Gefäs da ist, wo das Gefäs Blut des Getödeten ist. Findet man einen, so giebt der Pabst ihm einen Namen z. B. S. Clementis, S. Innocentii, S. Victoris p. Allein es ist gewis, daß auch heidnische Körper dahineingekommen. Er beschenkt da mit dies. Reliquien eine Kirche, od. einen Potentaten.

 

[IIa-06-1784-0920]
S. Cedmonus, im 7. Iahrh. bekam von Got zu Nachts die Gabe zu singen und wurde Kantor des Klosters zu Streneshale in England sang im Schlafe Lieder, die ihm a. nachschrieben. Universallexikon S. 1773. B. V. Schnekke mit einem Haus geboren.

 

[IIa-06-1784-0921]
Raf: daß die Schnekken die Fühlhörner u. Schwänze leichter erneuern als d. Köpfe. Kinder die zusammengewachs. geboren werden und so fortleben.

 

[IIa-06-1784-0922]
Ein alter Schriftsteller: ein einziges Trauerspiel von Sophokles kostete die Schazkammer mehr als der ganze Krieg wider die Perser.

 

[IIa-06-1784-0923]
Die alten Hebräer musten einen Sittenspruch üb. die Thür schreiben. Faber.

 

[IIa-06-1784-0924]
Heß: Iesus blieb darum unbekant in seiner Iugend, weil die,

 

[Manuskriptseite 68]

die ihn solange in seiner Iugend ohne Auszeichnung gesehen hätten, schwerlich hernach das Götliche seiner Person zu gegeben hätten. Ode* Wunder konte er nicht thun, weil er sie mit der Lehre begleiten muste. Erste Iugendgeschichte Iesu.

 

[IIa-06-1784-0925]
Robert Wood: der Zephir Homers ist nicht die tändelnde Zephyrette aller abendländischen Dichter, sond. ein reissender, scharfwehender, Schnee u. Regen verursachender Wind.

 

[IIa-06-1784-0926]
Weil die Musen Töchter der Mnemosyne sind, ruft Homer sie nie feierlicher an als da wo sie ein Neuerer am wenigsten anriefe, b bei der bloss. Hererzählung griechischer und troianischer Truppen. eb.

 

[IIa-06-1784-0927]
Die Alten baueten ihre Städte gern auf Anhöhen z. B. Ierusalem. Faber.

 

[IIa-06-1784-0928]
In Schweden bemerkte man: die Bäume, die im Schatten standen und keine Sonne genossen, erfroren nicht von der nächtlichen in die Blüthe gefallenen Kälte. Nicht die Frucht, sond. Blätter des Maulberbaums nüzlich.

 

[IIa-06-1784-0929]
Die Reichsstände (d. h. die Unterthanen, deren Einwiligung der eingeschränkte König zu den wichtigsten Regierungsgeschäften bedarf) bestehen aus der Geistlichkeit, dem Adel und den Städten: in Schweden kommen dazu noch die Bauern.

 

[IIa-06-1784-0930]
Die Titel der Monarchen zeigen nicht blos an, was sie wirklich sind, und besizen, sondern oft auch, was ihre Vorfahren gehabt haben.

 

[IIa-06-1784-0931]
Die ersten Menschen lernten den Akkerbau von den Schweinen. Älian. l. 1. var. hist. c. 2.

 

[IIa-06-1784-0932]
Die Nazionen, die sich auf den Akkerbau legen, sind gesund u. herzhaft; die, die sich mit Handwerkern und Handel beschäftigen, ungesund und furchtsam.

 

[IIa-06-1784-0933]
In England auf die Ausfuhr des Getraides Belohnungen gesezt.

 

[IIa-06-1784-0934]
In denen Gegenden von Hungarn, wo es an Holz zum Bauen fehlt, wohnen die Bauern in der Erde. Büschings Erdbeschreibung. Th. 1. S. 1135.

 

[IIa-06-1784-0935]
In Europa essen nur die Isländer kein Salz zur Speise. Büsching

 

[Manuskriptseite 69]

[IIa-06-1784-0936]
Spanien hebt das Gold seiner Berge für künftige Zeiten auf.

 

[IIa-06-1784-0937]
Die Schalen der spanischen Austern od. Harfenmuscheln werden zur Auszierung der Springbrunnen, Grotten und künstlichen Wasserfälle gebraucht. Der schönste Honig komt von Gebirgen.

 

[IIa-06-1784-0938]
Cenotaphium (od. auch sepulcrum honorarium, tumulis honorarius) wurde von Freunden eines Todten aufgerichtet, dess. Körper nicht mehr zu haben war. War das lere Begräbnis fertig, rief man die Sele des Verstorbnen und sagte, daß das Grab für sie gehörte, von dem sie dah. Besiz nehmen solte. Die Grabschrift wurde gemacht als wenn Asche und Gebeine wirklich drinnen wären, wurde indess. nicht wie a. Begräbnisse unter die locos religiosos gezählet.

 

[IIa-06-1784-0939]
Cercopes, die Einwohner der Insel Inarimes, wurden von Iupiter zum Krieg gegen Saturn vor Geld gedingt: thaten ab. nichts dafür und wurden zur Strafe von Iup. in Affen verwandelt. Ov. Met. XIV. 89. seqq.

 

[IIa-06-1784-0940]
Die Strafe von der Zeres machte den Erysichthon, der einen ihr geheiligten Wald umhieb, so hungrig, daß er sich auch an Pferden und Kazen nicht sat essen konte u. zulezt sich selbst angrif.

 

[IIa-06-1784-0941]
Cerone eine Quelle in Thessalien machte die Schafe, die daraus tranken, weis. Plin. Hist. N. XXXI. 2.

 

[IIa-06-1784-0942]
Die Hindin Cerynitis, die Herkules 1. Iahr iagte und fieng, hatte goldnes Geweih und eherne Füsse Virg. Aen. VI. 803.

 

[IIa-06-1784-0943]
Boccaz sezte Got u. das Frauenz. in eine Klasse und dankt ihnen für ihren beiderseitigen Schuz wider seine Feinde.

 

[IIa-06-1784-0944]
Petrarch verglich seine Geliebte mit Iesu.

 

[IIa-06-1784-0945]
In Frankreich hielt man Statsräthe in Schlafzimmern der Damen.

 

[IIa-06-1784-0946]
Im Pallast des Kardinals Wolsey stand üb. einer Thüre eine lateinische Aufschrift: des Lord Kardinals Hurenhaus.

 

[IIa-06-1784-0947]
Dr. Ingenhous Methode, ein Licht durch einen elektrischen Schlag anzuzünden.

 

[Manuskriptseite 70]

[IIa-06-1784-0948]
Eine gewisse Sekte der Banjanen in Indien verbrennen alte und begraben iunge Leute, trinken gesotten Wasser, um nur kein lebendiges Th*…* zu verschlukken. Mandelslo Indianisch. Reisebesch.

 

[IIa-06-1784-0949]
Einige: Cham sei, da er kaum sich an seinem Vater vergriffen, schwarz geworden. Bochart. Phaleg. IV. 1. seq.

 

[IIa-06-1784-0950]
Er sol die Zauberkunst, die die mit den Menschen beschwägerten Engel vor der Sündfluth auf die Erde brachten, auf Steine u. Metalle gegraben und diese nach der Sündfluth wieder hervorgesucht haben. eb.

 

[IIa-06-1784-0951]
Der Anbis der Ziegen ist den Bäumen schädlich und der Olivenbaum ist davon unfruchtbar; dah. sie ein Opfer der Minerva Plin. L. VIII. c. L 50.

 

[IIa-06-1784-0952]
Suem oculo amisso putant cito extingui. c. 51.

 

[IIa-06-1784-0953]
Damit die Königin Ioanna II. von Neapel den geliebten Caraccioli, Gros=Senechal von Neapel, in ihr Zimmer brächte, lies sie, da er in ihrem Vorgemach spielte, eine Maus laufen, die ihn, den Feind der Mäuse, (wie den Elephant) in ihr Zimmer trieb wegen der Versperrung der übrigen. Brantôme Dam. Illustr.

 

[IIa-06-1784-0954]
Kardanus wurde von seiner Mutter geschnitten, die ihn als eine uneheliche Frucht abtreiben wolte. - Sein gröstes Vergnügen war, in einer Geselschaft et. vorzubringen, das Verdrus erwekte.

 

[IIa-06-1784-0955]
Stelte Christo die Nativität.

 

[IIa-06-1784-0956]
Cardone (Vicentius) ein Dominikaner im Neapolitanischen im 17 Iahrh. konte den Buchstaben R. nicht aussprechen und schrieb ein Gedicht von der Liebe unter dem Titel L'R-svandita, darin in etlichen tausend Versen kein R. war.

 

[IIa-06-1784-0957]
Karnus ein Gespenst des Apollo, das den Dariern allenthalben nachfolgte, wurde von dem Hippota erschossen. Apollo rächte dess. Tod durch eine Pest. Paus. III. 13.

 

[Manuskriptseite 71]

[IIa-06-1784-0958]
Champion de King's od. königlicher Kämpfer reitet nach der Krönung eines Königs von England bei dem Mittagsmal gewafnet in Westmünsterhal, wobei ein Herold ausruft, wer dem Könige die Krone abstritte, mit dem nähm' es iener auf.

 

[IIa-06-1784-0959]
Chapelain erkältete sich zu Tode, da er einmal das Brükkengeld nicht geben wolte und durchwatete.

 

[IIa-06-1784-0960]
Charon führte auch einige Lebendige, den Ulysses, Äneas, Orpheus üb. den Flus, da ers auch dem Herkules that, wurde er 1 Iahr in Ketten gelegt. Orpheus apud serv. ad Virg. Aen. VI. 392. Fuhr keine Unbegrabnen über.

 

[IIa-06-1784-0961]
Die Gemahlin des Königs Ludwig XI küste den häslichen Chartier: nicht ihn, sond. seinen den schäzbaren Mund, woraus so viele Einfälle giengen.

 

[IIa-06-1784-0962]
Chazinzari, im 5ten Iahrh., (od. auch Staurolatrae) verehrten kein anderes Bild als das Kreuz.

 

[IIa-06-1784-0963]
Hielten einem gewissen Hunde, Arziburus, einen Fasttag, den Sergius, ihr vornehmster Lehrer, hatte, um alzeit seine Ankunft anzuzeigen und den ein Wolf fras.

 

[IIa-06-1784-0964]
Lachte üb. einen feigenfressenden Esel zu Todte Chrysip.

 

[IIa-06-1784-0965]
Bei dem Fest der Chthonia, (die Vorsteherin der Feldfrüchte) wurden die Opfer Rinder von 4. alten Weibern mit Sicheln erlegt; auf welche Seite der erste Ochs fiel, darauf auch die übrigen. Das Bild der Göttin durften nur diese 4. Weiber sehen. Paus. II. 35.

 

[IIa-06-1784-0966]
Die römische Armee speisete auf einmal auf ein gegebnes Zeichen, die Soldaten durften am Tage die Speisen nur im Gehen zu sich nehmen. Lips. de milit. Rom. V. 16.

 

[IIa-06-1784-0967]
Die Nordamerikaner bereiten sich durch Fasten zum Iagen; sie fasten um desto besser zu träumen und im Traum zu erfahren, wo das meiste Wild anzutreffen. Ka Carver.

 

[IIa-06-1784-0968]
Sie malen alle unbedekten Theile ihres Körpers schwarz. eb.

 

[Manuskriptseite 72]

[IIa-06-1784-0969]
Bei den Nordamerikanern beiset der Man der Ehebrecherin die Nase ab. eb.

 

[IIa-06-1784-0970]
Glauben: das Kind bekomme vom Vater die Sele, von der Mutter den Körper.

 

[IIa-06-1784-0971]
Verse auf Schüsseln.

 

[IIa-06-1784-0972]
Der iunge Sultan wolte sich im Toilettenspiegel beschauen, seine Schwester ris ihm ihn aus der Hand und seinen Säbel aus der Scheide: in dem Spiegel müss. Sultane sich beschauen. 5. B. Chron.

 

[IIa-06-1784-0973]
Wer in Schlesien (zur Zeit der Bekehrung zum Christenthum) in den Fasten Fleisch as, dem wurden die Zähne ausgerissen. Von Breslau. Briefe eines Reisenden. 1. Th. 5. Brief.

 

[IIa-06-1784-0974]
Der Grand Don Bernardo lies sich die Spize seines Degens von einem Hofkavalier tragen: dieser muste mithin hin und her springen. Schlözers Briefwechs. Heft XXX VIII. 3.

 

[IIa-06-1784-0975]
In Ungarn eine Höle bei Szilitze, in der desto mehr Eis gefriert ie wärmer es aussen ist und mit der Hize lässet innen das Gefrieren nach. Windisch Geograph. des Königr. Ungarn.

 

[IIa-06-1784-0976]
Es komt 1 Autor auf 2. Quadratmeilen im Obersächs. Kreise; 3 Niedersächs.; 2 schwäbischen; 1 1/2 fränk.; 5 Österreichischen; 8 Westphälischen; 12 1/2 Böhmen und Mähren. - Wien hat 176. Autoren, Leip. 129; Berlin 120; Dresden 79. Anfang zum 19. Bande der Lemgoer Bibliothek.

 

[IIa-06-1784-0977]
Die Weiber der Adamiten (Sekte der mitleren Zeit) sagten: dieienigen wären nicht frei, die Kleider, vorzüglich die Beinkleider trügen. Fueßlins Kirchenhist. der mitleren Zeiten. 2 B. S. 48.

 

[IIa-06-1784-0978]
Böhme: der Körper Adams vor d. Falle und der Thiere und Pflanzen war hel, durchsichtig und leuchtend. 146. Verloren dieses durch den Fal. Seligen bekommen am iüngsten Tag wieder solche.

 

[Manuskriptseite 73]

[IIa-06-1784-0979]
Die Bourignon: nach vor dem Falle machte Adam den angenehmsten Klang, wenn er sich bewegte. S. Leib mit flüss. Dingen von mancherlei Farben gefült.

 

[IIa-06-1784-0980]
Ebenda: er hatte kein Zeugungsglied, sond. et. das einer Nase ähnlich war. Da war die Quelle des lieblichsten Geruchs und Rauchwerks. S. 152

 

[IIa-06-1784-0981]
Ebenda: pflanzte sich ohne Weib fort, wie auch die Seligen im Himmel.

 

[IIa-06-1784-0982]
Manichäer: das alte Testament vom Teufel gemacht. S. 333.

 

[IIa-06-1784-0983]
Ebenda: was man gestohlen od. sonst unrechtmässig an sich gebracht, darf man nicht wieder erstatten. S. 338.

 

[IIa-06-1784-0984]
Die Pratarener (Abkömlinge der Manichäer): die ehlichen Werke sind Sünde und es wäre dah. gleichviel ob einer bei seiner od. einer fremden Frau schliefe. S. 360.

 

[IIa-06-1784-0985]
Bogomiler: (eine Art Manichäer): der Teufel ist der Geist des Menschen und regiert ihn; kan ab. wieder zu seiner verlornen Volkommenheit. S. 410.

 

[IIa-06-1784-0986]
Einigen Königen mus man die Speise und Getränke knieend darreichen.

 

[IIa-06-1784-0987]
Vorhergekochtes Wasser od. geschmolzner Schnee friert geschwinder als gemeines.

 

[IIa-06-1784-0988]
Die Thiere wurden erst nach dem Falle giftig und schädlich. Theophilus von Antiochien an den Artolykus, 2tes Buch.

 

[IIa-06-1784-0989]
Christus fieng erst im 40 Iahr an zu lehren. Irenäus wider die Gnostiker 2tes Buch.

 

[IIa-06-1784-0990]
Tartini, ein berühmter Geiger, hörte im Schlafe vom Teufel, mit dem er ein Bündnis gemacht zu haben glaubte, zum Lohn ein so schönes Solo geigen, daß er ausser sich war. Er sezte sein bestes Stük auf, die Teufelssonate genant, das ihm so weit unter dem Gehörten schien, daß er seine Geige zerbrochen hätte, müste er nicht von ihr leben. Volkmann B. 32. S. 363.

 

[IIa-06-1784-0991]
In Italien schreien die Opernsänger sehr, wegen des Geräusches der Zuhörer. Burnets Tagebuch einer musik. Reise S. 144.

 

[Manuskriptseite 74]

[IIa-06-1784-0992]
Wenn die iez. Römer einen Sänger auszischen sezen darauf Lob des Komponisten hinzu und umgekehrt. eb. S. 293.

 

[IIa-06-1784-0993]
Circatores waren in den Klöstern die Brüder, die stets auf den Schlafhäusern herumgehen und auf die Mönche merkten. Hörten sie, daß einer lachte, od. sprach, so schrieben sie seinen Namen auf und er wurde vom Prior darüb. bestraft. Die Ekhölzer der Laternen machen Schatten.

 

[IIa-06-1784-0994]
Die Bolwerke u. Wälle der Städte dienen zum Spazieren.

 

[IIa-06-1784-0995]
In England sind sogar Spaziergänge in Gefängnissen.

 

[IIa-06-1784-0996]
Mezenrecht, ein Regal, das dem Landshern von ied. Meze zu malendes Korns, Gerste p. zukomt. Kopf auf dem Pfahl. Schilder auf der Bare.

 

[IIa-06-1784-0997]
Die Turmaline od. Aschenzieher geben am Stahle Feuer, schneiden Glas, lass. sich schleifen u. poliren, wird bei der kleinsten Wärme elektrisch.

 

[IIa-06-1784-0998]
Der Baum des Lebens und des Erkentnisses des Bösen und Guten ist einerlei nach Kennicot.

 

[IIa-06-1784-0999]
Dies. erstern Namen trug er, weil wir ewig lebten, hätten wir nicht von ihm gegess. so auch mit dem anderen Namen. Pye.

 

[IIa-06-1784-1000]
Pye: dies. verbotene Baum hatte keinen Samen und konte sich auch nicht fortpflanzen. S. 47.

 

[IIa-06-1784-1001]
Eb. Adam habe nicht aus Glauben an die Schlange, sond. aus Liebe gegen die Eva gesündigt, weil er ihren Tod nicht überleben wolte. S. 48.

 

[IIa-06-1784-1002]
Die Schlange gieng vor ihrem Falle aufrecht.

 

[IIa-06-1784-1003]
Pye: das Zeichen Kains war auf der Stirne das Bild od. der Name einer Schlange. S. 52.

 

[IIa-06-1784-1004]
Iene Szythen sahen sich als sie aus dem Kriege zurükkehrten, durch ihre Sklaven aus ihren Häusern ausgeschlossen. Johnson.

 

[IIa-06-1784-1005]
Das Pergamen alter Handschriften ward aus Sparsamkeit gebraucht, and. Bücher darein zu binden und oft wurden in auf Pergamen geschriebenen hebräische Bibeln dazugenommen. Michaelis

 

[Manuskriptseite 75]

zieht Varianten aus einer hebräischen Handschrift aus und macht die Anmerkung: der Einband war vielleicht mehr als das Buch werth. B. II. S. 196.

 

[IIa-06-1784-1006]
Sonst hatte man in Klagenfurt (in Kärnthen) die Gewohnheit, einen des Diebstahls beschuldigten sofort aufzuhängen. Hernach sas man zu Gerichte: wurde er schuldig befunden, blieb er am Galgen; war ers nicht, wurd' er herabgenommen und aus gemeiner Stadtkassa begraben. S. 201. B. 6. Universallexikon.

 

[IIa-06-1784-1007]
Römer foderten zuweilen auch Frauenz. zu Geiseln. Sueton Oct. XXI.

 

[IIa-06-1784-1008]
Schädlicherweise die Krebse fangen wenn sie Eier haben.

 

[IIa-06-1784-1009]
Zur Niederlagsfreiheit: müssen die eingeführten Waren die Auflagen der Einfuhr bezahlen, die die Geseze verordnen; bei der Ausfuhr bekommen sie die Akzise wieder zurük; in England u. Preussen. Die Handwerkspursche {Erfleher} klopfen an ohne hineinzuwollen.

 

[IIa-06-1784-1010]
Der Landesher bekomt das schlechte Geld, das er gemünzet, auch in seine eigne Kassen von den Unterthanen.

 

[IIa-06-1784-1011]
Das schlechte Geld, das der Landsher zu seinem Gewinst eingeführt, wird am ersten nachgeschlagen.

 

[IIa-06-1784-1012]
Die Masoreten zählten alle Buchstaben in der Bibel, wie oft ieder vorkomt. Seife zum Waschen u. gegen den Stein.

 

[IIa-06-1784-1013]
Der Dichter Gray hatte alzeit eine Leiter am Fenster stehen, damit er entfliehen könte bei einer Feuersgefahr.

 

[IIa-06-1784-1014]
Die Nachtwachen in London gehen mit einem langen Stab herum und stossen an die Hausthüren, um zu sehen, ob sie zugemacht sind. Bielfelds Lehrbegrif der Staatskunst 3. Ausgabe. 1. Th. S. 194.

 

[IIa-06-1784-1015]
Zu ied. Stunde rufen sie auch aus, was für Wetter es ist und was für Wind. eb.

 

[IIa-06-1784-1016]
Das Kombinazionsschlos wird nicht durch einen Schlüssel, sond. durch die Ersinnung eines Worts od. einer Zahl geöfnet, die der Besizer weis. Nach Masgabe dessen werden gewisse Federn zusammengesezt.

 

[Manuskriptseite 76]

[IIa-06-1784-1017]
Wortley Montaigu siegelte mit 3. arabischen verschiednen Petschaften.

 

[IIa-06-1784-1018]
Wolte eine schwangere Frau haben.

 

[IIa-06-1784-1019]
Die Aufseher der Märkte nehmen verdorbenes Fleisch, Fische p. hinweg.

 

[IIa-06-1784-1020]
Einige haben zum Grund eines algemeinen Masses die Zellen der Bienen genommen; a. Gerstenkörner.

 

[IIa-06-1784-1021]
Durch ein Edikt ausländischen Betlern den Eingang verbieten.

 

[IIa-06-1784-1022]
Der Bürger ist gehalten, in seinem Hause beständig einen Eimer u. eine Axt zu haben, die blos für Feuersgefahren aufbehalten werden.

 

[IIa-06-1784-1023]
Die Anglo-Normannen versahen sich mit pulverisirtem ungelöschtem Kalch, den sie in die Luft streueten, damit er ihren Feinden ins Gesicht getrieben würde. Strut. Englische algemeine Biblioth. 2ter Band. 9. St. S. 253.

 

[IIa-06-1784-1024]
In 3. Iahrh. von Albertus Magnus bis kurze Zeit von Luther waren 12. tausend Autoren, die Aristoteles Bücher kommentirten od. befolgten. S. 303.

 

[IIa-06-1784-1025]
Whitacker: Sextus Rossensis: die alten Sachs. hatten noch diese Ordalie {Bei dem Urtheil des Abendmals nur der Unterschied, daß Brod und Wein war.}: der Beklagte nahm eine Unze gesegnetes Gerstenbrod und Käse; kont' ers in Gegenwart des Beamten u. des Geistlichen ohne Erwürgung essen, so unschuldig; nicht, schuldig. S. 331. | Leg. canuti Regis, Leg. 6. 7.

 

[IIa-06-1784-1026]
Die Glokken brauchten die Römer die Badezeit anzuzeigen. S. 344.

 

[IIa-06-1784-1027]
Bäume, wenn sie schwach, od. ungestaltet sind, mus man bis auf den Boden abschneiden, so kommen aus den Wurzeln neue Spröslinge hervor, die starke und gerade Bäume, bessere als die derselben Wurzel geben. Boutcher. S. 737.

 

[IIa-06-1784-1028]
Twiß: das Eskurial in Gestalt eines Rostes; in allen Theilen dess. Roste; gemalte, marmorne, hölzerne und Stukkaturroste, üb. den Thüren, Fenstern, in den Gärten.

 

[IIa-06-1784-1029]
Philip der Schöne, König von Frankr., hatte 3. Söhne, deren Weiber untreu schienen und deren angebliche Anbeter geschunden wurden

 

[Manuskriptseite 77]

[IIa-06-1784-1030]
Der Herausgeber der unzüchtigen Gedichte The Odes of Sir Charls Hanbury Williams, hätte auf Befehl der Polizei lebenslang der Hosen beraubet werden sollen. Englisch. algemeine Bibl. 2 B. St. 10. S. 501.

 

[IIa-06-1784-1031]
Die berühmte Sängerin Signora Ajugari wurde bei ihrer Geburt von ihren Eltern im Walde gelassen: ein wildes Schwein fras ihr von dem Hintern einen Theil weg, der durch eine Silberplatte ersezt wurde. S. 597. B. 1. Th. 5.

 

[IIa-06-1784-1032]
Die Iagdbedienten müss. iährlich eine gewisse Summe Füsse von Raubthieren gegen einen gewiss. Lohn einliefern; so auch die a. Einwohner einen für ieden Sperlingskopf, für iede Klaue.

 

[IIa-06-1784-1033]
Wenn in England sich das Getraide mindert, wird die Belohnung, die auf dess. Ausfuhr stand, auf seine Einfuhr gesezt.

 

[IIa-06-1784-1034]
Wenn der vorige König in Preuss. in eine Provinz versamlet wurde, so versammelten Edelleute, Pächter und Bauern grosse Misthaufen vor ihren Thüren und man that ihm die gröste Ehre an. Bielfeld. B. I. Hauptst. XI. §. 22.

 

[IIa-06-1784-1035]
Er lies sein ganzes Königreich ausmessen, sogar Moräste, Seen, Wälder; dadurch, daß er auf iede (auch unbebaute) Hufe Hufenschos legte, bauete ied. an. S. 332.

 

[IIa-06-1784-1036]
Die alten Deutschen: Odin u. abgeschiedene Selen haben die vergrabnen Goldschäze unter ihrer Aufsicht und lass. sie von Drachen bewachen.

 

[IIa-06-1784-1037]
In London kan man für 18 Pence des Tags einen blinden lahmen kleinen Krüppel zum Betteln von den Ammen in den Vorstädten geliehen bekommen. Lemgoer Bibl. B. 16. S. 269.

 

[IIa-06-1784-1038]
Wechselbriefe entstanden durch die Iuden, die durch die Verfolgung unter den englisch. Königen Iohan ohne Land und Heinrich III aus England und durch Philip August aus Frankr., nach Deutschl. flüchteten und den Reisenden nach Engl. und Fr. Briefe dahin gaben, an die, denen sie ihre Sachen da vertrauet hatten; diese Briefe wurden bezahlt.

 

[Manuskriptseite 78]

[IIa-06-1784-1039]
Die Hernhuter losen, ob sie losen dürfen; nennen es fragen des Heilandes. Büschings Magazin Th. 13. Th. 3)

 

[IIa-06-1784-1040]
In den Flüssen am Hafen müss. die gefährlichen Stellen durch Tonnen angezeigt werden, die durch eiserne Ketten an grosse im Grunde liegende Steine befestigt sind.

 

[IIa-06-1784-1041]
Strandrecht: ein Drittheil des auf den Küsten gestrandeten Schiffes und seiner Ladung gehört dem Landeshern; ein Drittheil, denen, die es geborgen; ein Dritth. den Eigenthümern.; dah. kommen oft die Strandbewohner dem nothleidenden Schif nicht zu Hülfe; erklären ein gestrandetes versandetes und flot zu machendes für gestrandet od. plündern die Schifsleute selber.

 

[IIa-06-1784-1042]
Die Negern: ihr König könne auch Regen vom Himmel bringen. Dah. sie ihm bei der Dürre Geschenke bringen. Er befiehlt seinem ersten Minister, soviel Regen auf die Felder fallen zu lass. als p. und der thuts, wenn sich ein Gewölk zeigt. Proyart Geschichte von Loango, Kakongo und a. Königreichen in Afrika.

 

[IIa-06-1784-1043]
Ihr König mus bei ied. Rechtssache, die er schlichtet, einmal trinken: sonst ist sein Ausspruch ungültig. eb.

 

[IIa-06-1784-1044]
Ist er krank, mus ieder, nachdem es die Ärzte im ganzen Königreiche bekant gemacht, seinen Hahn tödten. eb.

 

[IIa-06-1784-1045]
Die einzige Art, ihrem (bösen) Got zu opfern,ist, daß sie gewisse fruchttragende Bäume u. besond. den Bananasbaum ersterben lassen. eb.

 

[IIa-06-1784-1046]
Ihre hölzernen Gözenbilder halten sie nicht für die Gotheit, sond. für Dolmetscher derselben, die dem Rathfragenden eingeben. eb.

 

[IIa-06-1784-1047]
Gewisse Schlangen tasten nur Feinde, nicht Einwohner an. Umgekehrt sollen nach Aristoteles gewisse Skorpionen nur die fremden nicht umbringen. Plin. L. VIII. c. LIX.

 

[IIa-06-1784-1048]
Die Geier fliegen 3. Tage vorher an den Orten künftigen Ases herum.

 

[Manuskriptseite 79]

[IIa-06-1784-1049]
In Portugal ists verboten, das Gold in Stangen aus dem Königreich auszuführen: der König gewint dabei das Prägerlohn.

 

[IIa-06-1784-1050]
Sogar unter den Inquisitoren in Portugal giebt es Iuden.

 

[IIa-06-1784-1051]
Wer vom Teufel besess. ist, kan die lateinische Sprache ungelernt.

 

[IIa-06-1784-1052]
Bode: Leute, die sich oft mit Untersuchungen üb. himlische Körper beschäftigen, kommen diese kleiner vor.

 

[IIa-06-1784-1053]
Die Heiden: die Christen lass. einen an den Leuchter angebundnen Hund vermittelst eines vorgeworfenen Stük Brods den Leuchter umwerfen u. das Licht auslöschen, zum Behuf ihrer Lüste. Minuzius Felix und Tertullian.

 

[IIa-06-1784-1054]
Die Heiden: die Christen beteten diesen Got an: eine Figur mit Eselsohren, am einen Fusse eine Klaue, ein Buch haltend und mit einem langen Rok angethan. Tertull. Vertheidigungsschrift.

 

[IIa-06-1784-1055]
Die Teufel nähren sich vom Geruch und Blut der Gözenopfer. eb.

 

[IIa-06-1784-1056]
Wenn ein öffentliches Unglük geschah, gab man es den Christen Schuld und rief: zu den Löwen mit den Christen. eb.

 

[IIa-06-1784-1057]
Tertullian zum Gebet: auch die Vögel fliegen aufwärts, machen mit ihren Flügeln ein Kreuz u. lass. eine Stimme hören, die Gebet scheint.

 

[IIa-06-1784-1058]
Die Heiden: die Christen beten das Zeugungsglied ihres Priesters an. Minuz. Felix.

 

[IIa-06-1784-1059]
Ferner: sie bestreuen ein Kind mit Mehl, tödten es, trinken sein Blut und verbinden sich durch dies. Opfer. eb.

 

[IIa-06-1784-1060]
Die unreinen Geister stekken in den Gözenbildern. eb.

 

[IIa-06-1784-1061]
Die heidnischen Wahrsager und Orakel verstummen, wenn iemand, mit seinem Zeichen (des Kreuzes) an der Stirn, gegenwärtig ist. Laktanz. Christlicher Unterricht. 4 B.

 

[IIa-06-1784-1062]
Ebenda: das höllische Feuer wird an den Gotlosen das, was es verzehrt, zugleich wieder ersezen. 7. Buch.

 

[Manuskriptseite 80]

[IIa-06-1784-1063]
Luna claritudinem solis accipit nec mimetur ulterius. Sol septies tanto, quam nanc est, clarior fiet, beim tausendiährigen Reiche nämlich. eb. 7. Buch.

 

[IIa-06-1784-1064]
In ienem Reiche werden dan die von Todten auferstandnen Richter üb. die lebendigen sein. eb.

 

[IIa-06-1784-1065]
Die Alten bekränzten auf 3lei Art, einige sezten den Kranz aufs Haupt, a. bis zu den Schläfen, und a. bis auf den Hals herunter zogen sie den Kranz. Natalis Comitis Myth. L. I. p. 25.

 

[IIa-06-1784-1066]
Nicht blos beim Opfer wurden die Priester, sond. auch die Opfernden, Schlachtopfer und Gefässe bekränzt. p. 25.

 

[IIa-06-1784-1067]
Das Vieh wurde bei den Alten in 3. Theile getheilet, 1 der Zeugung, 2 der Arbeit u. 3. dem Altar. Virg. I. 3. Georg.| p. eb.

 

[IIa-06-1784-1068]
Die Opferthiere durften keine Arbeit gethan haben. ib.

 

[IIa-06-1784-1069]
Die Alten glaubten: die Reinigung des Körpers reinige die Sele und der Mörder heilige sich durch Abwaschen der Hände. p. 27. 28.

 

[IIa-06-1784-1070]
Wenn die Opferthiere nicht willig hingiengen zum Altar, wurden sie auch gar nicht geopfert. p. 31.

 

[IIa-06-1784-1071]
Indeß man die Thiere opferte, wurden Loblieder auf die beopferten Götter gesungen. p. 37.

 

[IIa-06-1784-1072]
Den untern {guten} Meergöttern, schwarze {weisse} Opferthiere. 38.

 

[IIa-06-1784-1073]
Den untern Göttern wurde nur zu Nachts geopfert

 

[IIa-06-1784-1074]
Die sacrificia lumenidum wurden von stilschweigenden Priestern dargebracht p. 43.

 

[IIa-06-1784-1075]
Pausan: wenn der Opferochs vom Altar des Iovis polici Früchte fras, sprang ein Priester hervor und warf ein Beil auf ihn entfliehend. Die anderen, als wenn dies. es gethan hätte, zogen es vor Gericht und belegten es mit der Strafe des Bruchs. Der Ochs wurde dan geopfert. p. 56.

 

[IIa-06-1784-1076]
Den unfruchtbaren Göttern unfruchtbare Opferthiere, den mänlichen mänliche den weiblichen weibliche, der Sonne ein Pferd. p. 60.

 

[IIa-06-1784-1077]
Die Leukader opferten iährlich * einen Menschen dem Apollo: änderten dies zu

 

[Manuskriptseite 81]

lezt so, daß er vom Felsen geworfen durch Federn und Vögel unverlezt erhalten wurde: doch muste er ausser Landes. Str. I. 10. | p. 68.

 

[IIa-06-1784-1078]
Iupiter, die Vesta solle sich für die Verschaffung der Herschaft et. von ihm ausbitten: sie, die immerwährende Iungferschaft und die Erstlinge von allem was geopfert würde. p. 58.

 

[IIa-06-1784-1079]
Den Baum mit dem Gipfel in die Erde sezen.

 

[IIa-06-1784-1080]
Das Brenglas vermehrt das Licht, nicht die Wärme der Mondsstralen.

 

[IIa-06-1784-1081]
Mayer: ie älter der Blumensamen, desto mehr kommen gefülte Blumen. Seine achte Fortsezung der Beiträge zur Aufnahme der Landwirthschaft. 1778.

 

[IIa-06-1784-1082]
Ebenda: seit vielen Iahren sind die meisten Regen von Norden gekommen.

 

[IIa-06-1784-1083]
Man fühlet auf hohen Bergen sich reiner, besser p.

 

[IIa-06-1784-1084]
Comparatio litterarum wenn man das Dokument, das man geschrieben zu haben läugnet, mit einer Sache, die man geschrieben, durch Schreibmeister vergleichen lässet.

 

[IIa-06-1784-1085]
Konsul Go Schuh mit Gold bedekket.

 

[IIa-06-1784-1086]
In Rom brachte man nur Sklaven auf die Tortur.

 

[IIa-06-1784-1087]
Spanien komt vom phönizischen Wort Sepan od. Sepana, das ein Kaninchen bedeutet, das auch sonst da häufig war; eine Münze des Hadrians stelt es auch unter einem Kaninchen vor.

 

[IIa-06-1784-1088]
Die Ägypter: die Schuld der Person wird fället auf den Kopf des Opferthiers.

 

[IIa-06-1784-1089]
Kaiser Iulian verbot Leichenbegängnisse bei Tag.

 

[IIa-06-1784-1090]
Die Ädiles musten Sorge tragen, daß keine reissenden Thiere an öffentlichen Strassen gehalten würden.

 

[IIa-06-1784-1091]
Auf der Insel Zante sah Chandler einen todten Leichnam mit gepuderten Haren, geschmüktem Gesicht und mit Blättergold bedektem Gesicht. Reis. durch Griechenland. Die guten arabischen Pferde wiehern niemals.

 

[IIa-06-1784-1092]
Wenn die Fohle gefallen ist, sezt der Araber einen Geburtsbrief auf,

 

[Manuskriptseite 82]

der die Stunde, Haar u. Ahnen des Thiers enthält. Dieser Aufsaz der d* Kodschet heist, wird von allen Zeugen unterschrieben und hernach in eine kleine messinge Kugel gelegt, die dem Fohlen auf immer um den Hals gehangen wird. Mariti Reisen durch Zypern, Syrien pp.

 

[IIa-06-1784-1093]
Käpler: Holzsamen mit Haber vermischen und beide aussäen.

 

[IIa-06-1784-1094]
Wenn der Anflug nicht dik steht, wächst er zu schlanken und hohen Bäumen auf.

 

[IIa-06-1784-1095]
Iosephus daß die Israeliten iene goldne Gefässe den Ägypt. nicht abgeborgt gehabt: sond. von ihnen als ein Geschenk bekommen.

 

[IIa-06-1784-1096]
Der Beklagte in England kan aus der Liste von 48 Kandid. 20 ohne Ursachen, und mit gegründeter soviel er wil verwerfen; die 12. Geschwornen sond dah. unpartheisch von ihm selbst erkant.; die Zeugen sind müss. allemal in seiner Gegenwart abgehört werden - Ein wegen des Hochverraths Beklagter kan unter 48 Geschwornen 35 wegstreichen; bekomt 2 Sachwalter; die Zeugen für ihn können durch Gewalt zur Zeugschaft gezwungen werden.

 

[IIa-06-1784-1097]
Die 12.Oberrichter haben zwar Siz, ab. nicht Stimme im Oberhause.

 

[IIa-06-1784-1098]
Ein Ambassadeur ein Gesandter, in dess. Kreditiv dieses steht: "Wollen Euer Majestät (Euer Liebden) selbigen gleich uns selbst auf u. annehmen; wie wir ihnen denn die Macht ertheilet, sich aller uns zustehender Prärogatifs Und Gerechtigkeiten zu bedienen."

 

[IIa-06-1784-1099]
Volmachtsbriefe sind Versicherungen eines Monarchen an den Minister, den er zur Gesandschaft braucht, daß er alles billigen wird was er thut, in sofern er die geheime Instrukzion nicht aus den Augen sezt.

 

[IIa-06-1784-1100]
Wegen Mishelligkeiten mus der Gesandte das Land räumen.

 

[IIa-06-1784-1101]
Montesq. Gropius, Vattel: der Gesandte kan nicht durch Anhaltung seiner Person od. Wegnehmung seiner beweglichen Güter zur Bezahlung seiner Schulden gezwungen werden.

 

[Manuskriptseite 83]

[IIa-06-1784-1102]
Die Häuser der Gesandten sind Freistätte für Bösewichter.

 

[IIa-06-1784-1103]
Alchymisten: Salomo seinen Reichthum durch Alchymie. Wiegleb.

 

[IIa-06-1784-1104]
Im 14 Iarh. war diese Seuche so arg, daß Pabst Iohannes XXII dagegen eine Bulle ergehen lies. eb.

 

[IIa-06-1784-1105]
Im Krieg darf ich ieden Feind auss. dem Gesandten gefangen nehmen.

 

[IIa-06-1784-1106]
Krates gieng zur Übung der Geduld im Sommer in dikken, im Winter dünnen Kleidern.

 

[IIa-06-1784-1107]
Die Poeten trugen bei den Alten Lorberkränze um besser dichten zu können.

 

[IIa-06-1784-1108]
Den Verstorbenen sezte man auch einen Kranz auf.

 

[IIa-06-1784-1109]
Auch hatte man welche, wenn man das Orakulum fragte.

 

[IIa-06-1784-1110]
Wird eine Konchylie von gewiss. Seewürmern angebohrt: so sucht sie ihr Gehäuse durch Perlen wieder zuzukleistern. Dah. räth Chemniz gesunde Muscheln zu durchbohren, damit sie Perlen ansezen. Beschäftigungen der berlinischen Geselschaft naturforsch. Freunde. I. B. 13.

 

[IIa-06-1784-1111]
Einige (nach 1, Reg. 6, 7.) der erste Tempel aus ungehauenen Steinen gebauet; a. nicht Menschen, sond. Engel ihn; a. die Steine fügten sich selbst zusammen. Universallexikon. B. 6. B. 7. S. 3.

 

[IIa-06-1784-1112]
Dabach, ein afrikanisch. Thier, lässet sich durch Trompeten und Pauken fangen. S. 5.

 

[IIa-06-1784-1113]
Die Dachse gehen zu Nachts am liebsten aus, wenn es am trübsten ist, weil sie sich vor ihrem Schatten im Mondschein fürchten.

 

[IIa-06-1784-1114]
Das Königreich Dazien wird auf den alten Münzen als ein Weib vorgestelt, tragend einen Wurfspies mit einem Eselskopf zum Zeichen seiner Tapferkeit, weil die Alten den Esel ???? ???????? (unüberwindliches Thier) nanten; dah. man im Orient darauf rit. S. 20.

 

[IIa-06-1784-1115]
Dädalus u. sein Sohn Ikarus flogen beide mit wächsernen Flügeln: iener kam glüklich üb. die See in Sizilien.

 

[Manuskriptseite 84]

[IIa-06-1784-1116]
Elisa's Gebeine machten einen Leichnam lebendig.

 

[IIa-06-1784-1117]
Die Zwerge musten sonst bei Ankunft gross. Ritter und Damen das Horn blasen. Einer war so klein, daß er in einem Keficht getragen wurde.

 

[IIa-06-1784-1118]
Einige: in unserem hebräischen Text konten keine Schreibfehler kommen.

 

[IIa-06-1784-1119]
Käpler: die Vögel breiten den Samen aus, indem sie, wenn sie sich zu sehr damit überladen, ihn ausspeien.

 

[IIa-06-1784-1120]
Rednerische Figur: wenn an Abwesende apostrophirt wird od. Verstorbne zur Rede eingefürt werden.

 

[IIa-06-1784-1121]
Wir sehen nicht die vor dem Spiegel befindlichen Gegenstände selbst, nicht ihre Bilder.

 

[IIa-06-1784-1122]
Da Paulus Ämilius den Perseus überwunden hatte, verachtete er dess. Schäze und lies seinen Kindern allein zu, die Bücher aus der Bibliothek dieses Königs zu nehmen. Plut.

 

[IIa-06-1784-1123]
In der Kirche des h. Franziskus zu Oporto hiengen viele Briefe (enthaltend Danksagungen für Kuren) an dies. Heiligen an Fäden an der Wand. S. 46. Twiß Reisen durch Portug. und Spanien. 1. B.

 

[IIa-06-1784-1124]
Auf allen Märkten in Spanien sind von Thon gemachte Hörner zu verkaufen, womit eifersüchtigen Ehemännern scherzhafte Geschenke gemacht werden. S. 326.

 

[IIa-06-1784-1125]
Einen als einen Mitarbeiter an einem Iournal angeben darin, wenn er tod ist.

 

[IIa-06-1784-1126]
Die alten Philosophen fasten ihre Schriften so ab, daß sie von a. nicht verstanden wurden; waren mehr eine Ankörnung zu ihrer Schule als eine Speise.

 

[IIa-06-1784-1127]
Die Holländer fällen Stam und Hauptwurzel zugleich.

 

[IIa-06-1784-1128]
Eheleute machen aus, in was für einer Religion die Kinder zu erziehen.

 

[IIa-06-1784-1129]
Ob diese Welt nur verwandelt od. vernichtet wird.

 

[IIa-06-1784-1130]
Entlegene Besizungen geben selten dem Staat Macht, dessen Kräfte sie zerstreuen.

 

[IIa-06-1784-1131]
Karl XII. drohte seinen Stiefel den Schweden zum König einzusezen.

 

[Manuskriptseite 85]

[IIa-06-1784-1132]
Feuersbrunst durch ein von der Sonne beschienenes Glas Wasser, durch runde Fensterscheiben.

 

[IIa-06-1784-1133]
Die Deutschen schikten gewönlich dem Feinde, den sie angreifen wolten, einen räudigen Hund zu. Bielfeld. II. Hauptst. VII.

 

[IIa-06-1784-1134]
Avokatorien, durch welche man (nach der Kriegserklärung) allen Unterthanen der feindlichen Macht aus dem Lande zu gehen befiehlt.

 

[IIa-06-1784-1135]
Man lässet die Siege allen freundschaftlichen Höfen durch die Minister melden, die da sind. Auswechslung der Gefangenen.

 

[IIa-06-1784-1136]
Die Römer hörten so lange keine Vorschläge zum Frieden an als sie im Nachtheile waren und erhöhten ihre Ansprüche nach dem Masse ihrer Niederlage.

 

[IIa-06-1784-1137]
Klausel in einem Wechselbrief: "Bey Verpfändung meiner Haab u. Gütter, mit Begebung der Markts Freyheit."

 

[IIa-06-1784-1138]
Klausel: "Solte dieses Instrument durch einigen Zufall verlohren gehen, so soll eine Abschrift eben so viel Glauben beygemess. werden, als wenn das Original selbst wäre producirt worden."

 

[IIa-06-1784-1139]
Klausel: "Solte dieses Instrument od. Brief an Pappier, Schrifft od. Siegel was feucht, löchrig, od. sonst schadhafft werden, soll solches der veritati Instrumenti nichts schaden od. hindern."

 

[IIa-06-1784-1140]
In das manche Kloster darf niemand Fremdes, wenn er nicht vorher beschwört, daß er 40 Iahr alt sei und vor Sonnenuntergang wieder herausgehen wolle. Universallex. Bd. 6. S. 303.

 

[IIa-06-1784-1141]
Gewisse Lampen, die sich selbst Öhl zugiessen.

 

[IIa-06-1784-1142]
Die Einwohner von Cochinchina prügeln bei ihrem Triumphen auch die überwundnen Götter und esseln sie. Mendoza.

 

[IIa-06-1784-1143]
Bezahlen alle Schulden am neuen Iahre weil sie es für eine grosse Sünde halten, bis ins folgende schuldig zu sein.

 

[IIa-06-1784-1144]
Glauben: daß der Teufel am neuen Iahrstag alten Leuten sehr nachstelle, die dah. in dem Tempel sich verstekken.

 

[IIa-06-1784-1145]
Im vorigen Iahrhundert legte eine Henne, vor Schrekken üb. den gross. Kometen, das Kometenei. Univers. Lex. S. 814.

 

[Manuskriptseite 86]

[IIa-06-1784-1146]
Kommodus nahm den Namen Herkules selbst an, als er zu Lanuvii wilde Thiere umgebracht hatte. Lamprid. in Commod. I. c. 5.

 

[IIa-06-1784-1147]
Er gieng in Weibskleidern mit einer Keule wie Herk. und schlug damit Leute. c. 9.

 

[IIa-06-1784-1148]
Die, so schwach zu Fusse waren, lies er mit Leinwand in Riesen und Drachen einkleiden und schos mit Pfeilen nach ihnen. c. 10.

 

[IIa-06-1784-1149]
Kompashäusgen in 3. Theile: zur rechten steht ein Kompas und zur linken: in dem mitleren Theile eine Lampe, die auf beide Licht wirft.

 

[IIa-06-1784-1150]
In der katholischen Kirche wird der Confirmatus mit Chrisam gesalbt u. bekomt eine Ohrfeige.

 

[IIa-06-1784-1151]
Die Kopten nehmen zum Abendmal keinen Wein aus Wirtshäusern od. Weinkellern, der Unheiligkeit wegen.

 

[IIa-06-1784-1152]
Spizen auf den Kirchthürmen, eisernen Gittern an Fenstern werden mit der Zeit magnetisch.

 

[IIa-06-1784-1153]
In Persien darf keine Mansperson auf dem Wege sein, wo des Königs Weiber passiren; ihr Anblik kostet das Leben dem Manne. Thevenot.

 

[IIa-06-1784-1154]
Crupezia waren die Schuhe der Musikanten, mit deren eisernen od. hölzernen Sohlen sie den Takt hörbarer schlugen. Barthol. de Tib. Vet. III. 4.

 

[IIa-06-1784-1155]
Die Griechen sezten die Statue des Kupido in den Eingang der Gymnasien; die Römer auch, nur ab. zwischen den Merkur u. Herkules. Ein blindgemachter Zyklope.

 

[IIa-06-1784-1156]
Den Kureten konten alle Thiere geopfert werden; mit Ochs. u. Ziegen fieng man an und endigte mit Vögeln. Paus. IV. 31.

 

[IIa-06-1784-1157]
Unter den Chiffern kommen oft einige Wörter mit vor.

 

[IIa-06-1784-1158]
Delphinus, ein Kriegsinstrument, das man in feindliche Schiffe lies, sie entwed. in Grund zu bohren, od. so niederzudrükken, daß sie Wasser schöpfen. Scholiast. Aristoph. II. 3. *15 15. 7:

 

[IIa-06-1784-1159]
Demetrius, Goldschmidt, fieng * einen Aufruhr gegen den Paulus an, durch dess. Schuld er seinen kleinen silbernen Tempel nicht mehr loswerden konte.

 

[Manuskriptseite 87]

[IIa-06-1784-1160]
Ein innerlicher Krieg gefährlicher als ein auswärtiger.

 

[IIa-06-1784-1161]
Salomo bekam Reichthum weil er um Weisheit bat. Eherne Meer stand auf 12 Ochsen

 

[IIa-06-1784-1162]
In der Bundes Lade war nichts als die 2. steinernen Tafeln Mosis. 1. B. König. 8, 9.

 

[IIa-06-1784-1163]
Bei den Ätoliern, Epirotis p. gaben Tauben aus einer Eiche Orakel. Paus. in Achaicis.

 

[IIa-06-1784-1164]
Das Bild der Niobe schien in der Nähe wed. weiblich noch traurig, sod. erst beides in der Ferne. Paus. in Achaic. Atticis.

 

[IIa-06-1784-1165]
Die Statue der Niobe weinte nur im Sommer. Paus. in Arcadicis.

 

[IIa-06-1784-1166]
Da Apollo und Diana die Söhne der Niobe getödet, verwandelte Iupiter alle Menschen in Stein auf 9. Tage, am 10. gab er ihnen die alte Gestalt, um iene begraben zu sehen.

 

[IIa-06-1784-1167]
Aus dem Blute des geschundnen Marsyas entstanden die Satyrs wie Agatharchides in rebus Phrygiis.

 

[IIa-06-1784-1168]
In England trank man auf die Gesundheit des Pferdes, das durch seinen Fal den Tod des vortreflichen Wilhelms III. Bielfeld. B. II. S. 25.

 

[IIa-06-1784-1169]
Die englischen Doggen werden gelehrt, das Wild nie am Kopfe anzufallen. Auf ihrem Halsband ist der Name und das Wappen des Hern.

 

[IIa-06-1784-1170]
Man giebt ihnen keine Knochen, damit sie sich nicht die Säh Zähne, die sie zum Anfal brauchen, daran verderben.

 

[IIa-06-1784-1171]
Man stuzt ihnen die Ohren, brät sie und giebt sie ihnen zu fressen.

 

[IIa-06-1784-1172]
Privilegien der Doktoren: dürfen vor iedem Richter sizend erscheinen; sind in der Tracht den Edelleuten gleich; die Gelder, die zur Erlangung des Doktorats bestimt sind, können nicht mit Arrest belegt werden; wenn 2 Doktoren auf 1. Seite zeugen, gilts mehr als wenn auf der a. 3. Zeugen; werden nicht torquirt; dürfen sich adeliche Wappen erkiesen.

 

[IIa-06-1784-1173]
Die Drossel würde sich in der Schlinge nicht erwürgen, wenn sie nicht fortflöge.

 

[IIa-06-1784-1174]
Donati sind Personen, die sich mit ihrem ganzen Vermögen ins Kloster begeben und nur das Gelübde des Gehorsams, ab. nicht der Armuth u. Keuschheit thun.

 

[Manuskriptseite 88]

[IIa-06-1784-1175]
Der Donnerkeil, der tödtete, wird hernach zur Arzni gebraucht; bewart vor Donner, bringt verlorne Milch wieder, heilt Brüche.

 

[IIa-06-1784-1176]
Manche Räuber mit glühender Krone und glüh. Szepter und Thron begaben.

 

[IIa-06-1784-1177]
Abgefundene Prinzen heirateten oft regierende Königinnen und blieben Unterthanen derselben.

 

[IIa-06-1784-1178]
Die Aufseher der Bitschriften (Maitres des requêtes) od. Kabinetssekretarien müssen die Bitschriften annehmen u. dem Landeshern zu einer gesezten Stunde vortragen. Dreifus nur noch in der Küche.

 

[IIa-06-1784-1179]
Im geheimen Rathe stimmen die iüngsten geheimen Räthe zuerst und der Prinz thut, wenn er alle Meinungen gehört, den Ausspruch.

 

[IIa-06-1784-1180]
Die Kabinetsminister bemerken den Tag, wo ihnen die Depeschen zugekommen d. h. das Präsentatum.

 

[IIa-06-1784-1181]
Das Kabinet unterhält 2 Arten von Dechiffreurs: die, die des eignen Hofes Schriften ent= u. verziffern; u. die, die eines fremden seine entziffern. Gute Lage eines Staats.

 

[IIa-06-1784-1182]
Die gross. od. königlichen Lehen werden oft haben oft schwächere Staten als sie selbst sind, zu Lehnhern und der Vasal od. Lehnman wird dem Lehnhern zur Last.

 

[IIa-06-1784-1183]
Der Hunger nimt mit der Kälte zu, u. Hize ab.

 

[IIa-06-1784-1184]
Moses sprengte Rus gen Himmel.

 

[IIa-06-1784-1185]
Die Alten verhinderten die dreschenden Ochs. durch einen Zaum, zuviel zu fressen, er hies ?????????.
?????????] erster Wortbestandteil: verbrennen, zweiter Teil: Krippe; MW 24.5.04

 

[IIa-06-1784-1186]
Bei den Iuden war dieses verboten; dah. die Ochs. um die Dreschzeit fet.

 

[IIa-06-1784-1187]
Die Ägypter beschmierten den dreschend. Ochs. die Nasenlöcher mit Koth. Älian. Hist. Anim. IV. 25.

 

[IIa-06-1784-1188]
Mängen u. Weibgen unerkant aus dem Neste nehmen u. erst nach langer Fütterung ihr Geschlecht entdekken.

 

[IIa-06-1784-1189]
In ied. Oper werden alzeit 2. Frauenz. rollen eingeflikt, der Gegenstand mag es immer nicht leiden, weil bei ied. Geselschaft eine 1. u. 2. Sängerin ist.

 

[Manuskriptseite 89]

[IIa-06-1784-1190]
Der Komponiste der Oper sezt dem Talent seiner Hauptsänger zu Gefallen ihre Arien mit Widerspruch ihres Inhalts im Allegro od. Adagio; der Dichter bringt Arien, um ied. Rolle einige zu geben, an, wo keine Gelegenheit dazu ist; u. der Komponiste füllet den Sängern zu gefallen ihre Arien mit überflüssigen Passagen u. Colloraturen an.

 

[IIa-06-1784-1191]
Holz, das mit Wasser besprengt wird, fault bald; unter Wasser bleibt es viele Iahre frisch.

 

[IIa-06-1784-1192]
Die Eskimaux leben, bei Mangel, von den Thierfellen, die sie zum Verkaufe gesamlet, nach Absengung deren Hare.

 

[IIa-06-1784-1193]
Die Einwohner * um Ioar in Afrika ess. Strauseneier am liebsten, wenn die Iungen 3. od. 4. Zol lang sind.

 

[IIa-06-1784-1194]
Die Fasten in den römischkatholischen Ländern sind die Hauptstüze des Fischhandels; dah. die reichen Fischhändler in London bei ihren Zusammenkünften alzeit die Gesundheit des Pabstes.

 

[IIa-06-1784-1195]
In den nördlichen Ländern war das schöne Geschlecht alzeit weit mehr geachtet als in den südlichen, wo doch der Trieb zu ihm stärker ist. Krankheit {{Ekel}} Zeichen der Schwängerung.

 

[IIa-06-1784-1196]
Im Orient können die Schifleute (und bei uns die Zimmerleute) nichts arbeiten ohne dabei zu schreien.

 

[IIa-06-1784-1197]
Im Orient haben alle Regenten eigne Werkstätte, wo alles was zu ihrer Hofhaltung nöthig ist, verfertigt wird. Sobald sich einer in einer Kunst hervorthut, mus er darin arbeiten. Paw.

 

[IIa-06-1784-1198]
Im Raspelhause zu Amsterdam wird in einen Keller mit einer Pumpe soviel Wasser gelassen, als der Faule auspumpen kan, damit er nicht ertrinke. Marschall.

 

[IIa-06-1784-1199]
Die mit Wasser gefülten Brunnen geben ein deutlicheres Echo als die leren.

 

[IIa-06-1784-1200]
Das gewöhnliche Echo wiederholt nur die lezten Sylben.

 

[IIa-06-1784-1201]
Ein einsylbiges mus 100 Fus weit, ein zweisylbiges 200; und ie vielsylbiger desto weiter mus es entfernt sein.

 

[IIa-06-1784-1202]
Bei klarem und heiterem Himmel ein deutlichers Echo als bei trübem.

 

[Manuskriptseite 90]

[IIa-06-1784-1203]
Der üb. die Erde laufende Schatten des Mondes, bei einer Sonnenfinsternis.

 

[IIa-06-1784-1204]
Man solte die Sonnenfinsternis eine Erdfinsternis nennen.

 

[IIa-06-1784-1205]
Sonst glaubte man, nur die luminaria magna würden verfinstert; von den Finsterniss. der Trabanten Iupiters, Saturns p. (wenn die Venus durch die Sonne geht, wird dies. verfinstert) wuste man nichts.

 

[IIa-06-1784-1206]
Der Mond ist bei manchen Mondfinsternissen ganz verschwunden, nach Kepler 1580, 1583, 1601.

 

[IIa-06-1784-1207]
Die Mondfinsternis wird an allen Orten, wo er üb. dem Horizont ist, auf einerlei Art und zu gleicher Zeit gesehen.

 

[IIa-06-1784-1208]
Die Römer stekten Trauergedichte an die Thüren, damit die Vorbeigehenden sie läsen.

 

[IIa-06-1784-1209]
Wenn man den Stein der Weisen auf Kieselsteine legt, werden daraus Edelsteine. A. d. B. B. 58. St. 1. S. 162.

 

[IIa-06-1784-1210]
Der Baron von Ô Cahill räth, des Schrekkens wegen, schwarze Montur für die Artillerie. S. 252.

 

[IIa-06-1784-1211]
Der Zend=avesta ist ursprünglich auf 1200 Häuten geschrieben.

 

[IIa-06-1784-1212]
Die Isis hatte ieder Priesterzunft einen Theil des Körpers ihres Gemahls, Osiris, anvertraut, um ihn im Tempel aufbewahren und götlich zu verehren. A.W.

 

[IIa-06-1784-1213]
Ptolomäus Philadelphus verbot die Lehre eines künftigen Lebens in seinen Staten, um dem Selbstmord zu steuern.

 

[IIa-06-1784-1214]
Dädalea ein Fest in Böozien: man kochte an den Eichen eines gewiss. Waldes Fleisch und legte es hin. Nahm ein Vogel ein Stük weg, so gaben sie acht, auf welches er sich sezte: aus diesem hieben sie das Götterbild.

 

[IIa-06-1784-1215]
Besondere (Separat=) Artikel, die man hernach dem Vertrag beifügt; und die vor Europa anfangs geheim gehalten werden. Oft macht man noch geheime Artikel, die vor aller Welt verborgen werden.

 

[Manuskriptseite 91]

[IIa-06-1784-1216]
Oft werden auswärtigen Fürsten Hülfsgelder gezahlt, damit sie sich nicht wid. uns erklären, sond. stil sizen.

 

[IIa-06-1784-1217]
Zur Vermeidung der Rangstreitigkeiten sezet man sich ins Zimmer der Unterhandlung einen runden Tisch, keinen Ofen, zu mehr Thür

 

[IIa-06-1784-1218]
Der Bevolmächtigte nimt den weggeiagten Bedienten eines andern in Dienste.

 

[IIa-06-1784-1219]
Man schikt zu den wichtigsten Unterhandlungen nur Minister vom zweiten Rang, weil einem Bothschafter od. Abgesandten durch Zermoniel und seinen Rang das Glük schwieriger gemacht wird. Ia in sehr wichtigen Unterhandlungen giebt man dem Unterhändler den Titel eines bevolmächtigten Ministers, heimlich ab. das Kreditiv als Abgesandter, das er unmittelbar vor der Aufzeichnung vorweiset, damit der Vertrag mehr Ansehen erhalte. Zuweilen waren auch Damen Unterhändler

 

[IIa-06-1784-1220]
Die Abgesandten des Pabsts heiss. Legaten, seine Gesandten Nunzii und seine Residenten Internunzii. Die Legaten de latere unterscheiden sich von denen a latere, daß die ersteren keine Kardinäle sind.

 

[IIa-06-1784-1221]
Iede Nazion hat ihren Kardinalprotektor zu Rom, der ab. kein öffentlicher Minister ist, weil er kein Beglaubigungsschreiben hat; ist blos zum Spas da. Da ab. protestantische Fürsten nicht dafür vom Pabst erkant werden: so haben sie in Rom stat eines öffentlichen Ministers geheime Geschäftträger.

 

[IIa-06-1784-1222]
Oft schikt man Kundschafter, die sich bei Ministern einschleichen und eine Unterhandlung anspinnen und bei Glük derselben ein Kreditiv vorweisen.

 

[IIa-06-1784-1223]
Sonst kündigten die Herolde, deren Person heilig war, dem Feinde Krieg u. Frieden an: iezt sind sie nur bei gewiss. Zeremonien gross. Herren, thun in der Hauptstadt eine Kriegserklärung, od. halten über die Titel und Wappen angesehener Familien Register.

 

[IIa-06-1784-1224]
Die unverlezlichen Trompeter werden zu Bestellungen zwischen beiden Heren gebraucht. Man lässet ihn nicht oft ins Lager od. in die Stadt, ab. mit verbundenen Augen.

 

[Manuskriptseite 92]

[IIa-06-1784-1225]
Der Unterhändler hat zuweilen eine doppelte Instrukzion: die ostensible und die geheime, die umständlicher und mit gewiss. Abänderungen den Willen des Landeshern erklärt.

 

[IIa-06-1784-1226]
Verziffernde Ziffer (Chiffre chiffrant); entziffernde Ziffer (Chiffre dechiffrant) und die Banalziffer, (Chiffre banal) welche allen Ministern in fremden Ländern, gemein ist, damit sie unter einander kommuniziren können.

 

[IIa-06-1784-1227]
Zuweilen werden die Ziffern von untreuen Sekretarien verkauft, dan schreibt der Hof an den Minister und dies. an ienen gerade das Gegentheil der Meinung und Neuigkeiten, um den a. Hof irre zu führen. Dieses zeigt man durch ein gewisses Zeichen an, vernichtende Ziffer genant.

 

[IIa-06-1784-1228]
Der Fürst, bei dem der auswärtige Minister gestanden, fertigt ihm bei dem Zurükruf dess. ein Rekreditiv aus, das in Preuss. und Frankr. mit dem Bilde des Königs mit Diamanten besezt, in England mit Gold, in Holland mit einer goldnen Kette, und vom Pabste mit Reliquien u. Indulgenzien begleitet wird. Das Rekr. ist ein Zeichen, daß er sich ordentlich bewiesen. Bielfeld. II. Th.

 

[IIa-06-1784-1229]
Die Bothschafter haben in ihren Audienzzimmern einen Thronhimmel, wo sie das Bild ihres Monarchen (od. das Wappen ihrer Republik) aufstellen: unter demselben steht ein Lehnstuhl für den Fürsten.

 

[IIa-06-1784-1230]
Manche Höfe geben ihren öffentlichen Ministern ein silbernes Tafelservice mit, und lass. es sich bei ihrer Rükkehr wiedergeben.

 

[IIa-06-1784-1231]
Da ein Gesandter keine Abgaben von seiner Einfuhre geben darf: so brachte ein gewiss. in London nicht nur ein ganzes Warenlager mit, und verkaufte es unter der Hand: sond. er lies sich auch mit neuem Vorrath versorgen. Bielfeld.

 

[IIa-06-1784-1232]
In a. Ländern überreichen die fremden Minister der Regierung ein Verzeichnis der Bedürfnisse zur Unterhaltung ihres Hauses und man erstattet ihnen in barem Geld die Accisen od. Auflagen wied. Einige rechnen mehr als sie verzehren, um zu gewinnen.

 

[Manuskriptseite 93]

[IIa-06-1784-1233]
Windrose - halbe Wind - Seeuhr - Senk= u. Wurfblei - Hanseestadt - Widerruf des Edikts von Nantes - Voltigiren - Skaphander und Lütticher hölzerne Wämser od. Kürasse - Reitschul - Fechten auf den Stos und auf den Hieb - Fechtboden - Ringrennen - Königsspiel - Glossarium - Kniegeige - Drehorgel, Positiv - Altarlichter - Windfakkel - englischer Sattel, Paksattel - die Lakaienriemen hinten an Kutsche - Geselschafts= Blumen= Thierstükke - Schlachtstükke - Holzschneider, Hornschneider - Bildschnizer Bildstok - Kurrent= Bankogeld - Mortifikazionsschein - kontante Zahlung (od. die zur Kassa), Bankozahlung, Zahlung durch Assignazion - Konkursprozes - Tausch= und Kaufhandel {*...* *...* od.} - eigne, Kompagnie= Kommissions= Faktorei= und Speditionshandlung - Zolstätte - Rabatt Rabattewaren - englisches Steingut - Fassettenschneider - Stukkaturarbeit - Grossohandel - Assekuranzhandel - Reassekuranz - Assekuranzpolicen od. Assekuranzbriefe - Assekuranzprämie - Assekuranzkompagnien od. kammern - Assekuranzgerichte - Grosavanturhandlung Avanturbrief - al pari u. gegen Agio wechseln - Eigene u. trassierte Wechsel, Solawechsel u. Prima= Sekunda p. wechsel - Briefkopiebuch - Provision - Procura - Spedizionsbrief - Buchhalter - Kontorist - Kassirer - Reisediener - Stapelstadt =recht - Mesbücher - Mes= od. Marktgerichte - Postschein - Girobank - Bankzettel =note - Zettelbank - Ballast - Kauffahrtei= und Kriegsschif - Figurant - Schlafsal im Kloster - Weisheitsgürtel - III Kammermohren - Kanzleiferien - Tafeldekker - Folienschläger - Nachtriegel - Repetierwerk - Glokkenspiel Harfen= Flötenuhr - Kupfer= Eisen= Messinghammer - Wettergläser - Reisfeder - Luftpumpe - Flötenpfeifen und Schnarwerk - Wolfs= spanische Klinge - Salpeterwand - II Versühn= od. Schuld= und Sündopfer Dankopfer - Frühmette und Vesper - Heuwage -
Heuwage -] Seiten 85-93 Transkription Berlin 15/09/2000 MIWI©©

 

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1794 Februar

 

[IIa-06-1784-1236]
1800 Febr.