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Faszikel V-BVA-02-1781-1786
 

Transkription und digitale Edition von Jean Pauls Exzerptheften

Vorgelegt von: Sabine Straub, Monika Vince und Michael Will, unter Mitarbeit von Christian Ammon, Kai Büch und Barbara Krieger. Universität Würzburg. Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition (Leitung: Helmut Pfotenhauer)

Förderung: Fritz Thyssen Stiftung (11/1998-12/2000) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (01/2001-12/2005)
Projektleitung: Michael Will
Gesamtleitung: Helmut Pfotenhauer

Transkriptionsgrundlage: Nachlass Jean Paul. Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Fasz. V, Reihe VI (Verschiedene Autoren), Bd. 2

Bearbeitungsschritte:
01.07.2003 CA Beginn der Transkription
10.09.2003 CA Ende der Transkription
23.06.2004 MV Erste Korrektur
11.10.2004 MIWI Korrektur griech. Zeichen, Vorbereitung Online
23.11.2004 ST Autopsie Berlin
01.11.2005 MIWI Revision und Vorbereitung Online-Update
15.04.2010 CMC Zweites Online-Update

 

Das Titelblatt dieses Bandes fehlt.

 

[Manuskriptseite ohne Zählung]
dieser Exzerptband besteht zum Großteil aus Exzerpten in lateinischer Sprache, die undeutlich, gedrängt und klein, verwischt etc. vorliegen. Daher sind sie mit zahlreichen unclear-tags versehen, die von einem Latein-Könner überprüft werden sollten. ST

[V-BVA-02-1781-1786-0001]
Nov. 1794.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0002]
44 *...*ein statt Salz 6* 60.59 57 54 ** ** 44 42 39 30 * 8, 23 * 43 82 *...* [oberer Teil der Seite gefüllt mit aneinandergereihten Ziffern, die gestrichen wurden, CA]

 

[Manuskriptseite 02]

[V-BVA-02-1781-1786-0003]
Sapientis est aliquando officium, excedere e vita, cum beatus sit, et stulti manere in vita, cum sit miser. De finib. bon. et. mal. l. III. c. 18

 

[V-BVA-02-1781-1786-0004]
Gedike u. Condillac rathen den Kinderunterricht mit Lesenlehren nicht anzufangen sond. zu beschliessen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0005]
Rousseau: es ist schwerer glüklich zu scheinen als zu sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0006]
Rousseau beschlos bei allen Einwürfen das System nicht aufzugeben, das er in seinen besten Iahren (40ten) gemacht; vergas die Gründe, ab. nicht die Schlusfolgen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0007]
D' Alembert: nur gute Leute lieben Kinder, kein Missethäter wer Freund davon.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0008]
Zizero: die Sirenen lokten nicht durch ihren Gesang, sond. durch das Versprechen, viel zu lehren, die Menschen an. De fin. l. V. c. 18.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0009]
Lüge: in einer a. Welt kan die Moral anders sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0010]
Anacharsis auf die Frage, warum er nicht heirathe,: er würde möchte seine Kinder zu sehr lieben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0011]
Wem ied. die zweite Stelle einräumt, verdienet erste.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0012]
Ein Arzte sagte allzeit zu den zärtlichen Damen, die sich üb. Übelbefinden beklagten ab. noch vor der Arznei ekelten: er wünschte daß sie sich noch schlimmer befänden, damit sie die Arzneien gern nähmen. Bako

 

[V-BVA-02-1781-1786-0013]
Wer nicht fort schreitet, geht zurük.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0014]
Iünglinge mehr zum Erfinden als Beurtheilen, Alte umgekehrt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0015]
Man mus durch Übertreibung der einen Sache vom entgegengesezten Fehler abzuführen suchen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0016]
Jeder die Wissenschaft ergreifen, zu der ihn seine Neigung hinruft.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0017]
Wo kein Kläger ist, da ist kein Richter.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0018]
Narra tu mihi factum, ego tibi ius f narrabo.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0019]
Wo keine Vergleichung stat findet, da mit dem Neider, da kein Neid z. B. bei den Königen

 

[V-BVA-02-1781-1786-0020]
Bako: die durch Stufen zu einer Ehrenstelle kommen, minder beneidet als die durch einen Sprung. - Mitleiden ein sicheres Genesungsmittel gegen den Neid.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0021]
Ebenda: Statsleuten klagen üb. ihre Mühseligkeiten um den Neid abzuwenden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0022]
De quelque ornement estranger que la fortune vous pare la peau vous demiure tous-iours colée sur les os de la *erre *...*

 

[Manuskriptseite 2]

[V-BVA-02-1781-1786-0023]
Ebenda: die Ehrentitel sind nur die Zunahmen unsers Elends.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0024]
In Schauspielen interessirt der Sohn sich für den unbekanten Vater aus Instinkt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0025]
Die Braut weint während der Trauung. Einen bitten, zu thun als ob er nicht da wäre.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0026]
Die Alten: eine hohe Bedienung zeigt den Man.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0027]
Demosthenes Lob der Akzion als dem besten bei einem Redner.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0028]
Endzwek der Ehe, Kinderzeugung; a. ehliches Vergnügen; a. mutuum adjudorium.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0029]
Liebe durch Schwierigkeiten u. Entfernung vermehrt den Zank.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0030]
Ein kleiner Fürst und ein Edelman reisten durch ein Städtgen; dieser nahm um unkognito zu sein, des Prinzen Namen an.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0031]
Der Freund des a. sein um sich durch dess. Zutrauen Glanz zu geben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0032]
Bako: die Rebellionen, die vom Magen herkommen, sind die schlimsten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0033]
Man glaubt das gern was man wünscht u. verwirft die Säze, die uns. Neigungen entgegen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0034]
Man darf einem Tragödiensteller nicht die Meinungen seiner spielenden Personen anrechnen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0035]
Turenne: dieu est toujours pour les plus gros éscadrons. Lettres de Pompadour

 

[V-BVA-02-1781-1786-0036]
P. Castel: une démi-verité est la plupart du temps une erreur et une demiscience est pire que t'ignorance.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0037]
Man verbessert seine Gedanken durch Reden, sieh. Young; es ist besser mit einer Statue, mit einem Bilde zu reden, als seine Gedanken mit Stilleschweigen zu erstikken. Bako

 

[V-BVA-02-1781-1786-0038]
Die Neigung, die Kraft, die am schwächsten bei uns ist, sollen wir am meisten zu üben suchen. Bako: wir müss. eine Übung vornehmen, wenn wir am besten u. wenn wir am schlechtesten dazu aufgelegt sind.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0039]
Der Aberglaube wird durch seine Ähnlichkeit mit der Religion noch häslicher wie der Affe durch die mit dem Menschen. Bako.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0040]
Bako: wenn man reiset, mus man sich des Umgangs mit seinen Landsleuten enthalten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0041]
Wieland: ied. hat so viel Wahrheit als er braucht.

 

[Manuskriptseite 3]

[V-BVA-02-1781-1786-0042]
Erubescant pudici etiam loqui de pudicitia Cic. de legibus. c. 19. L. I.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0043]
Den Karakter einer Nazion nicht nach der Hauptstadt sond. den Provinzen beurtheilen

 

[V-BVA-02-1781-1786-0044]
Zizero: er wolle, wenn man ihn zornig machte, in 3 Tagen ein Iurist werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0045]
die, die keine Redner werden können, werden Iuristen. Ziz. pro Murena.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0046]
Odit populus Romanus privatam luxuriam, publicam magnificentiam diligit. Cic. pro Mur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0047]
Bayle: diese Welt ist kein Aufhören des Chaos, sond. vielmehr ein Entwurf von Auseinandersezungen und nach dem Ende dies. Versuchs wird eine schönere Welt hervorgehen, die ohne Uneinigkeit der Elemente ist. Ovid.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0048]
Madame des Houlieres zog das Schicksal des ** Hammels des Menschen seinem vor, in ihren Idyllen. | Bayle Ovid.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0049]
Lipsius: das Lesen des Petronius habe nur auf seinen Kopf gewirkt und in seinem Herzen mit allen Unzüchtigkeiten keine Spur gelassen. Quäst. Epistolic. 2. III. ep. 2. | Bayle: wie es ehrwürdige Leute giebt, die ohne schlechte Ursache unreine Bücher lesen: so kan man auch ohne verdorbenes Herz welche schreiben. | Virgil.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0050]
Sebastian Frankus:

 

[V-BVA-02-1781-1786-0051]
Kleyder auß, Kleyder an,
Essen, Trinken, Schlaffen gan,
Ist die Arbeit, so viel Orden han.
| Lection. memor. Cent. 12.

Absentem laedit cum ebrio qui litigat. P. Syrus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0052]
Amici vitia nisi feras facis tua.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0053]
Arcum intensio frangit, animum remissio.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0054]
Beneficium accipere, libertatem vendere est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0055]
Thales: das weiseste Ding ist die Zeit, weil sie alles erfindet. Diog. Thal. l. I. c. 1. n. 9.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0056]
Pythagoras: man sol nicht einschlafen eh' man dreimal die Verrichtungen des vergangenen Tages überdacht und sich geprüft hat.

 

[Manuskriptseite 4]

[V-BVA-02-1781-1786-0057]
Iohnson: man erzählet Geheimnisse in der ersten Hize der Liebe, um durch ein wichtiges Opfer die Aufrichtigkeit der Freundschaftsbetheuerungen zu zeigen. Rambler. 13.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0058]
Der Ritter Matthias Hale verbarg es lange, daß er sich den strengsten Pflichten der Religion gewidmet, um nicht durch Fehltrite den Ruf der Frömmigkeit zu beschimpfen. Rambl. 14.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0059]
Man kan den Tod beschleunigen ab. nicht verzögern.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0060]
Schroeckh: für die ersten Iahre der Kindheit gehöreten nur einzelne abgerissene Erzählungen, und nur für die folgenden zusammenhängende Geschichte. Lob muntert auf u. schläfert ein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0061]
Solon: ?????? ?? ???? ????; (Freunde erwerbe nicht zu geschwind) ??? ?'?? ????? ?? ??????????. (die erworbnen danke nicht ab) Diog. Laert. Solon.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0062]
Chilo: ????????? ??? ??? ??????? ???? ????? ? ??? ??? ???????? ??????????. (Schneller zu Unglük als Glük des Freunds herbeieilen). Chil*...*.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0063]
Lessing: ein Nachahmer ahmt selten nach ohne verschönern zu wollen

 

[V-BVA-02-1781-1786-0064]
Nicht üb. den schlechten Scherz, sond. üb. den dummen Lacher lachen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0065]
Beneficium dando accepit qui digno dedit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0066]
Brevis ipsa vita est sed malis fit longior.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0067]
Cicatrix conscientiae pro vulnere est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0068]
Comes facundus in via pro vehiculo est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0069]
Crudelem medicum facit intemperans aeger facit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0070]
Crudelis lacrymis pascitur, non frangitur

 

[V-BVA-02-1781-1786-0071]
Tacere nescit idem qui nescit loqui.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0072]
Verum est, quod pro salute fit mendacium.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0073]
Nocens precatur, innocens irascitur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0074]
Medicina sola miseriarum oblivio.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0075]
Fortunam citius reperias quam retineas.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0076]
Et miseriarum portus est patientia

 

[Manuskriptseite 5]

[V-BVA-02-1781-1786-0077]
Bekkaria: man kan keinen mit dem Tode strafen, weil keiner das Recht üb. sein Leben übertragen kan.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0078]
Discipulus est prioris posterior dies.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0079]
Ducis in in consilio posita est virtus militum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0080]
Eripere telum non dare irato decet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0081]
Der Alte erzählt die Geschichte seiner Iugend u. vergist die von Gestern.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0082]
Man darf die Predigt {Prediger} nicht blos les. sond. auch hören.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0083]
Fatetur facinus is, qui iudicium fugit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0084]
Felicitas nutrix est iracundiae.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0085]
Homo toties moritur quoties amittit suos

 

[V-BVA-02-1781-1786-0086]
Ignoscito saepe alteri, nunquam tibi

 

[V-BVA-02-1781-1786-0087]
Chilo: ???????? ?????? (Sich vor sich selbst hüten) Diog. Laert.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0088]
Pittakus: man mus ohne Blut Siege erwerben. Diog.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0089]
Ovid: die Liebe hat nur bei denen Macht, die unbeschäftigt sind.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0090]
Da Alexand. einen Menschen hören solte, der wie eine Nachtigal sang: sagte er: er habe die Nachtigal selbst gehört.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0091]
Ulpianus libro XXXVI. ad Sabinum: nuptias non concubitus sed consensus facit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0092]
Marcianus: non solent, quae abundant, vitiare scripturas. Libro sexto Fideicommissorum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0093]
Venuleius: non potest improbus videri qui ignorat quantum solvere debeat. (libro XII. Stipulationum)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0094]
Ulpianus: nemo videtur fraudare eos qui sciunt et consentiunt (libro Sexagensimo sexto ad Edictum)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0095]
Modestinus: expressa nocent, non expressa non nocent (libro VII. differentiarum)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0096]
Alphonsus von Arragonien: die todten Rathgeber (Bücher) sind die besten und sichersten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0097]
chastes sont ses oreilles (du beau sexe) éncor que les yeux soient fripons. La Fontaine.

 

[Manuskriptseite 6]

[V-BVA-02-1781-1786-0098]
Insanus omnis furere credit caeteros.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0099]
Iucunda macula est ex inimici sanguine.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0100]
Swift: die Weiber sind eine höhere Gattung von Meerkazen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0101]
Swift: die Menschen sind in gleichem Grade dankbar u. rachgierig.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0102]
Als Lee von einem Kunstrichter hörte, es wäre leicht, als ein Unsinniger zu schreiben: antwortete er, es wäre schwer, als ein Unsinniger, aber leicht als ein Thor zu schreiben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0103]
(Zäsar sezte eine Nachricht von den Irthümern auf, die er im gallischen Kriege begangen; und Hippokrates warnte die Nachwelt vor seinen einem Versehen, darin er gefallen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0104]
Iüngere Plinius: der Redner mus nicht die besten, sond. alle Gründe vorbringen p. VIII. 27.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0105]
Iohnson: zu viele Güter sind eine Gelegenheit zur Armuth. Rambl. 38.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0106]
Horaz ermahnet seinen Freund: ieden Tag als den lezten, den er geniess. solte anzusehen, weil man was man üb. Hofnung erlangt, mehr vergnügt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0107]
Die Beschäftigung das beste Mittel gegen Betrübnis; dah. unt. Soldaten und Seeleuten viel Zuneigung und wenig Gram. Iohnson: die Betrübnis ist ein Rost der Sele, den ied. neue Begrif abfeilet, eine Fäulnis des stilstehenden Lebens, der Bewegung abhilft. 47.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0108]
Iohnson: die Krankheit begint die Gleichheit, die der Tod volendet. 48.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0109]
Anakreon ruft seinen Gefährten zu, den Wein und die Kränze; womit sie sein Grab zieren wolten, ihm iezt zu geben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0110]
Iohnson schildert eine Frau, die andern nichts Schlimmes wünschte ausser daß wenn sie ein Gastmal anstellen wollen, ihre Milchkuchen nach Molken schmekken und ihr Pastetenteig zähe sein möge. 51.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0111]
Bellarmin macht die zeitliche Glükseligkeit zu einem Kenzeichen der wahren Kirche.

 

[Manuskriptseite 7]

[V-BVA-02-1781-1786-0112]
Auf dem Krankenbet scheint uns nichts wichtig als Tugend u. das übrige Tand.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0113]
Iohnson: der Tod vergrössert unsere Hochachtung gegen die Tugenden eines Mannes und vermindert uns. Has gegen seine Fehler. 54. Wenn ein Freund begraben wird, so finden wir Entschuldigungen dess., Vorwürfe gegen uns selbst. p. Niemals überlebte ein Mensch einen Feind, aus dem er dan nicht einen Freund zu machen gewünscht haben solte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0114]
Ebenda: es giebt schwerlich ein Leben, von dem nicht eine getreue und gute Erzählung nüzlich wäre. 60.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0115]
Zu wechselseitigem Wolgefallen in der Freundschaft gehört Gleichförmigkeit der Meinungen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0116]
Iohnson: kleine Verdrüslichkeiten, die gleich Insekten uns stechen und davonfliegen. 68.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0117]
Ebenda: die höchste Lobrede die die Tugend im Privatleben erhalten kan, ist das Lob der Bedienten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0118]
Boerhave sah nie einen Übelthäter zum Richtplaz führen, ohne zu sich zu sagen: wer weis, ob ich dies. Mensch nicht weniger strafbar ist als ich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0119]
Die beiden Geschlechter müss. einand. wechselsweise bilden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0120]
Die Schönheit wohnt im Auge des Liebhabers nicht auf der Wange der Liebhabers Geliebten

 

[V-BVA-02-1781-1786-0121]
Das Mechanische der Thiere nimt mit der Abnahme ihrer Klugheit zu. Herder

 

[V-BVA-02-1781-1786-0122]
Ebenda: von allen menschlichen Fähigkeiten *...* findet man ein Analogon bei den Thieren

 

[V-BVA-02-1781-1786-0123]
Aristoteles: der Mensch ist ein nachahmendes Wesen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0124]
Herder: der Affe unterscheidet sich vom Menschen durch die Werkzeuge des Gangs.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0125]
Iustinian in der Vorrede zu den Instituzionen: zuerst Instituzionen (Willen des Fürsten) dan Pandekten (Stimme der Rechtsgelehrten) dan Novellen (Willen des Fürsten)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0126]
Lateinisch schreiben, um das Volk nicht zu ärgern.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0127]
Locis remotis qui latet, lex est sibi.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0128]
Malo etiam parcas si una est periturus bonus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0129]
Miserrima est fortuna quae inimicos {inimico} latet {caret}.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0130]
Mortem timere crudelius est quam mori.

 

[Manuskriptseite 8]

[V-BVA-02-1781-1786-0131]
Der moralische Inhalt bestimt den Kanon der Bibel. Semler.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0132]
Da Baxter 1000 Pf. zur Errichtung einer Schule bestimt, verlor, hielt er es für eine Strafe, daß er den Händen des Zufals eine gute Handlung überlies und nicht eilig genug war. Rambler 71.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0133]
Wenn noch soviele neben einem sterben, glaubt er doch, er lebe am längsten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0134]
Florus von Katilina, der mitten unt. ermordeten Feinden starb: sein Tod wäre glorreich gewesen, hätt' er ihn für sein Vaterland erduldet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0135]
Der Argwohn ist ein Beweis, daß man selbst schlim ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0136]
Addison: es ist das Unterscheidungszeichen eines wahren Kunstrichters, daß er vielmehr Schönheiten als Fehler auszeichnet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0137]
Lukan lässet den Zäsar gegen * einen ägyptischen Priester bezeugen, er wolle um die Entdekkung der Quellen des Nils gern seine Entwürfe bei dem Kriege fahren lassen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0138]
Die Griechen ehrten einer doppelten Venus, die eine hies ??????? die himlische, die a. ???????? die algemeine; | die Thebaner eine dritte ?????????? abwendende.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0139]
Herder: bei allen bessern Christen ist Glaube an nahe Ankunft Christi. Das Buch von der Zukunft des Hern.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0140]
Zizero: unt. einer Menge von Träumen kan der Zufal leicht einige wahr machen, da man zumal nur die erfülten bemerkt. De div. l. 2. c 64

 

[V-BVA-02-1781-1786-0141]
Zelsus: am gesundesten, wenn man alle regelrechte Gewohnheiten meidet u. zuweilen von den Vorschriften der Arzneikunst abweicht; denn ein zu be einförmigen Veränderungen gewöhnter Körp. wird durch die kleinste Unregelmässigkeit zerrüttet. | Rambl. 112.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0142]
Eine in Sparta gewöhnliche Redensart: ?? ??????????? ??? ????????? ??????? ???????? ????? ??? ?????? ??????? ??????. Plut. in vita Lycurg.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0143]
Rousseau: die einzige Moral, die sich für dies. Jahrhundert schikt, ist die Moral des Bilboquet. | Bekent. 5. Buch

 

[Manuskriptseite 9]

[V-BVA-02-1781-1786-0144]
Ein ieder neue Kaiser verspricht durch seine Kapitulazion, sich zu bemühen, das dem Reiche wied. zu verschaffen, was davon abgeriss. worden. Bielf. l. 3. S. 520

 

[V-BVA-02-1781-1786-0145]
Die Niedrigkeit der Personen macht die Komödie, die Hoheit und Ehrenstelle derselben die Tragödie aus. Die Komödie sagt Horaz erhebt und die Tragödie senkt bei gut. Gelegenheit die Stimme; ienes in der Leidenschaft dies. in der Ruhe.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0146]
Man sagte von Hannibal, ihm fehlte zum grösten Kriegsman nur die Kentnis, den Sieg zu benuzen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0147]
Iohnson: unt. allen Satiren wozu die menschliche Thorheit und Bosheit Anlas gegeben, ist keine so bitter als eine Handschrift od. Ehestiftung. 131.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0148]
Lokke: der Kunstgrif der Gelehrsamkeit ist, nur wenig zu gleicher Zeit zu unternehmen. Unwissenheit der Gelehrten in den geringsten Dingen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0149]
Bakon: Bücher können nie den Gebrauch der Bücher lehren (sond. der Umgang mit den Menschen)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0150]
In Städten und an Höfen keine Originalität, Karaktere gleich, Dörfern nicht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0151]
Aristoteles: es wird zur Volkommenheit einer Tragödie ein Anfang, Mittel und Ende erfodert.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0152]
Die grösten Begebenheiten in den Staaten von den kleinsten Ursachen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0153]
Den and. entschuldigen um die Verunglimpfung bess. anzubringen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0154]
Seneka: wer nie unglüklich war, kent blos Eine Seite der Welt, die Hälfte der Szenen der Natur bleibt ihm unbekant. Iohnson: die beständige Höflichkeit, die das weibliche Geschlecht von uns. zu fodern hat, erhält es bei einer schlechten Kentnis der menschlichen Natur. 150.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0155]
Zizero: nicht wiss. was in den vorigen Zeiten geschehen, heisset immer ein Kind bleiben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0156]
So schlim ein Mensch sein mag, so sezt er sich doch alzeit eine Zeit vor, wo er den Rest seines Lebens tugendhaft zu leben anfangen wil.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0157]
Aristoteles: Alte stiften nicht schnel Freundschaften weil sie nicht schn leicht des Vergnügens fähig sind.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0158]
Iuvenal: ein einziges Haus zeiget uns alles, was man in der Welt thut od. leidet.

 

[Manuskriptseite 10]

[V-BVA-02-1781-1786-0159]
Cupicius: er habe nicht mehr als ein Buch gelesen, woraus er keinen Nuzen schöpfen können. Rambl. 201.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0160]
Bako: wenn die Räthe einzeln gehöret werden, so mus man die niedrigen zuerst vernehmen, damit sie mehr Freimüthigkeit zeigen können: in voller Versamlung die höhern, damit iene mehr Bescheidenheit haben. XX Vers.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0161]
Ebenda: wenn der König in der Rathsversamlung den Vorsiz hat, sol er seine Meinung nicht zu früh eröfnen, sonst richten sich die a. darnach. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0162]
Ebenda: Man mus grosse Unternehmungen anfangs einen Argus mit 100 Augen und zu Ende einen Briareus mit 100 Händen anvertrauen. Vers. XXI.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0163]
Aristoteles: Iünglinge taugen nicht zu Zuhörern der Moralphilof*...*

 

[V-BVA-02-1781-1786-0164]
Ieder Maler malt nur eine besond. Sache vorzüglich z. B. Blumen p.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0165]
Pope nent schlechte poetische Prose tolgewordene Prose.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0166]
O vita misero longa, felici brevis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0167]
Nocens precatur, innocens irascitur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0168]
Nil eripit fortuna nisi quod et dedit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0169]
Parere scire par imperio gloria est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0170]
Pars beneficii est, quod petitur si belle (cito)neges.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0171]
Probo beneficium qui dat, ex parte accipit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0172]
Prodest quicunque obesse non vult, cum potest.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0173]
Priszian definirt die gegenwärtige Zeit als eine, wovon ein Theil vergangen und ein Theil zukünftig ist; dah. die Stoiker sie eine unvolkomne Zeit nennen. Monboddo

 

[V-BVA-02-1781-1786-0174]
Monboddo: ie volkomner eine Sprache, desto mehr Wörter darin und desto weniger Wurzeln.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0175]
Die Ägypt. hatten 2 Arten von Buchstaben, eine heilige u. eine gemeine; diese lernte iederman, iene verstanden nur die Priester. Herodot. l. 2. c. 36. Diodor. l. 1. c. 81.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0176]
Monboddo: wer in einem falschen Geschmak arbeitet, macht sein Produkt nur desto schlechter, ie mehr Mühe er darauf u. da er keine

 

[Manuskriptseite 11]

Sorgfalt darauf wendet, wird er von ungefähr natürlich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0177]
Monboddo: das gröste Lob, das man einem Stil ertheilen kan, ist wenn man durch den Sin und Inhalt fortgeriss. wird, ohne auf die Worte zu merken.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0178]
Bako: die Zeit macht am meisten Neuerungen ab. ohne Geräusch. XXIV.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0179]
Ebenda: die wahre Einsamkeit ist da, wo keine Freunde sind X*VII.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0180]
Ebenda: ein Freund dient auch dazu. daß er für uns Dinge thut, die wir selbst nicht thun können; z. B. uns loben. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0181]
Wer den lezten Tropfen aus der Kanne haben wil, den schlägt der Dekkel auf die Nase; Sprichwort.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0182]
Wer das Kreuz hat segnet sich zuerst.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0183]
Ein Unglük komt selten allein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0184]
Wer sich zum Schafe macht, den fressen die Wölfe.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0185]
Es ist böse stehlen, wo der Wirth selbst ein Dieb ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0186]
Wer horcht, hört seine eigene Schand.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0187]
Wo sich Got ein Haus baut, da baut sich der Teufel eine Kapelle.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0188]
Ein Närrischer kan in a. Dingen klug sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0189]
Ulpian: non debet, cui plus licet, quod minus est, non licere. libro 27. ad Sabin.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0190]
Id.: nemo qui condemnare potest, absolvere non potest. libro quinquaquensimo

 

[V-BVA-02-1781-1786-0191]
Schmeichelei: Herculana scabies; (wegen der wollüstigen Empfindungen)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0192]
Facile cum valemus recta consilia aegrotis damus. Terént.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0193]
Ne Iupiter quidem omnibus placet. Theog.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0194]
Taurum tollet qui vitulum tulit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0195]
?????? ????? ??????? (cura omnia potest)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0196]
Ein gewisser Mönch Gregorius hatte nicht den Muth, den Churfürsten Friedrich zu tadeln, brauchte auf der Kanzel dieses Gleichnis: " p. aber wenn es mit den Hasen zum Kopfe komt (er wies auf den Fürsten) so streifen dich die Teufel." Wolf. T. II. p. 140

 

[V-BVA-02-1781-1786-0197]
Die Griechen: wo viele Geseze, da viele Übertreter.

 

[Manuskriptseite 12]

[V-BVA-02-1781-1786-0198]
Mr d' Argouge von Voltaire: der alte Sünder glaubt niemals an Got als wenn er das Fieber hat. Lettres de Pompadour. T. II.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0199]
Ein Soldat bat den Ludwig XV, ihn bei der Mad. de Pompadour zu empfehlen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0200]
Je m'imagine quelquefois qu'une jolie femme emploie plus d' esprit et de profonde politique à sa toilette qu'il n'y * en a * dans tous les cabinets de l' Europe; car l'art de plaire est encore plus difficile que l'art de tromper. Lett. IX. T. III. Lettres de Mad. de Pompadour.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0201]
Je pense que la grandeur de dieu brille avec plus d'éclat sur un beau visage que dans les cerveau de Newton. Lett. XI.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0202]
Fehler der französischen Pers Komödie, daß man da nur Leute von Stande aufführt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0203]
Es wäre bess. wenn oft die nicht die Maiorität sond. die Minorität der Stimmen entschiede.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0204]
Ein Zeichen daß eine Frau alt wird ist, wenn sie der Freundschaft für ihr eignes Geschlecht fähig wird. Lettre LXIX.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0205]
Die Pythagoräer und Aristoteles: die Absicht der Tugend ist, daß man, wenn alle einander Freunde sind, die Gerechtigkeit nicht mehr braucht, weil dan kein mein und nicht mein mehr ist. - Der Endzwek des Kriegs Gerechtigkeit, des Friedens Freundschaft. Proclus de anima et daemon. (Excerpta od. vielmehr Procli comment. in Alcibiad. Platon. primum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0206]
Proklus: der Körper ist kein Theil des Menschen, sond. nur ein Werkzeug desselben. - Wechsel der Arbeit ist uns Erholung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0207]
Demokrates: unvernünftig und unmässig und gotlos leben heist nicht so wol übel leben als lange sterben. Prophyr. de abstin. antiq.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0208]
P. Castel: Dasselbe Genie, das den Krieger macht, macht alle übrigen, den Poeten, Philosophen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0209]
Qui nescit dissimulare, nescit regnare.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0210]
Montesquieu: Charles XII n' étoit point Alexandre, mais il au *...*

 

[Manuskriptseite 13]

[V-BVA-02-1781-1786-0211]
Zizero von Aristarch: Homeri versum negat quem non probat. Cic. ep. XI. ad Fam.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0212]
Averroes nante die christliche Religion eine unmögliche, die iüdische eine für Kinder (wegen der Zeremonien) die türkische eine für Schweine (wegen des Sinlichen) Dictionn.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0213]
Kaiser Aurelian: nichts ist so liebenswürdig als das römische Volk, wenn es wol genährt wird.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0214]
Baron: auf die Deklamazion komt soviel an, daß die lustigsten und komischten Stellen in rührenden Tönen hergesagt, rühren und erweichen. z. B. aus dem Misantrop des Moliere Dictionnaire des Portraits historiques. T. I. Baron.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0215]
Man sagte von Baron, wegen seines gross. Airs im Umgange, er spiele auch ausser dem Theater. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0216]
Bayle: ich bin der Iupiter des Homers, der Wolken (Zweifel) sammelt. eb. Genie (Prinzen) wird durch Unglük gebildet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0217]
Bias: die alzeit unglüklich waren, waren es nie.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0218]
Boerhave: Si* zur Devise: Simplex sigillum veri.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0219]
Chaulieu: Bonne ou mauvaise santé

 

[V-BVA-02-1781-1786-0220]
Fait notre philosophie

 

[V-BVA-02-1781-1786-0221]
Der Abbé de la Chambre nente den Bouhours: l' empeseur des muses

 

[V-BVA-02-1781-1786-0222]
Rousseau: das Kind lernt in der Kindheit * für sich mehr (durch die Sinnen) als nachher; seine Kentnisse sind unzählig.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0223]
Hamlet wolte den König erst in einer Sünde erstechen, damit er verdamt würde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0224]
Zizero: ich wolte, ich könte eben so gut das Wahre finden als das Falsche herausbringen (widerlegen)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0225]
Da die Heiden blühten, gaben sie die algemeinen Unglüksfälle den Christen schuld, da diese, ienen. Gordon.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0226]
Da unt. der Elisabeth die Bischoffe einen algemeinen Fasttag wegen eines Erdbebens verordnen wolten: wurd' es ihnen abgeschlagen: "Ihr

 

[Manuskriptseite 14]

Volk wäre ohne dies schon genug erschrekt. "S. 32 Brittisch theol. Magazin. 3ter B. St. 1.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0227]
Plato erlaubt in seiner Republik den Regenten allein die Unwahrheit. Gut. und schlimmer Einflus des Körpers auf die Sele.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0228]
Zimmerman findet Ähnlichkeit zwischen dem Genie eines Kriegers und Arztes.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0229]
Aristoteles: die Tugend ist das Mittel zwischen zweien zu vermeidenden Al Extremen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0230]
Aristophon: die Liebe ist von den Göttern, weil sie da so viel Unordnung anrichtete, zu den Menschen herabgestoss. worden in Pythagorista | Nat. Com. p. 931.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0231]
Plutarch: bei den Kindern mus das Gedächtnis zuerst geübt werden. Von der Erziehung der Kinder.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0232]
Plotinus: Schönheit 3lei: eine Sele, die mit dem innerlichen Auge gesehen wird; die aus den Lineen des Körpers, mit dem äusserlichen und die aus dem Schalle, mit dem Ohre.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0233]
Ein Geistlicher sol auf der Kanzel nicht Kezereien bekant machen und widerlegen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0234]
Warburton bewies die Götlichkeit der Schriften Mosis aus seinem Stilschweigen üb. einen künftigen Zustand.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0235]
Rex Galliae non moritur (wegen der Erbfolge)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0236]
Deskartes: daß die Existenz der menschlichen Sele selbst von denen, die alles läugneten, geglaubt werde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0237]
Hume: die menschliche Sele ist ein Bündel von Begriffen, die geschwind auf einander folgen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0238]
Van Sw Die grösten Lügner sagen hundertmal die Wahrheit gegen Eine Lüge. Reids Untersuch. der menschlichen Sele. (so sehr liebt 1 Mensch die Wahrheit)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0239]
Hume: die Pflicht eines Menschen erfodert eben so wenig, daß er Dankbarkeit, Tugend p. als daß er das Genie Homers od. die Stärke Achilles besize. Abh. üb. die Natur des Menschen B. 3. Th. 3. Absch. 4.

 

[Manuskriptseite 15]

[V-BVA-02-1781-1786-0240]
P. Malebranche: die Sinne sind durch den Sündenfal verdorben u. zum Betruge gerichtet worden: nur der Verstand ist noch wahrhaftig.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0241]
Deskartes: wir können die Wahrhaftigkeit unserer Kräfte nur aus dem Dasein Gottes beweisen, der uns nicht täuschen würde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0242]
Nach einigen darf man die a. Macht bekriegen, blos weil uns zu überwachs. anfängt. Einige Pythag. nanten den Körp. ein Grab der Sele.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0243]
Grotius: es giebt eben so viele Ursprünge des Kriegs als es gerichtliche Akzionen giebt, weil da, wo die Gerichte aufhören, die Kriege anfangen. De Jur. bell. et pac. L. II. c. 1. Dah. also 1) Beschüzung, 2) Wiedererlangung dess. was uns gehörte und 3) Bestrafung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0244]
Machiavel: ein Fürst kan mit einer weit geringeren Fähigkeit *** und Schwierigkeit die Regierung, die ihm angeerbet, verwalten als der, der ein Reich erst an sich gebracht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0245]
Rousseau: die Kinder befolgen die grammatikalische Analogie mehr als wir. Emile. T. I. Staatsverfassung bei den Thieren, z. B. Bienen, Biebern

 

[V-BVA-02-1781-1786-0246]
Pythagoras empfahl die morgendliche und abendliche Wied Überdenkung des verflossenen Tages nicht blos der Selbstkentnis, sond. auch des Gedächtnisses wegen, indem sie man sich der Begebenheit. in ihrer natürlichen Ordnung erinnerte. Meiners. 1 B. S. 413.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0247]
Rousseau: man sol den Kindern nichts von Got sagen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0248]
Eb. Erziehung mus anfangs negativ sein

 

[V-BVA-02-1781-1786-0249]
Ebenda: die Kinder fürchten sich nicht vor dem Donner. L. I.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0250]
Ebenda: man mus kein bestürztes Gesicht zeigen, wenn sie sich beschädigt. L. I.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0251]
Ebenda: das Genie hat oft in der Kindheit den Anschein von Stupidität.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0252]
Malebranche: die Menschen wären der Existenz Gottes gewisser als der Existenz der Körper. recherche de la verité tom. 3.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0253]
Littleton: wenn auch alle menschlichen Werke vergiengen und nur Shakespears seine übrigblieben: so könte man m doch daraus sehen, was für ein Geschöpf der Mensch war. Gespräche der Todten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0254]
Die Pythag. nanten die Adern und Nerven Bande und die Gedanken, Grundsäze p. Winde der Sele, Sinne Tropfen, Ergiess. derselben. Meiners 94B.

 

[Manuskriptseite 16]

[V-BVA-02-1781-1786-0255]
Wo ein Sin mangelt, da sind die a. desto stärker.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0256]
Machiavell: ein kluger Fürst mus lieb. mit seinen Völkern sterben als mit fremden siegen wollen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0257]
Krusius u. a. w der Teufel verwandelt das e alte Weib nicht in einen Wolf: sondern er wirkt nur so auf unsere Augen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0258]
Einige: ieder Geiste mus mit einem Körper verbunden sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0259]
Pordage, ein Arzt in England: der Mensch hat dreierlei Sinne; die Sinne des Prinzipii der irdischen Welt, der lichten= und der finsteren Welt. Sermo animi est imago.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0260]
Nur Leute sahen Gespenster, die sie glauben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0261]
Puras deus, non plenas adspicit manus. Senec.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0262]
Qui pro innocente dicit, satis est eloquens.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0263]
Refert quam quis bene vivat, quam diu, non refert.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0264]
Se damnat iudex, innocentem qui opprimit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0265]
Solet sequi laus, cum viam fecit labor.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0266]
Taciturnitas stulto homini pro sapientia est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0267]
Timidus se vocat se cautum, parcum sordidus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0268]
Ubi coepit pauper divitem imitari, perit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0269]
Ubi innocens formidat, damnat iudicem.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0270]
Aleator quanto in arte est melior, tanto est nequior.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0271]
Duplex fit bonitas, si simul accesserit celeritas.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0272]
Fortior est qui cupiditates suas quam qui hostes subicit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0273]
Inter amicos judicatur quam inimicos molestius.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0274]
Pecunia est ancilla, si scis uti; si nescis, domina.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0275]
Plerique ubi aliis maledicunt, faciunt convitium sibi.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0276]
Res est bona, non extirpare sceleratos sed scelera.

 

[Manuskriptseite 17]

[V-BVA-02-1781-1786-0277]
Sine dolore est vulnus, quod ferendum *** cum victoria.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0278]
Si pares invitus, servus es; f minister, si volens.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0279]
Concordia res parvae crescunt, discordia maximae dilabuntur

 

[V-BVA-02-1781-1786-0280]
Ex cauda vulpem; ex cantu avem**

 

[V-BVA-02-1781-1786-0281]
Aquila non captat muscas. Heute roth morgen todt

 

[V-BVA-02-1781-1786-0282]
Montaigne: man kan nur 1 Freund lieben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0283]
Unter die Statue des Brutus schrieb man einmal: utinam viveres Wolfi p. T. 1. p. 914. Nichts durch einen Sprung. Vires acquirit eundo

 

[V-BVA-02-1781-1786-0284]
Weisheit ist Wechsel der Thorheiten. Ich. der Mensch denkts, Got lenkts.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0285]
Ein Zeichen daß die Welt gut ist, ist daß wir sie ungern verlassen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0286]
Voltaire: wir mögen nicht gern todt und nicht gern wied. iung werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0287]
Die meisten Begierden ermatten, der Geiz wächset durch das Alter. Das Thier erreicht hier seine Bestimmung und bleibt bei einer gewiss. Stufe von Vollkommenheit stehen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0288]
Staaten leben im Stande der Natur mit einander.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0289]
Im physischen Theile der Welt laut. Harmonie u. Gutes; im moralischen das Gegentheil.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0290]
Epiktet: Gewohnheit wird durch Gewohnheit besiegt. Arrian. L. II. c. 18

 

[V-BVA-02-1781-1786-0291]
Narheit und Trunkenheit erzeugen nicht, entdekten nur das Laster.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0292]
Lessing: einer, der die Wahrheit in den kleinsten Dingen nicht sucht, sucht sie in den grösten für sich s. nicht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0293]
Alten: es ist leichter, a. als sich zu trösten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0294]
Die christliche Religion passet für alle Regierungsformen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0295]
Melon: Lux. ist entw. überal od. nirgends; was sonst Pracht war, ist iezt Bedürfnis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0296]
Wo das Gesicht gut, da das Ohr schlecht und umgekehrt.

 

[Manuskriptseite 18]

[V-BVA-02-1781-1786-0297]
Voltaire: nichts machet schöner als eine Krone.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0298]
Peter der Grosse: ich habe nie Nazion geändert, mich s. aber hab' ich niemals ändern können. Voltaire.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0299]
Voltaire: wer ein Haus regieren kan, kan auch einen Staat regieren. Nachricht von Pet. dem Grossen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0300]
Ebenda: man lieset nur Sachen in eignen Angelegenheiten mit Aufmerksamkeit; wenn man ein Buch mit so vieler als ein Hauswirth die Rechnung seines Haushofmeisters läse, so würden wir vieler Ungereimtheiten entübrigt sein. Jede Mensoges imprimées.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0301]
Was ein Reisender ausserordentlich bei einer Nazion sieht, giebt er für eine Gewohnheit aus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0302]
Fenelon: daß man Got um seinetwillen lieben müsse.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0303]
Katholiken: Kenzeichen daß die wahre Kirche die katholische: antiquitas, duratio, amplitudo, Episcoporum successio, unio membrorum inter se et cum capite, efficacia doctrinae, Sanctitas vitae, gloria miraculorum, lumen Propheticum, infelix ecclesiae hostium exitus etc. Bellarmin 15 Kenzeichen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0304]
Anibsdorf ein Theologe des vorvorigen Iahrhunderts: die guten Werke sind zur Seligkeit schädlich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0305]
Die Engel alle gut geschaffen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0306]
Iuristen: bona (Güter) sunt hominis vita et alter ipsius sanguis. Beifal ist kein Erbgut.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0307]
Menschen lieben Satiren mehr als Lobreden; wenden alles blos auf den Nachbar an.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0308]
A beau mentir qui vient de loin.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0309]

Ein Geschichtschreiber mus keine Religion, kein Vaterland und keine Leidenschaften haben, damit er unpartheisch bleibe.

 

[Manuskriptseite 19]

[V-BVA-02-1781-1786-0310]
Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0311]
Fremdes Brod nährt am besten. Wie der Herr so der Diener.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0312]
Iedem Narren gefället seine Kappe. Noth bricht Eisen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0313]
Der Tod wil eine Ursache haben. Der Hehler ist so gut als der Stehler.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0314]
Rousseau: les hommes de quinze ans sont des enfants à trente.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0315]
Montesq. von Voltaire: il fait les livres qu'il lit. Il a trop d' esprit pour m'entendre.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0316]
Addison: Träume sind der Mondschein im Gehirn.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0317]
Aus der Nachahmung vieler wird ein Original.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0318]
Platonische Liebe schliest sich mit büffonscher

 

[V-BVA-02-1781-1786-0319]
Iezt haben sich die Fähigkeiten mit den Ständen getheilt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0320]
Wo Geld ist, da komt Geld hin.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0321]
Kant: nicht Glükseligkeit sond. Tugend unsere Bestimmung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0322]
Einfältigsten am glüklichsten; Vergnügen stirbt unt. dem Anatomirmesser.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0323]
Young: der Leb Tod begräbt nur den Leib, das Leben die Sele.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0324]
Voltaire: la vertu chez les anciens ent des temples et n'a pas chez nous des tombeaux.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0325]
Der denkt, daß ied. Frauenzimmer in ihn verliebt sei.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0326]
Oft macht der blosse Wahn, daß wir uns. Neigungen nicht besiegen können, es, daß wir besiegt werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0327]
Bako: wer in einer Art Aufwand verschwenderisch ist, der mus in einer a. wied. sparsam sein; wer ienes im Tisch, der mus dies. in der Kleidung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0328]
Ebenda: kriegerische Völker gehen gern müssig und fürchten die Gefahr mind. als die Arbeit

 

[V-BVA-02-1781-1786-0329]
Si rationem posteritatis habes, quidquid non est peractum, pro non incohato est. Plin.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0330]
Einen neuen alten Freund für einen neuen hingeben, heist Früchte für Blumen vertauschen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0331]
Nicht an eine Zeit im Religionsunterricht sich bei den Kind. binden, sond. über die Gelegenheit mitnehmen.

 

[Manuskriptseite 20]

[V-BVA-02-1781-1786-0332]
Der Nuzen des Gebets nicht in der Erhaltung von et. sond. in der moralischen Übung. Ein elender Angrif schadet mehr als die schärfste Vertheidigung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0333]
Die Einheit des Orts und der Zeit. Schöne redet von dem, den sie liebt, gleichgültig

 

[V-BVA-02-1781-1786-0334]
Die Frau mus nicht den Anfang der Liebe machen, sond. nur sie erwiedern.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0335]
Hume: die Krone ist beinahe der einzige Handel der Pohlen. Über den Luxus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0336]
Der Anführer einer geheimen Verbindung ist kalt und hat nur Eigennuz und Ehrgeiz zur Triebfeder; die Unteren Schwärmerei.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0337]
Plato: die volkommensten Dinge (ein Mensch, Gewächs. Kunstwerke) sind am wenigsten der Veränderung unterworfen. Repub. B. 2.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0338]
Ebenda: er würde in seinem Staat keinen Poeten u. keinen Künstler dulden, der ieden Karakter nachahmte, sond. nur der den des rechtschaffenen Mannes. B. 3.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0339]
Ebenda: in seiner Republ. nur 2 Harmonien, die starke od. heldenmüthige, und die freiwillige od. sanfte. B. 3. nur die Leier und Laute und auf dem Lande nur die Pfeife.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0340]
Ebenda: eine gesunde Sele macht den Leib gesund, ab. nicht ein gesunder Leib die Sele gesund. Tugend macht schöner.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0341]
Äskulap (und so die Ärzte in Plato's Republ.) heilte nur die Gesunden von einer zufälligen Krankheit (Beinbruch), nicht ab. solche, die unaufhörlich kränkelten p. B. 3.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0342]
Plato: der Richter mus kein iunger Man (weil er alle sonst für gut hielte) sond. ein alter sein, damit er * Ungerechtigkeiten, die ihn kein Selbstgefühl kennen lehrt, durch Beobachtung ertappe. B. 3.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0343]
Zizero arbeitete besondere Anfänge aus, die er nach Gelegenheit anbrachte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0344]
Den Himmel auf Kosten der Erde erheben.

 

[Manuskriptseite 21]

[V-BVA-02-1781-1786-0345]
Que qui forme les rois est prèsque leur égal.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0346]
Malebranche: Got hat die Ideen und Welt und die, die wir haben von ihr, sind die, die wir in ihm sehen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0347]
Il n'y a point de plus haute vengeance que l'oubli.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0348]
St. Evremont: nous avons plus d'interêt à jouir du monde qu'à le connoitre. Virtutis comes est invidia.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0349]
Die halben Pelagianer: der Mensch müsse wenigstens den Anfang seiner Besserung selbst machen, das übrige ab. der götlichen Gnade überlassen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0350]
Um der Wollust auszuweichen, warf der Einsiedler Hilarion dem Esel, seinem Körp., nicht mehr Gerste sond. Spreu vor. Schroekh. B. 5. S. 166.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0351]
Plato: der Tugendhafte ist 729 mal glüklicher als der Böse. B. 9. Republ.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0352]
Ebenda: der Mensch kan in dies. Leben manches hören, das ihm nicht einleuchtet, wovon er ab. in einer neuen Periode des Lebens überzeugt wird.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0353]
Die Schöpfung machte keine Veränderung in Got.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0354]
Die Religion von der Politik blos, für den Pöbel.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0355]
Auf das Gebet ist schon, es zu erfüllen, vor der Schöpfung Rüksicht genommen. Der Pöbel darf nicht aufgekläret werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0356]
Probabilismus: od. peccata philosophia: wenn der Mensch et. Böses thut, das er nicht für Sünde hält, besonders auf den Ausspruch eines weisen Mannes od. Jesuiten: so ist es l* erlaubt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0357]
Scholastiker ein dr animam vegetativam - sensitivam - et rationalem. Präexistenz der Selen

 

[V-BVA-02-1781-1786-0358]
Systema causarum occasionalium od. assistentiae, wo Got auf eine Handlung die Sele im Körper erzeugt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0359]
System der Präexistenz - Schöpfung (im Augenblik der Zeugung) - und der Fortpflanzung der Selen.

 

[Manuskriptseite 22]

[V-BVA-02-1781-1786-0360]
Schon die Erinnerung der Sünde u. die Entbehrung ist die Sele Hölle.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0361]
Angefochtene, daß sie nicht beten können, ohne Einmischung fremd. Gedanken. Muthmass. wie sich die Welt zusammensezte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0362]
Der Prediger glaubt das nicht, was ihn die symb. Büch. predigen heissen. Sünden im Traume nicht bestraft.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0363]
Vocatio interna, innerlicher Beruf von Neigung und Kräften; externa p. Einige Geistliche predigen blos Moral.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0364]
Man mus die Sünden eines Individ. nicht auf der Kanzel, sond. im Hause bestrafen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0365]
Fehler der Prediger, die Welt als ein Iammerthal abzubilden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0366]
Versöhnung und Ersaz des Unrechts auf dem Todtenbet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0367]
Die Apostel drükten sich bei der Eingebung auf ihre natürliche Art aus; sie giengen auf ihre Reden im gemeinen Leben nicht od. a. Dinge. Der thuende u. leidende Gehors. Christi.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0368]
Zachariä: Arbeit keine Folge u. Strafe der Sünde

 

[V-BVA-02-1781-1786-0369]
Christus hatte nur äussere, nicht innere Reizungen zur Sünde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0370]
Asgill: der Mensch würde, hätte er den Glauben, nicht sterben. Philos. Lexik. Th. 2. S. 1164.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0371]
Poiret: Leib u. Sele werden nicht, d sond. nur seine Schale von ihr getrent. S. 1165.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0372]
Zeugung nur Ent= Tod Einwikkelung od. eine Geburt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0373]
Non esse, et non apparere sunt num idemque.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0374]
Johan Norris: nicht die erschafnen Dinge, sond. Got macht uns Vergnügen, nicht die Rose, sond. Got riecht gut, wo eine Rose. Daher mus man ihn über alles lieben. Walch Th. 1. S. 2286.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0375]
Non privatio sed contemptus sacramenti damnat.

 

[Manuskriptseite 23]

[V-BVA-02-1781-1786-0376]
Die Quäker reden von einem innern Licht, das von der Vernunft verschieden ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0377]
Die Priszillianisten: zum Nächsten dürfe man nur Wahrheit, zu Freunden auch Lügen sagen. Augustin lib. contra mendacium. c. 2.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0378]
Wenn der Mensch klagt: so könte das Thier, daß es kein Mensch, und der Engel, daß er nur ein Engel ist. Mancher scheint glüklicher od. unglüklicher als er ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0379]
Sich durch Vorstellung der Schwäche der Menschen zur Versöhnlichkeit bringen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0380]
Von den Menschen nichts gutes erwarten, um nicht in Zorn zu kommen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0381]
Müssiggang aller Laster Anfang.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0382]
Gebet zu allen Zeiten - an keine Formul gebunden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0383]
Die Vereinigung mehrerer zum Gottesdienst macht feuriger; dah. mus man die Kirche besuchen. Irthum ohne Bosheit unschädlich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0384]
"Ein falscher Eid sei unsündlich, wenn man seinen Inhalt nicht verstand od. das Gegentheil gedacht od. andere Dinge"

 

[V-BVA-02-1781-1786-0385]
Kriege müss. mehr defensiv als offensiv sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0386]
Die Kinderstrafen sollen den Schein natürlicher Folgen haben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0387]
Thomas hies Doctor angelicus, Scotus D. subtilis, Albertus D. magnus, Bonaventura D. cherubicus et seraphicus, Alensis D. irrefragabilis, Alanus D. universalis, Bernhardus D. mellifluus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0388]
Luther: Christen sind die Beine, so die ganze Welt tragen, dafür sie ihnen auch den Lohn giebt, daß sie müss. verachtet, gedrukt, in Koth u. Unflath gehen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0389]
Ebenda: die Bosheit der Bösen ist der Dünger der Frommen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0390]
Ebenda: der Teufel ist Gottes Affe.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0391]
Clavis (Löseschlüssel) errat, Papa non errat.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0392]
???????? ??????? ??? ???????? ??????? ??????????; (Freiheit mit Misvergnügen ist doch süsser a einem unwilkühr

 

[Manuskriptseite 24]

lichen Vergnügen vorzuziehen. Gregorius Nanzianzenus. ep. 13.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0393]
Providenz durch götliche iezige Einwirkung od. vorherige Anordnung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0394]
Wie der Mensch frei sein könne, bei dies. Vorausbestimmung =sehung =anordnung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0395]
Es ist unsinnig, daß wir auss. der Gefahr philosophiren, und sobald es doch nöthig wäre, keine Philos. mehr sind. Greg. Nanzianz. ep. 38.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0396]
??????? ???? ????? ???? ?????? ? ???? ???????? ???? ??????. ep. 65. d. h. man mus das Bös. mehr mit Furcht als Strafe bändigen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0397]
Nobis prodest colere deum, non ipse deo. August. ep. 49.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0398]
Vulnera quae pro Christo excipimus, non sunt vulnera quibus vita amittitur, sed prorogatur. Ambros. orat. contra Auxentum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0399]
Die meisten Rechtsgelehrten: wenn der Mörder nicht wied. getödtet wird: so geht der Trost verloren, den die (rachsüchtigen) Anverwandten des Ermordeten im Tode des Mörders finden können.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0400]
Einige empfehlen blos Moral in der Religion und erklären, was zu Spekulazion gehört, für schädlich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0401]
Von dem schlimmen Leben eines Anhängers einen falschen Schlus auf den Unwerth seiner Lehren machen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0402]
Es ist schon nach der Natur der menschlichen Sele algemeine Glaubenseinförmigkeit unmöglich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0403]
Schaftesbury hält das Lächerliche für den Probierstein des Wahren.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0404]
De occultis non judicat ecclesia.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0405]
Waren gewiss. Thiere Got zur Erschaffung nicht zu klein: so sind sie es auch nicht zur Vorsehung und Erhaltung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0406]
Die Raubthiere den Nuzen, daß sie den Thieren stat des langsamen

 

[Manuskriptseite 25]

[V-BVA-02-1781-1786-0407]
Todes einen schnellen geben. Nösselts Verth. S. 108.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0408]
Ein Kind stirbt nicht zu früh, weil es sich schon sehr ausgebildet und vielleicht mehr gelernt als Newton.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0409]
Unmöglichkeit, die Gebete, die sich aus verschiedenen Menschen widersprechen, zu erfühlen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0410]
Die Weltweisheit der Kunst, sterben zu lernen. Plato's Phädon.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0411]
Bekkaria: man mus dem Richter gar keine Auslegung des Gesezes verstatten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0412]
Lactantius: peccatum est pabulum mortis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0413]
Lokke: da wir die Materie nicht kennen: so könte ihr Got vielleicht die Gabe zu denken verliehen haben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0414]
Lactantius: homo est divini templi antistes et spectator operum et rerum coelestium. De ira dei.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0415]
Lactantius: In toto corpore pars dextra masculina est, sinistra vero foeminina. De officio dei.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0416]
Basil: ??????? ????????? ???? ??? ???? ??? ??????????. (die Geschichte die Lehrerin des menschlichen Lebens)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0417]
Besser ist eine weisse Zögerung als eine unbedachtsame Eilfertigkeit. Gregor. Nanzianz. In apologia fugae et reversionis suae.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0418]
Ebenda: besser ist mit Ehre überwunden werden als mit Schande Überwind. sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0419]
Ebenda: nicht in der Kleidung, sond. in der Sele ist die Demuth.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0420]
Ebenda: für meine Freunde ist mein Trauerspiel ein Lustspiel. In der Leichenred. auf seinen Vater.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0421]
Ebenda: ???? ?? ????????? ?????? ????. Ad cives Nanzianzenos.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0422]
Ebenda: die Kühnheit ist die Tochter der Unwissenheit. De Maccabaeis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0423]
Griechisch: man mus vom Koth durch Koth reinigen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0424]
Greg. Nanzianz: ein fremdes Wähnen gehet uns so wenig an als ein fremdes Träumen. De Maccab.

 

[Manuskriptseite 26]

[V-BVA-02-1781-1786-0425]
Wahn, der Mensch sei eigennüzig, wegen des angenehmen Gefühls der Uneigennüzigkeit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0426]
Hobbes: alles ist gleichgültig, eh' es durch die bürgerlichen Geseze für gerecht od. ungerecht, ehrbar od. schändlich erkläret worden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0427]
Bayle, Mandeville, d' Argent: die Christen hätten keinen Muth und taugten nicht zu Soldaten; ein Staat aus Christen könne nicht bestehen, weil mehr Unrecht leiden als thun, die Güt. der Welt verachten und Ehrgeiz und Habsucht meiden müsten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0428]
Multi in hac vita manducant, quod postea apud inseros digerunt. Augustin. commentar. *...* Psalmos

 

[V-BVA-02-1781-1786-0429]
Quisquis confitetur sanatum, fuisse confitetur aegrorum. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0430]
Sanitas corporis est patrimonium pauperis. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0431]
Nicetas Choniates nante die Deutschen (ihrer Grösse wegen) erzene Säulen. Schmidts G. der Deutsch. Th. III. S. 106.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0432]
Machiavel: der Mensch bilde sich nur ein, daß er die grösten Dinge (ein Held sein) thun könne: so wird ers können.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0433]
Paroemia: ist das Bet beschritten, so ist das Recht erstritten - wenn die Dekke üb. dem Kopf ist, so sind die Eheleute gleich reich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0434]
Von Hafer und Getraide: ie eher in den Boden, desto eher heraus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0435]
Lambert: was keiner Wahrheit widerspricht, ist wahr - alle Wahrheiten haben et. gemein - Wenn eine W. geläugnet wird, so werden noch mehrere zugleich mit ihr geläugnet - Keine W. ist von den übrigen durchaus unabhängig - Es ist an sich unmöglich, alle Wahrheiten zugleich zu läugnen -

 

[Manuskriptseite 27]

[V-BVA-02-1781-1786-0436]
Herder: Got hat den Affen die Sprache versagt, damit sie nicht durch Unsin entweiht würde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0437]
Plato: die Grazien suchten zum Aufenthalt einen Tempel und fanden ihn im Herzen des Aristophanes (ist ein Pantheon, wo auch Laster)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0438]
Ein französ. Poet von einem französ. König: er habe keinen grössern Feind als seine Tapferkeit. | Bouhours Pensées ingénienses.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0439]
Reverere gloriam veterem et hanc ipsam senectutem quae in homine venerabilis, in urbibus sacra est. Plin. L. VIII. ep. X XIV.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0440]
Malvezzi: die Ursache des Misfallens an alten Dingen, ist weil der Mensch gern der Erinnerung seiner Hinfälligkeit ausweicht, Gefallens an Neuigkeiten, weil sie ihm die Idee der Iugend erwekken. Bouh.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0441]
Das blosse Beten hilft bei Got nichts, ohne die Geselschaft des Fleisses.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0442]
Moschus sagt von den Bienen, üb. Bions Tod waren sie so gerührt, daß sie keinen Honig machten und ihre Zellen leer liessen. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0443]
Seneca: Prima (zuerst) mors miseros fugit. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0444]
Nieremberg: man sezt den Fürsten nicht auf den Thron, um auszuruhen, sond. um zu arbeiten. eb. Virgil: Gold aus Ennius Mist

 

[V-BVA-02-1781-1786-0445]
Einige: der Raum eine wirkliche Substanz.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0446]
Man entschuldigt die Wortspiele im Milton mit des Teufels Karakter. Die die Glaubensgeheimnisse demonstriren d. vernunftmäss. machen wollen

 

[V-BVA-02-1781-1786-0447]
Orpheus: das Wesen der Sele Harmonie.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0448]
Moral kan ohne Religion bestehen od. die Tugend.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0449]
Swift: das Publ. duldet die Schmähungen auf einen gross. Man, ab. nicht auf kleine Geister.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0450]
Felix se nescit amari. Lucan. L. X.

 

[Manuskriptseite 28]

[V-BVA-02-1781-1786-0451]
Bellori machte die Grabschrift von Poussin, unt. a.: er unt schweigt unter den Todten, ab. spricht und lebt in seinen Gemälden. S. 325.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0452]
Des gens à qui la vertu sied presque aussi mal que le vive. L' Abbé Pic Discours sur la Bienséance. | Bouh.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0453]
Pic: die mittelmässigsten Dinge, à propos gesagt, gefallen mehr als die besten zur Ze Unzeit. |

 

[V-BVA-02-1781-1786-0454]
Inter Sauromatos ingeniosus ero. Ovid.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0455]
Bako: die Tugend ist Schönheit des Innern, die Schönheit Tugend des Äusseren.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0456]
Eine griechische Grabschrift: hier liegt der tapfere Timokrit: der Mars, der die Feigen schont, giebt Tapfern Quartier.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0457]
Bäkker: die schlechte Ware ist schwerer zu bakken als die gute.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0458]
Rousseau: Got habe dem ersten Menschen die Sprache anerschaffen. Disc. Sur l'inégalité parmi les hommes.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0459]
Rousseau: man müste erst gewis sein, daß was man ein Wunder nent, durch keine Kräfte der Natur geschehen könne.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0460]
Mendelssohn: die Weisen brauchten die Opfergeseze um ihre Nazionen von der Wildheit abzubringen; dah. nur gebratenes Fleisch und keine Fische.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0461]
Nösselt: da gemeine Leute sich von der Offenbarung nicht durch die Gründe überzeugen können, die dem Gelehrten freistehen: so ersezt Got diese ihnen durch einen übernatürlichen Eindruk von dem Werthe der Offenbarung. S. 465 Zweite Ausgabe. 1767 der Tod eine Entkleidung, da der Körp. ein Kleid.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0462]
Einige: von denen, denen Got die Offenbarung versagte, hat er voraus gesehen, daß sie sie verwerfen und misbrauchen würden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0463]
Tölner: Got habe die Offenbarung mit so wenigen Gründen versehen, um uns. Glauben an ihn und Zuversicht zu üben.

 

[Manuskriptseite 29]

[V-BVA-02-1781-1786-0464]
Luther: die Zeit von seiner Erschaffung an wird dem auferstehenden Adam so kurz wie eine Stunde scheinen. in comm. Psal. 90.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0465]
Tertullian: profectio est quam mortem putas. Non est lugendus qui antecedit sed plane desiderandus. lib. de patient. c. 9

 

[V-BVA-02-1781-1786-0466]
Gregor. Nyssen. in orat. de morte: der Tod ist der Geburtshelfer, der uns in ein besseres Leben befödert.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0467]
D. Knap, Direktor des Waisenhauses, pflegte alles was er gelesen od. worüb. er nachgedacht, in ein Gebet zu fassen, wodurch die Wahrheiten einen desto gröss. Eindruk auf sein Herz machten. Fedders. Nachrichten von dem Leben und Ende gutgesint. Menschen. Th. 1.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0468]
Die Bosheit suppliret die Iahre.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0469]
Semel deo dicatum, non est ad usus humanos ulterius transferendum. c. semel. 51. de reg. Jur. 6.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0470]
Quae propter necessitatem recepta sunt, non debent in argumentum trahi. l. quis propter 162. D. (eod. tit.)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0471]
Quae contra Jus fiunt, debent utique pro infectis haberi. c. quae contra. 64. de reg. Jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0472]
Melior conditio nostra per servos fieri potest, deterior fieri non potest. l. melior. 133. D. reg. Jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0473]
Qui in servitute est, usucapere non potest, nam cum possideantur (servi) possidere non videretur. l. qui in servit. 118. D. cod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0474]
Quod attinet ad Jus civile, servi pro nullis habentur. l. quod attinet. 32. cod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0475]
Servitutem mortalitati fere comparamus. l. servit. 209.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0476]
Quod quis dum servus est, egit, proficere liberto facto non potest. l. quod quis. 146.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0477]
Invito beneficium (privilegium) non datur. Invito 69.

 

[Manuskriptseite 30]

[V-BVA-02-1781-1786-0478]
Decet concessum a principe beneficium esse mansurum. c. decet. eb. eod. tit. 6.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0479]
Furiosus absentis loco est. d. l. ubi non voce 124 §. Furios. D. eod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0480]
Nemo potest mutare consilium suum in alterius detrimentum. l. nemo. 75 D. de reg. jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0481]
Non firmatur tractu temporis quod de jure ab initio non subsistit. c. non firmatur. 18. de reg. jur. 6

 

[V-BVA-02-1781-1786-0482]
Qui sentit onus, sentire debet commodum et contra. c. qui sentit. 95. de reg. jur. 6. Rationi congruit, ut succedat in onere, qui substituitur in honore. c. rationi. 77. eod. tit. 6.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0483]
Cui Jus est donandi, eidem et vendendi et concedendi jus est. l. cui jus. 163. D. eod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0484]
Nunquam ex post facto, crescit delicti aestimatio. l. omnis 138 138. §. nunquam. D. de reg. jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0485]
Is damnum dat, qui jubet dare. l. is damnum. 169. &. eod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0486]
Jure naturae aequum est, neminem cum detrimento et injuria, fieri locusoletiorem. l. Jurae naturae. 206. D. eod. Lipsin vult exspectari

 

[V-BVA-02-1781-1786-0487]
Verborum obligatio verbis tollitur. l. nihil tam naturale. 35. §. *...* D. de reg. jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0488]
Ein magerer Vergleich ist besser denn ein fettes Urtheil.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0489]
Ovid: ut flerent, oculos erudiere suos (foeminae).

 

[V-BVA-02-1781-1786-0490]
Noscitur ex socio qui non cognoscitur ex se.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0491]
Quicquid in calore iracundiae vel fit vel dicitur, non prius ratum est, quam si perseverantia apparuit judicium animi fuisse. l. quicquid 48. D. de reg. jur.

 

[Manuskriptseite 31]

[V-BVA-02-1781-1786-0492]
Fere in omnibus poenalibus judiciis et aetati et imprudentiae succurritur. l. fere 108. O.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0493]
Semel malus semper praesumitur malus. l. semel. 8. eod. l. 6.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0494]
Bei der Auslegung: utile per inutile non vitiatur. c. utile. 37. de reg. jur. 6.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0495]
Ea facta, quae dubium est, quo animo fiant, in meliorem partem inter pretamur. c. estote 2. de reg. jur. ext

 

[V-BVA-02-1781-1786-0496]
Cum sunt s** partium jura obscura, reo favendum est potius quam actori. c. cum sunt. 11. de reg. jur. 6.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0497]
In eo quod vel is qui petit vel is a quo petitur, lucri facturus est, durior est causa petitoris. l in eo quod. 33. D. de reg. jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0498]
Quae in testamento ita sunt scripta, ut intelligi non possint, perinde sunt ac si scripta non essent. l. quo Int**a 73. §. quae in testamento. D. eod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0499]
Consuetudo interpretatur legem.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0500]
Si quis intentione ambigua vel oratione usus sit, id quod ei utilius est, accipiendum est. Ulpian.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0501]
Caesar Baronius: Philosophia est Theologiae ancilla. Dasselbe beschlos das concilium lateranensi.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0502]
Man macht sich durch Vergleichung unglüklich; sol sich dah. nur mit geringern vergleichen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0503]
Eid macht mündig (d.h. der beeidigte Kontrakt des Minorennen gilt doch).

 

[V-BVA-02-1781-1786-0504]
Man henkt keinen 2mal. Alle Kühe sind Kälber gewesen. Unrecht ist auch recht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0505]
Spiziger Kin bedeutet einen bösen Sin. Die ärgsten Student. werden die frömsten Prediger

 

[V-BVA-02-1781-1786-0506]
Wer stiehlt wenn er trunken ist, der wird gehenkt, wenn er nüchtern ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0507]
Das Hern Fus dünget den Akker. Betler sind überal zu Haus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0508]
Gross. Herren Bitten ist Befehlen.

 

[Manuskriptseite 32]

[V-BVA-02-1781-1786-0509]
Wer bauet, findet Geld. Kredit ist besser denn baares Gold.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0510]
Man sol einen Degen 60 Iahre lang tragen um 1 bösen Stunde willen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0511]
Es ist besser einem Hern dienen, der eine Herschaft verthun als der eine gewinnen wil.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0512]
Der Edelman mag vormittag zu Akker gehen, und nachmittags im Turnier reiten. Ehestand Wehestand.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0513]
Das Brokardikum: fama et vita pari passu ambulant.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0514]
Die Schulden sind das nächste Erbe.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0515]
Pro vivis habendi qui in acie pro republica ceciderunt l. bello amissi, *. de excusationibus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0516]
Violanti fidem fides non servanda. l. cum proponas l. De transartionibus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0517]
Viventis non est heres. l. opinione

 

[V-BVA-02-1781-1786-0518]
Voluntates defunctorum potius sunt adjuvandae quam impendiendae. l. quidam, l. de posthumis heredibus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0519]
Als David kam ins Alter, da machte er Psalter.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0520]
Wer einen Narren kauft, mus einen Narren behalten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0521]
Wer sich dem Iagen gar ergeit, wird gleich den Thieren mit der Zeit. Die besten Feinde sind, so zuvor drohen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0522]
Es müssen starke Beine sein, so die guten Tage ertragen können.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0523]
Os ministri est os principis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0524]
Es lässet sich eher ein Bäumlein als ein Baum biegen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0525]
Ein verdorbener Kaufman giebt einen guten Mäkler.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0526]
Der Freunde in der Noth gehen zwanzig auf ein Loth.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0527]
Priester und Weiber sol man ehren.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0528]
Eigne Sporn und gedingte Pferde machen kurze Meilen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0529]
Jura non probantur sed allegantur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0530]
Ein Edelgestein gilt soviel als ein reicher Nar davor geben wil.

 

[Manuskriptseite 33]

[V-BVA-02-1781-1786-0531]
Die Liebe steigt nicht über sich, sond. unt. sich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0532]
Tacitus: vitium seculi virtus est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0533]
Ein Handwerk hat einen güldnen Boden. Ein Kranker ist gut schlagen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0534]
Wer recht schwört, der betet recht. Ein neuer Predig. eine neue Hölle.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0535]
Ein neuer (iunger) Medikus, ein neuer Kirchhof.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0536]
Die Doktores müssen alt, die Apotheker reich und die Barbirer iung sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0537]
Tum prius testamentum rumpitur unn cum posterius rite perfectum est. l. 2. D. de iniusto rupto.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0538]
Servus fugitivus fugiendo sui ipsius f** furtum facit. l. 1. l. de servis fugitivis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0539]
Societas maleficiorum nulla est. l. 1 §. plures, D. de *...* et rationibus, distrahendis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0540]
Es ist kein Meister geboren, sond. er mus gemacht werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0541]
Des Teufels Martyrer leiden mehr als Christi Märtyrer.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0542]
Herren können wol Schaden, ab. keinen Schimpf leiden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0543]
Wenn grosse Herren sich raufen, so müss. die Unterthanen die Hare hergeben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0544]
Quicquid monachus acquirit, ecclesiae acquirit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0545]
Quae clam committuntur facinora, gravis coercenda quam quae palam. l. cum ancillis C. de incestis nuptiis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0546]
Quicquid ademptum est non videtur datum. l. 14 de leg. 1.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0547]
Bona fides non patitur ut bis idem exigatur. Ulpian. lib. 18 ad edict. Provinciale.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0548]
Imperitia culpae adnumeratur. Gaius lib. 7. ad edict. provinc.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0549]
Qui a recto religionis tramite discedunt dementes vesanique iudicandi. l. c. de summ. trinitat.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0550]
Quod mater in alimenta filii impendit, repetere non potest. l. alimen. D. de negotiis gestis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0551]
Qui mortui nascuntur, neque nati neque procreati videntur; quia nunquam liberi appellari potuerunt. *...* de ver*...* *...*

 

[Manuskriptseite 34]

[V-BVA-02-1781-1786-0552]
Plus favetur ei qui de damno vitando quam qui de lucro capitando agit. l. etsi quis D. de religiosis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0553]
Poena unus alterius praemium esse non debet. l. si sequens D. de senatusconsulto syllaniano.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0554]
Morte rei finitur delictum. l. de defunctis C. si reus vel accus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0555]
Punitur affectus licet non sequatur effectus. l. si quis non dicam C. de episcopis et clericis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0556]
Die Geseze erkennen den Verschwender für einen Rasenden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0557]
Inter arma silent leges

 

[V-BVA-02-1781-1786-0558]
Homines ad deos nulla re propius accedunt quam salutem dando hominibus. Cic. pro ligario.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0559]
mer Eintheilung in delicta facti permanentis (Spuren nachlassend) und in transeuntis (keine); Deutsch: in Verbrechen, die an Hals und Hand, und in die an Haut und Haar giengen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0560]
Unsere Geseze sehen die Verschweigung erfahrener Verbrechen für Teilnehmung an dens. an; die Römer nicht. Tot. Tit. Cod. ut nem* in vit accusar.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0561]
Eine Missethat, die nach langer Zeit wiederholet worden, ist für grösser zu halten als die, die sogleich nach dem ersten Verbrechen wiederholet wurde. L. 22. Ad Senatus Consultum Trebellianum L. 3. C. de episc. audient. L. 4. C. de servo fugit. L. 28. §. 3. de poen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0562]
Man straft heutigstags für verschiedne Verbrechen, die verschiedene Leibesstrafen verlangen, nur mit einer schärfern auf einmal *. b ger Quistorp. §. 88.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0563]
Verschiedene Rechtsgelehrte (Böhmer, Struv, Karpzov): der conatus deliquendi ist eben so schwer als ob die Missethat volbracht worden, zu bestrafen, wenn blos der Zufal wid. seinen Willen ihn verhinderte. § 97

 

[V-BVA-02-1781-1786-0564]
Bei dem Hochverrath ist schon die blosse Wissenschaft darum, eine

 

[Manuskriptseite 35]

[V-BVA-02-1781-1786-0565]
Teilnehmung. §. 155. Curia novit jura.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0566]
Einem ieden wird in dem, was seine Wissenschaft und Kunst betrift, völliger Glaube gegeben; z. B. dem Wundarzt. L. 6. C. de re milit. L. 1. prre de inspiciend. ventr.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0567]
Das Zeugnis eines Minderiährigen unt. 20 Iahren hat nur in peinlichen Fällen nur dan die Wirkung eines genugsamen Beweises, wenn es für den Angeschuldigten und zu seiner Unschuld ist. §. 693. So mit den Zeugen vom Hörensagen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0568]
Zeugen die sich zum Zeugnis drängen, sind verdächtig. §. 695

 

[V-BVA-02-1781-1786-0569]
Schäfer: die Schafe geschornen Schafe sol der Schäfer im bloss. Hemd austreiben. (weil wenn ihn zu sehr friert, er einen *...*us auf sie machen sol.)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0570]
Nemini sua calliditas prodesse debet. l. sed etsi. ff. ad exhibendum

 

[V-BVA-02-1781-1786-0571]
Nemo tam sapiens vel stultus invenitur qui suum nomen ignoret. l. cum in liberis. C. de heredibus instituendis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0572]
Nemo liberalitate sua inops factus periclitari debet. l. ne liberaliter, ff. de re iudicata. [Titel nicht gefunden, CA]

 

[V-BVA-02-1781-1786-0573]
Nihil et invalidum aequiparantur in iure. l. si aut nullum. C. de legitimis heredibus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0574]
Bei den Römern konte niemand seine eigne Schande anziehen, weil es, da es auf öffentlichem Markt, ein Gelächter erregt hätte. Gundling in iure nat. c. XIII §. 13.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0575]
Iustinian: Iudex non debet esse clementior lege. Nov. 82. c 10.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0576]
Freundschaft wird durch 2 Zeugen bewiesen. Ioseph Maskardus de probationibus Vol. I. conct concl. 85.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0577]
Stryk, Montanus: nicht ein Fehler der Augen, sond. Nichtssehen heist Blindheit. Stryk de jure sensuum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0578]
Ein Blind. kan alle Ämter haben, die mit der Sele, nicht dem Körper verweset werden. S eb. Die Armuth entschuldigt Undank. Valasci Praxis partitionum. 1649. part. 1. qu1aest. 44

 

[V-BVA-02-1781-1786-0579]
Ebenda: er kan kein Prediger, ab. wol Magister, Doktor werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0580]
Eb. er kan blos von gehörten od. solchen Dingen zeugen, die er vor seiner Blindheit sah.

 

[Manuskriptseite 36.]

[V-BVA-02-1781-1786-0581]
Ein Privilegium geht durch den Nichtgebrauch verloren. Böhmer. Doct. ff. t. de constit. Princ. §. 13.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0582]
Non potest animal iniuriam facere. I. 1. §. pauperies si quadrupes pauperiem fuisse dicatur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0583]
Minima, consideranda non sunt. I. scio de in intergrum restitutionibus

 

[V-BVA-02-1781-1786-0584]
Libertas ad tempus duri non potest. l. libertas D. de manu missis testamento.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0585]
Ibi est forum rei ubi domicilium habet vel tempore contractus habuit. L. Ordinem, C. de jurisdictione omnium iudicum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0586]
In ordinandis testamentis non sanitas corporis sed integritas mentis requiritur. L. sensum. C. qui testamento facere potest.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0587]
Furiosi nulla voluntas. l. qui serum, D. de adquirenda haereditate.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0588]
F*elicitas viri uxori prodest et contre. l. si libertam C. de nuptii

 

[V-BVA-02-1781-1786-0589]
Misericordia non causam sed fortunam spectat. Seneca.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0590]
Konsonanzen sind Verhältnisse der Töne, die mit kleinen Zahlen ausgedrükt werden und dah. sch leicht zu empfinden; Dissonanzen, grossen, schwer; dah. Konsonanz. nur im Grade von Dissonanz. verschieden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0591]
Einer nent das Auge eine lange Hand.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0592]
Man sagt: der Arzt habe 3. Gesichter, das eines Engels (in der Krankheit), eines Menschen (bei Nachlassung), eines Teufels bei d nach derselben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0593]
Die sinlichen Lüste gewähren unserer Sele eine dunkle Vorstellung der Volkommenheit des Körpers.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0594]
Man könte die menschlichen Leidenschaften durch Farben, wie die Musik durch Töne ausdrükken. Mendelssohn.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0595]
Medicus si suffecerit ad cognoscendum, sufficiet ad curandum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0596]
Die Geseze sehen Schlafende, Kinder für Abwesende an und ieden der actionem movere non potest, z. B. einen Vasal, Sohn.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0597]
Aristoteles: so wie der Sele die Herschaft üb. den Körper, und dem Menschen die üb. die Thiere gebühre: so gebührt sie den Menschen, die sich gegen a. wie Sele zum Körp. verhalten. p. Polit. L. I. * L. 1. c. 5.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0598]
Dissoluta negligentia prope dolum est. l. si fidejussor. D. Mandati.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0599]
Consuetudo vim legis habet. l. de quibus und de legibus.

 

[Manuskriptseite 37]

[V-BVA-02-1781-1786-0600]
Lügen präsumiren die Geseze von einem, der einmal gelogen, die der Sklaven, Verliebten, Trunknen, Gotteslästerer, Verläumder, Huren (l. 3. § lege Julia, ubi gloss. in verbum palam, ff. de testibus) Kezer (l. 2 in fin. Cod. de haeret. Nov. rog. princ. vers. haereticos, vult juri pr. lib. 1. c. 46)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0601]
Kato: der Zornige unterscheidet sich vom Rasenden nur durch die Zeit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0602]
Die Sterbenden werden für wahrhaft gehalten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0603]
Man nent den Tod eine geistliche Tortur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0604]
Gloriam, qui spreverit, veram habebit. Liv. l. 22.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0605]
Melanchton: der Welt würden einmal 3. Dinge fehlen: Holz, gute Münze u. wahre Freunde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0606]
Die fictiones juris ha haben nur zum Vortheil, nicht zum Schaden des a. stat. Cessat fictio ubi veritas locum habere potest. l. 15 §. 3. l. 16 ff. de adapt. Fictio operatur semel tantum nec datur fictio fictionis. - Imitatur fictio naturam in quantum potest - Fictio non debet plus operari quam veritas.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0607]
Nikokles: die Sonne sieht die Geschiklichkeit des Arztes, und die Erde verbirgt die Ungeschiklichkeit dessen. Max. Sermon. 50. [Name und Titel nicht gefunden, CA]

 

[V-BVA-02-1781-1786-0608]
Die Kriminalisten: auch gegen Heilige könne man Blasphemien ausstossen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0609]
Scaliger: nulla humana opera melior ad cultum divinum augendum quam superstitio; quemadmodum ambitio vitium est ipsa, maximarum autem virtutum mater; ita superstitio.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0610]
Plato und Simplizius: der Ehrgeiz ist das lezte Kleid, das die Sele von sich legt

 

[V-BVA-02-1781-1786-0611]
Aristoteles: der Scherz ist eine Arznei der Sele, weil sie, so wie der Körp. durch Schlaf und Ruhe, so sie durch Scherz erquikt wird. L. II. de Orat. c. 60.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0612]
Galen: vita non est vivere, sed valere. | Mart. L. XII

 

[V-BVA-02-1781-1786-0613]
Ärzte sind von der Vormundschaft frei. l. 6. §. 2 ff. de excusat. §. item Romae. Inst. de excusat. tutor. vel curat.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0614]
Ein Arzt mus einen Armen auch umsonst heilen. l. 9. C. de profess. et Med. l. 10.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0615]
Die, die keinen Willen haben, Rasende, Unmündige, Schlafende können nicht iniuriarum belanget werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0616]
Ein Mädgen kan wegen eines Kusses wid. ihren Willen, eine Iniurienklage anstellen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0617]
In testamentis, in legatis, in fidecommissis novissima voluntas, valet et derogat priori. Si in eodem testamento d*...* *...* *...*

 

[Manuskriptseite 38]

[V-BVA-02-1781-1786-0618]
invicem contrariae reperiuntur, quae conciliari non possunt, sequimur postremam periodum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0619]
Qui semel furiosus perhibetur, imposterum quoque talis judicatur. Cap Fin. X. de success. ab intest.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0620]
Leute, die mit einer sich fortpflanzenden Krankh. behaftet sind, solten nicht heirathen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0621]
Denken macht ungesund und traurig; Gedankenlosigkeit Gesundheit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0622]
Iurare autem oportet, ut delatum est juramentum. L. 3. §. 4. D. de Jurejurando.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0623]
Der Sohn, der durch die nachfolgende Ehe legitimirt wird, wird dan erst für geboren gehalten. Leyser.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0624]
Quo voluptiosior est coitus, eo vertior proles.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0625]
Vera redit facies, sed simulata perit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0626]
Cassianus Eremita collat. 17. c. 17.: man mus die Lüge wie das Helleborus brauchen, irgend eine gross. Gefahr abzuwenden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0627]
Hugo Grotius: man darf lügen, um das Leben eines Unschuldigen zu erhalten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0628]
Die aus Religion traurig sein zu müss. glauben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0629]
Lokke: man solle die Natur zum Stuhlgang auffodern, indem man ieden Morgen ordentlich zu Stuhle geht, es mag ein Trieb dazu da sein od. nicht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0630]
Manche Ärzte rathen das dem Menschen an, was das Vieh thut z. B. Mittagsschlaf.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0631]
Dem, der an der Hirnwuth od. Entzündung des Gehirns krank ist, darf man nicht widersprechen, kein Geräusch; nicht Licht; sond. einförmige Töne, die den Schlaf befödern. Buchan.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0632]
Die Vertheidigung des Inquisiten mus in Kapitalverbrechen auch wenn er es nicht verlangte geführt werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0633]
Ille se profecisse sciat, cui Cicero valde placebit. Quintil. X. I. 112.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0634]
Demetrius Phalereus: den Befehlen des Fürsten stehet Kürze, den Bitten der geringern Weitläuftigkeit gut.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0635]
Prava consuetudo alter dialbolus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0636]
Nur durch Unendliches kent der Geist das Endliche.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0637]
Es gab keinen Atheisten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0638]
Einige Iuristen: in einer Sache, wo keine a. Zeugen zu haben, gelten auch ungültige.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0639]
Beweis durch zum ewigen Gedächtnis (wenn Tod der Zeugen od. der Urkunden zu besorgen), durch Zeugen, durch Eid, durch

 

[Manuskriptseite 39]

[V-BVA-02-1781-1786-0640]
Urkunden, Gutachten der Kunstverständigen, durch Augenschein, per famam od. norietatem, das Eingeständnis des Gegentheils, künstlich, natürlich, halbe, mehr od. weniger als halbe.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0641]
Kumulazionen der Beweismittel unzulässig.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0642]
Tibi non deficit jus sed deficit probatio.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0643]
Claproth schaft in seinem Entwurf zu einem Gesezbuch den Eid ab.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0644]
Die Menge der Zeugen ersezt ihre Güte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0645]
Negative Zeugen beweisen nichts.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0646]
Des Meineids kan niemand durch Zeugen od. eines a. Eides überwiesen werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0647]
Wer gegen das Vieh grausam ist, wirds auch gegen den Menschen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0648]
Stoiker: wer einen Haushahn ohne Ursache tödtet sündigt soviel als einer, der seinen Vater getödtet. Adam stelte das ganze menschliche Geschlecht vor.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0649]
Den Rasenden straft man für das, was er vor seiner Raserei that, in ihr nicht. Hommel.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0650]
Des geringen Freundschaft nicht verachten, weil dess. Feindschaft zu fürchten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0651]
Der Richter mus nicht üb., sond. nach den Gesezen urtheilen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0652]
Ein Gesetz betrift blos äussere, freie Handlungen. Eichman.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0653]
Der Gesezgeber darf seinem Geseze auch keinen Grund, ia einen falschen anfügen. Eichmans Erklärung des bürgerlichen Rechts. 1 Th. S. 50.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0654]
Iurisconsulto sine lege loquenti erubscendum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0655]
Wer nach einem neuen Geseze handelt, braucht seine Promulgazion nicht zu beweisen, weil sie vermuthet wird.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0656]
Ein Advokat darf die einmal übernommene Sache ohne gerechte Ursache nicht verlassen. Klaproth. S. 250 Einleitung in den ordentlichen Prozes. Erster Th. 1. Abth.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0657]
Der Notarius ist, die Handlungen und Willen der Menschen durch seine öffentliche Urkunde zu beglaubigen; vertrit mithin die Stelle der Zeugen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0658]
Platners Tugend für Höhere, und eine für Niedere.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0659]
Potest quis per alium quod potest facere per se ipsum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0660]
Cum prohibetur alicui una via, ad id alia via non debet admitti.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0661]
Praesumitur ignorantia ubi scientia non probatur.

 

[Manuskriptseite 40]

[V-BVA-02-1781-1786-0662]
Placuit quod semel, amplius displicere non potest.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0663]
Das k* bürgerliche Recht bestimt die Pubertät nach den Iahren; das kanonische nach der Beschaffenheit des Körpers. c. puberes 3. extra. de sponsat.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0664]
Die Furcht vermag mehr üb. unsere Handlungen als verheissene Güter. Lokke vom Verstande des Menschen. 2ter B. K. 21.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0665]
Die 12 Tafeln: quod populus postremum jussit, id ratum esto.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0666]
Absens ex justa causa, si praesertim superioris licentia accedat, ratione beneficiorum pro absente non habetur. Promptuarium juris. Absens.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0667]
Pascal: la religion chretienne éleve le à Pr peuple à l'interieur et abaisse les superbes à l'exterieur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0668]
Got wird beleidigt durch Nachahmung seines Donners; Stralenwerfens, ab. ergözet durch die seiner Güte, Gerechtigkeit. Plut. lib. de doctrina principum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0669]
Ein Grieche: wie die Ägypt. die Mutter hinzurichten verbieten, bis sie geboren, so erhalte Got oft böse Eltern, weil er von ihnen berühmte Söhne voraussieht. Plut. de sera Numinis vindicta.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0670]
Plutarch: wenn die Thiere uns gehorchen, uns. Töne und Sitten annehmen: waren nicht auch unsere Leidenschaften unserer Vernunft? de virtute mor**

 

[V-BVA-02-1781-1786-0671]
Gewisse Leidenschaften, davon kein Grund in der Sele, zeigen Krankheit an; z. B. Traurigkeit, Zorn ohne Ursache.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0672]
Advocatus contra eam causam, quam antea defendit, non admittitur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0673]
Die Iuden: ihr Volk sei das Herz der Welt. Buxtorf lib. Cosri., Römer Haupt der Welt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0674]
Plutarch: wir müss. die Philos. nicht blos in ihrer Gegenwart lieben, wie Gerüche, deren Entbehrung uns nicht schmerzt; sond. wir müss., wenn sie von uns getrent werden sol, nach ihr hungern und dürsten. lib. de prof. mora*

 

[V-BVA-02-1781-1786-0675]
Anaxagoras: alles sei aus Atomen seiner Art zusammen gesezt; Gold aus Goldatomen, Fleisch aus Fleischatomen, Roth aus rothen Atomen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0676]
Man bitte um et. Unbilliges, um das Billige zu erhalten.

 

[Manuskriptseite 41]

[V-BVA-02-1781-1786-0677]
Bako: wie iede körperliche Krankh. durch eigne Übungen, so wird iede des Verstandes durch besondere Wissenschaften vertrieben; für einen flatterhaften Mathematik; für einen nicht unterscheidenden Scholastik p.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0678]
Deskartes: Got trug zur Bildung der Welt nichts bei als daß er die Materie in die erste umwirbelnde Bewegung brachte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0679]
Poet Servius: die Poeten gehören zu keiner besond. philosoph. Sekte, sondern bedienen aller ihrer entgegengesezten Grundsäze nach Nothdurft

 

[V-BVA-02-1781-1786-0680]
Scientia in nobis, ab animo est, qui criture caelo, ignorantio a corpore, quod est a terra. Lactant. Inst. L. III. de falsa Sap. c. VI.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0681]
Epikur sezt das höchste Gut in Wollust der Sele; Aristip des Körpers; Kalliphon und Dinomachus in Tugend und Wollust; Diodorius in Tugend der Beraubung des Schmerzens; Hieronymus in Schmerzlosigkeit; Herillus in Wissenschaft; Peripathetiker in Güter der Sele, des Körpers und Glüks; Zeno in Übereinstimmung des Lebens mit der Natur p. c. VII.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0682]
Laktanz: Aristip lebte so daß er sich vom Thier nur darin unterschied daß er sprach. c. VIII.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0683]
Der Stumme, der Taube kan nicht stipuliren, nicht verheissen. Mutum neque. J. L. III. Tit. XX.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0684]
Laktanz: das höchste Gut und das Ziel der Tugend ist Unsterblichkeit der Sele. Vortheile der Einsamkeit für die Betrübten, Geist, Herz, Kummer, Tugend.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0685]
Metempsychose: d. Sele erinnert sich von allem auf ihren Wanderungen nichts.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0686]
Garve: die Aufmerksamkeit auf den Körper, zu der Krankh. zwang, wendet sich zulezt auf die Sele und dah. verbessert ein kränklicher Körper den Werth und die Selbstkentnis der Sele.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0687]
Zimmerman: 2mal mus man einsam sein, in der Iugend, um Kentnisse und einen festen Karakt. zu erwerben und im Alter, um sich an sein Leben zu erinnern.

 

[Manuskriptseite 42]

[V-BVA-02-1781-1786-0688]
Iselin: vielleicht waren die meisten tugendhaften Männer es ihrenttern schuldig und es ist noch nicht erkant wie sehr sich das Glük der Menschheit auf Weibertugend- und einen verstand gründet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0689]
Einige Handlungen sind nichts als zur Festigkeit und Selbstständigkeit gereifte Gedanken.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0690]
Zimmerman: Derbheit und Grobheit schikt sich nicht in dem Umgang, ab. in Büchern. B. III. K. 10.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0691]
Einige: es sei zu allen Zeiten einerlei Masse von Tugend und Aufklärung, nur an and. Orten, in der Welt, und so auch mit der Bewegung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0692]
Nach der vorherbestimten Harmonie hat die Sele das Prinzip aller ihrer Thätigk. und Leidenschaft in sich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0693]
Got wolle nach seiner voluntate antecedente, ab. nicht consequente alle Menschen selig machen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0694]
Einige: Got sezt die reine Sele in einen sündigen Körp. bei der Zeugung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0695]
Leibniz: die Strafen der Verdamten können, wenn dies. auch zahlreicher als die Seligen, and. Wesen in a. Welten zur Warnung sein.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0696]
Einige: nur das Wirkliche sei möglich z. B. Diodorus Hobbes

 

[V-BVA-02-1781-1786-0697]
Abälard: Got könne nichts machen als was er bereits gemacht. Theodizee Th. II. § CLXXI.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0698]
Die Kartesianer machten die Thiere zu Maschinen, weil sie wenn sie empfänden, zu viel unschuldig litten. Theodiz. Th. III.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0699]
Tolle magistratum e mundo et solem sustulisti.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0700]
Einige: die Freiheit ist das Vermögen den Entschlus aufzuschieben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0701]
Die Akzion ist alzeit der Reakzion gleich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0702]
Einige: unsere Handlungen sind wegen des götlichen Vorwiss. nothwendig.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0703]
Kampanella wil den Königen Metaphysik und Barläus die Prädikamenta und Prädikabilia mit dem Syllogis. gelehret wissen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0704]
Paullus Laxmannus theol. moral. l. II. Zr. 3. c. 12. n. 5. giebt 10 gerechte Ursachen zum Krieg an: 1) contra subditos rebelles 2)

 

[Manuskriptseite 43]

[V-BVA-02-1781-1786-0705]
ut recuperetur provincia jure debita 3) ad vindicandam gravem iniuriam 4) contra eos qui hosti iniusto auxilium praebent 5) qui poenam rempublicam ***ventium impediunt 6) qui foedus *violarunt 7) qui jus gentium laedunt 8) ad auxilium ferendum sociis 9) ad religionem conservandam 10) ad dei jussa immediate exsequenda. Gleichnisse erläutern nur und beweisen nicht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0706]
Die Verläumder fürchten am meisten, verläumdet zu werden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0707]
Punkt wird gesezt, wenn der Verstand aus ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0708]
Baldung von einem Iuristen: bleierner Hintern, güldnen Beutel und eisernen Kopf. Man mus im Gleichnis bleiben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0709]
Periodus caussalis, conditionalis, disiunctiva (unt. od.) copulativa, adversativa, comparativa

 

[V-BVA-02-1781-1786-0710]
Die Armuth der Sprache und der Affekte vermehren die Tropen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0711]
Origenes hies pater allegoriarum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0712]
Allegorie eine fortgesezte Metapher

 

[V-BVA-02-1781-1786-0713]
Die Wörter sind nicht nur Zeichen, auch Echos des Thiergeschreies z. B. ululatus

 

[V-BVA-02-1781-1786-0714]
In der Fabel dürfen auss. den Thieren auch Götter und Menschen reden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0715]
Aphthonianische Chrie 8 Th. 1. laus auctoris et dictum 2. explicatio 3. ratio 4. contrarium 5. simile 6. exemplum 7. testimonium 8. * conclusio.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0716]
Montaigne: es ist ein Vorwurf für uns, daß wir mit Vergnügen die Thiere sich beiss. ab. nicht liebkosen sehen und wünschen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0717]
Der, so die Bösen nicht hasset kan auch die Guten nicht lieben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0718]
Bossu: Si un heros poetique doit être un honnet homme. Du poeme epique L. V. ch. 5. Sophisma pigrum

 

[V-BVA-02-1781-1786-0719]
Worte sind die Zahlpfennige eines Weisen, ab. die Münze des Narren.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0720]
Augustin: oratio (Gebet) iusti clavis est coeli.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0721]
Sonnenfels: man mus für sein Vaterland so partheiisch sein, es physisch und politisch für das Beste zu halten, das uns zu Theile werden konte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0722]
Gregor: nichts dämpfet mehr die fleischlichen Begierden als wenn man das, was man lebend liebt, sich gestorben vorstellet. l. 16. moral.

 

[Manuskriptseite 44]

[V-BVA-02-1781-1786-0723]
Einige lass. kein Gebet als das Dankgebet zu.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0724]
Weber: man kan die Leidenschaft auch ohne Schaden des Publik. genugthun; wer die Wollust liebt, heirathe; wer zornig, werde Soldat und ermorde 100 Feinde auf 1 Schlage. Puffendorf de officio hominis et civ. c. 1. §. XII. not. 2.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0725]
Die Liebe zog die Welt aus dem Chaos.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0726]
Wir empfinden uns nur durch die Wirkung auf a. und die Leiden von ihnen

 

[V-BVA-02-1781-1786-0727]
Herder: es giebt Erinnerungen, auch ferne Erinnerungen abwesender Freunde an einand., die oft von der wunderbarsten mächtigst. Art sind. Es giebt Augenblikke der Sympathie auch in Gedanken ohne die mindeste äuss. Veranlassung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0728]
Simulacra pabula amoris.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0729]
In alle Schwärmereien waren Weiber verwikkelt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0730]
Die sündlichen Gedanken im Traume werden nur, auf Veranlassung durchs Wachen, zugerechnet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0731]
Gregorius von Rimini und a. Scholastiker lass. keine unüberwindliche Unwissenheit entschuldigen. Das Laster macht zum Thier.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0732]
Zizero: die Kind. werden mit für ihre Eltern gestraft, um dies. mehr zu kränken und an die Republik zu befestigen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0733]
Selenwanderung hinauf, hinab, herum.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0734]
Herder: der Wahn, einen Unbekanten schon gesehen zu haben, komt aus der Erinnerung der Iugendplane. Vielleicht wurden manche begeisterte Helden und Schwärmer durch ein hiziges Fieber dazu in der Kindheit gebildet, davon ihnen die Ideen blieben. - Stoiker entschuld. den Selbstmord.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0735]
Ebenda: nach gewiss. Iahren dekoriren wir alle uns. Träume nur mit Szenen aus der Iugend.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0736]
Zum Spiel wird erfodert aequalitas virium ludentium et fortunae.

 

[Manuskriptseite 45]

[V-BVA-02-1781-1786-0737]
Ehen in der Verwandschaft verboten ob latius spargendas amicitias, confusionem nominum necessitudinis.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0738]
Sonst: die Fürsten hätten unmittelbar von Got ihr Reich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0739]
Rousseau: d. primitive Zustand des Menschen war der eines zahmen Thiers. Leute die zuvil an ihren Tod denken.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0740]
Herder: Got schuf alle Thiere nach der Menschenbildung.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0741]
Seneka: der Müssiggang ist der Tod und das Grab eines lebendigen Menschen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0742]
Augustin: die Kreaturen sind unvolkommen, weil sie Got aus Nichts gemacht; hätte er sie ab. aus sich geschaffen, wären sie selbst Götter geworden. Leibniz Theod. Anmerkung üb. das Buch vom Ursprung des Bösen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0743]
Folge des Sündenfals: Verlust der Unsterblichkeit - Unfruchtbarkeit der Erden - schwere Arbeit - Unterwerfung des Weibs unt. den Man - Schmerzen der Geburt - Feindschaft zwischen Menschen und Schlange - Veriagung aus dem Paradies - Herschaft der Thiere.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0744]
Bayle, Malebranche: es giebt keine Akzidenzien die von der Substanz unterschieden sind. Gewöhnlich: die Substanzen bleiben, die Akzidenzien verändern sich. Bayle: zur Hervorbringung der Akz. wäre, unterschieden sie sich von den Substanzen, eine schaffende Kraft der lezteren nöthig. Leibniz. Theod. Th. III. Die Selbstannihilazion der Quietisten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0745]
Keine Geister ohne Materie.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0746]
Essentiae rerum sunt aeternae.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0747]
Got lässet die Gnadenmittel denen anbieten, von denen er deren Ausschlagung voraussieht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0748]
Wo kein Urtheil, auch keine Freiheit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0749]
Leibniz eine gewiss. justitia punitiva eigentlich vindicativa bei Got und a., die ohne Absicht der Besserung und des Ersazes ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0750]
Einige Scholastiker: im a. Leben keine guten und keine bösen Werke.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0751]
Lob und Tadel fället bei der Nothwendigkeit der menschlichen Handlungen nicht weg.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0752]
Kartes: da immer einerlei Quantität von Bewegung in der Natur so wirke die Sele nur dadurch auf den Körper, daß sie d **

 

[Manuskriptseite 46]

daß sie die Direkzion seiner Bewegung ändert. Theodizee.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0753]
Spinoza lässet nur 1. Substanz in der Welt zu, deren vergängliche Modifikaziones die menschlichen Selen sind.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0754]
Kleanthes: das Vergangne ist nothwendiger als das Zukünftige

 

[V-BVA-02-1781-1786-0755]
Einige Skotisten: die ewigen Wahrheiten würden bestehen, wär' auch kein Verstand, ia Gottes Verstand nicht.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0756]
Ob Got zu tadeln, daß er dem Menschen einen freien Willen gegeben, dess. Misbrauch er voraussah.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0757]
Leibniz: Zeugung blosse Transformazion und Augmentazion.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0758]
Leibniz: die Thierselen sind nur unzerstörlich d.h. ohne Bewustsein fortdauernd, die Menschenselen ab. mit Bewustsein der Personalität. Th. I. §. LXXXIX.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0759]
Einige: Got verdamt wegen der Voraussehung, daß das ungetaufte Kind einmal sündigen würde, dasselbe und so auch, die, die im Alter, wo sie Gutes und Böses unterscheiden lernen, sündigen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0760]
Die Kind. bekommen in der Taufe eine Art des Glaubens, ob sie sich gleich darauf nachher nicht besinnen können; Leibniz: so könte es auch mit Sterbenden von einer falschen Religion sein. Th. I. §. XCVIII.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0761]
Machiavel: wenig Menschen sind sehr bös od. sehr from und dah. gehen wenig gross. Unternehmungen von statten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0762]
Spinoza schreibt Got Gedanken, ab. keinen Verstand zu. Th. II. §. CLXXIII*.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0763]
Retorfort: vor dem Verbote Gottes ist nichts böse und nichts tugendhaft, erst nach demselben. Th. II. §. CLXXVI. Dieser und a. Supralapsarier: Got kan dah. nicht sündigen er mag thun was er wil, weil er keinem Geseze unterworfen. §. 178.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0764]
Thomas von Aquino und Grotius: wenn auch kein Got, müsten wir doch tugendhaft leben

 

[V-BVA-02-1781-1786-0765]
Deskartes: die Beiahung nothwendiger Wahrheiten stand Got frei. (ob 3 mal 3 | 9 machen) §. | 186.

 

[Manuskriptseite 47]

[V-BVA-02-1781-1786-0766]
Malebranche: Got lasse viele Wunderwerke durch Engel thun. Th. III. §. 249

 

[V-BVA-02-1781-1786-0767]
Pabst Gregor: die Verdamten würden ewig gestraft weil Got vorausgesehen, daß sie ewig sündigten, lebten sie auf der Welt ewig. §. 267.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0768]
Augustin: die Höllenstrafen können ewig dauern und doch abnehmen. Enchir. c. 112.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0769]
Bayle: vor der Gefahr hätte Got auch durch angenehme Empfindungen warnen können. Rep. au Provinc. Ch. 77. Z. 2. | Theod.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0770]
Leibniz: nicht die Quantität der Bewegungen, sond. der Kraft bleibt stets dieselbe. Th. III. §. CCCXLIV.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0771]
Ebenda: Got sieht in iedem Theile des Universums, wegen der algemeinen Verbindung, dieses ganz.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0772]
Kartesianer: die Wesen werden immer geschaffen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0773]
Plato: die materialischen Substanzen werden immer und sind nie, nur die unmaterialischen sind.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0774]
Thomas Aquinas und a. Scholastiker: wenn die Engel im ersten Augenblik ihrer Schöpfung gesündigt hätten, so würde Got der Urheb. der Sünde sein. Th. III. §. CCCLXXXVI.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0775]
Die Substanzen bleiben, die Akzidenzen verändern sich.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0776]
Seneka von Got, semel (sibi) jussit, semper paret: Leibniz semper jubet. *.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0777]
Der Verf. des Buchs vom Ursprunge des Bösen: die Sele hat eine Kraft gegen alles gleichgültig zu sein und die Sachen sich, wie sie wil, gut od. bös vorstellen. Theodiz.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0778]
Molines und die Molinisten: Got weis die möglichen (Scientia simplicis intelligentiae) die möglichen (Sc wirklichen (Scientia visionis) und die Dinge, die geschähen, wäre geschähe eine gewiss. Bedingung (Scientia media) Th. I. §. XXXIX

 

[V-BVA-02-1781-1786-0779]
Garve: die Verfassung der alten Staaten demüthigte den politischen Stolz (der Gross.) und vermehrte den philosophischen derselben.

 

[Manuskriptseite 48]

[V-BVA-02-1781-1786-0780]
Einer kan mit geringerer Nüzlichkeit für die Welt tugendhafter als ein a. mit grösserer. Stoische Gleichheit aller Tugenden.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0781]
Der Weise sizt, liegt, p. auf eine a. Weise als der Thor.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0782]
Die Philos. nenten die Tugend das Schöne, ?? ?????.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0783]
Alle Menschen lieben die Kentnisse und ihre Erweiterung; ab. nur ied. die seinigen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0784]
Bako: geringe Tugenden erwerben mehr Lob als gross., weil man iene öfter als diese üben kan. Versuch L.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0785]
Ebenda: Um Die Komplimente zu erlernen, wird fast nichts erfodert als sie nicht verachten. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0786]
Ebenda: Man mus stets et. von seinen eignen Gedanken hinzusezen, wenn man sich die Meinung eines a. gefallen lässet z. B. nur mit einer Distinkzion einem a. beipflichten. eb.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0787]
Ebenda: Gespenster von Tugenden rühren den Pöbel am meisten. LI.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0788]
Einer: Die Biographie mus weniger den Krieger, den Fürsten als den Menschen zeigen und beschreiben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0789]
An den Schlus einer Biographie hängt man den Karakter des Mannes.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0790]
Algarotti: Racine hatte soviel Recht, die algemeine Verbindung der Wissenschaften unt. einand. zur Ursache der Entstehung vieler Genies auf einmal zu machen, daß man Horazens Dichtkunst auf die Bildhauerei und Baukunst anwenden, und Hippokrates kurze Lehrsäze in eben so viele Regeln der Moral verwandeln könte.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0791]
Kein römischer Bürger durfte dem Feinde Schaden thun, wenn er nicht wirklicher Soldat war.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0792]
Tugenden die man für Naturgaben hält, achtet man minder.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0793]
Die Thorheit, Freunden nüzlich zu sein und darüb. Anverwandte versäumen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0794]
Garve: der Mensch im Wolstand wird mehr nach seinem Verstand und Muth, der im Unglük mehr nach der moralischen Güte geschäzt

 

[Manuskriptseite 49.]

[V-BVA-02-1781-1786-0795]
und was einem Glanz giebt, erhöht die Achtung der Glüklichen und schwächt das Mitleiden gegen die Unglüklichen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0796]
Zizero: leiste iedem das Gute, was er ohne dich am wenigst. erhalten würde.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0797]
Der Mensch stellet sich ied. Übel als ewig und sich als ganz elend vor.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0798]
Garve: allein leben, sich allein fühlen macht furchtsam; mit vielen in Geselschaft leben, sich mit ihnen vereinigt fühlen, macht beherzt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0799]
Manche können ihrem Kind. nicht eher einen Verweis geben bis sie zürnen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0800]
Ob man mehrere Gedanken auf einmal haben könne.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0801]
Ein bewegter Körp. würde sich ohne Widerstand ewig bewegen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0802]
Pindar nent das Geld die leuchtenden Sterne und das wahre Licht der Menschen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0803]
Die Gelehrten, die Griechenlands p. Gebräuche, ab. nicht ihre vaterländischen kennen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0804]
Aristoteles: der Mensch ist darum das ungerechteste Thier, weil es das klügste ist. und darin besteht ein gros

 

[V-BVA-02-1781-1786-0805]
Seneca: nihil videtur mihi frigidius, nihil ineptius quam lex cum prologo. (d.h. der einen Grund von ihm enthält und angiebt)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0806]
Moriz: nicht auf den Grad der Selenkraft, sond. auf das Verhältnis aller zusammen komt es an: z. B. eine starke Phantasie kan da sein, wo ihr die übrigen die Wage halten; dah. hat jed. Mensch ein eignes Maas seiner Selenfähigkeiten= und Gesundheit: z. B. eine Urtheilskraft, die in späteren Iahren natürlich ist, ist nicht Krankh. in der Iugend.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0807]
Wie sehr hängt oft die ganze Richtung unserer Gedanken von den äusseren Gegenden ab. Vielleicht ists im Augenblik, wo wir eine grosse Entschliessung fass. sollen, kein unwichtiger Umstand, ob die Gegenstände, die wir um uns her erblikken, roth od. grün sind. Erfah.selenk. 1 B. 1 St. S. 47.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0808]
Moriz: wenn die Traumideen sich nicht wied. verdunkeln: so wirds zulezt Wahnsin.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0809]
Moriz: man erinnert sich aus der Kindheit mehr der Farben als Gestalten.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0810]
Es kan noch ungenuzte Selenfähigkeiten (z. B. Vorhersehungskraft) geben, die schwach sind, weil wir sie nicht nuzen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0811]
Nenke: man solte üb. ieden Verbrecher ein doppeltes Verhör halten, gesezliches und ein psychologisches. Moriz. 1 B. 2 St. S. 2

 

[V-BVA-02-1781-1786-0812]
Gewisse Handlungen gelingen nur geschwind z. B. die Hersagung der Rede, die Malung der Züge und Figuren; dah. mühsam, Kopien nach einer fremden Hand.

 

[Manuskriptseite 50]

[V-BVA-02-1781-1786-0813]
Im Affekt, in einer fremden Sprache, vor einem Vornehmen, wenn man nicht allein, langsam schnel, leise stottert man gern.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0814]
Dem Hypochondristen sind Plattitüden von Spas gesünder als die schönsten Stellen aus Youngs Nachtgedanken. Erfahrungsseelenkunde 1 B. 3 St. S. 104.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0815]
Puffendorf und a.: dem Fürsten als Fürsten d.h. ipso jure kommen episcopalia jura zu.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0816]
Ein ied. Kollegium ist eine persona mystica, die kontrahiren, erben p. kan.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0817]
Gesunder angenehme, Kranker böse Träume.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0818]
Livius: usus optimus legis corrector et sapientissimus iuris interpres.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0819]
Raserei wird nicht vermuthet; wenn sie ab. da ist, muss die * lucida intervalla bewiesen werden Hommel. ob. 459.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0820]
Vom Papst hängt das Ansehen der h. Schrift ab und er könte an ihre Stelle Phädrus Fabeln sezen, wenn er wolte. Bellarm. l. 2 c. 5 de Rom. pontif. - Hobbes (Leviath. c. 33. 39. 42): die Bibel erhalte ihre gesezliche Kraft blos von der Autorität des Magistrats. Homm. ob. 478.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0821]
Fingunt se medicos quivis idiota, sacerdos, Judaeus, monachus, histrio, rasor, anus.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0822]
Experimentum in vili corpore sacere.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0823]
Naturaliter audita visis laudamus libentius, et praesentia invidia, et praeterita veneratione prosequimur et his non obrui, illis instrui credimus. Vell. Paterc. L. II.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0824]
Lessing nahm sich eines ieden Sazes an, den man schlecht bestrit.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0825]
Wir können uns keine schlechtere Sache vorstellen als wir selbst sind.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0826]
Das Gehör der scheueste Sin. Herder.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0827]
Die Amerikaner standen blos wegen Mangels an zahmen Thieren * der alten Welt so nach. eb.

 

[Manuskriptseite 51]

[V-BVA-02-1781-1786-0828]
Herder: die Träume die ersten Musen und die Mütter {Väter} der Fikzion und Dichtkunst.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0829]
Tertullian: nomen in nobis (Christianis) tantummodo damnatur, non aliquod crimen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0830]
Lactantius: religio defendenda est, non oceidendo sed moriendo.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0831]
Die Fähigkeit, seine Gedanken durch Worte von sich zu geben, ist der beste Beweis, daß man sie richtig gefasset hat.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0832]
Herodot: wenn alle Menschen ihre Übel zusammenbrächten und den Umtausch versuchten: so würde ied. bei seinem bleiben.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0833]
Manche fallen *...*and von der Religion ab, von der sie in der Iugend zu schlechte Begriffe bekamen.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0834]
Seneca: solent suprema facere securos mala; Ovid: fortuna miserrima tuta est.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0835]
Marzial: nicht der, der die Gött. aus Marmor zimmert, macht sie; sond. der, der sie anbetet.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0836]
Optime miserias ferunt qui abscondunt; nec ulla est tam familiaris infelicibus patria, quam solitudo. Curt. lib. V.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0837]
Le faux est toûjours fade, ennuyeux, languissant;
Mais la nature est vraye et d'abord on la sent.
C'est elle seule en tout qu'on admire et qu'on aime
Un esprit né chagrin plaît par son chagrin même;
Chacun pris dans son air est agréable en soi
Ce n'est que l'air d'autrui qui m* send peut deplaire en moi.
Despréaux

 

[V-BVA-02-1781-1786-0838]
Diodor von Sizilien: die Lesung der Geschichte giebt sogar Iünglingen Verstand

 

[V-BVA-02-1781-1786-0839]
Chi non hà, non è. (Wer nichts hat, ist nicht)

 

[V-BVA-02-1781-1786-0840]
Tantum honorum atque opum in me cumulasti, ut nihil felicitati meae desit nisi moderatio ejus, Seneka zu Nero. Tac. Ann. L. XIV.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0841]
Vell. Paterk. von Maroboduus: natione, non ratione barbarus. L. II.

 

[Manuskriptseite 52]

[V-BVA-02-1781-1786-0842]
Pakat sagt in seiner Lobrede auf d. Theodosius: sonst wusten die Menschen nach der Ordnung der Natur das Gute nicht voraus, das sie erwartete; durch *...* machen ihnen die Güt. Vergnügen, eh' sie sie bekommen, weil das was er verspricht sogut als gegeben ist.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0843]
Fontenelle: Iede Wissenschaft hat eine Chimäre, nach der man suchen mus, um et. anders Gutes zu finden. Il faut qu'en toutes choses les hommes se proposent un point de perfection au-delà même de leur portée. Ils ne se mettroient jamais en chemin, s'ils croiaient n'arriver qu'où ils arriveront effectivement; ils ont besoin d'envisager un terme imaginaire, qui les anime (So mit dem Stein der Weisen, Quadratur des Zirkels).

 

[V-BVA-02-1781-1786-0844]
Clandestina praesumtionem injustitiae pro se habent. Carpz. p. 4. c. 20. d. 7. n. 6. | Prompt. jur.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0845]
Mad. des houlieres: sie beneide die leblos. Dinge, die durch das Alter werther und bess. würden, stat daß die lebendigen sich verschlechtern. Zweideut. * Religionsspött. von Unfruchtbarkeit des Wizes

 

[V-BVA-02-1781-1786-0846]
Montaigne: Toute mechanceté n'est au fend qu'ânerie.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0847]
Bako: durch die Kunst wird aus einer gross. Masse eine kleine. de Augment. Scient. L. 2. c 2. Die Natur hingegen, fährt er fort, umgekehrt.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0848]
Man mus bei Fürsten seine Geschiklichkeit verbergen, Salomo: noli videri sapiens coram principe.

 

[V-BVA-02-1781-1786-0849]
Wenn man einem Vornehmen einen guten Rath zu geben hat, mus man es veranstalten, daß er aus seinem, nicht uns. Gehirn zu kommen scheint.