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Faszikel V-BVA-05-1789-1790
 

Transkription und digitale Edition von Jean Pauls Exzerptheften

Vorgelegt von: Sabine Straub, Monika Vince und Michael Will, unter Mitarbeit von Christian Ammon, Kai Büch und Barbara Krieger. Universität Würzburg. Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition (Leitung: Helmut Pfotenhauer)

Förderung: Fritz Thyssen Stiftung (11/1998-12/2000) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (01/2001-12/2005)
Projektleitung: Michael Will
Gesamtleitung: Helmut Pfotenhauer

Transkriptionsgrundlage: Nachlass Jean Paul. Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Fasz. V, Reihe VI (Verschiedene Autoren), Bd. 5

Bearbeitungsschritte:
20.05.2004 CA Beginn der Transkription
16.06.2004 CA Ende der Transkription
07.07.2004 ST 1. Korrektur HTML-Ausdruck
13.07.2004 ST Eingabe1. Korrektur in XML
11.10.2004 MIWI Korrektur griechischer Wörter, Online-Update
24.11.2004 ST Autopsie Berlin
24.11.2004 ST Einfügung linegroups
01.11.2005 MIWI Revision und Online-Update
15.04.2010 CMC Zweites Online-Update

 

Exzerpten 05.

 

[Manuskriptseite 1]

[V-BVA-05-1789-1790-0001]
Herder: die Einbildungskraft war bei denen Völk. am stärksten gespant, die in Wüsten, felsigtem Land, stürmischer Küste, am Fus der Vulkane leben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0002]
Ebenda die Natur zog Berge Ströme Wüsten durch die Menschen sie zu scheiden, deren Aufschlichtung in Städte eben ihre iezige Bösartigkeit giebt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0003]
Ebenda die Frau hat ein starkes Gefühl für den persönlichen Werth des Mannes

 

[V-BVA-05-1789-1790-0004]
Ebenda: aus Liedern und noch mehr Träumen könte man Nazionen am besten kennen lernen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0005]
Freundschaft ist nur in Lebensart und Ländern, die gemeinschaftliche Unternehmungen durch gemeinschaftliche Gefahr nöthig machen; der Wanderer, Sklave, Gefangne eine. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0006]
Da auch der Kalifornier u. Feuerländer Pfeil und Bogen brauchte u. Sprache Übungen und Künste wie wir lernte: so ist auch er aufgeklärt und zwischen kultivirten und unkultivirten Völkern ist nur Unterschied des Grads - Tradizion einer Erziehung zu irgend einer Form menschlicher Glükseligkeit ist Kultur. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0007]
Ein von der Geburt an den Wölfen übergebnes Kind wäre der einzige unkultivirte Mensch. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0008]
Die Kinder (wie Wilde) bleiben eben so lange Nachahmer von allem, um gebildet und erzogen zu werden. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0009]
Alle Affekten besonders Schmerz und Freude werden Töne |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0010]
Ein Volk hat keine Idee zu der es kein Wort hat, die lebhafteste Anschauung bleibt dunkles Gefühl bis die Seele ein Merkmal findet und es durchs Wort dem Gedächtnis und dem Verstande einverleibt. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0011]
Keine Sprache drükt Sachen aus sondern nur Namen, also erkent die menschliche Vernunft nur die mit Worten bezeichneten Merkmale von Sachen. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0012]
Die Religion, d.i. religiöse Tradizion in Schrift und Sprachen brächte zu allen Völkern die erste Kultur und Wissenschaft u. war sie s. Dichtkunst, Arznei und Wahrsagerkunst religios; Zahl und Bemerken der Tage, der Grund der Zeitrechnung, heilig; Wissenschaft des Himmels und der Natur den Magiern gehörig, Musik, Schrift. |

 

[Manuskriptseite 2]

[V-BVA-05-1789-1790-0013]
Durch die Schrift wurden die Dialekte weniger; und wir wären längst unter Gelehrsamkeit und Büchern erlegen, wären beide nicht oft zerstört geworden |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0014]
Der Mensch der von den Thieren ein Merkmal der Benennung faste, hatte damit a uch den Grund gelegt, die zähmbaren Thiere zu bezähmen, die nuzbaren sich nuzbar zu machen und überhaupt alles in der Natur für sich zu erobern. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0015]
Die Erbregierung entstand durch Krieg oder Gewalt, nicht durch Vertrag. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0016]
Kein Volk wird unterdrükt, als das sich unterdrüken lassen wil. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0017]
Fast keine Nazion stand ohne ein Wunder der Palmgenesie wieder aus der Sklaverei auf |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0018]
Die Lehrsäze vom Dasein Gottes und der Unsterblichkeit darum so ungewis gelassen, damit wir die Tugend leichter aus Uneigennüzigkeit thun könen. Kant.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0019]
In den meisten despotischen Ländern nährt und kleidet die Natur den Menschen ohne Mühe. Herder

 

[V-BVA-05-1789-1790-0020]
Poeten: der Geist Eines Menschen, aber nicht des Menschen kan sich erschöpfen. Mercier

 

[V-BVA-05-1789-1790-0021]
Alle wahrhaft grosse Männer sind bescheiden |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0022]
Diodor: alles Künftige und Vergangne nothwendig; Cleanth: alles beides zufällig; Chrysip: das K. zufällig, V. nothwendig. Note zu Epiktet.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0023]
Leibniz: 100 Menschen, die sich zu einem wissenschaftlichen Zwek vereinten, erfänden in 1 Iahr mehr, als 1 in 100 Iahren. Arnaud

 

[V-BVA-05-1789-1790-0024]
La Brugere: nichts erfrischt das Blut mehr als eine schöne That.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0025]
Iakobi: hätte der Mensch nur 1 Begierde: so hätte er gar keinen Begrif von Recht und Unrecht.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0026]
Leibniz: die meisten Sekten haben in dem Recht gehabt was sie beiahten, nicht so in dem was sie läugneten Iakobi

 

[V-BVA-05-1789-1790-0027]
Spinoza: der immanente **soph hat keine Endabsichten, keine einzelnen Gedanken noch Willensbestimungen |

 

[Manuskriptseite 3]

[V-BVA-05-1789-1790-0028]
Hansch: Leibniz zu ihm beim Kaffeetrinken: im Kaffee den er trinke könten wol Monaden sein die einst als vernünft. Menschenseele leben würden |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0029]
Her bienfaits font deo ingrato.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0030]
Herder: Tauben so grausam, weil sie den sympathis. Sin des Ohrs nicht haben - Kindermörder entschliessen sich zum Mord eh sie das Kind gehört und gesehen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0031]
Der Mensch mus sich täglich und sei ne Handlungen prüfen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0032]
Scherz über wed die die unter uns, nicht erlaubt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0033]
Grundgesez der e einen praktischen Vernunft: handle so daß die Maxime dieses Willens iederzeit zugleich als Prinzip einer algemeinen Gesezgebung gelten könnte Kant.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0034]
Mercier: man findet in einem Werke nur was man in sich selbst hat; und zum Verstand mancher W. gehört ein Rechtschaffen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0035]
Ebenda: es giebt Bücherschlemmer helluones librorum, Sevigne nent eine une devoreuse des livres

 

[V-BVA-05-1789-1790-0036]
Ebenda Vor der Buchdrukkerkunst schrieben nur Männer von Genie, iede Schrift hatte einen originellen Karakter - ein Buch war damals eine Wolthat für die Menschheit.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0037]
Montagne: ich wünschte ieder schriebe nur was und wie vil er weis, aber nicht mehr.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0038]
Merzier: die rechte Herschaft ist daß man den anderen soweit führt, das selbst zu wollen was wir wollen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0039]
Stephanus de la Böetie: celui aime peu qui aime à la mesure. Voltaire: lamitié est le seul mouvement de l'ame áu lepus soit permir.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0040]
Gerardus Belga: der Teufel wendet oft feinere Künste an, Einen Mönch zu stürzen als die ganze Welt zu besiegen und oft die ganze Hölle gegen Einen. Briefe aus dem Noviz. 3 B.

 

[Manuskriptseite 4]

[V-BVA-05-1789-1790-0041]
Benedikt 3 Grade von Armuth: 1) paupertas possessionis, Armuth im Besiz, daß man alle zeitlichen Güter von sich entfernt, auch den Affekt dazu - 2 paup. usus rerum temporalium, Armuth im Gebrauch zeitlicher Güter, Ablegung der Neigung zu allem Überflüssigen, 3. paup. affectum, Armuth im Affekt, daß man sogar das Nothwendige hasset |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0042]
Magdalena Pazzi sagte aufm Todtenbet: sie danke Got daß sie in ihr. Leben niemals gewust, was ein Verstos gegen die Keuschheit sei. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0043]
Klimachus: wer einen unbilligen Verweis (des Obern) ablehnt, handelt gegen sein ewiges Heil; Abt Ant Anub: ein Mönch mus eine Statue sein, die sich ohne Zorn schlagen lässet - Abt Zacharias trat eine Mönchskutte mit Füssen und schwur, so müsse ein Mönch sich treten lassen - Abt Nesteros einen Esel, der Schläge aushält. | S. 240

 

[V-BVA-05-1789-1790-0044]
Es ist besser, der Mönch sündigt wider Got als wider seinen Klosterobern. Beatus Climaeus gradu 4. | S. 244

 

[V-BVA-05-1789-1790-0045]
Iakobi: Demonstrazion ist Fortschrit in identischen Säzen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0046]
Die katholische Religion bequemer für die Monarchie, evangelische für die Republik. Esprit des Loix *.III. L. 24. ch. 5.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0047]
Das iezige Leben ist nicht ein verschiedener Zustand vom künftigen, der nur dessen Fortsezung und Frucht ist.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0048]
Blair: wäre uns eine hellere Aussicht unseres künftigen Schiksals beschieden: so würde uns die Erde zu klein sein, wir unthätig von ihr los nur für die künftige lebend.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0049]
Mendelssohn: nur die Furcht macht grausam und unversöhnlich; wer sich seiner Überlegenheit mit Sicherheit bewust ist, findet weit grössere Glükseligkeit in Nachsicht und Verzeihung.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0050]
Montaigne: um die Seele des Kinds zu stählen, härte man nur seine Muskeln; durch Angewöhnung an Arbeit gewöhnt man an Schmerz, durch Körper den Geist.

 

[Manuskriptseite 5]

[V-BVA-05-1789-1790-0051]
Baretti: die Mönche und Priester verehren das weibliche Geschlecht sehr, das mänliche nicht.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0052]
Wie land: volkomene Unempfindlichkeit ist oft eine Folge übermässiger Empfindlichkeit

 

[V-BVA-05-1789-1790-0053]
In England stehen nicht mehr Hände bereit, Tyranen zu züchtigen, als Augen, ihren Fal zu beweinen; der Unterdrükkung zu widerstehen sind wir Römer, dem Unterdrükker - Weiber. Die Welt. 1 Th.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0054]
Augustin von Varro: er las so viel daß er kaum et. schreiben zu können schien, schrieb so viel, daß ein a. es kaum les. kan. l. 6. de Civit. dei c. 2. (Und doch ist Augustin im selben Fall)

 

[V-BVA-05-1789-1790-0055]
Herder: vielleicht ist ein Wendelgang uns Planeten auf mehr als einem a. Stern das Loos und der Fortschrit unseres Schiksals und vielleicht pflegen wir einmal mit allen zur Reife gelangten Geschöpfen so vieler Schwesterwelten Umgang.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0056]
Ieder liebt sein Land, seine Sitten, Sprache Weiber Kinder, nicht weil sie die besten auf der Welt sondern weil sie die seinigen sind und er in ihnen sich und seine Mühe selbst liebet |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0057]
Die Thierarten sind gebrochene und durch ketoptrische Spiegel aus einander geworfene Bilder Stralen des Bildes des Menschen. Er ist ein Mittelgeschöpf unter den Thieren d.i. die ausgearbeitete Form, in der sich die Züge aller Gattungen um ihn her im feinsten Inbegrif sammeln. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0058]
Ie höher die Geschöpfe steigen, desto mehr nimt der unaufhaltbare Trieb wie die irthumfreie Fertigkeit ab. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0059]
Keine Tugend und kein menschlicher Trieb wovon nicht im Thier ein Analogon wäre |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0060]
Das Menschengeschlecht ist vielleicht der grosse Zusammenflus nied. organischer Kräfte, die in ihm zur Bildung der Humanität kommen sollen |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0061]
Got erschien anfangs den Menschen in Menschengestalt; nachher nur Stimme; später im Traum; endlich durch Erleuchtung. Tyraeus de apparit. dei. c. 17.

 

[Manuskriptseite 6]

[V-BVA-05-1789-1790-0062]
Vitruv 1 K. 6 Band: hizige Klima schärft, kalte stumpft den Verstand.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0063]
Swift bat Popen, nicht schlechte Poeten in seine Verse zu bringen weil es sie verewigen heisse und zwischen schlechtem und gutem Nachruhm ein unbedeutender Unterschied sei.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0064]
Apollonius Thyaneus auf die Frage warum ein Kind einen Elephanten regieren könne: weil Got dem Menschen ein die Thiere in Furcht sezendes Zeichen ei ngeprägt. Philostrat. - Kabbalisten: dem Menschen ist ein götliches Bild eingeprägt, um eine Furcht zu erregen, heist phaad d.i. linke Hand und Schwert Gottes; Liebe zu erregen, Chaesed, Güte, die rechte und das Szepter Gottes.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0065]
Fehlerhaft, daß man die Iugend in Schulen entweder in ganz auswendig gelernten oder extemporierten Reden übt, da das wirkliche Leben nur zu einem Mittel zwischen beiden Anlas giebt. Bac. de augm. scient. l. II.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0066]
Schädlich daß man die Natur vom Kunstwerke in der Form und in Wesen unterschieden glaubte; da sie's nur in efficiente sind, indems nämlich der Mensch ist ||

 

[V-BVA-05-1789-1790-0067]
Res minutae et humiles Plus conferunt ad notitiam grandium quam grandes ad not. minutarum | l. II. c. 2.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0068]
Ein Bischof wird aus Augustins und Ambrosius Werken nicht so viel Klugheit schöpfen als aus der Kirchengeschichte - und so andere Gelehrte aus der Litterargeschichte. c. 4.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0069]
Home: das Gefühl von Eigenthum (daß etwas mein ist) reift später zwar als die Sinne, aber früher als das von Schönheit, Symmetrie p.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0070]
Ebenda: Gewin oder Verlust kan in einem Abend oder Woche gros sein; aber 1 Iahr fortgespielt, ists einerlei ob man um 1 oder um 20 Guineen spielt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0071]
Verissimum est * tanquam secretum quoddam naturae, hominum animos cum congregati sint magis quam cum soli fiat, affectibus et impressionibus patere. Baco.

 

[Manuskriptseite 7]

[V-BVA-05-1789-1790-0072]
Got that Wunder, nicht um Atheisten, sondern um Aberglauben und Abgötterei zu belehren; wie Kunstwerke, des Künstlers Geschiklichkeit aber nicht sein Bild zeigen: so die Welt in Rüksicht Gottes. | de augmentis scient. l. 3. c. 2

 

[V-BVA-05-1789-1790-0073]
Schulz: die Phantasie malt wenn der Himmel trübe ist, am helsten und stärksten.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0074]
Der Preis einer Ware ist gerade wie die Nachfrage und umgekehrt wie die Menge.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0075]
Viele Preise sind iezt nur wegen der Menge des Geldes höher.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0076]
Gebrechen des Körpers erregen unser Mitleid, nicht geistige (z. B. Laster)

 

[V-BVA-05-1789-1790-0077]
Kant: wir nähern uns ewig der Heiligkeit ohne Erreichen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0078]
Sherlok: die Italiener meist grosse Köpfe, wenig Mittelmässige und noch weniger Dumme.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0079]
Die übertriebenen riesenmäss. Bilder im Asiatischen Styl kommen nicht vom warmen Klima (auch bei den Isländern p.) sondern dem ungebildeten Geschmak. Home.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0080]
Ebenda: der hohe lächerliche Styl herscht in der Zeit zwischen der Barbarei und der gesitteten Lebensart.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0081]
Kant: die Wahrheit von Got und Seelenunsterblichkeit blieb uns darum so zweifelhaft damit unsere Tugend nicht aus Furcht vor beiden geschehe sondern p.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0082]
Moralisten: mit einer neuen Mode sol man weder der erste noch lezte sein

 

[V-BVA-05-1789-1790-0083]
Pecuniam in loco negligere maximum interdum est lucrum.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0084]
Sint Maecenates, non deerunt, Flacce, Marones.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0085]
Boccalini räth Fürsten, ihre Söhne mit Fleis schlecht zu erziehen und vom Regierungsfach zu entfernen, damit sie nicht zu iener Schaden früh die Regierung begehren. Sekkendorf.

 

[Manuskriptseite 8]

[V-BVA-05-1789-1790-0086]
Wenn die lange beschäftigte Seele dem Gehirn eine zu starke Thätigkeit eingeprägt: so vermag sie sie nicht mehr zu unterdrükken. - Die Säfte begeben sich in den Theil der thätig ist. Die thieris che Faser wird durch Übung hart. Tissot.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0087]
Ein Mönch schrieb an seine Zelle: facias officium tuum laliter qualiter et sinas vadere mundum sicut vadit.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0088]
Platner: die Tanzkunst ist die Fortsezung der Malerei, und Schauspiel ist deren höchster Grad.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0089]
Mendelssohn: Künste in die getheilt, die die Sache, und die die die Zeichen der Sache darstellen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0090]
Sokrates: man ist in Enthusiasmus wenn die Seele so stark wirkt daß sie nicht allein zu wirken scheint. Daher ingenium von genius.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0091]
Platner der Man hat seine Herschaft über die Weiber verloren 1) weil seine persönliche Tapferkeit d. die monarchische Regierungsform weg ist 2) von Staatsangelegenheiten ferner ist.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0092]
Ebenda: der Monarch Regierungsform schafte mit den langen Kleidern ab weil sie zuviel Ehrfurcht erregen und die übertriebenen Bükkungen verhindern. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0093]
Ebenda: ein denkender Man verräth am meisten Geschmak in der Kleidung wenn er d. sie offenbart, er denke nicht viel bei ihr und bekümmere sich nichts darum.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0094]
Das Schöne ist nur da schön wo es schiklich ist. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0095]
Beim Anblik des Starken fühlen wir unsere Fibern gestählt, des Grossen erweitert sich der Umris unseres Körpers, Blut scheint in weitern Gefässen zu laufen und den Stern des Augs weitere {engere eher} Öfnung. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0096]
Lustigkeit ist das Gefühl der Gesundheit unseres Körpers |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0097]
Schönheit ist eine gemässigte Mischung des Erhabnen und Lustigen |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0098]
Die Wellenlinie schön wegen der Geschlechtsähnlichkeit, so die Farben am schönsten, die damit ähnlich |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0099]
Wolf: unser Gefallen an Schönheit kömt von der Bemerkung einer dunkeln Volkomenheit ausser uns her |

 

[Manuskriptseite 9]

[V-BVA-05-1789-1790-0100]
Platner: das Vergnügen an Schönheit ist die Bemerkung eines volkomnern Zustands unserer Seele und unseres Körpers.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0101]
Ebenda: Beredsamkeit ist in Absicht auf die redenden Künste was der Architekt auf die bildenden ist.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0102]
Bilder von bewegten Dingen angenehmer als von ruhenden |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0103]
Hat eine Idee einen grossen Grad der Lebhaftigkeit im Gehirn: so nehmen dessen Farbe alle die anderen Ideen an; einem Verdrüslichen fallen lauter verdrüsliche Dinge ein |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0104]
Blankenburg: das Heldengedicht schildert mehr den Bürger, der Roman den Menschen. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0105]
Da die Malerei für den Sinn, die Dichtkunst für die Phantasiearbeit: so kan nur diese häsliche Gegenstände malen, weil in der Ph. ieder Häsliche und Schöne schöner wird |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0106]
Die meisten ziehen zwar der ernsthaften die lustige, aber auch die traurige Musik vor.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0107]
Mendelssohn: Natur verschönen heist die Schönheiten, die die Natur höherem Endzwek aufopferte, in Ein Werk bringen und so schön sein als die Natur gewesen sein würde, wenn sie nichts anderes hätt. sein wollen

 

[V-BVA-05-1789-1790-0108]
Petrarcha nent Tanzen praeludium veneris.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0109]
Karianus rieth, schwachen Fürsten ohne Freunde oder Kriegsmacht oder von geringem Herkommen p. sich auf die Theuriye zu verlass. und des götlichen Einflusses sich zu berühmen. l. * de sapient.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0110]
Seneca: quam magnus mirantium, tam magnus invidentium est populus.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0111]
Richard von Burus c. 2 philobiblii: libri suet magistri qui nos instruunt sine virgis et ferula, sine verbis et colera, sine pane et pecunia: si accedis, non dormiunt; si inguinis, non se abscondunt; non remsermurant, si oberres; cachinnos nesciunt, si ignores.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0112]
Tertull praescript adv. haer. c 43: notata sunt etiam commercia haereticorum cum magis plurimus, cum circulatoribus, cum astrologis, cum Philosophis.

 

[Manuskriptseite 10]

[V-BVA-05-1789-1790-0113]
Delrio in prolog. disquisit. mag. und Maldonatus: die Häresiarchen waren entweder Zauberer - Simon Magus, Merkus Valentinus, Karpokrates, Priszillianus p. - oder Zauberei folgte auf Kezerei. Näudäus: in Spanien quälte, bei langem Aufenthalt der Arianer, der Teufel die Menschen sehr; auf Hussens Kezerei folgten Zauberer und Teufel in Deutschland.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0114]
Iuristen: Furcht vor der Tortur gilt der Tortur gleich

 

[V-BVA-05-1789-1790-0115]
Sponte confessus praesumitur sine dolo deliquisse.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0116]
Cicero de officiis l1 empfiehlt das Lachen als eine Erhohlung und Ruhe nach wichtigen Geschäften.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0117]
Flögel: man findet eher 100 Schriftsteller die Weinen als die Lachen erregen können.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0118]
Morhof: das frühe Lesen poetischer Dinge giebt Autoren, die ganz andere Dinge schreiben, eine gewiss. Anmuth. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0119]
Hobbes: Stolz ist die Ursache des Vergnügens am Lächerlichen. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0120]
Flögel: der Hauptgrund unsers Wolgefallens am Lächerlichen ist im Grundtriebe, unsere Ideen zu erweitern. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0121]
Shaftesbury: das Lächerlichmachen hätte gegen das Christenthum mehr geholfen die Bärenhäute und Pechbrunnen. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0122]
Georgius Leontinus: der Ernst sei die Probe des Scherzes, und der Scherz die des Ernstes |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0123]
Flögel: das Lachen nimt immer ab, ie näher den Polen, die in gemässigten Ländern die lustigsten. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0124]
Beattie: Humor weder in Despotie noch Republik, sondern freier Feudalver fassung - Bekantschaft mit vielen Menschen streift das Sonderbare ab. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0125]
Zur Ursache von allem in der Natur machte Plato die Ideen, Aricenna die Intelligenzien, Hermes und Marsilius Fizinus Sterne, Kammillus und Albertus Magnus die Forma Spezifika, Galen das Temperament. Naudée. L.

 

[Manuskriptseite 11]

[V-BVA-05-1789-1790-0126]
Satiren persönlich werden mit der Zeit dunkel.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0127]
Casaubon: Persius dunkel 1) aus Furcht des Nero 2) Schamhaftigkeit 3) grosser Wiz 4) Kurz- Liebe. Flögel

 

[V-BVA-05-1789-1790-0128]
Ritter Temple: Der Don Quixotte habe die Spanier von der romanhaften Tapferkeit geheilt, aber dafür Weichlichkeit eingeführt. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0129]
Machiavell: wäre Zäsar von Pompeius überwunden worden: so würde man ihn boshafter als den Katilina gemalet haben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0130]
Einige: der Mensch hat einen 3 fachen Karakter, den in seiner eigenen Meinung, den in den Augen der Welt, den Gottes. Blair.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0131]
Eine götliche Wolthat, daß im Alter die Sympathie abnimt, da man schon so viele traurige Szenen erfahren und daß wie das Vermögen fremde Wolfahrt zu befödern abnimt, auch die Theilnehmung an ihrem Unglük abnehme. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0132]
Im Glük werden die Wirkungen des Gewissens aufgehalten, im Unglük bekomt es seine Stärke wieder |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0133]
In häuslicher Eingezogenheit findet der gute und weise Mensch seine gröste Zufriedenheit |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0134]
Mensch mus zur Überwindung der Leidenschaft nicht die Zeit zur Übung der Selbstverläugnung erwarten: sondern schon vorher bei unschuldigen Freuden sich abbrechen und seine Selbstbeherschung auch ausser der Zeit die Versuchung üben |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0135]
Bei Alten und Unglüklichen ist Argwohn und Mistrauen verzeihlich aber nicht bei Iungen und Glüklichen |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0136]
Crusius de indiciis delictorum specialibus c. 32: Viele Merkmale von Gottesfurcht Zeichen der Zauberei. Und a.; Thomasius: die Päbstlichen erfanden die Zauberei, um unter ihrem Schein die ihnen verhasten Frommen hinzurichten

 

[V-BVA-05-1789-1790-0137]
Frauenzimmer darf in der Liebe nicht den ersten Schrit thun

 

[V-BVA-05-1789-1790-0138]
Aesop: ein Schäfer schrie im Spas so oft, daß ein Wolf da wäre daß man ihm nachher im Ernst nicht glaubte.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0139]
Mendax in uno, in omnibus mendax esse praesumitur.

 

[Manuskriptseite 12]

[V-BVA-05-1789-1790-0140]
Young: der Pomp des Todes ist fürchterlich. als der Tod selbst

 

[V-BVA-05-1789-1790-0141]
Popes Briefe: ich wil lieber eine kleine Iniurie als eine Schmeichelei von einem hören.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0142]
Aristoteles: nummus kömt von ????? quia ejus est nummum audere qui ferre potest legem. Sekkendorf.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0143]
Turpius ejcitur quam non admittitur hospes.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0144]
Wir irren allesamt, nur ieder anders.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0145]
Entweder Minister oder an den Galgen, Wahlspruch des preussischen zum Karren verdamten Regierungsraths Glawe. Dessausche Kinderzeitung

 

[V-BVA-05-1789-1790-0146]
Voltaire: wenn ich keine Religion habe, so mus doch mein Bedienter eine haben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0147]
Kaiser Maximilian II: ieder iunge Gesel mus 7 Iahre das Narrenseil ziehen und hat er darin eine Stunde seine Narheit versäumt, mus er seine Narheit aufs neue anfangen. Flögels Hofnarren.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0148]
D. Lamprechter, Rath des Kaisers Karls V: ieder Fürst mus 2 Narren haben, 1 der ihn, 1 den er vexirt |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0149]
Ein Hofnar: wer ein guter Nar sein wil, mus vorher sehr klug gewesen sein |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0150]
Godeau (46/17) nante das Schreiben das Paradies des Autors, Bessern Fegefeuer, Lesen und Verbessern der Drukkorrekturen Hölle.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0151]
Apulejus hielt den Genius Sokrates für Got (lib. de deo Socratis) - Laktanz, Tertullian (Apologeticum): Teufel - Plato für unsichtbar, Apulejus für sichtbar - Plutarch (Sermon 26.27) das Niesen der linken oder rechten Seite; woraus er schlos - Maximus Tyrius (de incantat. c. 11) Nagen seines Gewissens - Pomponatius: ein Gestirn das bei seiner Geburt geherscht - Montagne: ein Willenstrieb - Naudé: seine Erfahrenheit. L.

 

[Manuskriptseite 13]

[V-BVA-05-1789-1790-0152]
Naudé: Kardan und Skaliger schrieben sich vielleicht darum Genies zu, um aus Bescheidenheit oder Furcht vor Neid den Ruhm ihres Wissens auf ein anderes Wesen zu wälzen. L.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0153]
Galiani: Muth höchster Grad von Furcht; kluge sind nicht muthig, sondern der Narr.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0154]
Ebenda: Schwäche und Kränklichkeit Karakter der Weiber.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0155]
Der Mensch ist nicht d ein vernünftiges sondern religiöses Thier und dadurch allein vom Thier verschieden. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0156]
Swift: die Menschen sind nie ernsthafter und tiefsinniger als wenn sie zu Stuhle sizen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0157]
Thevet sagte von Albertus Magnus: er wuste die Heimlichkeiten der Natur so, daß ein Theil seiner Seele im Himmel, ein anderer in der Luft, 3te unter der Erde, 4te unter dem Wasser war. Naudé. L.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0158]
Swift: Geseze in einem freien Staat solten das sein was die Mehrheit derer erkent, die eigenthümliche Ländereien besizen

 

[V-BVA-05-1789-1790-0159]
Leute, die die gröste Einsicht in die öf fentlichen Angelegenheiten bewiesen, liessen sich zu Hause von närrischen Bedienten regieren - 3 grosse Minister, die die Ausgaben des Staats am besten bestimten, in ihren eigenen ökonomischen Dingen unwissend |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0160]
Winkelman: die schönen Künste werden rükgängig sobald sie den höchsten Gipfel erstiegen, weil Stilstehen kein erschaffenes Ding kan.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0161]
Home: die Abnahme der Malerei in Italien kömt von Tizian, Raphael p., weil niemand diese zu übertreffen hofte.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0162]
Die Weiber haben minderen Patriotismus und minderen Has gegen Vaterlandsfeinde als Männer |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0163]
Es ist weise, daß die Weiber im 50 Iahr keine Kinder troz der Stärke des Körpers und Geistes mehr gebären, weil sie, gebärten sie bis ins 90, dan ohne Hülfe: der Welt überlassen wären |

 

[Manuskriptseite 14]

[V-BVA-05-1789-1790-0164]
Die Hurerei ist unter Wilden erlaubt und gewöhnlich, nicht der Ehebruch. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0165]
Quotiens dubia interpretatio libertatis est secundum libertatem respondendum erit. l. 20 /9.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0166]
Da in einer Republik viele Männer, Monarchie wenige zur Verwaltung des Staats gebraucht werd.: so sind dort die Weiber, weil die Männer keine Zeit zu Vergnügungen haben, p. eingezogner und einfacher, hier umgekehrt. Home 1 B.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0167]
Die Bearbeitung der weiblichen Seele ist in einer Republik unwichtig, in Vielweiberei schädlich, in Monarchie unentbehrlich |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0168]
Ie arbeitsamer eine Nazion desto reinlicher. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0169]
Sprache in der Demokratie rauh, schlecht - Republik mänlich, deutlich, Monarchie höflich, Despotie demüthig gegen Höhere und gebieterisch gegen Nied. - doch ist die russische troz der Barbarei des Volks sanft und wolklingend |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0170]
Der Besiz von Sklaven nährt wilde Sitten d. deren Übung: daher sind der Plantagenbesiz und Fuhrleute. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0171]
Die Nazionen, die den meisten Patriotismus, hatten den meisten Has gegen Fremde: Iuden Römer Griechen |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0172]
D. die Erfindung der Schrift und Drukkerei verloren die alten Leute, die sonst die Magazine des Wissens waren, ihre Wichtigkeit. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0173]
Kleine Staaten sind dem Despotismus nicht unterworfen, weil das Volk dem Siz der Regierung nahe ist, und von V. ienem die Armee nicht zu trennen ist |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0174]
Mönche sind wegen der Entfernung von der Gefahr, feig |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0175]
Fielding: Fasten, nicht Schande ist die beste Strafe des lüderlichen Lebens. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0176]
Der Gerichtspräsident Hale: die Verhinderung der Armuth und Faulheit stiftete mehr Gutes als alle Galgen Pranger und Gefängnisse des Königreichs |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0177]
Wäre iedes einzelne Thier eine Gattung: so könte der Mensch in seinem Leben nicht sie so kennen leren als er zu seinem Unterhalt braucht |

 

[Manuskriptseite 15]

[V-BVA-05-1789-1790-0178]
In peinlichen Sachen vertreten Vermuthungen, deren Ungrund nicht erwiesen, die Stelle gültiger Beweise, sobald sie die Gröss. des bösen Vorsazes schwächen. Daher die brocard. causa fatua a dolo excusat. Quistorp

 

[V-BVA-05-1789-1790-0179]
Culpa levissima wird nicht bestraft. S. 5. J. de L. Aquil. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0180]
Swift: die Schmeicheleien der Poeten gefallen weniger, da sie nur geschrieben und gedrukt und nicht mündlich sind.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0181]
Er haste alle Stände und Professionen und liebte blos Individuen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0182]
Kein Unterschied unter gutem und schlimmem Ruf und Mävius ist so bekant wie Virgil. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0183]
Er wil blos über ernsthafte Dinge schreiben um der Welt kein Vergnügen zu machen. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0184]
Der Duke von Armond: er möchte seinen le todten Sohn nicht um den besten lebenden in Europa tauschen |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0185]
Verderbnis wächst mit den Iahren und der älteste in England ist der schlimste |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0186]
Temple: der Verlust der Freunde ist die Taxe auf hohes Alter |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0187]
Man mus das Geld zwar nicht im Herz, aber Kopf haben |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0188]
Ie grössere Bewegungsgründe zu einem Verbrechen trieben, desto geringer ists und umgekehrt. Quistorp. § 67.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0189]
Est animi ingenui cui multum debeas, si plurimum velle debere. Cic.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0190]
Haeres et defunctus habentur pro una persona.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0191]
Ein ieder Vertrag fodert Einwilligung der Paziszenten - mehr als 1 Person. Höpf.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0192]
Politische Sklaverei eines Volks ist Wirkung der moralischen. Iakobi

 

[V-BVA-05-1789-1790-0193]
Sineser zur Vertheidigung der Höflichkeit: gäbe das Korn auch nur Stroh: so hinderts doch, daß kein Unkraut aufschiesset.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0194]
Nicht d. das Geschrei sondern den Aufflug bringt die wilde Ente den ganzen Haufen zum aufsteig. Nachfolgen. Ein sinesischer Autor

 

[V-BVA-05-1789-1790-0195]
Hermes: Zeichner und Künstler sind am empfindlichsten und schwächsten für weibliche Schönheit.

 

[Manuskriptseite 16]

[V-BVA-05-1789-1790-0196]
Übermaas von Glükseligkeit eine Art Elend. Wieland

 

[V-BVA-05-1789-1790-0197]
Zizero läst den Zäsar sagen: ego omni de re facetius puto posse ab homine non inurbano quam de ipsis facetiis disputari. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0198]
Leute die mit ernsthaften und grossen Dingen umgehen, lieben lustige Schauspiele und lachen gern aus voller Brust |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0199]
Der Autor mus wünschen, daß die Sprache worin er schrieb ihn nicht lange überlebe weil er sonst unverständlich wird |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0200]
Ein Dichter erräth einen Dichter glüklicher als ein Kunstrichter |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0201]
Vielleicht daß mancher eher die Wahrheit finden solte

 

[V-BVA-05-1789-1790-0202]
Wenn er mit mindrer Mühe die Wahrheit suchen wolte;

 

[V-BVA-05-1789-1790-0203]
Und mancher hätte sie wol deutlicher entdekt

 

[V-BVA-05-1789-1790-0204]
Wofern er nicht geglaubt, sie wäre tief verstekt. Gellert.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0205]
Wieland: Bewunderung ist die Erstgeburt der Dumheit

 

[V-BVA-05-1789-1790-0206]
Lichtenberg: starke Völker (Engländer, Römer) sind dem Aberglauben fähiger als schwache.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0207]
Rien ne pronoi la religion comme sa jonissance. Les meilleur Syllogisme en faveur du christianisme, c'est la paix d'un coeur chretien. Soret, Essai sur les moeurs.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0208]
Dum aegrotus infirmatus
Et processus ventilatus
Studeas accipere.
Nam aegroto relevato
Et processu terminato,
Nemo curat solvere.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0209]
Die Thiere brauchten nicht Kleider Bett und andere Bedürfnisse p. wie die Menschen, weil sie selbst dienen und damit bedient werden solten. Epiktet 1 B. 16 Rede.

 

[Manuskriptseite 17]

[V-BVA-05-1789-1790-0210]
Als der alte Solon sich dem Pistratus so muthig zuwidersezte: fragte man was ihm soviel Muth gäbe: "mein Alter." Valerius Max.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0211]
*...*ite pendente nihil est innovandum

 

[V-BVA-05-1789-1790-0212]
Kant: möglich daß a. Wesen sich die Ver Gegenstände ohne die Prädikate denken, die sich auf Zeit und Raum beziehen als Bewegung Veränderung Gestalt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0213]
Aninomien der reinen Vernunft: die Welt hat einen Anfang der Zeit und des Raums, und hats nicht 2) einfach p. 2) Freiheit 3) Got.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0214]
4 Heteronomien statt der Antonomien 1) eigne Glükseligkeit 2) moralisches Gefühl 3) Volkommenheit 4) götlicher Wille.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0215]
Handle so als ob du d. deine Maxime ein algemeiner Gesezgeber würdest - oder als ob die Maxime deiner Handlung d. deinen Willen zum algemeinen Naturgesez werden solte.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0216]
Kant: ein Reich ist eine systematische Verbindung vernünftiger Wesen d. gemeinschaftliche Geseze, daher Reich der Zwecke.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0217]
3 Beweise Gottes, der physikotheologisch, kosmologisch und ontologisch oder kartesianisch.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0218]
Moses: Schmerz Trennung des Stätigen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0219]
Die Kartesianer behaupteten Unmöglichkeit irgend eines influxus idealis et realis. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0220]
Lessing: im Trauerspiel müssen die Personen, die mich am meisten für die Tr interessiren, am unglüklichsten sein - die beste mus die unglüklichste sein - alle, die man unglüklich werden läst, müssen gute Eigenschaft haben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0221]
Der bewunderte Held ist der Vorwurf der Epopee, der bedauerte des Trauerspiels |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0222]
Das Unglük des Helden in der Epopee mus keine Folge aus seinem Bis Griech Auszug des Merkwürd

 

[Manuskriptseite 18]

Karakter sein, weil es sonst Mitleid erregte, sondern es mus ein Unglük des Verhängnisses sein - bei der Tragödie das Gegentheil |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0223]
Aristoteles: eine gemalte Schlange gefält uns desto besser ie mehr wir darüber erschraken - Lessing: alle Leidenschaften, auch die unangenehmsten, sind als Leidenschaft, weil sie stärkere Aeusserungen unserer Kraft sind, angenehm; fält die Unlust über den (scheinbaren) Gegenstand weg: so bleibt blos die Lust über die Kraftäusserung.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0224]
Moses: die Kirche hat keine Rechte und Vortheile einer äusserlichen Geselschaft, kan also ihren Gliedern keine Zwangspflichten auflegen und keine äusseren Vorrechte einräumen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0225]
Ebenda: sie kan nicht zwingen, strafen, ausschliessen verbannen; nur d. Liebe

 

[V-BVA-05-1789-1790-0226]
Grotius: nolla secte est quae omne vidit verum, nulla quae non aliquid ex vero.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0227]
Das Beispiel von Kindern wirkt tiefer auf Kinder als das von Erwachsenen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0228]
Resewiz: überspante starke Phantasie. der Kinder am besten gymnastische Übungen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0229]
Am ähnlichsten sind sich die Religionen ganz verwilderter, und ganz aufgeklärter Menschen; am unähnlichsten die halbkultivierter. Meiners.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0230]
Man trauerte minder aus Schmerz über den Tod geliebter Personen als aus Furcht vor der abgeschiedenen Seele |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0231]
Wieland: der Deutsche suchten nur einer Dame zu gefallen, wenn er in sie verliebt ist und nur vorm 50 Iahr; der Franzose allen und im 80 noch.

 

[Manuskriptseite 19]

[V-BVA-05-1789-1790-0232]
Wie man Ruhm erlangen könne; Diogenes: "wenn man ihn verachtet". Luzian.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0233]
Tissot: heftige Leidenschaften sind Verzuckungen der Seele.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0234]
Thiere leiden ohne gesündigt zu haben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0235]
Der Aequilibrist sonst: im Himmel und Hölle nach dem Tod hat der Mensch keine Freiheit mehr. B. Rorarius

 

[V-BVA-05-1789-1790-0236]
Aretäus de sign. et causis diuturnorum morb. l. II. c. 6: die Liebe zu der Wissenschaft die blindeste unter allen, hebt auf die Vater- Kinder- Bruderliebe, die seiner eignen Erhaltung und was hebt sie nicht auf. Tissot.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0237]
Adversus negantem principia non est disputandum.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0238]
Leibniz: in ieder Substanz sind die Spuren oder alle Perzepzionen: alles was ihr begegnet hat und begegnen wird; aber diese Menge von Perzepzionen ist eben darum dunkel und sie entwickelt nur eine um die a. deutlich. B. Rorarius.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0239]
Die substanzielle Form der Scholastiker bildet ohne Bewustsein. Die Pflanzen- und Thierkörper |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0240]
Die Athener {Griechen} musten d. Zeremonien, Opfer p. als ein wollüstiges Volk zerstreuet und von schlimmen Geschäften abgehalten werden. Die Szythen, minder wollüstig, brauchten auch eine solche Religion nicht. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0241]
Die Synergisten im 16 Säkulum: daß Got die Menschen nicht ohne eine Mitwirkung v des menschlichen Willens bekehre. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0242]
Atheismus eine Strafe: wer die Götter nicht achtet, die Strafe dieser er sie verliert und läugnet. Sallust von den Göttern. 18 c.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0243]
Die Scholastiker nahmen vor Kartes. 3 Arten von örtlicher Gegenwart oder Ausdehnung an: ubi circumscriptivum für den Körper, ubi definitivum für die Geister, ubi repletivum für Got. Bayle Simonides.

 

[Manuskriptseite 20]

[V-BVA-05-1789-1790-0244]
Georgias Leontinus: die Tragödie einer Betrügerei wo der Betrüger gerechter und der Betrogne klüger ist als das Gegentheil. Plutarch de audienda poet. ||

 

[V-BVA-05-1789-1790-0245]
Kanonisches Recht: quibus non communicamus vivis, nec mortuis communicare debemus.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0246]
Die Substanz ist ens per se subsistens, das Akzidens ens in alio. Bayle

 

[V-BVA-05-1789-1790-0247]
Bei stolpischen Legaten in Leyden: obs Pflichten gebe, die man nicht ohne Glauben an die Seelenunsterblichkeit erfüllen könne.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0248]
In pessima quavis republica plurimae sunt leges. Tacit.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0249]
Xenophanes: die Götter können sich nicht tödten wenn sie auch wolten und das Vermögen ist das beste was sie den Menschen gegeben haben. Plin. II. 7.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0250]
Die, die in der Iugend sterben, haben mehr Vergnügen als Schmerzen, im Alter umgekehrt. B. Xenophanes

 

[V-BVA-05-1789-1790-0251]
Die Thomisten behaupten die replicatio definitiva d. i. daß ein Körper an mehrern Orten auf einmal mit Durchdringung der Dimensionen sein kan - Iesuiten und andere Scholastiker circumscriptiva, ohne. B.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0252]
Le ridicule est la raison du Sot.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0253]
Montesquieu und Möser: ie einfacher die Geseze, ie algemeiner die Regeln, desto despotischer der Staat.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0254]
Skeptiker: man könne blos Werte, nicht Sachen definieren

 

[V-BVA-05-1789-1790-0255]
Luther: gute fromme Werke machen nimmermehr einen guten frommen Man, sondern ein guter fromer Man macht gute fromme Werke und so mit den bösen. Nicht die Früchte tragen den Baum und er wächst nicht auf ihnen, sondern umgekehrt.

 

[Manuskriptseite 21]

[V-BVA-05-1789-1790-0256]
Der Staat und Lehrer mus gelinde strafen, weil ihm sonst für die grösseren Fehler nicht grössere Strafen übrig bleiben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0257]
Parmenides: es gebe nur 1 Ding; Zeno, gar nichts. Senek. ep. 88.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0258]
Der eleatische Zeno bewies daß Achilles die Schildkröte nicht einholen könte. B. ebenda

 

[V-BVA-05-1789-1790-0259]
Gregor von Arimini und a. Scholastiker: Got könne Sachen sagen, die seinen Gedanken und Entschlüssen entgegen, wie bei Ninive. | Rimini

 

[V-BVA-05-1789-1790-0260]
Kartesian: Got allein sezt in Bewegung. | Zeno

 

[V-BVA-05-1789-1790-0261]
Möser: das Erhabne ist der gröste Reichthum unter der Gestalt des Nothwendigen, das d. gerade Linie bezeichnet wird. Die Wellen oder Schönheitslinie ist die sanfteste Abweichung vom Wege der Noth, wenn sie zugleich ein Minimum ist.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0262]
Ebenda: deutlicher Begrif einer Habersuppe worin man Wasser Grüze Butter Salz unterscheiden kan - dunkler, ein Pudding worin die Masse gut, ohne Kentnis der einzelnen Ingredienzien.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0263]
Ebenda: eine Theuerung, dergleichen in iedes Menschenalter eine fält, ist geordnet eine der Vorsehung, das Herz und den Verstand anzuspannen und zu üben. 2 Th.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0264]
Ebenda: ein weisser Strumpf hat guten Einflus auf die moralische Bildung und mancher hat im schwarzen keinen Verstand. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0265]
Gassendi: der Raum gehört unter die Wesen die weder körperlich noch geistig, weder Substanz noch Accidenz sind. B. Zenon

 

[V-BVA-05-1789-1790-0266]
Da der Arzt Herophilus dem Sophist Diodor die verrenkte Schulter machen solte: "ia unmöglich nach seinem System, da es keine Bewegung gebe, weil sie weder im Ort, wo sie war, noch wo sie nicht war, sich bewegt haben konte." Sext. Emp. pyrrh. hipotyp. l. 2. c. 22. ||

 

[Manuskriptseite 22]

[V-BVA-05-1789-1790-0267]
Die Kreaturen müssen ieden Augenblik geschaffen werden.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0268]
Von vielen Autoren hätte man nichts Geschriebnes, wenn sie nicht arm gewesen wären. B. Ronsard.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0269]
Herder: Genie ist vielleicht mit Thierinstinkt eins.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0270]
Plinius: die natürlichen Stellen seiner Rede, die ihm die wenigste Mühe gekostet, waren die würksamsten.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0271]
Leibniz: Got hat alle möglichen Arten und Stufen des Lebens oder der Lebendigen geschaffen

 

[V-BVA-05-1789-1790-0272]
Möser: man solte iedem Städtgen seine eigene politische Verfassung geben, wie die kleinen griechischen Republiken, weil d. diese Mannigfaltigkeit sich der Mensch am ersten entwickelt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0273]
Lukrez, Plato, Reimarus: die Anfänglichkeit des Menschengeschlechts erhelt auch aus der Unvolkommenheit der Künste und Wissenschaften.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0274]
Der Freund vertrit die Stelle eines zweiten Gewissens.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0275]
Die Stoiker: mundum esse quasi communem urbem et civitatem hominum et deorum. Cic. l. I. de leg. c. 7.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0276]
Galen de usu partium III. 10: die wahre Osterehrung Gottes besteht nicht in 100 Opfern von Stieren und Rauchwerk sondern in der Erkentnis und Ausbreitung wie gütig und weise er sei

 

[V-BVA-05-1789-1790-0277]
Die gesezgebende und die rechtsprechende Macht darf nie in 1 Person vereint sein. Möser

 

[V-BVA-05-1789-1790-0278]
Unzer: Wachen ist ein Fasten der Seele. 185 St.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0279]
Thomas von Aquino: ein Angeklagter ist nicht verbunden vor unbilligen Richtern die Wahrheit zu sagen. B. Savonarola.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0280]
Engel, Ramdohr: die schönen Künste p. haben nicht sitliche Vervolkomnung zum Zwek; Sulzer Gegentheil.

 

[Manuskriptseite 23]

[V-BVA-05-1789-1790-0281]
Mendelssohn: die Schwärmerei sol man nicht d. Satyre bekriegen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0282]
Hirt: die Maler arbeiten mehr als die Bildhauer im edeln Styl, da doch iene zur Nachahmung nicht wie diese Antiken vor sich hatten.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0283]
Moriz: unter dem heiteren italienischen Himmel sind die Ideen von Hexen, Gespenstern, Erscheinungen der Todten nicht, die unter dem rauhen nordischen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0284]
Homines ad deos nulla re propius accedunt quam salutem hominibus dando. Cicero.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0285]
Du Trousset: apprens, apprens à te souffrer Par-là lon vient à bout de souffrer toutes choses.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0286]
Corruptio optimi pessima.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0287]
Villaume: man mus den Kindern einen Willen lassen, sonst haben sie als Männer keinen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0288]
Le Sage suit la mode et tout bas il s'en moque

 

[V-BVA-05-1789-1790-0289]
Villaume: Leute mit festem gesunden Körper haben weniger Mitleid und Wolthätigkeit.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0290]
Er und Rousseau: Langweile mus man am meisten von Kindern abwenden.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0291]
Er: 2 Methoden eine Begierde zu tilgen, Sättigung und Entbehrung.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0292]
Ebenda: man mus das Kind nie im Augenblik des Vergehens strafen, weil es bei den noch brausenden Leidenschaften die Strafe für ungerecht hält.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0293]
Ebenda: man sol das Kind d. die Weihnachtsgeschenke ausforschen, nach welchem es greift p.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0294]
Addison: Iünglinge, die nicht eine ein wenig zügellose Leidenschaft haben, geben wenig Hofnung, weils Feuer so sich legt.

 

[Manuskriptseite 24]

[V-BVA-05-1789-1790-0295]
Addison: Homer macht fast alle seine Personen götlich und furchtbar; Virgil schön, bes. den Aug Helden. St. 417.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0296]
Montesquieu: wir 3erlei Erziehung, die d. Eltern, Lehrer, grosse Welt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0297]
Villaume räth dem geizigen Kind das Geld zu stehlen, ums zu heilen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0298]
Ebenda: man gebe Gelegenheit daß sich das genäschige Kind einmal eine Krankheit dad. zuziehe.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0299]
Addison: es ist ein Glük daß die Seele im Schlaf nicht merkt daß sie allein ist, wie im Wachen: wegen der Langweile.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0300]
Villaume: muntere Kinder mus man mit schleimigen, schwachen Speisen, Hülsenfrüchten nähren; träge mit reizenden erhizend., sogar Gewürze Wein Kaffee.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0301]
Ebenda: das Verändern des Zimmers, die Versezung des Arbeitstisches, eine andere Richtung des Lichts erneuern und stärken meine Kräfte

 

[V-BVA-05-1789-1790-0302]
Ebenda: die Weihnachtsgeschenke könte man zur Erforschung des Geschmaks der Kinder brauchen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0303]
Ebenda: Kinder mit verstopfter Nase oft dum und phlegmatisch.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0304]
Ebenda: Kinder, die viele Freiheit haben, minder geschwäzig als eingeschränkte, weil sie ihr Leben nur d. die Zunge äussern können.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0305]
Bayle: la perspection d'une histoire est d'être desagréable à toutes les sectes et à toutes les nations; car c'ed une preuve que l'auteur ne flatte ni les neses ni les autres et qu'il a dit à chacune la verité.

 

[Manuskriptseite 25]

[V-BVA-05-1789-1790-0306]
Ebenda: les termes les plus honnêtes et les termes les plus eles grossiers salissent également l'imagination lorsque la chose signifiée est un objet sale.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0307]
Kampe: man mus dem Kind bis ins 12 Iahre keine Kentnis aufdringen, die es nicht selbst haben wil. 5 B. Revision

 

[V-BVA-05-1789-1790-0308]
Ebenda: nicht einmal lesen sol es früher lernen als nach dem 12 Iahr.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0309]
Eb. D. die frühe Gewöhnung an abstrakte Begriffe schwächt man den gesunden Menschenverstand

 

[V-BVA-05-1789-1790-0310]
Eb. die frühe Ausbildung d. litterarische Kentnisse bringt sie zur Wollust.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0311]
Ebenda: sie solten ein Handwerk lernen eh sie ihre Schulstudien anfiengen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0312]
Manche rathen gegen Unkeuschheit Anatomisch. Vorlesungen über die Zeugungstheile.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0313]
Trapp räth das Studium der alten Sprachen in Schulen ab.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0314]
Ebenda: erst d. den Geschmak an Neuern findet man die Alten schön.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0315]
Leibniz suchte seine Philosophie der Theologie, sogar der katholischen anzupassen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0316]
Luther: ein Saz kan in einer Wissenschaft (z. B. Moral) falsch und in einer a. wahr sein (z. B. Physik.) Bayle eb.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0317]
Maxima puero debetur reverentia.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0318]
Hume: Die aufgeklärtesten Sekten und philosophischten sind immer die unduldsamsten.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0319]
Caracalla sagte von seinem Bruder Geta: sit divus, dum non sit vivus {er sei Got, nur todt}. G. G.] Name? ST

 

[Manuskriptseite 26]

[V-BVA-05-1789-1790-0320]
Das Lachen ist Kindern schädlich, da die Nerven angreift, Ausdünstung übertreibt, Blut nach dem Kopf und zulezt zu Onanie. Villaume.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0321]
Die Erhizung des Gehirns d. Lernen reizt sie auch dazu |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0322]
Brüderliche, Eltern= Menschenliebe mus bei Kindern nicht weich sondern fest sein, wegen der Onanie - Mitleid macht besonders weich und dem Körperbau schädlich. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0323]
Der Katholiz. strebt dem Protestantismus unaufhörlich zu, der P. dem Deismus, der D. dem Atheismus.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0324]
Curius: ich wil lieber Reiche beherschen als selbst reich sein.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0325]
Bayle: der wahren Kirche ist eine sitlich und sinlich ausschweifende Religionsparthei weniger und kürzer gefährlich als eine sehr gesittete. Origenes.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0326]
Konstantin war bei Abfassung der Geseze streng und grausam, bei Volziehung derselben nachsichtig und nachlässig. Gibbon

 

[V-BVA-05-1789-1790-0327]
Isaak Vossius: wegen der Abderiten: Dumheit wird nicht von Narheit begleitet, aber wol grosser Verstand B. Abdera.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0328]
Griesbach in seinen Programmen: wir und die Apostel selbst wissen nicht, wenn sie inspiriert geschrieben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0329]
Lipsius rieth Iünglingen seinen eigenen kurzen Styl ab. B. Accius

 

[V-BVA-05-1789-1790-0330]
Scholastiker: bei Got rührt alles von ihm selbst her, ist aseitas - bei Geschöpfen alles von einer anderen Ursache, abalieitas - er kan einem Geschöpfte, (nur nicht aseitas) alle seine Eigenschaften geb en, auch die, zu schaffen. B. G* Agreda

 

[Manuskriptseite ohne Zählung]

[V-BVA-05-1789-1790-0331]
Non est philosophi recurrere ad deum.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0332]
Goldschmidt: Weiber beurtheilen Männer glüklicher, und umgekehrt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0333]
Bayle: mehr Könige wurden vom Thron gestossen weil sie zu gelind, als weil sie zu boshaft waren. B. Amphares

 

[V-BVA-05-1789-1790-0334]
Averroes: wolte Got daß ich alt geboren worden. ||

 

[V-BVA-05-1789-1790-0335]
Kant: Got und Unsterblichkeit blieben uns darum so ungewis, damit unsere Tugend mehr Aufopferung und keine Wirkung ihrer Furcht wäre.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0336]
Steinbart: die Geneigtheit zu medisieren hält das Ansehen der Vernunft und der Moral aufrecht. *

 

[V-BVA-05-1789-1790-0337]
Boerhave und Aristoteles: wir dürfen die Lebensgeister, d. die wir a. Dinge empfinden, nicht selbst empfinden; sie können also weder Geruch noch Geschmak haben. T.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0338]
Möser: in des Bergmans Religion ists grössere Sünde, 1 Pfund Erz als einen Thaler Wolle zu stehlen.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0339]
Die Küstenbewohner fallen in Versuchung und Laster, die kein Mittelländer hat. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0340]
Franz I nach der Bataille bei Pavia: tout est perdu hors l'honneur.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0341]
Möser 85/19:in neuen Staaten erst alles delictum privatum; dan Beleidigung der öffentlichen Ruhe und delictum publicum; *...* crim laes. maj.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0342]
Bouterwek: Lachen und Nom Wiz ists Erbtheil des gemässigten Norden; Griechen minder als wir. Bürg. Akad. der schönen Redekünste. | St. 90.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0343]
Friedrich II. lies alle Welt, wenn er gut handelte, glaubten, er handle schlecht. Zimmermann

 

[Manuskriptseite ohne Zählung]

[V-BVA-05-1789-1790-0344]
Der König von Kandy auf der Insel Ceylon: "ich wil ihm (dem König von Preussen) die Stelle meines ersten Feldhern anbieten.". Zimmerman

 

[V-BVA-05-1789-1790-0345]
Er lies seine Bedienten p. die grösten Abwechslungen von Gunst und Ungunst erfahren, sie fleissig zu erhalten. |

 

[V-BVA-05-1789-1790-0346]
Zizero: er könne den Redner nicht leiden, der nicht im Anfang der Rede etwas verwirt würde und er werd` es alzeit

 

[V-BVA-05-1789-1790-0347]
Addison: vielleicht eine Strafe des Verdamten mit, daß ihre Wisbegierde stets wächset ohne Stillung. Englischer Zuschauer 249. St.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0348]
Sallust: Kato erwarb desto mehr Ehre, ie weniger er sie suchte. St. 255.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0349]
Die Ehen am beständigsten und liebendsten, die eine lange Bewerbung voraushatten 261.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0350]
Die grösten weiblichen Schönheiten am abgeschmaktesten. 306.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0351]
Ein Knabe der sich in einer Schule einen Anhang macht, macht sich im Senat, geheimem Konseil auch einen. Obburn: ein Iüngling der einen Plan zur Plünderung eines Obstgartens ausführt, wird behutsam, verschwiegen p. und zu wichtigern Dingen geschikt. 313.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0352]
Euler: alle Körper ein Vermögen sich in ihrem Zustand zu erhalten.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0353]
Kant: der Mensch ist zugleich Gesezgebend und gehorchend

 

[V-BVA-05-1789-1790-0354]
Das Gebet wurde schon bei der Anordnung der Welt vorausgesehen u. also die gebetne Sache mit eingewebt.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0355]
Wenn die Offenbarung götlich: warum wurde sie nicht allen Völkern gegeben!

 

[Manuskriptseite 29]

[V-BVA-05-1789-1790-0356]
Menander: er könne kaum glauben, daß die Gewalt der Gotheit einen gesitteten Soldaten schaffen könne. Menander apud Stobaeum

 

[V-BVA-05-1789-1790-0357]
Kampe auf Bergen ist man zur Empfindsamkeit, Poesie, Schwärmerei aufgelegter als auf plattem Lande.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0358]
Plutarch Phozion und Kato hatten Sorgfalt für andere und Furchtlosigkeit für sich selbst.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0359]
Rousseau: ieder Iüngling solte eine Geliebte haben, um besser zu sein.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0360]
Grosse: das Grosse ist das bis zum höchsten Fassungsgrad getriebene Schöne - das Erhabne ist das Unermesliche der Kraft oder Kraft in den Gegenständen ist nebst Dunkelheit in ihrer Darstellung das Prinzip des Erhabenen. Deutsche Monatsschrift.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0361]
Got hatte zur Ausbreitung des Christenthums eine d. die ganze Welt gehende Sprache vorbereitet

 

[V-BVA-05-1789-1790-0362]
Schwarz: ie niederer die Stufe der Kultur ist, desto mehr schlägt das Volk die Dichter. Deutsche Monatsschrift

 

[V-BVA-05-1789-1790-0363]
Aristoteles: Leute, die mit gewissen Thieren umgehen, errathen aus der Gestalt ihren Werth, Iäger Hunde, Reiter Pferde.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0364]
Maxima debetur puero reverentia.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0365]
Lessing: alles Stoische ist untheatralisch.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0366]
Der Geometer braucht nur die Eigenschaft des Obiekts zu beweisen, der Philosoph auch die Existenz desselben.

 

[V-BVA-05-1789-1790-0367]
Ein Engländer: Alte haben grösseren Nuzen vom Umgang mit iüngern als mit Alten.