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Faszikel IIb-16-1789
Seiten: 78 | Einträge: 674
 

Transkription und digitale Edition von Jean Pauls Exzerptheften Vorgelegt von: Sabine Straub, Monika Vince und Michael Will, unter Mitarbeit von Christian Ammon, Kai Büch und Barbara Krieger. Universität Würzburg. Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition (Leitung: Helmut Pfotenhauer) Förderung: Fritz Thyssen Stiftung (11/1998-12/2000) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (01/2001-12/2005) Projektleitung: Michael Will Gesamtleitung: Helmut Pfotenhauer Transkriptionsgrundlage: Nachlass Jean Paul. Staatsbibliothek zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz. Fasz. IIb, Band 16 Bearbeitungsschritte: 15/02/2001 MV BK Beginn Transkription 28/02/2001 MV Ende der Transkription 05/2001 MV/MV Erstkorrektur 06/03/2003 MIWI Konvertierung von WORD in XML/TEIXLITE 15/06/2003 MIWI Notes in TEI/XML umgearbeitet 30/03/2004 MIWI Autopsie Berlin 17/05/2004MIWI Durchgesehen und für die Vorabveröffentlichung aufbereitet 11/10/2004MIWI Korrektur griechische Zeichen, neue Absatz-IDs 01/11/2005MIWI Revision und Vorbereitung Online-Update

[Manuskriptseite 1]

[IIb-16-1789-0001]

Der Kaiser kan, ab. mit Einwilligung der Reichsstände, einem Kurfürsten die königl. Würde geben. Biener von der kais. Machtvolkomm. S. 88. Th. II.

 

[IIb-16-1789-0002]
In Schwaben werfen Iünglinge zu Nachts Erbsen, Steingen an die Fenster: ruft man ihnen nicht gleich Dank heraus, werden sie eingeworfen; um Weihnacht. Frank medizinische Poliz. 4 B.

 

[IIb-16-1789-0003]
Ein Apothekergeselle in Mailand stand, wenn man zu Nachts an der Apothekenthür klopfte auf und verfertigte das Rezept nach der Ordnung, doch nicht wach; merkte und verbesserte es wenn man ein übermässiges Gewicht scharfwirkender Dinge dem Rezept einmengte. Ein Wind ins Gesicht wekte ihn |

 

[IIb-16-1789-0004]
Fulmen privatum (der einzelne Bürger betraf) gieng in 10 Iahren in Erfüllung seiner Bedeutung - publicum (die Republik, schlugs z. B. ins Amphitheater ein) in 30 I. Plin. l. 2 c. 52. 54. |

 

[IIb-16-1789-0005]
Die alten Deutschen schrieben alle Gewitter Hexen zu und wolten sie auf Hörnern wegblasen.|

 

[IIb-16-1789-0006]
Die alten Schweden schossen bei Donner Pfeile in die Luft, um ihren von andern angegrifnen Göttern beizustehen u. machten Lärmen mit malleis, Ioviales genant, um ihnen zu helfen. Olaus Magnus |

 

[IIb-16-1789-0007]
Camper: wegen dem Nez unter der Oberhaut, das auch bei uns mehr oder minder gefärbt ist, haben wir alle die Anlage zum Neger. Herder 2 B.

 

[IIb-16-1789-0008]
Da Völker die von Vegetabilien leben, müssig und ohne Anlas zu Kultur und Kampf und mild sind: so besonders Marianen; auf ihren Schultern sassen die Vögel; keine Pfeile; kein Feuer; so die Bewoner der Karolinen. |

 

[IIb-16-1789-0009]
Ieder Man ist dem andern unänlich im Lauf der Nerven und Adern, u. im innern Bau und man findet kaum die algemeine Ähnlichkeit aus. Haller zu Büff. NaturGeschichte 3. Th. |

 

[Manuskriptseite 2]

[IIb-16-1789-0010]
Die geschwänzten Waldmenschen auf Borneo Sumatra sind Affen - die Zwerge auf Madagaskar rachitisch - die Hermaphroditen in Florida weiblich gekleidete Männer, Heyne in Comment. Societ. reg. Gött. per annum 1775. - So mit den Albinos, Dondo's, Patagonen, Hottentottenschürze. |

 

[IIb-16-1789-0011]
Gegen die vermuthete Paarung des Menschen mit Affen: die meisten Affenähnlichkeiten in Ländern wo keine Affen, wie der zurükgehende Schädel der Kalmuken und Mallikolesen, die abstehenden Ohren der Pevas und Amikuanes, die schmalen Hände einiger Wilden in Karolina |

 

[IIb-16-1789-0012]
Der Mongole erquikt sich wieder an der geöfneten Ader am Hals seines Pferds. |

 

[IIb-16-1789-0013]
Der Kalifornier ändert sein Nachtquartier 100 mal in 1 Iahr, kaum 3mal das nämliche in 1 Gegend, werfen sich bei Uberfal der Nacht überal nieder – essen alles, Fledermäusse, Blätter iunges Holz, Leder; lachen, gesund alt. |

 

[IIb-16-1789-0014]
Sparman: Die Negersklaven denken zu Nachts am meisten an ihr geraubtes Vaterland und Freiheit; eine zum Mord antreibende Raserei. |

 

[IIb-16-1789-0015]
Im südlichen Hemisphär begint die Kält so nahe an der Linie weil da so wenig Land ist, weil die 3 a. Welttheile, die sich an einander wärmen, davon fern sind.|

 

[IIb-16-1789-0016]
Die organischen Theile werden in actu, in eigner Wirkung gebildet, das Herz erzeugt sich durch Zusammenströmung der Kanäle, die schon vor ihm waren, der Magen hat, so bald er sichtbar wird, die Materie der Verdauung in sich; das Enthaltne war vor dem Enthaltenden, das Flüssige vor dem Vesten; der Geist vorm Körper. |

 

[Manuskriptseite 3]

[IIb-16-1789-0017]
Die Einwohner von Kärnthen bekommen iährlich auf öffentliche Kosten Pulver um es auf Bergen bei Gewitter zu verschiess. Valvasort Beschreibung von Kärnthen. | Frank.

 

[IIb-16-1789-0018]
Die Lappen lokken durch 2 aufgerichtete an einander geriebene Spiesse den Nordschein nieder daß er auf dem Feld herumläuft. Gött. gelehrte Anzeigen 79. S. 131. |

 

[IIb-16-1789-0019]
In Frankr. ist beim Prinzen eine Art 2ter Taufe, ohne Besprengung; Bekentnis; gefragt wie die Pathen. Deutsches Museum.

 

[IIb-16-1789-0020]
In der Iesuiterkirche in Quito nimt zur Fastenzeit der Prediger ein Kruzifix in die Hand: "es reuet mich o Herr daß ich dich beleidigt" – giebt sich eine Ohrfeige, das ganze Volk giebt sich deren - Am Charsonabend lässt man vor der Porkirche Tauben und Raubvögel los, um die Erlösung der Altväter aus der Vorhölle anzudeuten. |

 

[IIb-16-1789-0021]
Kalm: die Europäer, besond. die in Amerika erzeugten E. leben kürzer und schwächer in Amerika als die Amerikaner Herder. Aber auch diese kürzer, weniger Thiere, weil die Europ. die Wälder ausrotten. Herder.

 

[IIb-16-1789-0022]
Bei den Kindern und wildesten Völkern ist der Geschmak an der Musik der erste, stat daß sie in der Malerei lang irren |

 

[IIb-16-1789-0023]
Der Neger ist (z. B. aufgeworfne Lippen schon bei uns Zeichen der Wollust, da eine feine bedeutet Kälte) zur sinlichen Wollust gemacht, aus Mangel edlerer Gaben; zeugt 100 Kinder. |

 

[IIb-16-1789-0024]
Die Natur schied die Völker durch Wälder Meere Wüsten p., Sprachen, Neigungen, um dem Despotismus sein Werk zu erschweren. |

 

[IIb-16-1789-0025]
Zu dem Nervenfluido, das in einen Muskel drang, kommen so schnel Zuflüsse, daß sie im kürzesten Zeitraum, z. B. 1 Minute unermeslich werd. Boerhave praelect. acad. T. III .

 

[Manuskriptseite 4]

[IIb-16-1789-0026]
Es ist eine besondere Gleichheit zwischen der Absonderung der Hoden und des Gehirns, das den Nervengeist bereiten sol; einerlei aufhaltende Ursach der Schnelle. Marherr praelectiones Acad. Tomus III. | Micheliz

 

[IIb-16-1789-0027]
In Frankreich wurde 1396 ein Mutterschwein weils einem Kind das Gesicht weggefressen, gehangen * vom Nachrichter von Falaise. Eben so wurde wegen Mordeines Mädgens ein Schwein, vomStiftsrichter zu Chartresden 2 März 1522 zum Strang verdamt (alles protokollirtund die Zeugen beigeschrieben) wieein Stier im Bisthum Beauvais, dereinen Zehntknecht von der Abteivon Beaupré getödtet. Frank.

 

[IIb-16-1789-0028]
Zu Autun so viele Ratten daß sie alles im Feld verzehrten. Der Grosvikar solte sie exkommuniziren. Daher wurden sie beordert vor Gericht zu erscheinen. Da der Termin verstrichen: verlangte der Ankläger eine Sentenz gegen sie; iezt bestelte iener einen Sachwalter, Chaussanée, der bewies daß die in dem Dorf zerstreuete R. nach der Predigt vom Pfarrer zitirt werden müsten. Hierauf stelte er die Entfernung, die Todesgefahr von Kazen, die Vermengung der unschuldigen iungen vor … wurde nachher Präsident. |

 

[IIb-16-1789-0029]
Im iezt Bärenleeren Hessen ist das alte Geschlecht der Riedesel mit der Bäreniagd investirt |

 

[IIb-16-1789-0030]
In Neapel lässet man bei 6 Pferden an der Kutsche noch ein 7tes oder 9tes ledig neben und hinterher laufen mit einem Schellengeläut. | ohne Geschir zwischen den 2 Läufern.

 

[IIb-16-1789-0031]
Le Cat: (wie Baccius) giftige Thiere sind es nur in so fern als sie zornig sind u. das Gift hat also seinen Siz nur in den Nervengeistern |

 

[Manuskriptseite 5]

[IIb-16-1789-0032]
Dr. Felice Asti: ein von einem Hund zerbissener erlit, weil er ihn für wüthig hielt, die Wasserscheu; bei Vernehmen des Gegentheils, geheilt. |

 

[IIb-16-1789-0033]
Der Arzt Themison der seinem Freunde bis ans Ende beigestanden, hielt sich für angestekt, heilte sich: so oft er aber davon schreiben wolte, hielt er sich wieder angestekt. |

 

[IIb-16-1789-0034]
Der Wolf hält die Wuth länger als der Hund aus |

 

[IIb-16-1789-0035]
Heinr. Schulze: der Speichel eines wüthigen Hundes ist vol lebendiger Würm mit Hundsköpfgen – da nun Krähenaugen grosse Hunde tödten: so könne man damit auch die Wuth heilen |

 

[IIb-16-1789-0036]
Auf der Erde fieng die Natur mit Bildungen des wärmsten Klima u. der ungeheuersten Massen an (versteinte Elephanten= und Nashorngeripp), wie auch im Meer mit gepanzerten Schaalthieren und grossen Ammonshörnern. Herder

 

[IIb-16-1789-0037]
Sie schuf von unten herauf (wie im Moses) und pflanzenfressende Thiere eher als fleischfressende |

 

[IIb-16-1789-0038]
Pallas: alle in den Süd und Nordländern zahm gewordne Thiere sind im gemässigten Klima der Mitte Asiens wild (wo der erste Mensch entstand) |

 

[IIb-16-1789-0039]
Europa und Asien sind wie an Asien gelehnte Kinder; haben die meisten Thiere gemein u. im Ganzen nur 1 Welttheil. |

 

[IIb-16-1789-0040]
Lappländer Finländer Germanier, Slaven, Celten, Cimbern p. aus Asien (alle Völker)

 

[IIb-16-1789-0041]
Völker reden tausende von Meilen in der Länge und Breite lauter einsylbige Sprachen, nämlich die Strekke ienseits des Ganges, Tibet und Sina, Pegu, Ava, Arrakan, Koschin=Sina p. |

 

[IIb-16-1789-0042]
Keine europäische Nazion, etwa Szythen ausgenommen, erfand ihr Alphabet, sondern aus Asien geborgt. |

 

[Manuskriptseite 6]

[IIb-16-1789-0043]
Sonst tauchte der König seinen Panzerhandschuh in ein Dintenfas u. bemalte damit das Papier, hies unterschreib. Mercier philos. Abhandlungen. 1 B.

 

[IIb-16-1789-0044]
Die Karaiben sezten zur Prüfung zulezt dem Oberhaupt den Fus auf den Kopf. |

 

[IIb-16-1789-0045]
Nervenröhrgen hol vol Kügelgen,wenn der Antrieb auf demeinen Ende geschah, so werden zugleich dieKügelgen am andern bewegt, wie beieiner Reihe elfenbeinenen Kugeln. Boerhave praelect. Acad. II. | Pfingsten

 

[IIb-16-1789-0046]
Das Nervenfluidum kömt mit dem reinsten Wasser in Mischung, Beweglichkeit und Mangel an Elastizität am meisten überein. Dessen inst. medic. p. 277. |

 

[IIb-16-1789-0047]
Aus Alexander fuhren in Indien, da er zornig war, Funken. Gaubius von der Regierung des Geistes p. |

 

[IIb-16-1789-0048]
Willius: einem gichtischen Iäger auf Krüken sagte ein Quaksalber, ein altes Weib hab es ihm angehext; schimpfte und prügelte sie, fühlte unter Prügeln Stärkung, gieng ohne Krüken heim. ||

 

[IIb-16-1789-0049]
Die Lyoner zeigten dem Borrich den Ort, von wo sonst die Wahnsinnigen in die Rhone gestürzt und mit einem Strik heil wieder herausgezogen wurden. ||

 

[IIb-16-1789-0050]
Ein Feldher bei Boyle wurde von einem äusserst hartnäkkigen 4tägigen Hieb durch Schrekken über den Aufsprung einer Raze heil, die er sehr fürchtete ||

 

[IIb-16-1789-0051]
Salmuth: ein Podagrist an Händen und Füssen Umschläge von Milch Semmel und Rüben; ein Schwein drang hinein, wolte den Umschlag fressen, fiel vom Sessel, heil ||

 

[IIb-16-1789-0052]
Ein Man bekam als Kind durch Schrek die Epilepsie, verlor sie als Man durch S. wied. ||

 

[Manuskriptseite 7]

[IIb-16-1789-0053]
Plato rieth bei Aufstossen eines reizenden verführenden Bildes, Beschwörungszeremonien zu verrichten, den Göttern Söhnopfer zu bringen und sie um Abwendung des Übels zu flehen. Epikt. 2 B. 18 Rede

 

[IIb-16-1789-0054]
Der Kurfürst von Sachs. Friedrich August in einem Mandat von 1717 den 29 April: die Buchdrukker nichts heterodoxes abdrukken, "es sei denn eine von der theologischen Fakultät stel gestelte solida refutatio darzugebracht". Die Buchdrukker 2 B. 1740

 

[IIb-16-1789-0055]
Lübeksche Recht: niemand der zum Rathe oder Burgermeister erkohren wird kan sich dess. wehren bei Verlust der Stadtwohnung und 10 Mark löthigen Goldes. Unterschiedl. Rechte in Deutsch. von Schottelius

 

[IIb-16-1789-0056]
Ein Haus worin Dieberei begangen wurde, wurde umgerissen und die Materialien Preisgegeben (der Richter thut mit dem Beil 3 Schläge daran und dan die Landleute), aber von einem worin Nothzucht, muste man die Mater. dalassen. Weichbild art. 37. – Landrecht l. 2 art. 64. |

 

[IIb-16-1789-0057]
Man kan auch an Huren und eigenen Maitress. Nothzucht begehen Landrecht l. 3. art. 46. |.

 

[IIb-16-1789-0058]
Den Nothzöger u. alles dabei gewesene oder gebrauchte Lebendige enthaupten. Landr. l. 2. art. 13. Weichb. art. 38 |

 

[IIb-16-1789-0059]
Sind Gebäude zur Niederreissung verdamt: so bleibts, wenn auch reus losgesprochen würde von der Nothzucht. Landr. l. 3. art. 1. |

 

[IIb-16-1789-0060]
Die indischen Bücher nennen die Leere das 5 Element, die alten Braminen nahmen es als eine Natur an. Strab. L. 15. Grosse's Seelenwanderung.

 

[IIb-16-1789-0061]
Alte Naturgeschichte: der Löwe wedele schlafend mit dem Schwanz u. öfne die Augen, um wachend zu scheinen und also nicht angegriffen zu werd. Schlegels Unzufriedner.

 

[Manuskriptseite 8]

[IIb-16-1789-0062]
C. Furius Cresinus wurde der Zauberei gegen seine Nachbarn und für sein Landgut beschuldigt, brachte vor den Senat seine Tochter, Hausgeräthe, Pflüge, Zugthiere: das sind meine Zauberkünste. Frank 4 B.

 

[IIb-16-1789-0063]
An manchem Ort hatte der Inquisitor kein Gehalt als 4, 5 Thaler auf den Kopf einer Hexe |

 

[IIb-16-1789-0064]
Das Lachen auf der Folter, das ein Zeichen einer Hexe war, kam vom Verzerren der zukkenden Gesichtsmuskeln bei zusammengebissenen Kinladen her. |

 

[IIb-16-1789-0065]
Das gefährliche Obenschwimmen der Hexen konte v. Schmerbauch, Hypochondrie herkomm. D. Frambaglia zu Voghera: ein mit dem Tetanus geplagtes Mädgen schwam während dem Anfal, sank nachher; das bemerkt vom Tet. auch Liebfinger|

 

[IIb-16-1789-0066]
Der Richter mus oft bei Stilschweigen des Torquirten die Tortur nicht erhöhen, weil es von Erstarrung aller Sinne und des Kinbakkens entsteht. Sauvages Nosol. T.1 . |

 

[IIb-16-1789-0067]
Sonst: auf Weiber, Kinder und Schwächliche wirken die Hexen am leichtesten und stärkst. |

 

[IIb-16-1789-0068]
Iakob Gaffarelli : ein im Widder gebornes Kind beugsam wie ein Lam, festern Scheitel; gekräuselte Haare wie Schafwolle. |

 

[IIb-16-1789-0069]
Theophil Parazelsus: ein Arzt müsse wissen, an welchem Theil des Körpers der Drachenschwanz, der Widder, der Süd und Nordpol, Mittagslinien, Morgen p. zu finden sei |

 

[IIb-16-1789-0070]
Gaßner befahl dem Pulsschlag im Namen Iesu stille zu steh. |

 

[IIb-16-1789-0071]
Ein Engländer konte wenn er wolte mit seiner Hand die Be

 

[Manuskriptseite 9]

wegung seines Herzens aufheben, für Geld, starb aber einmal dran. Haller meth. stud. med. T. 1. - Monti in einem Schreiben an diesen: ein italienischer Bauer hielt den Athem an, Fliegen sezten sich an seinen Körper, eine Kerze vorm Mund bewegte sich nicht, die grausamsten Versuche umsonst |

 

[IIb-16-1789-0072]
Wer geistlicher Pair wird verliert wie Iungfrauen d. Ehe den Zunamen, weltlichen Taufnamen. Swift. )

 

[IIb-16-1789-0073]
Von 1614 bis 1769 wurden 42 Reichsstände, Kurfürsten, Fürsten und Reichsgrafen katholisch. Historische Entwiklung der heutigen Staatsverfassung des deutschen Reichs.

 

[IIb-16-1789-0074]
Bodinus: Bei den Weibern giebts keine Melancholie, daher kan die Hexerei keine sein. Plinius, Valerius Maximus, Solin : nie starb ein Weib vor Kummer, und ein Man vor Freude. Frank.

 

[IIb-16-1789-0075]
Delrio, P. Zachias: Hexen benehmen Eheleuten das Vermögen; so daß sie entfernt einander Hexlieben, vereint einander mit den Nägeln die Augenanfallen |

 

[IIb-16-1789-0076]
Hunter: traité des maladies veneriennes etc. XII: vielleicht hängt keine thierische Verrichtung so sehr vom Zustande der Seele ab als die menschliche Begattung. Sosind Iünglinge in der Brautnacht unfähig worden | Unddaher kommen die Mährgen vomNestelknüpfen |

 

[IIb-16-1789-0077]
Den Afrikanern vom weissen Vorgebürge bleiben die Pferde beim Anblik eines Löwen vor Schrekk unbewegl. und die Hunde kriechen zu des Hern Füss. Alg. Gesch. aller Reis. 3 B. S. 308 |

 

[IIb-16-1789-0078]
Das weibliche Geschlecht und Kinder sind dem Scheintod und lebendigem Begrabensein am meisten unterworfen; Kopfkrankh. Starsucht plözliche Zufälle die mit Erstikkung überfallen, Verblutung, Schlagflus |

 

[IIb-16-1789-0079]
Mehr Menschen wurden lebendig begraben als sich mordeten. Unzers Arzt. |

 

[Manuskriptseite 10]

[IIb-16-1789-0080]
Das Waschen und Einbalsamiren geschah bei den Alten um den Todten etwan wieder zu erwekken Servius ad Virg. Aeneidem l. 1. Corn. Celsus in praefat. 10 lib. – eben deswegen wurde ihm, wenn er verbrant und nicht begraben sein wolte, vorher ein Finger abgeschnitten Rosini ant. Rom l. V. p. 442 – daher musten die praesicae so laut schreien.- So erwekt es nach Unzer oft in Korsika, wenn der Todte in einer Dekke 1/2 Stunde in die Höhe geprelt wurde, wie gebräuchlich. |

 

[IIb-16-1789-0081]
In dem österreichischen Staat darf vor 2 48 Stunden keine Leiche geöfnetwerden; im Frankreich von 1April bis zum 1 Oktobernicht vor 24 Stunden,vom 1 O. bis 1 A. nicht vor 24 |

 

[IIb-16-1789-0082]
Herkules Saxonia: weil nach dem Schulsystem erst in 72 Stunden alle Säfte im Körper herum sind so mus man auch so lange, das ist 3 Tage, mit dem Begraben Hyster. warten. |

 

[IIb-16-1789-0083]
Durch alle Hauptlandstrassen des russischen Reiches, des grösten in der Welt, gehen nach allen Seiten des Staats Meilenzeiger und genau abgemess. Büschings Vorbereitung

 

[IIb-16-1789-0084]
Ie näher ein Ort dem Meer, desto gelinder sein Winter, Portugal gegen Norwegen Schwedengegen Rusland und Sibirien,England gegen Deutschland. |

 

[IIb-16-1789-0085]
In der Ukraine vermehrt sich das Korn 11-17mal, Holstein 7-14, Schweden 6, Helvezien 5, a. Länder 3mal. |

 

[IIb-16-1789-0086]
Viehzucht nöthiger als Akkerbau, im nordlichten Europa so wol als in anderen sehr bergigten Ländern leben die Menschen ohne diese; ab. dieser besteht nicht ohne iene |

 

[IIb-16-1789-0087]
England bester Akkerbau und meiste Getraide; Preis auf dessen Ausfuhr aber durch einheimische Schiffe und Menschen |

 

[Manuskriptseite 11]

[IIb-16-1789-0088]
Der türkische Waizen ist aus Amerika, 1 Ähre hat 600 Körner u. 1 Stengel 4 Aehren, wächst im elendsten Feld und auf Sandland. Iusti |

 

[IIb-16-1789-0089]
Reis verträgt in Deutschland keinen nassen Boden, den er in dem südlichen Europa und anderen Welttheilen braucht wo aber die Gegend, wo er gebauet wird ungesund ist. G. Keyßlers neuste Reise 1 Th. S. 346 |

 

[IIb-16-1789-0090]
Eine französische Meile Akkerland ernährt und beschäftigt blos 1390 Menschen, M. Weinberge 2604. Discours sur les vignes Dyon 1756 |

 

[IIb-16-1789-0091]
Meiners: alle Völker schäzten die Weiber am besten, ie besser und edler sie selbst waren - bei thierischen waren sie Sklaven.

 

[IIb-16-1789-0092]
Hermes: nüzlich und gegen Modesünden bewahrend ist für Mädgen das Lernen - nicht des französischen, Geographie, Malerei p. sondern – des Griechischen und lateinischen. Hermäon.

 

[IIb-16-1789-0093]
Demosthenes hieng ein Schwerdt über die Schultern, damit er nicht ungeberdig zukke. Luzian Lobrede auf ihn.

 

[IIb-16-1789-0094]
Bei den Sueven zogen iährlich die 1000 in den Krieg, die anderenbaueten das Feld; im andern Iahrzogen diese und iene blieben.Durften nur 1 Iahr an 1 Ort wohnen. Röchlings Übungen – war die tapf.Deutschen.

 

[IIb-16-1789-0095]
Eiserne Stübgen Geld der Britannen. Zäsar |

 

[IIb-16-1789-0096]
Bei den Galliern ärgste Strafe, dem Gottesdienst nimmer beiwohnen zu dürfen; überal geflohen, bekam keinen Urtheilsspruch und keine neue Würde mehr ||

 

[IIb-16-1789-0097]
Wer In einer Krankheit oder in Gefahr des Treffens war, gelobte entweder einen anderen Menschen oder sich selbst zum Opfer, weil die Götter nur für ein hingegebenes Menschenleben ein Menschenleben erhielten. || Opferten in Mangel der Schuldigen Unschuldige ||

 

[Manuskriptseite 12]

[IIb-16-1789-0098]
Da sie von Pluto abzustammen dachten: sezten sie überal die Nacht dem Tag vor und zählten darnach ||

 

[IIb-16-1789-0099]
Soviel eine Frau dem Man brachte: so viel legte er zu; die Zinsen und beides bekam dan der überlebende Theil. ||

 

[IIb-16-1789-0100]
Die Deutschen hielten StrassenRaub ausser der Gemeinde für ein Mittel der Trägheit der Iünglinge zu steuern ||

 

[IIb-16-1789-0101]
Blos die Weiber besorgten die Gerichtshändel, in Ägypten |

 

[IIb-16-1789-0102]
Die Gelonen kleiden mit der Haut des MenschenKopfs sich, mit der des Rumpfs ihr Pferd |

 

[IIb-16-1789-0103]
Wenn einer von den Deutschen nimmer durch das angulum oder Leibmaas der Soldaten kriechen konte: bekam er so lang Prügel bis er wieder dün wurde |

 

[IIb-16-1789-0104]
Die Römer stelten die Isis unter der Gestalt eines Schiffes vor |

 

[IIb-16-1789-0105]
Die Sachsen zerschmetterten den Überläufern die Beine |

 

[IIb-16-1789-0106]
Todesstrafen volzogen die deutschen Priester, später der iüngste Rathsher, bald der iüngste Eheman, in Klöstern die Laienbrüder, oder auch der Ankläger |

 

[IIb-16-1789-0107]
Eine freie und eine sklavische Person getödtet bei ehelicher Gemeinschaft, bei einigen deutschen Völkern |

 

[IIb-16-1789-0108]
Am ersten Ienner nahm ieder (wie bei uns oft) etwas von seiner Berufsarbeit vor, um Glük aufs ganze Iahr zu haben |

 

[IIb-16-1789-0109]
Da man in Engl. die Heiligung des Sontags aufzwang, aber unter den verbotenen Ergözlichkeiten nicht das Boxen erwähnte: so giengs da an - Humphries u. der Iude Mendoza eröfnet. Box Schulen, iede Schule hatte einen besonderen Stil in Angrif und Vertheidigung; Mendoza schlug immer in einer geraden, Humphries in einer zirkelförmigen Linie; H. für 1 Guinee 6 Lehrstunden,

 

[Manuskriptseite 13]

M. 8 – die Boxer waren da auf einem 4 Fus hohen und mit einem eisernen Balustrade umgebnen Theater, an dess. Seiten Bänke Brittische Annalen von Archenholz. 1 B.

 

[IIb-16-1789-0110]
Die Boxer schütteln sich alzeit vorher freundlich die Hände |

 

[IIb-16-1789-0111]
Herzog von Bedford wettete wider den Lord Barrymore u. die Möglichkeit daß einer eine lebendige Kaze frässe; doch, und verlor 500 Pfund. | - Zwei wetteten 500 Guineen, während der eine nach Edinburg von London reiste, wollte er 1 Million Striche machen und gewan |

 

[IIb-16-1789-0112]
Da die fahrende Post. unabhängig von der Regierung u. ieden der Reisenden mit Pferden und Wagen bedienen kan wobei meist ein Gasthof: so werden die Postchaisen nach der Reihe genommen; der König must einmal eine schlechtere nehmen während ein Britte ihm die bessere abschlug |

 

[IIb-16-1789-0113]
Den Gästen zeigt man vor der Malzeit den Küchenzettel, um in Gedanken daran sich zu laben. |

 

[IIb-16-1789-0114]
In Aberdeen in Schotl. stahl eine Bande von 10, 14iährigen Mädgen unter Vorwand Bettelns und Verkaufens |

 

[IIb-16-1789-0115]
In London ein blinder Dieb hingericht, der viele Hauseinbrüche beföderte, 4 mal verurtheilt und begnadigt; gröste Taschendieb bei grosser Menge, weil ihm seine Freunde den besten Plaz gaben |

 

[IIb-16-1789-0116]
Dalby schrieb 1690 eine Wochenschrift: der Nachtwanderer, zeigte alle nächtlichenVerbrechen, Nachlässigkeit derKonstabels und Nachtwächter an – gieng miteinem bewafneten Freund alle Nacht durch dieStrassen; viele Diebe eingezogen, verschwand – trozaller Preise nicht entdekt. |

 

[IIb-16-1789-0117]
Auf die Entdekkung des lezten Prätendenten 100,000 Pfund St. gesezt. |

 

[IIb-16-1789-0118]
Eine unweit dem Theater Drury Lane wohnende Bande von Dieben die Hunde, schöne verkauft, anderen Fel abgezogen

 

[Manuskriptseite 14]

[IIb-16-1789-0119]
Entdekt eine Geselschaft Thieftakers oder Diebsfänger, die sich vereinten, Unschuldige wegen der darauf gesezten Preis. des Strassenraubs anzuklagen, standen einander als Zeugen bei |

 

[IIb-16-1789-0120]
Die Taschendiebin und schöne Miß West rieth auf dem Todtenbet: die Taschen an das Unterfutter zu nähen, weil die Diebe mit Instrumente die ganzen Taschen auszögen und leerten: so aber würden sie entdekt |

 

[IIb-16-1789-0121]
Man drohte Vornehmen, die Karrikaturkupferstiche zu verkaufen, wenn sie nicht die Kupferplatten theuer kauften |

 

[IIb-16-1789-0122]
Ein Landedelman von 10,000 Pfund Einkünften hatte 1 Kind; enterbte ihn, da er ihn abrieth seine Lumpen u. den Mangel an Hausgeräthen – starb an faulem Fleisch – erbte 1 Schilling, alles a. zu 3 milden Stiftungen |

 

[IIb-16-1789-0123]
Da ein Iüngling nicht zu einem Freund in Newgate durfte: raubt er auf den Strassen, und kam zu ihm |

 

[IIb-16-1789-0124]
Die Spizbuben nennen die Gefängnisse Kollegia, weil sie an Bosheit wachsen – da sie nicht in abgesonderten Gefängnissen sind |

 

[IIb-16-1789-0125]
Ein Engländer hatte 1 rechtmässige Frau und 6 Beischläferinnen deren Betten in einem Zirkel um ihres standen, die nächtliche Runde zu erleichtern. |

 

[IIb-16-1789-0126]
Zwei Iahre wohnte Holmes in einem Boot auf der Themse, ohne Haustaxe und Kirchspieldienste, änderte den Standort | * More in Nordengland wohnt auf einemeisern Wagen womit er überal hinfährt |

 

[IIb-16-1789-0127]
Ein paar Kutscher die einander behörnten, vertauschten in einer Bierschenke ihre Weiber. |

 

[IIb-16-1789-0128]
Ein Vikar in Shepton=Mallett kopulirte nach eigenem dreimaligen Aufgebot, sich vor der Gemeinde selbst |

 

[Manuskriptseite 15]

[IIb-16-1789-0129]
Im Dorf Stepney wird am Ostersontag das 1ste Brautpaar umsonst kopulirt, 1788 so viele daß der Faustkampf entschied |

 

[IIb-16-1789-0130]
Ein Betler kaufte sich an der Landstrass ein Haus, das blos Betler aufnahm, er hies Betle der Meister=Betler; ein Waarenlagervon Krükken, Augenpflasternfalschen Beinen p zum Kaufund zur Miethe; in der Nachbarschaftwerden keine zu dieserZunft nicht gehörige B.geduldet |

 

[IIb-16-1789-0131]
Ein Armer verkaufte seinen grossen regelmässigen Körper dem Wundarzt für eine iährliche Leibrente von 10 Pfund, mus lebenslang täglich eine bestimte Stunde unter den Arkaden in d Koventgardenspazieren oder beiKrankheit schriftlich. Der Wundarztstarb und vermachte ihn einem a. |

 

[IIb-16-1789-0132]
Ein Londner vermachte eine Summe daß Dienstmädgen die 7 Iahr hinter einander in 1 Haus in Holbourn gedient, iährlich 10 Pfund bekämen |

 

[IIb-16-1789-0133]
Ein Landedelman band in London seine Frau und den Ehebrecher an den Betpfosten u. zeigte sie, bei Wasser und Brod, allen Freunden 4 Tage |

 

[IIb-16-1789-0134]
In der Stadt Coventry lies einer in die Zeitung sezen, daß er iedem der ihm borgen würde, nicht zahlen würde. |

 

[IIb-16-1789-0135]
Im Oktober kriegt der König von den Sherifs der Stadt Norwich 24 Heringpasteten iährlich |

 

[IIb-16-1789-0136]
Wird niemand bei einer Gerichtssession verurtheilt: so bekömt der Richter ein Paar mit Gold gestikte Handschuhe |

 

[IIb-16-1789-0137]
Die Einwohner von Schwansea und anderen Gegenden von Süd=Wallis schmükken alle sonabends Abend die Gräber ihrer Freunde mit Blumen u. am Sontag machen sie wieder einen Zirkel darum |

 

[Manuskriptseite 16]

[IIb-16-1789-0138]
In der Stadt Oakham, in der Grafsch. Rutland mus ieder durchreisende Pair ein Hufeisen herschenken das ans SchlosThor genagelt wird; bei Weigern kan der Schlosverwalter eines von dem vorgespanten Pferd abschlagen lass. – hernach in der Halle des Schlosses aufgehangen - das vom Herzog von York 6 Fus lang und 4 1/2 breit, vergoldet und mit einer Krone geziert |

 

[IIb-16-1789-0139]
Mrs. Montague lies ein Zimmer mit Federn tapeziren, die alle Blumen in Festons vorstelten | Die gewöhnliche Schlafhaube der Herzogin von Devonshire kostet 10 Guineen |

 

[IIb-16-1789-0140]
Sonst brauchte man den Stokknopf zu einer Muskatnus Büchse, zur Tobaksdose, Pfeife, Amulet für Zähne, Fischangel, Futteral für kleine Pfeife p Unter der Anna machte das Eichenholz Röhren Plaz die durch ein Band am 5ten Knopfloch hieng, immer dünner, nachher wieder in einem 5 Fus hohen Besenstiel mit einem ungeheuren Knopf, iezt knotige Prügel - nie französische Mode |

 

[IIb-16-1789-0141]
Die Wundärzte hiengen sonst vor ihren Häusern auf hohen Stangen ein Barbierbekken auf, um Verwundeten p den Ort der Hülfe zu zeigen ? da sie das Barbieren aufgaben, nahmen die Wirthe iene Stangen und hiengen ihre Schilder daran |

 

[IIb-16-1789-0142]
Herbstfeste in England, ein Pflug dabei im Triumph geführt, Schnitter werfen mit Sicheln nach Kornähren, Mädgen tanzen um einen auf einen Pfahl gestekten Kuchen, den sie verzehren. |

 

[IIb-16-1789-0143]
An den irländischen Küsten liegt die Insel Dalkey und viel kleinere Mugglins genant. Diese wählen zum Scherz einen König, der sie am 15 Iuli mit Pomp besucht auf einer Barke, sogar von den Schiffen im Dubliner Hafen begrüst; überal

 

[Manuskriptseite 17]

Vivatgeschrei, besezt erledigte Würden, Bischöffe Lords p., wird mit Pracht begraben - Iohan K. von Dalkey närrisch, glaubte wirkl. einer zu sein, sezte im Testament fest und bestätigte alle Würden |

 

[IIb-16-1789-0144]
Mrs. Wells stelte aufm Theater täuschend ieden Menschen, also auch die Schauspielerinnen Abington, Siddons in Minen, Sprache p. vor, die also sich selbst spielen sahen, u. diese zwar in ihren Meisterrollen |

 

[IIb-16-1789-0145]
Collins gab unter dem Titel Morgenbürste, Vormittags zweistündige Vorstellungen; um desto theatral., stat Tageslicht Wachskerzen - komische Vorlesungen, Darstellung von Schauspielerszenen in der Garderobbe, Nachäffung der Leser in Lesegeselschaften p. |

 

[IIb-16-1789-0146]
Der Niedrige kan den Vornehmsten zum Zeugen rufen u. mus sich stellen |

 

[IIb-16-1789-0147]
Hastings lies Vater und Kind mit einander zusammenbinden und so prügeln |

 

[IIb-16-1789-0148]
Das Gesez gemacht: ieder Eigner eines Schifs der von 100 aus Afrika nach Westindien transportierten Sklaven nur 3 verliert, eine Prämie von * 50Pfund; 2, 100 Pfund - dem Schifswundarzt dort 25Pfund, hier 90. |

 

[IIb-16-1789-0149]
Um die amerikanischen Loyalisten zu entschädigen, wurde durch die Entschädigungsbil 1,228,239 Pfund bewilligt, wo einer alles ersezt bekam was nicht über 10,000 Pfund gieng, {drüben} nachher nach Prozenten vergütet. |

 

[IIb-16-1789-0150]
Die menschenfreundliche Sozietät befreiet auch kleine Schuldner aus dem Gefängnis, 1787 an 710 Gefangene, seit der Stiftung (1772) überhaupt 35,569 Schuldner. |

 

[IIb-16-1789-0151]
Die Generalassekuranz Sozietät 1787 wo man gegen

 

[Manuskriptseite 18]

Räuber versichern lassen kan alles Kleid, baares Geld, Vieh, Uhr und Geld bei sich gegen Taschendiebe, auch die Kosten um die Verbrecher zu Strafe ziehen zu können. |

 

[IIb-16-1789-0152]
Die Hospitäler und Armenhäuser keine Fonds meist, sondern durch iährliche Beiträge |

 

[IIb-16-1789-0153]
Dem Geschichtschreiber und Dichter Buchanan wurde im Iuni im Dorf Killean, unweit Glasgow ein 100 Fus hoher Obelisk errichtet durch eine Subskripzion in Schotland - dem Dichter Glover auch ein Denkmal |

 

[IIb-16-1789-0154]
Der deutsche Ritt.stand dem französischen und engl. sehr nach. Ienes Sohn hies Bube, der Hofmeister Bubenzuchtmeister und bei den Turnieren eine Art Aufseher "Prügelknechte". Das Ritterwesen des Mittelalters von de la Curne deSainte-Palaye, Anmerkungen von D. Klüber.

 

[IIb-16-1789-0155]
An verschiedenen deutschen Höfen ein Stilschweigengebieter (Silentiarius); am Hof von Wallis hatte er den 9ten Plaz unter den königlichen Hofbedienten; gab, nahe an einem Pfeiler, durch einen Schlag des Stabs an ihn, bei Lärm der Gäste Zeichen des Schweigens. - Daher vielleicht noch ieziges Amt eines Oberstäbelmeisters am kaiserlichen Hof, der mit dem Stab an Thüren klopft, damit die in der Ritterstube und Vorzimmer steh. Leute Plaz machen ||

 

[IIb-16-1789-0156]
Bei den deutschen Rittern hies eine Frau kaufen sie heirathen. - LimburgischeKronik: Mehr denn 20 Iahre nach Graf von Henneberg Iohan von Nassau Tod kaufteder Iunker Philippus ein Weibvon Spangenberg ||

 

[Manuskriptseite 19]

[IIb-16-1789-0157]
Eine Versamlung protest. Bischöff beschlos in Aberdeen, für den König zu beten, was man bisher verweigerte. Brittische Annalen

 

[IIb-16-1789-0158]
Bei den Methodisten wird eine Mission nach Yorkshire als eine Busübung den Straffälligen aufgelegt. - Sie miethen Weiber, um in ihren Konventikeln bei gewissen Worten zu stöhnen. |

 

[IIb-16-1789-0159]
Hat ein Bruder bei ihnen gefehlt: so erinnert ihn heimlich eine Schwester daran - beim 2ten mal, 2 Schwestern; 3ten Fehler, 3 Schwest. - dan thun nach 7 Sontagen die Brüder das nämliche - endlich alles der Generalversamlung angezeigt |

 

[IIb-16-1789-0160]
Iohnson half der blos 1 und 2sylbigen Sprache durch engl. Endigungen der längeren lateinischen Wörter ab |

 

[IIb-16-1789-0161]
In Engl. iezt 500 lebende Autoren. - das weibliche Geschlecht schreibt iezt dramat. Werke wie schon längst da Romane |

 

[IIb-16-1789-0162]
In Edinburg erfand der Schuster Wilson lederne Kanonen. |

 

[IIb-16-1789-0163]
Der Schotländer Miller erfand, die Fahrzeuge aufm Wasser durch eine Dampfmaschine fortzutreiben, die 2 kleine Räder bewegte |

 

[IIb-16-1789-0164]
Die Eisenhandels Kompagnie zu Coalbrooke Dale lies in der neuen Kirche zu Wellington alle 16 Pfeiler; 16 (ied. 600 Pfund) Säulen (iede 1300 Pfund schwer u. 14 S.) und Fenstereinfassungen von Eisen machen.

 

[IIb-16-1789-0165]
Hartley erfand gewisse Theile eines neuen Hauses mit dünnen Kupferplatten zu belegen, wodurch der Fortgang des Feuers ganz gehemt |

 

[IIb-16-1789-0166]
Wyat erfand für die indischen Soldaten bewegl. Hospitäler,

 

[Manuskriptseite 20]

aus 300 zusammengesezten Stükken Holz, mit 690 Schrauben befestigt, Dach mit Kupferplatten belegt; konte in 40 Minuten aufgerichtet in 14 auseinandergenommen und auf 2 Wägen fortgeschaft werden |

 

[IIb-16-1789-0167]
Die Reichsbarone ahmten im Anfang der Regierung des 3ten französischen Königsstams den Hofstaat nach, in Schlössern und Klöstern fand man die nämlichen Hofbeamten wie königliche; wie der König seine vornehmsten Hofämter den Prinzen von Geblüt gab, so iene ihren Verwandten. De Sainte Palaye.

 

[IIb-16-1789-0168]
Als Graf Wilhelm von Holland zum römischen König gewählt: war er noch Knape (d. i. Hauskavalier oder Hofiunker) und lies sich vor der Krönung zum Ritter schlagen |Krübel Klüber.

 

[IIb-16-1789-0169]
Aus dem Pagenstand in den Knapenst. gehen hies bei uns Wehrhaftmachung d. i. vor der Überreichung des Degens must er vorm Hofstaat nochmals das Amt eines Edelknabens verrichten; lezte Zeremonie eine Ohrfeige. Völlig Eben so wurde der iunge Adel nicht längst an einigen fürstl. Höfen (z. B. Thurn und Taxischen) aus dem Pagenstand entlassen. Bei den Langobarden durfte der königliche Prinz nicht mit dem Vater an 1 Tisch essen bevor er von einem auswärtigen König wehrhaft gemacht worden ||

 

[IIb-16-1789-0170]
Auch Bischöffe ertheilten die Ritterwürde. wie ein Ritter Riccius vom landsässigen Adel S. 226 ||

 

[IIb-16-1789-0171]
Unter den 26 Artikeln des Rittereids auch der daß er nach Zurükkunft alle seine glüklichen oder unglüklichen Begebenheiten und Thaten erzählen muste, die alle in die Berichte der Wappenofficiere eingerükt werden musten |

 

[IIb-16-1789-0172]
Am häufigsten Ritterwürde ertheilt ausser den Kriegen an hohen Festen,

 

[Manuskriptseite 21]

besonders Pfingstfest, Verkündigung eines Friedens oder Waffenstilstands, Königskrönung, Geburt und Taufe der Prinzen, die Tage woran diese Prinzen selbst die Ritterwürde oder die Belehnung über grosse Lehngüter erhielten, ihre Verlobungen und ihre Einzüge in die vornehmsten Städte ihres Gebiets |

 

[IIb-16-1789-0173]
Kaiser Maximilian schlug bei seiner Krönung 200 Ritter; auch bei der römischen Krönung auf der Tiberbrükke und Kaiser Friedrich IV schlug in ponte Adriani * seinenBruder und 300 andere zuRittern ||

 

[IIb-16-1789-0174]
Bei der Wappenschau der Wappenschilde derer die nämlich zum Thurnir wolten, die vorm Thurnier in den Klosterkreuzgängen aufgestelt wurden, durfte nur ein Frauenzimmer seine Helmkleinodien od sein Wappenschild berühren: so muste ihr der Thurnierrichter= od. vogt genugthuende Strafe verschaffen |

 

[IIb-16-1789-0175]
Grundsaz: "ein Ritter mus laut schlagen und leise reden" |

 

[IIb-16-1789-0176]
Das Fleisch der Pfauen und Fasanen die eigentliche Speise der Tapfern und Verliebten |

 

[IIb-16-1789-0177]
Figur eines Pfaues diente den Rittern, die sich im Pferderennen oder Lanzenwerfen übten, zum Ziel |

 

[IIb-16-1789-0178]
Die in den h. Geistorden aufgenommene Ritter müssen versichern daß sie dessen unwürdig seien |

 

[IIb-16-1789-0179]
Essen von einem Pfau Lohn eines tapfern Ritters. | Bei grossen Festen überreichte der Wappenkönig den Fürsten Herren p einen Pfau oder anderen edeln Vogel, damit sie Gelübde zu Hülfe der Schuzbittenden Damen thun |

 

[IIb-16-1789-0180]
Um den Muth gegen die Türken zu beweisen, legten sie sich alle Buswerke auf bis zur Erfüllung ihres Türkengelübds; manche in keinem Bet zu schlafen; beim Essen kein Tischtuch zu haben, gewisse Rüstungstükke nicht zu tragen, oder Tag und Nacht |

 

[Manuskriptseite 22]

[IIb-16-1789-0181]
Bei den Römern durfte niemand ein Fechtspiel geben der nicht 50,000 Pfund aufzuweisen hatte, weil einmal durch Attilius durch einbrechendes Gerüst 50,000 umkam. Frank

 

[IIb-16-1789-0182]
Zu Pestzeiten hielt man auf Altären auf den Gassen in Mailand öffentlichen Gottesdienst, um die Vorübergehenden und Kranken auf der Gasse zu erbauen. Manchmal auch iezt wurden sie für Abgestorbene mit gemalten Todtenköpfen geziert |

 

[IIb-16-1789-0183]
In Frankreich Nestelknüpfen so gemein daß die meisten vor Tag sich eine Messe lesen und darunter trauen liessen, um nicht bei Tag von den Nestelknüpfern gesehen zu werden. Arnisäus de iure connubior. C. VI. Nr. 19. |

 

[IIb-16-1789-0184]
Die Polizeibedienten in Paris besuchen wöchentl. die Gebäude, um zur Besserung schadhafter zu zwingen. Läugnet der Besizer die Gefahr: so ernent der Oberpolizeirichter einen geschwornen Bauverständigen, und der Besizer auch einen |

 

[IIb-16-1789-0185]
Zu Ende des 1 Iahrtaus. war eine steinerne Kirche etwas seltnes, nur hölz. Schmidt G. der Deut. |

 

[IIb-16-1789-0186]
Im Mailänd. opferten 2 Gemeinden, um es e a.zuvorzuthun, 2 die 2 iährlichenWachskerzen zusammen von 5000 Pfund, diein Gallarate gemacht wurden, Dochtso dik wie ein Ankerseil. |

 

[IIb-16-1789-0187]
Im Piemontesis. ein Dorf von 4, 5 Einwohnern, das zu den 4 Glokken, um ein anderes zu überholen, eine 5te so grosse fügte, daß sie unter dem Dachstuhl des Thurms vorragte |

 

[IIb-16-1789-0188]
Am 2ten Pfingsttag 1781 fiel das in der Domkirche zu Fulda an der Dekke hangende 7 Zentner schwere Rad

 

[Manuskriptseite 22]

mit Schellen behangen, das gewöhnlich auf den vornehmsten Festtagen umlief, herunter und tödt. 1. |

 

[IIb-16-1789-0189]
Man hauet nicht alles Erz weg sondern läst in der Mitte und an den Seiten der Gruben Pfeiler von erzhaltigem Gestein, die die Bergfeste genant werden, stehen, damit darauf das über der Grube liegende Gestein ruhe. Karthäusers Bergpolizeiwissensch. Frank

 

[IIb-16-1789-0190]
In Wallisland werden auf d Bergen Stangen zum Wegweiser aufgestekt, bei Schnee. Bernisches Magazin 1 B. 2 St.|

 

[IIb-16-1789-0191]
Die Admiralität zu Vidingen in dem Kattegat lies einen 15 F. hohen Thurm und eine 3300 Pfund schwere Glokke machen, die bei starken Nebeln halbstündlich 4mal ein Zeichen geben mus. Iournal encyclopedique 1766 Aout. |

 

[IIb-16-1789-0192]
Nach dem römischen Recht wurde ein Thiertreiber (mulio) der seine Pferde p. nicht bändigen konte, zu Schadenersaz verdamt; so in Frankreich mit Kutschern Eseltreibern. |

 

[IIb-16-1789-0193]
Der Einwohner von Oberhasle in der Schweiz wie der Alpenbewohner schlüpfet auf seinem Stok den er hinter sich herrollen lässet, von Fels zu Felsen in 10 Minuten, wozu sonst 1 Stunde zu Fus nöthig wäre. Schweizer. Museum. S. 218 |

 

[IIb-16-1789-0194]
Um Como in Italien mus der Pfarrer die Gewitter wegexoziren, der allemal nach dem Laufe der Wolken beschwört und die Bauern wundern sich darüber. Ia einer lies sich während des Exorzism von den Bauern festhalten weil ihn die Geister und Hexen fortziehen wolten. |

 

[IIb-16-1789-0195]
Erscheinung fremder, ungeheurer aus dem Abgrunde kommende Meerfische bedeutet Erdbeben vorher nach Seneka bei Menschen Schwindel u. Unsin. Krüniz. |

 

[IIb-16-1789-0196]
Frank: unterirdische Thiere wie Ratten Mäuse Maulwürfe

 

[Manuskriptseite 24]

merken ein Erdbeben eher und kommen hervor. Er sah 2 Kibizvögel so lang mit ihren Füsgen auf die Erde stampfen bis unfehlbar ein Würmgen hervorkam |

 

[IIb-16-1789-0197]
Prof. Hollman in Göttingen: das grosse Erdbeben 1755 erstrekte sich über eine Fläche der Erdkugel die 79,200 deutsche Quadratmeilen betrug. |

 

[IIb-16-1789-0198]
Vor und bei den Erdbeben haben die elektrischen Werkzeuge eine grosse Stärke; vor dem zu Rimini von 1786 gaben viele beim Ausziehen elektrische Funken. - Magnetnadel verliert vorher die magnetische Kraft, und die Iagdhunde beim Erdb. von 1692 an der engl. und anderen Küsten die Spur des Wildes. Brunnen davon giftig |

 

[IIb-16-1789-0199]
Bertholon: Erdbeben ein unterirdischer Donner, ein getrentes Gleichgewicht athmosph. und der Erd=Elektrizität; wo sich die übermässige der ärmeren Atmosph. mittheilt. Geschieht dies ohne Widerstand, blos ein aufsteigender Donner; mit, Erdbeben. - Vannucci: ist vielmehr eine Entladung der Athmosphäre auf der Erde. |

 

[IIb-16-1789-0200]
Muschenbroek hob mit 140 Pfund Wasser in Dämpfe verwandelt, eine Last von 77,000 Pfund. | Hausben: Hausben] rätselhafter Name, Rechercheergebnis gänzlich negativ die Ausdehnung des Wassers 63mal grösser als des Schiespulvers |

 

[IIb-16-1789-0201]
Die Ritter kämpften, aus besonderer Tapferkeit oft in unterirdischen Gäng. Palaye

 

[IIb-16-1789-0202]
Belagerte und Belagerer hielten im hizigsten Gefecht inne, damit ein Knape von ieder Seite mit der a. stritte und ausmachte, welcher der verliebteste sei. |

 

[IIb-16-1789-0203]
Die Wappenbrüder, die zu 1 od. allen gemeinschaftl. Thaten sich verbanden, liessen mit einander zur Ader und vermischten ihr Blut, oder empfiengen miteinander das Abendmal. |

 

[Manuskriptseite 25]

[IIb-16-1789-0204]
Sie hatten dan einerlei Rüstung und Kleidung u. halfen sich einander eher als einer Dame, berechneten am Ende der Unternehmung Gewin und Verlust gegen einand. |

 

[IIb-16-1789-0205]
Die Ritter trugen auf und an sich Gold, Knapen nur Silber | Scharlach die Tracht von ienen |

 

[IIb-16-1789-0206]
Man betrachtete auch den Ritter noch als einen Geistlichen der nach erhaltner Tonsur sich nur 1mal oder an keine Witwe verehlichte. Ieder verheiratete Geistliche verlor im weltl. Tracht sein Vorrecht, nur dem geistlichen Gericht unter worfen zu sein; aber in der Ritterkleidung genos er alle Vorrechte des geistlichen Standes, den man fast mit dem ritterlichen für eins hielt. |

 

[IIb-16-1789-0207]
Der Ritter schor sich den vordern Kopf, vielleicht um nicht, bei Verlust des Helms, bei den Haaren ergriffen zu werd. |

 

[IIb-16-1789-0208]
Edlere Ritter trugen ihr Schild, das mit dem Wappen ihrer Familie bemalt war, so lang in einer Dekke bis zu einem Turnier oder Kampf, die dan durch die Schwerdstreiche zerrissen, das Geschlecht und die Würdigkeit zugleich entdekte |

 

[IIb-16-1789-0209]
Oder sie begnügten sich mit 1, od. weisser Farbe auf dem Schild so lang bis sie das Merkmal einer tapferen That, einen Thurm, erbeutete Lanze, Wal p. hineinsezen kont. So oft sie die nämliche That thaten: so vielfach kamen die Figuren hinein; dah. die vielen Lanzeneisen im franz. Wappen, die man heut Lilien nent u., weil nur 3 aufs Petschaft gehen, in 3 schmolzen. Alle in Turnieren erbeuteten Rüstungsstükke durften sie in das Wappen sezen; verloren sie aber die nämlichen Waffen, musten sie wieder heraus u. mit iedem Ruhm verlor er dessen Denkmal auf dem Wappen

 

[Manuskriptseite 26]

[IIb-16-1789-0210]
Vor Gericht bekam der Ritter so wol Ersaz als Strafe doppelt so viel wie der Knape |

 

[IIb-16-1789-0211]
Vermöge der Ebenbürtigkeit muste der Bauer nur von Bauern, die Ritterschaft von Ritterbürtigen, die Freien von Freien, der Fürst gerichtet werden. |

 

[IIb-16-1789-0212]
Chevalier Bachelier (Baccalareus) ein Ritter, der nicht Geld genug hatte, andere Ritter oder Lehnleute zu besolden zu einem Krieg u. unt. einem Pannerhern diente, ders konte und darum eine 4ekte Fahne oder Panier an seiner Lanzenspize führen durfte, statt daß innen sein Fähnlein sich in eine gehörnte Figur od. 2 Spizen endigte wie die Fahnen bei Zeremonien der Kirche |

 

[IIb-16-1789-0213]
Nur ein Edelman durfte eine Wetterfahne auf dem Haus haben | die wie ein Fähnlein geformt einen Ritter bedeutete, wie ein Panier einen Pannerhern |

 

[IIb-16-1789-0214]
Personen von Herren und Adelstand sezten Helm aufs Thor zum Zeichen einer guten Aufnahme iedes Ritters, der frei bewirthet u. mit Geld sogar beschenkt entlassen würde, den Rittern noch einmal so viel als den Knappen, Pannerhern als Rittern |

 

[IIb-16-1789-0215]
Die Dame übergab einem Ritter unter dem Titel eines Vicegrafen oder Schlosvogts die Beschüzung ihres Schloss. und ihrer Lehngüter u. die Befehlshaberstelle über die vertheidigten Soldaten dazu - oft sich selbst als Frau |

 

[IIb-16-1789-0216]
Der zu degradierende Ritter wurde auf ein Gerüst geführt, seine Waffen und die verschiedenen Stükke der Rüstung die er entehrte, zerbrochen, das Wappen aufm Schild ausgelöscht, lezt am Schweif einer Mähre hängend u. mit der Spize in

 

[Manuskriptseite 27]

die Höhe gekehrt, durch den Koth geschlept. (Sporen ihm u. der Schwanz dem Pferd aufm Misthaufen abgenommen. Klüber) - Priester verlas über ihn den verwünschenden 108 Psalm - der König oder der Wappenherold fragte 3mal nach dessen Namen u. immer sagte er dem Wappenpersevanten, er könn es nicht *...* Name des hierstehenden sein, der nur ein Nichtswürdiger sei. | Hierauf gos der Herold ein Bekken warmen Wassers auf ihn, den geheiligten vom Ritterschlag eingeprägten Karakter weg zu waschen |

 

[IIb-16-1789-0217]
Hierauf ward er an Strik herabgezogen, auf eine Tragbahre, Todtentuch bedekt, in die Kirche, wo man die nämlichen Zeremonien wie bei einem Todten machte. |

 

[IIb-16-1789-0218]
Geringe Vergehungen schlossen von der Tischgeselschaft der Ritter aus; wer sich doch hinsezte, vor dem zerschnit mans Tischtuch (auch das Brod wurde ihm umgekehrt. Klüber) |

 

[IIb-16-1789-0219]
Auch an die Knapentafel durft er nicht |

 

[IIb-16-1789-0220]
Ein unter Kreuzzug sterb. R. wurde mit kreuzweis gelegten Beinen begraben und so auf dem Grab abgebildet |

 

[IIb-16-1789-0221]
Um das Schwerdt eines Ritters wenn ers nicht der Kirche und Got geschenkt hatte, bewarben sich Fürsten p., um ähnliche Thaten zu thun oder zum Schmuk der Waffensääle. |

 

[IIb-16-1789-0222]
Die Gerichtshöfe der Liebe, corte oder parlamento d'amore, der oberste Richter hies Fürst der Liebe, Bergfürst (prince du Puy) - waren in Ritterzeiten zur Entscheidung spizfündiger Fragen und Händel über die Liebe niedergesezt; eine Schule der schönen Geister, die ienen die sinreichsten Streitfragen vorlegten; blüht am meisten unter den Berengaren, ausm Haus der Grafen von Barcelona, die dieses Land von 1100 bis 1245 beherschten; in provenzalischer Sprache d. i. romanischer. | Klüber

 

[Manuskriptseite 28]

[IIb-16-1789-0223]
In der Ritterzeit Ausschweifungen in der Wollust so arg daß ihnen in ieder Stadt ganze Viertel und Strassen geweiht waren |

 

[IIb-16-1789-0224]
In Frankreich und Deutschland waren im Mittelalter die Rechtspflege oder Richteramt ein Vorzug und Recht des Adels |

 

[IIb-16-1789-0225]
Die Ringe die die Ritter beim Ringelrennen mit der Lanze abstachen, waren der Preis des Siegers der um Scherpen, Bänder Ermel und andere Faveurs der Damen kämpfte. | Klüber

 

[IIb-16-1789-0226]
Bis ins 7te Iahr wurden in Frankreich (auch bei Königen) blos unter der Aufsicht der Mutter die Kinder gelassen, auch bei Ehescheidung ||

 

[IIb-16-1789-0227]
Die Hauskapellen so vervielfältigt, daß sogar Advokaten sich Kaplane hielten ||

 

[IIb-16-1789-0228]
Eine Stadt steht gegen das Erdbeben desto fester, ie weniger fest ihr Boden ist, Sand= lokkerer Boden nimt ihm die Kraft. Und daß abhängig stehende Häuser minder leiden, beweist Neapel. | Frank

 

[IIb-16-1789-0229]
Eben darum legen die Einwohner von Lima einen seichten oder gar keinen Grund u. die dortigen europäisch bauenden Spanier gehen mit ihren vielen Stokwerken unter - auf Manilla ganz oder doch die obern Stokwerke von Holz |

 

[IIb-16-1789-0230]
Iapaner: eben darum darf nach einem Grundgesez der Privatiapaner nur 6 Klafter hoch bauen, selbst der Kais. nur 1 Stokwerk; innen stat der Zimmerwände spanische und papierne. Die Wohnungen sind oberwärts schwerer als unten zur Entkräftung des Erdbebens |

 

[IIb-16-1789-0231]
Die Römer schüzten gegen Erdbeben das Kapitolium durch Erdschläuche oder Hölen. Cabra in Nieder Andalusien hat

 

[Manuskriptseite 29]

wegen einer tiefen Höle daß man erst in 1/4 Stunde das Echo des eingeworfnen Steines hört, keine Erderschütterungen bei denen Spaniens. | Da man einen alten Schlund bei S. Marino mit Unrath verwarf: so immer Erdbeben bis ihn der Magistrat räumen lies |

 

[IIb-16-1789-0232]
Bertholon räth Para-tremblement de terre oder Para-Volcan, die eisernrn Stangen in der Erde sind, an beiden Enden mit spizen Zweig. est de l'electricité des méteores. | Und Wiedeburg räth dazu pyramidal. Massen und hält die Pyramiden dafür. Desselben nähere Polizei Vorschläge. Und Vannucci hält Gewitterableiter für Erdbebableiter |

 

[IIb-16-1789-0233]
Bei der Geschichte des für eine Hyäne gehaltenen Wolfs brachte man vom 27 März 1776 bis zum 30 April 1777 nur in Franche- Comté 479 Wölfe um. |

 

[IIb-16-1789-0234]
In Deutschl. müssen die dem Landshern keine Dienste thuende adel. Unterthanen doch zu einem Wolfstreiben mit helfen. |

 

[IIb-16-1789-0235]
Schon das Lekken des tollen Hunds macht tol |

 

[IIb-16-1789-0236]
Professor Riedel: ein an der Wasserscheu gestorb. roch wie Hundaas. Überhaupt schnelle Fäulung. |

 

[IIb-16-1789-0237]
Verordnung im Margg. Badisch. Land vom 2 Iuni 1752: im Februar und Hundstag müssen alle Hunde in Ober= und Ämter gebracht werden, Forstmeister und Ortsvorgesezte untersuchen sie. Wird ein Hund eingeschrieben: so giebt der Kommissar dessen Eigenthümer ein Zeichen von Blech mit dem Numero der in der Tabelle angemerkt ist; das mus der Hund stets tragen. Der Grösse und Wildheit wegen Verdächtige schreibt man nicht ein |

 

[IIb-16-1789-0238]
In Regenspurg (Verordnung vom 18 Mai 1786) mus für einen Hund der in die Kirche kam, 6 Reichstaler erlegt werden, im Badisch. 1 Gulden. | Pritius moskowitischer Kirchenstaat: die Russen weihen eine Kirche von neuem, worein ein Hund kam |

 

[Manuskriptseite 30]

[IIb-16-1789-0239]
Wirtemb. Reskript vom 27 März 1782: alle Geräthschaften, Weiszeug, Geschir p eines Wasserscheuen mus von der Obrigkeit vernichtet werden |

 

[IIb-16-1789-0240]
Badische Verordnung von 1765: kein Verkauf des Mausgift erlaubt; Apotheker sollen giftige Spezies nur d*nicht durch Iunge, nur Professionistenund da nur gegen ein Attestatvom Arzt und eigenhändigen Schein desEmpfangs, quanti, Iahrs und Gebrauchs gebenund eigene Wage und Mörseldazu |

 

[IIb-16-1789-0241]
Vorurtheil daß es für iedes Gift ein Gegengift gebe. |

 

[IIb-16-1789-0242]
Wenn das Gegengift kein Gift im Menschen findet: tödts ihn wegen seiner Kraft selbst, stat daß beide einander getödt hätten. Plin. XXVII. 2. |

 

[IIb-16-1789-0243]
In 1 Wiese zählte die physikökonomische Geselschaft von Zürich 49 gute Pflanzen, 13 mitlere, 52 schädl. | Die scharfen der Milch schädl. Sumpfpflanzen verlieren durchs Abziehen des faulen Sommwassers ihre äzende Kraft; geben besseren Grasarten Plaz und Gift ist meist (ökonomische Nachrichten der patriotischen Geselschaft in Schles. 1779. No. 20) auf unkultivirtem Boden; auch verlieren sie getroknet als Heu ihr Gift |

 

[IIb-16-1789-0244]
Die Opuntia macht die Milch der Kühe roth, Wermuth bitter, wilder Knoblauch stinkend, Gnadenkraut purgirend |

 

[IIb-16-1789-0245]
Wenn die Sonnenstralen auf die Lippen der Statue Memnons fallen: tönt sie; nach Kallistrat weint sie. Göz Gedichte

 

[IIb-16-1789-0246]
Apollo verwandelte sich in eine Schildkröte, um zur Dryope zu kommen die damit spielte; um ihre Gespielen zu veriagen, in eine Schlange; und er selbst. |

 

[Manuskriptseite 31]

[IIb-16-1789-0247]
Ikarius Hund wurde weil er sich über seines Hern Tod tod grämte, unter die Sterne versezt |

 

[IIb-16-1789-0248]
Bouteiller, buticularius von Butta Butte oder Weingefäs, der Flaschenbewahrer Aufsicht über den Weinkeller. Der Oberflaschenbewahrer des Königs von Frankreich (Grandb.) einer der vornehmsten Personen, durfte sich des königlichen Weinkellers bedienen, unter seiner Aufsicht standen alle Wirthhäus. Palaye Klüber

 

[IIb-16-1789-0249]
Eine Verordnung aus dem 13 Iahrh. befiehlt den Lohgerbern zu Amiens 2 grosse Felle zum Wein für den bischöflichen Vasall, fals ein Aufgebot an sie ergienge, zu S* liefern und die Schlächterdas Fet zum Einschmierender Schläuche |

 

[IIb-16-1789-0250]
Bei den Franken kommandirten oft des Königs Stalmeister, Mundschenk Kämmerer, Kanzler und Referendarien Armeen ||

 

[IIb-16-1789-0251]
Ein Ritter der einem Frauenzimmer treu zu dienen wuste ward seelig alzeit. S. 184. 1. B. |

 

[IIb-16-1789-0252]
Die Massilienser liessen keinen Bewafneten in ihre Stadt. Camer. opera subcisiv. c. 47. Frank

 

[IIb-16-1789-0253]
Franz. Verordnung 1777: ieder Bauer sol nach verrichteter Feldarbeit sein Pflugeisen mit nach Hause nehmen weil damit schon Mord geschah; daher ieder auch seinen Namen darauf sezen mus. |

 

[IIb-16-1789-0254]
In Italien greifen schon Kinder von 8, 9 Iahr. im Zorn zuerst nach dem Mordmesser |

 

[IIb-16-1789-0255]
Dah. eine mayländische Verordnung der Maria Theresia: niemand sol Messer führen mit oder ohne Spizen, ausser M. die man biegen kan; das erstemal wird f das Tragen bestraft miteinem öffentl. zuvolstrekkenden tratto di Corda.

 

[Manuskriptseite 32]

[IIb-16-1789-0256]
In Italien ists Sammeln und Almosengeben für Gefangene so gros daß Bösewichter im Gefängnis am besten leben. |

 

[IIb-16-1789-0257]
In Spanien Manteltragen weg. dem Mordgewehre darunter, abgeschaft. Chronologen. |

 

[IIb-16-1789-0258]
Da ein Wirth in Baden die zankenden Bauern nicht aus einanderbrachte: warf er zum Fenster einen Bienenstok unter sie. Half.|

 

[IIb-16-1789-0259]
Ein Brod= und ein Salz= und Gewürzmeisteramt (panneterie et saulierie); der Salzmeister besorgte die Gewürze und eingesalzene Speisen; bei Braunschweig Luneburg Hof ist noch das Erbbrodspenneramt. Dela Palaye Klüber

 

[IIb-16-1789-0260]
Ritter Heinrich von Heinsberg vermachte 1354 sein geliebtes Handpferd zum Verkauf für 200 Florenen um damit sein unrecht erworbnes Gut zu erstatten. ||

 

[IIb-16-1789-0261]
Das Streitros der Ritter war auch verpanzert ||

 

[IIb-16-1789-0262]
Ein Turnierabend. Denn in mitlerer Zeit fieng die Feier ieden Fests am Tag vorher an, Vorabend, fodderer Tag (vigilia festi), wie noch bei den Kathol. Dieser h. Abend ward auch mit Fasten, nächtlichem Sein in der Kirche oder auf einem Heiligengrabe gefeiert bei gerichtlichen Zweikämpfen, Gottesurtheln, also auch Eid, Ritterpromozionen ||

 

[IIb-16-1789-0263]
Die Kinder der Könige von Frankreich waren gleich bei ihrer Taufe Ritter und bekamen in die Wiege das Ritterschwerdt - Daher hängt man ihnen gleich nach der Geburt das Ordensband des heiligen Geistesordens iezt um |

 

[IIb-16-1789-0264]
Da es blos auf Leibeskräfte ankam, so waren nach den alten französischen Gesezen die Unadelichen, die blos den Akkerbau und mechanische Künste trieben, im 14

 

[Manuskriptseite 34]

Iahr maioren; aber des Kriegsdienstes wegen, der eine grössere Stärke foderte, der Adel erst im 21 I. |

 

[IIb-16-1789-0265]
Ritterwerden und Taufe ähnlich im weissen Kleid, Bade, Halsschlag (accolade), Bakkenstreich, und wie der Gevatter den Pathen, so muste der Ertheiler der Ritterwürde den Empfänger beschenken |

 

[IIb-16-1789-0266]
So fand man auch zwischen der geistlichen und der ritterlichen Würde Aehnlichkeit; Ritter und Prälaten heroes genant; daher wolten manche den R. zum Zölibat verbinden; beider Würde klebte an der Kleidung |

 

[IIb-16-1789-0267]
Die englischen Könige und Königinnen legten am Abend vor der Krönung weisse Kleider an als ein Zeichen der Reinigkeit. So thatens auch die Novizen am Abend ihrer Aufnahme in den Ritterstand, die das Abendmal empfingen nachdem ihnen der Priester den Degen um den Hals gehangen. |

 

[IIb-16-1789-0268]
So wurden auch die getauften Glokken in einem Hemd hinaufgezogen. ||

 

[IIb-16-1789-0269]
Auch die Dam. ertheilten oft die Ritterwürde |

 

[IIb-16-1789-0270]
Die Domfrauen des Klosters der h. Gertrude zu Nivelles in Brabant werden noch iezt vorm Altar von einem dazu berufnen adlichen Ritter durch Schwerdtstreich und Aussprache gewisser Worte zu geistl. Ritterinnen ernant ||

 

[IIb-16-1789-0271]
Der überwundne Ritter gab dem siegenden den rechten Sporen und Handschuh zur Versicherung, die versprochenen Bedingungen zu erfüllen. Pontus Heuter: daß noch 1382 in der Oberkirche zu Cortrycht 500 Paar güldne Sporen gehangen, die man 1302 nach einem Sieg über die Franzosen bei Gröningen den Rittern abnahm ||

 

[Manuskriptseite 34]

[IIb-16-1789-0272]
Sporen vornehmste Ritterzeichen; Ritter goldene, Knapen silberne; iener bekam sie mit in Sarg; bei der Einkleidung eines neuen Ritters damit angefangen || Den Doktoren der Rechte wurden sie als ein Merkmal adelicher Würde erlaubt. ||

 

[IIb-16-1789-0273]
Der Kaiser sang mit blossem Degen in der Hand an Festtagen das Evangelium ab |

 

[IIb-16-1789-0274]
Unter Karl II. in Engl. Geselschaft wozu nur der der sich einmal duellirt. Der Präsident hatte 6 erstochen und ihr Rang an der Tafel nach der Zahl der Getödtet. An der a. T. sassen die die nur verwundet hatt. Zuschauer. T. I. Disc. 8 | Frank

 

[IIb-16-1789-0275]
Wer bei den Römern den Selbstmord nicht ganz volführte: am Leben gestraft. Der Selbstmörder nicht. |

 

[IIb-16-1789-0276]
In Sachs. und anderen O. wurden Selbstmörder zur Fensteröfnung zum Begräbnis herausgeschaft |

 

[IIb-16-1789-0277]
Die im Zölibat Lebende die meisten Selbstmörder.

 

[IIb-16-1789-0278]
In der Schweiz ist ein grosses reiches Dorf worin in iedem Haus sich 1 umgebracht. Zimmermann Erfahrung II. Th. |

 

[IIb-16-1789-0279]
Der Kaiser hob den 31 Aug 1771 alle Klosterkerker auf. |

 

[IIb-16-1789-0280]
Die Ritter führten eine Frau von gutem Ruf obwol ärmer, über die von schlimmem in deren Gegenwart an die Tafel hinauf. Sainte-Palaye

 

[IIb-16-1789-0281]
Am Pfingstfest wurden gern Ritterwürden gegeben |

 

[IIb-16-1789-0282]
Vor dem Turnier brachte man seine Wappenschild, Helmkleinodien p. in die Klöster, und nach dem Sieg schenkte man die Waffen und das Pferd, deren man sich dabei bediente, in die Kirche |

 

[IIb-16-1789-0283]
Die von Prinzen von Geblüt und von Kronbeamten bewohnten

 

[Manuskriptseite 35]

Häuser in Paris haben das Recht, daß vor ihnen Schranken sind, vielleicht daher weil sie sonst die einzigen waren die in ihren Wohnsizen Ritterspiele und Turniere halten durften |

 

[IIb-16-1789-0284]
Der französ. Hof errichtete bei seinem Aufenthalt zu Roche=Guion kleine Festungen, die man mit Schneeballen angrif und vertheidigte; Die Anführer uneinig und der Herzog von Enguien dabei getödt Thuan l. II. Herr von Rosin lies 1606 bei der Geburt des Dauphins in Eile eine kleine hölzerne Festung bauen, die mit Muth angegriffen und vertheidigt. Thuan. |

 

[IIb-16-1789-0285]
Auf dem obern Theil des Helms befestigte der Ritter die Dänke der Damen, daher kommen die Helmkleinodien, pHelm-odien Wappendekken |

 

[IIb-16-1789-0286]
Der Ritter durfte den a. wenn der ohne Helm war nicht verlezen |

 

[IIb-16-1789-0287]
Einen unbekanten Ritter nante man einen R. im Staub oder Dampf weil er wegen seines Streits dessen überal erregte.

 

[IIb-16-1789-0288]
Perceforest: ein gewisser sezte in der Hize des Turniers stat des verlornen Helms einen weiblichen Kopfpuz auf |

 

[IIb-16-1789-0289]
Dem Gelehrten, der öffentlich Protokolle über die Absichten der Ritter führte, muste ieder seine erzählen und beschwören. |

 

[IIb-16-1789-0290]
Sydenham: nur Knaben und Mädgen von 10 bis manbarem Alter werden mit dem Veitstanz behaftet. in prax. med. exper. - Meist Würmer Ursache wie fast aller Kinderkrankheiten. - Veitstanz dauert 1/2, 1 Tag, selten eine Woche; zu Nacht fast nie.

 

[IIb-16-1789-0291]
Besondere Mitleidenschaft zwisch. Lunge mit den Nieren und Fus sohlen Haut mit Nieren und Därmen Augen mit Zeugungstheil Leber mit Waden. Mezgers Abris der Physiolog. 2te Auflage

 

[Manuskriptseite 36]

[IIb-16-1789-0292]
Read erfand daß Ausdünstung der Kuhställe ausserordentlich gut für Lungensüchtige sei; daher darin schon Vornehme wohnten (in Schweden) Samlung der Aufsäze für praktische Ärzte. 11 B.

 

[IIb-16-1789-0293]
Das Guaniko und Lacma waren die einzigen gezähmten Thiere in Amerika. Herder. 2 B.

 

[IIb-16-1789-0294]
Der erste Menschensiz vielleicht in Kaschmire |

 

[IIb-16-1789-0295]
In Grönland die so warmen Erdklüfte und an a. polaren Länd. |

 

[IIb-16-1789-0296]
Die Luft ist da sehr dephlogistisirt daß sie selbst bei todten Körpern der Fäulnis widersteht. Wilson | Keine giftige Thiere da wegen der Insekten. |

 

[IIb-16-1789-0297]
Sainovic fand die lapländische Sprache der ungarischen ähnl. |

 

[IIb-16-1789-0298]
Die Türken, ursprünglich ein häslich Volk, verschönerten sich da ihnen als Überwindern weiter Gegenden iede Nachbarschaft schöner Geschlechter zu Gebote stand; auch die Korans Gebote des Waschens, der Reinigkeit p. |

 

[IIb-16-1789-0299]
Ausser der 3 Hauptgelübde hat mancher Orden noch ein besonderes: Dominikaner das, Kezer zu bekehren und zu verbrennen - Karthäuser Enthaltung von Fleischspeisen - arabische Mönche Ernährung von blossem Fisch aus Europa - Benediktiner Lokalbeständigkeit und Sittenverbesserung. Briefe aus Noviziat. 3 B.

 

[IIb-16-1789-0300]
Bei den Benediktinern hat die ganze Gemeinde noch die Herschaft zeitlicher Güter, bei den Bettelmönchen nicht - bei keinen das Individuum. |

 

[IIb-16-1789-0301]
Das Benediktiner Kloster treibt durch Kranken= Galgenpaters, Lektores p. viele Messen zusammen u. lieset sovil davon als es kan; die übrigen schikt es an seine ärmeren Ordensbrüder in Italien für das Stük 15 Kreuzer, das es sich in Deutsch. für 30 Kreuzer bezahlen lies. | S. 182

 

[Manuskriptseite 37]

[IIb-16-1789-0302]
Maddalena Pazzi befahl ihren Nonnen, - damit kein Eigenthum - oft, die Hemden gegen einander zu tauschen. |

 

[IIb-16-1789-0303]
Die Iesuiten foderten anfangs eine solche Armuth daß sie den Diebstahl einer Schreibfeder unter die casus reservatos sezten |

 

[IIb-16-1789-0304]
Wenn man bei einem gestorbenen Mönch ein Eigenthum findet: so sols zum Zeichen seiner Verdamnis mit dem Mönch ausserhalb des Klosters unter einem Misthaufen begraben werden. Concilium Trid. cap. ad. monast. de statu monachorum. |

 

[IIb-16-1789-0305]
Gerardus Belga: zur Austapezierung einer Zelle ists genug, wenn der Mönch und ein Kruzifix drin ist |

 

[IIb-16-1789-0306]
Beim Profesmachen wird der neue Mönch in die Kapuze eingenäht, mus sich auf den Boden legen, mit dem Leichentuch bedekt. Todtenlicht. darum und 1/2 Stunde geläutet - weil die Welt abgestorben. |

 

[IIb-16-1789-0307]
Franziskus kroch in einen brennenden Kamin da sich einmal ein Weib näherte - Peter Damiani räth gegen Hurerei steten Durst

 

[IIb-16-1789-0308]
Maddalena Pazzi befahl ihren Nonnen unter dem Korgesang, hinzugehen und die Pflastersteine zu zählen - eine andere, die Ameisen zu fangen - andere zu schlafen. - Antonius lies seine Schüler Wasser schöpfen und wieder weggiessen, Kleider nähen und wieder trennen, sie z imGehorsam zu üben |

 

[IIb-16-1789-0309]
Die alten Mönche, um ihren Obern nichts zu verhehlen, trugen stets eine Schreibtafel bei sich, um alle ihre Gedanken aufzuschreiben |

 

[IIb-16-1789-0310]
Sonst bekam ein Benedikt. 6 Prügel, wenn er ein paar leise Worte geredet, 100 wo man ein Eigenthum fand, 50 wenn man aus Unwissenheit log oder laut redete, bei einem Verweis et sich entschuldigte, 30wenn man im Kor nicht Amen sagte |

 

[Manuskriptseite 38]

[IIb-16-1789-0311]
Bei den Kluniazensern wars Sünde, den Buchstaben gar auszuschreiben oder das Wort gar auszusprechen, wenn der Obere etwas befahl |

 

[IIb-16-1789-0312]
Begehrt man im Kloster einen Seegen von Got: so sagt man: jube Dom Ine benedicere - blos vom Prior oder Prälat; jube Dom ne benedicere. I Unterschied zwischen bd. | 2 B

 

[IIb-16-1789-0313]
Thaleläus hatt sich 10 Iahr in ein Rad eingeklemt daß das Gesicht immer bei den Knien war |

 

[IIb-16-1789-0314]
In einem gewissen Benediktiner Kloster wurde vorgeles. bei der Suppe Schrift beim Ochsenfleisch und Sauerkraut lateinische Geschichten eines Ordens, eines Konzils, Erklärung der Kirchengebräuche bei Kalbsköpfen und Schöpfbraten Predigt und Missionsreisen. Mittags album benedictino Marianum, Abends matyrologium Benedictinum. |

 

[IIb-16-1789-0315]
Sie sangen sonst zu Nachts eine Mette. Iezt dafür mus der Nachbar an die Wand klopfen mitternachts, der klopft wieder p. bis sie alle wach werden; knien dan auf dem Boden und schlafen wieder |

 

[IIb-16-1789-0316]
Das Gesez Benedikts daß nur in Kleidern die Mönche schlafen sollen, halten blos die Novizen |

 

[IIb-16-1789-0317]
Die Brüderschaft vom Skapulier (confraternité du Scapulaire) besteht aus weltlichen Leuten beiderlei Geschlechts; suchen besonders die Ehre der Mutter Gottes, fasten ihretwegen 2 wöchentlich, sagen täglich den englischen Grus. Dessen Zeitung. 10 St. 1786

 

[IIb-16-1789-0318]
Der heftigen Sympathie des Magens mit dem Kopf sind, weil der Magen auf die übrigen Eingeweide mit seinen Nerven wirkt, die Wirkungen der Leidenschaften zuzuschreib. Tissot von den Nerven.

 

[IIb-16-1789-0319]
Nach Kopfwunden entstanden oft wegen der Sympathie Eitergeschwüre in der Leber |.

 

[Manuskriptseite 39]

[IIb-16-1789-0320]
Eben der Sympathie wegen folgt auf Hirnwund oft Unempfindlichkeit des Oberschenkels und Kälte der Hand. | S. 398.

 

[IIb-16-1789-0321]
Die Augen wirken unter allen Sinnen am meisten aufs Gehirn, von ihrer Anstrengung Schwindel Brustbeklemmung Zukkungen; von Verlezung der Augenlieder Epilepsie, Tetanus von diesem Mitleiden mit dem Gehirn kömt daß der Staar p. ders eine Aug befält, auch nachher das a. befält und man braucht nur das zuerst befalne zu heilen, ums andre zu bewahren |

 

[IIb-16-1789-0322]
Cummius: ein Theolog bekam von einer ins Auge zersprungnen Seite solche Empfindlichkeiten daß er zu Nachts die feinsten Striche der Gemälde sahe p. nach der Heilung nimmer |

 

[IIb-16-1789-0323]
Wegen der mitten im Sehnerven liegenden Zentralschlagader sieht man bei Fiebern p. bei iedem Pulsschlag die Gegenstände heller als in der Zwischenzeit dess. |

 

[IIb-16-1789-0324]
Bagliri: Ohrenschmerz kan wegen der Mitleidenschaft mit dem Gehirn in 24 Stunden tödten. Von gewissen Geräuschen Zähnklappern daß die Zähne ausfielen, und eben wegen dieser Mitleidenschaft des Ohrs und Gebisses Zahnschmerzen durchs Ohr heilen ||

 

[IIb-16-1789-0325]
Pechlin: wegen der Mitleid. des Gehörs und Magens bekam ein General vom Berühren seines Ohrs Erbrech. - daher dieses oft von Musik. |

 

[IIb-16-1789-0326]
Tissot kante einen Man von Verstand, den das Anrühren eines alten in Leder gebundenen Buches od. das Gehen in einem davon vollen Zimmer purgirte, wegen des Geruches. Und doch must er seines Amts wegen es thun. | S. 417.

 

[IIb-16-1789-0327]
Aepfel aus Syrien, Ägypten p. - Birnen Alexandria Syrien Griechenland - Feigen Asien - Granatäpfel Karthago - Kastanien von Kastania in Magnesien zu Mazedonien gehörig - Kirschen aus Ceresunt in Pontus - Mandeln aus Asien nach Griechenland - wälsche Nüsse aus Persien Pflaume Armenien und Syrien - ie nordl. desto minder Früchte.

 

[Manuskriptseite 40]

[IIb-16-1789-0328]
In den mitternächtlichsten Gegenden Europas keine Bäume, desto sonderbarer die Menge Lerchen= und Tannenbäume die das Nord und Eismeer an den Strand wirft |

 

[IIb-16-1789-0329]
Holz in Deutschland seit 100 Iahren 8, 10 mal theuerer geworden |

 

[IIb-16-1789-0330]
In Holland wirds zum Theil nach dem Gewicht verkauft |

 

[IIb-16-1789-0331]
In England brent man Farrenkraut, auf den schleswigischen Inseln getrokneten Küh= im bündnerischen Thale Avers Schafmist, im Urseler Thal und aufm St. Gothardsberg Alprosen und etwas **uBreusch, in der Provinz Schonen Stroh Rasen; Breslau Distelnoder Klettensträuche Erdäpfelstauden - IslandFischgräten - In Apulien dürren Büffelkoth |

 

[IIb-16-1789-0332]
Iunge Tanzapfen in Zukker eingemacht; Brantewein daraus gemacht |

 

[IIb-16-1789-0333]
Man hält den nördlichen Leinsamen darum für so gut für südliche Länder, weil der kälteren Lands in ein wärmeres gesäet, bessern Flachs zeuge. Iusti: allein bei uns eben so guter, wenn man ihn nur ein Iahr in Knoten liegen lässet eh man ihn säet |

 

[IIb-16-1789-0334]
Gewöhnlich fallen und kommen die gleichen Zähne an beiden Seiten heraus. Tissot.

 

[IIb-16-1789-0335]
Die Entzündung des Zwergfels wirkt eher als iede a. aufs Gehirn bis zum Irrereden |

 

[IIb-16-1789-0336]
Rosa: ein Freund von ihm fieng auf einmal auf dem Land von der Hölle zu reden an, glaubt in ihr zu sein um zu sehen wie er sich in Zukunft darin befinden würde - brach Champignons weg, heil, obgleich der Eindruk lange blieb. |

 

[IIb-16-1789-0337]
Magen grosser Einflus auf Augen. Galen, Lomm, Forest: vom Unverdaulichen oft der graue Staar. Daher vielleicht

 

[Manuskriptseite 41]

die sich zu volkommener Schwindsucht gesellende Blindheit. | Die erste Wirkung der Belladonna Blindheit. Whytt: eine Frau sah nach Säuere im Magen alles durch einen dikken Nebel, heil durch Vomiren. |

 

[IIb-16-1789-0338]
Lorry: die nach dem Takt sich bewegende Leibesübung kan länger fortgesezt werden als die ohne Musik; und der Marschal von Sachsen habe bemerkt: die Soldaten ermüden minder beim Marsch wenn dazu getrommelt wird | die Iäger: eine Iagd wo viele Hunde bellen ermüdet minder als eine stille |

 

[IIb-16-1789-0339]
Ulyss und Agamemnon liessen bei ihrer Gemahlin die Tonkünstler Phämius und Demodokes zurük, die Keuschheit derselben durch Vorspiel in dorischer Manier zu sichern |

 

[IIb-16-1789-0340]
Die dorische Manier war zu ernsthaften und religiösen Gesängen bestimt - phy phrygische machte rasend - lydische klagend - äolische verliebtund vergnügt |

 

[IIb-16-1789-0341]
Kanzler Morus stilte mit Musik die üble Laune seiner Frau |

 

[IIb-16-1789-0342]
Goudimel im 16. Iahrhundert spielte beim Vermählungsfest des Herzogs von Ioyeuse so d* inphrygischer Manier, daß einBeistehender sich durchaus mit einemandern schlagen wolte - fieng aber inder hypophrygisch. an u. dadurch wiederruhig. Bayle. Goudimel. |

 

[IIb-16-1789-0343]
Da Amurat IV ein Cembalospiel mit zum Tode verurtheilte: spielt' er so daß er und seine Freunde begnadigt wurden und der Kais. weinte. Haller. T. V |

 

[IIb-16-1789-0344]
Richard Mead: ein Hund wurde bei einem ihm unangenehmen Ton oft wiederholt unruhig, Zukkungen, Tod. |

 

[IIb-16-1789-0345]
Den Iustus Lipsius machte alle Musik traurig |

 

[IIb-16-1789-0346]
De Sault in Bourdeaux brauchte glüklich sie bei Hundsbis,

 

[Manuskriptseite 42]

empfahl sie bei Schwindsucht |

 

[IIb-16-1789-0347]
Ein Arzt heilte eine über die Unbeständigkeit eines Liebhabers Närrische indem er Tonkünstler in ihr Zimmer führte, die täglich 3 mal passende Stükke spielten; so ein Organist vom Delirio durch ein Konzert heil |

 

[IIb-16-1789-0348]
Die Amerikaner bedienen sich, zur Entfernung der Furcht und zur Belebung der Kräfte, der Musik bei allen Krankheiten Encyclopéd. T. 10 |

 

[IIb-16-1789-0349]
Dodart: ein Tonkünstler hatte so lang das Fieber nicht als das Konzert dauerte, und nicht das Irrereden die bei ihm wachenden Verwandten musten zu Nachts vor ihm tanzen und singen und selbst das elende Gassenlied der Wärterin wirkte ein wenig, heil durch 10 musikalische Tage | histoire de l'acad. royale des Sciences 107.

 

[IIb-16-1789-0350]
De Sauvages: einer erleichterte sich seinen heftigen Kopfschmerz durch Trommeln vorm Bet |

 

[IIb-16-1789-0351]
Schaarschmidt: ein Iüngling bekam Epilepsie wenn er in der achten Woche Musik hörte, dazwischen nicht |

 

[IIb-16-1789-0352]
Res sacrae gehörten nur den Göttern, keinem Menschen, konten also nicht verpfändet veräussert oder sonst zu einem profanen Gebrauch gebraucht werden; fiel ein heiliges Gebäude ein p., doch der Plaz noch heilig; der nur wennein Ort von Feinden erobert, so war derTempel, Altäre p. nimmer heilig. Höpfner

 

[IIb-16-1789-0353]
Der Ort, wo ein Todter gelegen, so lang he religiös bis die Ascheund Gebeine durch pontifices weggebrachtwurden |

 

[IIb-16-1789-0354]
Das kanonische Recht zählt unter res religiosas nicht nur Gräber und Todtenäkker | daher diese mit Weihwasser benezt, und unter der geistlichen Iurisdikzion des Bischofs ) sondern auch wilde Stiftungen, Hospitäler, Waisen= Armenhäuser |

 

[IIb-16-1789-0355]
Im Gehirn 1 die Bewegung von der Respirazion und 2 die von den Arterien der harten Gehirnhaut. Mekels Physiologie

 

[Manuskriptseite 43]

[IIb-16-1789-0356]
Die 2 Seitenhölen oder Kammern enthalten das Adergewebe (plexus choroideus), die gestreifte Hügel (corpora striata), die Betten der Sehnerven (thalami nervor. opticorum) die Zirbeldrüse p.: zwischen ienen liegt die 3te nach vorne, die sich durch eine Klappe nach hinten in den 4ten, die sich endl. durchs Rükkenmark bis an den Pferdeschwanz erstrekt. |

 

[IIb-16-1789-0357]
Nerven 1 Gehirnnerven, 2 Rükken= 3 aus beiden kommende Nerven. Der erstern 9 Paar. 1. Die Geruchnerven, aus den Sylviiusschen Gruben entstehend, in die Schleimhölen des Siebbeins gehend. |

 

[IIb-16-1789-0358]
Zweite Paar Sehnerven Nezhaut des Augs bildend, aus dem Bett in die vodern Hirnhölen 3te aus den Schenkeln des Hirns vertheilt sich wie das aus den Fortsäzen des kl. H. entstehende 4te in die Augenhöle. |

 

[IIb-16-1789-0359]
Das 5 aus der Varols Brükke theilt sich in 3 Äste, der erste in der Augenhöle, 2te in der obern Kinbakke, 3te untern. 6te aus dem verlängerten M. in den Augenhölen. |

 

[IIb-16-1789-0360]
7te Paar begreift den sogenanten harten Ast der sich ins Gesicht vertheilt, und den weichen, ins Ohr. 8te oder schweifende Paar in die Eingeweide 9te in der Zunge, beide ausm verlängerten Mark. |

 

[IIb-16-1789-0361]
Die Rükkenmarksnerven in 1) acht Paar Hals= 2) zwölf P. Rükken= 3) fünf P. Lenden= u. 5 P. heiligen= Nerven. Alle kommen aus einer doppelten Wurzel, die zusammenfliessend in ihrem Ausgang aus der Wirbelhöle einen Knoten (Ganglium) bildet und wieder 2 Äste giebt |

 

[IIb-16-1789-0362]
Unter den Nerven vermischter Arten sind die Interkostal= oder grossen sympathischen Nerven die merkwürdigsten, liegen längst dem Rükgrad an der Seite der Körper der Wirbelbeine, kriegen Zweige aus allen Rükkenmarksnerven und anastomisiren im Hirnschädel mit dem 5 und 6ten, ausser denselben mit dem 7, 8, 9 Paar der Gehirnnerv. Dazu gehören die Zwerchfelnerven, die zum 8ten Paar laufenden, und die Unterleibsnerven (N. Splanobnici) |

 

[Manuskriptseite 44]

[IIb-16-1789-0363]
Ordalium, Urtella, Ardalium, Ordel, Gades Ordel, Gottes Urtheil kam von den Zelten zu den Deutschen Langobarden Gothen Engländern 1) durch Kampf= oder Kolbenrecht {Wehrding} - besonders in Hall in Schwaben, wo man auf 3 malig. Bitten in der Stadt auf dem Markt diese Erlaubnis bekam, ein ieder Duellant eine Bude worin er mit den 2 stipatoribus war, neben iedem Leichenbahr =tuch =lichter und was dazu gehörte, beichteten, Herold verbot einem durch Wink, Zuruf p zu helfen bei Strafe der abzuhauenden rechten Hand und linken Fus - Thore zu, Besazung heraus, Gassen mit Ketten geschlossen - keine Weiber u. keine Knaben unter 12 Iahr durften dabei sein - wer sich verwundet ergab, infam auf immer, durft auf kein Pferd mehr und unter kein Rasirmesser, (immer Bart) keine Waffen und Ehrenstelle führen. Getödtete rühmlich begraben. Schottelii kurzes Traktat von unterschiedlichem Recht in Teutschland. 1671 Wolfenbüttel. War also eine Frau der Mansvergiftung verdächtig: must' entweder ihr Verwandter als cumpio, oder sie selbst glühende Pflugschaar. Man reinigte sich damit von Todtschlag, Raub, Mordbrand; der ders abgeläugnete Depositum wiederwolte |

 

[IIb-16-1789-0364]
1) Wenn ein Knecht sich für frei ausgab: kont der Herr ihn durch Kampf widerlegen mit ihm. nach Otto imperator: leg. Longob. l. II.T. LV. c. 39. | Fürst duellirt mit Fürst um Länder und (wie der dänische Harald) Bräute; oft nach langen Kriegen überliessen sie wie Kanut und Edmund in Engl. die Entscheidung einem Duel. |

 

[IIb-16-1789-0365]
2) Durch Feuer indem man ein glühendes Eisen in der Hand trug, oder eiserne glühende Handschuh anzog, Kohlen in Busen schüttete, mit blossen Füssen durchs Feuer oder über Pflugschaar gehen. Poppo bekehrte durch unschädliches Anziehen der Handsch. die Dänen zum Christenth. - Das Eisen wurde vorher gesegnet und beschworen vom Priester, Got möchte dadurch die Unschuld offenbaren. |

 

[IIb-16-1789-0366]
3) Durch Wasser, kaltes (mit Obenschwimmen) od. heisses. 3) Durch Wasser, kaltes (mit Obenschwimmen) od. heisses.] Absätze 1), 2) 3) in ein gemeinsames DIV-Tag stecken!

 

[Manuskriptseite 45]

[IIb-16-1789-0367]
Geschah beides (des Wassers und Eisens) Heismachen in der Kirche; die Zeug. u. a. musten nüchtern und ohne nächtlichen Beischlaf sein |

 

[IIb-16-1789-0368]
Die alten Deutsch. warfen ein Büschel Kornähren in der rechten Hand in der Kirche in die Höhe u. riefen Got und die Engel zu Zeugen an. |

 

[IIb-16-1789-0369]
Sonst schwur man alle Eide in Kirchen

 

[IIb-16-1789-0370]
Wenn beider Theile Zeugen nicht Recht geben wolten: erlas aus letzteren sich ieder einen, der beim Prügeln gegen den a. erlesenen focht; wer überwunden, dem wurde wie allen übrigen Zeugen als meineidig die rechte Hand abgehauen |

 

[IIb-16-1789-0371]
Die mit 30,000 Pfund uns drükkende Luft verliert oft bei leichterer Luft 3000 ohne unsere Empfindung. Mekel.

 

[IIb-16-1789-0372]
Die Elektrizität ist bei Lähmungen der Vergolder besonders nüzlich - am nüzlichsten bei schlaffen Temperamenten, nicht bei reizbaren; blödsinnige Kinder damit geheilt von Mauduit - von ihr und Gewittern Taube heil. Ihre Wirkungen haben einige Ähnlichkeit mit denen des Zorns. Folgl. schädlich bei hysterischen und konvulsivischen, gut bei Eschlaffung der Faser und Verschleimung | Tissot.

 

[IIb-16-1789-0373]
Gegen die Dörsucht Reiben herlich |

 

[IIb-16-1789-0374]
Reiben thut alle Wirkungen einer Leibesübung, gegen Fettigkeit, mehrt Ausdünstung am stärksten, gegen Verschleimung, gegen Schmerz - Valsalla stelte dad einer Kranken durchR. des Stirnnerven über den Augbraunnervenwieder her das Gesicht - Asklepiades und Alphonsus de Sancta Cruce besänftigte Raserei- das R. der Nervenstämmeihren Schmerz, zum b. gegenhysterisches Aufblähen des Magens an demRükgrat |

 

[IIb-16-1789-0375]
Reiben am besten früh und nüchtern, bei schwachen und schleimigten Menschen, Weibern, Kindern und kakochymische Alte. Im Herbst Winter und Frühling nöthiger als im Sommer |

 

[IIb-16-1789-0376]
Mohnsaft ein algemeines krampflinderndes, schweistreibendes Mittel, am besten bei Versezungen auf die Nerven gebraucht |

 

[Manuskriptseite 46]

[IIb-16-1789-0377]
Auf der Ebene verdauete der Bergbewohner die auf dem Berg verdaueten zähen, schleimigen, milchartigen Nahrungsmittel nimmer |

 

[IIb-16-1789-0378]
In Spanien schäzte man bisher den Werth des Golds 16 mal höher als des Silbers, Deutschland und Schweiz 15, Savoyen 14 4/5, Holl. 14 2/3, Engl. 14 3/5, Frankreich 14 9/19. Büschings Vorbereitung. p

 

[IIb-16-1789-0379]
Das Cementkupfer entsteht durch Kupferwasser, das in Bergwerken von den Seiten der Gruben oder aus der Erde quilt und worein man das Eisen legt, dessen Theile es auflöset und Kupf in 2, 3, Woch. ist es Kupfer. Läst manszu lang darin: zerfälts in Kupferpulver. |

 

[IIb-16-1789-0380]
Giebt zwar einige Stahlgruben im Elsassischen, Helvezien und in Piemont; aber das meiste entsteht d. Schmelzen und Abkühlen des Eisens |

 

[IIb-16-1789-0381]
Die Ausfuhr ganz reinen Zins ohne Bleizusaz in Engl. verboten. |

 

[IIb-16-1789-0382]
Spanien verbesserte seine Schafe durch afrikanische Widder, Engl. durch span. - spanische S. sind klein; ein engl. von der grossen Art giebt iährlich 5 bis 9 Pfund Wolle, wenigstens also 5 mal so vil als ein deut. |

 

[IIb-16-1789-0383]
Alle angewachsene Perlen sind undurchsichtig, nur freie sind weis. |

 

[IIb-16-1789-0384]
Der schönste Honig kömt vom Gebirg wo die Bienen vielleicht blos Blumen besaugen |

 

[IIb-16-1789-0385]
In guten Ländern machen die Bürger 1/3, Landvolk 2/3 aller Einwohner aus. Süsmilch |

 

[IIb-16-1789-0386]
In mach. Ungarn machen dieKatholiken obgleich alsdie herschende Kirche nur den 4ten Theilder Einwohner aus. |

 

[IIb-16-1789-0387]
In Polen haben Kirchen und Klöster über 2/3 aller Ländereien, im Königreich Neap. 4/5. |

 

[Manuskriptseite 47]

[IIb-16-1789-0388]
Zu Neustadt an der Dosse kostet ein Spiegelglas von 1 Elle hoch 10 Reichstaler, von der nächsten halben Ell ieder Zol 1 Reichstaler, von 1 1/2 Elle ieder 2 Reichstaler, u. so steigt der Preis nach 5, 10 fachem Verhältnis, bis zu 1500 Reichstalern u. 100 p Zollen |

 

[IIb-16-1789-0389]
Im Durchschnit braucht ieder iährlich wenigst. 5 Reichstaler Fabrikwaaren |

 

[IIb-16-1789-0390]
Von den 300 Arten 4füssiger Thiere und 1500 Vögelarten hat der Mensch nur 19, bis 20 zu Hausthieren zu zahm gemacht. Büff. Epochen der N. 2 B.

 

[IIb-16-1789-0391]
Lippen, noch mehr Zunge Mitleidenschaft mit Magen und ersten Wegen. Von Unrath im Magen Stumheit. Tissot von den Nerven.

 

[IIb-16-1789-0392]
Guinée weil von dem durch die afrikan. Handelsgeselschaft in London zuerst na* aus Guinea gebrachtenGold die Münze geprägt wurde. Büsching

 

[IIb-16-1789-0393]
Bei den alten Deutschen hies ein mit Mauern begabter Ort Burg, die Einwohner Bürger. |

 

[IIb-16-1789-0394]
Hippokrates: die Gebärmutter eine Ursache von 600 Übeln T.

 

[IIb-16-1789-0395]
Amatus von Portugal, Thomas Bartholin: viele müssen nach dem Beischlaf niesen |

 

[IIb-16-1789-0396]
Eine Deutsche vomirte, so oft sie aus dem Schlaf gewekt wurde |

 

[IIb-16-1789-0397]
Mitleidungen viel algemeiner und häufiger bei zärtlichem Nervensystem als a. |

 

[IIb-16-1789-0398]
Die Ausrüstung eines Fusgängers kostet 25 Reichstaler, Dragoners und Husar 85 bis 90 Reichstaler, Kürassiers 100 Reichstaler. Büsching.

 

[IIb-16-1789-0399]
Die Generalität ungerechnet kosten im Frieden °~°

 

[IIb-16-1789-0400]
1000 Man zu Fus, zu Pferde

 

[IIb-16-1789-0401]
Spanien 62500 171875 Reichstaler.

 

[IIb-16-1789-0402]
Österr. 50000 100000

 

[IIb-16-1789-0403]
Preussen 48508 57450

 

[IIb-16-1789-0404]
Dänemark 50530 51290 | tabellarische Anordung siehe Abbildung

 

[Manuskriptseite 48]

[IIb-16-1789-0405]
In Frankreich rechnet man auf eine iede 4 pfündige Kanone 3 Man, einen Konstabel, einen Matrosen und einen Soldaten, 6 pf. 5 Man, 8 pf. 7 Man, 36 pf 15 Man - England und Holland auf iede Kanone einen Man weniger |

 

[IIb-16-1789-0406]
Ein englisches Schif von 100 Kanonen kostet (ohne Geschüz und Kriegsvorrath 213,318 Reichstaler zu bauen, 20 K. 22,260 Reichstaler - In Spanien kostet ein Kriegsschif von 60 Kanonen während einer Reise von 6 Monaten 43125 Reichstaler. |

 

[IIb-16-1789-0407]
Die Ägypter räumten den Kazen bei ihren Schmäussen den Ehrenplaz ein. Modejourn. 89. Iul.

 

[IIb-16-1789-0408]
Zu Mez wird iährlich eine Kaze zum Andenken verbrent daß eine zu verbrennende Hexe sich darein verwandelt |

 

[IIb-16-1789-0409]
Arabische Sage: im Kasten Noah schlug Noah dem Löwen auf die Nase, nieste und entstand daraus die erste Kaze |

 

[IIb-16-1789-0410]
Die Harpfenspielerin Düpuy verdankte ihre Kunst ihrer Kaze, die Zeichen von starker oder kleiner Rührung gab nach der Volkommenheit ihres Spiels - vermachte ihr eine Wohnung in der Stadt u. eine aufm Land u. Personen Legate, wenn sie die Vormundschaft darüber übernähmen |

 

[IIb-16-1789-0411]
In Indien tragen die Weiber Schlangen als Schoosthiere zur Abkühlung im Busen - die Damen von Lima führen eine gewisse Eidexe an goldenem Ketgen bei sich, sie schläft im Blumenstraus an ihrem Busen |

 

[IIb-16-1789-0412]
Vor ein Paar Säk. waren mit Bändern gepuzte Schweingen die Schoosthiere der Italienerinnen |

 

[IIb-16-1789-0413]
Ein armer Gelehrter brachte einige Zikaden in Bauern nach Tsehang=egan zum Verkauf - vorher verhast, iezt Mode - man errichtete einen Hofcharg., den Gros=Zikaden=

 

[Manuskriptseite 49]

meister der den Hof beständig mit allen Arten von Zik. versehen muste - gemalte, goldne und edelsteinerne. |

 

[IIb-16-1789-0414]
In Rom kostete eine Nachtigal soviel wie ein Sklave, Kaiserin Agrippina gab für eine weisse 15000 Reichstaler - in Gaskogne den Ortolanen an Geschmak gleichgeschäzt |

 

[IIb-16-1789-0415]
Die amerikanischen Wild. lassen das Blut eines Frosches tropfenweise in die Stellen der ausgerisnen Federn des iungen Papag. fallen; die nachwachs. bekommen neue Farben |

 

[IIb-16-1789-0416]
In Rom kostete einer mehr als ein Sklave, in silbernem elfenbeinernem Käficht |

 

[IIb-16-1789-0417]
Ein Grieche, da ein Hund beim vorigen Brand in Konstantinopel sein Kind gerettet, schlachtete ihn sogleich aus Dankbarkeit, damit er nicht von Würmern sondern Menschen gegessen werde. |

 

[IIb-16-1789-0418]
In Paris mus eine Dame beim Spaziergang ein Hündgen am Händgen oder frei neben sich laufen lassen; wer keines hat: miethet sich am Eingang der Spazierpläz eines auf 1/2 Stunde; man fährt nie über den pontneuf ohne daß einem kleine Hunde zum Kauf oder Miethe in den Wagen gereicht werden. |

 

[IIb-16-1789-0419]
Unter den Vorhöfen des Palais-royal Verkauf von Schooshunden, Löwenhunde mit blos aufgeklebten Mähnen; nach dem Kauf vergiften sie, wendet man den Rükken, das Thier damit man ein neues kaufe - manche nähren sich vom Stehlen der Hunde, um sie dem Hern, gegen die Belohnung in den öffentl. Blättern, wiederzubringen |

 

[IIb-16-1789-0420]
Andere nähren sich vom Scheeren der Schooshunde: Thomas einen Ruf durch eine falsche Interpunkz. seines Aushängeschilds: Thomas tord les chiens et sa femme; vat en ville. Ein Arzt blosser Schooshunde erwarb ein Vermögen von 12000 Livres iährlicher Renten |

 

[IIb-16-1789-0421]
Gerade am 2 Pfingsttag, nicht eher oder später, legt man in Paris die Sommerkleider an |

 

[Manuskriptseite 50]

[IIb-16-1789-0422]
Robes àla reunion: ihre Form kan man in einem Augenblik in parure, oder demiparure oder negligé verändern. |

 

[IIb-16-1789-0423]
In den Bädern Antonius Plaz für 1600, Dioklezians 3200 M. |

 

[IIb-16-1789-0424]
Zween Zweige einer Vene, Arterie sind zusammengenommen weiter als ihr Ast, daher das Blut bei iener immer enger, bei dies. weiter wird. Mekel.

 

[IIb-16-1789-0425]
Im Ganzen vertheilen sich die Venen in mehrere Zweige als die Arterien |

 

[IIb-16-1789-0426]
Die Venen sind stets von ungleich grösserer Weite als ihre beilaufenden Arterien, wie 9 - 4, nur bei den kleinsten Gefässen minderer Unterschied | Daher in d. Venen auch der grössere Theil des laufenden Bluts |

 

[IIb-16-1789-0427]
Klappen der Venen selten dreifach, sind nicht in denen des Hirns, Lungen Leber Nieren Mutter Därme und überhaupt in denen nicht, die minder als eine Linie zum Durchschnit haben.- Mehr Anastomosen oder Mündungen bei den V. als A. |

 

[IIb-16-1789-0428]
Rolfink schikte beim Druk eines Büchelgens Manuskripte die kein Man tragen konte in die Buchdrukkerei weil ieder Buchstab daumengros war. Paravicini singularia de viris claris Ant 3.| Cent. I . 2.

 

[IIb-16-1789-0429]
Simon Thurväjus, Engl., lies sich im vergessenden Alter die Buchstaben von seinem Sohn wieder lehren 1201. || 9.

 

[IIb-16-1789-0430]
Hermanus Kontraktus und Albertus Magnus waren dum und erlangten durch Gebet ihre Gelehrsamkeit || 19

 

[IIb-16-1789-0431]
Pikus Mirandula schrieb seine Bücher mit Chiffern, war nach seinem Tode nicht zu lesen || 21 so mit Spanheim. 46

 

[IIb-16-1789-0432]
Kujazius studirte nur vormittags, nachmittags Vergnügen. || 22

 

[IIb-16-1789-0433]
Scioppius: Manuzius brachte einen im Frühling angefangenen

 

[Manuskriptseite 51]

Brief im Herbst zu Ende, lies zwischen ieder Zeil 4 Finger breit Raum zum Einkorrigieren || 30

 

[IIb-16-1789-0434]
Cortesius ein Jurist in Padua befahl daß man bei seinem Tode das Haus mit Blumen zierte, seiner Leiche Iüngl. und Mägdgen mit grünen Zweigen folgten und lustige Gesänge. | 39

 

[IIb-16-1789-0435]
Puteanus samlete gierig alle Bücher, von seinen eigenen besas er kein Exemplar. 40

 

[IIb-16-1789-0436]
Den Erigma tödteten in Oxfort seine Schüler da er die Messe tadelte, mit Griffeln (graphiis) | 44

 

[IIb-16-1789-0437]
Witsius, berühmter Theolog, selbst: er kenne die gangbaren Münzsorten nicht. ||48

 

[IIb-16-1789-0438]
Delrius, fast alle Sprachen redend, spielte nach Doktorhut u. Druk vielerBücher mit Knabenöfentlich in publico ludoversabatur.- schob sich auf seinem mitRädern gemachten Stuhl und Pultmit dem Fus in derBibliothek herum worein er sich vergrub, starb 1608 | 59

 

[IIb-16-1789-0439]
Ioseph Skaliger auswendig in 4 Monaten alle griechischen Poeten. || 82

 

[IIb-16-1789-0440]
Poggius, Florentiner, rettete und fand den Quintilian in der Bude eines salsamentarii. Cent. II. 12.

 

[IIb-16-1789-0441]
Philelphus strit mit einem Griechen Thimotheus über das Maas einer Sylbe um den Preis des Barts und siegte ihm ihn wirklich ab. || 18

 

[IIb-16-1789-0442]
Pomponius Lätus, (da er in Rom vor der Morgenröthe las: kam der Auditor schon zur Mitternacht) lernte kein Griechisch um nicht das Latein zu verderben; stammelte im Reden, nicht im Beten und laut Lesen. Paul Tovius in elog. || 28

 

[IIb-16-1789-0443]
Johannes Pikus schlug in Rom 900 Conclusiones zur Vertheidigung u. bezahlte die Reisekosten weit. Opponenten, siegte. Perroniana. || 29

 

[Manuskriptseite 52]

[IIb-16-1789-0444]
Erasmus fühlte sogar am Körper Antipathie gegen Lügner, keine seiner Schriften und sein Gesicht selbst gefiel ihm nicht und lies sich schwer malen || 38

 

[IIb-16-1789-0445]
Bembo; der nichts schrieb, was nicht Zizero gebrauchte: das Latein, das er könne, gäb er nicht für das Herzogthum von Mantua. || 42

 

[IIb-16-1789-0446]
Cölius Calcagninus lies sich in seiner Bibliothek begraben; aus Ferrara. || 67

 

[IIb-16-1789-0447]
In Pavia fodert man Almosen unter dem Thor durch Vorhaltung einer Schüssel worin ein Todtenkopf ist. Keyßlers Reis. Auszug. 1779

 

[IIb-16-1789-0448]
Bei Andrea's Doria's Gastmahl für die Spanier wurde alles goldene und silberne Tafelservice in den See geworfen; aber ums Schif waren heimlich Neze gezogen |

 

[IIb-16-1789-0449]
Die Patres Oratorii zu Genova erlauben auf dem *t ihnen gehörigenGarten Sontags zu spielen Dame Billard Schach um AveMaria und andere Gebete. Der Verlierende mus hernachvor einem dasizenden Marienbild niederknien u. esabbeten. |

 

[IIb-16-1789-0450]
Anastomose des Asts des fünften Nervenpaars mit dem 3, 4ten mit einem Ast des 6ten; -, Zungenast mit dem 9, mit Ast des 7ten Paars, - Anostomose des Ohrnasts mit einem Ast des harten Nerven und einem Ast des 2ten Paars der Halsnerven hinter dem Kondylus der Kinlade - die harten Nerven mit den Ästen des Interkost., die die Schlafschlagader u. die anderen Äste der innern Hauptschlagader begleitet u. mit den Luftröhrenkopf= u. Zungenschlundästen des herumschweifenden Paars - 8tes Paar mit 9tem - 9 mit 1,2,3,4 Halsnervenpaar - aus den Anast. zwischen dem Muskelhautnerv und dem Median, dem Kubital, und dem innern Hautnerven entstehen bei Fingerkrankheit grosse Zu

 

[Manuskriptseite 53]

fälle; daher Camper: alle Muskeln die zu einerlei Verrichtung beitragen, erhalten ihre Nerven von einerlei Ursprung, dah. bei Koliken von Poitou die Muskeln des Daumens so leid. - Der obere Halsnervenknote A mit den 4 ersten Halsn.; 8 und 9 der Gehirnn., mit dem zurükl. N., untere Kinbakkenn., giebt den ersten Herznerven - plexus coeliacus besteht aus Ästen des Interkost. u. des herumschweif. Paars. Tissot.

 

[IIb-16-1789-0451]
Auch langwierige Krankheiten haben wie hizige, 3 Perioden, die der Rohheit der Krankheitsmaterie, der Kochung derselben (d.i. wird zur Ausleerung zubereitet), der Ausleerung oder Krisis.- die Krisis mus nur nach der Kochung sein. Ist eine Versezung der mat. pecc. wenn sie roh oder gekocht ist: so erfolgt stat der einen Krankheit eine a., Eitergeschwür im Hals ändert sich zu einem in der Lunge. |

 

[IIb-16-1789-0452]
Die Haut machte die Natur schwächer, damit die Versezungen dahin geschehen - mus vom wichtigen Theil auf ein unwichtiges geschehen, nicht umgekehrt. Viele fehlen, daß sie vor erfolgter Kochung zB bei Lähmung u. vor der rechten Beschaffenheit des Absonderungswerkzeugs Purgir. schweistreibende und Blasenpflaster u. a. die Krisis befödernde Mittel geben |

 

[IIb-16-1789-0453]
Hippokrates: epid. II. sect. 5 Die Blindheit, Hüftweh, Hodenschmerz und Brüsteschwellen heilen die Epilepsie |

 

[IIb-16-1789-0454]
Der h. Laurentius bat den Tyrann von der an ihm schon gebratenen Seite ein Stük abzuschneiden u. ihn umzuwenden damit die a. Seite auch gar werde. Winkops Hartungus. 1 Band

 

[IIb-16-1789-0455]
P. Amtman oder bursarius (weil er die Börse hat) oder Kelner berechnet die Einkünfte des Klosters und besorgt die Ausgaben. |

 

[IIb-16-1789-0456]
Wer täglich seine 3 Klostergelübde erneuert (d.i. ein grosses Gebet hersagt) bekömt volkommenen Ablas. Innozenz II gab allen die nach abgebeteten Brevier ein gewisses sacrosanctae et indi

 

[Manuskriptseite 54]

viduae anfangendes Gebet rezitiren einen Ablas der im Abbeten des Breviers begangenen Sünd. |

 

[IIb-16-1789-0457]
Vor Ablegung der Gelübde darf kein Novize nicht von der Welt und ihren Begebenh. erfahren, aber nachher |

 

[IIb-16-1789-0458]
Die Tage wo sich die Messe mit laetare anfängt (4 Sontage in der Fastenzeit) Iubilate (3 S. nach Ostern) cantate und die Hochzeit zu Kana, werden in Klöstern auch lustig verbracht |

 

[IIb-16-1789-0459]
Viele Mönche machen mit Nonnen geistliche Brüder= und Schwesterschaften, verloben und verehlichen sich geistlicher Weise. Der Mönch verschaft der Nonne Kaffee, Viktualien und Geld; sie säumet zeichnet und näht die Wäsche desselben. Ia oft darf sie mit keinem anderen Mönch und er mit keiner anderen Nonne reden; ihre Besuche dürfen durch niemand gestört werden. |

 

[IIb-16-1789-0460]
Alle Mönche und Nonnen müssen Abends sich erforschen wie sie den Tag verbracht. Iene fragen sich, wie vil sie Rosenkränze, wie viel Küsse der Maria, wie oft auf die Erde geworfen, diese, ob sie den Koffe für den heiligen Vater stark gemacht, dessen Wäsche gut gestärkt |

 

[IIb-16-1789-0461]
Der Prälat straft neue Bücher bei Mönchen mit Suspension d.i. er darf keine Messe lesen, im Kor zulezt stehen, bei Tisch auf der Erde Wasser und Brod geniessen |

 

[IIb-16-1789-0462]
Der Beichtväter wegen werden wöchentl. die Patres zusammenberufen und iedem ein Sündenfal vorgetragen mit der Frage, was er thät wenn man ihn ihm beichtete; heist conferentia casuum oder circulum |

 

[IIb-16-1789-0463]
Benediktiner können ie von der Gnade 1) das thomistische, 2) Augustin. oder 3) iesuitische System zu glauben wählen |

 

[IIb-16-1789-0464]
Salmasius brachte da er in die Heidelberger Bibliothek kam, alzeit die 3 Nacht ohne Schlaf zu. Cent. ii. 70.

 

[IIb-16-1789-0465]
Postel im 16 Säkulum gab sich in Venedig für vom Tode

 

[Manuskriptseite 55]

auferstanden aus, wäre wieder veriüngt indem er den Bart geschwärzt und sich geschminkt; seine venezianische Hure sei die Erlöserin der Weiber, wie Christus der Männer || 75

 

[IIb-16-1789-0466]
Die mongol. Völker ein ausserordentlich feines Gehör, daher die Sinesen blos 330 Sylben in ihrer Sprache, die sich durch 5, p Akzente unterscheiden damit man nicht Bestie statt Herr sage - 80,000 zusammengesezte Karaktere. Herder. 3 B.

 

[IIb-16-1789-0467]
Liebe der Sines. für Goldpapier, Firnis u. saubere Handschrift, | Has gegen Bäumeeinimpfen |

 

[IIb-16-1789-0468]
An Ufern der Ströme und Küsten des Meers die meiste und belohnteste Thätigkeit | u. grösten Städte (Ninive, Babel, Seleucia Palmyra) |

 

[IIb-16-1789-0469]
Die Religion, die Zoroast. oder Zerduscht, von Darius Hystaspis unterstüzt, den Persern gab, war Nachahmung der persischen Regimentsverfassung: wie 7 Fürsten um des Königs Thron, so 7 Geister vor Got - Fürst der Finsternis Ahriman, Feind von Persien - die religiös. Gebote sind politisch, empfehlen Akkerbau, frühe und fruchtbare Ehen, Verehrung des Königs p. |

 

[IIb-16-1789-0470]
Hiengen die 3 Welttheile zusammen: so wär Europa so wenig als die Tatarei od. langsamer kultivirt worden; nur das mittelländische Meer gab ein Phönizien, Griechenland, Etrurien und Rom, Spanien und Karthago und durch die 4 ersten dieser Ufer wurde alle Kultur |

 

[IIb-16-1789-0471]
Nuzen des delph. Orakels: zeichnete den Tyrannen aus, rettete Unglückliche, machte Werke der Kunst oder der Muse bekant, heiligte Sittensprüche und Staatsmaximen, beschüzte die Amphiktionen und machte ihre Aussprüche zum Gesez der Religion.

 

[IIb-16-1789-0472]
Kasp. Peuzer, Melanchtons Schwiegersohn, schrieb im Gefängnis zu Leipzig auf den Rand und leere Blätter des Konkordienbuchs, Dinte aus schwarzgebranter Brodrinde und Bier, Feder aus Flederwisch für Spinnen. Cent II. 85

 

[Manuskriptseite 56]

[IIb-16-1789-0473]
Der Buchdrukker Stephanus machte seine lateinischen Verse aufm Pferd. || 100

 

[IIb-16-1789-0474]
Philip Dezius nach 65 Jahren gelehrter Jurisprudenz vergas er alles, kaum 1 oder 2 Rechtsregeln mehr. So vergas Heinsius alles. Cent. III. 8.

 

[IIb-16-1789-0475]
Klaudius Belurgerius ein Franzos lernte den Homer auswendig, in der Kirche, lies sich den Thersit malen und sah nichts liebers: wolte nach Asien schiffen alles selbst zu sehen, starb aber in Alexandria. || 12

 

[IIb-16-1789-0476]
Kampanella stand eine Tortur von 36 Stunden aus, unter anderem deswegen weil er seine Gelehrsamkeit vom Teufel habe. || 16

 

[IIb-16-1789-0477]
Duns Skotus, den Julius Skaliger lima veritatis nent, dachte bis zur ecstasi nach, und wurde in einer lebendig begraben || 23

 

[IIb-16-1789-0478]
Heinrich Risius (17 Säkulum) schrieb carmina cancrina zuerst, die rükwärts gelesen werden können ohne Änderung des Sins. || 45

 

[IIb-16-1789-0479]
Da Milton die erste Vertheidigung des englischen Volks edirte, wurde das 1 Auge blind, 2ten 2te. || 94

 

[IIb-16-1789-0480]
Camper: und Tissot: Personen, die Zukkungen unterworfen sind, befinden sich nach Schrek, Zorn, angenehmer Überraschung, die eine Unordnung in den Nerven machten, nicht eher wol bis sie Zukkungen gehabt, die Teine heftige Erschütterung mus heilen. Tissot.

 

[IIb-16-1789-0481]
Willis pathologia cerebri c. 12: ein Man wurde von Zerrüttung der Phantasie und Gedächtnisses heil durch Blindheit, wegen Versezung der m. pecc. |

 

[IIb-16-1789-0482]
Boyle: ein Keichhusten gieng in einen Verlust des Gedächtnisses und der Vernunft und dieser in eine Lähmung der Hände über |

 

[Manuskriptseite 57]

[IIb-16-1789-0483]
Bei Engbrüstigkeit ist Versezung der Krankheitsmaterie am häufigsten |

 

[IIb-16-1789-0484]
Bartholin: ein Alter wurde taub weil sein Gesicht wieder gut wurde, und blind; weil das Gehör. Büchner: eine Alte an der rechten Seite gelähmt und stum aber hörend, nachher taub aber ungelähmt und redend |

 

[IIb-16-1789-0485]
Die Nervenkrankh. fangen mit Ungestüm an statt daß a. Krankheiten sich durch Zufälle monatlang vorausverkünden - entstehen u. hören auf oft ohne deutliche Ursache - und ohne eine offenbare Krisis - befallen verschiedene Werkzeuge nach und nach, haben proteiformité - Kranke gehen leicht von grosser Freude zu gr. Traurigk. über u. (schwerer) umgekehrt, erschrekken häufig - viel heller geschmak=geruchloser Harn ab u. häufig Trieb zu Harnen; T welches beides(nach Cheyne) von unterdrükterAusdünstung herkömt, noch besser (nach Whytt) von beschleunigterAbsonderung in den Nieren,weil alle schnellere Sekrezion(Speichel, Magen) blos dünneFeuchtigkeit giebt - wenn der Augenstern sichunbeständig bald sehr bald wenig erweitert. Tissot.

 

[IIb-16-1789-0486]
Da bei Zukkungen der Kinder das Blut in die äusseren Gefässe geht: so wird die Haut roth, schwarz u. Hülsebusch: ein darin gestorbnes wie ein Mohr. Vor 1, 2 Säk. hielt man Zukk. für Teufelsbesizungen und diese Ergiessungen für Wirkungen seiner Hand |

 

[IIb-16-1789-0487]
Herder u. Bode: vielleicht kommen alle Bewohner dieses Planetensystems zulezt auf der Sonne zusammen. 1 B. Ideen.

 

[IIb-16-1789-0488]
Iupiter steht senkrecht auf der Bahn zur Sonne, Mars hat den Winkel zum Sonnenäquator wenig, Venus ungeheuer spiz, auch Saturn mit seinem Ring und Monde drükt sich seitwärts nieder |

 

[IIb-16-1789-0489]
Die ältesten Reste von Nazionen und Sprachen findet man in Bergen oder in Winkeln des Landes; die Plänen blieben den Siegern |

 

[Manuskriptseite 58]

[IIb-16-1789-0490]
Die Berge geben Völker, die die Ebnen umkehren (Indien, Persien, Sina) u. auf ihnen ist die Freiheit während die Ebenen in Despotismus. |

 

[IIb-16-1789-0491]
Asien wurde darum so vol einförmiger Sitten; Religion Vateransehen Despotismus haftete so fest und ausgebreitet und einförmig: weil es eine grosse Strekke festen Lands ist, durch keine Meere unterbrochen. Amerika ist wegen den durchschneidenden Seen Berge so vol kleiner Nazionen; daher in ds. die Tradizion nicht sich befestigen und ausbreiten konte. Europa verdankt seine Verschiedenheit der Nazionen und der Sitten, und seine Wirksamkeit auf a. Welttheile mit, seinem duschschnitt. vielgestaltigen Land |

 

[IIb-16-1789-0492]
Der Amazonenstrom hat auf 1000 Fus noch nicht 2/5 Zol Fal und man kan da eine Erdstrekke von Deutschlands gröster Länge durchreisen ohne sich einen Fus hoch über die Meersfläche zu erheben. Leiste Beschreibung des portugiesischen Amerika. |

 

[IIb-16-1789-0493]
Nach der Begattung verliert der Hirsch sein Geweih, die Fische ihren Wolgeschmak, Pflanzen ihre beste Farbe. So lang die iunge Pflanze keine Blume trägt, widersteht sie dem Winter und die zu früh tragenden verderben zuerst. Die Schirmpalme wächst 35 Iahr zu einer Höhe von 70 Schuhen, hierauf in 4 Monaten noch 30 Sch., nun Blüte und Früchte und Tod im nämlichen Iahr |

 

[IIb-16-1789-0494]
Auf hohen Bergen bleiben die Gewächse wegen dem Wind und dem kurzen Sommer, klein aber unzähliche Samenkörner - in Gärten verpflanzt höherer Wuchs und grössere Frucht aber weniger Frucht |

 

[IIb-16-1789-0495]
Pflanzen in südlichen Welttheilen gewachs., reifen in Europa das erste Iahr später weil sie die Sonne ihres Klimas erwarten; das 2te schon schneller weil sie sich daran gewöhnen |

 

[Manuskriptseite 59]

[IIb-16-1789-0496]
Hunde in Lapland häslich, klein, in Siberien schöner aber steife Ohren und keine beträchtliche Grösse; wo die schönsten Menschen, die grösten H.; zwischen den Wendezirkeln ohne Stimme; wild gleicht er dem Iakhall. |

 

[IIb-16-1789-0497]
Ochs in Madagaskar hat einen Höker von 50 Pfund der in weiter Gegend almählig abnimt. Ein europäisches Schaf bekam am Vorgebirge der guten Hofnung einen Schwanz von 19 Pfund, in Island treibts 5 Hörner; in Oxfordschen so gros wie ein Esel, Türkei getiegert |

 

[IIb-16-1789-0498]
Der Arten der Landthiere sind am wenigsten; aber in der Luft, Wasser, Morästen und Sand meiste Thierarten. |

 

[IIb-16-1789-0499]
Vor Got hat vielleicht die Erzeugung der Eistheilung und der Schneeflokke noch immer ein analoges Verhältnis mit der Bildung des Embryons in Mutterleib |

 

[IIb-16-1789-0500]
3 Systeme von Venen, 1 das der Holader, 2 das der Lungenvenen, das dem kleinern Kreislauf des Bluts gewidmet ist; endigt sich durch 4 Stämme in die linke Herzhöle die mit dem linken Herzohr eine Kavität ausmacht. 3 das der Pfortader bestehend aus den gesamten venös. Zweigen des Magens, Milz Därme Gekröse und Nezes, senkt sich in die Leber wo der Stam sich wieder gleich einer Arterie vertheilt zur Absonderung der Galle | Mekel

 

[IIb-16-1789-0501]
Gewächse deren Samenbehältnisse hinlänglich gesichert sind, schlafen nicht. Herder. 1 B

 

[IIb-16-1789-0502]
Der Kopf des Insekts ist für alle Lebensreize zu klein, die daher in alle Glieder verbreitet werden. Die Fühlhörner sind Sinne, Füsse, Muskeln und Arme, ieder Nervenknote ein kleineres Gehirn, iede reizbare Faser ein schlagendes Herz. |

 

[IIb-16-1789-0503]
Selbst bei Thieren von wärmerem Blut bewegt sich das Fleisch in Verbindung mit den Nerven träger u. die Eingeweide

 

[Manuskriptseite 60]

zeigen heftigere Wirkungen des Reizes wenn das Thier tod ist. Im Tod werden die Zukkungen stärker im Maas als die Empfindung abnimt u. ein Muskel mit verlorner Reizbarkeit kriegt sie wieder wenn man ihn in Stükke zerschneidet. Ie nervenreicher ein Geschöpf, desto mehr verlierts von der zähen sich reproduzirenden Lebenskraft. |

 

[IIb-16-1789-0504]
Einer von den iüngsten Mönchen mus die anderen zum Nachtgebet aufwekken. Hartungus von Winkop.

 

[IIb-16-1789-0505]
Die Aegypter stelten durch die Figur ? (Tau) oder das Kreuz die ganze pantomorphische Natur dar; durch den Ring darüber die himl. Kreise. Kircher. Oedip. T. II. part. 2. Sie zogen die Figur des Kreuzes ieder anderen vor; die Sterne haben die gröste Gewalt, wenn sie an den 4 Ekken des Himmels stehen, weil sie dan mit ihren Stralen Kreuze machen. Ficin. C. 3. de vita coelitus comparanda. |

 

[IIb-16-1789-0506]
Crux ansata oder Isiaca ist in eines ieden ägyptischen Bildes Hand: denn im Himmel geschähen alle Bewegungen zirkelformig, auf der Erde nach geraden Linien - nennen es das Symbolum der Gesundheit, das gröste Machtwort, kan gute Geister anziehen und böse bändigen. |

 

[IIb-16-1789-0507]
Parazelsus: die am 27 Februar 30 Juli 25 Dezember zu Nachts um 12 Uhr geborne Kinder können Geister sehen. Agrippa: sogar ihre Körper faulen in der Erde nicht so bald als andere.

 

[IIb-16-1789-0508]
Der Irländer ders doppelte Gesicht hat, sieht alzeit an dem, der gehenkt werden sol, einen Strik um Hals; enthauptet, ohne Kopf; erstochen, Dolch in der Brust. Pflanzt sich auf die Kinder fort; od. um einen geringen Preis a. Auch wenn einer im Wahrnehmen den Fus auf einen a. seinen sezt: so wird der unter der Zeit auch doppeltsehend. John. Aubrey de Miscellaneis. a. 1695

 

[Manuskriptseite 61]

[IIb-16-1789-0509]
Gehirn des Löwen klein, seine Nerven schwächer als die einer Kaze; die Muskeln dik und stark. Sobald sein Blut aus dem Herzen trit, laufts 4 mal schneller als im Menschen, in den Zweigen der 15ten Abtheilung 100 mal. Herder

 

[IIb-16-1789-0510]
Da das Insekt nicht in 1 Gestalt zugleich der Nahrung und der Fortpflanzung dienen konte: so mus es in 2en erscheinen. Was sie die Natur nicht in Einem Bienenmodel(Nähren, Fortpflanzung, Gebären) ausführen konte,legte sie in 3 die zusammengehören, gebrochen auseinander |

 

[IIb-16-1789-0511]
Bei höheren Thieren u. Zunahme des Gebrauchs mehrer Sinne that die Natur die unnöthigen Glieder weg - z B. viele Augen und Füsse der Insekten, Fühlhörner, Amphibienschwanz |

 

[IIb-16-1789-0512]
Das wilde zu Songi in Champagne gefangene Mädgen schwang sich an ihren langen Daumen wie ein Eichhörngen von Baum zu Baum; fiel in eine tödliche Krankheit aus Mangel blutigen rohen Fleischs, woraus Saug. warm. Bluts sie zog. Ihre Zähne und Nagel entfielen ihr bei der Gewöhnung an unsere Nahrung.

 

[IIb-16-1789-0513]
Was manche Menschen thierisch aussehen macht, der hervorgerükte Kiefer, der zurükgeschobene Kopf, glatte Nase der oben und hinten spize Kopf - ist die Aehnlichkeit mit der Organisazion zum 4füssigen Gange |

 

[IIb-16-1789-0514]
Das kleine Gehirn wird eher fertig als das grosse, da ienes dem Ursprung nach dem Rükkenmark verwandter u. der thierischen Organis. so wichtige Nerven giebt. Bei den grossen zeigt sich die mehrere Ausarbeitung seiner Flügel in den edlen Theilen, seine Furchen künstlicher und tiefer, deren der Mensch mehrere hat als ein a. Thier. |

 

[IIb-16-1789-0515]
Das Affengehirn hat alle Theile des menschlichen; aber sie sind nach der Gestalt seines Schädels in einer zurükgedrükten Lage, u. diese hat er weil sein Kopf unter einem a. Winkel

 

[Manuskriptseite 62]

und nicht zu aufrechtem Gang gemacht ist; daher der Kopf nicht so hoch, breit, lang wie uns. ; Hölen und Muskel bilden sich nach der Gravitazion der Lymphe |

 

[IIb-16-1789-0516]
In Thieren wo das Haupt mit dem Körper horizontalliegt, in Insekten, Fischen p. ist die kleinste Ausarbeitung des Gehirns; desto weniger Raum zu erhöhtem Gehirn, desto mehr springt der Rachen als Ziel hervor. Ie mehr aber das Haupt sich vom Gerippe losgliedert; und ie mehr am erhöhtern H. die Untertheile des Gesichts abnehmen und zurükgehen, desto klüger |

 

[IIb-16-1789-0517]
Camper: wenn man eine gerade Linie durch die Hölen des Ohrs bis zum Boden der Nase u. eine a. von der höchsten Hervorragung des Stirnbeins bis auf den am meisten vorragenden Theil der Oberkinlade im schärfsten Profil zieht: so kan man aus dem Winkel Nazionen und Thiere bestimmen. Bei den Vögeln der kleinste Winkel, der grösser wird ie näher ein Thier dem Menschen. Affen von 50 42 bis 50 Grade, Neger und Kalmüke70, Europäer 80, griechisches Ideal von90 bis 100. Herder: Der Grund istsVerhältnis des Geschöpfs zurhorizontalen und perpendikularenKopfstellung |

 

[IIb-16-1789-0518]
Die Bewohner des Meers und der Luft leben am längsten.

 

[IIb-16-1789-0519]
Iedes organis. Wesen hats Vermögen, niedre Kräfte sich selbst zu assimiliren. Was das Thier zu seiner Nahrung braucht, sind nur pflanzenartige Kräfte für pfl. Theile, der Saft der Musk. und Nerven dient zu keiner Nahrung |

 

[IIb-16-1789-0520]
Im gesunden Traum ist unser Gang ein Flug, unsere Gestalt grösser, Affekt feuriger |

 

[IIb-16-1789-0521]
Pordage sah an den Ziegeln des Schorsteins die ganze Geisterwelt in Form 2er Globus vorgestelt; auf a. Ziegeln Kutsche mit Personen und Läufern, suchte sie mit nassen Tüch. wegzuwischen, gieng nicht. Monatliche Unterredungen p.

 

[Manuskriptseite 63]

[IIb-16-1789-0522]
Eine Kompagnie von 200 Man bürgerlicher Miliz kleidete sich in Bärenhäute, sahen wie Bären aus, machten solche Sprünge und Geschrei vor Heinrich II von Frankreich, zu Saint Jean de Maurienne. L. u. Völkerkunde. S 392. 1786 Novemb.

 

[IIb-16-1789-0523]
In Göttingen wurde ein Knabe vom zurükgetriebenen Grindkopf ganz gelähmt, ohne Bewegung und Sinne und Sprache: Puls und Athem regelmässig, as viel, durch keine Kräze Pokken anzustekken, gegen Brechmittel unempfindlich. Akkerm. T.

 

[IIb-16-1789-0524]
Auf keinen Theil wirken Heilmittel so langsam und schwach als aufs Gehirn. K. 12 §. 88 |

 

[IIb-16-1789-0525]
Van Swinten heilte ein Mädgen, das bei kleinsten Geräuschen und Licht Zukkungen wie wenn etwas im Unterleib zerrissen würde bekam, durch Einwiklung in Binden bis an die Brüste.|

 

[IIb-16-1789-0526]
Bei Nervenkrankheiten von zu grosser Steifheit der Faser, von entzündlicher Zähigkeit der Säfte und von der Verminderung der Ausdünstung ist die erschlaffende Heilmethode, besond. die des Herrn Pome: vegatabil. und unschmakhafte Diät, nur wässeriges schleimiges Getränk, lauwarme Bäder von stehenden süssen Seen, gelinde Luft, laue Klystiere, keine heftigen Leibesübungen, langer Schlaf | Molken |

 

[IIb-16-1789-0527]
Kinder deren Mutter oder Amme viel Wein trank, erzürnen sich in der Kindheit sehr - dagegen erschlaffende Mittel |

 

[IIb-16-1789-0528]
Die Ephoren von Sparta legten sich wenn der Staat in Gefahr, im Tempel der Pasiphae schlafen, um sich Raths zu erholen. Cic. de div. I. 43.

 

[IIb-16-1789-0529]
Friedrich Hafeman schrieb einer Zeitschrift daß Brech= und Purgiermittel nach dem Zorn genommen Gift sind |

 

[IIb-16-1789-0530]
Nach Schrekk, Zorn sind besänftigende lindernde verdünnende erschlaffende Mittel gut |

 

[Manuskriptseite 64]

[IIb-16-1789-0531]
Herodot: die Götter gaben keinem Volk zugleich reiche Ernten und kriegerische M. Home

 

[IIb-16-1789-0532]
Die Isländer legten sich sonst sehr aufs Studieren, waren viele Jahrh. durch, die vornehmsten Geschichtschreiber des Nordens. Kaum iezt ein Bauer der nicht sein Schachbret hat. Banks und Solander: die isländischen Bauern legen sich auf die ganze europäische Historie |

 

[IIb-16-1789-0533]
In Neisse lies ein Sakpfeifer seinen Dudelsak sich mit ins Grab geben. Um 12 Nachts spielte er und die Todten tanzten. Vergeblich das Weihwasser auf die Gräber; vergeblich daß man wie sonst bei den im grossen Kirchenban Gestorbnen die Gräber mit priesterl. Stolen peitschte. Die Universitäten: man solte verdächtigen Körpern einen Schleedorn durchs Herz stossen und die Köpfe mit dem Grabscheit vom Leib sondern: dan die zu verbrennen die bluteten. Geschah mit allen und ein Ende. Monatliche Unterredungen vom Reiche der Geister 3 St. S. 248

 

[IIb-16-1789-0534]
Ist wider die Klostergeseze, in der Zelle nichts in Kisten Pulte p. zu verschliessen; doch der Prior. HartungusWinkop

 

[IIb-16-1789-0535]
Opium, an sumpfigen Orten wachsend, gegessen bei Trauermalzeiten, schädlich den Augen und Zeugungsgliedern. Guther. de juro mun. 2. 12. - Daraus Kränze für die Sieger in griechischen Spielen. Schötgen.

 

[IIb-16-1789-0536]
Apollo hies ???????????? weil man sein Bild vor die Thür stelte. Gyrald. Synt. deor. 7 | eben deswegen thyreus. |

 

[IIb-16-1789-0537]
Tortor hies er zu Rom, vielleicht weil man nicht weit von dessen Tempel Sklaven folterte. Gyrald. Pitiscus l. 126 |

 

[IIb-16-1789-0538]
Aerarium vicesimarum oder sanctius eine Kapelle am Saturnus Tempel, worein man 9 20t Theil der römischen Einkünfte legte, um sie zu Zeiten der Noth anzugreifen. Dempsterus. |

 

[Manuskriptseite 65]

[IIb-16-1789-0539]
Abjuratio wenn ein Thodes Verwirker in eine Kirche floh u. dem Richter der Gegend schwur, in 40 Tagen England zu räumen: so geschah ihm nichts. du Fresne 1.22.|

 

[IIb-16-1789-0540]
In Lacedämonien durfte keiner vor dem 30 Jahr Advokat werden; u. im Alter es zu sein, auch für schimpflich. Cragius rep. Laced. l. 3. tab. 11. inst. 1. 2. |

 

[IIb-16-1789-0541]
Die Blumen im Getraide kommen nicht fort wenn man sie an a. Orte mit Absicht pflanzt; wie gewisse Blumen nur in neuen Gräben wachsen. Bac. hist. natur. Ant. V. 492

 

[IIb-16-1789-0542]
Ariobarzanes wurde König in Armenien weil er der schönste war. Curtius: barbarische Völker halten den schönsten für am geschiktesten, wichtige Dinge zu thun.

 

[IIb-16-1789-0543]
Döring, Bontius, Platner, Sennert, besonders Tralles: Mohnsaft wirkt wie Wein. Ausserord. gut bei Nervenkrankheiten wegen der Krämpfe. Pot und Michaelis: ist ein gutes antiseptisches Mittel. T.

 

[IIb-16-1789-0544]
Besond. Kollin in Wien: Wolferleiblumen vortreflich gegen Lähmungen, Hemiplegie, sogar schwarzen Staar; ist ausserordentlich reizend |

 

[IIb-16-1789-0545]
Zinkdampf äusserlich gut gegen Augenentzündungen; Zinkblumen innerlich brauchte Gaubius gegen konvulsivische Krankheiten |

 

[IIb-16-1789-0546]
Tissot: Bergbewohner (weil sie von Milch leben) können schwer purgirt werden |

 

[IIb-16-1789-0547]
Parazelsus via minist. sag. phil: der zweite Theil des Menschen, der Astralgeist, bestehe aus Luft u. löse sich später in sie auf als der aus Erde bestehende Körper; ihm prägen sich nach dem Tode die Neigungen und Gedanken der Seele ein und habe eine facultas concupiscibilem et irascibil. - erscheine nach dem Tode an Orten und in Geschäften, die der Verstorbene am meisten liebte, entdekke durch Aufwallen des Bluts den Mörder.

 

[Manuskriptseite 66]

[IIb-16-1789-0548]
Der Chymist la Pierre in Paris distillirte Blut; zu Nachts ein Gebrül; er zerschlug die Retorte worin ein Mensch war. Und so öfters aus distillirtem Blut die Gestalt des Menschen. R. Flud de Fluctibus, de Myst. Sang. Anat. c. 6.

 

[IIb-16-1789-0549]
Elogium hies auch der über ieder Stub. des Bordels geschriebne Name und Preis der römischen Hure. Barthius adv. 4. 18. Schötgen

 

[IIb-16-1789-0550]
???????? ??????????, Fori curatores Magistrat in Athen, der hinderte einen nicht zu viel Korn oder Wein kaufte; was überflüssig in die Stadt kam und nicht verkauft werden konte, kams ins Magazin zum Kauf für die Armee. Sigonius de rep Athen. 4. 3. |

 

[IIb-16-1789-0551]
Encolpium ein Kästgen vol Reliquien in der griechischen Kirche, das, oft als Pfand weggegeben, der Pfandinhaber am Hals zur Bewachung trug. du Fresne II. 1. 273 |

 

[IIb-16-1789-0552]
Die energumeni theils Christen th. Heiden die nach Austreibung Christen wurden, kamen niemals in geistlichen Stand |

 

[IIb-16-1789-0553]
Nach dem warmen Bad Verminderung des Gewichts, wenn nicht die Einsaugung der Ausdünstung glich. T. le Monier verlor 1/2 Stunde im bis zu 34 Grad heissen Wasser 14 Unzen.

 

[IIb-16-1789-0554]
Gut ist warmes Bad bei Darmkoliken, gallichten und Nierenkoliken, Tolheit, Keichhusten. | Verstopfungen |

 

[IIb-16-1789-0555]
Ein zu Zukkungen geneigter Magen nur zum Verdauen und Ruhe d. warmes Bad gebracht; daher die Malzeit im Bade |

 

[IIb-16-1789-0556]
Pome lässet warme Bäder 12, 18, 24 Stunden hinter einander brauchen. dessen Tr. des vapeurs. |

 

[IIb-16-1789-0557]
Da die Halbkugeln des Gehirns und das kleine und das corpus callos. ohne Schmerz werden und eitern, das verlängerte Mark aber bei Berührung die heftigen Zukkungen giebt: so hielten die Alten iene für einen Auswuchs von diesem. Mekel.

 

[Manuskriptseite 67]

[IIb-16-1789-0558]
Die Nägel (bestehen aus verdikter Oberhaut, nicht verhärteten Nerven) widerstehen den Obiekten u. verstärken also die entgegen fühlende Fingerspiz |

 

[IIb-16-1789-0559]
Pabst Konstantin II. verbot des Bilderstürmers Kaiser Philippikus Bildnis irgendwo, nicht einmal auf den Münzen zu führen. Bemerkungen über Rusland. Zweiter Thl. 1788.

 

[IIb-16-1789-0560]
Unweit Novogorod ist das Kloster des h. Antonius, worin der Mühlstein, worauf er von Rom nach Novogorod schwam und die Russen bekehrte. Gmelin. |

 

[IIb-16-1789-0561]
Alle anderen Religionsverwandte dürfen ihre Religion ändern in Rusland, nur der Russe seine griechische nicht. |

 

[IIb-16-1789-0562]
Die Vorschriften und Gebete bei Kirchendienst machen 20 Foliobände; 1 voll mit den Regeln, wie die anderen zu brauchen.|

 

[IIb-16-1789-0563]
Das Monatsbuch (ein Theil von ienen) hat 12 Folianten, für ieden Monat 1 B.; enthält die Gebete und Gesänge auf die Heiligen= und Festtage; ieder hat wenigstens 1 Heiligen, viele Tage haben mehrere |

 

[IIb-16-1789-0564]
Ieder Tag ist ausser den Kalenderheiligen noch einer anderen Begebenheit geweiht, die gefeiert wird, der Sontag der Auferstehung, Montag Engeln, Dienstag Johannes dem Täufer, Mitwoch Maria und Kreuz, Donnerstag Aposteln, Freitag Christi Leiden, Sonabend Heiligen und Märtyrern |

 

[IIb-16-1789-0565]
Griechische Kirche: Maria blieb vor, in, nach der Empfängnis und Niederkunft eine Jungfrau |

 

[IIb-16-1789-0566]
Da sie keine Statuen und eigentlich runde Figuren duldet: so ist in Kirchen den Bildern von musaischer Arbeit auf ebnem Grund nur der Heiligschein und die Kleidung von erhabner Arbeit vergönt; welche gemeiniglich von getriebnem Silber oder Gold auf den Bildern auf der platten Oberfläche befestigt ist, daß man nur oft die gemalten Hände, Füsse und Kopf sehen kan |

 

[Manuskriptseite 68]

[IIb-16-1789-0567]
Die häufigen gemalten Bilder in Kirchen haben Wachsherzen u. einen während dem Gottesdienst zurükgezogenen Vorhang |

 

[IIb-16-1789-0568]
Eine russische Kirche, bis zur Regimentskirche im Zelt, hat 1) Vorkirche, wo Pöbel 2) Kirche oder Schif wo Priester und meiste Vornehme 3) Heiligste, wo der Altar, wohin kein Laie und Frau darf (Exzepzion), eine Scheidewand (Ikonostas, weil die heiligen Bilder daran) |

 

[IIb-16-1789-0569]
Die dasige Matrosenkirche in Moskau aus 2Stokwerken, d. i. 2 Kirchen, die unterefür den Winter wo sie geheizt wird - wieda mehr. Kirchen geheizt werden |

 

[IIb-16-1789-0570]
Die Gesichtsfarbe der Kirchenbilder schwarzbraun oder olivendunkel, sogar Iesuskind |

 

[IIb-16-1789-0571]
Weteifer in Kirchen, manches Kloster (z B das neue Ierusalemskloster) hat 25 Kirchen |

 

[IIb-16-1789-0572]
Kind bekömt den Namen des Heiligen, der am Geburtstag im Kalender steht; schüzt es lebenslang |

 

[IIb-16-1789-0573]
Ein feiner Geruch ist Merkmal höherer Seelenkräfte. Mekel. §. 430.

 

[IIb-16-1789-0574]
Den Mangel des äusseren Ohrs ersezt (am besten von Silber, tubulus acusticus) eine künstliche elastische Muschel |

 

[IIb-16-1789-0575]
Lambert: die Erdbeben dienen zur Fruchtbarmachung u. Heraufschütteln der bessern Erde. Sander

 

[IIb-16-1789-0576]
Home: Fische nur bei Seltenwerden der Landthiere gegessen; Plutarch Symposium: die Syrer und Griechen assen sonst keine Fische; Dio Kassius: die Kaledonier. Geschichte der Menschheit. 1 B.

 

[IIb-16-1789-0577]
Ie nördlicher ein Land, desto mehr weniger Kräuter und folglich mehrIagd nach Thiernahrung; in wärmeren,desto weniger Iagd p. |

 

[Manuskriptseite 69]

[IIb-16-1789-0578]
In Sina zuweilen iährlich 3 Reisernten, Vornehme tragen blos einen Rok von Baumwolle, wovon auf 1 Akker zur Bekleidung für 4, bis 500 wächst. Daher Reisländer so bevölkert |

 

[IIb-16-1789-0579]
Griechenland war solang es frei war sehr bevölkert, iezt beides nicht |

 

[IIb-16-1789-0580]
Das Chrysma oder Salböl wird nur t 1 mal im Iahr, nur von 1 Bischopf, an 1 OrtMoskau für ganz Grosrusland und aneinem anderen Ort Kiow fürganz Kleinrusland gekocht, in der Karwoche. FeinesOel 800 Pfund, Rosenblumen 10 Pfund, Maioran 5Pfund Orangenöl 6 Unzen, schwarzerBalsam von Peru 10 Pfund, venezianischesTerpentin 15 Pfund. Rusland 67/16

 

[IIb-16-1789-0581]
Die Beichtväter sagen dem Beichtenden die 10 Gebote vor, und warten zwischen iedem Gebot wie fragend, ob man eines übertreten. Bei gemeinen Leuten hat der Pope ein Verzeichnis der schreklichen Verbrechen die er fragt. |

 

[IIb-16-1789-0582]
Der Metropolit trägt zum Unterschied von der niederen Geistlichkeit eine weisse Müze und weisse Absäze an Schuhen |

 

[IIb-16-1789-0583]
Bei Gewittern sei man in keinen niederen Zimmern wegen dem Sprung des Blizes von der Dekke - nicht nahe an Wänden - der Aberglaube der Landleute, das Feuer aufm Herd bei Gewittern auszulöschen, gut. Hemmers Verhaltungsregeln bei Gewittern. 1789

 

[IIb-16-1789-0584]
Man mus ablegen Schnallen, Uhr, Schlüssel, Degen, Haarnadeln, Ohrringe, Halskreuze - am Kopf desto gefährlicher.|

 

[IIb-16-1789-0585]
Ponzelet la nature dans la formation du Tonnerre: gegen Gewitter eine Hütte von Holz ohne alles Metal, aussen mit Wachstuch überzogenes Dach, inwendig Seide. |

 

[IIb-16-1789-0586]
Der Kaiser von Japan hat bei Gewittern ein unterirdisches Gemach zum Schuz, mit einem grossen Wasserbehälter zur Dekke |

 

[Manuskriptseite 70]

[IIb-16-1789-0587]
Schlägt für die Kutschen Ableitungsketten vor; Kutscher wegen der hohen Bökke, auch bei Ableitern, in Gefahr | ist schon an verschiedenen fürstlichen Wägen. |

 

[IIb-16-1789-0588]
Ein elektrischer Spazierstok, aus dessen Hölung man die metallische Spize {Leiter} herauszieht, ein Ketgen lauft die Erde, auf der Schulter getragen |

 

[IIb-16-1789-0589]
Bauern p. im Wald dürfen nur ihre Sichel , Axt, 7 Schuh hoch an den Baum henken und eine Kette vom Fuhrwerk daran bis auf die Erde |

 

[IIb-16-1789-0590]
Die Edelleut unter den Bramanen tragen 3 rothe seidene Faden auf der linken Achsel. Iablonski Lexikon

 

[IIb-16-1789-0591]
Der Ächter kan sich von der Reichsacht losmachen, wenn er dem Richter den Achtschaz giebt, der sonst 30 Pfund Schillingen bestand |

 

[IIb-16-1789-0592]
Acolythä sind bei den Katholischen unter den 7 geistlich geringen Orden die die in der Kirche, Prozessionen das Licht tragen und anzünden und Wein und Wasser bringen. Bei der Einweihung wird ihnen ein ausgelöschtes Licht und ein leeres Krüglein gegeben |

 

[IIb-16-1789-0593]
Adorazion daß die Kardinäle dem neuen Pabst die rechte Hand und rechten Fus küssen müssen 1) aufm Sessel vorm Altar 2) in Sixtinischer Kapelle 3) auf dem Altar der Peterskirche |

 

[IIb-16-1789-0594]
Zu Toska auf Japan ein Tempel wo todte und lebende Affen angebetet werden. |

 

[IIb-16-1789-0595]
General Major von Derschau muste als Vorleger an der Tafel Wilhelms I. aus einem Kalbskopf 24 Porzionen machen. Karakterzüge aus dem Leben Friedrich Wilhelms I. Heft 1

 

[Manuskriptseite 71]

[IIb-16-1789-0596]
Im Magdeburgischen ein guter Adel, der wegen des Besizes der dortigen Salzkoten, Salziunker oder Pfänner heisset. | 2 Samlung

 

[IIb-16-1789-0597]
Da ein Prediger einen Freischulzen mit dessen eigenem Urin kommunizirt hatte: gab er das Edikt daß ieder Prediger den Kommunionwein selbst halten und bringen solte |

 

[IIb-16-1789-0598]
Schöneman sprach und predigte in lauten Versen. Das Berliner Konsistorium verbots auf Klage der Bauern; konte aber nicht länger in Prosa reden als bis in Eingang und ersten Theil |

 

[IIb-16-1789-0599]
In der griechischen Kirche darf täglich nicht mehr als 1 Amt auf einem Altar gehalten werden. Iablonski.

 

[IIb-16-1789-0600]
Annunciata eine Geselschaft in Rom die iährlich 350 Iungfern entweder verheirathet oder ins Kloster thut, für zusammengelegtes Geld |

 

[IIb-16-1789-0601]
Ritter von der Liebe der Nächsten (equites amoris proximi) 1708 von der Gemahlin Karls III in Spanien gestiftet. Auch Frauenzimmer dazu. Ieder Ritter kan aber 1 mal, den Orden einem anderen Freund geben |

 

[IIb-16-1789-0602]
Die Iudenschaft muste die Sch* bei einer Saujagderlegten Schweine wenn nichtandere Liebhaber dazu waren,gegen eine Taxe nehmen. Karakterzüge p.

 

[IIb-16-1789-0603]
S schrieben die Alten an ihre Eszimmerthür, bedeutet silentium; noch in einigen Klöstern. Iablonski

 

[IIb-16-1789-0604]
Streit der Iuristen wer für arm zu halten; einige, wer nicht 50 Dukaten habe, andere wer von seiner Handarbeit lebt |

 

[IIb-16-1789-0605]
3erlei Armuth der Bettelorden 1) die hohe Armuth der Karmeliten und Augustiner, daß sie nur so vil liegende Güter haben als zur Nothdurft 2) höhere der Dominikaner, daß ein Kloster bewegliche Güter, Bücher Kleider Renten p. besizen darf 3) die höchste der Franziskaner daß es gar nichts eignes hat |

 

[Manuskriptseite 72]

[IIb-16-1789-0606]
Arras, Papagei auf den Antillen, gefangen indem man hinter ihm einen grossen Lärm macht und eine Stange hinhält, an die er sich mit Krallen und Schnabel klammert und forttragen lässt |

 

[IIb-16-1789-0607]
Die Ursache der Krankh. entsteht nach Hermetischer Lehrart entweder ex ente Naturali von den uns nicht natürlichen Dingen - oder ab ente Astrali der Gestirne - oder ab ente Venenali Speise und Trank dessen Schädl. man einen tartaturus nent - oder ab ente Pagoyio Leidenschaften - oder ente Deali von Gottes Schikkung |

 

[IIb-16-1789-0608]
Wer Bakkalaur. in England werden wil: mus, ist er ein Edelman, 3 Iahr auf einer Universität sein, Bürgerliche 47. |

 

[IIb-16-1789-0609]
In Holland kan ieder barbiern, Weiber thuns sogar in Barbierstuben |

 

[IIb-16-1789-0610]
Römer anfangs zur Fahne Heu, dan Raubthiere aus Holz, Metal, Silber |

 

[IIb-16-1789-0611]
Bei Persern und Indien blau Trauerfarbe, roth bei Persern Ehrenfarbe, bei den Sinesen sind die Kriegsfahnen weis Friedensf. roth - Kardinäle roth, in Advent, Fastenzeit und Trauer violblau, 3 Adventssontage und 4ten in der Fastenzeit welkrosenfarben |

 

[IIb-16-1789-0612]
Hook: der Floh kan 200 höher springen als er gros ist. |

 

[IIb-16-1789-0613]
Sonst muste am grün Donnerstag der König von Engl. so vilen alten Männern als er Iahre alt war, und die Königin so vilen Weibern als sie alt, die Füsse waschen. Nachher iedem 2 Beutel, in deren einem sovil six pences waren als der König Iahre alt, im anderen so vil Schillinge als er regiert hatte. Und Viktualien auf 4 Malzeiten. Iezt thuts der Bischof. |

 

[IIb-16-1789-0614]
Intronati gelehrte Geselschaft in Siena, zum Sinbild einen ausgehölten Kürbis vol Salz, Beischrift: meliora latent. |

 

[IIb-16-1789-0615]
Das Invalidenhospital in Paris hat einen Gouverneur Maior Wache und alles wie in einer Festung, alle blau, 8 Zimmer, in denen

 

[Manuskriptseite 73]

allein man Tabak rauchen darf |

 

[IIb-16-1789-0616]
Wenn der neue Pabst zum 1 mal in die Kirche zu Sankt Johannis in laterano geht: müssen ihm die Iuden den Pentateuch schön geschrieben übergeben, lobt sie wegen ihrem Festhalten ans Gesez, tadelt wegen des Unglaubens |

 

[IIb-16-1789-0617]
Patrizier in Städten hiessen Stadtjiunker; Goldast: die canonici hiessen Gottesiunker. In den Seestädten an der Ostsee die Kaufleute Iunker |

 

[IIb-16-1789-0618]
Die kursächsische Kleiderordnung: eine Doktorskette darf nicht über 200 Meißnische fl. werth sein.- die Könige von Peru hatten eine goldne Kette 350 Schrit lang, Glied. armsdik, diente zum Tanz. Ritter dürfen zerbrochene Ordensketten repariren, nicht umarbeiten, nicht schlechter oder reicher machen lassen; seine Erben müssen sie zurükgeben |

 

[IIb-16-1789-0619]
Einer, dem der Klingelbeutel nicht vorgehalten wurde, nahms für eine Iniurie. Die Juristenfakultät zu Frankfurt an der Oder verneint' es. |

 

[IIb-16-1789-0620]
Da unter Wilhelm I. die Kinder in der Wiege schon Soldaten Pässe und rothe Halsbinden bekamen: so wolten sie sich vom Schulmeister, weil er kein Soldat wäre, nicht schlagen lassen. daher er einmal um den Pas als Unteroffizier bat; gelang. Eben so mit den Iünglingen in Rüksicht der Ortsobrigkeit. Karakterzüge p.

 

[IIb-16-1789-0621]
Das ganze Land ist iezt in verschiedene Distrikte getheilt, für iedes Regiment ein Distrikt, aus dem's iährlich Rekruten heben darf aber aus keinem anderen. | Ausgenommen sind einzige Söhne, die 1 te Generazion fremder Kolonisten p. |

 

[IIb-16-1789-0622]
Unter Friedrich II festgesezt, daß das Regiment halb aus Landskindern halb aus Fremden bestehen mus |

 

[Manuskriptseite 74]

[IIb-16-1789-0623]
Aus Ordnung schnit Wilhelm I de einemSubalternofficier den zu langen Montirgsrok aufseinem Zimmer 1 Zol ab |

 

[IIb-16-1789-0624]
Denienigen Remontepferden, die nichts taugten, lies er ein Ohr mit der Scheer abschneiden, damit sie nicht demungeachtet eingeschoben würden |

 

[IIb-16-1789-0625]
Bei der preussischen Kavallerie mus ieder Soldat den Schmuz aus der Kartetsche reihenweise auf der Schwelle der Stalthür abklopfen, aber auch abwischen damit ers nicht den anderen Morgen dem visitirenden Officier wieder zeige |

 

[IIb-16-1789-0626]
Da die Beine eines sehr grossen Körpers eine grössere Last tragen als die eines kleinen: so werden sehr grosse Soldaten auf Märschen eher müde als ordentliche |

 

[IIb-16-1789-0627]
Kleine u. häsliche Edelleute blieben unter Wilh. meist Kadets oder Unteroffiziers und selten befödert |

 

[IIb-16-1789-0628]
Bellonius: an Ufern des mittelländischen Meers in der ägyptischen Wüste rothe Krebse. In der sinesischen Landschaft Kiucheu weisse. - Um die Insel Ainan, die zu einem Stein erharten, sobald sie an die Luft kommen. So in Amerika rothe, daß die See roth wird. Iablonski.

 

[IIb-16-1789-0629]
Ein Gelehrter in Paris vermachte 1718 dem Erfinder der Quadratur des Zirkels 100,000 livres |

 

[IIb-16-1789-0630]
Die Labadisten gaben das Abendmal nur solchen, die sie für wiedergeboren hielten, u. nur deren Kindern die Taufe, denn sonst warteten sie auf ihr Erwachsen und Wiedergeburt

 

[IIb-16-1789-0631]
Den Grazien wurde eine Lampe mit 3 Schnauzen angezündet, den Elementen 4, der Sonne 365. |

 

[IIb-16-1789-0632]
Leibhenne ist ein Huhn das der Leibeigne zum Beweis der Leibeigenschaft dem Leibhern iährlich entrichtet, ausser an einigen Orten nicht im Iahr eines geborenen Kindes des Leibeignen |.

 

[Manuskriptseite 75]

[IIb-16-1789-0633]
Lex mentalis daß der Sohn des Königs von Portugal, sobald er geistlich geworden, nimmer die Krone kriegt |

 

[IIb-16-1789-0634]
Karl II. von Spanien lies 2en Papagaien den Hals umdrehen weil sie französisch sprachen. |

 

[IIb-16-1789-0635]
Der Zobel säuft, indem er seinen eingetunkten Schwanz ablekt. |

 

[IIb-16-1789-0636]
Belomantie bei den Kaldäern, indem sie aus 3 Pfeilen - auf 1 stand "der Her hats befohlen", 2ten mein Her hats mir verboten" auf 3 nichts - losten; wenn man den 3ten bekam, loosete man noch einmal. |

 

[IIb-16-1789-0637]
Am Michaelis Tage giebt der Pabst seiner ganzen vor seinem Pallast zusammenkommenden Armee die Benedikazion |

 

[IIb-16-1789-0638]
Bei den Russen wird die Iniurie gegen Bedienten des Kaisers auf den Werth einer iährlichen Besoldung taxirt, die Geldstrafe wird wenn Weiber Kinder Freunde angegriffen, nach Anzahl der Personen verdoppelt. Kan er nicht bezahlen: wird ein Sklave des Beleidigten oder Knute |

 

[IIb-16-1789-0639]
Die 40 Stummen am türkischen Hof können pantomimisch ganze Historien erzählen |

 

[IIb-16-1789-0640]
Die Königinnen von Frankreich gehen als Witwen weis, trauern bei Lebzeiten des Königs kastanienbraun, er violetblau |

 

[IIb-16-1789-0641]
Brabantische güldne Bulle, ein Privileg das Kaiser Karl IV der Regierung zu Brüssel 1349 gab, daß kein Unterthan aus Brabant, Limburg und Antwerpen vor a. Gerichte evozirt, Schuld wegen anderswo arretirt oder sonst beschwert werden könne. |

 

[IIb-16-1789-0642]
Gradués simples haben Gradum ohne Anwartschaft auf ein Benefizium, das die Universität vergeben kan - nommés, haben beides. Monate Ienner und Iuni heissen mois de rigueur, weil der collator das durch den Todesfal vakant gewordne benefizium dem ältesten Kanditaten von den grad. nom.

 

[Manuskriptseite 76]

geben mus; April und Oktober mois de faveur, den gradués simples geben kan nach Belieben - Graduirte müssen in Frankreich geschorne Platten tragen |

 

[IIb-16-1789-0643]
Die Granden von Spanien 1) die sich bedekken eh sie den König anreden 2) unter dem Reden 3) nach dem Reden. Ernent er sie so: bedekt euch und für die eurigen: so die Würde erblich; blos "bedekt euch": so nur persönlich. |

 

[IIb-16-1789-0644]
In Upsal p. werden im Februar Jahrmärkte auf zugefrornen Flüssen gehalten |

 

[IIb-16-1789-0645]
Der Kapitain des bucentoro (Schifs worin der Doge am Himmelfartstage p.) mus schwören bei Verlust seines Lebens, es unversehrt, auch bei stürmender See, zurükzubringen |

 

[IIb-16-1789-0646]
Das komische Karoussel der Italiener besteht in 5 Treffern 1) wenn der Ritter mit der Lanze wider ein hölzernes Brustbild {heist der Faquin} rent und es nicht in dasSchild des linken Arms d Mitte trift: dreht sichsichs um und schlägt in mit einerPritsche auf den Rükken, 2) wird die erste Kugel nachder Figur der Luft geworfen; trift man'sBehältnis auf der Mitte: fliegen einigeVögel heraus 3) 2te nach einer Feuermaschine, dieeine Rakete loszündet 4) stöst derRitter mit der Pritsche aufden Wasserman, aus dessen Mund Wasserspringt 5) geht er mit ihr nach dem Postamentauf der Erde zu, wo untereinem Kästgen ein Haseverborgen |

 

[IIb-16-1789-0647]
Wer ein Gebet des Muhammedaners nachspricht oder einem muhammed. Weib zu nah kömt: mus einer werden |

 

[Manuskriptseite 77]

[IIb-16-1789-0648]
T. Tissot von den Nerven.von Akkerman übersezt. 2ten Bandes 1 Theil 1781 undSeite 17/17 des 2 Bandes 2tenTheiles

 

[Manuskriptseite 78]

[IIb-16-1789-0649]
Lu 1794

 

[IIb-16-1789-0650]
Iul.

 

[IIb-16-1789-0651]
Sept. 97

 

[IIb-16-1789-0652]
1 Franks medizinische Polizei B. 4 - 4 - 8 - 22.28

 

[IIb-16-1789-0653]
1 Herder Geschichte derMenschheit

 

[IIb-16-1789-0654]
6 Pfingsten pp.

 

[IIb-16-1789-0655]
7 Schottel Rechte in Deutschland - 44

 

[IIb-16-1789-0656]
10 Büschings Vorbereitungen p. - 46

 

[IIb-16-1789-0657]
11 Röchlings Übungen.

 

[IIb-16-1789-0658]
13 Brittische Annalenvon Archenholz

 

[IIb-16-1789-0659]
18 Ritterwes. von de la Curne de Sainte-Palaye, von Klüber p.

 

[IIb-16-1789-0660]
35 Mezgers Abriß der Physiologie 42

 

[IIb-16-1789-0661]
36 Briefe aus dem Noviziat

 

[IIb-16-1789-0662]
42 Höpfner

 

[IIb-16-1789-0663]
45 Mekel - 50 52

 

[IIb-16-1789-0664]
47 Tissot von den Nerven - 56 - 65 -66

 

[IIb-16-1789-0665]
50 Paravicin. de viris claris

 

[IIb-16-1789-0666]
52 Keyßlers Reise d. Italien

 

[IIb-16-1789-0667]
53 Winkopps Hartungus

 

[IIb-16-1789-0668]
57 Herders Ideen

 

[IIb-16-1789-0669]
64 Monatliche Unterredungenvom Reich der Geister

 

[IIb-16-1789-0670]
67 Bemerkungen über Ruslandzweiter Theil -

 

[IIb-16-1789-0671]
68 Home Geschichte derMenschheit

 

[IIb-16-1789-0672]
69 Hemmers Verhaltensregel bei Gewitt.

 

[IIb-16-1789-0673]
70 Iablonski Lexikon

 

[IIb-16-1789-0674]
70 Charakterzüge aus dem Leben Friedrich Wilhelm I