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Faszikel-IIb-21-1790-1791
Seiten: 53 | Einträge: 469
 

Transkription und digitale Edition von Jean Pauls Exzerptheften

Vorgelegt von: Sabine Straub, Monika Vince und Michael Will, unter Mitarbeit von Christian Ammon, Kai Büch und Barbara Krieger. Universität Würzburg. Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition (Leitung: Helmut Pfotenhauer)

Förderung: Fritz Thyssen Stiftung (11/1998-12/2000) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (01/2001-12/2005)
Projektleitung: Michael Will
Gesamtleitung: Helmut Pfotenhauer

Transkriptionsgrundlage: Nachlass Jean Paul. Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Fasz. IIb, Bd. 21

Bearbeitungsschritte:
09.04.2001 MV Beginn der Transkription
26.04.2001 MV Ende der Transkription
15.04.2003 CA/MV Erste Korrektur
25.02.2003 MV Autopsie Berlin
01.11.2005 MIWI Revision und Vorbereitung Online-Update
02.10.2010 CMC Zweite Korrektur

 

Exzerpten.

XXI. Band.

Den 1 Novemb. 1790.

Jean Paul

1790

[Manuskriptseite 1]

[IIb-21-1790-1791-0001]
Nach dem Alkoran kan ieder Muselman einenHeterodoxen tödten. Neuer d. Merk. 90. 1 St.

 

[IIb-21-1790-1791-0002]
D. ihn Oefnung oder Anatomie einer Leiche verboten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0003]
Die Araber übesezten alle szientifischen Werke der Griechen in ihre Sprache, aber keinen Dichter |

 

[IIb-21-1790-1791-0004]
Alte Philosophen: Der Himmel eine sapphyrne Kugel, deren Loch die Sonne ist u. die sich um die Erde wälzt. Wünsch. 1 B.

 

[IIb-21-1790-1791-0005]
Ebenda: Die Mauer des Himmelsgewölbe bekam einen Ris, der mit Kalch beworfen die Milchstrasse ist - andere: Die Sonne gieng sonst diesen Weg u. brante die blauen Steine der Himmelsmauer zu weissem Kalch. |

 

[IIb-21-1790-1791-0006]
Eine Kanonenkugel käme von der Sonne in den Merkur nach 9 Iahren - Venus 17, Mars 40, Iupit. 140, Sat. 250, nächsten Fixstern 20,000,000. |

 

[IIb-21-1790-1791-0007]
Wünsch: 2 Inseltlichter, wovon eines schwach brent, wenn sie einander genähert werden: so brent dies. auch stark. |

 

[IIb-21-1790-1791-0008]
Es giebt nicht 5 einfache Farben sond. 3: Die rothe, grüne, veilchenblaue - denn die gelbe besteht aus der rothen u. grünen - die himmelblaue aus der grünen u. veilchelnblauen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0009]
Die Griesholztinktur - lignum nephriticum geraspelt und Wasser darauf gegossen - in einem Glas gegen das Licht gehalten: sieht roth - stelt man sich zwischen sie und das Fenster: himmelblau. Ein Sonnenstral fährt auf der hintern Seite roth hinaus, von der vordern wird er himmelblau reflektiert |

 

[Manuskriptseite 2]

[IIb-21-1790-1791-0010]
Kobold in Scheidewasser aufgelöset, einige Tropfen Salzgeist hinein: die Schrift damit ist unsichtbar - legt man sie auf den warmen Ofen: wird sie grün, verschwindet nach der Erkältung |

 

[IIb-21-1790-1791-0011]
Da die Pontifizes den römischen Kalender besorgten: machten sie zum Nuzen der Konsulatwerber oft das Iahr 2 Monate zu kurz, weil es die älteren Römer nur auf 10 M. gesezt und Numa 2 Schaltmonate zusezte, mit denen sie 600 I. lang schalteten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0012]
Hunt (Bischof) demonstrat. evangel: Zekrops, Priapus Orpheus Apis Vulkan p waren Moses - Diana, Mus. Venus Minerva waren Mirjam seine Schwester. N. Deutsch. Merkur. 1790

 

[IIb-21-1790-1791-0013]
Im Palais royal eine Kanone, die ein Brenglas wenn die Sonne d. den Meridian geht, anzündet zur Anzeige des Mittags. Schulz |

 

[IIb-21-1790-1791-0014]
Büffon: in erhabnen Gegenden ist das gute Erdreich 3, 1 Fus hoch; in niederen, wegen der Herabschwemmung, 10, 13 F.

 

[IIb-21-1790-1791-0015]
Ebenda: Die Pflanzen geben der Erde weit mehr zurük als sie ihr nehmen u. befruchten sie also; bei den Thieren umgekehrt.

 

[IIb-21-1790-1791-0016]
Dah. mus die fruchtbare Schicht eines bewohnten Landes zulezt werden wie das steinigte Arabien und a. morgenländische Provinzen, die, am längsten bewohnt, iezt nur Salz u. Sand haben, weil die Salze von Thieren und Pflanzen länger bleiben. |

 

[Manuskriptseite 3]

[IIb-21-1790-1791-0017]
Wenn der Gipfel des Bergs wagrecht ist: so liegen seine Schichten auch so - neigt sich iener nach Osten, Süden p: so auch seine Steinschichten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0018]
Alle Schichten sind in iedem Theil ihrer Länge so dik als in einem a. - die weissen und schwarzen Marmorarten haben die diksten Schichten, bunten dünsten |

 

[IIb-21-1790-1791-0019]
Einander gegen über stehende Hügel haben einerlei Höhe u. auf beiden Seiten findet man in gleicher Höhe und Lage die nämlichen Stein und Marmorlagen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0020]
Die grösten Meerstiefen sind am Aequator |

 

[IIb-21-1790-1791-0021]
Alkoran: der Engel Gabriel holtemorgens Muhammed aus seinem Bet, zeigteihm alles in den 7 Himmeln, Paradies u.Hölle und er hatte 90,000 Unterredungenmit Got - bei der Rükkehr warsein Bet noch warm und dasWasser aus dem irdnen Krug nochnicht herausgelaufen. Zuschauer.

 

[IIb-21-1790-1791-0022]
Meiners: Westindien verdirbt u. würdigt herab die edelsten Nazionen.

 

[IIb-21-1790-1791-0023]
Gibbon: die demüthigern Mönche, besonders die in Aegypten, machten blos hölzerne Sandalen und Körbe aus Palmblättern, indes a. abschrieben. 6 Band.

 

[IIb-21-1790-1791-0024]
Die ersten Mönche sahen und sprachen ihre Verwandten aus Heiligkeit nicht; Prior, ein ägyptischer M., erlaubte seiner Schwester, ihn zu sehen, schlos aber seine Augen zu. | Bei ihrer Malzeit waren sie in ihre Kappen gehült. |

 

[IIb-21-1790-1791-0025]
Viktor Vitensis: Augustinus schrieb 232 Bücher, u. eine Erklärung des Psalters, Evangeliums, Homilien und Episteln - Gennadius zweifelt ob iemand noch alle seine Werke geles. oder nur gesammelt. |

 

[Manuskriptseite 4]

[IIb-21-1790-1791-0026]
Die Einwohner von Ispahan gaben dem Timur 70,000 Menschenschädel zum Bau einiger hoher Türme; so auch Bagdad. |

 

[IIb-21-1790-1791-0027]
Die Hunnen hatten auf Schwertern, Schuhen, Gefässen p Gold und Edelsteine; ihres Königs Attilas Kleidung allein einfärbig, hölzernen Stuhl, hölzernes Geschir, kein Brod |

 

[IIb-21-1790-1791-0028]
Die Szythen machten sich beim Gastmal muthiger, dadurch,daß sie ihre Bogensehnen anschwirren liessen. Plutarch. Demetr. tom. V. |

 

[IIb-21-1790-1791-0029]
Die Auguren zu Zizeros und Varros Zeit: die 12 Geier die Romulus sah, bedeuteten, Rom dauerte 12 Iahrhunderte. Und das abendländische Reich fiel wirklich im 12 I. |

 

[IIb-21-1790-1791-0030]
Die Vandalen plünderten in Rom im I. 455. von 15 Iun. bis 29 unter Genserich.

 

[IIb-21-1790-1791-0031]
Die mazedonischen p. Könige opferten, d. ein Land gehend, der Gotheit des Landes. 18 Hauptst. 6 Abs. t.

 

[IIb-21-1790-1791-0032]
Ptolemäus Philopator lies den Iuden, die nicht den Göttern opfern wolten, ein Epheublat einbrandmarken. Lies alle Iuden in Aegypten nach Alexandria in den Renplaz bringen, wolte 2 500 Elephanten auf sieloslassen; wegen seinerTrunkenheit 2 Tage die Volstreckungverschoben; u. dan immer. |||

 

[IIb-21-1790-1791-0033]
Der goldne Tische und Leuchter der Iuden kam d. Titus in den Friedenstempel, nachher wurden sie von dem Genserich u. seinen Vandalen geraubt. Gibbon.

 

[IIb-21-1790-1791-0034]
Sidonius: von Theoderich bat man nur wenn er im Spiel glüklich war, eine Gnade; S. selbst. |

 

[Manuskriptseite 5]

[IIb-21-1790-1791-0035]
Unter dem Kais. Majorian wurden Witwen nach 5 I. unter Verlust des 1/2 Vermögens an Verwandte oder Staat, zur 2ten Ehe gezwungen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0036]
Majorian gieng, um die Vandalen zu erforschen, als sein eigner Gesandter verstelt, mit verändertem Haar, nach Karthago zu Genserich. |

 

[IIb-21-1790-1791-0037]
Da das grosse atlantische Weltmeer einen beträchtlichen Strom von Osten gegen Westen hat: so reiset man schneller aus Europa nach Amerika als von A. zurük. Euler ).

 

[IIb-21-1790-1791-0038]
Hunnerich lies 60 kathol. Christen in Tipasa die Zunge ausschneiden, redeten lebenslang fort, ia ein sonst stummer Knabe fiengs an. |

 

[IIb-21-1790-1791-0039]
Nach den Gesezen der Franken (15/1) folgten die Kinder dem Gesezen der Eltern, Weiber Mannes, Freie des Schuzhern, die Kläger und Angeber des Angeklagten. | Agobard: daher haben oft 5 Menschen die beisammen in 1 Haus sind 5 verschiedne Geseze |

 

[IIb-21-1790-1791-0040]
72 Kompurgatores gehörten zur Lossprechung eines Mordbrenners, Mörders - 300 Ritter beschwuren die Keuschheit der Königin von Frankreich und die Aechtheit des Prinzen des todten Gemals. |

 

[IIb-21-1790-1791-0041]
Bei den Franken schikte der Vater seiner Tochter als Hochzeitgeschenk einen Zug Sklaven an Wagen gekettet wegen dem Entlaufen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0042]
Die Unterthanen der merovingischen Könige durften sich als Sklaven verkaufen, oft bei Hungersnoth |

 

[IIb-21-1790-1791-0043]
Der oberste Barde der Britten fodert für seine Besingung die schönsten vom Heer erbeuteten Kühe |

 

[Manuskriptseite 6]

[IIb-21-1790-1791-0044]
Im I. 1568 wurde auf Elisabeths Befehl eine Versamlung gehalten, 55 Minstrels erhielten Grade in Vokal und Instrumentmusik, der Preis war eine silberne Harfe |

 

[IIb-21-1790-1791-0045]
Die NordAmerikaner vertauschen gern ihre Namen mit den Namen ihrer Freunde, daher haben sie oft europäische; die 2 Söhne des Sachem Massassoit hielten beim englischen Hof um englische Namen an, Philip einer, Alexand. anderer. Amerikanische Anekdot. aus dem Franz. 1789.

 

[IIb-21-1790-1791-0046]
Bei ieder Zusammenkunft müssen die Deputierten der Nazionen die ehemals empfangnen Geschenke mitbringen, zu beweisen daß das Andenken ihrer Freunde ihnen werth ist. |

 

[IIb-21-1790-1791-0047]
Sie beantworten keinen Antrag einer Nazion auf der Stelle od. am nämlichen Tag, blos am anderen T., aus Achtung gegen die anderen. | Fränklin.

 

[IIb-21-1790-1791-0048]
Iedem Redner in ihren Versamlungen lassen sie nach der Rede noch 5 Minuten Zeit, wenn er noch was hinzusezen wil; auch im gemeinen Leben. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0049]
Die Quäker leiden von a. Duzen und Hutaufbehalten nicht; sagen beim Gesundheittrinken blos: ich sehe dich an.

 

[IIb-21-1790-1791-0050]
Die amerikanischen Staaten den Grundsaz: daß keiner zu weitläuftig wird; wird ers: so wird er für unabhängig erklärt.

 

[IIb-21-1790-1791-0051]
Die Weiber sizen bei ihren öffentlichen Versamlungen mit, um

 

[Manuskriptseite 7]

es den Kindern beizubringen; sind die Archive und wissen iedes Traktat von 100 I. |

 

[IIb-21-1790-1791-0052]
Ein Gesez der 12 Tafeln: alle Prozesse müssen an 1 Tag geendigt werden. Bek Weltgeschichte. 1 B.

 

[IIb-21-1790-1791-0053]
Nerva verkaufte die Geräthschaften seines Pallasts, dürftigen Bürgern beizustehen. Xiphilinos. 68, 2.

 

[IIb-21-1790-1791-0054]
Über die Streitigkeiten über Alexanders Nachfolge vergas man seine Begrabung und die Volstreckung seines Testaments. Diod. Sic. 18,4.

 

[IIb-21-1790-1791-0055]
Alle Briefe der ausländischen Könige musten lateinisch sein; so die Römer an sie - alle Staatsgeschäfte darin - daher lateinisch geredet in Thrazien, Brittannien und Deutsch. - Asien, Afrika. * * **] Zeichen möglicherweise bibliographischer Verweis, s. auch gleiche Seite u.

 

[IIb-21-1790-1791-0056]
Bibliotheken waren in den Bädern, Vorleser, als Heiligthum der Götter betrachtet. |

 

[IIb-21-1790-1791-0057]
Blos die verschnittenen Priester der Rhea oder bona dea hatten das Recht, in u. ausser Rom zu betteln. Cicero de leg. II, 9.

 

[IIb-21-1790-1791-0058]
Wer dem Konsul reitend begegnete: muste vom Pferde. Dion. Cass. L. 36. - Die Waffen muste man, so lang man ihn sah, ablegen. Plut. in Pompej. |

 

[IIb-21-1790-1791-0059]
Ein Weisthum oder Iahrsspruch vor imMittelalter war daß an einem Tag dieGemeinden sich v aussagten was sie ihrenObrigkeiten für Rechte zugeständenund was unter ihnen herkömlich. I. f. Deutschl. 90. 4tes St.

 

[IIb-21-1790-1791-0060]
Der Beklagte und Kläger in Rom musten eine Wette über den Gewinner des Prozesses anstellen; das verwettete Geld (Sacramentum) gehörte dem Gottesdienst. Varro de L. L. IV. 4. * *] Zeichen möglicherweise bibliographischer Verweis, siehe gleiche Seite oben

 

[Manuskriptseite 8]

[IIb-21-1790-1791-0061]
Der Fusgänger, der vom Soldaten loswolte, muste beweis. daß er in 20 Feldzügen gewesen. Liv. 52, 34. |

 

[IIb-21-1790-1791-0062]
Farben sind dem Magnetisieren schädlich. Berl. Monatss. 90 Febr., p. 122.

 

[IIb-21-1790-1791-0063]
Die Magnetisierte hört und redet nur im Schlafe, wenn man sie beim Daumen fässet. 123. unedles Metall ihr unangenehm. |

 

[IIb-21-1790-1791-0064]
Der Maler Calkar gieng bei warmem Wetter ohne Strümpfe, aber angemalte. I. für Deutsch.

 

[IIb-21-1790-1791-0065]
Raabe schlägt eine Pferdsterbe=Kassen=Geselschaft vor. |

 

[IIb-21-1790-1791-0066]
Barker in phil. transact. 65 T: in Ostindien entsteht zu Nachts Eis in Pfannen mit kochendem Wasser in Gruben. |

 

[IIb-21-1790-1791-0067]
Bei schlechtem Wetter ruht die Spinne, ie besser es wird, desto weiter spint sie ihre Fäden.

 

[IIb-21-1790-1791-0068]
Der Franziskanermönch Kornelius Adriaanssen zu Brügge in Flandern beredte alle Weiber da zum Zölibat, Männer gaben sich vergeblich Mühe - endlich stiftete er den weiblichen Orden der Andächtigen, zur Pönitenz muste sich die Dame nakt von ihm geiseln lassen. Berl. Monats. 90. März

 

[IIb-21-1790-1791-0069]
Da Antipater von den Spartanern 50 Kinder als Geiseln eines Traktats foderte: sie: "sie wolten lieber 2 mal so viel der vornehmsten Erwachsenen geben." Sterne.

 

[IIb-21-1790-1791-0070]
Kommodus wolte den Monaten neue Namen geben u. Rom den colonia Comodiana. Lamp. 17.

 

[IIb-21-1790-1791-0071]
Didius gab iedem Prätorianer (16000 an der Zahl) 6250 Drachmen oder 1300 Reichstaler. Bek

 

[Manuskriptseite 9]

[IIb-21-1790-1791-0072]
Sanchez lebte in einem Garten, ohne eine Blume anzurühren - litt kein Salz, keinen Pfeffer an seinen Speisen aus Enthaltsamkeit. Sterne

 

[IIb-21-1790-1791-0073]
Philidor publizierte die 17 Geseze des Schachklubs in London, in dem über 100 Glieder waren Meisner ältere Litt.

 

[IIb-21-1790-1791-0074]
Im Dorf Luzenhardt wohnen Kesler Pfannenflicker Spielleute p., 30 Familien - im Frühiahr wenn sie die Felder bestelt, ziehen sie alle fort bis auf den Meier und Anwald; Hütten leer - Herbst zurük - das Dorf tanzt bei ieder Gelegenheit und Geigenstrich. Kostanzer Hans

 

[IIb-21-1790-1791-0075]
Harsdörfer stiftete den Blumenorden oder die Geselschaft der Pegnizschäfer, iedes Mitglied solte gute Verse machen ohne neue ausländische Wörter. Meisner.

 

[IIb-21-1790-1791-0076]
Brillanten, die oben so weit a sie aus der Fassung ragen vonDiamant, unten wo sie drin stecken aus Bergkrystal oder Kieselbestehen u. mit Mastix zusammengeküttet sind,heissen doublettes (F.); darumgemacht, wenn Steine zu Rosettenzu schön sind u. doch nicht hoch genugzu Brillanten. Doublettemus auf der Einfassung stehen,oder à jouer gefast sein d. h.das Kästgen ist untenoffen. Der im Kästgen verborgneTheil heist culasse, vorragendepavillon. Wünsch.

 

[IIb-21-1790-1791-0077]
Die Preise gleicher Diamanten von verschiednem Gewicht verhalten sich wie die Quadratzahlen des Gewichts (einer von 4 Karat 16 mal mehr als einer von 1 K.) |

 

[IIb-21-1790-1791-0078]
Der gröste, (nämlich der des russischen Kaisers, von 779 Karat, werth 4,000,000 Louisdor) war das Auge der Statue des Brama in Ostind., das ein Grenadier stahl |

 

[Manuskriptseite 10]

[IIb-21-1790-1791-0079]
Des erwärmten Turmalins einer Pol ist negativ, a. positiv elektrisch - nach der Abkühlung wird iener positiv, dies. negativ elektrisch - wärmt man blos 1 Seite, indes die a. abkühlt: beide S. Eine Elektriz. |

 

[IIb-21-1790-1791-0080]
D. den Kalch= oder Doppelspath sieht man Buchstaben und a. kleine Dinge doppelt |

 

[IIb-21-1790-1791-0081]
Iupiter h - mit der iagenden Kallisto unter der Gestalt der Diana; Iuno wandelte sie in eine Bärin aus Rache. Iupiter h -] Bedeutung = Jupiter hurte

 

[IIb-21-1790-1791-0082]
Argus fütterte die Kuh, Io, mit bitterem Kraut und schlammigem Wasser; sie gab sich ihrem Vater d. Schreiben in den Sand zu erkennen. | Begebenheiten der Götter und Helden. Gotha. 1778.

 

[IIb-21-1790-1791-0083]
Poole, ein Knabe in Suffolk fält von Geld in Ohnmacht und Zuckungen. Magazin p.

 

[IIb-21-1790-1791-0084]
Stink= oder Schweinstein oder Stinkspath riecht, gerieben oder auf glühenden Kohlen, wie Kazenurin. Wünsch.

 

[IIb-21-1790-1791-0085]
Türkisse sind in Kalksteine verwandelte Zähne oder Knochen, grünlichblau von den Kupfer oder Eisentheilgen; sonst Halbedelsteine - in Frankreich eine Menschenhand so, in der Luft wurde sie blau. |

 

[IIb-21-1790-1791-0086]
Die Athener musten dem Minos, König von Kreta, iährl alle9 I. 14 Kinder, zur Büssung desMords an seinem Sohn,senden, die dem Minotaurus (Halbmensch=Halbochs)vorgeworfen wurden - nach dem Philochoro war lezterer vornehmst.Staatsbedienter, der den ersten Sieg beiden Spielen davon trug unddie Kinderscharf hielt. Götter und Helden

 

[IIb-21-1790-1791-0087]
Alchakim Biamvilla Alchakim Biamvilla] nicht gefunden in Aegypten lies sich von Alhadi Alhadi] nicht gefunden

 

[Manuskriptseite 11]

für einen Got erklären u., daß er das sei, d. 16000 Namensunterschriften bezeugen. Verbot den Weibern Schuhe damit sie zu Hause blieben; befahl 10,000 Iuden Christen und Heiden, sogleich Mahummedaner zu werden, in 8 Tagen musten sie den alten Glauben wieder nehmen. Meißner Aeltere Litt. 1 St.

 

[IIb-21-1790-1791-0088]
Man opferte dem Nil ein Mädgen (nachher nur ein irdenes) wenn er nicht recht überschwemte. Schneider Note zu Savary's Brief. 1 Th. 329. Bek.

 

[IIb-21-1790-1791-0089]
Die Naphtagruben um Sodom wurden entzündet von Blizen, Thal brach ein, See hervor |

 

[IIb-21-1790-1791-0090]
Nach einigen kömt die Kabbala von R. Akibha u. seinem Schüler R. Schimon Ben Iochai, nach a. aus dem 10 Säk. |

 

[IIb-21-1790-1791-0091]
Die Töchter des Minyas wandelte Bacchus, weil sie bei dem Bacchanal zu Haus webten, in Fledermäuse.

 

[IIb-21-1790-1791-0092]
Die Krähen saufen im Monat IulIunius; leben nicht 900 Iahre wie man sagt - 1 bunteK. macht keinen Winter. Richters Naturhistorie

 

[IIb-21-1790-1791-0093]
Die Fabel, der Guckuk wandle sich in einen Sperber, daher, weil er in verschiednen Altern verschiedne Farben kriegt u. wie der Sperber im Herbst kleine Vögel angreift. |

 

[IIb-21-1790-1791-0094]
An den spanischen Küsten enthält iedes Pfund Meerwasser 2 Loth Salz, unter Hamburg 1 L., im finnischen Meerbus. 1/2. Wünsch.

 

[IIb-21-1790-1791-0095]
Portugal Spanien Frankreich graben an den Ufern Gruben oder Kanäle, die, vol Meerwasser, verschlossen werden u., von der Sonne ausgetroknet, Meersalz geben |

 

[Manuskriptseite 12]

[IIb-21-1790-1791-0096]
Zinnerne Waren, mit 2 Stempeln am Boden unten oder Rande, am schlechtesten, unter 2 Pfund Zin 1 Pfund Blei - mit 3 Stemp., 5 Loth Blei in 1 Pfund Z. - 4 Stemp., 97 L. Z. mit 3 L. Blei - Zeichen des englischen Zins ist ein Engel auf Boden oder Rand des Gefässes. |

 

[IIb-21-1790-1791-0097]
Eisen fast blos in Afrika gediegen - ist fast stets in Wasser, in allen Torf= u. Erdarten, in allen Edelsteinen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0098]
Dü Guesklin in der Kindheit unbändig, den ganzen Tag hatt' er einen Stok womit er ieden schlug, aber nur in einem Winkel. Deutsche Monatsschrift. )

 

[IIb-21-1790-1791-0099]
In Sachsen theilt man den Gewinst eines Bergwerks in 2 132 gleiche Theileoder Kuxen - 128 gehören denen, die die Kosten zumBergbau hergeben - eine dem Landshern - einedem Eigner der liegenden Güter,worauf das Bergwerk ist; eineder Kirche; eine der Armuth. |

 

[IIb-21-1790-1791-0100]
Die Krebse werden im Magen des Kabliau so roth wie gekocht. Richter.

 

[IIb-21-1790-1791-0101]
Ein Paar Fliegen bringt in 1 I. 444480 Iunge; 2 Läuse Weibgen in 8 Wochen 10,000 L. - ein Paar Tauben in 4 I. 18008 Iunge. |

 

[IIb-21-1790-1791-0102]
Der Skorpion 3 Augen auf ieder Seite der Brust, 2 aufm Rücken |

 

[IIb-21-1790-1791-0103]
Da auf der Insel Aegina die Pest: bat der König Aeakus den Iupiter ihn um Menschen, {w}Wünschte, daß so viele würden als er Ameisen unter einer Eiche sahe; im Traume sah er sie grösser und endlich Menschen werden; beim Erwachen warens welche, hiessen Myrmidonen. Begebenheiten der Götter

 

[Manuskriptseite 13]

[IIb-21-1790-1791-0104]
Glaukus schüttete am Meerufer seine Fische über Gras, worauf sie auflebten u. ins Wasser sprangen; er as von ihm: und sprang auch hinein, wandelte sich, grünes Haar, Fischschwanz |

 

[IIb-21-1790-1791-0105]
Die Sibylle von Kumä bat von Apollo soviel I. als sie Sandkörner in der Hand hatte; vergas Bitte der Iugend; 1000 I. alt, zulezt nur Stimme, womit sie Orakel gab |

 

[IIb-21-1790-1791-0106]
Bei Marienberg sollen gewisse Steinarten wie Bisam riechen wenn man sie zerschlägt. Richter

 

[IIb-21-1790-1791-0107]
Smaragd geprüft an der Kälte, daß sie, im Mund gehalten, nicht erwärmen | warm ist er blau, kalt grün |

 

[IIb-21-1790-1791-0108]
Im Sachsenland, das in Siebenbürgen liegt, findet ieder Bauer sein Salz vor der Thür, in seinem Hof, das er oben von der Erde nimt u. das nachwächst |

 

[IIb-21-1790-1791-0109]
Den Berg Livaro bohren die Italiener an, damit Naphta herausrinne. Wünsch.

 

[IIb-21-1790-1791-0110]
Die abgedrukten Gerippe auf Schiefersteine sind in einer gekrümten Lage, zum Beweis daß das Thier Konvulsivisch starb |

 

[IIb-21-1790-1791-0111]
Mineralisierte Muscheln p liegen amseichtesten - Fische und Landthiere tiefer - m.Hölzer noch tiefer - Blätter= und Blumenabdrücke amtiefsten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0112]
Die grossen Männer lebten ausser Athen, um dem Neid nicht sichtbar zu sein, z B. Chabrias, Konon, Iphikrates. Corn. Chabr. III.

 

[IIb-21-1790-1791-0113]
Bei den Reichsgrafen von Pappenheim folgt blos der älteste

 

[Manuskriptseite 14]

aus der Familie in der Regierung. Büsching.

 

[IIb-21-1790-1791-0114]
Sonst wurden in der Mansabtei Eberach die Herzen der Würzburger Bischöffe in die Stiftskirche beigesezt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0115]
In Mariäbronn 1/2 Meilen von Mainz ist ein Priesterhaus für schwache und alte Pfarrer |

 

[IIb-21-1790-1791-0116]
Im Dorf Grosvargula n im Erfurtischen Staatwird blos alle hohe Festtage katholischer Gottesdienstgehalten |

 

[IIb-21-1790-1791-0117]
Im erfurtischen Staat schikt die Abtei Petersberg alle 4 Wochen einen Geistlichen nach Weimar, und das Augustinerkloster alle 4 W. einen nach Blankenhain, alle 14 Tage nach Gotha, katholischen Gottesdienst zu halten |

 

[IIb-21-1790-1791-0118]
In Mainz ist das Spital zum Heiligen Geist für Dienstmägde - zu St. Alexius für Bediente - zu St. Barbara u. zu St. Katharina f. Handwerkspurschen u. Fremde |

 

[IIb-21-1790-1791-0119]
Vom Entblössen der säugenden Brust bekamen Kinder Konvulsionen. Süsmilch Ordnung Gott. II. 439.

 

[IIb-21-1790-1791-0120]
In einer Stadt beschwört, daß nur 5 Buchdrucker da sein sollen, der 6te. Deutsches Museum Okt. 1779.

 

[IIb-21-1790-1791-0121]
Schikaneder spielte zu Pest, Presburg p den Graf Waltron unter freiem Himmel, Bataillone Quarré Feuer, Kanonieren p. Magazin.

 

[IIb-21-1790-1791-0122]
Kampe: in Deutschland sind 200,000 Poeten; Mumme der Bierbrauer mehr Verdienst als Homer |

 

[Manuskriptseite 15]

[IIb-21-1790-1791-0123]
Karl der Grosse verbot, aus Eroberungssucht, mit Waffen zu handeln. Otto.

 

[IIb-21-1790-1791-0124]
Stapel= u. Niederlagsrecht und Markt waren (u. wandelte) alzeit da, in der Stadt, wo Reichs= -Gerichts=Versamlungen - Pfalzgrafen waren. |

 

[IIb-21-1790-1791-0125]
Da Perseus zur Tödtung der Medusa abreiste: fand er aufm Weg alles, Menschen, Thiere p. versteinert von ihren Blicken. Begebenheiten der Gött.

 

[IIb-21-1790-1791-0126]
Da sich Erigone erhang: so strafte der Himmel die Attiker, daß sich alle Weiber erhiengen - Orakel sagte: man solte den Schatten der Nymphe versöhnen; - machen daher iährlich Strik an Zweige und schwingen sich als Erhängte od. hängen Bilder auf |

 

[IIb-21-1790-1791-0127]
Semiramis, Tochter der in einen Fisch verkehrten Derzeto, wurde von Tauben gewärmt, getränkt mit Milch u. mit Käse - nach dem Tod in eine verwandelt und von den Asiaten als eine verehrt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0128]
Die Arkadier - vielleicht darum in der Götterverehrung am eifrigsten weil sie die meisten G. als Lands=Eingeborne betrachteten - machten um Mittag kein Geräusch, um nicht den in Wäldern schlafenden Pan zu stören |

 

[IIb-21-1790-1791-0129]
Pauw über die Aegypter: der Minorit Mersenne schrieb: in Paris gäb es 60,000 Atheisten und er kenne in 1 Haus 12. Voltaire Fragments sur quelques revolutions dans l'inde.

 

[IIb-21-1790-1791-0130]
Zwei Araber sahen auf der Küste Indiens einen Fakir, nakt mit Ketten, das Gesicht gegen die Sonne, Arme ausgestrekt - da sie nach 16 I. wieder vorbeigiengen, war er noch in nämlicher Stellung |

 

[Manuskriptseite 16]

[IIb-21-1790-1791-0131]
Die schönste Fontaine zu Bruxelles ist ein Kind von Bronze, (von Flammand Flammand] nicht gefunden, Bildhauer heißt anders (Duquesnoy) gemacht) das Wasser pisset; die Damen geben ihm iährlich einen Anzug und eine Perücke |

 

[IIb-21-1790-1791-0132]
Karl der Grosse trieb Heerden von Sachsen in die Weser, um zu ersaufen oder getauft zu werden; 4 1/2 000 S. lies er 782 an einem Tage bei Verden enthaupten; Todesstrafe sezte er auf Nichtannahme der Taufe. capit. de part. Sax. c. 8. Bek.

 

[IIb-21-1790-1791-0133]
Ditmar: die späten Griechen verwandelten Landreis.= Kriege in Seereisen p. - Armeen in Flotten - Städte in Flüsse und umgekehrt. - Europa war der Name des mythischen Böoziens - das myth. Sizilien war Aleppo - die Gorgonen eine Nazion im nordlichen Kleinasien - Arabien hies Thrazien, Zilizien Italien dess. Völker die Kaukasischen Völker der mythischen Zeit. 1789.

 

[IIb-21-1790-1791-0134]
Nach einer Bayreuther Verordnung von 1721 darf ein Bräutigam 5 Tage vor der Trauung beischlafen. Berliner Bibl. 91 B., S. 86.

 

[IIb-21-1790-1791-0135]
Karminati gab roh und gekocht Eidechs. und Vipern gegen Kräze u. Franzos., mehrt Pulsschlag und Wärme. |

 

[IIb-21-1790-1791-0136]
Löfler russischer Provinzialmedikus: Falsüchtige haben desto öftere Zufälle, ie näher sie dem Südpol kamen; vielleicht auch beim Nordpol |

 

[IIb-21-1790-1791-0137]
Richter: die Ochsen= und Schweinsgalle hat mineralisches Laugensalz, flüchtige L., Salzsäure, brenbares Wesen, Kalkerde, keine Eisentheile - Wasser. |

 

[IIb-21-1790-1791-0138]
In Mähren und Niedersachsen wurden Verkauf und Kauf durch einen Trunk bestätigt und gültig. | 167

 

[Manuskriptseite 17]

[IIb-21-1790-1791-0139]
Die Geschwornen im Rathe zu Brünn waren in eine Kapuze verhült. | 167.

 

[IIb-21-1790-1791-0140]
Der Upper oder Headmaster an der Westminsterschule hat iährlich 9,000 Reichstaler Einkünfte, der Subrektor 6,000 und Hofnung, Dechanten und Bischöffe zu werden. Wendeborn. |

 

[IIb-21-1790-1791-0141]
In Athen konte ieder Reiche d. Sklaven alle Handwerke betreiben ohne sie zu können - Demosthenes hatte eine Degenfabrik wo 33 Sklaven arbeiteten, u. eine Manufaktur von Decken wo 20. - Der ganze Bergbau d. Sklaven. Reitemeier von den griechischen Sklav. |

 

[IIb-21-1790-1791-0142]
Athenäus: in Attika 400,000. Sklaven. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0143]
In Hamburg 180 Armenpfleger; niemand, kein Gastwirth p. darf Fremde aufnehmen, die er nicht, wenn er voraussieht, daß sie dem Publikum zur Last fallen werden, den Tag nach der Ankunft den Armenpflegern seines Quartiers anzeigt - im Gegenfal mus er mit zu ihrer Unterhaltung steuern | p. 226.

 

[IIb-21-1790-1791-0144]
Da alle Arbeitsbienen Mütter sind, aber da in den 6eckigen Zellen von den 2 Eierstöcken nur der kleinere, der Drohnen legt, nicht der grössere, der die meisten, nämlich Weibgen legt, ungepresst u. undestruiert bleibt: so legen nur einige Arbeitsbienen Drohnen, nie ihres Gleichen. Aber die Hauptmutter kömt als Raupe in eine runde Zelle u. grössere Z. u. den besten Futterbrei. In den ersten 6 Tagen der Frühiahrs Weisellosigkeit (weil die Mutter vom Eierlegen stirbt) sezen sie wegen Misrathen 3, 10 p. Weisel an u. gerathen die: so Schwärmen | p. 269.

 

[Manuskriptseite 18]

[IIb-21-1790-1791-0145]
Sie sezen oft wenn die alte Mutter mat und tod geschienen, neue Mütter an; daher sind oft bei jungen Schwärmen alte Mütter. |

 

[IIb-21-1790-1791-0146]
Die Italiener können vom Geruch des englischen Leders sterben. 2 St. S. 437

 

[IIb-21-1790-1791-0147]
Die Männer kleiden sich meist als Abbati |

 

[IIb-21-1790-1791-0148]
Herman van der Hardt erklärt den Ionas symbolisch - Leß: der Walfisch ein Schif, das ihn aufnahm - Michaelis Herder Eichhorn: eine lehrende Erdichtung den Has geg der Iudengegen die Heiden z.beschämen - Hezel, Thaddäus: eine, um die Erfüllungsaurer Prophetenpflichten zu empfehlen - Grimm Prof. in Duisburg: wahr bis zum Sturm,das übrige kam ihm im Traum vor |

 

[IIb-21-1790-1791-0149]
In Chrudim, Kreisstadt, wo sonst viel Wein aber iezt nimmer reif, drohen die Mütter bösen Kindern mit Chrudimer Wein. | 500.

 

[IIb-21-1790-1791-0150]
Im Dorf Milawez (im Klattauer Kreis) getraut sich kein Viehhirt zu blasen, weil der h. Adelbert einen Hirten, der ihn aus dem Schlaf blies, taub machte | 504.

 

[IIb-21-1790-1791-0151]
Buxtorf: die Iuden eine Beichte; der Beichtende erwählte sich einen parain, der ihm 39 Geiselhiebe gab, die er von ihm wiederbekam. Voltaire Verités éclaircies.

 

[IIb-21-1790-1791-0152]
Ströme, die noch nicht d. Seen geflossen sind, sind mehr oder weniger trübe. De Lüc.

 

[IIb-21-1790-1791-0153]
Rousseau: Hirten haben wegen der Nothwendigkeit zu Schreien, eine starke Stimme |

 

[Manuskriptseite 19]

[IIb-21-1790-1791-0154]
In Freiburg, das die Aar durchschneidet, spricht am linken Ufer des Flusses kein Mensch deutsch; rechten keiner französisch. |

 

[IIb-21-1790-1791-0155]
Aar, Rhein, Rhone kommen trüb von den Bergen, werden klar in Seen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0156]
Marius Verweigerung des Grusses Zeichen des Halsgerichts bei Mord in Rom. Plut. II. 887. Bek.

 

[IIb-21-1790-1791-0157]
Zäsar gewan Dankfeste von 15 Tagen, eines von 20 T. Caes. 2, 3. - 4, 38 |

 

[IIb-21-1790-1791-0158]
Für Zizero Tod 50,000 Reichstaler gezahlt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0159]
Klaudius erfand 3 neue Buchstaben Suet. 41. Tiberius neue Worte dio. 57, 17.

 

[IIb-21-1790-1791-0160]
Auch die Nerven bestehen unter dem Mikroskop aus kleinen Kügelgen. Plat. Anthropol.

 

[IIb-21-1790-1791-0161]
Im Walliser Land sind die auf den Bergen glüklich schön, klug - Thälern die Kretins, häslich. de Luc.

 

[IIb-21-1790-1791-0162]
Die Häuser da von Holz 200 I. alt ohne Merkmal - Bären angemalt aus Achtung, weils ihre Waffen sind |

 

[IIb-21-1790-1791-0163]
Frauenzimmer haben auf Reisen unerwarteten Muth und Kräfte |

 

[IIb-21-1790-1791-0164]
Die Eisfelder oder Gletscher bewegen sich (vom untern Schmelzen). Bauern schreiben Leben zu |

 

[IIb-21-1790-1791-0165]
Die 20 Dekanate oder Landdechaneien im Erzstift Trier heissen auch Christenheiten. Büsching

 

[IIb-21-1790-1791-0166]
Die Triersche Kirche fieng sonst (erst im vorigen Säkulum abgeschaft) vom 25 März, also 9 ihre Iahrs=

 

[Manuskriptseite 20]

zahl nach Christi Geburt an und übertraf dieGewöhnliche um 9 Monate. |

 

[IIb-21-1790-1791-0167]
Vom Sälzerbrunnen dürfen die Armen alte leere Krüge unentgeldlich füllen und unversiegelt nehmen u. verkaufen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0168]
Die Unterthanen des Erzstift Kölln behaupten, Landessteuern p. nur freiwillig geben zu müss., heissen sie daher Charitativsubsidien, lassen sich stets Reversalien darüber vom Landshern ausstell., u. heissen freie Peterlein |

 

[IIb-21-1790-1791-0169]
Erzbischof von Köln hat vom Pabst das Recht sich das Kreuz vortragen zu lassen und ein Prunkpferd (naccus) zu halten |

 

[IIb-21-1790-1791-0170]
Von Rheinberg, das der Rhein sonst benezte, fliest flos erseit dem Ende des vorigen Säkulumseine Stunde weit ab |

 

[IIb-21-1790-1791-0171]
In den mitlern Zeiten beschenkte man seine Gäste mit Kleidern und Waffen. Meißner ältere Litterat.

 

[IIb-21-1790-1791-0172]
D. Venel in Orbe im Bernischen heilt alle krumme p. Füsse d. Binden, Einschnallen Schrauben. p I. für Deutschl.

 

[IIb-21-1790-1791-0173]
An der Franzosenkrankheit starben Pabst Iulius II., Leo II X, Franz I. von Frankreich. Voltaire.

 

[IIb-21-1790-1791-0174]
Noch vor 1 Säk. verstand ein Niedersachse einen Friesen, Angelsachsen, Gothen, Dänen und Isländer. I. für Deutsch. 90 St. 8. Dreier.

 

[Manuskriptseite 21]

[IIb-21-1790-1791-0175]
Um zu Kais. Rudolph II. zu kommen, muste man sich in einen Stalknecht verkleiden. Schiller

 

[IIb-21-1790-1791-0176]
An gewissen katholischen Orten wird in der Karwoche nur mit hölzernen Glocken geläutet. Französ. Mus. 1 St.

 

[IIb-21-1790-1791-0177]
Gretry bekömt nach iedem Komponieren heftiges Blutspeien. |

 

[IIb-21-1790-1791-0178]
Er: auf leichte, oder unnüze, schlechte Ausdrücke und Verse mus der Komponist mit einem Forté verdecken bei der Theatermusik. |

 

[IIb-21-1790-1791-0179]
Er wil ein de profundis komponieren u. fälts gut aus, auf den Umschlag sezen: bei meiner Beerdigung aufzuführen |

 

[IIb-21-1790-1791-0180]
Richelieu beichtete der Nachwelt alles, u. von a. Personen mit; viele weibliche Billets hob er unerbrochen seinem Biographen auf. |

 

[IIb-21-1790-1791-0181]
Man schmeichelte Ludwig XIV mit einem persischen Ambassadeur, der ein Portugiesischer von den Iesuiten erwählter Abendtheurer war. |

 

[IIb-21-1790-1791-0182]
Paris Paris] nicht eindeutig identifizierbar feierte seinen Tod mit Festen, Bällen p. die bis an seinen Begräbnisort reichten. D. unbekante Strassen trug man ihn, damit das Volk ihn nicht beleidigte |

 

[IIb-21-1790-1791-0183]
Herschel entdekte den 6 Trabanten Saturns, der um ihn in 32 Stunden 3' 9" läuft - 7ten, in 22 St. 40' 4". |

 

[IIb-21-1790-1791-0184]
Broussonet: an den Fischen ersezen sich die Flosfedern. de la Metherie. |

 

[Manuskriptseite 22]

[IIb-21-1790-1791-0185]
De la Tüde De la Tüde] nicht gefunden machte in der Bastille Ratten, weil sie ihn plagten, zahm, 10 R. |

 

[IIb-21-1790-1791-0186]
Wöchentlich erscheinen in London 37 Zeitungen in gros folio, iede englische Stadt hat eine eigne Z.; halten eine Z. für die beste Schuzwehr ihrer Freiheit - daher die Amerikaner mit ieder neuen Pflanzstätte zugleich eine neue Buchdruckerei anlegen |

 

[IIb-21-1790-1791-0187]
Die Abgabe davon trägt dem öffentlichen Schaz 12 Millionen Livr. |

 

[IIb-21-1790-1791-0188]
Die Mitglieder des Unterhauses, die Pairs, Minister, die ersten Kommis geniessen d. ganz Grosbrittannien, ausser Ireland, Postfreiheit |

 

[IIb-21-1790-1791-0189]
Die Gebrüder Didot lassen die besten Dichter in 12 Foliobände drücken, 100 Abdrücke - die besondern Lettern dazu werden nachher vernichtet. |

 

[IIb-21-1790-1791-0190]
Im Iahr 1544 der Schweinpfinnenbesichtigungs=Räthe gedacht, die in Frank. die pfinnigen Zungen der Schweine untersucht. |

 

[IIb-21-1790-1791-0191]
Der Prinz von Kondé, Sohn des grossen K., nichts mehr essen, weil er sich für todt. Der Abt Finot Finot] nicht gefunden zeigte ihnen ähnliche Todte, die ässen; er auch mit ihnen - ihre Gespräche. |

 

[IIb-21-1790-1791-0192]
Sömmering de lapillis velprope vel intra glandulam pinealem sitis: in der Zirbeldrüse sind immer Steine, sie gehören zum natürlichen Bau derselben Anthrop.

 

[IIb-21-1790-1791-0193]
Ruysch: der ganze Körper besteht aus Gefässen. |

 

[Manuskriptseite 23]

[IIb-21-1790-1791-0194]
Crusius: Die Seele denkt u. wirkt, wenn sie hin und her im Gehirn fährt; ist daher die Materie, worin sie sich bewegt, zu eng, dicht, nicht ausweichend: so kein Bewustsein. dessen Weg zur Gewisheit. S. 80. 81 |

 

[IIb-21-1790-1791-0195]
Das Thermometer zeigt in der Fieberhize oft Kälte, im Frost unnatürliche Wärme |

 

[IIb-21-1790-1791-0196]
Der Geschmak ist mit höchster Klarheit in der Zunge, niedrer im Magen, schwächer in Gedärm p. |

 

[IIb-21-1790-1791-0197]
Gute Säfte werden oft an Orten, wohin sie nicht gehören, wie verdorben gefühlt, z B. das von Boerhaave sogenante glutinosum spontaneum macht Ekel im Magen, obsgleich beste Lymphe ist |

 

[IIb-21-1790-1791-0198]
Die Ausführungswerkzeuge haben bei aller Reizbarkeit nur Geneigtheit, das Böse der Säfte, nicht Gute an sich zu ziehen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0199]
Manche Nervenzufälle sind Tolheit der anima sensitiva |

 

[IIb-21-1790-1791-0200]
Ein Offizier im Invalidenhaus zu Paris bekam, da er beim ersten Verband einer Schuswunde am Fus ein Vomitiren bekam, nachher bei Schmerzen am F. Erbrechen, und wenn er sich den Magen verdorben, S. am F. |

 

[IIb-21-1790-1791-0201]
In Heidelberg bekamen d. die Religionsdeklarazion die Katholik. den Chor u. die Reformierten das Schif der Kapelle ad St. Spiritum. Büsching

 

[IIb-21-1790-1791-0202]
Sizilien und die Städte Elyrus und Aptera (?) hatten eine Biene auf ihren Münzen, zum Zeichen des Bienenbaus. Mannigfaltigkeit

 

[Manuskriptseite 24]

[IIb-21-1790-1791-0203]
Die Trauben im Tokaier Weinberge haben sind, entgegen a., trokneu. grüne Beeren - aus ienen wird die Essenz oder dasbeste gemacht. Neueste Mannigf.

 

[IIb-21-1790-1791-0204]
In der Schneiderherberge zu Leiden zeigt man den Tisch wo Iohann van Leiden Arbeit zugeschnitten als Schneider - lies in Münster Geld schlagen, gesucht unter Namen Wiedertäufer=Thaler. Volkman Reis. d. die vereinigten Niederlande.

 

[IIb-21-1790-1791-0205]
In Harlem gehen zur Aufmunterung die Bleicher bei einem Konkurs allen Kreditoren vor. 8ter Brief. |

 

[IIb-21-1790-1791-0206]
Da müssen die Katholiken, weil sie die Protestanten übertreffen, ein C über ihre Häuser sezen, damit Beider Prediger nicht die Häuser verwechseln. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0207]
Da man dem Pfalzgraf Friedrich II. seine Musik als weiblich machend vorwarf: bewies er das Gegentheil d. ein Thurnier gegen den Herrn von Munkenvall Munkenvall] nicht gefunden. Meißner

 

[IIb-21-1790-1791-0208]
Zwischen Kämpfern im Turnier wurde damals ein Unterschied von 4 Schuh errichtet, sich nur von oben zu treffen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0209]
Den Szioppius machte der Pabst zum Patrizius zu Rom u. zum Ritter von S. Peter, der Kaiser und König von Spanien zum Geheimden Rath u. der Erbe des Ottomannen Throns, Iachia, zum Grafen von Klaravalle und zum Fürst von Athen und zum Herzog von Theben. Merkur.

 

[IIb-21-1790-1791-0210]
Die eroberten Güter, die die Franken ihren Kriegsgefährten gaben, waren mehr Antheil 1 Heers od.

 

[Manuskriptseite 25]

fürstlicher Beamten als Eigenthum einer Familie, hiessen anfangs Fiskalgüter, dan Benefizien, Ehren. Meißner

 

[IIb-21-1790-1791-0211]
Wegen der grössern Vorzüge und Genugthuung gaben viele ihre Allodialgüter hin; empfiengen sie als Lehn zurük, hiessen feudum oblatum |

 

[IIb-21-1790-1791-0212]
Rittersprung - damit man sein Lehn einem Fremden verkaufen oder sonst damit schalten darf - der daß einer, der keine mänlichen Erben hat u. dazu noch stark genug ist, auf einen Zelter im Küras springt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0213]
Fabre d' Uzes gab Albertets Gedichte für seine aus, dafür öffentlich mit Ruthen gestrichen. Iöchers Gelehrten Lexik. |

 

[IIb-21-1790-1791-0214]
In Sachs. 10 rl Strafe für den, der nicht mit fremdem Hopfen braut. |

 

[IIb-21-1790-1791-0215]
Die Tempelhern ritten anfangs auf 1 Pferden 2 Man aus Armuth -daher ihr Sinbild auf dem Siegel.

 

[IIb-21-1790-1791-0216]
Philip von Frank. erhöhte die Münze 1303 um 1/3, 1306 um 2/3.

 

[IIb-21-1790-1791-0217]
Im Arsenal zu Amsterdam liegen für 80,000 Man Gewehre. Volkman.

 

[IIb-21-1790-1791-0218]
Im Orient umschliest Palläste ein grosser Hof, worin grosse Geselschaften bei Hochzeiten, Beschneidungen, Gerichte sind, Bewirthungen. Anekdoten Lex.

 

[IIb-21-1790-1791-0219]
Die persischen Generale müssen bei allen Operazionen die Sterndeuter zu Rathe ziehen |

 

[Manuskriptseite 26]

[IIb-21-1790-1791-0220]
Iulia Gonzaga so schön in Italien daß der Barbarossa sie mit 2000 Türken für seinen Hern Soliman entführen wolte. Deutscher Merkur.

 

[IIb-21-1790-1791-0221]
Die Sines. Kaufleute haben Silberstangen und Scheeren, gleich u. genau soviel abzuschneiden als der Werth der Waare beträgt. Lina. Lina] nicht gefunden, Briefe an Lina (S. v. La Roche?)

 

[IIb-21-1790-1791-0222]
In Lyon werden iährlich 25000 Zentner Seide zu Stoff p. verarbeitet, 79000 Pfund Silber u. 5 Z. Gold zu Stickereien |

 

[IIb-21-1790-1791-0223]
In Blozheim im obern Elsas wird alle 3 Iahre der beste Iüngling Augraf (Verwalter der Au) kriegt Kranz, Schaumünze - sind 2 an Tugend gleich, wird der ärmste gewählt. Fedders.

 

[IIb-21-1790-1791-0224]
Zu St. Ferieux bei Besançon Sittenfest, wo das beste Mädgen einen Schleier von 6 Livr. bekömt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0225]
Karta, höchster Got der Parsen, hat 1000 Köpfe, 2000 Hände, 2000 Beine. du Perron.

 

[IIb-21-1790-1791-0226]
Wenn ein Kind bei ihnen geboren: wirds 3mal mit Ochsenurin gewaschen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0227]
Wer seinen Eltern 3mal widerspricht, wird als ungehorsam getödtet |

 

[IIb-21-1790-1791-0228]
Bis ins 7 I. fält alles Böse des Kinds auf die Eltern |

 

[IIb-21-1790-1791-0229]
Alle 4 Tage müssen die Pars. sich mit Ochsenurin waschen |

 

[IIb-21-1790-1791-0230]
Bei Festen der Ackerleute müssen die Hähne, Hörner aller Thiere und die Thüren roth gemalt sein |

 

[Manuskriptseite 27]

[IIb-21-1790-1791-0231]
Von Betrübnis kömt Wassersucht, Verstopfung, kein Urin, Schlag, Verschleimung, unreine Wunden und Athem, krebshafte Geschwüre. Platner.

 

[IIb-21-1790-1791-0232]
Zwischen Leber und Gehirnfibern ist d. das 8te Paar und Interkostaln. Sympathie; so auch zwischen Nieren und Gehirnfibern. |

 

[IIb-21-1790-1791-0233]
Auf die Eingeweide des Unterleibs u. das System der Pfortader wirkt der Zorn am heilsamsten. | §. 1074.

 

[IIb-21-1790-1791-0234]
In der Kindheit kömt vom Denken Erweichung und Verunstaltung der Knochen, Wachsthum des Kopfs. |

 

[IIb-21-1790-1791-0235]
Später kömt davon Verschleimung, Brüche, Unreinigkeit im Magen, Verkleinern der Augen §. 1181. - Trägheit in Sprachwerkzeugen, Ungelenks. in Armen und Füssen Bewegungen, unsicherer Gang ||

 

[IIb-21-1790-1791-0236]
Es geht stufenweise vom Gift zum Brechmittel, vom B. zum Purgiermittel, vom P. zum auflösenden |

 

[IIb-21-1790-1791-0237]
Böse Säfte sind eben so oft die Wirkungen als Ursache der Krankheit. |

 

[IIb-21-1790-1791-0238]
Nervensympath. zwischen Ohr u. Sprachwerkzeugen - Augen u. matrix - Leber und Zwegfel - Milz u. Zwergfel - matrix u. Athemwerkzeugen - zwischen allen wilkürlichen Muskeln |

 

[IIb-21-1790-1791-0239]
La Roche: die erste Ursache warum man in Frankreich kleine Gerichte - weil die Eszimmer verziert, Gefässe u. Speisen ge=

 

[Manuskriptseite 28]

schmakvol und der Puz der Weiber - der Genus des Auges hindert den anderen. Briefe an Lina

 

[IIb-21-1790-1791-0240]
Den Unbequemlichkeiten eines zu grossen, und kleinen Tisches hilft eine Spiegelplatte in der Mitte ab, wenn darauf Porzellangestalten und Blumen sind - diese geben Anlas zu Bildhauer= p. gesprächen; zum Besehen im Spiegel - auf rundem Tisch um den Spiegel, lang 3 auf ieder Seite |

 

[IIb-21-1790-1791-0241]
Von der prächtig gepuzt. Wirthin fodert man kostbare Speis. - daher iene so simpel sei wie der Tisch |

 

[IIb-21-1790-1791-0242]
Im Visittenzimmer habe man Frauenzimmerarbeit oder sonst etwas Seltenes, um die Unterhaltung anzuknüpfen. Eine Frau hatte deswegen 2 alte Porzellantassen mit Hand Heb und 2 sines. Figuren, der eine Kopf nikte, der a. schüttelte |

 

[IIb-21-1790-1791-0243]
Da die Maintenon das Stift zu St. Cyr, wo 300 iunge Damen erzogen werden, einrichtete u. die Arbeiten ieder Stelle einrichtete: so verrichten sie iede Woche, von der Obervorsteherin bis zur Laienschwester, die Arbeit iedeiner a. Stelle |

 

[IIb-21-1790-1791-0244]
Der Lagettobaum in Iamaika hat 12 Lagen übereinander, 1 als dichteste zum Kleid, 2te feiner zum Hemd, andere Mouselin, lezte als Spizen |

 

[IIb-21-1790-1791-0245]
Ein Einwohner der Insel St. Kilda umarmte, da er das erstemal aufs feste Land kam, einen Baum, weil auf seiner Insel nur Gesträuch, wo gar keine Laste sind. |

 

[Manuskriptseite 29]

[IIb-21-1790-1791-0246]
Holländer bringen nach Europa iährlich 330,000 Pfund Gewürznelken - 250,000 Pfund Muskatnüsse, 100,000 Pfund Muskatblume, 96000 Pfund Zimmet |

 

[IIb-21-1790-1791-0247]
Bei Rimini ist ein Meersand, der unter dem Mikroskop lauter Müschelgen ist |

 

[IIb-21-1790-1791-0248]
In England haben die Weiber ein besonderes Mikroskop den ungleichen Faden der Leinwand u. a. Zeuge zu beurtheilen

 

[IIb-21-1790-1791-0249]
Mercier: Rousseaus Emil, Büffon, Raynal von beiden Indien scheinen bei Aussicht auf einsame Bauerhütten und die Wipfel der Wälder geschrieben zu sein |

 

[IIb-21-1790-1791-0250]
Die griechischen Priester erfanden den Ringeltanz, Auf und Untergehen der Sterne anzudeuten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0251]
Bei den Festen der Flora tanzte man mit Blumenkränzen - Zeres K. von Aehren - Pomona Fruchtgewinde - Diana mit Pfeil und Bogen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0252]
Einer: man solte die Landstrassen mit Bäumen bepflanzen, damit bei Schnee niemand sich verirte.

 

[IIb-21-1790-1791-0253]
S. Marino, Stadt u. Republik auf einem Felsen, hat 5000 Seelen. Hyperb. Briefe 1 St.

 

[IIb-21-1790-1791-0254]
Ein Schwede verliert d. Schifbruch 12 I. sein Bewustsein - eine Ader an der Stirn zerspringt, Bewustsein, wundert sich daß in 1 Nacht seine Freunde so gealtert |

 

[IIb-21-1790-1791-0255]
Wenn einer im königlichen Pallast Blut vergiesset: so Verlust der Hand und lebenslang Gefängnis - der Kastel=

 

[Manuskriptseite 30]

lan mus einen neuen Blok liefern - der Bratenkoch die Kohlen, die blutstillenden Instrumente zu glühen - Kellermeister Wein zur Labung, Hofbecker Buttersemmeln - Geflügelverwahrer Kapaun auf die Wunde zu binden - Küchenmeister Messer zur Operazion - Meisterkoch schleifts - Hofwundarzt verbindet |

 

[IIb-21-1790-1791-0256]
Man sperre die Hunde am Tag ein, damit sie zu Nachts desto munterer sind. Cato de re rustica

 

[IIb-21-1790-1791-0257]
Brittische Aerzte: d. die Verpflanzung fremder Zähne unter seine bekomt man alle Krankheiten des 1ten Besizers. Strausfeder Strausfeder] Buchtitel?

 

[IIb-21-1790-1791-0258]
Die Gentos betrachten das Wasser als ein heil. Element, das sie zu Schif entweihten; wegen dies. Entweihung werden sie aus ihrer Kaste gestossen, daher nur Auswurf zu uns. Archenholz. 2 B. Annalen

 

[IIb-21-1790-1791-0259]
Gesez unter der Königin Elisabeth: wer seine Pfarkirche 1 Sontag nicht besucht, 1 Schilling Strafe - 1 Monat, 20 Pfund. |

 

[IIb-21-1790-1791-0260]
Ebenda: wer keine Lust zum Kirchgehen, so lang eingekerkert, bis er sie kriegt |

 

[IIb-21-1790-1791-0261]
Todesstrafe für den der eine Witwe heirathet, so für den heirathenden Witwer |

 

[IIb-21-1790-1791-0262]
Unt. Iakob I.: 2/3 Vermögen Verlust, wer lange aus der Kirche bleibt; sogar für Gäste u. deren Diener mus der Eigenthümer bezahlen. | Alle dies. Geseze noch.

 

[IIb-21-1790-1791-0263]
Das gemacht: Transportazion auf Beschädigung der

 

[Manuskriptseite 31]

Blumenbeete, Orangenbäume und ausländischen Pflanzen |

 

[IIb-21-1790-1791-0264]
Wenn ein Walliser ein Pferd ausser der Provinz Wallis verkauft: Hochverraths schuldig. |

 

[IIb-21-1790-1791-0265]
Unter der Rubrik "für geheimen Dienst des Staats" bekommen die englischen Minister iährlich grosse unbestimte Summen von denen sie keine Rechnung ablegen |

 

[IIb-21-1790-1791-0266]
Die Holländer liefern den Sines. viel Zin zur Bereitung des Papiers, das sie morgens und Abends bei ihren Gözenopfern verbrennen |

 

[IIb-21-1790-1791-0267]
Forsyth ein Mittel die entrindeten Bäume mit einer künstlichen Rinde zu heilen |

 

[IIb-21-1790-1791-0268]
Bakewel lieh einen Bok seiner Grösse wegen iährlich für 400 Pfund aus |

 

[IIb-21-1790-1791-0269]
Für die Eisenbergwerke zu Coalbrooke Dale sind die Strassengleise, die zu den Schmieden führen, mit Eisen platt zum Ziehen belegt. Eben da macht man Schiffe blos von Eisen - in Deptford eines von Kupfer |

 

[IIb-21-1790-1791-0270]
Kingston, Pachter bei Bristol, ohne Arme geboren rasiert sich, zäumt sattelt, alle Landarbeiten, mit Messer Gabel und Löffel isset er. |

 

[IIb-21-1790-1791-0271]
Vor einem neuen Parlament werden die Flecken, die Repräsentanten ins P. senden dürfen, theuer erstanden; z B. der Brauer Whitbread erstand den Flecken Gatton für 80,000. Pfund - der Lord Lonsdale schikt wegen solcher gekaufter Flecken 11 Mitglieder, L. Oxford 7. |

 

[Manuskriptseite 32]

[IIb-21-1790-1791-0272]
In Likolnshire eine Damensozietät, die, zum Florieren der Wolfabriken, nur wollene Zeuge trägt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0273]
Im Waisenhaus zu Edinburg machen die Kinder ihre Kleider Schuhe, Betten, Bücherbände selbst, selbst kochen p |

 

[IIb-21-1790-1791-0274]
Die Millenarier, weil die Türken Eroberungen Vorboten des 1000iährigen Reichs, Prediger mit Zeitungen auf der Kanzel und verkünden die Siege über sie |

 

[IIb-21-1790-1791-0275]
Die Sandemonier lehren d. Würfel die Kinder die biblische Geschichte, die auf Karten gemalt; der Wurf bezeichnet die Karten die der Spielende erklären mus |

 

[IIb-21-1790-1791-0276]
So oft der König d. den Langley Wald reist: kriegt er ein Paar weisse Iagdhunde mit silbernen Halsbändern und einer goldnen Kette gekuppelt |

 

[IIb-21-1790-1791-0277]
Wilhelm II.: daß im Forst zu Lyndhurst keiner einen Hund hielte, der grösser wäre als daß er d. seinen Steigbügel kriechen könte, er müste denn an 1 Vorderfuss gelahmt sein |

 

[IIb-21-1790-1791-0278]
Wer die Stelle eines Scherifs der Stadt London nicht annimt: 600 Pfund Strafe; 1789 bezahlten 5 Bürger |

 

[IIb-21-1790-1791-0279]
Das Amt des Sprechers im Unterhaus ist als Präsident zu handeln, die Titel der Bils zu lesen, stimmen zu lassen, Sizungen für den Tag aufzuheben; hat ein Szepter, keine Stimme ausser eine entscheidende bei gleichen St., nie Redner bei Debatten |

 

[Manuskriptseite 33]

[IIb-21-1790-1791-0280]
Klub, um die Buchführer obszener Bücher zu verfolgen. 3 B.

 

[IIb-21-1790-1791-0281]
Da der Britte fleischig ist: so bietet er dem Künstler keine so straffen Muskeln dar als der magre Südländer, daher inkorrekte Zeichnung |

 

[IIb-21-1790-1791-0282]
Boydell 3 Zimmer seiner Shakespear=Gallerie, lauter Gemälde aus dessen Stücken | Maklin von den übrigen englischen Dichtern |

 

[IIb-21-1790-1791-0283]
Kneller malte nur die Gesichtszüge der Portraits; ein a. die Perücken - a. Hut - a. Rok - a. Knöpfe - a. Spizenmanschetten |

 

[IIb-21-1790-1791-0284]
Billington sezte Youngs Nachtgedanken in Musik |

 

[IIb-21-1790-1791-0285]
Ludwig XVI befahl im Amerikanischen Krieg Kooks Schif zu schonen und zu unterstüzen |

 

[IIb-21-1790-1791-0286]
In London boxten 2 Brauerknechte sich aus Fässern heraus, die fest waren |

 

[IIb-21-1790-1791-0287]
Im April eröfnete ein Kaufman ein Wetbuch (Policy, sind gestempelt u. vor Tribunal gültig): 100 Guineen zu bezahlen und dafür täglich 1 zu empfangen bis England einen Krieg bekäme |

 

[IIb-21-1790-1791-0288]
Einer eines auf Iosephs Iosephs] nicht gefunden, wer damit gemeint ist Tod u. Leben |

 

[IIb-21-1790-1791-0289]
Gesez Königin Anna: ein Perückenmacher, der ein wenig Mehl im Laden und Haus hat, Strafe von 10 Pfund; 40 Schilling für Frisieren am Sontag |

 

[Manuskriptseite 34]

[IIb-21-1790-1791-0290]
Der Doktor Monsey schos die Zähne aus dem Mund |

 

[IIb-21-1790-1791-0291]
Der Ritter Thomas Wroughton spielte mit sich Karten, Angst des Verlusts, warf sich Betrug vor |

 

[IIb-21-1790-1791-0292]
Mörder hingerichtet einige Tage nach dem Urtheil, andere Missethäter nach der nächsten Gerichtssession |

 

[IIb-21-1790-1791-0293]
In Brentford wählt sich das Volk einen König, ders bei allen politischen Vorfällen lenkt, iezt 2 Könige, ein Krämer und ein Kleiderhändler |

 

[IIb-21-1790-1791-0294]
Am grün Donnerst. kriegen soviel Arme als der König Iahre hat, Kleider Wein und Geld |

 

[IIb-21-1790-1791-0295]
Auf der Insel Man kriegt die Genothzüchtigte einen Ring Schwert, Strik, ob der Kerl gehenkt, geköpft oder ihr Man werden sol |

 

[IIb-21-1790-1791-0296]
In Engl. der Zankzaum gegen zänkische Weiber, hölzerne Maske mit einem scharfen Eisen auf ihre Zunge |

 

[IIb-21-1790-1791-0297]
Im Okt. 89 waren in allen englischen Schuldgefängnissen 16,409 Gefangne; Im Ienner 90. in Newgate 700 |

 

[IIb-21-1790-1791-0298]
Gesez Georg II: 50 Pfund Strafe auf Sontagskonzert zum Vortheil des Angebers |

 

[IIb-21-1790-1791-0299]
Das Regenmaas ist sich in einer Periode von 9 zu 9 Iahren gleich. Gött. Musenalmanach

 

[IIb-21-1790-1791-0300]
Am Tag regnets öfter als Nachts, Abend mehr als Morgenstunden |

 

[IIb-21-1790-1791-0301]
Gewitter mit Wind blos Hagel, ohne, Bliz |

 

[Manuskriptseite 35]

[IIb-21-1790-1791-0302]
Die Zitazion vom heimlichen Gericht wurde um Mitternacht ans Thor geschlagen u. 3 Spähne aus dem Thorflügel geschnitten. Sagen der Vorzeit 1 B.

 

[IIb-21-1790-1791-0303]
Denen Rittern, die ein Kloster sehr dotiert hatten, legte man eine Kutte über den Harnisch im Sarg an |

 

[IIb-21-1790-1791-0304]
Die Deutschen bauten bei ihren Burgen an einen Brunnen ein kleines Haus - hies Ruhe - zum Ausruhen der Wanderer |

 

[IIb-21-1790-1791-0305]
Der Dolch der Barmherzigkeit war einer, den ein Ritter an der Seite trug um den vom Pferd gefalnen Feind zu erstechen wenn er nicht rief Barmherzigkeit |

 

[IIb-21-1790-1791-0306]
Wenn die Meistersänger d. Städte zu einer Feierlichkeit; fürstlichen Vermählung, wozu sie verschrieben wurden, reisten: so bekamen sie einen Zehrpfennig |

 

[IIb-21-1790-1791-0307]
In Paris 150,000 Fremde. Schulze Schulze] nicht gefunden ||.

 

[IIb-21-1790-1791-0308]
Die Gebrüder Perrier bringen d. 2 Dampfmaschinen d. iede das Wass. in 24 Stunden 48,600 Muids Wass. 100 Fus hoch, versehen Paris mit Wasser; ein Muid täglich kostet iährlich 50 Livr. Abonnement - heist compagnie des eaux de Paris. |

 

[IIb-21-1790-1791-0309]
Der h. Ludwig hörte in Pontoise das Kalb, das ihn zum Kreuzfahren beredete, im Fieber; dort K. am besten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0310]
An den Tisannenmaschinnen auf den öffentlichen Pläzen sind Wimpel, Windmühlenflügel mit klappernden Glocken; im Bauche der Maschine ein Spiegel für den Trinker; sieht bald wie ein Thurm, Haus p., er wie ein Hanswurst |

 

[Manuskriptseite 36]

[IIb-21-1790-1791-0311]
Haben den Namen Fiacre von einem berühmten Augustinermönch, dessen heiliges Bild man überal, also auch an die Miethwagen anbrachte |

 

[IIb-21-1790-1791-0312]
Brouette ein 2räderiges Fuhrwerk mit einer Gabel in der ein Mensch zieht |

 

[IIb-21-1790-1791-0313]
Zur Zeit der Minderiährigkeit Ludwigs XIV brachte der Herzog von Orleans den Spas auf daß die grossen Herren auf dem pont neuf bestahlen |

 

[IIb-21-1790-1791-0314]
Bei der Erfindung des Milchbrodes entstand ein Streit, Geistliche und Aerzte verdamten es, endlich verbot das Parlament es förmlich. Hyperb. Briefe. B. 4.

 

[IIb-21-1790-1791-0315]
Die Mme Poura Mme Poura] nicht gefunden hob die Feder womit Voltaire die Henriade schrieb, in einemdiamantnen Kästgen auf |

 

[IIb-21-1790-1791-0316]
In der Sprache von Barantola ists Wort "heilig" nicht, Hottentotten nicht Geist. Herder

 

[IIb-21-1790-1791-0317]
In allen alten Sprachen viele Präterita, ein oder kein Präsens. |

 

[IIb-21-1790-1791-0318]
Im I. 519 unter den Griechen u. szythischen Mönchen ein Streit, ob man sagen könne: einer aus der Dreieinigkeit sei gekreuzigt worden. V. der Kirche beiaht. Mosheim 3 Th.

 

[IIb-21-1790-1791-0319]
Im 6 I. nur an den 3 Festen getauft. |

 

[IIb-21-1790-1791-0320]
In Alexandrien behauptetet Iulianus von Halikarnas 519, die götliche Natur Christi hätte den Körper gleich von der Empfängnis durchdrungen u. unverweslich gemacht. Hatte 3lei Anhänger, einen Christi Leib sei erschaffen, a. nicht, 3ten verwese wegen der Almacht der götlichen Natur nicht; hiessen Aphtartodozeten,

 

[Manuskriptseite 37]

Dozeten, Phantasiasten, Kajanisten (vom anhängenden Bischof Kajanus Kajanus] nicht gefunden). |

 

[IIb-21-1790-1791-0321]
Severus von Antiochien u. Damianus: sein Leib vor der Auferstehung verweslich u. hatte alle menschlichen Schwachheiten - hiessen Phartolaträ, Christolaträ, Kreatikolä. - Xenajas oder Philoxenus von Mabug die Mittelstrasse: Christus lit uns. Schwachheiten, aber nicht von Natur sondern freiwillig |

 

[IIb-21-1790-1791-0322]
Einige von den Korrupziolis, z B. Themistius Diakon zu Alexandria u. Theodos Bischof da, : Christi götliche Natur wisse alles, die menschliche vieles nicht. | §. 68. hiess. Agnoïten, Themistianer. |

 

[IIb-21-1790-1791-0323]
Der Agami, eine Art Hund unter den Vögeln führt in Cayenne Truthüner p. auf Weide, weiden Schafe. Encyclopedie methodique,Ornithologie par Mauduyt.

 

[IIb-21-1790-1791-0324]
Zahme Störche brüten nie.

 

[IIb-21-1790-1791-0325]
Die Französischen Könige leisteten ihren Unterthanen wegen Ländereien, die von ihrem Lehen abhiengen, Lehenspflicht. Franz. Mus.

 

[IIb-21-1790-1791-0326]
Das dem französischen König unmittelbar zustehende Gebiet bestand im 11 Säk. nur in Paris, Etampes, Compiegne, Melun und Bourges, die englischen hatten von Fr. mehr als 2/3. |

 

[IIb-21-1790-1791-0327]
Die meisten Eicheln keimen, weil Raben sie in die Erde verstecken. Reis. der Salzm. Zöglinge 1 B.

 

[Manuskriptseite 38]

[IIb-21-1790-1791-0328]
Des Vesuvs Asche verzehrt Blätter und Früchte u. hindert 2 I. das Wachsthum, mehrt aber die Fruchtbarkeit des Landes. Hamiltons Beobachtungen über den Vulkan

 

[IIb-21-1790-1791-0329]
Aus einigen Hölen des Aetna wird ganz Sizilien und Malta mit Schnee versehen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0330]
Die Lavaströme des Aetna 15, 20 Meilen lang, 7 breit, 50 Fus tief, Vesuvs 7 Meilen lang. |

 

[IIb-21-1790-1791-0331]
Ein Lavastrom des Aetna untergrub 1669 einen mit Weinstöcken bepflanzten Hügel der Iesuiten u. führte ihn 1/2 Meile vom Ort |

 

[IIb-21-1790-1791-0332]
Der Vesuv spie 492 I. nicht aus, die Seiten des Kraters mit Gebüsch bewachsen, innen eine Au für Viehweide, wilde Schweine |

 

[IIb-21-1790-1791-0333]
In die Hügel um Neapel hieb man Zimmer aus in denen man von selbst schwizt |

 

[IIb-21-1790-1791-0334]
Nach Strabo sind viele Inseln im Archipelagus die sonst die Zykladen hiess., d. aus dem Meer heraufgestiegen - Insel Santorini entstand 237 V. C. G. nach Plinius; 130 I. darauf die grosse Kammeni nach Strabo |

 

[IIb-21-1790-1791-0335]
Das Instrument zum Köpfe einschlagen im Krieg in Neuseeland ist ein hölzerner Kopf mit einer steinernen Zunge Reisen der Salzmanschen Zöglinge. 2 B.

 

[IIb-21-1790-1791-0336]
An der Wolga wächst Süsholz (Glycirrhiza Liquiritia) dicker als ein starker Mansarm. Büsching

 

[IIb-21-1790-1791-0337]
In der Steppe Iaizkaja (in der kaukas. Stathalterschaft) der Berg Bogdo Oola in einer weiten Ebne allein;

 

[Manuskriptseite 39]

Kalmüken: entstand von einem Nachtlager des Dalai Lama daher der Salzhügel oben von einem Bisgen Salz seiner Malzeit. |

 

[IIb-21-1790-1791-0338]
Kadiere hielt die Unzucht, die P. Girard im Beichtstuhl mit ihr trieb, für Absoluzion. Thümmel

 

[IIb-21-1790-1791-0339]
In Provence fressen die Schöpse Rosmarin. |

 

[IIb-21-1790-1791-0340]
Bartholomäus Adam Beringer Hofmedikus des Fürstbischofs zu Würzburg fand in einer Sandgrube versteinerte Eidexen Vögel p., die ein Kollege vom Steinmez gemacht dahin graben lies - in einem ganzen Folianten beschrieb er sie, am Ende sagt er: daß der ihn betrogen. | um 1/2 Ladenpreis.

 

[IIb-21-1790-1791-0341]
Ludwig XIV wolte den Superintendent Foquet im Fest, das ien* dieserienem auf seinem Landhaus zuVeaux gab, in den Kerker schickenlassen, doch später. |weil er die Valiere liebte |

 

[IIb-21-1790-1791-0342]
Da man unter Vaninis Sachen eine Kröte in einer Flasche fand: wurde er, schon einmal losgesprochen, als Atheist verbrent, seine Zunge zerquetscht. Kosegarten

 

[IIb-21-1790-1791-0343]
Nach Hunnerichs und seiner Vandalen Einfal in Afrika sah man da lang daMenschen ohne Hände, Augen, Nas.. Mosheims Kirchengesch. 3 Theil.

 

[IIb-21-1790-1791-0344]
Im 5 Säk. brachen da die arianischen Bischöffe u. Priester zu Nachts mit bewafnetem Gefolg ein in die Häuser der Rechtgläubigen u. tauften sie zum 2ten male; die deswegen Asche aufs Haupt, Sak an u. die Tauftücher von sich rissen. |

 

[Manuskriptseite 40]

[IIb-21-1790-1791-0345]
Damals bedekten die Perser den ganzen Körper eines Christen mit zerspaltnem Schilfrohr, mit Stricken fest angebunden u. zogen das Rohr mit der Seite, die zerspalten aufgelegt wurde, heraus; oder warfen sie gebunden in Gruben vol Ratten, die sie langsam frassen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0346]
Simeon lies sich 40 Tage einmauern ohne zu essen und zu Trinken - stand zulezt nur auf 1 Fus, der a. abgefault; stieg nur von einem Pfeiler, um auf einen höhern; sein Gebet bestand in Bückungen bis zu den Zähen, man ermüdete da man 1244 gezählt; as nur Sontags. | von Einem

 

[IIb-21-1790-1791-0347]
Abscheu vor Weibern; seine Mutter starb an seiner Weigerung, sie zu sehen - machte sie lebend, damit sie ihn t lächelnd ansah, wieder tod ||

 

[IIb-21-1790-1791-0348]
Im 6 I. waren bei den Kathedralkirchen Schulen, wo der Bischof oder ein a. die Kinder in den 7 freien Künsten unterwies eh sie zur Bibel geführt wurden. Dahermusten Kodizes, ab. blos von schwachen,zur Arbeit unfähigen Mönchenabgeschrieben werden. |

 

[IIb-21-1790-1791-0349]
Die Wunder, die Muhammed Christo beilegt, sind alle aus dem apokryph. Evangelium seiner Kindheit genommen, weil er mehr die apocryphae als das N.T. nuzte ||

 

[IIb-21-1790-1791-0350]
Sich sprach er als götlichen Gesandten von Auflagen, Almosen frei, durfte an Fasttagen beischlafen, ehebrechen, seine und seiner Frau Verläumder tödten ||

 

[Manuskriptseite 41]

[IIb-21-1790-1791-0351]
Ein 3maliger Posaunenschal, zwischen iedem 40 Iahre, kündigt das iüngste Gericht an, 1. das Blasen der Bestürzung, wo alles erschrikt, 2ter das der Entselung, alles stirbt - 3ter das der Auferstehung, wo die Gerechten bekleidet, die Gotlosen nakt auferstehen. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0352]
Die nothwendigen Almos. - Sakat - sind 2 1/2 von 100 abzugeben; Sadakat, oder freiwillige, die noch einmal so stark sein müssen. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0353]
Die Sonniten halten den Abubekr für den Nachfolger Muhammeds, nehmen die Sonna oder Tradizion an, dies. sind Türken, Tataren, Araber, Afrikaner, meisten Indier - die Schiiten halten den Aly dafür, keine Tradizion, Perser und Mogoren |||

 

[IIb-21-1790-1791-0354]
Im 7 Säk. massen sich die meisten Märtyr Bischöffe dieFähigkeit bei, Gebein der Heiligenund Märtyrer zu entdecken |

 

[IIb-21-1790-1791-0355]
Einige Monotheleten nahmen 1 substanziellen u. 2 natürlichen Willen an | - a. Monotheleten: der menschliche u. der götliche wären da, wirkten aber einträchtig - andere: es sei 1ner geworden - andere: der menschliche (der Seele Christi) sei das Werkzeug des götlichen |

 

[IIb-21-1790-1791-0356]
Der Benediktinermönch Winifried aus Devonshire (von Pabst Gregor III Bonifazius genent und zum Erzbischof von Mainz und Primas von Deutschl. gemacht) lies aus der Eiche Iupiters, wo iezt Geismar ist, ein Bethaus für den h. Petrus bauen, wurde in Friesland nebst 50 Geistlichen erschlagen. |

 

[Manuskriptseite 42]

[IIb-21-1790-1791-0357]
Al Mansur, der Kalif, lies allen Christen in Armenien Syrien Mesopotamien das Zeichen der Knechtschaft an Stirne Rücken Arm Brust und Schultern aufdrücken, verbot ihnen Wissenschaften zu lernen u. zu Nachts in die Kirche zu gehen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0358]
Die Fürsten im 8 Säkulum (z B. Karl der Grosse, der gar kein Sklave der Geistlichkeit) beschenkten die Bischöffe p. mit soviel Gütern p. um theils weil Got geheiligte Männer mehrTreue versprachen als Krieger Häupterdes Staats, theils damit *...* dieBischöffe die Grafen Ritter p. im Zaum hielten. DaherKarl wegen der Furcht vorden Herzogen von Benevento, Spoleto,Kapua p. viel von Italien dem Pabst gab | §. 112.

 

[IIb-21-1790-1791-0359]
Der Pabst gewan all das Ansehen, das der Oberpriester der Druiden bei den Galliern hatte (Iul. Caes. de b. Gall. VI. 13. dessen Ban alle menschlichen Rechte nahm) und an das sie als Heiden gewöhnt waren |

 

[IIb-21-1790-1791-0360]
Im 8 S. entstanden d. den Stifter Chrodegang (Bischof zu Mez) die Fratres dominici oder nachher sogenante canonici (Korhern) die, ohne die 3 Gelübde, in einem Kloster lebten, gemeinschaftlich schliefen und assen, kanonische Horen hatten - die alten bekamen iährlich eine neue Kappe, die iungen die alten. |

 

[IIb-21-1790-1791-0361]
Die Perikopen waren schon im 6 Säkulum in Rom gebräuchlich; aber Karlm. Karlm.] Karlmann (Onkel v. Karl dem Grossen)?, der den Gottesdienst zu Rom überal ausbreiten wolte, diesen Theil

 

[Manuskriptseite 43]

desselben den Kirchen unter ihm anbefahl; daher die Kirchen, die die römische Gewohnheit nicht annahmen, a. Perikopen haben, z B. die zu Mayland. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0362]
Die Tonsur ist 1) die griechische, die über den ganzen Kopf geht 2) schottische geht nur über den Vorderkopf von einem Ohr zum anderen 3) römische beschiert den obern Theil des Kopfs, dessen untere Haare eine Krone machen. || Seml. Sel. cap. hist. eccl. T. II.

 

[IIb-21-1790-1791-0363]
Karl endete 804 den 30iährigen Krieg mit den Sachsen; lies 10,000 ienseits der Elbe, mit Weibern und Kindern nach Frankreich u. Deutschland bringen, damit sie mit den Franken 1 Volk machten u. den Gözendienst verliessen. |||

 

[IIb-21-1790-1791-0364]
Ein Betrüger nn gab sich für den Isidor (Bischof von Sevilien im 6Säkulum) u. für den Samler dervon ihm erdichteten Dekretalbriefe derPäbste aus; da alle Bischöffe ihremNamen das Wort peccatorbeisezten: so er auch, woraus einige Abschreibermercator gemacht; dah. Isidorus merc. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0365]
Theodor von Studium (Beiname vom Kloster Studium zu Konstantinopel, wovon er 798 Abt wurde) gröste Bilderdiener: Christi Bild sei nichts als, die Götlichkeit ausgenommen, Christus selbst; einerlei, ihn oder sein Bild anbeten; Glauben an Christus heist glauben daß er in seinem Bild ähnlich gemalt ist. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0366]
Die Ordalien durften an keinem Festtage, in keiner Woche wo ein grosses Fest, angestelt werden; 3 Tage

 

[Manuskriptseite 44]

vorher muste man fasten, beichten und kommunizieren. - Vor der Feuerprobe untersucht ob man keine Amulete oder Hostien bei sich, das Feuer zu löschen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0367]
Wood: in der traurigen Einöde Arabiens und Syriens sieht man am Tage nur Sand, zu Nachts hingegen den gestirnten Himmel, daher die Anbetung dessen, weil es keine a. Gegenstände der Anbetung gab - bei den Griechen hingegen wegen der schönen Gegenden auch solche Götter. | Maclaine

 

[IIb-21-1790-1791-0368]
Struchtmeier (Professor der Beredsamkeit zu Harderwik in Geldern) 1757: die Mythologie stelte die Theol. dar; Iuno sei das alte Israel; Diana christliche Kirche; die beiden Schlangen Herkules die Sadduzäer und Pharisäer - im Buche: der symbolische Herkules ||

 

[IIb-21-1790-1791-0369]
Der Abt Barsumas u. der Bischof von Alexandria Dioskorus und Soldaten schlugen auf dem Konzil zu Ephesus im 5 Säkulum den Flavian auf den Tod u. die orthodoxen Bischöffe musten sich unter die Bänke vor ihm verstecken ||

 

[IIb-21-1790-1791-0370]
Huet, Vossius, Fabrizius, Beausobre: Chalcidius (Platoniker im 6 Säkulum) war ein Christ - andere: keiner - Mosheim: Mittelweg, nahm Christenthum *ezum Theil an, zum Theilnicht - Brucker: wahr, aber er bekantesich öffentlich dazu. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0371]
Origenes: nach der Auferstehung wären alle Körper rund, Christus werde in d. künftigen Welt gekreuzigt, die Teufel zu erlösen ||

 

[Manuskriptseite 45]

[IIb-21-1790-1791-0372]
Wegen des schreklichen Misbrauchs des Eides verband König von Burgundien, Gondebaud, im 5ten Säk. mit iedem das Duel. ||

 

[IIb-21-1790-1791-0373]
Bei der Feuerprobe hielt man eine eiserne glühende Kugel; oder gieng über desto mehr Pflugscharen, ie grösser das Verbrechen ||

 

[IIb-21-1790-1791-0374]
Bei den Kalmücken giebt die Ehebrecherin dem Man 4 Stük Vieh und ihr Verführer 5. Pallas Mongolische Völker. Meiners

 

[IIb-21-1790-1791-0375]
Die Sinesen lassen aus Eifersucht die Weiber nur in Gehäusen mit eis. Gittern auf Reis. tragen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0376]
Wer eine Freie eine Hure oder Hexe schalt: muste soviel Busse Geld geben als hätt er einen Man erschlagen - ihre Hand oder Finger entblöst und berührt, 15 Schillinge, die auch für Abhauung des Mittelfingers eines Mans. LexSal. |

 

[IIb-21-1790-1791-0377]
Betasten des Busens u. Abhauung der Nase oder 3 Finger eines Kriegers kostet 45 Schillinge |

 

[IIb-21-1790-1791-0378]
Ein Kus wider Willen mit Verweisung gestraft. Mallet introd. dans l'histoire dedannemarc. ch |

 

[IIb-21-1790-1791-0379]
Gläubiger waren von Rechtswegen gezwungen, ihren Schuldnern im Einlager ausser den Unterhaltungskosten wöchentlich 2 mal Frauengeld (d. i. zum Huren) zu geben. |

 

[IIb-21-1790-1791-0380]
Im Mittelalter hies man die Hurenkinder Pfaffenkinder, die Geistlichen baten ihre Nachbarn öffentlich zum Gevatter u. zahlten den Bischöffen für ihre Kinder die Gebühr |.

 

[Manuskriptseite 46]

[IIb-21-1790-1791-0381]
Alle siberischen Völker (Tungusen, Buräten p) halten kranke, schwangere, entbundne u. säugende Weiber für unrein, dürfen nicht Speisen noch Geräthe berühren, welche nach der Berührung d. Feuer gereinigt werden. |

 

[IIb-21-1790-1791-0382]
In Siberien verkauft der Man seine Frau dem a. für eine Blase Thran. Pallas. Beit. 1. |

 

[IIb-21-1790-1791-0383]
Den meisten Völkern mongolischer Abkunft ist der Tabak unentbehrlich |

 

[IIb-21-1790-1791-0384]
Die meisten Mong. und alle amerikanischen Wilden beweis. ihren alten Müttern, die von ihnen in der Iugend gemishandelt wurden, Ehre und grösten Gehorsam |

 

[IIb-21-1790-1791-0385]
Im N. Amerika kriegt die Braut einen ledernen Riemen - zum Beweis daß sie alle Lasten tragen müssen - einen Kessel - daß sie kochen - einen Holzstos, daß sie alles Holz tragen müssen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0386]
In manchen Gegenden mus sie alles Holz für den künftigen Winter zusammenschleppen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0387]
In Brasilien wohnt iede Frau eines Vornehmen in einer besonderen Hütte u. iede kocht, sattelt, u. arbeitet für ihn, die die Nacht vorher bei ihm geschlafen. Frezier. |

 

[IIb-21-1790-1791-0388]
Bei den Karaiben hat iede Frau ihren Monat, wo sie beim Manne wohnt, kocht p. du Tertre II. |

 

[IIb-21-1790-1791-0389]
Da 1 Sprache, die blos Weib. reden u. Männer zwar verstehen aber nie gebrauchen - 2te von Männern - 3te von Kriegern und Alten, um Weibern und Iungen ihre Rathschläge zu verbergen. Labat. 81 |

 

[IIb-21-1790-1791-0390]
Unter den Natchez, wo die Regenten Sonnenkinder sind, können die Fürstentöchter, welchen sie wollen, tödten

 

[Manuskriptseite 47]

lassen auf der Stelle von ihren Wachen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0391]
In Peru lies der regierende Ynka zu gewissen Zeiten alle Iünglinge u. Mädgen aus dem könig. u. a. Geschlecht zusammenkommen u. vermählte sie - so die Befehlshaber in Städten und Dörfern. |

 

[IIb-21-1790-1791-0392]
Dem Neger, auch als Sklaven in Westindien, mus die Frau kniend Tabak geben, kniend begrüss. und die Fliegen vom Schlafenden scheuchen Moore |

 

[IIb-21-1790-1791-0393]
Bei Streitigkeiten unter Negerweibern tragen sie ihre Nothdurft dem Man kniend vor, dessen Urtheil sie befolgen. Proyart. I. |

 

[IIb-21-1790-1791-0394]
Die Mandingos in Afrika haben ein geheimes Gericht wider die Weiber errichtet, reden bei Unternehmungen gegen sie eine Sprache, welche zu lernen einer Frau das Leben kostete; der Mumbo=Jumbo der Rächer des Ordens; sie gegeiselt, getödtet. Moore |

 

[IIb-21-1790-1791-0395]
Die Königinn der Gagern befahl daß keine Söhne, wenigstens keine, denen die obern Zähne vor den unteren ausbrächen, am Leben blieben, weil einmal d. einen solch. die Gag. zerstört werden solten. Cavaggi Cavaggi] nicht gefunden. |

 

[IIb-21-1790-1791-0396]
In Bantam u. dem übrigen Iava verloben die Väter ihre Kinder oft noch in Mutterleib wie in Sina, aus Furcht die Könige rauben sie für ihren Haram u. sie werden nach dem Tod der Väter von den alles erbenden Königen als Sklavinnen verkauft. Vogel. |

 

[IIb-21-1790-1791-0397]
Im Königreich Attinga dürfen nur Königinnen auf den Thron. Grose. I. |

 

[Manuskriptseite 48]

[IIb-21-1790-1791-0398]
In Iava weicht sogar der König einer Frau aus. - Im Morgenland sind die Harems die Asylen der Sklaven, kein Henker dringt hinein. Arvieux. In Aegypten lassen die Beys die Harems der Ueberwundnen ungestört. Irwin. | Blos aus Eifersucht. |

 

[IIb-21-1790-1791-0399]
Kein Sultan darf nach einem Grundg'sez eine rechtmässige Gemahlin nehmen. Vicaut. |

 

[IIb-21-1790-1791-0400]
Die Negerkönige haben Harem von 5000 Weibern, die Könige auf Iava von 10,000. | Valentyn et. |

 

[IIb-21-1790-1791-0401]
Die h. Bücher der Hindus befehlen einer Frau das vom Man befohlne Böse zu thun, weil ihr Gehorsam ein gutes Werk u. die Schuld auf ihn; keine Sünde, wenn sie blos an Man und nicht an Got denke, weil er an ihrer statt, an die Götter denke. Roger. I. c. 19. |

 

[IIb-21-1790-1791-0402]
Perser: die Gläubigen im Paradies haben die Augen auf dem Wirbel des Kopfes, um die Weiber a. nicht zu sehen |

 

[IIb-21-1790-1791-0403]
Wenn bei den Drusen einer nach dem Befinden der Frau, Tochter p früge so brächte der Man sie u. ihn aus Eifersucht um |

 

[IIb-21-1790-1791-0404]
In Persien und der Türkei darf der Gemal einer Frau aus königlichem Geblüt (Sultanin) keine a. Frau und Beischläferin haben; ein Grosvezier muste nach Tott sein geliebtes Weib verstossen, weil eine alte Sultanin sie sich ihn zum Gemahl ausbat. |

 

[IIb-21-1790-1791-0405]
Ein solcher Pascha mus eben so enthaltsam sein, wenn die Braut ein Kind, alt, oder 100 Meilen weg ist. Vicaut

 

[Manuskriptseite 49]

[IIb-21-1790-1791-0406]
Der Sultan Ibrahim verheirathete eine Tochter so früh, daß sie vor der Manbarkeit 4 mal Witwe wurde; u. vor ihr zum 5ten mal einen 80 iährigen Pascha kriegte. |

 

[IIb-21-1790-1791-0407]
Ieder sehr verliebte Perser macht sich an Armen Seiten p. mit einem glühenden Eisen desto tiefere Brandmale, ie verliebter |

 

[IIb-21-1790-1791-0408]
Unter allen polygam. Völkern werden nur die vom vorigen König berührten Kebsweiber in die alten Serails gethan, die von unberührten ins Nachfolgers seins |

 

[IIb-21-1790-1791-0409]
Guillaume Gros de Martello lies seine Tafel nur mit Gerichten besezen, die bei Wachslichtern gekocht waren. St. Palaye II. |

 

[IIb-21-1790-1791-0410]
Im Mittelalter wurden Ritter nach der Aufnahme in den Ritterorden von edlen Frauen und Iungfrauen ent= u. Streiter vor Anfang eines tödlichen Kampfes bewafnet. |

 

[IIb-21-1790-1791-0411]
Der Hufschmied muste iedes verlorne Hufeisen od. verdorbnes Reitzeug eines Ritters umsonst machen, daher sie von Abgaben frei. |

 

[IIb-21-1790-1791-0412]
An einsamen Orten Tische von Steinplatten voraus errichtet wo die Ritter und Knappen assen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0413]
Eine Schöne versprach sich dem Ritter, der ihr die Portraite von 30 Schönen brächte, deren Anbeter er besiegt - in 1 Iahr. Colombiére. I. |

 

[IIb-21-1790-1791-0414]
Der Marschal von Boucicaut errichtete nebst 12 a. Rittern einen Orden zur Beschüzung der Weiber, den Orden de la dame blanche à l' escu verd; erklärt im Stiftungsbrief

 

[Manuskriptseite 50]

d. Frankr. daß iede Dame sich nur an sie um Hülfe wenden solte u. daß ieder Ritter, der das Gelübde gethan zur Ehre seiner Schönen einen Kampf einzugehen, sich an ieden von den 13 Rittern wenden könne. |

 

[IIb-21-1790-1791-0415]
Unter Karl VI in Frankreich ein cour amoureuse errichtet, der die Schazmeister Marschälle u. alle Bedienten eines ieden grossen Hofs hatte - Domhern Bischöffe darunter - ieder redete blos von den Qualen, Seligkeiten der Liebe, erhob seine dame souveraine de ses pensées wenn er blos von ihr gehört hatte. Volland |

 

[IIb-21-1790-1791-0416]
Eins der gemeinsten Rittergelübde nicht eher bei einem Mädgen zu schlafen bis p. |

 

[IIb-21-1790-1791-0417]
Eine Athenerin muste die Bitte der Ehescheidung in Person bei den Archonten anbringen, damit sie's nicht thäte, da sie stets eingeschlossen u. von Männern gesondert. Meursius Them. Attic. II. 9. |

 

[IIb-21-1790-1791-0418]
Nach der Niederlage bei Leuktra giengen die Anverwandten der Erschlagenen in Feierkleidern, die der Nachgebliebenen in Trauerkleidern herum. |

 

[IIb-21-1790-1791-0419]
Weil die Argiverinnen einmal die Spartaner aus ihren Thoren geiagt: so iährlich zum Lohn ein Schimpffest, wo sie in mänlichen Kleidern und die Männer in weiblichen giengen; auch legte le iedeBraut, wenn sie den Bräutigam ins Ehebetaufnahm, einen mänlichen Bart an. |

 

[IIb-21-1790-1791-0420]
Blos die Römerinnen assen bei Tisch auf Stühlen, aus Sitsamkeit. |

 

[Manuskriptseite 51]

[IIb-21-1790-1791-0421]
Als in Rom die erste Frau sich vor Gericht vertheidigte: sah der Senat die Kühnheit für ein Wunderzeichen an, um dessen Bedeutung man die Götter fragte Plutarch Romul. | Die Namen der Weiber, die ihre Sachen vor Gericht vertheidigten zuerst, erhielt man, Androgyne, Afrania. Valer. Max. L. VIII c. 3. |

 

[IIb-21-1790-1791-0422]
Der Man hatte in die Romdie Gewalt über die Frau, dieder Vater über die Kinderhatte; dah. die conventio inmanum oder die Uebergabe an denMan, eben wie die Adopzion, eine minima capitis diminutio war. |

 

[IIb-21-1790-1791-0423]
Daher sie als Tochter des Mannes bei seiner Beerbung als eine Schwester der Kinder galt u. e. Kindstheil kriegte - dah. sie nichts eigenthümlich besizen konte, nicht gegen den Man klagen, nicht testieren konte, so wenig wie Kinder. Grupens Tract. de uxore romona 1727

 

[IIb-21-1790-1791-0424]
Roszius hatte 50,000 Reichstaler Gehalt, Zäsar bot dem Laberius 20,000 Reichstaler. wenn er in seinem Schauspiel eine Rolle übernähm. Kozebue

 

[IIb-21-1790-1791-0425]
Da unter dem Kaiser Maximinian die christliche thebanische Legion ( wie iede aus 6600 Man) nicht gegen Christen fechten wolte: lies er den 10 Man tödten - noch einmal - endlich die Legion ganz. |

 

[IIb-21-1790-1791-0426]
Die Deutschen: der den er in der Schlacht niederhieb, diente ihm in der anderen Welt; ie mehr, desto besser |

 

[IIb-21-1790-1791-0427]
Wenn eine Indierin einem Europäer oder Vornehmen begegnet: mus sie zum Kompliment den Busen entblössen |

 

[Manuskriptseite 52]

[IIb-21-1790-1791-0428]
Monte Blank höchster Berg in der alten Welt 15,673 englische Schuh hoch, Piko nur 12,150. Philipp

 

[IIb-21-1790-1791-0429]
In Neuholland lassen sich die Vornehmen den rechten Vorderzahn ausreissen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0430]
Da der Grif des Ritterschwerts wie ein Kreuz sah, das man Sterbenden vorhielt, Eid darauf abgelegt, keine Zauberei in der Nähe desselben, dah. ein K. auf dem Kampfplaz : so das Ritterschwert eben so gebraucht. Sagen der Vorzeit. 3 B.

 

[IIb-21-1790-1791-0431]
Damals: Hexen könten einen nur dan bezaubern, wenn sie einen bei einer Sünde beträfen. |

 

[IIb-21-1790-1791-0432]
Der Zorn der Hexen entbrante u. sie waren am schadenbegierigsten, wenn sie über einen Kreuzweg zogen |

 

[IIb-21-1790-1791-0433]
Die Vehmschöffen schwuren, die h. Vehme zu verhehlen vor Weibern und Kindern, vor Vater und Mutter, v. Schwester und Bruder, vor Feuer und Wind, vor allem was die Sonne bescheint und der Regen benezt, vor allem dem was zwischen Himmel und Erde schwebt. |

 

[IIb-21-1790-1791-0434]
Wenn einer vor die Vehme gefodert war: begab er sich 3/4 Stund nach Mitternacht auf den nächsten Plaz, wo 4 Wege sich schieden u. einer führte ihn mit verbundnen Augen zur Vehme. Herman von Unna.

 

[IIb-21-1790-1791-0435]
Woran sich die Verbundnen des Vehmgerichts erkanten waren die Worte: Steil Stein Gras Grein |

 

[IIb-21-1790-1791-0436]
Kein Anwald wird da zugelassen, der binnen 1 Iahr den kleinsten Umgang mit dem Beklagten hatte. |

 

[Manuskriptseite 53]

[IIb-21-1790-1791-0437]
Man muste Prüfungen niederer Grade durchgehen eh man ein Mitglied; mehrere gemeine Leut darunter |

 

[IIb-21-1790-1791-0438]
Ein Eid auf die Unschuld des Beklagten, den einer vom Gericht thut, rettet ihn. |

 

[IIb-21-1790-1791-0439]
Sonst war nach 3 Tagen Wolleben der 4te stillere der Trauungstag. |

 

[IIb-21-1790-1791-0440]
Die Vehme schrieb ihren Mitgliedern den Ort des Aufenthalts vor. Herman von Unna 2 Th.

 

[IIb-21-1790-1791-0441]
Fürsten suchten Freischöpp. zu werden, ihre Diener es zu machen, um selbst sicher zu sein |

 

[IIb-21-1790-1791-0442]
Einer, der auf die 4 Ladung nicht erschien, war ein Verfehmter u. vogelfrei |

 

[IIb-21-1790-1791-0443]
Warnung eines Verfehmten war Todesverbrechen; selbst der Kaiser erfuhr nichts von heimlichen Gerichten. Möser. |

 

[IIb-21-1790-1791-0444]
Waren in Westphalen am mächtigsten, das daher die rothe Erde hies. |

 

[IIb-21-1790-1791-0445]
Bei den Flibustiern bekam einer für einen verlornen Arm oder Fus, Hand 200 Reichstaler - Auge, Finger 100. Raynal

 

[IIb-21-1790-1791-0446]
In England machte der Ertrag 1 Roggenkorns 47 Pfund 14 Loth aus. Sander ökon. Naturges.

 

[IIb-21-1790-1791-0447]
Stat des unbekanten Hopfens hatte man sonst das Kraut Porst - Wermuth, Raute. |

 

[IIb-21-1790-1791-0448]
Linné: 196 Samenarten werd. d. den Vogelmagen und Schnabel ausgesäet. |

 

[IIb-21-1790-1791-0449]
Am Strand in Norwegen findet man eine Menge angeschwommener amerikanischer Samenarten u. Kokosnüsse aus Ostindien; in Texel amerikanischen Kork. |

 

[Manuskriptseite 54]

[IIb-21-1790-1791-0450]
Lu. 1793

 

[IIb-21-1790-1791-0451]
Febr.

 

[IIb-21-1790-1791-0452]
Jenner 1795

 

[IIb-21-1790-1791-0453]
1796 April

 

[IIb-21-1790-1791-0454]
1798 Dezemb.

 

[IIb-21-1790-1791-0455]
63 38 4 34 36 3034

 

[IIb-21-1790-1791-0456]
1 Wünsch

 

[IIb-21-1790-1791-0457]
2 Büffon

 

[IIb-21-1790-1791-0458]
3 Gibon B. 6.

 

[IIb-21-1790-1791-0459]
6 Amerik. Anekdoten aus dem französischen

 

[IIb-21-1790-1791-0460]
7 Becks Weltgeschichte. B. 1.

 

[IIb-21-1790-1791-0461]
7 Journal für Deutschland 7. 90. St. 4

 

[IIb-21-1790-1791-0462]
10 Begebenheiten der Götter und Helden

 

[IIb-21-1790-1791-0463]
11 Wünsch

 

[IIb-21-1790-1791-0464]
12 Richter

 

[IIb-21-1790-1791-0465]
39 Mosheim Kirchengeschichte

 

[IIb-21-1790-1791-0466]
44 Maclaine

 

[IIb-21-1790-1791-0467]
45 Meiners

 

[IIb-21-1790-1791-0468]
52 Sagen der Vorzeit

 

[IIb-21-1790-1791-0469]
52 Hermann von Unna