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Faszikel IIb-17-1789
Seiten: 77 | Einträge: 740
 

Transkription und digitale Edition von Jean Pauls Exzerptheften


Vorgelegt von: Sabine Straub, Monika Vince und Michael Will, unter Mitarbeit von Christian Ammon, Kai Büch und Barbara Krieger. Universität Würzburg. Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition (Leitung: Helmut Pfotenhauer)

Förderung:
Fritz Thyssen Stiftung (11/1998-12/2000) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (01/2001-12/2005)
Projektleitung: Michael Will
Gesamtleitung: Helmut Pfotenhauer

Transkriptionsgrundlage: Nachlass Jean Paul. Staatsbibliothek zu Berlin . Preußischer Kulturbesitz. Fasz. IIb, Band 17

Bearbeitungsschritte:
28.02.2001 MV Beginn der Transkription
31.03.2001 MV Beendigung der Transkription
20.02.2003 CA/ST Erstkorrektur abgeschlossen
24.02.2003 MIWI Berlin: Autopsie abgeschlossen
30.03.2004 MIWI Berlin: Autopsie nochmals überprüft
18.05.2004 MIWI Durchgesehen und für die Vorabveröffentlichung aufbereitet
11.10.2004 MIWI Korrektur griechische Zeichen, neue Absatz-IDs
01.11.2005 MIWI Revision und Vorbereitung Online-Update
16.04.2010 CMC Zweites Online-Update 27.09.2010 CMC Korrekturen

[Manuskriptseite 1]

[IIb-17-1789-0001]
Die Popen und Protopopen müssen wenn sie ordinirt werden, eine Frau haben; bei deren Tod verloren sie sonst das Amt. Bemerkungen über Rusland p. 2ter Th. 1788.

 

[IIb-17-1789-0002]
Bei der Ordinazion des Lesers bezeichnet ihn der Bischof mit dem Kreuz 3 mal, betet, mit der Hand auf dessen Kopf: "O Herr gieb Stärke deinem Knecht, der erwählt hat, deine Geheimnisse zu bekleiden und die Kerze vor ihnen herzutragen." schneidet ihm das Haar kreuzweis ab, kleinen seidenen bis an die Hüften gehenden Mantel an, öfnet auf seinem Kopf das apostolische Buch, lässet ihn lesen, segnet ihn und läst sich seine Hand küss. Nach einer Vermahnung, sich im ersten Grad des Priesterthums auf den folgenden vorzubereiten, giebt er ihm eine Lampe |

 

[IIb-17-1789-0003]
Subdiakonus bekomt bei der Ordinazion ein Handtuch, Bekken und Gieskanne - Diakon Becher - Priester einen Gürtel - Bischof Mantel, ein Gemälde mit einem Kruzifix oder Heiligen an Hals Bischofsmüze, Rosenkranz Bischofsstab |

 

[IIb-17-1789-0004]
Bischof, Erzbischof und Metropolit tragen im Kirchendienst einen prächtigen steifen Rok, aus Demuth Sak genant |

 

[IIb-17-1789-0005]
Busübungen der russischen Mönche besonders die daß sie sich 100 mal mit gebalten Fäusten auf die Erde werfen. |

 

[IIb-17-1789-0006]
Auch die Nonnen haben die Tonsur. |

 

[IIb-17-1789-0007]
Wie alle Mönche nennen sie den Eintrit ins Kloster den Ausgang aus der Welt und nehmen von Verwandten wie Sterbende Abschied |

 

[IIb-17-1789-0008]
Zu Ende des 8 Jahrhunderts machte Karl der Grosse die Ehe, die ein bürgerlicher Kontrakt, zu einer kirchlichen den Segen des Priesters bedürfenden Sache. |

 

[IIb-17-1789-0009]
Die 2 Ehe dem Priester verboten, 3 Ehe a. nicht sehr anständig, 4te schlechterdings verboten |

 

[Manuskriptseite 2]

[IIb-17-1789-0010]
Unter der Trauung hält d Braut= und Bräutigamsbegleiter über iedem eine Krone; der Pope krönt dan den Bräutigam: "N der Knecht Gottes wird gekrönt für die Magd Gottes N. im Namen des Vaters p." So bei der Braut; bedeutet daß ihre bisherige Enthaltsamkeit gekrönt werde. Daher bei der 2ten Ehe dafür Heiligenbilder darüber gehalten. Sonst Blumenkränze, iezt metallene Kronen nach Verschiedenheit des Stands und Gelds. Ist die Braut keine Iungfrau: keine Krone | Die Kronen 8 Tage aufm Kopf, darnach erst Beischlaf |

 

[IIb-17-1789-0011]
Eben dan giebt der Vater der Braut einige Hiebe mit der Peitsche und diese dem Bräutigam mit der Vermahnung, sie vernünftig zu brauchen. Eine Russin beklagt sich wenn sich nicht der Man wenigstens mit ihr zankt wöchentlich. |

 

[IIb-17-1789-0012]
Vor der Brautkammer past die Hochzeitgeselschaft auf den Bräutigam, ders Bettuch auf einer Schüssel herumpräsent. |

 

[IIb-17-1789-0013]
Die lezte Ölung verrichtet die lateinische Kirche nur 1 mal im Leben, griechische öfter; iene nur 1 Priester, diese 7 oder 3 |

 

[IIb-17-1789-0014]
Hauptsache des Gottesdiensts daß Gospodi Pomilui (Kyrie eleison) vom Kor oft 50 mal, Laien 30 p hintereinander gesagt wird - das Kreuz 100 p mal hint. einander machen - |

 

[IIb-17-1789-0015]
Am Osterfest wechselt man mit iedem sein Ei; u. der gemeinste Russe küsset dabei die vornehmste Dame |

 

[IIb-17-1789-0016]
Am 6 Jenner hauet man ein Loch in einen zugefrornen Flus, das der Iordan heist u. mit grünen Zweigen, hölzerner Kapelle und mit Bild von Iohannes dem Täufer gepuzt wird. Mit dem Wasser wird man besprengt; in Töpfen p geholt, Kinder hineingetaucht. |

 

[IIb-17-1789-0017]
Der Verstorbne bekömt einen Zettel in Sarg, der in slavonischer Sprache eine Beichte oder Gebet an Got enthält |

 

[Manuskriptseite 3]

[IIb-17-1789-0018]
Fünf Meilen von Moskau eine Kirche, das neue Jerusalem (weil: sie ganz nach der Kirche des heiligen Grabs zu Jerusalem gebauet ) worin ein Marienbild mit 3 Händen, dem ein Engel die dritte angemalt. |

 

[IIb-17-1789-0019]
Dem Staphylus schreibt man die Erfindung der Vermischung des Wassers und Weins zu. Home 1 B.

 

[IIb-17-1789-0020]
Unter Heinrich VIII anfangs kein Kraut und keine Rüben, die Königin konte keinen Sallat zum Mittagessen haben bis er einen Gärtner aus den Niederlanden kommen lies; dan kamen auch Rosen. Truthühner Karpfen und Hopfen 1524 bekant, Johannisbeer 1533, erste Mess. 1563. |

 

[IIb-17-1789-0021]
Howel Dha, Prinz von Wallis ein Gesez: stiehlt oder tödtet einer eine Kaze die des Prinzen Kornboden bewacht: zur Strafe eine Schafmutter mit ihrem Lam, oder sovil Waizen als die Kaze bedekt, wenn sie beim Schwanz aufgehangen und der Kopf den Boden berührt. Für einen Mädgenraub 12 Kühe, Matronen= 18; läugnet man es, für die Falschheit so viel Schillinge als zur Belegung des Hintern von der Frauensperson. |

 

[IIb-17-1789-0022]
Im Kampf für Freiheit oder gegen einen starken Feind erwachen Künste und Genie. Korsen stifteten während dessen eine Akademie der Wissenschaften, eine öffentliche Bibliothek und eine Bank; die Gelehrsamkeit lebte unter dem unruhigen Staat Italien auf; königliche Geselschaft in London und die Akademie der Wissenschaften in Paris wurden nach bürgerlichen Kriegen gestiftet |

 

[IIb-17-1789-0023]
Im Salzburg. zieht im Frühling das Vieh auf die Alpen, vergist wenn ihm die Glokken angehangen werden, einige Zeit das Fressen darüber, die schönsten Kühe mit Blumenkränzen und Pfauenfedern, Hirten voraus, dan die schönste Kuh, dan die a. Kühe, dan der Melker, Ziegen Schweine. Noth und Hülfsbüchlein

 

[Manuskriptseite 4]

[IIb-17-1789-0024]
In Westphalen wohnen die Bauern meist. nicht in Dörfern, sondern iedes Gut liegt einzeln, seine Aekker und Holzungen herum, mit Gräben und lebenden Hekken eingefast. Neben seinem Haus noch einige Nebenhäuser, worin die Beiwohner, Beisizer oder Heuerlinge wohnen, die ihm als Taglöhner dienen und zum Theil Hollandgänger sind. |

 

[IIb-17-1789-0025]
Die Anwohner am Humling (hohes Gebirg im Niederstift Münster) fahren ihre Bienenstökke in Frühiahr zu den Ostfriesländern weil da der Rübsamen und Raps blüht; darauf fängt bei ienen der Buchwaizen an zu blühen und die Ostf. senden dan ihre Bienenstökke her |

 

[IIb-17-1789-0026]
Vossius var. observationes: Neros Pallast hatte einen grösseren Umfang als die gröste iezige Stadt; 8 Millionen Sklaven in Rom. Werner Rolfink Fascicul. temporum: 27 Millionen Menschen darin. - Aristides von Rom zu Hadrians: so gros daß man mit Recht glaube, in der Mitte zu sein, man mag an welchem Theil sein wo man wil. Keißlers Reisen.

 

[IIb-17-1789-0027]
Ioannes Magnus, Erbischof zu Upsal: er habe in der Samlung seiner Geschichte der alten Gothen keine anderen Nachrichten als die Gesänge der Barden gehabt. Home

 

[IIb-17-1789-0028]
Schon kleine einsaugende Venen im Mund nehmen von der Speise das Feinste. Speicheldrüsen sind 1) die Ohrspeicheldrüse (parotis) deren Gang (stenonianus) den Bakkenmuskel durchbohrt, 2) die Unterkinbakkendrüse (submaxillaris) deren Gang (Warthonianus) neben dem Zungenband herauskömt 3) die Unterzungendrüsen (sublinguales) die sich mit vielen Gängen unter der Zunge öfnen. Mekel.

 

[IIb-17-1789-0029]
Bei den athenischen Festen, den Furien zu Ehr, durfte nichts von einem Sklaven dabei verrichtet werden. Meursius Graecia feriat. Schötgen.

 

[IIb-17-1789-0030]
Iuden fasten am Todestag Moses, Mirjam, Josua, Eli, Samuel, da die 10 Stämme zum Kälberdienst fielen |.

 

[Manuskriptseite 5]

[IIb-17-1789-0031]
Die Göttin Fides (Treue) keine blutigen Opfer, die Hände ihr. Priester verhült, kein Eisen bei Opfer zu brauchen. |

 

[IIb-17-1789-0032]
Iährlich gewisse Schauspiele damit die in dem Tiber arbeitenden Fischer nicht zu Schaden kämen. |

 

[IIb-17-1789-0033]
Flamen dialis d.i. Iupiter durfte keinen ganzen sondern durchlöcherten Ring tragen, keine gewafnete Armee sehen, bei Leichen keine tibias hören sondern, kam er, musten diese wegbleiben |

 

[IIb-17-1789-0034]
Seine Frau, Flaminica, durfte die Haare nicht auskämmen, muste bei einem gehörten Gewitter ihre Arbeit so lang liegen lassen bis sie die Götter wieder versöhnt. |

 

[IIb-17-1789-0035]
Fulvius Flaccus lies in den Spanien den Pferden die Zäum abnehmen damit sie desto muthiger unter die Feinde giengen; gelang, bauete zu Rom der Fortuna equestri einen Tempel |

 

[IIb-17-1789-0036]
Alle gekrönte Häupter nennen sich Brüder und Schwestern; ein Herzog aber nent einen König weil er von ungleichem Rang, cousin consanguineus und umgekehrt. Einer nent oft den a. Bruder und Enkel zugleich, Ludwig XIV von Frankreich seinen Urenkel Philip V von Sp.: nôtre tres-cher et aimé frere et petit fils le Roi d'Espagne. Mosers kleine Schriften 1 B. Beks Versuch einer Staatspraxis. 1754

 

[IIb-17-1789-0037]
Blos die Schweizer beschwören noch die Verträge, z B. das 1715 zwischen Frankreich und den katholischen Schweizerkantons geschlossene Bündnis. |

 

[IIb-17-1789-0038]
Ob der erste und lezte Tag des Armistiziums (47/5) in Rechnung komme verneinte Grotius de jure B. l. 3. c. 21 §. 5., Puffendorf beiahte de jure Nat. l. 8. c. 7. §. 8 |

 

[IIb-17-1789-0039]
Den Frieden schliesset man an einem neutralen Ort oder auf den Gränzen beider Reiche, pyrenäische auf der Fasaneninsel, der karlowizische und passarowizische unter einem Zelt auf der ungar. und türkischen Gränze. Memoires de Theyls p. 367 |

 

[IIb-17-1789-0040]

Ist kein neutraler Ort da, so wird ein feindlicher zu einem gemacht, indem Feinde und Freunde dessen Einwohner von der geleisteten

 

[Manuskriptseite 6]

Eidspflicht lossprechen und sich vom Magistrat (wie in Münster und Osnabrük) den Sicherheitseid leisten lassen. Auf dem Kongres zu Vervins wurden 4 Meilen um die Stadt für neutral erklärt Memoires de Bellievre et de Sillery T. I..; zu Nimwegen die umliegenden Oerter genent und mit Gränzsäulen, worauf neutralitas stand. Actes et memoires de la paiy de Nimwegue. T. I. p. 385. |

 

[IIb-17-1789-0041]
Die Venezianer werden iezt darum weit mehr Tücher an Ägypten und Syrien los als die Franzosen, weil sie die Anschrote breiter machen, die die Weiber sehr lieben und zu Gürteln, Wikkelbändern p brauchen. Abt Binos Reise durch Italien, Ägypt. und gelobte Land.

 

[IIb-17-1789-0042]
Im griechischen Albanien gehen die katholischen Priester, wegen der stöhrenden Mahumedaner, mit Flinte und Pistolen in die Kirche |

 

[IIb-17-1789-0043]
Auf der Fläche eines Quadratfusses musivischer Arbeit werden 1 bis 200,000 Steingen an einander gesezt oft. |

 

[IIb-17-1789-0044]
Der Reisende mit dem Est est p. trank sich in Montefiaskone=Wein zu tod; in seinem Testament: daß iährlich auf seinem Grab ein Fas Wein ausgegossen werden sol. |

 

[IIb-17-1789-0045]
Die 3. Inquisitoren in Venedig, die über Leben und Tod, werden alle 3 Monate verändert |

 

[IIb-17-1789-0046]
In Aegypt. stelt m sich wegen der plündernden Bey's der Reiche arm, geflikte Geräthe, in den Besuchzimmern von Motten zerfressene Diwans p ; aber eben daran erkant. |

 

[IIb-17-1789-0047]
Die Araber befehlen oft dem geplünderten Reisenden, ihnen mit dem Raub ein Geschenk zu machen, um keinen Vorwurf zu haben |

 

[IIb-17-1789-0048]
Grundsaz daß der Tod eines Muselmans oder Arabers mit dem Blute von 100 Franken gebüsset werden müsse. |

 

[IIb-17-1789-0049]
In Martawan in Syrien hält man ein Verzeichnis von den Durchreisenden, damit ieder, wenn ihn die Reihe trift, den Fremden zu bewirthen den Vortheil habe |

 

[IIb-17-1789-0050]

In Kahiro besprengen täglich 3000 Menschen die Strassen, deren iede ein Thor hat, das man verschliest wenn die Bey's in der Stadt einand. bekriegen |

 

[Manuskriptseite 7]

[IIb-17-1789-0051]
Eben da rufen 2000 (meist Blinde) 5 mal täglich zum Gebet auf Thürmen hörbarer als Glokken, auch in den Strassen gehen Anmahner zum Gebet. | Täglich ruft einer aus wie hoch der Nil gestiegen |

 

[IIb-17-1789-0052]
Der Badeknecht im Orient knätet und drükt den Badenden, lässet alle Gelenke, sogar die Lenden knaken |

 

[IIb-17-1789-0053]
Einige Ägypterinnen bieten die Turteltauben, Sperlinge Stieglize in der Hand, dem Vorbeigehenden an u. wissen die Annahme ihm Dank |

 

[IIb-17-1789-0054]
Die Zedern aufm Libanon bis zu 100 Fus hoch; 4 zusammengewachs. sehen 4ekt u. sehr dik; leiden keinen anderen Baum um sich, Boden nakt abgezehrt Schnee und Eis; Adler nisten darauf; Übersezer: werden am ältesten; Bellon zählte darauf 1550 nur 28 alte Zedern, Pokok 1739 funfzehn; Volney fünf, sechs|

 

[IIb-17-1789-0055]
In Betphage wiederholen die Mönche den Eselseinzug. Der Gardian des Bergs Zion auf einer Eselin im Pontifikalornat, seine Mönche um ihn, Katholiken Mäntel auf den Weg. |

 

[IIb-17-1789-0056]
Rusch Professor der Chemie in Philadelphia: ein die geistigen Getränke liebendes Volk bleibt nicht lang frei; auch wurden (eben deswegen) die Indianer immer weniger ie bekanter sie mit den Europäern geworden. Iournal für Deutschland. 89. 4 St.

 

[IIb-17-1789-0057]
Kronmayer hält den 30iährigen Krieg mit für eine Strafe Gottes für die kleinen den Schweden nachgeahmten Hüte, den französ. für die für die Perükken. |

 

[IIb-17-1789-0058]
Friedrich I. in Preuss. legte eine Steuer auf die Perükken; in Paris sonst Perükken von 2 Pfund, für 100 Reichstaler oft |

 

[IIb-17-1789-0059]
Im Harn ist gemeines Meer= Sylvisches Digestiv= und Glauber=Salz u. noch ein saures Salz von besonderer Art. Mekel

 

[IIb-17-1789-0060]
Iupiter sandte dem Agamemnon einen betrügenden Traum der die Gestalt des Nestors annahm. Ilias 2 Gesang.

 

[Manuskriptseite 8]

[IIb-17-1789-0061]
Die Könige in der Ilias prügeln mit dem Zepter die Unterthanen |

 

[IIb-17-1789-0062]
Das vom Schwelgen der Fastnacht übriggebliebene Essen gab man da man's wegen der Fasten nicht essen durfte, entweder den Armen oder dem Wasser, die es wieder wolfeil für das Vieh verkauften, für Mezgershunde. Höfer Kronik.

 

[IIb-17-1789-0063]
Die Kinder trugen am Lätare Sontag einen Todten hinaus weil die Mitternächtlichen Völker um diese Zeit getauft wurden und ihre abgöttischen Bilder hinaustrugen und verbranten |

 

[IIb-17-1789-0064]
Am Christtag tanzten Knaben und Mädgen um den hohen Altar |

 

[IIb-17-1789-0065]
Am Himmelfarths Tag zog man an einer Schnur einen hölzernen Christus in der Kirche hinauf, und lies 2 Engel herab - angezündeten Werg auf die zuschauenden Iuden und Wasser zum Löschen herab |

 

[IIb-17-1789-0066]
Berryat in Auxerre konte den Zustand der Nervenkranken nach dem Barometer bestimmen. Tissot.

 

[IIb-17-1789-0067]
Das Vaterland des schwachen Nervensystems ist zwischen dem 45 und 55 Grade der Breite wegen der vielen Luftveränderungen; das stärkste N. im gemässigten Erdgürtel mittäglich im 45 Grade. |

 

[IIb-17-1789-0068]
Ein Wundarzt zu Köln lies wegen der Wirkung der Kälte auf die Nerven, bei dem Verbinden ein Bekken mit glühenden Kohlen unter die Wunden und Geschwüre halten; nachher Fabrizius von Hilden und mehrere |

 

[IIb-17-1789-0069]
Viridet: die Hypochonder, besonders im Winter, sind auf hohen Bergen gewöhnlich |; sah zu Gessenay in 1 Winter mehr als 30 Hypochonder. |

 

[IIb-17-1789-0070]
Personen mit zärtlichen Nerven, oft alle Kranken können bei grosser Kälte nicht schlafen |

 

[IIb-17-1789-0071]
Für Mägen die reizbar und schwach, bei Nervenschwachen sind leichte Nahrungsmittel schädlich und unverdaulich; feste widerstehende oft fette dienen ihnen. Brühen und wässerige Nahrung schädlich. |

 

[IIb-17-1789-0072]
Alle Nervenkrankh. von der leichten Hysterie bis zum Wahnsin können eine Folge des übermässigen Schlafs sein. Der Schlaf ist

 

[Manuskriptseite 9]

eine vorübergehende Lähmung; hält er zu lang an: so erleidet man alle Folgen einer wahren Lähmung. Ein Beweis der Schwächung daß ein Mensch, der in der freien Luft in einer Kälte von 8, 9 Grad schläft, stirbt, wach 30 G. verträgt. |

 

[IIb-17-1789-0073]
Boerhave: ein Arzt der auf einmal einige Tage geschlafen, hatte viel vergessen; da er in einem dunkeln Gemach blieb, aberwizig. |

 

[IIb-17-1789-0074]
Burton on non naturals p. 296: durch zu viel Ausspeien kan man sich alle Nervenkrankheiten zuziehen. Boerhave schreibt daher die vielen Hypochondrischen in Indien dem Kauen des Betels zu. Im vorigen Iahrh. wurden viele von dem am französischen Hofe eingeführten Gebrauch der gewürzhaften Sternküchelgen hypochondrisch. |

 

[IIb-17-1789-0075]
Nach einem starken Durchfal solche Empfindlichkeit daß Licht, Schal und Gerüche dem Kranken unerträglich wurden, der Magen und Gedärme ertragen nichts mehr |

 

[IIb-17-1789-0076]
Stegman sah 1698 die Mutterwuth in Mansfeld epidemisch. Krüniz schrieb de matrimonio multorum morborum remedio. Francof. 1743. |

 

[IIb-17-1789-0077]
Aderlass der zu Anfang einer Krankheit, die von der Plethora herrührt, gut ist, schadet wenn der Kranke durch die Länge des Übels geschwächt |

 

[IIb-17-1789-0078]
Eine Frau hatte ausser der Schwangersch. fallende Sucht, eine a. blos in derselben. Abhandlung der kais. Akademien der Naturforscher. |

 

[IIb-17-1789-0079]
Der Hermelin hat keinen Geruch als bis er gereizt wird. |

 

[IIb-17-1789-0080]
Die nämlichen Ursachen, die einen scharfen Saft zurüktreiben, bringen auch zugleich die Ausdünstung in Unordnung und man mus die Krankheiten daraus eben sowol dieser Unordnung als iener Verschwindung beimessen: z. B die Blattern und die Feuchtigkeit der Haut kommen zugleich wieder |

 

[IIb-17-1789-0081]
Viridet des vapeurs: bei einem bösartigen Fieber fühlte er eine Erstarrung der Hand, wenn er den Puls der Kranken untersucht hatte |

 

[Manuskriptseite 10]

[IIb-17-1789-0082]
Raymond schrieb eine Abhandlung von Krankheiten die man nicht heilen darf. Von zurükgetriebnen Ausschlägen die meisten Nervenkrankheiten |

 

[IIb-17-1789-0083]
Die Verschwindung der Ausschläge meist von schwächenden Ursachen, Blutflüssen Ermüdung Durchfällen, Heilarten, die die Wirkungen der Gefässe vermindern. Leidenschaften wie Verdrus die Nervenwirkung schwächen oder Hautkrämpfe machen oder von einer Reizung in den innern Werkzeugen |

 

[IIb-17-1789-0084]
Fustuarium bei den Römern, wenn ein Soldat 3 mal in einer sonst nicht kapitalen Sache gestraft war: so rührte ihn der Tribun mit einem Stab an, sogleich schlugen ihn die a. damit bis zum Tod. Pitiscus. 834. | Schötgen.

 

[IIb-17-1789-0085]
Wenn bei den Deutschen Vieh in einen Garten kam: kont man 1 davon tödten. |

 

[IIb-17-1789-0086]
Die Alten Heiden drehten sich beim Gebet in einem Kreis; küsten ihre Hand und warfen den Kus den götlichen Bildern zu. |

 

[IIb-17-1789-0087]
Die Griechen verwahrten ihr Geld meist in Tempeln, die meist alzeit mit einer Wache besezt waren; besonders im Tempel der ephes. Diana, samischen Iuno und Herkules. Dempster ad Rosinus 7. B 1. |

 

[IIb-17-1789-0088]
Bei den Römern durfte nur der Kaiser Geld auswerfen. Bulengerus de imperat. 2. M. |

 

[IIb-17-1789-0089]
Die Hebräer musten ihre Genealogie sehr bewahren weil kein Stam aus dem anderen heirathen durfte, und der Messias aus dem Stam Iuda kommen solte. Herodes Antipater lies (Euseb. H. E. 1. 8.) alte iüdische Genealogien verbrennen um für einen Iuden zu gelten |

 

[IIb-17-1789-0090]
Die Göttin Genita mana rief man an, daß die Kinder ungebrechlich auf die Welt kämen; Hund geopfert. Lips. elect. 2. 8. |

 

[IIb-17-1789-0091]
Da man in Rom Vieh mit Gerste fütterte: so gab man einem fehlenden Soldaten sie statt dem Waizen zum Schimpf. Lipsius de mil. rom. 5. 8. |

 

[IIb-17-1789-0092]

Bei den Römern gewisse Gänge im Haus worin sie sich von ihren Sklaven herumtragen liessen. |

 

[Manuskriptseite 11]

[IIb-17-1789-0093]
Wenn das Volk dem überwundenen Gladiator das Leben nicht schenkte: wurde er todgestochen, der Überwinder in die Wunde, nahm eine Hand vol Blut heraus ob er tod sei. Lips. Saturnales l. 1. |

 

[IIb-17-1789-0094]
Succinctio campanarum in die Höhe Ziehen der Strikke weil man den grünen Donnerstag u. die 2 folgenden nicht läutete. |

 

[IIb-17-1789-0095]
Der Goel oder Bluträcher muste auch den Blutsfreund wenn er sich einem Fremden als Sklave verkauft hatte, lösen; u. das Feld, wenn ers aus Armuth verstossen, einlösen. |

 

[IIb-17-1789-0096]
Grammatici (was iezt Philologen) bei den Römern Sklaven u. die Kinder Informatoren. Unter den Kaisern frei; zu Aufsehern öffentlicher Bibliotheken. du Fresne II. I. 726 |

 

[IIb-17-1789-0097]
??????? inscripti in der griechischen Kirche die Bilderverehrer, von denen einmal 2000 durch den griechischen Kais. mit Versen an der Stirne, worein Dinte kam, gepfezt wurden. ||

 

[IIb-17-1789-0098]
Säuren bei Nervenschwachen betrachtet Tissot wie Gifte, die auch nichts anderes sind als sehr reizende Körp., machen so empfindlich daß alle Nahrungsmittel Krämpfe erregen; machen bei Kindern Zukkungen; eine kleine Quantität macht bei Weibern Schmerzen im ganzen Körper, in Fersen, Stekken, brennende Hize in der Kehle; nach einem Wegbrechen von ein wenig Säuere wieder gesund. Keine Vegetabilien sondern Milch. Tissot.

 

[IIb-17-1789-0099]
Kinder im 7 Iahr wenn sie zum 2ten mal zahnen, stammelten da vorher gut redend. Auch der Ausbruch der lezten Bakken= nämlich der Weisheitzähne Zukkungen. |

 

[IIb-17-1789-0100]
Eine Frau von 11 Brechmittel so empfindlich daß sie nur in einer dunkeln Kammer erträglich lag, Fusboden mit Dekken und Füsse der Wärterin entkleidet, Handhaben an den Löffeln wegen des Klangs überzogen, der Athem der Wärterin Konvulsionen |

 

[IIb-17-1789-0101]
Sydenham, Boerhave: Purgirungen den Hypochondrischen besonders schädlich. |

 

[Manuskriptseite 12]

[IIb-17-1789-0102]
Hypochonder können nüchtern, sogar vor der Mittagsmalzeit keinen Tabak schnupfen, Krämpfe p; von Tabak d'Espagne oft Wahnsin |

 

[IIb-17-1789-0103]
Monro: die durch Krüken gemachte Zusammendrükkung der Stämme des Elbogen= und Spindelnervens kan ein Schwinden und Schwachheit der Arme verursachen |

 

[IIb-17-1789-0104]
Willis cerebri anatome c. 5: ein Man wurde von Herzklopfen und Ohnmacht befallen wenn er den Kopf in die Höhe hob: entstand von einer scharfen ins Gehirn ergosnen Feuchtigkeit. |

 

[IIb-17-1789-0105]
Seekrankheit hört oft bei grosser Gefahr, wegen der siegenden Reizung auf. Tissot kante einen englischen Schifskapitän der 30 Iahr zur See war und doch alzeit von ihr geplagt wurde. |

 

[IIb-17-1789-0106]
Bewegungen eines Schifs, Kahns, Tragsessel, Schütteln des Fuhrwerks macht Nervenkrankheit, Schwindel und Ekel, Gorter: nicht mechanisch, sondern wegen der Konstituzion des Magens, worin diese von vorn nach hinten wechselnde Bewegung die Art von Reizung macht, die den Ekel ausmacht. |

 

[IIb-17-1789-0107]
Die innerste Haut ist die Schafhaut 49/5; die zweite die Lederhaut (chorion) mit Gefässen, verbunden mit iener, ein Stük davon bleibt oft unter dem Namen der Glükshaube auf dem Kindskopf sizen; 3te die zottigte oder Huntersche H. (caduca) aus unendlich vielen allerfeinsten Gefässen, Mekel sie verbreitet sich über beide anderen, geht bei der Geburt entzwei, bleibt an der Mutter hangen. Der Mutterkuchen ist eine verstärkte merklichere Stelle iener Haut. Mekel.

 

[IIb-17-1789-0108]
Aus des Mutterkuchens Mitte entsteht der Nabelstrang, ein mit den 3 Häuten, aus einer grossen Vene und 2 grossen Arterien bestehendes Bündel; die V. entsteht aus den gesammelten Zweigen des Mutterk., geht in der Mitte des Unterleibs zwischen den

 

[Manuskriptseite 13]

geraden Bauchmuskeln durch und ergiest sich in den durch die Leber gehenden venösen Gang (ductus venosus); an derselben Stelle kommen die Arterien heraus, die sich mit den Venen in dem besagten Bündel vereinen |

 

[IIb-17-1789-0109]
Blos bei Opfern des Saturns und Honor verhülten die Alten das Haupt nicht. Schötgen.

 

[IIb-17-1789-0110]
Die Hekate oder Diana hielt man für die Beschüzerin der Kinder daher ihr im Haus, wo deren waren, kleine Statuen gesezt wurden. |

 

[IIb-17-1789-0111]
Hekatombe Opfer von 100 Stük, Schafen oder Vögeln oder (wie die römischen Kais.) Adler Löwen; 100 Altäre von Rasen, auf iedem ein Stük. |

 

[IIb-17-1789-0112]
Hekatomphonia ein Fest wo die Messener dem Iovi Ithomatae opferten, so oft sie 100 Feinde erschlagen |

 

[IIb-17-1789-0113]
Hennil ein Abgot der Sorben= Wenden, war ein Stab worauf oben eine Hand mit einem eisernen Ring: trugen ihn in der Noth im Dorf herum schreiend: vigila, Hennil, vigila. |

 

[IIb-17-1789-0114]
Hermathena eine Statue worauf Merkur und Minerva zugleich vorgestelt wurden, Hermerotes er mit seinem Stab und Beutel und Kupido; Hermeraklä, Herkules Kopf auf einer Statue Merkurs. Pitiscus l. 900 |

 

[IIb-17-1789-0115]
Die mit Kraft sterben, Ermordete p , haben wegen der Kraft der Muskeln die Augen zu; ohne, wie Schwindsüchtige, Fieberhafte offen. G. l. 1. t. 5. §. 5.

 

[IIb-17-1789-0116]
Die Raubvögel fressen darum die Augen der Gehängten zuerst weil sie ihr Bild darin sehen || §. 9.

 

[IIb-17-1789-0117]
Hilaria römisches Fest der Mater deum, vor der ieder in der Prozession was er sein Kostbarstes hatte hertragen lies; Verkleidungen Meurs. Graecia 1. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0118]
Hungertuch war bei den Papisten ein leinwandenes Tuch mit biblischen Geschichten das iährlich an der Fastnacht aufgestekt bis an den guten Freitag hängen blieb |

 

[Manuskriptseite 14]

[IIb-17-1789-0119]
Bei den Iuden hielten sich die Huren um die Brunnen auf |

 

[IIb-17-1789-0120]
Hydrophoria athenisches Fest wo man die in der Sündfluth Umgekommenen betrauerte |

 

[IIb-17-1789-0121]
Auch obrigkeitliche Befehle werden an den Pasquino geklebt. Keyßlers Reisen.

 

[IIb-17-1789-0122]
In der Kirche S. Agnese steigt man durch eine Treppe in locum turpitudinis wo die h. Agnes von 2 Kriegsknechten solte genothzüchtigt werden; ein Strahl hielt sie ab, und iener Haupthaar wuchs so stark daß ihr nakter Körper bekleidet wurde. Keyßlers Reisen.

 

[IIb-17-1789-0123]
Die Aegypter malten nach der Gestalt des Ibis die meisten Buchstaben und lernten von seinen verschiedenen Wendungen und Stellungen die Geometrie. 3. Kircher. Oedip. Aegypt. t. 3. p. 43, 44, 45. &

 

[IIb-17-1789-0124]
Inoa ein spartanisches Fest wo man in das Wasser Brodte warf; blieben sie im Wasser, gutes Zeichen: ausgeworfen, schlecht. Meursius G. F. |

 

[IIb-17-1789-0125]
Ein Interrex wurde gleich nach dem Tod des römischen Königs auf 5 Tage gewählt; nachher wieder einer: so daß das lezte mal, da die Konsuls ans Regiment kamen, 11 I. gewesen. Lips. de magistr. rom. c. 9. |

 

[IIb-17-1789-0126]
Zwei Spiesse in die Erde, Einer queer über beide, wer zum Sklaven, muste dadurch gehen |

 

[IIb-17-1789-0127]
Die freigewordenen Knechte hiengen ihre Ketten den Laren zu Ehren auf. Loon de manumiss. servor. 4. 3. 3. - Die Weiber im Orient trugen goldene Ketten an den Füssen. |

 

[IIb-17-1789-0128]
Römer legten das Kind auf die Erde weil sie glaubten, es lerne nicht eher reden bis es sie berührt |

 

[IIb-17-1789-0129]
Hysterische Krankheiten folgen von hizigem Fieber. Starke Männer vertragen bei ihrer Genesung den Geruch der Rosen und der Blumen nicht, den hysterische Weiber nicht vertragen; Kinder fürchten sich nach der Genesung sehr vor Geräusch. Viridet: zum Ende hiziger Krankheiten ist wenn

 

[Manuskriptseite 15]

der Kranke einschlafen wil, ein es hinderndes Auffahren. T.

 

[IIb-17-1789-0130]
Ein hypoch. Man war einige Stunden nach der Malzeit in einem anhaltenden Schrekken und weinte eben so lange |

 

[IIb-17-1789-0131]
Pechlin: vom Denken an eine unangenehme Sache fiel einer alzeit in Zukkungen. Viridet: eine Frau vom starken Studieren alzeit Kolik |

 

[IIb-17-1789-0132]
Bordeux: einem Man schwol der Arm sehr beim lebhaften Denken. |

 

[IIb-17-1789-0133]
Ritter d' Epernay verlor nach starker Geistsarbeit alle Haare, den Bart, Augenwimpern |

 

[IIb-17-1789-0134]
Mead: eine Jungfrau mit Marasmus der Glieder und Bauchwassersucht wurde heil durch einen Wahnsin, endlich vernünftig |

 

[IIb-17-1789-0135]
Baker de affectibus animi 1755: ein Man von Genie fiel wegen Kummers über versagten Beifal in Auszehrung, dan Wahnsin der ihn wieder fet und gesund machte |

 

[IIb-17-1789-0136]
Nikole: eine Geselschaft von Nonnen bekam zu 1 Stunde Mutterbeschwerungen wo sie alle wie Kazen schrien; heil durch Drohung daß eine Kompagnie Soldaten sie beim ersten Schrei mit Ruthen peitschen würde |

 

[IIb-17-1789-0137]
Einer im Hizigen Fieber glaubte neben dem Bet einen Teich zu sehen worin er ein Bad verlangte, wälzte sich auf dem Fusboden, gesund als hätte er gebadet |

 

[IIb-17-1789-0138]
Huarts Prüfungen p: ein dummer Edelknabe bekam d. eine Krankheit die gröste Einsicht in das Staatswissen. Erasmus: ein Italiener konte in einer Krankheit deutsch. Ein Knabe dem man die Zusammensezung der Adiektive und Substantive nicht beibringen konte, redete in einem bösartigen Fieber lateinisch |

 

[IIb-17-1789-0139]
Die Freude macht den aussezenden Puls ordentlich, die Ausdünstung stärker, bei den Schwachen, die rohen Harn lassen, färbt sie ihn. Ihr hat man das lange Leben vieler berühmter Männer zuzuschreiben. |

 

[Manuskriptseite 16]

[IIb-17-1789-0140]
Peireszius d. einen Brief von Präsident de Thou von einer Lähmung der Zunge heil, daß er beigeschlosne scherzhafte Lieder singen konte; vorh. d. Lesen e. lachenden Vorrede von einer rhevmatischen Krankheit heil. |

 

[IIb-17-1789-0141]
Konring d. das Vergnügen, mit Meibom zu sprechen, von einem 3tägigen Fieber heil. |

 

[IIb-17-1789-0142]
Da grosse Freude den Pulsschlag verdoppelt also die Lungen überlädt, wodurch eine Beängstigung die zum Weinen drängt. |

 

[IIb-17-1789-0143]
Weber: ein Man hatte bei ieder Freude Stammeln und Hemiplegie der rechten Seite |

 

[IIb-17-1789-0144]
Leo X starb vor Freude da er die Unglüksfälle der Franzosen vernahm |

 

[IIb-17-1789-0145]
Memoires du Marquis de Lang: sein Hühnerhund starb vor Freude über seine Wiederkunft |

 

[IIb-17-1789-0146]
Ein an der Auszehrung Kranker verliebte sich selbst in die wartende Frau; davon gesund und Heirath. - Quinntin hatte unterm Namen Mesius das Handwerk eines Grobschmidts in Antwerpen getrieben, verliebt in die Tochter eines Malers der sie nur einem Maler geben wolte. Wurde ein berühmter Maler |

 

[IIb-17-1789-0147]
Morand sah einen Spieler der nur seine Unempfindlichkeit verlor wenn man ihm zurief: quinte, quatorze et le point. |

 

[IIb-17-1789-0148]
1682 standen im Hospital zu Paris 6 seit Monaten bewegungslose Kranke auf, um den Gesandten von Maroko zu sehen |

 

[IIb-17-1789-0149]
St. Anian starb über Ludwigs XIV Misfallen an seinem Gedicht vom Mond. - Marquis von Louvois über seinen Sturz |

 

[IIb-17-1789-0150]
1720 bekam ein Iüngling nahe dem Tode da das Pulvermagazin zu Berlin aufgieng, Bewustsein und in einigen Tagen heil. |

 

[IIb-17-1789-0151]
Walther disert. de erubescent. lips. 1739: das Erröthen kömt von einem Krampf der Muskelfasern, die die Oefnungen der obern

 

[Manuskriptseite 17]

Holader in den Sinus umgeben der die Zurükkunft des Blutes hemt und die Gefässe fült |

 

[IIb-17-1789-0152]
Hochmuth einerlei Wirkung mit der Freude, stärkt d. Fasern und mehrt Umlauf des Bluts und Nervengeists u. treibt den Umlauf bis zum Delirio |

 

[IIb-17-1789-0153]
Willis: die Thiere lachen nicht weil die Herznerven nicht wie beim Menschen mit dem Zwergfel Gemeinschaft haben. Berger: weil das thierische Zwergfel wegen der horizontalen Lage keine so leichte Bewegung als das menschliche habe. Tissot: falsch. |

 

[IIb-17-1789-0154]
Lachen heilt Übligkeit Magenschmerz Kolik Verstopfung. Tissot heilte Kinder von englischer Krankh. durch Kizeln; wurden wieder belebt, roth und stark. |

 

[IIb-17-1789-0155]
Die Menge der Romane hat seit 100 I. den Nerven am meisten geschadet; ein im 10 Iahr lesendes Mädgen ist im 20 hysterisch. |

 

[IIb-17-1789-0156]
Der Durchfal bei der Taubheit ist nüzliche Krisis. | 2 B. 2 Theil.

 

[IIb-17-1789-0157]
Mekel: das fünfte Nervenpaar verbindet das Gesicht Rumpf und äussere Gliedmassen, die zum Leben nöthigen Theile und verschiedne Theile des Kopfs, bewirkt das Gesichtsverändern bei Leidenschaft, trägt fast zu allen Sinnen bei, bewegt die Muskeln des Angesichts |

 

[IIb-17-1789-0158]
Alle anderen bittere Mittel haben mit der Fieberrinde gemeinschaftliche Kräfte; aber oft nicht sie, sondern krampfwidrig bei Fieber nöthig, z B. Mohn | Wenn der Magen mit reizender Säuere überladen: sind die sie einsaugenden Mittel, Krebsaugen, Kreide sehr gut |

 

[IIb-17-1789-0159]
Schenk rühmt Zimt als ein Spezifikum gegen Hysterie. |

 

[IIb-17-1789-0160]
Stärkende Mittel müssen ihre Wirkung sehr schnel äussern, sonst abzulassen. |

 

[IIb-17-1789-0161]
4 Klass. warme mineralische Wasser: salzige wie die zu Bourbonne, Wisbaden, Ems, Vichi; schwefelhaltige, Aachen, Bath Barreges; eisenhaltige, Karlsbad, Leuch in Walliserland; einfache oder doch mit wenig alkal. Erde, alk. Salz wie die Bäder zu Plombieres, Lukka Pisa |

 

[Manuskriptseite 18]

[IIb-17-1789-0162]
Die von der ersten Klasse wirken wie im Wasser verdünte Salze, 2ten wie bittere Substanzen mit einem flüchtigen Stof verbunden, 3 wie Eisenarzeneien, 4 wie lauwarme Bäder |

 

[IIb-17-1789-0163]
Da die von der 4 Kl. leinenes Zeug besser als iedes andere Wasser säubern und die Wäsche leichter troknet: so ist die Eindringlichkeit und Leichtigkeit ihrer Vertheilung bewiesen. |

 

[IIb-17-1789-0164]
Eben die nämlichen Klassen von kaltem Mineralwasser: nur daß unter den warmen mineralischen Wassern die schwefelhalt. sehr gemein, die eisenhaltigen aber rar sind, bei kalten umgekehrt |

 

[IIb-17-1789-0165]
Bei Kindern sind die Knochen anfangs Häute dan Knorpel - die Augensterne mit einer Haut, die Ohren mit einer schleimigen Haut bedekt. Mekel.

 

[IIb-17-1789-0166]
Die Gründe des schnellern Kindswachsthums sind der mehrere Nahrungssaft, die grössere Weichheit der festen Theile und der Ausdehnung fähiger, mehr Werkzeuge der Nahrung nämlich Gefässe da, Kraft des Herzens stärker |

 

[IIb-17-1789-0167]
2 Iahre eh man zur Erbschaft {{Seinigen}} kam, nämlich vom 18 bis 20 muste man im Lande herumreisen und sich alle Wege bekant z machen. Im 20 hiessen sie lexi archici und muste ieder mit 30 Man bei einfallender Noth von den Bürgern zu sich nehmen und herstellen. Wer nicht gehorchte ihnen: dem machten sie mit einem rothen Faden das Kleid roth und nachher. Sigonius de rep. Athen. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0168]
Wenn man in den ludis etwas versehen: musten sie alle wieder von vorn angefangen werden |

 

[IIb-17-1789-0169]
Das Sachsenrecht verbeut den Dörfern auf eine Meile um die Stadt, Handwerk und Krämer. Seckendorfs Fürstenstaat.

 

[IIb-17-1789-0170]
Ein Quästor muste 28 Iahre, Prätor 40, Konsul 42 alt sein. Pitisc. l. 51. Schötgen

 

[Manuskriptseite 19]

[IIb-17-1789-0171]
In London nahm man im Iahr 1785 an 96,840 Ehen; darunter 11,32 davonlaufende Weiber, 23,48 davonlaufende Männer - 41,75 geschiedene - 17,345 im offenbaren Krieg - 13,279 im heimlichen - 55,246 gleichgültige - 3175 für glüklich gehaltne - 127 relativ glükliche - 13 wirklich glükliche. Alg. pol. Zeitung 1787. Nro. 2.

 

[IIb-17-1789-0172]
Montägig dürfen die, die Bitschriften dem König von Frankreich zu geben haben, um 11 1/2 sie in der königlichen Antichamber auf einen Tisch mit grünem Samt legen. Note Biechlings zu Sekkendorfs Fürstenstaat.

 

[IIb-17-1789-0173]
Du Fresne: Kanzler war sonst bei den Italienern Thürhüter ||

 

[IIb-17-1789-0174]
In Sparta geschah Freilassung indem d. Sklave mit einem Kranz um einige Tempel führte. Cragius de republica Lac. 1. 12. In mitlern Zeiten legte man ihm in der Kirche den Freiheitsbrief auf den Kopf. - die Freilassung meist zu Ostern. Manumissio per denarium wenn der Her vor der Obrigkeit seinem Knecht einen Denar aus der Hand schlug als Löesegeld. Bei den Longobarden M. per quartam manum wenn der Her den Sklaven dem 2ten, dieser dem 3ten, der 3 dem 4ten in die Hände gab, der ihn dan loslies. du Fresne. II. 456. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0175]
Matralia Fest der römischen Frauen, 12 Iuni, Opfer ein Fladen, durfte nur Eine Magd dabei sein die viele Ohrfeigen bekam, der Göttin Matuta, betend für ihre und ihrer Brüder Kinder. Pitiscus II. |

 

[IIb-17-1789-0176]
Rom hatte 500 Iahre keine Aerzte, Archagathus aus Griech. zuerst. |

 

[IIb-17-1789-0177]
Mena bei den Römern Göttin über die monatliche Reinigung. Voss. de Idolol. 2. 26 |

 

[IIb-17-1789-0178]
Sonst konte man einen ausgewachsnen Neger für einige Ellen grobes Tuch oder für 2 Kannen Brantewein kaufen; iezt an der afrikanischen Küste 24 Pfund an Waaren; Sklavenschiff verkauft ihn einzeln in Amerika für 50, doch in grösserer Anzahl Männer und Weiber durcheinander 36 Pfund; der Plantagenneger hing bei Geschiklichkeit oft 4 mal über dem Einkaufspreis. Erzählungen von den Sitten und Schicksalen der Negersklaven. 1789.

 

[Manuskriptseite 20]

[IIb-17-1789-0179]
Esquemelino: wenn er einen Affen verwundet hatte: brachten die anderen Kräuter, die sie auf die Wunde, in den Hintern legten und dan das Blut stilten |

 

[IIb-17-1789-0180]
Latomus wolte in Sleidanus lateinischer Geschichte 11000 Schnizer zeigen. Hübners Nachrichten der berühmten Historiker p. - Lukas Holstenius ein Kanonikus in Rom, wolte dem Baronius 2000 Irthümer, die er mit Wissen begieng, aus der Vatik. Bibliothek überweisen.

 

[IIb-17-1789-0181]
Der Generalstaat bat die Zürcher nur auf einige Iahr (so auch der Kurfürst zur Pfalz) um den Historiker Hottinger zur Professur nach Leiden, ersof unterwegs |

 

[IIb-17-1789-0182]
Kamerarius schrieb den smalkaldischen Krieg griechisch; Simo Stenius übersezte ins lateinische |

 

[IIb-17-1789-0183]
l'Abbé Terrai verursachte 2350 Bankeroute u. 213 Selbstmorde. Schlözers Briefwechs. Biogr. der Selbstmörder.

 

[IIb-17-1789-0184]
Dodart: die verschiedenen Töne werden gebildet d. die Erweiterung und Verengerung der Kehlenrize; nach Ferrin: d. die grössere oder kl. Spannung der Bänder des Luftröhrenkopfs Mekel.

 

[IIb-17-1789-0185]
Troz der Aehnlichkeit ist die harte Hirnhaut nicht die Fortsezung der äussersten Augenhaut, hängt aber mit ihr beim Eingang des Augnerven zusamm. |

 

[IIb-17-1789-0186]
Mit 2 Augen sieht man um den 13 Theil klärer als mit 1 |

 

[IIb-17-1789-0187]
Beim Menschen stehen die Augen näher beisammen als bei allen Thieren. Daher kan er bei seiner aufrechten Stellung in eine grosse Entfernung sehen; die gröste Entfernung worin ein Gegenstand gesehen werden kan, beträgt 3436 mal seinen Durchmesser. |

 

[IIb-17-1789-0188]
Minuitio, d. Zeit in den Klöstern wenn den Mönchen zur Ader gelassen wurde, ausser derselben nur in höchster Noth. du Fresne II. 2. 631. Schötgen.

 

[IIb-17-1789-0189]
Hans Sloane in der Geschichte von Iamaika: für blosse Ver

 

[Manuskriptseite 21]

säumnis der Arbeit wird der Sklave blutig gepeitscht, mit Pfeffer und Salz gerieben, siedendem Wachs beträufelt; Vergehungen gegen den Aufseher geviertheilt. Blosse Angabe der Weissen kan ihm Tod bringen (aber der Neger kan nie gegen Weisse zeugen) 19/17

 

[IIb-17-1789-0190]
Da 2 Neger 1 Negerin liebten: tödteten sie sie, dan sich ieder selbst. Englischer Zuschauer |

 

[IIb-17-1789-0191]
Der Neger, der die mänlichen Iahre erreicht ohne Karrenstäupe u. mit Glatter, von Geisel unzerfezter Haut, stolz darauf, tödtet sich aus Besorgnis davon. |

 

[IIb-17-1789-0192]
Der Plantagenneger in Amerika der den Aufseher tödtet, wird lebendig in einem Käfig gehenkt, daß Raubvögel ihm Augen p ausfressen |

 

[IIb-17-1789-0193]
Die brittischen Sklaven müssen bei Peitschenhieben Grasbündelgen stengelweise zu Heu zusammenlesen in den Erholungsstunden. |

 

[IIb-17-1789-0194]
Ein Aufseh Eigenthümer einer Plantage lies den Negern die Augen verbinden und sie so unter den Negerinnen zur anderen Seite Frauen greifen. | S. 95.

 

[IIb-17-1789-0195]
Die Pflanzer wollen schelmische boshafte Neger lieber, weil die gutartigen meist krank in Eingeweiden sind. | S. 101

 

[IIb-17-1789-0196]
Verschiedene Guineische Könige glauben zu sterben wenn sie das Meer sähen, daher sie die Küstenländer d. Repräsentanten verwalten lassen. |

 

[IIb-17-1789-0197]
Böse Augen Zähne, Lahmheit, schlanker Wuchs machen den Kauf rükgängig, nur mus die Rükgabe am anderen Tag geschehen; worauf dan der Sk. vom Verkäufer getödtet oft. |

 

[IIb-17-1789-0198]
Ihr Abscheu vor Bohnen - oft 60 im Schif durch einen Ring ihrer Fesseln an eine grosse Kette befestigt und aufs Verdek gelassen. | Kost in hölzernen Trögen |

 

[IIb-17-1789-0199]
Ein Matrose mit einer grossen Peitsche präsidirt beim Tanz derselben auf dem Verdek wozu man sie wegen der Gesundheit zwingt; bei Langsamkeit Prügel | man trommelt dazu auf dem Freszuber, auch zum Singen gezwungen |

 

[Manuskriptseite 22]

[IIb-17-1789-0200]
Chemie
Chemie] muss noch mit <head>-Tag versehen werden, sobald <div>-Tags vorhanden sind

 

[IIb-17-1789-0201]
Die Acida kan man von allen anderen Gattungen der Salze unterscheiden daß sie blaue und violette Farben der Vegetab. in roth verändern. Maquer.

 

[IIb-17-1789-0202]
Das Zerfliessen des Salzes durch die blosse Luft heist deliquium.|

 

[IIb-17-1789-0203]
Schmelzt man Schwefel und Alkali zu gleichen Theilen: so entsteht eine Zusammensezung von Geruch fauler Eier und rother Farbe einer Leber, daher Schwefelleber |

 

[IIb-17-1789-0204]
Magisterium oder Präzipitat einerlei, Schwefelmagisterien. |

 

[IIb-17-1789-0205]
Das Nitrum oder Salp. schiest Krystalle wie lange Nadeln die an einander hang., macht auf der Zunge einen kalten Eindruk. |

 

[IIb-17-1789-0206]
Silber mit dem salpetrichten Acido versezt macht ein metallisches Salz, das sich krystallisirt; heist dan Silberkrystall (chrystalli lunae), die alles zerfressen u. die, noch einmal in Flus gebracht, Aezstein oder lapis infern. heissen. |

 

[IIb-17-1789-0207]
Da man Gold von Silber nicht d. den troknen Weg scheiden kan: so scheidet man's entweder d. Goldscheidewasser, das nur das Gold auflöset, oder Scheidewasser, das nur das Silber und lezteres gewöhnlicher |

 

[IIb-17-1789-0208]
Aber das Scheidewasser kans nur, wenn G. und S. nicht zu gleichen Theilen mit einander vermischt sind, sondern wenn das S. 3 mal schwerer als das G. ist: ists minder, mus man beide schmelzen lassen und das fehlende Silber gar zuthun |

 

[IIb-17-1789-0209]
Ein Arzt drükte einer Geizigen die in einer Schlafsucht keine Empfindungen mehr zu haben schien, neue Thaler in die Hand, kam wieder zu sich und grif zu. Tissot. )

 

[IIb-17-1789-0210]
Präzipit Merkur ist in einem so gelinden Feuer das ihn nicht sublimirt, Monate oder 1 Iahr ihn halten wodurch er zu einem rothen Pulver verwandelt wird - äzendes Sublimat

 

[Manuskriptseite 23]

[IIb-17-1789-0211]
Chemie
Chemie] <head>-Tag ergänzen, sobald <div>-Tags vorhanden

 

[IIb-17-1789-0212]
ist der mit Salzgeist versezte M., der Krystall wie Dolche anschiest, die nachher sublimirt werden; heftigste Aezmittel. |

 

[IIb-17-1789-0213]
Versüster Merkur ist - da das Azidum de Meersalzes im äzenden Subl. nicht ganz vom Merkur gesättigt ist - wenn man es noch einmal mit Merkur vermischt und wieder sublimirt, heist auch aquila alba; zu Stuhl und Vomiren |

 

[IIb-17-1789-0214]
Durch wiederholte Sublimirungen noch mehr versüst wirds die Merkurial=Panazee - mineralischer Mohr ist der mit Schwefel lau vereinte Merkur, b gr und sieht wie schwarzes Pulver, bei grosser Hize wirds Zinober

 

[IIb-17-1789-0215]
Da sich ausser dem Gold iedes Metal, am meisten das Eisen leichter mit dem Schwefel einet als der Merkur: so trent man ihn dadurch davon, ist dan am reinsten, heist resuszitirter Merkur. |

 

[IIb-17-1789-0216]
Der Spiesglaskönig erleichtert die Schmelzung aller Metalle, macht sie alle spröde und brüchig.

 

[IIb-17-1789-0217]
Der Arsenikblumen= oder kalk unterscheidet sich von allen anderen metallischen Kalken, daß es sehr flüchtig und salzig ist.

 

[IIb-17-1789-0218]
Die geistige Gährung bringt Weine und geistreiche Getränke hervor, die säuere Säuere, das faulende und flüchtige alkalische Salz |

 

[IIb-17-1789-0219]
Der Äther (besteht aus Weingeist und Vitriolöl) verfliegt in der Luft stehend, brent wie der Weingeist ohne Rauch und ohne Spur von Kohle oder Asche, lässet sich, gegen die Natur brennender Geister, nicht mit Wasser vermischen, hat mit dem Gold mehr Gemeinschaft als das Goldscheidewasser.

 

[IIb-17-1789-0220]
Bleizukker= oder salz ist von Essig aufgelöstes Blei |, nur von Essigdampf Bleiweis |

 

[IIb-17-1789-0221]
Rinde an den Weinfässern, besonders sauerer Weine, ist der Weinstein; wenn er gereinigt wird, erscheint auf der Oberfläche des flüssigen ein weisses krystallisches Häutgen, d.i. Weinsteinrahm (Cremor Tartari).

 

[Manuskriptseite 24]

[IIb-17-1789-0222]
Auf den westindischen Inseln werden die Neger den Kaufleuten d. Rapsen überlassen; ei* suchen mit einem Strik so viel als möglich zu umspannen, andere mit Schnupftüchern. | Litterat. Völkerk. 1788 N. 12|

 

[IIb-17-1789-0223]
Werndi:
Werndi:] evtl. fehlerhaft für "Werndly" stellen sich unwissend im Holländischen, um nicht alle Befehle thun zu dürfen; halten viel von Abänderung ihrer Direktoren, die sie daher bei den Administrateurs anschwärzen.|

 

[IIb-17-1789-0224]
Wenn ein Sklave in Philadelphia ordentlich zum Tod verurtheilt wird: so schäzt ein Geschworner seinen Werth und der wird dem Eigner nebst den Prozeskosten vom Schazmeister des Staats ersezt |

 

[IIb-17-1789-0225]
Der S. wird auf dem Markt gepuzt geschoren, mit Palmöl geschmiert, nakt; probiert durch Laufen Reden Schreien Lachen |

 

[IIb-17-1789-0226]
Die in Iamaika hungert man oft zu tod mit einem vor dem Mund behängten Brod |

 

[IIb-17-1789-0227]
Die anderen küssen den Neger in lezten Zügen, geben ihm Grüsse nach Guinea mit, iauchzen daher bei der Leiche |

 

[IIb-17-1789-0228]
Auf der Insel Nevis 10,000 Neg. und 3000 Weisse |

 

[IIb-17-1789-0229]
Wenn in Südkarolina ein Sklave einem Christen mit einem Messer p die leichteste blutende Wunde beibringt: so verurtheilen ihn die Pflanzer zum Strang; die Provinz ersezt dem Eigner den Werth |

 

[IIb-17-1789-0230]
Der Neger macht einer N. Geschenk mit einem Spielzeug; nimt sie es an: so ist sie seine Frau. Bekömt sie keine Kinder: so nöthigt sie der Pflanzer zu einem 2ten, 3ten, 4ten Man, denn alle Kinder gehören dem Pflanzer. |

 

[IIb-17-1789-0231]
Die theuersten Sklaven sind die Sklaven der Fürsten, nachher die Kriegsgefangnen, die dritten die Missethäter die 20 Prozent minder gelten. Schlözer Bfw Br. H. 25. |

 

[IIb-17-1789-0232]
Ein guter Zimmerman auf 2500 holländische Gulden, Mauerer 2000, Bötcher und Koch 1800 |

 

[Manuskriptseite 25]

[IIb-17-1789-0233]
Die Wald= oder Maron=Neger bewohnen längst der Küste von Südamerika unzugängliche Wälder, zu denen sich immer mehr S. gesellen |

 

[IIb-17-1789-0234]
Cooper: In Amerika in Arbeit 5 1/2 Millionen; a: 480 iährlich 110,000 N. und (mit den heimlich eingebrachten) 150,000 iährlich S. eingebracht |

 

[IIb-17-1789-0235]
Interesse eines Kapitains eines Negerschifs ist es recht volzuladen, ein Schif von 100 Tons nimt 250 Neger. Zwei werden an Händen und Füssen zusammengefesselt, können ohne Verlezung sich nicht aufrichten p |

 

[IIb-17-1789-0236]
Man berechnete (auch in Praxi) welches besser: sie mit Maas arbeiten und beköstigen lassen, damit sie lange leben od. sie d. äusserste Anstrengung, wenige Nahrung aufzureiben eh sie zur Arbeit untauglich, und dan neue zu kaufen |

 

[IIb-17-1789-0237]
Der Ertrag der Arbeit eines Negers iährlich 10 Pfund; le Cong: 14 Pfund und 10 Schillinge - Young: die eines Britten in einer fruchtbaren Gegend 100 Pfund.

 

[IIb-17-1789-0238]
In England the society for the abolotion of the Slave-Trade, auf Siegel Neger in Fesseln kniend mit dem Motto: am I not a man and a brother? |

 

[IIb-17-1789-0239]
In Iamaika muste iede Negressin für ein Kind, das sie gebiert, eine Geldbusse geben; daher Kindermordungen |

 

[IIb-17-1789-0240]
Sonst hatte man in Deutschland eiserne, hölzerne Kreuze im Gefängnis worein man den Gefangnen mit dem Hals, Rükken, Armen, Beinen einschlos. Thomasius L.

 

[IIb-17-1789-0241]
Epikur allegirte in seinen 300 Büchern niemanden. Naudäus L.

 

[IIb-17-1789-0242]
Sonst durfte man vor dem 40 Iahr nicht die Apokalypse und das lezte Kapitel des Propheten Esdrä lesen. |

 

[IIb-17-1789-0243]
Die Lyzier verkauften falsche Zeugen und Angeber als Sklaven. Heraclides in frag. de politicis. ||

 

[Manuskriptseite 26]

[IIb-17-1789-0244]
Ptolemäus Philadelphus von Aegypten gab in Alexandria zu Ehren der Wissenschaften ein Fest, wo alle Poeten Verse zum Lobe der Musen hersagen musten, damit der beste belohnt würde. Bei algemeinem Bewundern bewies der 7te Richter, Aristophanes, daß die meisten gestohlne Passagen wären und sagte sie her. Stephan. Forcat. in Prometheo ||

 

[IIb-17-1789-0245]
Binsfeld de confess. ultimo: malefic.: Got läst nie zu daß Unschuldige als Hexen eingezogen werden |

 

[IIb-17-1789-0246]
Ammonius in seinem Kommentar über die Kategorien: in der alexandrischen Biblioth. 40 Bücher Aristot. de analytica wovon er nur 4 gemacht. So dichtete man dem Hieronymus, S. Thomas, Plato, Albertus Magnus, Avicenna p Bücher von der schwarzen Kunst an. Naudäus L.

 

[IIb-17-1789-0247]
Franciscus Picus l. 4 exam vanit doct. gent: zweifelhaft ob Aristoteles eines von allen den ihm zugeschriebnen Büchern gemacht. ||

 

[IIb-17-1789-0248]
Die Grimdarmklappe widersteht dem zufrühen Übergang der Speisen aus dem dünnen Gedärm ins dikke; denn zwischen dem Krumdarm (ileum) und der Klappe ist ein Antagonismus - ist der Unrath aus dem Blinddarm in den Grimdarm (colon); so lässet sie nichts wieder zurük. Mekel.

 

[IIb-17-1789-0249]
Kinder die zeitig lachen, nent Hippokrates prothymoteres, sie würden bessern Kopfs. dessen aphorism. 13. sect. 1.

 

[IIb-17-1789-0250]
Meyfarth: in Deutschland Tortur der Hexen oft 4 Tage und 4 Nächte. L

 

[IIb-17-1789-0251]
Der Henker gab ihnen sonst einen Trank vorher wodurch sie, halb unsinnig, die grösten Missethaten unschuldig bekanten ||

 

[IIb-17-1789-0252]
Proklus: wie der Löwe sich vor einem weissen Hahn fürchtet: so verabscheuet ein in Löwengestalt erscheinender Geist einen w. Hahn und verschwindet, wenn man diesen vorwirft. Corn. Agripp. philos. occult. l. 3. c. 33.

 

[IIb-17-1789-0253]
Iupiter gab der Erde 30000 Geister, ohne die kein Fürst, keine Keuschheit kein Leben sicher wäre. Hesiod scutum Hercul.

 

[Manuskriptseite 27]

[IIb-17-1789-0254]
Vor dem 13 Säk. war Gerichtsbarkeit blos ein Stük der Landeshoheit u. die bürgerliche Gerichtsb. ward von Beamten verwaltet, die peinlichen hohen Gerichte wurden durch besondere Kommissionen und Befehle und oft nächste Bediente versehen: Hernach gaben sie die Gerichtsbarkeit für Geld kauf= Verleihungs= pfands= pachtweise weg und wurden erblich. Sekkendorfs Fürstenstaat.

 

[IIb-17-1789-0255]
Die Einwohner von Metapont weihten Pythagoras Haus nach seinem Tod ein, zu einem Tempel der Zeres, hiessen es die geheil. Strasse der Musen. Plutarch. L

 

[IIb-17-1789-0256]
Origenes l. 6 cont. Celsum: Pythagoras Schenkel war nicht golden sondern elfenbeinern. |

 

[IIb-17-1789-0257]
Philippus von Mazedonien schikte den Possenreissern zu Athen ein Talent, damit sie ihm Schwänke aufschrieben und schikten. Athenaei dipnos. l. 14 c. 3.

 

[IIb-17-1789-0258]
Plato schrieb an Dionysos: wenn man die Athener und ihre Republik kennen lernen wolte, müsse man nur den Aristophanes lesen. Flögels Geschichte der Komischen Litteratur

 

[IIb-17-1789-0259]
Die Athener streueten dem Aristophanes Blumen aufs Haupt, und einen Kranz von Oehlzweigen. | Als die höchste Ehre. ||

 

[IIb-17-1789-0260]
Galenus: Äskulap dichtete Scherze zum Heilen seiner Kranken. Gesner: er habe in Fiebern Bücher am liebsten gelesen worin Spas vorkam. |

 

[IIb-17-1789-0261]
Innozenzius III: wenn ein Knabe geboren: schreit er A, Mädgen E - wodurch sie sich über Adam und Eva beklagen. |

 

[IIb-17-1789-0262]
Damaszenus, ein italienischer Astrolog: die Melancholiker lachten hi, hi, - choler. hehe - phlegmatische hahaha - sanguin. hohoho |

 

[IIb-17-1789-0263]
Robert Fludd: im Gehirn ein mänliches und ein weibliches Glied wodurch die Gedanken erzeugt würden |

 

[Manuskriptseite 28]

[IIb-17-1789-0264]
Hartley: das Lachen der Kinder ist entstehendes Weinen von Schmerz |

 

[IIb-17-1789-0265]
Wagenseil die Nägel nicht ab; daher lange Schuhe: wenn um ein Ekhaus, sagten die Leute: W. kömt, man sieht schon seine Schuhe |

 

[IIb-17-1789-0266]
Der Prinz von Pallagonia hat neben einem Relief, ders Leiden Christi vorstelt, einen Gaukler Tanz; hätte die gröste Freude wenn ihm ein Ungeheuer geboren würde. Brydone |

 

[IIb-17-1789-0267]
Die Coq à l'ane der Franzosen sind theils Aufsäze worin kein Zusammenhang, theils Antworten die auf die Frage nicht passen; theils ein Spiel (auch propos interrompus genant) wie das Deutsche Schenken und Logiren |

 

[IIb-17-1789-0268]
Wir niesen 2 mal gewöhnlich weil wir 2 Nasenlöcher haben. Aristoteles Problem. |

 

[IIb-17-1789-0269]
Gerhard Krösus, Pfarrer zu Alblas, ein Buch daß Homers Ilias die biblische Geschichte sei. |

 

[IIb-17-1789-0270]
Die pedanteskische oder Fidenzianische Poesie ist wenn die Sprache italienisch und die Wörter und Redensarten latinisirend sind zum Spas - makaronische P. wo das Gegentheil. |

 

[IIb-17-1789-0271]
In der römischen Kanzlei Taxe wird ein Mönch der Schuhe à la poulaine trägt (überhaupt iede Übertretung einer Kirchensazung) härter bestraft als einer der mit seiner Mutter Schwester Blutschande getrieben (5 Groschen, d. i. 1/2 Reichstaler) |

 

[IIb-17-1789-0272]
Im 15, 16 Iahrh. trugen Stuzer und Soldaten Kleider worein grosse Löcher geschnitten waren, besonders an Hosen und Aermeln, damit hellere Unterkleidung vorstach. Iohan der ältere Herzog in Zweibrükken brachte sie nicht ab bis er den Henker so kleiden lies. |

 

[Manuskriptseite 29]

[IIb-17-1789-0273]
Da die Portugiesen 1706 keinen Generalfeldmarschal hatten: wählten sie den heiligen Antonius; um von unten auf zu dienen, zogen dem Heiligenbild am 1 Tag einen Soldatenrok an, 2 Unterofficier=, 3ten Officier Montur p. Traktament von 150 Dukaten; in einer Sänfte vorgetragen. Flohen da eine Kanone das Bild köpfte; der König legt iährlich sein Trakt. in rothsamtnen Beutel vor seine Kapelle. Iunks Nachrichten von der portugiesischen Litteratur |

 

[IIb-17-1789-0274]
In der Approbazion des theolog. Zensors der Bücher des Thomas Sanchez vom Ehestande: legi et perlegi maxima cum voluptate. |

 

[IIb-17-1789-0275]
In den kastrirten und von der Inquisizion gebilligten Ausgaben des Dekamerone des Boccaccio sind nicht die Zoten, sondern die vorkommenden Namen der Mönche und Nonnen ausgelassen. |

 

[IIb-17-1789-0276]
Bei den Karaiben mus das zu iniziirende Oberhaupt neben anderen Pönitenzen p unnatürliche Sachen, geräucherte Menschenhände und Füsse essen. Oldendorp |

 

[IIb-17-1789-0277]
Da die Araber, sobald sie im 4, 5ten Iahr aus dem Harem sind, immer in Vaters und Alter Geselschaft: so stets ernsthaft, nicht lachend, ungerührt bei weiblichem Weinen; daher ihnen die Europäer, um etwas zu gelten, nachahmen müssen. Mariti Reise d. Zypern Syrien p |

 

[IIb-17-1789-0278]
Beim Einzug Ludwig XI stelten bei der Fontaine du Ponceau in der Strasse St. Denis schöne nakte Mädgen die Syrenen vor, Schäferlieder singend. So bei dem Karls V in Antwerpen. Oft lies man Esel auf Flöten blasen |

 

[IIb-17-1789-0279]
Da Karl V. die Schnabelschuhe durch ein Verbot von 10 Gulden abschafte: so kamen auf vornen so breite daß sie die Breite eines Fusses überschritten. |

 

[IIb-17-1789-0280]
Keyßler fand an den Kürassieren der österr. Erzherzoge

 

[Manuskriptseite 30]

eiserne Schuhe mit langen Spizen, die Futterale der ord. S. waren; trieben diese Spiesse in des Gegners Pferd und zogen sie zurük |

 

[IIb-17-1789-0281]
Die Grossen trugen damals Schellen an Schuhen und Kleidern um ihre Ankunft von weit kundzuthun |

 

[IIb-17-1789-0282]
Unter Ludwig XI trug man in Frankreich Futterale (Braguettes oder Brayettes) mit Franzen, worin das mänliche Glied war u. die unförmlich zur Täuschung waren |

 

[IIb-17-1789-0283]
Moore: die Italiener halten die Maria für eine Freundin und Kennerin der Musik; vor ihren Statuen ieden Christtag ein Ständgen - kalabrische Pfeifer spielten blos für ihr Kind auf dem Arm, dem das Natürliche gefiele |

 

[IIb-17-1789-0284]
In Kadiz müssen Geistliche und Weiber ihre Füsse auf der Strasse verbergen; diese ziehen bei Koth nie die Unterrökke in die Höhe weil das Zeigen der Fusspize Bereitwilligkeit zur lezten Gunst bewiese. Labats Reisen. |

 

[IIb-17-1789-0285]
Meiners: Da ein Theil des Gottesdienstes, der Unzucht geweiht war: so kein Wunder, daß die ernsth. Männer, Staatsmänner Philosophen bei untadelhaftem Karakter unzüchtige Gedichte machten, wie Solon Simonides |

 

[IIb-17-1789-0286]
Varro de lingua latina l. 6: obscaenitas kömt von scena her weil auf dem Theater die meisten Unflätereien. Unter den Kaisern stelten fast nakte Histrionen da den Ehebruch und Nothzucht vor |

 

[IIb-17-1789-0287]
Wegen dem steten Anblik nakter Statuen kömt vielleicht den Italienern manches nicht unzüchtig vor; daher ihre Maler und Autoren es so sind |

 

[IIb-17-1789-0288]
Addison: wenn iemand einen Gesang aus dem Tasso anfängt, kan ieder in Italien ihn fortsezen und oft singen 10,

 

[Manuskriptseite 31]

12 Personen in der Nachbarschaft ganze Bücher T. ab. |

 

[IIb-17-1789-0289]
Im 17 I. wolte kein Buchhändler etwas verlegen als in der burlesken Schreibart, daher liessen sie auf ernsthafte Bücher, waren sie nur in kurzen Versen geschrieben, sezen: in burlesken Versen. Daher ein ernsthaftes Buch 1649: la passion de notre Seigneur en vers burlesques. |

 

[IIb-17-1789-0290]
In Italien sind bei ernsthaften Stükken die Komödienhäuser leer, bei Farçen alles vol, Logen - im Marionettentheater Damen von erstem Rang. L. und Völkerkunde 1782 Iul. | In Venedig l* erlaubt die Staatsinquisiz. solche Belustigungen zur Zerstreuung. |

 

[IIb-17-1789-0291]
Der Lübeksche Superintendent Goeze schrieb von gelehrten Schustern - gelehrten Baueren - Gelehrten die Lukas hiessen - oder die ersoffen. Hommel in Leipzig von Iuristen, die Theologen waren - unter die Heiligen aufgenommen wurden - Päbste wurden - ausserehelichen - unverheiratheten |

 

[IIb-17-1789-0292]
Viele grosse Männer besangen, um sich aufzuheitern, geringfügige Dinge poetisch, wov. Dornavius allein 2 Foliobände gesammelt |

 

[IIb-17-1789-0293]
Bernhards curieuse Historie der Gelehrten: von den Schiksalen der Gelehrten im Mutterleibe, von gelehrten Zwillingen, von Gelehrten die viele Kinder zeugten, die an Steinschmerzen starben, oft heiratheten |

 

[IIb-17-1789-0294]
Gedicke: unter den sizenden Handwerkern sind die Schuster darum am meisten Schwärmer, weil sie mit krumgebüktem Leibe arbeiten, (daher Hypoch.) und der obere Theil in zu grosser Thätigkeit |

 

[IIb-17-1789-0295]
Der Raum der in der königlichen Bibliothek zu Paris aufgestellten Bücher aus der mystischen Theologie nimt eine Länge von 200 Fus und Höhe von 20 ein; scholastischen Theol. 150 Fus lang. Mercier T. I.

 

[Manuskriptseite 32]

[IIb-17-1789-0296]
Der König der Münsterischen Wiedertäufer Iohann Bokelssohn von Leiden hatte noch in Niederlanden oft und gern auf dem Theater des Königs Rolle gespielt: dies half ihm in Münster, wo er wirklich König und ihm diese Würde angeboren |

 

[IIb-17-1789-0297]
Karl IX von Frankr. gab eine öffentliche Erlaubnis zur Besserung seiner Hofleute, persönliche Satiren zu schreiben. |

 

[IIb-17-1789-0298]
Boileau nante den Pastetenbeker Mignot einen Giftmischer; dieser wikkelte sein Gebaknes in eine Satire; die Cotin, den welchen Boileau angegriffen, auf ihn gemacht; Mignot wurde dadurch reich und ieder wolte Pasteten |

 

[IIb-17-1789-0299]
Nemeiz kante einen deutschen Reichsfürsten der seinem Hofrath 200 Reichstaler Pension vermachte, damit er nach seinem Tod weder Gutes und Böses spräche oder schriebe |

 

[IIb-17-1789-0300]
Voltaire, Boileau, Scioppius, Rousseau bekamen für persönliche Satiren Prügel |

 

[IIb-17-1789-0301]
Die Kamtschadalen halten niemand für dümmer p als ihren Got Kutka, weil ers Böse gemacht, und spassen über niemand mehr. Steller |

 

[IIb-17-1789-0302]
Sie haben an ihrem Festtag Harlekins die sich nakt als Hunde anspannen lassen, wie H. fressen, sich behandeln lassen. ||

 

[IIb-17-1789-0303]
Tetralogie der Griechen, wovon die 3 ersten Stükke Tragödien und das lezte ein satyr. Drama waren, von 1 Dichter |

 

[IIb-17-1789-0304]
Kein Komödiant wolte den mächtigen Kleon spielen, kein Künstler die Maske machen - Aristophanes machte sie selbst und beschuldigte ihn so geschikt des Raubs, daß ihn das Volk zu 5 Talenten verdamte |

 

[IIb-17-1789-0305]
Blakwell: die Barden waren bei Königen und Festen wilkommen: kam einer ins Haus, so Bad Essen Wein, hierauf seine Leier und Singen einer Geschichte der Vorzeit; Homers Gedichte alle zum Hersingen gemacht, nicht zum Durchlesen. |

 

[Manuskriptseite 33]

[IIb-17-1789-0306]
Homer schrieb seine Gedichte nicht auf sondern die Homeriden (auch Rapsodisten wie er und von ihm abstammend) sangen sie auswendig. || Scalig. art poet.: hiessen auch Stabträger; die aus der Ilias absangen, hatten rothe Stäbe zum Zeichen des Mords; Odyssee gelbe, weil mit dieser Farbe die Exulanten bezeichnet wurden. |

 

[IIb-17-1789-0307]
Hörten die Rapsodisten auf (denen Solon auflegte, nicht abgerissene Stükke aus dem Homer zu singen, sondern der eine fuhr fort, wo der andere aufgehört): so traten die Parodisten auf die das Gesagte verdrehten und lächerlich machten. Scaliger |

 

[IIb-17-1789-0308]
Iulian lies Menschen schlachten um aus ihrer Leber die Zukunft zu erfahren | Ammian. l. 22. c. 13 |

 

[IIb-17-1789-0309]
Ensalmisten heissen die, die d. Worte Wunden heilen, entweder von Anselmus, der ein Schwarzkünstler gewes. sein sol, od. nach Naudée von Psalmen, wegen deren Gebrauch dabei. Naudäus. L

 

[IIb-17-1789-0310]
Kasaubon: Satire vom lateinischen Wort Satura, eine Schrift die ein Quodlibet, vielerlei Dinge enthielt; daher lanx sutura eine Schüssel mit vielerlei Früchten. Flögel.

 

[IIb-17-1789-0311]
Casaubon erhob den Persius, Skaliger den Iuvenal, Heinsius und Dacier den Horaz - und erniederten die anderen. |

 

[IIb-17-1789-0312]
Kais. Klaudius gab Verordnungen in homerischen Versen, sprach vor Gericht darin |

 

[IIb-17-1789-0313]
Petronius lies sich eine Ader öfnen, die er verband und wieder öfnete p mit Abwartung seiner Geschäfte, daß sein Tod natürlich schien |

 

[IIb-17-1789-0314]
Dante's Hölle legte man bei seinen Lebzeiten als ein Andachtsbuch in Kirchen aus; 200 Iahre lang wusten die Maler das Paradies und die Hölle blos auf Dantische Manier zu malen. |

 

[IIb-17-1789-0315]
I. Baptista Spagnolo genant Mantuanus machte mehr als 55000 Verse. |

 

[Manuskriptseite 34]

[IIb-17-1789-0316]
Ortensio Lando von sich selbst im 16 Iahrh. Medikus: er bestehe nicht aus 4 Elementen sondern Zorn Gift Galle Hochmuth; sobald er mit einem zerfalle, geb er alles von ihm Bekommene zurük; Zorn vermag mehr bei ihm als Liebe Dankbarkeit versprochene Treue |

 

[IIb-17-1789-0317]
Pietro Aretino hies die Geisel der Fürsten, lies auf sich eine Gedächtnismünze schlagen: sein Bildnis Il divino Aretino; andere Seite auf dem Thron, von den Gesandten der Fürsten Geschenke bekommend |

 

[IIb-17-1789-0318]
Pasquin wurde unter den Päbsten Iulius und Leo X iährlich am Neueniahr a. gekleidet, 1518 als Pilgrim, 1525 Fortuna, 1535 Gelegenheit |

 

[IIb-17-1789-0319]
In Griechenland und noch im Neapolitanischen darf man zur Zeit der Weinlese die Vornehmsten schimpfen |

 

[IIb-17-1789-0320]
Niccolo Franco machte 218 Sonnette gegen den Aretino |

 

[IIb-17-1789-0321]
Matthias Francowiz (sonst Flacius Illyricus) durchreiste in Mönchshabit Klosterbibliotheken nach alten Schriftstellern, die gegen die Klerisei und falsche Lehre geschrieben und die man verbarg. Stahl daher Handschriften in seinen weiten Ermeln, schnit Blätter aus, daher das Sprichwort: cultellus Flacianus |

 

[IIb-17-1789-0322]
Einige fälschlich: Bruno habe zu Wittenberg eine Lobrede auf den Teufel gehalten. |

 

[IIb-17-1789-0323]
Zu dessen Zeit duldete man in Rom offenbare Atheisten (Porta, Andreas Zäsalpinus, Pomponazius) wenn sie nur nichts gegen den Stuhl zu Rom schrieben: aber Lutheraner verbrante man damals unter dem Vorwand der Atheisterei. | so auch Bruno

 

[Manuskriptseite 35]

[IIb-17-1789-0324]
Unter Urban VIII wurde in Rom ein Hospital für die Hofleute gebauet, gieng bald ein |

 

[IIb-17-1789-0325]
Zu Cervantes Zeit hielt man Kyrie eleison, Deuteronomion und Paralipomenon für Heilige und berühmte Männer |

 

[IIb-17-1789-0326]
Die Ritter liessen sich damals todschlagen, indem sie den Namen ihrer Prinzessin an die Mauer der belagerten Stadt schrieben - a. holten aus einer Löwengrube einen weiblichen Handschuh - a. stiegen bei Lebensgefahr ins Zimmer ihrer Gemahlin d. eine Strikleiter Nachts, nicht d. Thüre. |

 

[IIb-17-1789-0327]
An Morus ernsthaften Schriften nach damaliger Gewohnheit satirische Marginalien |

 

[IIb-17-1789-0328]
Montmaur's Werke kamen in 2 Bänden heraus, der erste prosaische enthält 5 Seiten, der poet. 3.; über 25 Gelehrte schrieben gegen ihn Satiren |

 

[IIb-17-1789-0329]
Boileau machte alzeit den 2ten Vers eines Reims vor dem ersten und hielts für ein Geheimnis wodurch man stärker und besser schriebe |

 

[IIb-17-1789-0330]
Ein Krüpel sol sein hölzernes Bein auf Paris Grab gelegt haben, damits Fleisch wird |

 

[IIb-17-1789-0331]
Cornelius Agrippa war Kriegssekret. des Kaisers Maximil., Hauptman des Antonii Deleve, theol. Professor zu Pavia, Syndikus und Advokat der Stadt Mez, Leibmedikus der Herzogin von Anjou, Rath und Historiograph Kaiser Karl V. Naudé. L. Der Kardinal von Lothringen wolte zu einem seiner Kinder Pathe sein, ein Marggraf in Italien, der König von England, der Kanzler Merkurius Gatinaria, Margarita eine Prinzessin aus Österreich wolten ihn zur gleichen Zeit in ihre Dienste: geachtet von 4 Kardinälen, von 5 Bischöffen, und allen Gelehrten als Erasmus Faber Stapulensis, Melanchton, Capellanus p. |

 

[IIb-17-1789-0332]
Kaiser Augustus liebte sehr einen Papagai, Nero Storch, Virgil Schmetterl., Heliogabal Sperling, Honorius Huhn, Kommodus einen Affen |

 

[Manuskriptseite 36]

[IIb-17-1789-0333]
Schulmeister heist auch ein Vorsteher der Meistersänger, weil sie den Ort wo sie ihre Gesänge singen und beurtheilen, eine Schule nennen. Flögel 3 Theil.

 

[IIb-17-1789-0334]
Ioh. Wilhelm Laurenberg hielt den Reinikefuchs nach der Bibel für das beste Buch, Prof. in Rostok. Morhof. |

 

[IIb-17-1789-0335]
Geiler predigte über Brandts Narrenschif, wie man damals aus Aristoteles Stellen zum Text nahm und sie erklärte. Auch konzipirte u. drukte man deutsch gehaltne Predigten lateinisch. |

 

[IIb-17-1789-0336]
1501, 1502, 1503 fielen vom Himmel Kreuze, auf Kleidern und Körpern zu sehen. Manche sahen wie die Nägel und Dornenkrone Christi. Flögel: waren Schmetterlinge die sich entpupten |

 

[IIb-17-1789-0337]
Thomas Murner predigte über seine gedrukte "Narrenbeschwörung und Schelmenzunft" in Frankfurt am Main und Freiburg. | Wolte das Recht zu spotten, allein haben und war dem ihm zuvorgekommenen Brandt feind |

 

[IIb-17-1789-0338]
Michael Meyer compend. miraculorum: in Kur und Liefland kan ein Lykanthrop einen anderen Menschen wenn er mit ihm trinkt, u und mit gewissen Worten auch in einen Wolf verwandeln wenn dieser nicht Gottes Namen dazwischen braucht. L.

 

[IIb-17-1789-0339]
Iohannes Magnus l. 17 historia gothorum: Erich von Schweden wendete nur seinen Hut gegen einen Ort: so war er dort |

 

[IIb-17-1789-0340]
Bodinus l. 2 c. 2. de daemonomania: Zauberer können bei ihren Konventen kein Salz und keinen Namen Gottes leiden |

 

[IIb-17-1789-0341]
Menke's Markschreierei der Gelehrten: der Preussische Poet Simon Dach gieng nie ohne einen Lorbeerkranz und a. Zierrathen eines gekrönten Poeten aus. Flögel läugnets. Flögel.

 

[IIb-17-1789-0342]
Erdman Neumeister's Wasserbad im Wort 1731: ob ein

 

[Manuskriptseite 37]

d. den Mund seiner Mutt. gebornes Kind zu taufen - oder von einem Man - oder ein d. ein Kind gebornes Kind. |

 

[IIb-17-1789-0343]
Scioppius gab unter 16 verschiedenen Namen Schriften heraus | schrieb 30 Bücher gegen die Iesuiten |

 

[IIb-17-1789-0344]
Iakob Balde's, satirischer Dichter im 17 Iahrhundert, Feder hob ein nürnbergischer Rathsher in einer silbernen Kapsel auf |

 

[IIb-17-1789-0345]
Kardinal Benno: der Pabst Sylvester II war ein Zauberer, Benedikt IX, Iohan XX und XXII, Gregor VII. L.

 

[IIb-17-1789-0346]
1752 stelten italienische Intermezzospieler oder Bouffons ihre Zwischenspiele aufm Operntheater zu Paris vor; die Parthei für die italienische Musik hies Bouffonisten, stand neben der Loge der Königin oder im Winkel der Königin; die Antibouffonisten, die die französische Musik vorzogen, im Königswinkel oder neben der Loge des Königs. Flögel

 

[IIb-17-1789-0347]
Die Kaiserin Anna beschenkte den Prinzen Antiochus Kantemir für seine erste Satire im 20 I. (wider den Pöbel der Peters Einführung der Wissenschaften nicht liebte) mit 1000 Bauern |

 

[IIb-17-1789-0348]
Nudipedalia Fest wo man , wenn es nicht regnete oder bei einem Tod oder einem anderen unglüklichen Zufal, barfus in Prozessionen herumgieng. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0349]
Oblati die von Eltern dem Kloster gewidmete Kinder indem man ihre Hand ins Altartuch wikkelte, keinen Theil an Eltern Güter - Servi ecclesiae gaben dem Kloster, zum Beweis der Knechtschaft, 4 denarios oder banden sich die Glokken um Hals |

 

[IIb-17-1789-0350]
aurium Apertio in der französischen Kirche Vorlesung des Evangeliums von Tauben und Stummen, wenn ein Mensch getauft wurde. du Fresne I. 442

 

[IIb-17-1789-0351]
Kauft' einer bei den Longobarden etwas: so nahm er den nöthigen Zeugen dazu und gab iedem eine Ohrfeige zum Merken |

 

[Manuskriptseite 38]

[IIb-17-1789-0352]
Gervasius Stadtsyndikus zu Arles: Karl der Grosse schenkte 23 Buchstaben von Gold, deren ieder 100 Pfund wog, 23 Klöstern. Naudé. L

 

[IIb-17-1789-0353]
Cölius Rhodoginus: am Ort der olympischen Spiele war keine Fliege - Plinius: auf dem Ochsenmarkt zu Rom keine - Solinus: Tempel des Herkules - Cardanus de subtil. tract. 10) einem gewissen Haus in Venedig - D. Gervais: im Essaal der Abtei Maillerais zu Poitou - Fusil: auf der grossen Fleischbank zu Toledo iährlich nur eine. |

 

[IIb-17-1789-0354]
Sonst wurde von Pohlen nach Magdeburg appelirt, noch einige Städte am Rhein gen Aalen, die Städte am Baltischen Meer gen Lübek. Conring. Sekkendorf.

 

[IIb-17-1789-0355]
Die Maintenon as in den Fasten Hülsenfrüchte während die übrige Geselschaft herlich schmauste. Gökingk.; aus Eitelkeit, gestand sie.

 

[IIb-17-1789-0356]
Die Deutschen liessen sich keine Steuern auflegen; Gregorius Turonensis: nahmen, auch noch unter den fränkischen Königen, lieber alle Kriegslasten als iene über sich. Sekkendorf.

 

[IIb-17-1789-0357]
Der Fürst von Taxis verbindet sich bei der Belehnung mit der Post: "der kais. Maj. Staffeten wie auch an und von deroselben ins Reich abgehende, auch der Reichs= Erz= und Vice=Kanzlar; Geheimder= und Reichs= Hof= räthe und anderer der hohen Offizien abgehende und kommende Briefe ohne Entgeld zu bestellen." |

 

[IIb-17-1789-0358]
Havaria Grossa ist wenn zu Zeiten der Noth Waaren oder Anker p aus dem Schif geworfen werden, geht auf aller Unkosten. Nach dem alten Wißbischen Seerecht heists von der Haverei: wenn iemand etwas im Kasten hat, mus er Werfgeld geben; bindet ers um d. Leib, giebt er nichts; der Schiffer beschwört auf dem Land mit 3 seiner Gesellen, daß das Werfen sein müssen. Schottel.

 

[Manuskriptseite 39]

[IIb-17-1789-0359]
Die Benennungen im Seewesen sind ursprünglich deutsch. Cluver. Germ. antiq.| weil die Deutschen des Seewesens am kundigsten |

 

[IIb-17-1789-0360]
Nach dem Havereirecht müssen die schwersten und wolfeilsten Dinge zuerst ausgeworfen werden. Blos dem Schiffer und seinen Leuten bleiben gewisse Dinge, die nicht zur algemeinen Kontribuzion geschlagen werden. |

 

[IIb-17-1789-0361]
War das Auswerfen der Waren vor der Hälfte der Reise: so werden sie so hoch als sie gekauft waren, geschäzt. Nach derselben: so hoch als sie am bestimten Ort wären verkauft worden. |

 

[IIb-17-1789-0362]
Wird einer auf dem Schif von Seeräubern, Feinden verwundet, getödtet: so wird Heilung und Begrabung d. Kontribuzion des ganzen Schifs bezahlt. |

 

[IIb-17-1789-0363]
Naudé gab plump der Königin Christina von Schweden eine Nachahmung der griechischen und römischen Tänze, über die er geschrieben; und Maibaum, der über die griech. Musik geschrieben, sang elend eine griechische Melodie dazu. Gökingk.

 

[IIb-17-1789-0364]
Stapelstädte am Rhein sind Köln, Mainz, Speier, in die die den Rhein auf und abfahrende Schiffe die stapelbaren Güter ausladen müssen, ins Kaufhaus niederlegen und die Abgabe zahlen. Schottel.

 

[IIb-17-1789-0365]
Ius emporii daß an einem Ort Fremde nicht von fremden Kaufleuten Waren erhandeln dürfen, sondern blos von Bürgern des Orts. Es sezt das Stapelrecht voraus, aber nicht umgekehrt. | Solche Städte müssen am Meer und Flüssen sein |

 

[IIb-17-1789-0366]
Den 77 Hansen oder Hansestädten muste Woldemar König von Dännem. nach einem Krieg fast ganz Schonen 17 Iahre abtreten. | Hatten 4 Haupt= oder Quartierstädte, Lübek, Köln, Braunschweig, Danzig |

 

[IIb-17-1789-0367]
Hans ursprünglich Handelsmitgenos, Hänseln Hansen in eine Geselschaft treten, Hansgraf ist Handelsrichter | Kaiser

 

[Manuskriptseite 40]

Fried. II. gab Regenspurg das Privileg einen Hansgrafen zu erwählen, der auch ausser der Stadt entscheidet |

 

[IIb-17-1789-0368]
Spiesrecht ist: der Gefangene - ein alter Kriegsman wählt 40 Kriegsleute von allerlei Rang, die entweder 3 mal zu Rath gehen oder 3 mal anders gewählt werden - wird von den Spiessen der Kompagnie durchstochen; der oder statt seiner sagt der Profos: "der mir den ersten Spies durchs sticht Herz sticht, der ist mein bester Freund hie und in Ewigkeit Amen." |

 

[IIb-17-1789-0369]
Hofmarschal von Mar Pferd (daher Mähre in Niedersachsen) und Schalk ein Knecht; unter den fränkischen Königen hies er comes stabuli, Aufseher des Stals. Sekkendorf.

 

[IIb-17-1789-0370]
Nach dem 30 iährigen Krieg, da Dörfer und Felder lange öde gestanden, erneuerte man überal, aber mit Mühe, die Erb= Saal und Lagerbücher der Aemter und Herschaften, und die Fluhr= oder Markungsbücher der Flekken und Höfe. |

 

[IIb-17-1789-0371]
Die hohen Ämter der Herzoge und Grafen wurden nicht mit Geld bezahlt, nicht einmal die der Schenken, Truchsesse p., sondern auf Einkünfte von Ländern und Oertern fundirt. So hatte in einer Provinz der Herzog oder Fürst, der in Reichsnöthen das Volk dem Kaiser zuführte, gewisse Schlösser, Dörfer p zu seinem Einkommen; andere hatten die Pfalzgrafen, die über die kais. Regalien Aufsicht hatten; die Grafen, die die kais. Gerichtsbarkeit; Marggrafen, die wider * angränzende Barbaren in Bereitschaft sein musten. Alles in Grafschaften getheilt; gleich wol waren alle Einwohner übrigens Königsleute u. mit Leibeigenschaft oder Eigenthum andern Hern oder auch dem Kaiser angehörig. Nachh. wurden die Aemter erblich, kleine in grosse corpora zusammengezogen bis den Kaisern kein Fusbreit im Reich verblieben, sondern alles verliehen, verpfändeten vererbten, daß auch die Städte (villae regii fiscii ) die am längsten zum Kais. Unterhalt dienten, frei wurden oder in Fürsten Macht kamen |

 

[Manuskriptseite 41]

[IIb-17-1789-0372]
Bei den Persern muste man nicht für sich allein, sondern für das ganze Volk mit beten und opfern. Brisson. de regno Persar. l. 2. Schötgen.

 

[IIb-17-1789-0373]
Die Athener musten dem Minotaurus 2 Iungfrauen zu fressen geben; Theseus verkleidete darein 2 Iünglinge, die ihn tödteten |

 

[IIb-17-1789-0374]
Nicht blos die Iuden auch die Christen gaben am Osterfest Gefangne los. |

 

[IIb-17-1789-0375]
Sie hatten das Osterlam immer vor ihren Augen, damit sie leichter einen Fehl von ihm wahrnähmen, ihre Kinder über das Fest belehren könten und die Vorbereitung aufs Passahfest nicht vergässen. |

 

[IIb-17-1789-0376]
Orazion war bei nicht recht angekündigtem Krieg - nicht rechtmässigem Feinde - zu geringem F. wie Knechte, Seeräuber - wenn man nicht Diktat., Kons., Prokons. war |

 

[IIb-17-1789-0377]
Karl V schikte dem Peter Aretin nach dem unglüklichen Feldzug in Afrika eine goldene Kette zu, damit er keine Satiren machte.

 

[IIb-17-1789-0378]
Paulus III. Zol auf 50400 Huren hies der Milchzol.

 

[IIb-17-1789-0379]
Zwingli sang seine Bitschrift um Abbringung des Kirchensingens dem Zürcher Rathe vor.

 

[IIb-17-1789-0380]
Panathenäa der Minerva in Athen zu Ehren, die Sieger mit einem Oelzweig= und Fas beschenkt, das er, sonst verboten, ausser Lands verkaufen durfte; keine gefärbte Kleider durfte man tragen, sondern weisse. Meursius de Panath. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0381]
Parasiti waren Schmarozer und Tischnarren in der Komödie, trugen einen Striegel, Oelkrug und Stekken; so im Plautus |

 

[IIb-17-1789-0382]
Pastophori die Priester, die einen Kasten, worin heimliche Dinge waren, in Prozessionen zur Erbittung des Regens oder a. Dinge herumtrugen. |

 

[Manuskriptseite 42]

[IIb-17-1789-0383]
Pax dei daß bei Befehdungen Geistliche Iungfern Witwen Waisen Kaufleute Bauern Kirchen Kirchhöfe Aeker Mühlen Landstrassen verschont wurden |

 

[IIb-17-1789-0384]
Nach den Holländischen Gesezen wird der Selbstmörder bei den Beinen an den Galgen gehenkt. Dessauische Kinderzeitung 1786

 

[IIb-17-1789-0385]
Ein iüdischer Kaufman in Prag vermachte 1786, 70 Rabbinern 500 Reichstaler daß sie ein ganzes Iahr Tag und Nacht im Talmud studieren - alzeit 10 thuns einige Stunden zusammen. |

 

[IIb-17-1789-0386]
In einem thüringischen Dorf war der Kuhhirte, der unehrlich, Meister auf seinem Horne; ein Strumpfwirker wils auch blasen lernen und wird von der Innung für unehrlich erklärt. |

 

[IIb-17-1789-0387]
Im Kursächsischen an iedem Ort 2 unentgeldliche Feuerläufer, die bei Anblik eines Feuers so weit laufen, bis sie den Ort des Feuers erfahren, damit man komme |

 

[IIb-17-1789-0388]
Aufm Markt Saint Ovide zu Paris 1771 im Koffeehaus Valindin's ein Konzert von 8 Blinden mit spizen Müzen aufgeführt; der 9te war auf einem Pfau sizend in der Höhe aufgehangen Taktschlagend, sangen Gassenlieder. Naivitäten.

 

[IIb-17-1789-0389]
1721 in Schlesien Heuschrekken aufm Flügel B. E. S. |

 

[IIb-17-1789-0390]
Rhodus medizinischer Professor zu Marpurg lies an sein Haus Iuristen, Mediziner p. in Narrengewand malen und sich selbst mit einem Uringlas drunter. Flögels Gesch. der Hofnarren.

 

[IIb-17-1789-0391]
Der Hofpoet oder Poet des Königs bedeutet in Frankreich den Hofnarren |

 

[IIb-17-1789-0392]
Teichman ein blödsinniger Bekker aus Hirschberg zog nach d. 2ten schles. Krieg in Schlesien herum, mit einer grossen Schachtel unter dem Arm, vol erdichteter Schreiben und Bestallungen von Fürsten die er für wahr hielt, vom Grosvezier als Bassa 3 Rosschweife. |

 

[Manuskriptseite 43]

[IIb-17-1789-0393]
In der Komödie aus dem Stegreife (Comedia dell'arte) erscheint aus Neapel der Praler Spaviento, der Betrüger Covicello, der alte Gek Pascariello - aus Acerra der Possenreisser Pulcinella, aus Kalabrien der Bauer Giangurgulo - aus Mailand der Pinsel Beltramo - aus der Stadt Bergamo der Skapin und Arlechino, die auch alzeit das päbstliche Theater damit versorgten. |

 

[IIb-17-1789-0394]
Troyes in Champagne das Privileg, die Könige von Frankreich mit Hofnarren zu versehen. | Saintfoix Geschichte der Stadt Paris Th. 4. |

 

[IIb-17-1789-0395]
Die Santonen der Türken machten ihre Religionsübungen um 3 Nachts, drehen sich und Heulen bis zum Tod Niederfallen und schäumen: dan glauben die Türken, reden sie mit Got und Muhammed. Mariti Reise d. Zypern p |

 

[IIb-17-1789-0396]
Hofnarr oft zur Strafe auf einem Esel, Schwanz zum Zaum stroherne Krone, gestäupt. |

 

[IIb-17-1789-0397]
Des Herzog von Mantua Karl III gröstes Vergnügen, verkleidet sich ausschelten zu lassen; lies in Kramläden Spiegel fallen, um gescholten zu werden |

 

[IIb-17-1789-0398]
Nemeitz kante in Karlskrona in Schweden eine schöne Gemahlin eines Admirals, die nach dem Gottesdienst das gröste Vergnügen, im Gedränge hin und her gestossen zu werden |

 

[IIb-17-1789-0399]
Die griechischen Lustigmacher, römischen Moriones, Mimen und deutsch., Kopf beschoren |

 

[IIb-17-1789-0400]
Konrad von Queinfurt Pfarrer zu Steinkirchen am Queis nante sich Christi Nar, Homagius in Marpurg Gottes Nar. |

 

[IIb-17-1789-0401]
Die Geselschaft der Hörnerträger (cornards) zu Rouen und Evreux im 15, 16 I. verband ihre Brüder, aufm

 

[Manuskriptseite 44]

Huth einen Hasen=, statt Halsbinde Fuchsschwanz zu tragen. |

 

[IIb-17-1789-0402]
Sonst war auf Narrenkappen ein Hahnenkam von rothem Tuch. |

 

[IIb-17-1789-0403]
Der Hohepriester trug am Oberrok 72 Schellen, damit man ihn hörte wenn er in dem Heiligen aus und einging, auf daß er nicht stürbe. 2 Mos. 28, 38. |

 

[IIb-17-1789-0404]
Am Sabbath durften die Kinder mit Binden an Händen gehen, und königliche Prinzen mit Schellen. Talmud Schabb. I VI. 9. Bei Verfal des Christenthums Schellen und Glökgen an Rökken der Priester und Bischöffe

 

[IIb-17-1789-0405]
Eine Königin verordnete, daß die Peguanerinnen - um die Männer von der entvölkernden Päderastie abzubringen - in Rökken, die alle Reize zeigten, giengen und die Männer am pene laute Schellen trugen |

 

[IIb-17-1789-0406]
In Surinam wird der Sklave frei sobald er ein Christ wird, daher keine getauft werden. Göttinger Anzeig. 1789. )

 

[IIb-17-1789-0407]
Im Fürstenthum Hechingen Grosselfingen, wo iährlich ein Narrengericht gehalten wird, Einwohner kleiden sich wie Harlekine, dürfen an diesem Tag iedem in ihren Bezirk kommenden eine Strafe auflegen und die Wahrheit ihm sagen. Fabri Geographisches Magazin |

 

[IIb-17-1789-0408]
Der Breslauische Fetspopel, eine Närrin, und der Doktor Baron ein Nar in Breslau, oft auf Pfefferkuchen abgebildet. | S. 82,

 

[IIb-17-1789-0409]
Die Trubadors und Barden arteten zulezt in Hofnarren aus. |

 

[IIb-17-1789-0410]
Bei den Irländern "Erzähler", die Mährgen p erzählen und für das gesündeste Mittel einzuschläfern gehalten werden. Temole |

 

[Manuskriptseite 45]

[IIb-17-1789-0411]
Zeno, Laktanz und Minuzius Felix nennen den Sokrates einen Possenreisser |

 

[IIb-17-1789-0412]
Die Epulonen besorgten bei den römischen Schauspielen und Opfern die Malzeiten, die den Göttern eine Zeitlang zur Pracht vorgesezt wur und dan von ihnen und den Priestern gegessen wurden |

 

[IIb-17-1789-0413]
Elagabalus lies die Parasiten d. einen drehbaren Speisesaal mit soviel Blumen beschütten daß einige starben. Kampe.

 

[IIb-17-1789-0414]
Der Schmarozer Klisophus trug eine Binde über dem Auge da Philip g wegen ausgeschossenem eine trug; hinkte weil dieser hinkte. Athen. l. 6. c. 12. |

 

[IIb-17-1789-0415]
Die syrischen und zypr. Königinnen hatten Parasitinnen Leitern genant weil sie auf ihrem Rükken in den Wagen stiegen |

 

[IIb-17-1789-0416]
Alexis von Korinth lies sich, zur Flucht vor Schuldnern, der Lais als einen grossen Affen verkaufen, 2 Iahre unentdekt bei ihr bis er in ihrem Schoos Nothdurft verrichtete. Der Magistrat gab ihm dafür ein Landgut unter der Bedingung daß er bei einem Gesandten p den Affen wieder machte |

 

[IIb-17-1789-0417]
Zu Rom ein Narrenmarkt (Forum morionum) wo man misgebildete buklichte verkaufte; ein recht misgebildeter oft 1000 Gulden |

 

[IIb-17-1789-0418]
Heliogabal trug keinen Ring 2 mal, schenkte ieden Abend das am Tag gebrauchte goldne Tischgeschir; sezte bei der Tafel eine Frau, dan einen Löwen, dan Kavalier und einen Tyger, mit ausgebrochenen Zähnen und beschnittenen Klauen |

 

[IIb-17-1789-0419]
Die Musikanten bei den Negern am reichsten, Musik von diesen geliebt, aber nicht ehrlich begraben (weil sie einen Pakt mit dem Teufel haben) in Erde, Wasser sondern in einem holen Baum. Labat, Iobson |

 

[Manuskriptseite 46]

[IIb-17-1789-0420]
Der grausame Tamerlan duldete Spot und persönliche Beleidigung von Dichtern, Gelehrten und Hofnarren leicht. Richardson über die Sitten morg. V. |

 

[IIb-17-1789-0421]
Sonst schmeichelte man Grossen daß man ihre Genealogie bis an den Kasten Noah führte. So machte Stabius, Geschichtschreiber und gekrönter Poet, einen Stambaum des österreichischen Hauses Maximilians der bis zu Noah reichte |

 

[IIb-17-1789-0422]
Kunz des lezten Hofnarren band in Augspurg ein Schwein an einen Pfahl; allen Blinden einen Kolben; wers erschlug, dem gehörte es; schlugen sich fast todt. So in Zwikau 1489 vor Kurfürst Friedrich zu Sachsen |

 

[IIb-17-1789-0423]
Pasquier recherches de la France: er kante einen Volksnarren Konstantin ren der alle Thierstimmen nachmachte, Nachtigal, Esel, Bellen sich beissender Hunde, besonders dessen der gebissen fortläuft. |

 

[IIb-17-1789-0424]
Ktesias bei Photius: den Pymäen in Indien hängen Haar und Bart bis auf die Füsse statt Kleidern, grosses penes, iagen Hasen und Füchse mit Raben Wachteln Adlern | Reiten auf Ziegen und Widdern, Häuser von Federn Eierschalen und Bein. Plinius hist. VII. 2. |

 

[IIb-17-1789-0425]
Griechische Dichter: Menestratus rit auf einer Ameise, die ihn mit dem Fus zertrat, Hermon konte d. ein Nadelöhr springen, Demas auf einem Spinweb tanzen, Makulus bohrte mit einem Kopf ein Loch in ein Sonnenstäubgen |

 

[IIb-17-1789-0426]
Die alten Peruaner musten ihrem König alles Seltsame im Land bringen, Zwerge, grosse Kröten=Schlangen p |

 

[IIb-17-1789-0427]
Domizian lies zu Nachts Zwerge und Weiber mit fechten aufm Schauplaz. Xiphilinus. |

 

[IIb-17-1789-0428]
Der Bischof Godeau Belletrist guter Prediger und Polygraph, Zwerg, las in Paris seine Gedichte einer Geselschaft Gelehrter vor, wod. nachher die französische Akademie entstand | u. d. einen Hofnarren.

 

[Manuskriptseite 47]

[IIb-17-1789-0429]
Der Zwerg Bebe konte wegen kleinen Mund nicht an seiner Mutter sondern einer Ziege saugen, nicht klüger als ein abgerichteter Hund, keine Religion, seinen Siz auf dem Arm des Lehnstuhls Stanislaus; da die Prinzessin Talmond einen Hund streichelte: wüthend ihn zum Fenster hinaus: warum lieben sie ihn mehr als mich. Im 23 I. ein Greis und starb, 4 Tag vor Tage vorher die schönsten Gedanken |

 

[IIb-17-1789-0430]
Beim fürstlichen Kurländischen Beilager in Petersburg 1710 2 Pasteten, in ieder 1 Zwergin, die auf der Brauttafel ein Menuet tanzten. In Rusland pflanzten sich Zwerge oft fort, daher ieder Grosse einen unterhält, daher man bei der Zwergenhochzeit 72 zusammenbrachte. Webers verändertes Rusland. 1 Th. |

 

[IIb-17-1789-0431]
Büffon: Th. VI: Zwerge pflanzen sich nicht fort. |

 

[IIb-17-1789-0432]
Gräfin d'Annoy Reise d. Spanien: sie sah einen Zwerg Louisillo am spanischen Hof, wenn er spaziert: trägt ein Stalknecht ein Zwergpferdgen auf seinem Pferd so lang bis iener sich darauf sezt; Pferd und Man zusammen nicht 1 1/2 Ellen hoch |

 

[IIb-17-1789-0433]
Pritschmeister waren sonst Versemacher bei öffentlichen Aufzügen Vogelschiessen p aus dem Stegreif. |

 

[IIb-17-1789-0434]
Dem Ioseph Fröhlich Hofnarr lies August II in Sachs. 99 Narrenkleider machen, silbernen Kammerhernschlüssel 60 Unzen schwer, bat mit einem Korb vol Gevatterbriefen den ganzen Hof zum Gevatter | Er und die anderen Narrern musten bei Hof mit Flören 20 Ellen lang erscheinen und mit langschleppigen Trauermänteln, wegen Gundlings Tod |

 

[IIb-17-1789-0435]
Der Hofnar des Alphonsus König von Arragonien schrieb in ein besonderes Buch, Narrenkronik, alle närrischen Streiche des Hofs ein |

 

[Manuskriptseite 48]

[IIb-17-1789-0436]
Die tiefsten Töne erklingen vielleicht in der Schnekke, höchsten im übrigen Labyrinth. Mekel 12/1

 

[IIb-17-1789-0437]
Verschiednen Narren wurde die Gabe der Weissagung beigelegt, Klaus Narr p. Flögel

 

[IIb-17-1789-0438]
Bei den Einwohnern von Wales Harfe so häufig, daß sie einem Schuldner nicht genommen werden durfte und ein Sklave sie nicht spielen |

 

[IIb-17-1789-0439]
Die Barden musten die Nordbritten den Abend vor einer Schlacht d. Gesänge dazu ermuntern |

 

[IIb-17-1789-0440]
Dem Hofbarden bei den Königen von Wales konte nur der König und der Oberhofmeister zu singen befehlen, und die Königin nur in ihrem Schlafzimmer, wo er ab. nur leise und mit schwacher Stimme, um die anderen nicht zu beunruhigen, singen durfte |

 

[IIb-17-1789-0441]
Noch unter Heinrich VIII durften Minstrels in Gasthöfe und vornehme Häuser in Engl. und sangen ihre Verse über moralische Gegenstände |

 

[IIb-17-1789-0442]
Ivan Basilowiz das gröste Vergnügen wenn er mit Loben oder mit Überreden oder Geschenken einen zum Narren oder gar wahnwizig machen konte |

 

[IIb-17-1789-0443]
Peter der Grosse schikte Edel= und andere Leute auf Reisen: kamen sie unwissend wieder: so machte er sie zu seinen Hofnarren |

 

[IIb-17-1789-0444]
Hatte einen Hofnarren zum König von Siberien, einen anderen zum K. der Samoieden, einen a. zum Knäs=Pabst gemacht |

 

[IIb-17-1789-0445]
Hatte ein eignes Lokpfeifenchor; sezte bei Kälte alzeit die Perükke des nächsten Hern auf |

 

[IIb-17-1789-0446]
Die Dänen versprachen aus Liebe den Thron dem der auf den ermordeten König Frotho I. die beste Grabschrift

 

[Manuskriptseite 49]

machte, Hiarne bekam ihn. |

 

[IIb-17-1789-0447]
Die dänischen Hofpoeten oder Skalden waren zugleich Geheimeräthe |

 

[IIb-17-1789-0448]
Im Konzilio 1212 zu Paris wird den vornehmen Geistlichen verbot., sich Narren zu halten |

 

[IIb-17-1789-0449]
Pabst Leo X lies seinem Hofpoeten Querno, wenn er mit den improvis. Versen schlecht machte oder stokte, in Wein Wasser thun |

 

[IIb-17-1789-0450]
Die Minstrels {(Ministellus)} im mitleren Zeitalter in Frankreich und England sangen die selbst gemachten Verse auf der Harpfe ab, auch bei Prozessionen und Gottesdiensten gebraucht, musten zur Tapferkeit anfeuern, - der oberste hies König der Minstrels - Hofämter - auch weibliche Minst. - auch Trommeln, Geigen - waren auch Tänzer und Luftspringer mit - Nachher machte der Troubadour die Verse, und der Minstrel oder Iongleur spielte dazu.

 

[IIb-17-1789-0451]
Der Graf von Champagne lies seine Lobesgedichte auf die Königin Blanka in die Mauern und Fenster seines Schlosses zu Provins graben |

 

[IIb-17-1789-0452]
Plinius l. 2. c. 30: Der Grammatiker Appion rief den Teufel, um zu erfahren, aus welchem Land Homer war. Hermolaus Barbarus, was Aristoteles unter seiner Entelechie verstand. L

 

[IIb-17-1789-0453]
Pergula Ort auf dem Dache wo Grammatiker Mathematiker p lehrten und Kollegien; im Hause entweder unbesoldete oder Winkellehrer. Salmasius ad Vopisc. Saturninus c. 10. Schötgen.

 

[IIb-17-1789-0454]
Im 16 Iahrhundert gab man zu iedem Glied eines Thiers eine besondere Brühe. Pandora.

 

[IIb-17-1789-0455]
Zu Toulouse fuhren am Ostermontag die Damen auf den Corso; Masken hatten Fenestra's auf dem Kopf (grosse Kuchen), die man ihnen so in die Kutsche werfen muste, daß beide Enden zu den Schlägen hinausragten |

 

[Manuskriptseite 50]

[IIb-17-1789-0456]
Valerius Konsul machte daß der Plebs gleiche Rechte mit den Patriziern bekam, indem er Ehrenstellen bekam, von diesen an ihn appellirt wurde und ohne ihn kein Bürger geschlagen oder getödtet werden konte. Der Rath muste zusammenkommend, die Faszes gegen das Volk neigen. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0457]
Nach den russischen Assemblee Gesezen von 1725 mus ieder, der in der Assemblee iemanden aufzieht oder bemerkt was der andere thut, oder sonst fehlt, zur Strafe einen grossen Becher Brantewein trinken - alle Personen von Rang, Oberofficire p besonders Zimmerleute und andere Handwerker sollen dabei sein. Pandora.

 

[IIb-17-1789-0458]
Die Affen verlieren im abnehmenden Mond ihre Munterkeit, bei neuem Licht springen sie wieder. Neue Mannigfalt. 1 Iahrg. 3 Viert. S. 522 |

 

[IIb-17-1789-0459]
Battel: der Pongo vom Menschen blos d. Mangel der Waden verschieden. |

 

[IIb-17-1789-0460]
Affen essen Fleisch und Fisch nur gekocht und wie für Menschen zugerichtet. |

 

[IIb-17-1789-0461]
Zu Solimans Zeiten kauften die Türken von den Iuden die Portraits europ. Schönen, die oft dan d. einen Ritter aus Europa nach dem Orient geführt wurden. Schulz

 

[IIb-17-1789-0462]
400 As vom Admiral Liesken d. i. eine Blumenzwiebel kosteten 4400 Gulden, 200 As Semper Augustus 5500 Gulden; für diese einmal 4600 Gulden eine neu zugemachte Kutsche mit 2 Apfelschimmeln und allem Zubehör; einer für eine Zwiebel 12 Morgen Land. Der Spekulant bot grosse Summen für eine Zwiebel, die er nie verlangte, der a. versprach sie ohne sie zu geben: war blos ein Aktienhandel. Bekman.

 

[IIb-17-1789-0463]
Brokkenbuch vol von Namen iedes Reisenden, das Urtheil über den Berg, etwas von seiner Reise - Verse von Schneidern p. Dessauer Zeitung N. 36. 1786.

 

[Manuskriptseite 51]

[IIb-17-1789-0464]
Die Alten besahen die Sterne d. lange Röhren ohne Gläser weil man auch dadurch deutlich sieht. Goeze. Neue Mannigfalt. 1 I. 3 Viert.

 

[IIb-17-1789-0465]
Im Archipelagus nimt man die Frühlingsfeigen wilder Bäume und läst die Mükken daraus in zahme Feigen kriechen; die Kaprifikazion schwächt die Bäume d. Vermehrung ihrer Früchte |

 

[IIb-17-1789-0466]
Ludwig XIII verdamte die Astrologen, die seine Lebenszeit ausrechneten, zu den Galeeren. z b Dü Val, Morgard. Nach L. 5. Cod. de Malef. wird der, der einen Wahrsager um Rath fragt, geköpft. |

 

[IIb-17-1789-0467]
Bei den Huronen stellen sich die Iünglinge in 2 Reihen, einander satirische Wahrheiten zu sagen unter Musik und nach dem Takte; bis einer von dem Gegner sich für überwunden erklärt |

 

[IIb-17-1789-0468]
Ein Affe lies bei einem Araber das Fleisch troz seiner Wache von einem Falken stehlen: stekte sich in den Topf und seinen kahlen Hintern in die Höhe; Falk schos herab, gefangen. de Corneille le Bruyen T. II. Voy. en Egypte. |

 

[IIb-17-1789-0469]
Auf Guinea zwingt man die Affen aufrecht zu gehen indem man ihnen die Vorderfüsse hinter dem Kopf mit einem Stok befestigt - beim Drehen des Bratspiesses drehen sie den Kopf, um ohne Zeugen etwas zu nehmen. Vincent le Blanc T. I. |

 

[IIb-17-1789-0470]
In Mexiko Affen so gros wie Mäusse, mit weissem Bart. |

 

[IIb-17-1789-0471]
Im nördlichen Schotland minirt ieder einen Gang von seiner Hausthür unter dem Schnee bis zur Mitte des Dorfs, dan arbeiten alle an einer Hauptbahn ins Gebirg wo ihr Vieh dan zu unbeschneiten Triften klettert. | Stat der Milch öfnen sie der Kuh die Ader und nähren sich damit. |

 

[IIb-17-1789-0472]
Wegen der Uferwärme halten sich die Einwohner kalter Länder, an der Hudsonsbay, Samojeden, Kamtschadalen an den Ufern grosser Flüsse auf. |

 

[Manuskriptseite 52]

[IIb-17-1789-0473]
Ochsen der Hudsonsbay haben Hörner von 1/2 Zentner |

 

[IIb-17-1789-0474]
Erdbeben spaltete vielleicht Zeylon von Koromandel, Zypern von Syrien, Afrika von Spanien, Dänemark von Iütland, Thrazien von Phrygien p. |

 

[IIb-17-1789-0475]
Pantoppidan: die norweg. Schneewürme fallen im Frühiahr im Schnee herunter, fressen alles Korn Grüne, nicht das Korn |

 

[IIb-17-1789-0476]
Auf den Knospen der Weide entstehen Rosen d. darauf gelegte Insekten Eier - in den dornigten Ästgen des Rosenstrauchs Schlafäpfel - bei Ehrenpreis Blätter in einen Knopf zusammengewikkelt - auf Pistazien und Mastixbaum Schoten dadurch - auf Habichtkraut eine kleine Maus. Sulzer. |

 

[IIb-17-1789-0477]
Der Mükke (1184 Fn. Snec.) Wurm scheint schwach, kan aber ohne Schaden zwischen 2 Bücher geschlagen werden |

 

[IIb-17-1789-0478]
Norderland geplagt von Schnaken, Lapland Bremsen, Finland Schaben, Paris Wanzen, Apulien Taranteln ||

 

[IIb-17-1789-0479]
Der Grosse Mogul thut oft sein Gebet im Zeughaus, um eher zu siegen. |

 

[IIb-17-1789-0480]
Bei den Marianern auf den Diebsinseln entscheiden 2 Todte die Schlacht, fliehen wenn 1 verwundet; keine Waffen als Stökke mit spizen Menschenknochen |

 

[IIb-17-1789-0481]
Linné: der Gang aller Wieseln geschieht mit gekrümten Rükken |

 

[IIb-17-1789-0482]
Die Iltisse scheuen selbst den Geruch ihres Unraths und verrichten die Nothdurft weit von ihrer Wohnung. Müller linneisches Natursyst. I. 275. |

 

[IIb-17-1789-0483]
Bei den Dänen wurde Rechtsstreit d. Duel entschieden, wer aus dem Kreis rükte, für überwunden erklärt. Saxo l. 5. Schottel.

 

[IIb-17-1789-0484]
Als Kaiser Karl calvus dem König Ludwig dem iüngern

 

[Manuskriptseite 53]

einen Theil der Länder am Rheinstrom nehmen wolte: schikte der ienem 10 Personen, die d. siedendes, 10 d. kaltes Wasser, 10 die d. glühendes Eisen bewiesen daß er sie vom Vater geerbt - keiner versehrt, Kaiser kriegt und geschlagen. Crus. Annal. Suevic. l. 2. part. 2. |

 

[IIb-17-1789-0485]
"Ding" heist bei den Deutschen Gericht (dah., weil das Todesgericht dem Mars gewidmet war, so hies dies Martis Dingesdag) - Freigeding soviel wie Vehmgericht (frei ausser der Regel), das Tribunal Freistuhl, die Herren, die dieses Recht haben, Stuel Herren, die vorgesezten Richter Frei Grafen die Beisizer Freischöffen - nicht blos in Westphalen, auch Sachsen - hiessen auch Wissende. Schottel.

 

[IIb-17-1789-0486]
Hund im baierischen Stambuch S. 410: ein Gericht der Wissenden, daß der der iemand verklagte, auf dessen Kopf seine Finger legte und schwur, daß er böse sei - sechs andere legten ihre Finger auf des schwörenden "wissenden" Arm und schwuren, er habe recht geschworen. Getödtet dan. |

 

[IIb-17-1789-0487]
Da die Sachsen troz ihres Eids doch vom Glauben abfielen: so sezte Karl V heimliche Richter ins Land, die ieden, der vom Glauben abgieng oder sonst ein Kapitalverbrecher, hiengen - man fand oft im Wald die berühmtesten Menschen hängen und das schrekte ab. Und in Westphalen |

 

[IIb-17-1789-0488]
Die Westphäl. Scheffen oder Veimer durchzogen Deutschl. verklagen die Übelthäter mit Schwur, schreiben, werden sie verurtheilt, sie ins Blutbuch und befehlen 2 iungen Scheffen, sie 7 Fus höher als andere Diebe zu henken. Gegen diese Freigrafen musten m von Pabst und Kaiser die Unterthanen erst Exemzionsbriefe ausbringen |

 

[IIb-17-1789-0489]
In der Grafschaft Wolpe und in der Vogtei zum Rotenwalde war dieses heimliche Gericht: die heimlichen Richter

 

[Manuskriptseite 54]

machen, wenn einer bös ist, ein Zeichen an die Thüre und lassen bei Gelagen den Krug vor ihm vorübergehen. Bessert er sich nicht: so halten sie unter blauem Himmel Gericht, die Richter gehen um ihn mit Strikken herum: "Wer ein frommer Man ist, der size stil. War er sich etwas bewust: so kont er fortgehen und verwirkte blos sein Gut. Nach der 3ten Umkreisung henken sie ihn mit dem umgeworfenen Strik. |

 

[IIb-17-1789-0490]
Eine andere Art daß die heimlichen Richter die Verbecher mit weissen Stökken auf die Beine schlugen: wer zum 1, 2ten geschlagen war, konte aufstehen; beim dritten gab der Pastor das Sakrament. Wer nur 1, 2 mal: Zeichen, daß er sich bessern solle. |

 

[IIb-17-1789-0491]
Der Königsstuhl wurde gemacht, indem auf dem freien grünen Plaz des freien Feldgerichts, vom Fronboten in der Mitte eine Grube Ellen tief gegraben, in die alle 16 freie Richter eine Hand vol Asche, eine Kohle und ein Stük Ziegelstein hinwerfen, dan zugeschart. Auf diesen Plaz kam der Stuhl für den Oberrichter. | p. 578.

 

[IIb-17-1789-0492]
Kein Freier konte einem Unfreien sein Gut verkaufen; that ers: so must' es vor dem freien Feldgericht geschehen - wod. er seiner Freiheit Gerechtigkeit beraubt und dienstbar wurde. |

 

[IIb-17-1789-0493]
Beim Landgericht musten alle zusammengefoderte Unterthanen eines Amts ihr bestes Gewehr und ieder eine Leuchte mitbringen zum Beweis der Vorsorge |

 

[IIb-17-1789-0494]
Da man in England oft auf 30 I. lang miethet und man also auf eines andern Boden bauet: so macht man das Haus nur auf 30 iährige Dauer.

 

[IIb-17-1789-0495]
Grausame Kaiser Valentinian hatte 2 Bärinnen die in einem eben solchen Gemach als seines war unterhalten wurden, so zahm. Amm. Marcellus.

 

[IIb-17-1789-0496]
Der Ausleger des Lykophron: unter den Vögeln, die niemals sich auf den Tempel der Minerva gesezt oder genähert, auch die Krähe. Naudé. L.

 

[Manuskriptseite 55]

[IIb-17-1789-0497]
Pauli de Siale behauptete vor dem 22 I. im I. 1553 zu Bologne Boulogne 1543 Conclusiones über allerlei Materien - Agrippa erklärte im 22 Iahr den Pymander des Trismegist und das Buch de verbo mirifico - Postellus unterrichtete im 13 I. schon andere. ||

 

[IIb-17-1789-0498]
Tostatus sur l'Exod. und andere: Albert M. arbeitete an seiner Redestatue 30 Iahre bei verschiedenen Konstellazionen; die Augen gos er aus viel Metall da gerade die Sonne in dem Zeichen des Thierkreises war, das mit ihnen übereinstimte und so fort; weil so gemachte Köpfe solten weissagen können. ||

 

[IIb-17-1789-0499]
Meyer compendium miracul. 15 c: in Kur= Liefland brauchen Zauberer die Teufel zu Knechten, Boten Briefträgern Stal= Pferdeknechten. Olaus Magnus 45 c: eben da am Ende des Dezemb. zitirt sie der Teufel an eine alte Mauer, wo er die Saumseeligen schlägt; dan zu Lykanthropen, sobald sie übers Wasser gekommen, zerreissen dan Kinder und Vieh, verwüsten alles, brechen ein, nach 12 Tagen übers Wasser wieder, und zu Menschen. |

 

[IIb-17-1789-0500]
Im 16 Säkulum ein Tanzsaal in Schweidniz wo der der eine Tour verfehlte, 1 Reichstaler zahlen muste. Iournal für Deutsch. 1789. 6 St.

 

[IIb-17-1789-0501]
1614 hielten da die alten Weiber ein Wetrennen nach einem Pelze |

 

[IIb-17-1789-0502]
Im 16 Säk. in Schweid. 1. Bordel, hies Neufrankreich. |

 

[IIb-17-1789-0503]
Diodor von Sizilien: die Deutschen suchten ihre rothen Haare noch mehr d. Lauge von Kalk zu röthen, Plinius: d. eine Seife. Das feierlichste Gelübde derselben, die abgeschnittenen Haare einem Got zu widmen ge*s Tac. mores Germanorum c. 31, geschah nach Erlegung eines Feinds. Tacitus hist. IV. 61. |

 

[Manuskriptseite 56]

[IIb-17-1789-0504]
Gervais und andere: Virgil richtete auf einem Berg bei Neapel eine Statue mit einer Trompete, die bei Nordwind so schalte daß sie den Rauch und das Feuer vom Schmiedeofen des Vulkans von den Einwohnern ab nach dem Meer getrieben; er machte ein Feuer woran sich ieder wärmte und das auslöschte da man einen erzenen Schüzen daneben geschlagen . Naude. L.

 

[IIb-17-1789-0505]
Einige: in Christi Geburtsnacht starben alle Sodomiter auf der Erde ||

 

[IIb-17-1789-0506]
Die von Goffredy
Goffredy] Gaufredi (auch: Goffredi, Gofridi, Goffridi, Goffredi, Goffredy), Louis; frz. Geistlicher und Hexer; 1580-1611. WBIbezauberte Magdalena sagte aus, der Teufel könne einen Zauberer zwar d. das kleinste Loch führen, aber selbst nichts zerbrechen oder aufsperren |

 

[IIb-17-1789-0507]
Aristoteles l. I de coelo: bei Opfern liebte man die 3te Zahl. Auch Theokrit Pharmazevt. ||

 

[IIb-17-1789-0508]
Poenitentiarius war ein in mitlerer Zeit in den Diözesen herum reisender Geistlicher der die casus, die dem Bischof allein zukamen, abthat, daß die Kranken und Armen z B in der Fastenzeit essen durften was sie wolten. du Fresne III. Schötgen

 

[IIb-17-1789-0509]
Der pontifex maximus bei den Römern durfte niemandem Rechenschaft geben, auch nie gestraft. |

 

[IIb-17-1789-0510]
Praeclamitatores die Leute, die die Priester sandten, daß die Professionisten nicht arbeiteten, weil dadurch Gottesdienst und Opfer unrein. Festus |

 

[IIb-17-1789-0511]
Praepositus fiblae waren über die Schnallen Bänder und Gürtel des Kaisers gesezt. Guther. De offic. dom. Aug. 3. 29 |

 

[IIb-17-1789-0512]
Psalmi Abecedarii deren Verse nach dem hebräischen Alphabet beginnen z B. 25, 34 - baptismales bei der Taufe gesungen - cantici wenn Instrumentalmusik dabei - dominicales am Sontag - feriales Feiertag - fortiores langen - graduales auf den Stufen des Tempels abgesungen |

 

[Manuskriptseite 57]

[IIb-17-1789-0513]
Bei den Iuden konte kein Zölner Richter oder Zeuge sein. Lightfoot ad Matthäus 5. - hielten ihnen keinen Eid. Maimonides. |

 

[IIb-17-1789-0514]
Die Iakobiten und Nestorianer haben 5 quadragesimas, Maroniten 6, Armenier 8. du Fresne III. |

 

[IIb-17-1789-0515]
Die franz. und englischen Könige bekamen bei der Krönung ausser dem Zepter auch einen Stab - bei Alliancen gab oder lies geben ein König dem anderen seinen Stab. du Fresne I. 476.

 

[IIb-17-1789-0516]
Plato de legibus l. 6: der Hagestolze im 35 Iahr wird wenn er von höchstem Stande, um 100 Drachmen gestraft und so herab bis zum geringsten Stand, wo 30.

 

[IIb-17-1789-0517]
In gewissen Ländern ist man im 50 Iahr, 3 Monat, 3 Tag ein Hagestolzer (in anderen Aemtern 63 Iahr, 6 Wochen, 2 T.) dessen gewonnenes Gut dem Hern; Erbgut den Freunden zufält; bei einer Hagestolzin dem Hern nichts, den Freunden das Frauengeräthe. Schottel. p. 10.

 

[IIb-17-1789-0518]
Besold: das Hagestolzenrecht trift auch Witwer und Witwen die 30 Iahre im Witwenstand geblieben. p 17

 

[IIb-17-1789-0519]
Bei den Korinthern Hagest. unehrlich begraben. Nach lex Iulia et Papia verlor er eine vermachte Erbschaft, wenn er nicht in 100 Tagen heirathete. |

 

[IIb-17-1789-0520]
Wer in Spanien im 18 Iahr heirathete: von Tribut frei. Wer 6 Knaben nach einander zeugte: Ehrenstelle. | 25.

 

[IIb-17-1789-0521]
Otto der Grosse daß Iungfernräuber und Elternmörder nie heirathen durften. 29.

 

[IIb-17-1789-0522]
Bei den Longobarden verehlichten sich die Weiber mit Knaben vor 12 I. und Kindern - verboten leg. Longobard. tit. 100. | p. 31

 

[IIb-17-1789-0523]
Die metallischen Kalke sind um soviel widerspenstiger, ie mehr sie ihres Phlogistons beraubt sind. Maquer.

 

[Manuskriptseite 58]

[IIb-17-1789-0524]
Es sind fast 3000 griechische Bücher, aber nur 60 lateinische übrig. Home

 

[IIb-17-1789-0525]
Die Liebe der Mutter für die Kinder fängt bei ihrer Geburt (weil sie sonst umkämen) des Vaters bei ihrem Reden und Zeichen von Zärtlichkeit an. |

 

[IIb-17-1789-0526]
Hermes: die grössere Schönheit der Katholiken vor unseren Weibern kömt von ihrem fleissigern Beten.

 

[IIb-17-1789-0527]
Recht der Nominazion daß katholische Potentaten dem Pabst iemanden nominiren den er zum Kardinal machen mus. Iägers Lexikon.

 

[IIb-17-1789-0528]
Päbstliches Indult de non vacando ist daß die Bisthümer Präbenden p., die einer vor seiner Kardinalspromozion besas u. nach ihr verlieren solte, nicht verliert |

 

[IIb-17-1789-0529]
Das Kleid das der Kardinal bei seiner Promozion anhatte gehört dem Kammerdiener des Kardinalkämmerlings |

 

[IIb-17-1789-0530]
Ein Ano in Spanien ist ein Zizibeo: alle Iahre werden, am heiligen Abend des Neujahrs die Namen von Frauenzimmern und Männern auf Zettel in einen Hut; mit wessen Name eines Mans ein weiblicher herauskömt, der ist ihr ano. | Aseki, wer in der lezten 12 Nacht gelooset wird |

 

[IIb-17-1789-0531]
1471 schikten die Schuhknechte Leipzig einen Fehdebrief |

 

[IIb-17-1789-0532]
Relevazionsgeld wenn ein Lehnsman der Krone stirbt: so bekömt diese alles was nicht zur Erziehung des unmündigen Sohns verwandt wird; und bei der Lehnsempfängnis giebt er noch etwas. |

 

[IIb-17-1789-0533]
Die Sabäer stellen neben die Todten zur Rechten ein Gefäs mit gutem Wasser und Brod für die guten Engel, zur linken eines mit trübem Wass. und elendem Brod für die bösen |

 

[IIb-17-1789-0534]
Der Pabst behält kreirt bei der Kardinalsernennung einige in petto (Herzen), die er erst später nent und die dan den Rang nicht nach der Zeit der Nennung sondern Kreazion haben |

 

[Manuskriptseite 59]

[IIb-17-1789-0535]
les tombes Quarrées ein Dorf in Bourgogne wo viel steinerne Särge ohne Aufschrift gefunden werden, wahrscheinlich daß Kaufleute sie auf den Kauf machen lassen. |

 

[IIb-17-1789-0536]
In Madrid darf nur noch der Henker einen niedergeklapten Hut tragen, der so verlarvt |

 

[IIb-17-1789-0537]
In Venedig bekömt man für schlechte Verwaltung grosser Ehrenstellen zur Strafe eine schlechtere |

 

[IIb-17-1789-0538]
Damit da die Fischer ihre Fische leichter losschlagen, müssen sie sie mit unbedektem Haupt verkaufen |

 

[IIb-17-1789-0539]
Der Senator in Rom mus wenigst. 40 Meilen ke weit davon geboren sein, in R. keine Anverwandten |

 

[IIb-17-1789-0540]
Der Novitius bei einem geistlichen Ritterorden bekömt einen Knecht und ein Pferd. |

 

[IIb-17-1789-0541]
Auf Iava wäscht die Braut zum Zeichen der Unterwürfigkeit dem Bräutigam die Füsse; in Rusland zog sie ihm die Stiefeln aus - in Peru vor der Eroberung zog er ihr Schuhe an. Home. 1 B.

 

[IIb-17-1789-0542]
Bei den Peruanern und Natches ein Glaubensartikel daß die königliche Familie Kinder der Sonne sind |

 

[IIb-17-1789-0543]
In England giengen vornehme Damen bis zur Revoluzion nur mit Masken aus. |

 

[IIb-17-1789-0544]
Chardin: In Persien darf die Frau ihren Anzug nicht wählen, und weis am Morgen nicht, was sie am Tag für ein Kleid anzieht |

 

[IIb-17-1789-0545]
Home: alle wilde Vögel paaren sich zur Ehe - die auf Bäumen nisten, da die Iungen blind und federlos, so sorgen beide Eltern bis zum Ausfliegen für sie; auf der Erde, thut das Weibgen nach der Begattung alles ohne das Mängen, weil sie die herum laufenden Iungen nur an den Ort der Nahrung führen darf, ia einige Mängen zerbrechen die Eier ohne Gattin - Raubvögel paaren sich auf viele Iahre; grasfressende 4 füssige gar nicht und Raubthiere:

 

[Manuskriptseite 60]

denn bei den Raubvögeln ist wegen Brut dem Weibgen keine Zeit zum Futtersuchen übrig, aber bei diesen können die Iungen lange hungern und würden d. Paaren sich auch zu arg vermehren |

 

[IIb-17-1789-0546]
Die Iungen der paarenden Vögel kommen auf den Frühling, damit sie vor dem Winter stark werden - bei den Raubvögeln noch wegen des bessern Futters von zurükkehrenden Zugvögeln: so die 4 füssigen Grasfressenden meist., wenn das Gras überflüssig |

 

[IIb-17-1789-0547]
Gut, daß Wölfe Füchse sich im Dezember belaufen: da, wäre die Springzeit in einem wärmeren Monat, u. sie 4, 5 Monat tragen, es den Iungen sonst an Wärme und Futter fehlte |

 

[IIb-17-1789-0548]
Die 4 füssigen in Haufen lebenden Thiere und die Futter für den Winter einsammeln z B Biber begatten sich am Ende des Herbsts und werfen im Ienner bei vollem Kornboden |

 

[IIb-17-1789-0549]
Pennant: bei den häuslichen Thieren ist mehr Farbenwechsel als wilden, weil damit die Menschen leichter ihre eigenen unterscheiden |

 

[IIb-17-1789-0550]
Boerhave: erst nach 20 Abkochungen einer Pflanze war das Wasser ohne Farbe und Geschmak derselben. Wenn die Pflanze alles hergegeben was das Wasser von ihr auflösen kan: so hat sie noch die alte Figur, ab. braun und sinkt im Wasser da sie vorher schwam. Maquer: das Wasser nahm also die leichtesten Theile, trat selbst an der Stelle und lies das feste Oel und Erde drin. Maquer

 

[IIb-17-1789-0551]
Der Aedil Skaurus schikte auf einmal 150 Pantherthiere nach Rom zu den öffentlichen Schauspielen, Pompeius 410, Augustus 420. Home

 

[IIb-17-1789-0552]
Die Bedienten des Gerichtshofs in Schotland brachen am lezten Tag der Session in ein lustiges Geschrei aus, warfen Beutel Sand Steine herum |

 

[IIb-17-1789-0553]
Markard: ein Glük, daß die feuerspeienden Berge damit aufhören, solche Materien (wie Thon) auszuwerfen, die den

 

[Manuskriptseite 61]

Erdbewohnern nüzen, und nicht Schlakken und Lava. In den Sandgegenden z. B. der Lüneburger Heide oder Brandenburg ist der fetste Thon blos unter der Sandlage. Berliner Monatssch. Iun. 1787.

 

[IIb-17-1789-0554]
Tott: die Türken legen einem enthaupteten Türken den Kopf auf den Arm, einem Ungläubigen auf den Hintern. Litteratur= Völkerkunde. Oktober 1786.

 

[IIb-17-1789-0555]
In Augspurg sind an Stangen über dem Fenster vorstehende Spiegel, worin man den unten Schellenden sehen kan. |

 

[IIb-17-1789-0556]
Ieder Hausbesizer kan sich da das Wasser (stündlich 3 Eimer) für 13 Gulden iährlich bis an seine Schwelle auf Kosten der Stadt leiten lassen, die Röhre ist mit einem messignen Hahn verschlossen | So in ieder Gasse Feuerhähne, um sie bei Brand unter Wasser zu sezen |

 

[IIb-17-1789-0557]
Gleichheit der 2 Religionen in Aemterbesezung. Allemal kömt nach dem Tode eines kathol. Wirths öffentlicher Lustpläze ein lutherischer - die evangelische Kurrente singt einen deutschen Vers, die katholische einen lateinischen - eine katholische, und eine lutherische politische Zeitung, und so 2 Zensoren. Bei den evangelischen Nachtwächtern ist die rechte Hälfte der Kleidung roth, katholischen roth und grün; linke bei beiden weis |

 

[IIb-17-1789-0558]
Hamel: auf der Halbinsel Korea mus iede Stadt dem König gewisse Mönche als Soldaten liefern und unterhalten, in die Bergfestungen verlegt. |

 

[IIb-17-1789-0559]
Ein Koräer darf so viel er wil Weiber nehmen, aber nur eine darf bei ihm wohnen |

 

[IIb-17-1789-0560]
Da in einer Stadt eine Schule wo iungen Leuten die Landsgeschichte und die Prozesakten der am nämlichen Ort hingerichteten Missethäter zu lesen gegeben werden |

 

[Manuskriptseite 62]

[IIb-17-1789-0561]
Home: die Pest hörte nach dem grossen Feuer 1666 in London auf weil Häuser und Strassen grösser gebauet wurden.

 

[IIb-17-1789-0562]
Ein Glük: daß die Raubthiere nicht gesellig sind, weil sie sonst alle Menschen ausrotten - und daß sie, ohne Furcht vor Menschen, doch ihre Wohnungen fliehen, wie nach Büffon der tapfere Bär doch nur in Wüsteneien am ruhigsten ist und der grosse Kondor von Peru nur in Wüsten und hohen Bergen lebt - die unschädlichen Raubthiere, Fuchs, Geier p fürchten den Menschen und nahen sich des Raubs wegen seiner Wohnung. Wäre der Mensch wie das Schaf, der Raub des Löwen: so würde der beständige Krieg ihn in der Barbarei halten |

 

[IIb-17-1789-0563]
In England konte sonst kein Fremder ein Zeuge sein |

 

[IIb-17-1789-0564]
Auf Korea werden die Todten nur im Herbst und Frühling begraben, der im Sommer, Winter Sterbende in einer Strohhütte indes beigesezt. Völkerkunde 61/17

 

[IIb-17-1789-0565]
Keine trauernde Mansperson darf S ohne Stok oder Schilfrohr ausgehen; im Anzuge so unreinlich wie möglich. |

 

[IIb-17-1789-0566]
Eine Man=Mörderin bis an die Schulter lebendig in die Erde gegraben und darneben ein Beil, womit ieder Vorbeigehende ihr einen Hieb geben mus bis sie tod ist. |

 

[IIb-17-1789-0567]
Wenn man den Mörder eine Zeit mit Füssen getreten: wird der Ermordete mit Weinessig abgewaschen den der Mörder trinken mus, worauf er aufm Bauch Schläge bis zum Tod |

 

[IIb-17-1789-0568]
Wer den Gläubiger nicht befriedigt: bekömt 14 täglich Stokschläge auf die Schienbeine bis er bezahlt. Stirbt er: so seine Verwandte die Schläge oder Bezahlung |

 

[IIb-17-1789-0569]
Geht der König aus: so hängen die Bitschriften, weil niemand sichtbar sein darf, an den Mauern herab und Zäunen, die der Staatssekretär in eine Schachtel thut |

 

[Manuskriptseite 63]

[IIb-17-1789-0570]
Acta Sanctorum aus 50 Folianten, bis zum 7 Oktober, 126 Iahre daran gearbeitet, von 1644 bis 1770. |

 

[IIb-17-1789-0571]
Die erste Verordnung gegen die Erweiterung von Paris ist von Heinrich II. 1549 - viele andere, auch Ludwig XIV - so gegen die von London Elisabeth 1602, Iakob eine, Karl I. zwei V. Home.

 

[IIb-17-1789-0572]
Die in einer grossen Stadt erzogenen sind meist weibisch, schwach - da Tugend in Einschränkung und Selbstbeherschung besteht und gewisse Laster in Seelenstärke: so reizen diese immer zur Nachahmung, iene nicht, so wenig als niedere Laster wie Lügen - das baare Geld häuft sich in der Hauptstadt und ie weiter die Provinz, desto mehr Trägheit - daher steigt in iener der Arbeitslohn und also die Menge der dahingehenden - der Dünger und das Futter der Pferde wird den fernen armen Feldern entzogen |

 

[IIb-17-1789-0573]
Die Stadt Mexiko war in 2 Theile getheilt, im ersten wohnten der König und Adel, 2ten Pöbel |

 

[IIb-17-1789-0574]
Ein mexikanischer König muste vor seiner Krönung alzeit einige Eroberungen oder andere Kriegsthaten machen |

 

[IIb-17-1789-0575]
Die mexikanischen Herren für unanständig, in ihren reichsten Kleidern vor dem König zu erscheinen, der blos Gefässe von Gold und Silber haben durfte, und dessen Tischtuch und irdene Gefässe nur 1mal auf seiner Tafel erschien und nachher an die Bedienten kam |

 

[IIb-17-1789-0576]
Die Königin Anna gab d. eine Akte dem Verfasser eines Buchs ein Monopol auf 14 Iahre |

 

[IIb-17-1789-0577]
Unter Heinrich VIII und Eduard VI durfte nur der der ein Zeichen auf Brust und Rükken hatte betteln |

 

[IIb-17-1789-0578]
Der Fenstertaxe wegen machen die Fabrikanten auf der ganzen Seite eines Hauses nur 1 Fenster; in 3 Stokwerken nur 3 Fenster |

 

[Manuskriptseite 64]

[IIb-17-1789-0579]
Auf die einzuführenden Gemälde ist Zol nach ihrer Grösse ohne Rüksicht des Werths gelegt |

 

[IIb-17-1789-0580]
In Holland zahlt man für 1 Bedienten nichts, 2 5 Schillinge, 3 zehn S., 4 zwanzig, nach geometrischer Progress. - In Dännemark auf ieden Pflug eine Taxe. | In Rom auf ieden Sklaven eine. |

 

[IIb-17-1789-0581]
Hollinsched: In England hatte der Man nur ein Stük Holz, und nur die Frau im Wochenbet ein Kopfküssen. |

 

[IIb-17-1789-0582]
Von Natur fürchten sich die Vögel nicht vor Vierfüssern; auch nicht vor Menschen, die sonst keinen bekämen - die Habichte sind auf einigen Inseln der Südsee zahm - die Vögel auf der Insel Annabon nehmen das Futter aus den Händen - im glüklichen Arabien fürchten Füchse und Affen die Menschen nicht - die Einwohner heisser Länder iagen nicht. |

 

[IIb-17-1789-0583]
Trunkenheit ist nach den Reichsabschieden von den Iahren 1512, 1531, 1548, 1577. ein Verbrechen - bei Soldaten eigentlich, wenn sie sich im Dienst besoffen. Q.

 

[IIb-17-1789-0584]
Die allergröste Trunkenheit, in die man eben gieng, um dann ein Verbrechen zu begehen, mehrt vielmehr die Strafe des lezt. Boehmer in Meditat. ad.CC. art. 179. |

 

[IIb-17-1789-0585]
Der Blinde, den Grant operirte, hielt dessen Werkzeuge für Theile seiner Hand. The Tatler. N. 55.

 

[IIb-17-1789-0586]
Bei Fremden wird Unwissenheit der Geseze des Orts, wo sie verbrachen, vermuthet. Mev. ad Ius Lub. quaest. prael. 4. n. 21. | Q. Bei geringen Verbrechen verwirft man der Regel nach die allegirte Unwissenheit der Geseze nicht. Mev. P. 3. dec. 121. n. 3. |

 

[IIb-17-1789-0587]
Der Nachtwandler wird gestraft wenn er das Verbrechen nach dem Erwachen billigt. Ob er gleich den Rasenden gleich geachtet wird: so mus er doch den Schaden ersezen; nach Böhmer oder Fricke nicht | § 53.

 

[Manuskriptseite 65]

[IIb-17-1789-0588]
Da die Anwendung tödtlicher Instrumente nicht stets in der Wilkühr des Mandatarii ist: so wird der der de vulnerando Aufträge macht, auch de acciso gehalten. Linck de mand. rei turpis c. 2. | § 59.

 

[IIb-17-1789-0589]
Für ein Theilnehmen wirds gehalten wenn man Blasphemien in Geselschaft, nicht anzeigt. R. A. von 1548. Tit. 1. §. 4. von 1577 T. 1. §. 2. - oder einen Landfriedensbruch und Befehdung. Die Erklärung des Landfriedens von 1522 Tit. 11. | § 62.

 

[IIb-17-1789-0590]
Das lebendige Begraben fand mehr bei Weibern als Männern stat; noch in Meklenb. 1580 darauf erkant: | §. 73. not. g.

 

[IIb-17-1789-0591]
Exasperatio externa oder Schärfung der Todesstrafe ist 1) Reissen mit glühenden Zangen 2) Rädern von unten auf 3.) Schleifen zur Gerichtsstätte 4) Flechten aufs Rad 5.) Verbrennen nach Enthauptung 6.) Abhauung der Hand vorm Tödten und das dabei gewöhnliche Stekken des Kopfs und der Hand auf den Pfahl 7.) das Niederreissen des Hauses und Sezen eines Schandpfahls |

 

[IIb-17-1789-0592]
Die Werkzeuge der Verbrecher und die damit erworbnen Güter fallen dem Fiskus. zu. L. g. Ordnung de iure fisc. | § 76.

 

[IIb-17-1789-0593]
In den Fällen wo die Geseze Einziehung der Güter vorschreiben, gehört das Gut ieder Obrigkeit, die die peinliche Gerichtsbarkeit hat. Die Reichs=Pol. Ordnung von 1577 Tit. 14. § 7. | § 76

 

[IIb-17-1789-0594]
Das römische Volk hatte e einige Maiestätsrechte: gesezgebende Gewalt, Beschliessen des Kriegs und Friedens, Bestellung obrigkeitlicher Personen - der Magistrat hatte andere, z B. die Iurisdikzion der Prätor, die Polizei die Aedilen, die Volksschäzung die Zensoren - der Senat gewisse öffentliche Geschäfte: Aufsicht über die öffentlichen Kassen, Gesandten, Verwaltung der unterworfenen Provinzen, Bestrafen schwerer Verbrechen ausser (nicht in) Rom,

 

[Manuskriptseite 66]

Erlauben der Triumphe, Berufen der Komizien, Gerichtsferien, Bettage | Höpfner

 

[IIb-17-1789-0595]
Da zulezt die Reden der Kaiser die senatus consulta veranlasten: so verordneten diese alzeit d. einen Rathsschlus, bis Kaiser Leo es dem Senat gar nahm. |

 

[IIb-17-1789-0596]
Actus legitimus (ein feierliches Geschäft, Adopzion, Freilassung) non admittit diem (man konte z.B. keinen so adoptieren, daß ers erst in einem Iahr wäre), conditionem (keinen blos unter einer Bedingung adopt.) procuratorem (d. keinen Bevolmächtigten) |

 

[IIb-17-1789-0597]
Actu liber ein Sklave, dem die Freiheit nach einer gewissen Zeit oder unter einer gewissen Bedingung versprochen war: wurde für ein Verbrechen blos wie ein Freier bestraft. |

 

[IIb-17-1789-0598]
Karl der Grosse und Ludwig der Fromme verboten die peinlichen Gerichte im Tempel zu halten. Q. 2 B.

 

[IIb-17-1789-0599]
Dem ordentlichen peinlichen Richter waren andere Personen zur Seite, die Strafe des Verbrechens nach dem Gesez zu bestimmen, hiess unter den Namen der Centenarien, Turginorum, Rathimburgorum, der Heimbürgen, Schöpfen, Dingsmänner, Achtsleute - die Sachibaronen wurden in zweifelhaften Fällen zu Rath vom Richter und den Schöpfen gezogen |

 

[IIb-17-1789-0600]
"In welches Land der Kaiser kömt, da ist ihm das Gericht daselbst ledig, daß er alle Klagen richten mag, die vor ihm kommen." Sächs. Land. B. 3. Art. 29. 52.

 

[IIb-17-1789-0601]
Hermes: der Mond scheint, besonders vol, zu wärmen, Hermes fehlts nach einer schweren Krankh. Hermäon

 

[IIb-17-1789-0602]
Die lateinische Grammatik und der Generalbas machten ein Mädgen im Mittelstand glüklich, gegen Verführung und Empfindsamkeit. |

 

[IIb-17-1789-0603]
G. Richart vermachte 500 Livres der Nachwelt, die nach 500 I. erst angewandt werden sollen und eine ungeheure Summe geben |

 

[Manuskriptseite 67]

[IIb-17-1789-0604]
Einer in Paris: die meisten Krankh. kommen von zuviel Einschlukken der Luft, giebt daher eine Lage an, weniger einzuathmen. Iournal der Moden Okt. 1789

 

[IIb-17-1789-0605]
Bablot: ein Geistlicher reinigte seinen Magen von Schleim d. eine Pfauenfeder |

 

[IIb-17-1789-0606]
Man legt auf einen kranken Theil Steine, Blei p; das fluide universel, das die Ursache der Schwere ist, wird dad. gegen den leidenden Theil determinirt; daher vom Beschweren mit Erde viele im Grab erwachen |

 

[IIb-17-1789-0607]
Sykes im palais-royal verkauft Portraits von Menschenhaaren, wie Miniatürmalerei |

 

[IIb-17-1789-0608]
Ein Pamphlet: la France libre räth neue "Nazionalreligion" mit einem rite gai. | p. 452

 

[IIb-17-1789-0609]
Aus den grauen Mauersteinen der Bastille werden Ringsteine p geschliffen und als Iuwelen gefast, und so trägt man Ringe, Ohrenringe à la liberté nationale, Fächer, Rokknöpfe Dosen à la bastille. |

 

[IIb-17-1789-0610]
Bei den Sachsen und Franken wurden nur aus höherm Adel Freigrafen oder peinliche Richter gewählt. de Cramer de iure nobilit. avit. c. 5. | Q.

 

[IIb-17-1789-0611]
Die Schöpfen, nach deren Ermessen der peinliche Richter die Strafe bestimte, musten einheimisch und aus ritterlichem Stande sein; da der sich sich entzog, wurden die ächten und schildbörtigen Schöpfen von anderen unterschieden |

 

[IIb-17-1789-0612]
Nach Karls Halsgerichts. gehören zur ordentlichen Bestellung des peinlichen Gerichts 7, 8 Schöpfen, zur Besichtigung des Leichnams und Tortur 2, zur Bestimmung der Grösse der vom Kläger zu leistenden Kauzion. 4 p |

 

[Manuskriptseite 68]

[IIb-17-1789-0613]
Klagt der Fiskal auf rechtmässige Anzeige: so ist er, im Fal der völligen Absoluzion, doch von Kosten und Genugthuung frei. - Nach dem Meklenburgischen Gerichtsgebrauch bekömt er alzeit von der erkanten Geldbusse 1/5 |

 

[IIb-17-1789-0614]
Auch der älteste oder nächste Schwerdtmagen war bei den alten Deutschen Scharfrichter. Dreiers Samlung von Abh. Th. 2 |

 

[IIb-17-1789-0615]
Die Dukatengeselschaft im Iahr 1746 gestiftet, iedes Mitglied zahlte ieden Monat 1 Dukaten bis es eines engagirt; dan hab ich 3 engagirt: so bekomm' ich monatlich 1 Dukaten - 5, 2 D. - 25, 24 D. Man steht den Engagirten so lang bis er selbst einen engagirt. Mehr Noten als Text. 1789.

 

[IIb-17-1789-0616]
In Zürch ist eine Knabengeselschaft, die körperliche Spiele, Reisen p. vornehmen. Litteratur Zeitung. 89.

 

[IIb-17-1789-0617]
Die Hussiten nente man wegen des in den Fahnen geführten Kelchs Kalixtiner. Iäger Lexikon

 

[IIb-17-1789-0618]
Brüderschaft der guten Werke, daß einem alle gute Werke zu gute kommen die ein Orden gethan hat oder wird |

 

[IIb-17-1789-0619]
Die Maria in der Kirche unsrer lieben Frau in Busch in Madrit, als Witwe vorgestelt, sieht schwarz |

 

[IIb-17-1789-0620]
Oft verrichtet in Gegenwart des ungehorsamen Verbrechers der Scharfrichter in dessen Namen den Widerruf. Q.

 

[IIb-17-1789-0621]
Die römischen Rechte L. 35 O. de poen. verbieten ewige Gefängnisstrafe, die man iezt der Todesstrafe gleich achtet. |

 

[IIb-17-1789-0622]
Die Reichsgeseze geben den Zigäunern keinen Schuz, sondern erlauben iedem, an ihnen ungestraft Frevel auszuüben. R. A. von 1500. R. A. von 1544 §. 75. Reichspol. Odnung von 1530. Tit. 35 |

 

[Manuskriptseite 69]

[IIb-17-1789-0623]
Der Reichsabschied von 1530 sezt auf 3 malige Blasphemie Tod oder Verstümlung - die von 1548, 1577 ohne Wiederholung |

 

[IIb-17-1789-0624]
Unmündige, Studenten (Leys. Sp. 652), Blinde brauchen keine Urphede abzuleisten. | §. 139.

 

[IIb-17-1789-0625]
Die Milderungsursachen der gebrochenen Urphede sind wenn man bei Hunger, Pest, Krieg wiederkömt - Schulden einzutreiben - um eine Remission der Strafe auszuwirken - Erbschaft - aus Nichtkentnis der Landesgränzen | §. 142

 

[IIb-17-1789-0626]
In Al Monte della Trinita (?) ist der Körper Herzogs von Bourbon, Karls - hölzerne Unterkinbakken - in einem Schrank aufgerichtet als Skelet, gelbe Stiefel rothe Absäze, ein neues Kleid vom Gouverneur der Stadt Prampero, Degen an der Seite, Perüke Federhut; sonst nahmen die Offiziers der Besazung die Hirnschale und tranken daraus. Keyßlers Reisen.

 

[IIb-17-1789-0627]
Wenn man den Vesuv ersteigt: so hält man sich an den ledernen Riemen 2er Leute, die voran; 2 a. schieben den Fremden von hinten |

 

[IIb-17-1789-0628]
In Neapel werden in den 4 lezten Sontagen vor den Fasten 4 Triumphwägen gemacht, 1 mit Brod, 2te Fleisch, 3 Kräuter, 4 Fisch - Musikanten darauf oben, Preis gegeben. |

 

[IIb-17-1789-0629]
Aus Schinken, Spek, Gänsen a. Eswaren wird da iährlich ein Kastel gebauet, Fontainen woraus Wein - Preis gegeben, sobald der König aufm Balkon erscheint |

 

[IIb-17-1789-0630]
Gegen die Reichskurfürsten kan auch von solchen die nicht ihre Unterthanen sind, ein Hochverrath begangen werden. Q.

 

[IIb-17-1789-0631]
Nach L. 5. C. ad L. Iul. Mai. hat auch gegen geheime Staatsminister stat |

 

[IIb-17-1789-0632]
Der Hochverräther wird nicht betrauert, seinetwegen dürfen keine Exequien angestelt werden. L. M. Ordnung de his qui not. L. 35 de relig. - Niederreissen seines Hauses, Zerbrechung des Schilds p sol in Gegenwart seiner Kinder und anderer Anverwandten geschehen. Ludw. ad A. B. p 420 |

 

[Manuskriptseite 70]

[IIb-17-1789-0633]
Schande und Erblosigkeit trift auch die nach dem Tode des Hochverräthers gebornen Kinder, nicht seine naturales - können kein Testament machen, ihr Nachlas fält nach Huber den nächsten Anverwandten zu. |

 

[IIb-17-1789-0634]
Weil Hochverrath unter die crimina excepta: so ist unternommenes dem volbrachten gleich, ungültige Zeugen gelten, ieder kan klagen, das Andenken der Missethat ist nicht wie bei anderen d. den Tod getilgt, ieder kan den Verräther tödten, keine Appellazion, die Untersuchung gebührt unmittelbar dem Fürsten |

 

[IIb-17-1789-0635]
Schwere Iniurie, wenn sie einem in seiner Wohnung, öffentlich vor vielen - oder einem ganzen Kollegio zugefügt wird. | § 303.

 

[IIb-17-1789-0636]
Schriftliche, gemalte, geschnizte Iniurien werden für schwerer gehalten als gleiche mündliche. L. 5. §. 9 |

 

[IIb-17-1789-0637]
Eine I. ists, wenn man dem anderen seine Schuld vorwirft. Brockes in Obs. forens. Obs. 451. |

 

[IIb-17-1789-0638]
Od. einem anvertraute Geheimnisse ausschwazt. L. 41 pr. ad L. Aquil. L. I. § 38 depositi. |

 

[IIb-17-1789-0639]
Oder einem grundlos die Befugnis zu testiren abläugnet. Mev. - . 9. § sin. de his quib. ut indign. |

 

[IIb-17-1789-0640]
Wenn man grundlos einen a. zu einem Iniurianten zu machen sucht. Eisenharts 5 Th. Rechtshändel n. 6 |

 

[IIb-17-1789-0641]
Wenn man iemanden fälschlich für seinen Schuldner ausgiebt L. 15. §. 33 de iniuria |

 

[IIb-17-1789-0642]
Aber der ist kein Iniuriant der den Pferden oder Sachen eines a. Fehler beilegt. Brockes Obs. 385

 

[IIb-17-1789-0643]
Wenn man wider einen ohne genugsamen Verdacht eine gerichtliche Untersuchung angestelt. |

 

[IIb-17-1789-0644]
Oder iemandem wegen Kleinigkeiten einen hämischen Dank abstattet. Brockes obs. 286.

 

[Manuskriptseite 71]

[IIb-17-1789-0645]
Wenn einer seinen Vertrag zu erfüllen weigert. Leys. Sp. 540 |

 

[IIb-17-1789-0646]
Der Ausdruk: "man wolle es Got befehlen" ist keine Iniurie. Wildvog. de deo commissis §. 6 |
Wildvog. de deo commissis §. 6 |] Titel gibt es so (Gateway)

 

[IIb-17-1789-0647]

Keine Iniurie, wenn man blos zur Vertheidigung seines Rechts beleidigende Dinge (sogar exceptionem suspecti iudicis) sagen mus. Leys. Sp. 547. n. 11. |

 

[IIb-17-1789-0648]
I. wenn man einem eine abgestrafte und untersuchte Missethat vorwirft, aber nicht, wenn man einem eine noch nicht gest. und unt. Miss. vorwirft, die er erweisen kan. Quistorp |

 

[IIb-17-1789-0649]
Bediente können wegen den von ihren Herren zugefügten Beleidigungen keine Iniurienklage erheben. |

 

[IIb-17-1789-0650]
Keine Iniurie wenn man beleidigende Dinge scherzweise sagt (L. 15 § 38 de iniur. L. 5. § 3 ad L. Aquil.) - oder das Recht hat, andere zu bessern und belehren. Karpzov, Wernher. Daher ein Prediger keine - sogar nach Karpzov und Leys. Sp. 542 n. 5 sind die zu bestrafen, die bei der Iniurienklage gegen ihn nicht animus iniurandi beweisen können |

 

[IIb-17-1789-0651]
Kinder können gegen Eltern I.klage erheben. de Cramer T. 3. obs. 878 |

 

[IIb-17-1789-0652]
Auch d. Schnizen und Malen kan man pasquilliren. Reichsabschiede von 1548 und 1577 | aber nicht d. blosse Worte |

 

[IIb-17-1789-0653]
Der Vorwurf solcher Verbrechen, die nur mit Geld, Gefängnis, zeitlicher Landsräumung bestraft werden, des Stupri (aber nicht des öffentlichen) machen eine Iniurie, kein Pasquil. de Boehmer ad art. 110 CC. § 3. Meister |

 

[IIb-17-1789-0654]
Schwerinsches Recht 7 Artikel: Si femina impudica viro probo fuerit convitiata, in praesentia duorum virorum proborum potest ei licite doro bonam alapam |

 

[Manuskriptseite 72]

[IIb-17-1789-0655]
Wer sein Haus einem Falschmünzer lieh: verlierts. Art. 111. P. G. O. |

 

[IIb-17-1789-0656]
Eine Person kan keinen Landfriedensbruch begehen. Mev. P. 1. dec. 105 |

 

[IIb-17-1789-0657]
Zu einem Landzwinger gehört daß er einem ganzen Ort, Gemeinde (nicht Einer Person Art. 129. 176 P. G. O.) Verderben drohe und austrete Artikel 128 p. |

 

[IIb-17-1789-0658]
Die peinliche Gerichtsbarkeit der Stadt ist auch auf die Vorstadt auszudehnen. Dietmar de domin. iurisdict. §. 49. 5 | 2 B. Q.

 

[IIb-17-1789-0659]
Im Besiz derselben wird der geschüzt der d. 54 iährige Zeugen oder Dokumente den ungestörten Besiz seit 40 Iahr beweisen kan. | §. 561

 

[IIb-17-1789-0660]
Die Patrimonialgerichtsbarkeit erstrekt sich über alle im Prädio wohnende, nur nicht über die Frau, Eltern und Kinder des Gerichtshern. Leys. Sp. 29. n. 6.

 

[IIb-17-1789-0661]
Ein seine Unterthanen schlecht behandelnder Gerichtsher wird zum Verkauf oder Verlust der Gerichtsbarkeit gezwungen. Harprecht dec. 27. n. 112 |

 

[IIb-17-1789-0662]
Die peinliche Gerichtsbarkeit, die von landesherlicher Verleihung war, erlischt d. Nichtgebrauch in 30 Iahren; wurde sie vermöge einer Servitut auf einem anderen Prädio geübt, d. Nichtgebrauch von 10 Iahren unter Gegenwärtigkeit, von 20 unter Abwes. | §. 568

 

[IIb-17-1789-0663]
In der Kapelle der Familie Spinella ist ein weismarmornes Brustbild von Augustus d. 2 angesezte Flügel in einen Engel verwandelt, in Neapel. Keyßler.

 

[IIb-17-1789-0664]
Die Bretter Ziegel p der casa sancta wurden bei einer Veränderung derselben unter das Estrich der c. s. vergraben, damit kein Mensch et. zum Nachtheil Lorettos und dessen Walfarth anderswo verehrte: Exkommunikation wenn man etwas von den Steinen, Kalk desselben entwendet |

 

[Manuskriptseite 73]

[IIb-17-1789-0665]
Die Wassermelonen wachsen im dürsten Erdreich in der Türkei, vol Wasser. Lüdeke Beschreibung des türkischen Reichs Neue Auflage. 1780

 

[IIb-17-1789-0666]
Den reisenden Kameelen eine Teigkugel ins Maul, daran sie einen Tag wiederkäuen |

 

[IIb-17-1789-0667]
Sind nie fortzubringen ohne daß ein Mensch oder Thier vorausgeht |

 

[IIb-17-1789-0668]
Das Kameleon ändert im Schlaf die Farbe nicht, frei sie lebhafter als im Bauer |

 

[IIb-17-1789-0669]
Der Pestkranke verliert allen Muth - Aussäzige und die mit bösen Ausschlägen keine Pest | Trinken des eigenen Urins gut zum Ausschlag der Pestbeule |

 

[IIb-17-1789-0670]
Die Pest begint im Winter, endigt in der grösten Hize.

 

[IIb-17-1789-0671]
Ein Erdbeben endigt oder mehrt sie |

 

[IIb-17-1789-0672]
Ein Engländer sah Konstantinopel nur von aussen und reiste ab, um nicht die herliche Idee d. den inneren Anblik zu verlieren |

 

[IIb-17-1789-0673]
Über dem Fahrzeug darf niemand eine Dekke haben, als einige Grosse - in der Nähe des Serails nicht einmal einen Sonnenschirm |

 

[IIb-17-1789-0674]
Der Pfortendolmetsch. mus mit dem Kopf daf. haften wenn er in der Übersezung der Antwort des Hofs oder des Gesandten in einem Wort fehlte |

 

[IIb-17-1789-0675]
Im Mittelalter hiessen Vornehme gute Leute. Litteratur Zeitung 89. N. 290 )

 

[IIb-17-1789-0676]
Bei Amurat IV das Gesez: daß der 10 Theil der Christenknaben türkisch und Ianitscharen werden musten |

 

[IIb-17-1789-0677]
Die geringste Reparatur einer christlichen Kirche ist ohne Erlaubnis des Hofs, die mühsam und theuer, nicht zu erhalten |

 

[Manuskriptseite 74]

[IIb-17-1789-0678]
Eine Christin, die einen Türken hatt., darf nachher keinen Christen heirathen - ein abfallender Christ wird steuerfrei, seine Kinder unter 15 I. müssen auch türkisch werden |

 

[IIb-17-1789-0679]
Der griechische Patriarch oder Bischof wird tod auf den Thron gesezt, und für ieden Griechen Pflicht, ihm die Hand zu küssen |

 

[IIb-17-1789-0680]
Bei den Griechen wird zur Vertreibung des Teufels der Täufling 3 mal vom Priester angeblasen |

 

[IIb-17-1789-0681]
Ist in 1 Iahr der Leichnam nicht verwest: so glauben sie ihn vom Teufel belebt und die Seele verdamt - blos bei einem Kanonisirten ist Unverweslichkeit eine Gabe Gottes |

 

[IIb-17-1789-0682]
Die Fastenzeit der Armenier beträgt beim Volk 1/2 Iahr, Priester 2/3. Drei Grade - Enthaltung von Fleisch - von Eier Oel und allem Fetten - von allem bis Abends |

 

[IIb-17-1789-0683]
Ihr Gottesdienst meist vor Sonnenaufgang geendigt | Kömt her, weil die ersten Christen wegen der Verfolgung zu Nachts es musten |

 

[IIb-17-1789-0684]
Ihre Iunggesellen dürfen nur Iungfern heirathen, Witwer nur Witwen |

 

[IIb-17-1789-0685]
Kein armenischer Iüngling, kein Knabe darf ausser Lands reisen ohne vorher mit einer Frau seines Alters getraut zu sein; nachher mus er zur Volziehung der Heirath zurükkehren |

 

[IIb-17-1789-0686]
Koran hat 77,639 Wörter, 323,015 Buchstaben |

 

[IIb-17-1789-0687]
Muselman heist ein Rechtgläubiger |

 

[IIb-17-1789-0688]
Der Reiche lässet mit seinem Sohne zugleich arme Kinder mit beschneiden als ein gutes Werk - Musik verbirgt das Schreien dabei |

 

[IIb-17-1789-0689]
Da man nie an derselben Stelle zum 2ten mal einen Todten begräbt: so werden um grosse Städte alle Äkker zu Begräbnispläzen |

 

[IIb-17-1789-0690]
In einen Umkreis von 9 Meilen von Mecka darf kein Unmuhamedaner kommen |

 

[IIb-17-1789-0691]
Narren darum für Heilige, weil sie beim Nachdenken über götliche Dinge

 

[Manuskriptseite 75]

sich bis zum Verlust der Gemeinschaft mit der unteren Welt verloren hätten; ihnen giebt man die meisten Almosen und hält ihre Berührung und Speisung für Glük |

 

[IIb-17-1789-0692]
Um nicht geg. das iüdische Gesez: "40 Streiche minder 1 zu geben" zu sündigen, werden die 39 in kurzer Zeit bis zur Tödtung wiederholt |

 

[IIb-17-1789-0693]
Der Mörder eines Ehemans mus oft dessen Frau heirathen |

 

[IIb-17-1789-0694]
Nach dem morgenländischen Zeremoniel läst man einen Gesandten spät zur Audienz, weil er nach derselben seinen Rükweg nehmen mus - damit er länger bleibe |

 

[IIb-17-1789-0695]
Bei bedenklichen Feldzügen wird die Fahne Muhammeds mitgenommen, ein rother Lumpen, wegen Wind nicht frei fliegend; auch das Wasser, in das sie getaucht, den Kriegsführern gegeben |

 

[IIb-17-1789-0696]
Dulden keine Malereien, worauf Menschen sind, weil alle Bildnisse von ihren Verfertigern eine Seele fodern können |

 

[IIb-17-1789-0697]
Der Hausvater hat meist ein Schaf, das ihm überal folgt |

 

[IIb-17-1789-0698]
Markus Varro 3 l. von der Landwirthschaft: in den Vogelbauer sol etwas Tag fallen, damit die Vögel muntrer fressen, aber nicht daß sie a. freifliegende sehen und aus Verlangen mager werden |

 

[IIb-17-1789-0699]
In der Provinz Pe=tscheli gefriert (wegen des Salpeters) alles Wasser leicht, aber man spürt geringe Kälte. Grosier Beschreibung des sines. Reichs 1 B. 1789

 

[IIb-17-1789-0700]
In Meklenburg sind eigenmächtig ausgeübte Gewaltthätigkeiten bei dem Verlust des an der Sache habenden Rechts verboten. Q.

 

[IIb-17-1789-0701]
Auch Todschlag wenn man einen Rasenden, Verbrecher tödtet |

 

[IIb-17-1789-0702]
42*/284

 

[Manuskriptseite 76]

[IIb-17-1789-0703]
Der Obrist Warnery eroberte mit 3 Gehülfen die Bergfestung Stolpen, mit 3 in Felsen gehauenen Gräben umgeben - machte einen Generallieutenant, Obristen, Offizier von der Artillerie nebst 42 Soldaten, 8 Kanoniere, 24 Invaliden zu Kriegsgefangenen p. Genealogisch Militairischer Kalender auf 1787.

 

[IIb-17-1789-0704]
Leibniz leitet aus der Unsterblichkeit der Seele die Dauer des lezten Willens her. In nova methodo iurisprudentiae p. 36.

 

[IIb-17-1789-0705]
Die Peruaner fürchteten die gröste Strafe der Sonne wenn sie ihren Inkas auf eine blosse Frage die Wahrheit verbargen. Algemeine Geschichte von Amerika S. 240. 2 Th.

 

[IIb-17-1789-0706]
Bei den Hebräern konte k. Frau ohne ihres Mans Einwilligung, kein Kind ohne Vaters E. sich eidlich verpflichten. Grotius de jure belli et pacis p. 450

 

[IIb-17-1789-0707]
Stat des Diensteides zeigte der Graf Wolf von Hohenlohe einem angehenden Diener den Galgen. Leys. Sp. 137.

 

[IIb-17-1789-0708]
In einer königlichen Pensionsanstalt für Mädgen von Stande musten sie täglich eine gewisse Zeit spielen (gegen die Spielsucht) in Berlin. Schüslers vermischte Aufsäze 1786.

 

[IIb-17-1789-0709]
Auf die Post wurden anfangs nur Handbriefe, dan Paquete, dan Passagiere aufgenommen.

 

[IIb-17-1789-0710]
Sticht man den Torf (der nur in Vertiefungen und niederen Orten ist) zu tief aus bis auf den unter der Torferde liegenden Sand: so wächst keiner nach. Fabrizius

 

[Manuskriptseite 77]

[IIb-17-1789-0711]
L. Thomasii Lehrsäze von der Zauberei, nebst D. Meyfarti, Naudäi und a. Gelehrten Schriften, von Iohan Reichen herausgegeben.1704.

 

[IIb-17-1789-0712]
Q. Quistorps Grundsäze des teutschen peinlichen Rechts. 1 B. 2 Auflage

 

[IIb-17-1789-0713]
Ferne Reisen

 

[IIb-17-1789-0714]
45, 47

 

[IIb-17-1789-0715]

Die nachfolgende Seite mit bibliographischen Anmerkungen wurde in Berlin anhand der Originalhandschrift transkribiert (fehlte in Transkription) - Photokopie in WÜ: siehe Anfang von Bd.18!1 Bemerkungen über Rußland

 

[IIb-17-1789-0716]
3 Home

 

[IIb-17-1789-0717]
4 Mekel - 18

 

[IIb-17-1789-0718]
4 Schöttgen - 10 - 13 - 41

 

[IIb-17-1789-0719]
5 Becks Versuch einer Staatspraxis

 

[IIb-17-1789-0720]
6 Binos Reisen d. Italien Aegypten p

 

[IIb-17-1789-0721]
8 Höfer Chronik

 

[IIb-17-1789-0722]
8 Tissot - 15

 

[IIb-17-1789-0723]
19 Seckendorfs Fürstenstaat

 

[IIb-17-1789-0724]
29 Erzählungen von den Sitten und Schicks. der Negersklaven

 

[IIb-17-1789-0725]
20 Hübners Nachrichten der berühmten Historiker

 

[IIb-17-1789-0726]
22 Chemie von Maquer

 

[IIb-17-1789-0727]
25 Naudäus - 54 - 56

 

[IIb-17-1789-0728]
27 Flögels Geschichte der komischen Literatur.

 

[IIb-17-1789-0729]
38 Schottel - 53 - 57

 

[IIb-17-1789-0730]
42 Flögels Geschichte der Hofnarren

 

[IIb-17-1789-0731]
51 Neue Mannigfalt. 1 I. 3. Vierteljahr

 

[IIb-17-1789-0732]
55 Iournal für Deutschland

 

[IIb-17-1789-0733]
58 Iägers Lexikon

 

[IIb-17-1789-0734]
59 Home - 63

 

[IIb-17-1789-0735]
61 Literatur und Völkerkunde - 62

 

[IIb-17-1789-0736]
64 Quistorp - 67

 

[IIb-17-1789-0737]
67 Iournal der Moden

 

[IIb-17-1789-0738]
69 Keyslers Reisen - 72

 

[IIb-17-1789-0739]
73 Lüdecke türkisches Reich

 

[IIb-17-1789-0740]
75 Grosier Beschreibung des chines. Reichs